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Arianna Venditelli – Eudosia (Sopran) Die hier genannten Ich habe in der letzten Zeit meine Oratorien-Sammlung auf CD erweitert. Eine vor kurzem hier im Troubadour-Forum mitgeteilte Oratorien-Aufnahme stammt aus der Feder von Johann Michael Haydn, dem (heute) weniger berühmten Bruder von Joseph Haydn, und trägt den Titel „Kaiser Konstantin I. Feldzug und Sieg“. Des weiteren habe ich auch noch Gregor Joseph Werners Oratorium „Der gute Hirt“ erstanden. Dieses Werk hat einen sehr sperrigen Titel „Der / so eifrig in sein Schäflein verliebte / zugleich wegen dessen Verlust / höchst betrübte / anbei mit größter Sorg und Fleiß / allwegherum suchende / Gute Hirt / Dargestellt in einer musikalischen Trauer“. Dieser spätbarocke Komponist hat sogar eine Verbindung zu Joseph Haydn: Werner war der 39 Jahre ältere Vorgänger von Joseph Haydn als Hofkapellmeister der Fürstenfamilie Esterházy. Meine neueste Erwerbung ist eine Komposition Alessandro Stradellas (1639-1682), das Oratorium „San Giovanni Crisostomo“ für 5 Stimmen und Basso continuo. Dieses Werk steht – was nicht verwundert – in der Tradition der italienischen Oratorien und kommt, wie man an der Aufzählung der geforderten Mitwirkenden sehen kann, mit verhältnismäßig wenigen Sängern und Instrumentalisten aus, Um es gleich vorweg zu sagen: Die auf uns heutige Musikfreunde überkommenen Quellen sind spärlich, möglicherweise sogar nicht vollständig, denn dem Oratorium fehlt eine Sinfonia, also eine Ouvertüre, und es beendet den ersten Teil mit einem Duett, den zweiten allerdings nur mit einem Rezitativ, was schon von vornherein ungewöhnlich ist und den Gedanken an ein unvollendet gebliebenes Werk aufkommen lässt. San Giovanni Crisostomo muss man im Kontext einer Ära sehen, weil sich nämlich die Granden der römische Kirche gegen die Kunstform der (gerade aufkommenden) Oper positionierten und sie unterdrücken, wenn nicht sogar verbieten wollten. Wie wir wissen, ist das Vorhaben nicht geglückt. Aber eine sicherlich vorhandene gewisse Starrköpfigkeit beim hohen Klerus hat zur Entwicklung einer weiteren Kunstform geführt, die des Oratoriums. Es wäre sicherlich interessant, hier einen etwas geweiteten Blick hinter die Kulissen der Entwicklung des Oratoriums zu tun, doch kann sich der Interessierte im www jederzeit und ohne große Mühe selbst diese Informationen besorgen. Der seinerzeit neue Trend der Palast Oratorios war aber ein Vehikel, die Leitungsebene der Römischen Kirche mit Einlullen zu beruhigen: Es wurden einfach religiöse Themen aus der frühen christlichen Geschichte in den Werken behandelt und schon war der Klerus beruhigt. Es ging bei den Oratorienaufführungen aber auch um „Farbe“, denn die Darbietungen kamen auch mit Bühnenbild und Dekoration, Kostüme und Bewegung daher, und sogar Frauen – igittigitt – waren an ihnen beteiligt, was den Kirchenoberen schon bei der Oper ein Grund zum Einspruch war und sich bei der Kunstform Oratorium nun wiederholte. Aber: Das Libretto der Oratorien mussten auch eine Drama-Touch haben, wenn man das Publikum gefangen nehmen wollte. Biografisches zum Komponisten Alessandro Stradella stammte aus adliger Familie, wurde 1639 geboren und starb 1682, als er auf offener Straße (und bis heute nicht wirklich geklärt) ermordet wurde. Als gesichert gilt, dass er mit einer Schülerin eine Liaison begonnen hatte, die allerdings