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Eugen d’Albert (1864-1932): Uraufführung am 17. Februar 1900 im Königlichen Opernhaus Berlin. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Vor der Hütte des Adam zu biblischer Zeit. Einziger Akt. Unsere Gedanken und Überlegungen werden unterbrochen vom Erscheinen des zweiten Sohnes von Adam und Eva, Abel, der noch unbeweibt ist, der jedoch von Erscheinungen spricht, die ihm aus jenem Paradies vor die Augen kam und die sein Bruder Kain nicht ernst nimmt. Und unsere Frage bleibt unbeantwortet. Adam, der Hanochs Frage nicht beantwortet hat, wirkt verstört und spricht ein Nachtgebet. Dann begeben sich bis auf Kain alle in die Hütte, um sich dort schlafen zu legen. Und Kain? Der ist allein und fordert den, der immer war und der immer sein wird, auf, mit ihm zu reden. Dieses Gespräch ist jedoch plötzlich nicht mehr interessant genug für Kain, denn er sieht aus dem Felsen im Hintergrund ein schwarz gekleidetes Wesen hervortreten die ihn arg erschreckt. Und diese Gestalt hat die Antwort auf Kains Frage. Aber sie ist nicht von dem, der immer war und immer sein wird, sondern was schnell klar wird, von Lucifer: Kain erinnert sich an Vater Adams Schilderung aus dem Paradies und er erkennt in Lucifer die Schlange aus jenem Paradies. Obwohl Kain eigentlich also gewarnt sein müsste, schaffte es Lucifer, Kain zu „verführen“, den Tod als Lösung irdischen Leids anzusehen. Lucifer bemerkt plötzlich, dass der Morgen anbricht und verschwindet. Wie es sich für arbeitsame Menschen gehört, ist Kains jüngerer Bruder Abel aufgestanden und tritt vor die Hütte. Durch seinen Ruf an den schönen Morgen wird Kain aufgeweckt. Es kommt aus nichtigem Grund zu einem Streit zwischen den Brüdern. Kain ist ärgerlich und will ein Opfer Abels zerschlagen, aber Abel fällt ihm in den Arm. Daraus entwickelt sich ein immer heftigerer Streit, wobei Kain mit einer Axt den Opferaltar Abels in Stücke schlägt. Abel lässt sich das natürlich nicht gefallen und geht seinen Bruder verbal an, der immer rasender reagiert und Abel schließlich erschlägt. Plötzlich und unerwartet vernimmt Kain eine Stimme © Manfred Eugen d’Albert (1864-1932): Uraufführung am 17. Februar 1900 im Königlichen Opernhaus Berlin. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Vor der Hütte des Adam zu biblischer Zeit. Einziger Akt. Unsere Gedanken und Überlegungen werden unterbrochen vom Erscheinen des zweiten Sohnes von Adam und Eva, Abel, der noch unbeweibt ist, der jedoch von Erscheinungen spricht, die ihm aus jenem Paradies vor die Augen kam und die sein Bruder Kain nicht ernst nimmt. Und unsere Frage bleibt unbeantwortet. Adam, der Hanochs Frage nicht beantwortet hat, wirkt verstört und spricht ein Nachtgebet. Dann begeben sich bis auf Kain alle in die Hütte, um sich dort schlafen zu legen. Und Kain? Der ist allein und fordert den, der immer war und der immer sein wird, auf, mit ihm zu reden. Dieses Gespräch ist jedoch plötzlich nicht mehr interessant genug für Kain, denn er sieht aus dem Felsen im Hintergrund ein schwarz gekleidetes Wesen hervortreten die ihn arg erschreckt. Und diese Gestalt hat die Antwort auf Kains Frage. Aber sie ist nicht von dem, der immer war und immer sein wird, sondern was schnell klar wird, von Lucifer: Kain erinnert sich an Vater Adams Schilderung aus dem Paradies und er erkennt in Lucifer die Schlange aus jenem Paradies. Obwohl Kain eigentlich also gewarnt sein müsste, schaffte es Lucifer, Kain zu „verführen“, den Tod als Lösung irdischen Leids anzusehen. Lucifer bemerkt plötzlich, dass der Morgen anbricht und verschwindet. Wie es sich für arbeitsame Menschen gehört, ist Kains jüngerer Bruder Abel aufgestanden und tritt vor die Hütte. Durch seinen Ruf an den schönen Morgen wird Kain aufgeweckt. Es kommt aus nichtigem Grund zu einem Streit zwischen den Brüdern. Kain ist ärgerlich und will ein Opfer Abels zerschlagen, aber Abel fällt ihm in den Arm. Daraus entwickelt sich ein immer heftigerer Streit, wobei Kain mit einer Axt den Opferaltar Abels in Stücke schlägt. Abel lässt sich das natürlich nicht gefallen und geht seinen Bruder verbal an, der immer rasender reagiert und Abel schließlich erschlägt. Plötzlich und unerwartet vernimmt Kain eine Stimme © ManfredALBERT, Eugen d’: K A I N
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K A I N
Musikalische Tragödie in einem Akt
Libretto von Heinrich Bulthaupt nach dem Buch Mose der Bibel
Adam
Eva
Kain
Adah, seine Frau
Hanoch, beider kleiner Sohn
Abel
Lucifer
Stimme des Herrn
Mit der ersten Szene beginnt das Rätsel: Adam und Eva haben sich ein bescheidenes Leben aufgebaut. Dazu gehört auch die Hütte, die sie nicht nur vor der Sonne schützt, sondern auch vor Regen und Gewitter, wahrscheinlich auch vor wilden Tieren. Jetzt, nach des Tages Arbeit sitzen die Eheleute Adam und Eva vor ihrer Behausung und müssen ihrem Enkel Fragen beantworten. Moment: wieso Enkel? Fakt ist, Hanoch, der Enkel ist der Sohn von Kain und dessen Frau Adah, und der will wissen, wie es vordem im Paradies war. Also erfährt das Publikum schon mal, dass wir in der Zeit nach der Vertreibung aus dem Paradies sind. Woher Kain seine Frau Adah hat, bleibt unklar. Die Eheleute des Adam waren doch angeblich die ersten Menschen, direkt erschaffen von dem, der immer war und der immer sein wird. Von weiteren Erschaffungen der Menschen durch Gott weiß die Bibel nichts zu berichten. Wie kommt Kain also zu einer Frau?
