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ARNE, Thomas: ARTASERSE

Thomas Arne (1710-1778):
ARTASERSE (ARTAXERXES)
Oper in drei Akten – Libretto vom Komponisten nach Pietro Metastasio

Uraufgeführt in englischer Sprache am 2. Februar 1762 in Covent Garden, London.


Personen der Handlung:
Artaxerxes, Prinz von Persien (Alt)
Semira (Sopran), seine Geliebte und Tochter von
Artabanes, General der persischen Armee (Tenor)
Mandane, Schwester von Artaxerxes (Sopran)
Arbace, Sohn von Artabanes und Geliebter von Mandane (Mezzosopran)
Rimenes, Armeegeneral, Vertrauter des Artabanes (Tenor)

Ort und Zeit: Susa ca. 465 v.Chr.


Erster Akt.

Der Armeegeneral Artabanes hat unbeobachtet seinen König Xerxes getötet um sich des persischen Thrones zu bemächtigen. Um jeden Verdacht von sich abzulenken bittet er gerade seinen Sohn Arbace, das blutige Schwert zu verstecken und den Königsmord zu verschweigen. Arbace ist entsetzt über die grausame Tat, gehorcht aber – nimmt das Schwert an sich und verspricht Schweigsamkeit.

Jetzt betritt Artaxerxes, der seinen toten Vater gefunden hat, vollkommen aufgelöst die Szene und bittet Artabanes um Unterstützung bei der Suche nach dem Mörder. Der General sagt die Hilfe zu und nutzt die Gelegenheit, des Prinzen älteren Bruder Darius als Mörder zu verdächtigen, weil ja seine Ambitionen auf den Thron weithin bekannt seien.

Inzwischen wurde Arbace mit dem blutigen Schwert angetroffen und sofort gefangen genommen. Im Verhör lehnt er jede Verstrickung in den Königsmord ab, kann aber die gegen ihn sprechenden Indizien nicht entkräften, schweigt sogar, obwohl er sich entlasten würde, über den wahren Täter. Der dankt es dem Sohn nicht, sondern äußert sich entsetzt über Arbace und seine Mordtat.


Zweiter Akt.

Prinz Artaxerxes ist unfähig, seinen Jugendfreund Arbace zu verurteilen. Er gibt offen zu, dass er ihm den Königsmord nicht zutraut und zieht sich zurück, nachdem er (ausgerechnet) Artabanes zum Richter ernannt hat – in der Hoffnung, dass der Vater mit dem Sohn gnädiger umgeht, als es das Gesetz erlaubt. Doch Artabanes kennt, wie festzustellen ist, keinerlei Skrupel: Er verurteilt seinen Sohn in einer öffentlich geführten Verhandlung zum Tode. Arbace nimmt das klaglos hin und schweigt!


Dritter Akt.

Artaxerxes hat sich schwer getäuscht: Sein General kannte im Prozess kein Pardon und so schmachtet Arbace, auf seine Hinrichtung wartend, im Kerker. Doch der Prinz ist immer noch nicht von der Schuld seines Freundes überzeugt und begibt sich durch einen Geheimgang zu Arbace – und lässt ihn frei.

Bei der anstehenden Krönungszeremonie muss Artaxerxes nach altem Brauch aus einem Kelch den geweihten Wein trinken, der sich angeblich bei unwürdigen Personen in einen Gifttrank verwandelt. In den Wein hat Artabanes allerdings Gift gemischt, doch bevor der neue König davon trinkt, wird bekannt, dass sich eine kleine Gruppe von Soldaten zu einer Verschwörung zusammengetan hat, die Arbace im Alleingang verhindern konnte. Das ist für Artaxerxes der Beweis, dass sein Freund unschuldig ist und er fordert ihn auf, allen Umstehenden durch die Leerung des Kelches diese Schuldlosigkeit zu beweisen. Jetzt rührt sich in Artabanes das väterliche Gewissen: Er verhindert durch ein umfassendes Geständnis, dass Arbace den Kelch leert.

Das erwartete Todesurteil über den Königsmörder bleibt jedoch aus, denn Artaxerxes schickt ihn nur in die Verbannung. Er gibt dann aber bekannt, dass Semira, Artabanos Tochter, seine Gattin und somit Königin wird und seine Schwester Mandane den Freund Arbace heiraten soll.


Anmerkungen:
Der Komponist der hier vorgestellten Oper kam am 12. März 1710 in London als Sohn einer katholischen Handwerkerfamilie zur Welt und starb am dort 5. März 1778. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich ‚Rule, Britannia‘. Sein Vater, ebenfalls Thomas mit Vornamen und von Beruf Polsterer, schickte ihn nach Eton zum Jurastudium. Dort studierte er allerdings auch noch das Violinspiel und nahm zusätzlich bei Michael Christian Festing Kompositionsunterricht. Schließlich gab er das wohl ungeliebte Jurastudium auf und widmete sich ganz der musikalischen Kunst.

Seine erste Oper, Rosamond (Text von Joseph Addison), hatte großen Erfolg, der später von ‚Thumb, or the opera of operas‘ und ‚Comus‘ (1738, nach John Milton) noch weit übertroffen wurde. 1740 ließ er in der Uraufführung seiner Oper ‚The Masque of Alfred‘ (aus der jenes ‚Rule, Britannia‘ stammt) die Partien der Venus und Emma von der damals populären Schauspielerin und Sängerin Kitty Clive singen. Anfang der 1740er Jahre hielt er sich mit seiner Frau Cecilia, einer Schülerin von Francesco Geminiani, über zwei Jahre zu Konzerten in Irland auf und kam 1745 als Komponist für die Vauxhallgärten nach London zurück. Zehn Jahre später trennte er sich von seiner Gattin, weil sie, wie er glaubte, geisteskrank war. Er begann eine Liebesaffäre mit seiner Schülerin Charlotte Brent.

Dass er auch im italienischen Stil zu komponieren in der Lage war, bewies Arne mit ‚Artaxerxes‘ auf das berühmte Libretto von Metastasio. Es gibt neben den etwa dreißig Opern (ernsten wie auch heiteren) mehrere Oratorien aus seiner Feder, die von der Musikwissenschaft, die Händels Werke zum Vergleich heranzieht, allerdings recht ungünstig bewertet werden. Außerdem sind vier Sinfonien und sieben Triosonaten überliefert. Zu seinen Schülern zählte der Musikhistoriker und Komponist Charles Burney.

Nach seinem Tod 1778 wurde er zusammen mit seiner Frau, mit der er sich kurz vor seinem Tod wieder versöhnt hatte, in der St. Paul’s Church beigesetzt. Sein unehelicher Sohn Michael (1740/41–1786) war ebenfalls ein seinerzeit geschätzter Komponist.

© Manfred Rückert

Arne: Artaxerxes

Ich kann für Arnes Oper „Artaxerxes“ nur diese eine Einspielung finden, wer ein Ohr für die Barockoper hat, der wird mit dieser Einspielung bestens bedient.

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