Durch mich ward euch, was euch taugt:
Werden und Wechsel, Glück und Verzweiflung,
Gut und Böse, Leben und – Tod.
Kain, wo ist dein Bruder Abel?
Kains Vermutung, dass Vater Adam ihn gerufen hat, geht ins Leere, und es wird klar, dass der, der immer war und immer sein wird, den Brudermörder herausforderte. Sein Versuch, die Tat zu leugnen, ist zum Scheitern verurteilt. Als jetzt auch noch Kains Eltern aus der Hütte treten und das furchtbare Geschehen registrieren, ist das Entsetzen groß. Doch Kain scheint in einer Art Blutrausch zu stecken, denn als er versucht, seinen Sohn Hanoch zu töten, geht Adam mit einer Axt dazwischen, während Adah den Kleinen mit ihrem Körper schützt. Das ist wie ein Fanal: Kain kommt plötzlich zu sich, reagiert erschüttert und umfängt Frau und Kind mit beschwichtigenden Worten. Und der, der immer war und immer sein wird, sorgt für ein heftiges Gewitter und erklärt die Erbsünde in der Welt…
K A I N
Musikalische Tragödie in einem Akt
Libretto von Heinrich Bulthaupt nach dem Buch Mose der Bibel
Adam
Eva
Kain
Adah, seine Frau
Hanoch, beider kleiner Sohn
Abel
Lucifer
Stimme des Herrn
Mit der ersten Szene beginnt das Rätsel: Adam und Eva haben sich ein bescheidenes Leben aufgebaut. Dazu gehört auch die Hütte, die sie nicht nur vor der Sonne schützt, sondern auch vor Regen und Gewitter, wahrscheinlich auch vor wilden Tieren. Jetzt, nach des Tages Arbeit sitzen die Eheleute Adam und Eva vor ihrer Behausung und müssen ihrem Enkel Fragen beantworten. Moment: wieso Enkel? Fakt ist, Hanoch, der Enkel ist der Sohn von Kain und dessen Frau Adah, und der will wissen, wie es vordem im Paradies war. Also erfährt das Publikum schon mal, dass wir in der Zeit nach der Vertreibung aus dem Paradies sind. Woher Kain seine Frau Adah hat, bleibt unklar. Die Eheleute des Adam waren doch angeblich die ersten Menschen, direkt erschaffen von dem, der immer war und der immer sein wird. Von weiteren Erschaffungen der Menschen durch Gott weiß die Bibel nichts zu berichten. Wie kommt Kain also zu einer Frau?
Durch mich ward euch, was euch taugt:
Werden und Wechsel, Glück und Verzweiflung,
Gut und Böse, Leben und – Tod.
Kain, wo ist dein Bruder Abel?
Kains Vermutung, dass Vater Adam ihn gerufen hat, geht ins Leere, und es wird klar, dass der, der immer war und immer sein wird, den Brudermörder herausforderte. Sein Versuch, die Tat zu leugnen, ist zum Scheitern verurteilt. Als jetzt auch noch Kains Eltern aus der Hütte treten und das furchtbare Geschehen registrieren, ist das Entsetzen groß. Doch Kain scheint in einer Art Blutrausch zu stecken, denn als er versucht, seinen Sohn Hanoch zu töten, geht Adam mit einer Axt dazwischen, während Adah den Kleinen mit ihrem Körper schützt. Das ist wie ein Fanal: Kain kommt plötzlich zu sich, reagiert erschüttert und umfängt Frau und Kind mit beschwichtigenden Worten. Und der, der immer war und immer sein wird, sorgt für ein heftiges Gewitter und erklärt die Erbsünde in der Welt…
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