schon mit einem Adligen ein Verhältnis hatte, was möglicherweise der Grund für seinen Tod war. Stradella, zu Hause mit den großen aristokratischen Familien und Gönnern der Stadt vertraut, hat möglicherweise San Giovanni Crisostomo mit dem Segen des Kardinals Benedetto Odescalchi komponiert, der als Papst den Namen Innozenz XI. angenommen hatte. Das Leben des heiligen Johannes Chrysostomos im vierten Jahrhundert, als Innozenz I. Papst war, hatte sich um den Widerstand gegen den Götzendienst konzentriert, etwas, das für Odescalchi / Innozenz XI. von großer Bedeutung war. Es ist frustrierend, dass die Existenz nur einer erhalten gebliebenenen musikalischen Quelle, aber auch eines fehlenden Librettos, bedeutet, dass die Zuweisung der Charaktere auf Spekulationen beruhen muss. Die heutige Interpretation baut auf der Ausgabe in der Opera Omnia von Carolyn Gianturco auf. Der Hauptkonflikt, den ich mir aus verschiedenen Quellen zusammengesucht habe, besteht zwischen Eudosia, die darauf besteht, eine Statue von sich selbst zu bauen, und Giovanni, der sich gegen eine solche Eitelkeit ausspricht. Ich muss allerdings zugeben, dass mir wegen fehlender Sprachkenntnisse – ich beherrsche weder italienisch, noch englisch, noch französich – die gesamte Handlung unbekannt geblieben ist, dass mir allerdings die vokale und die instrumentale Realisierung der oben genannten Interpreten zusagt. Die Solisten machen, soweit meine Stimmenkenntnisse reichen, ihre Sache gut und der instrumentale Bereich ist nach meiner Überzeugung in ausreichendem Maße den Anforderungen dieses noch sehr barocken Oratoriums gewachsen. Nachdem ich das geschrieben hatte, habe ich noch eine Charakterisierung im Netz gefunden, die sich so liest: Stradellas Partitur macht auf innovative Weise Gebrauch von intimen Mitteln. Es erfordert lediglich einen einfachen durchgehenden Bass zur Begleitung der Sänger und zeigt sein charakteristisches Gespür für das Erkennen dramatischer Konturen des Textes in seinen Vokalwerken sowie seine rhythmische Flüssigkeit, seine bemerkenswerte harmonische Erfindungsgabe und die einfühlsame Charakterisierung der Hauptrollen. Nachdem sie sich auf früheren Veröffentlichungen bereits mit Größen wie Bach, Albinoni und Vivaldi auseinandergesetzt haben, bringen die Interpreten ihre Aussagen in die Aufnahme ein und hauchen Stradellas bemerkenswertem Werk neues Leben ein, während sie gleichzeitig die zahlreichen Talente mehrerer führender Spezialisten für Alte Musik zur Schau stellen. Diese aufregende neue Aufnahme basiert auf einer kritischen Ausgabe von Colin Timms, Akademiker und Experte für Alte Musik und lässt Alessandro Stradella als einen der bedeutendsten Komponisten geistlicher Werke im Italien des 17. Jahrhunderts erscheinen. Interessierte Freunde barocker Musik sollten sich diese Musik nicht entgehen lassen, wobei ich aber auch gleichzeitig gestehen muss, dass der Erwerb der bisherigen Oratorien stets verbilligte Abverkäufe waren, und die weiteren Interessenten möglicherweise das Nachsehen haben könnten. Arianna Venditelli – Eudosia (Sopran) Die hier genannten Ich habe in der letzten Zeit meine Oratorien-Sammlung auf CD erweitert. Eine vor kurzem hier im Troubadour-Forum mitgeteilte Oratorien-Aufnahme stammt aus der Feder von Johann Michael Haydn, dem (heute) weniger berühmten Bruder von Joseph Haydn, und trägt den Titel „Kaiser Konstantin I. Feldzug und Sieg“. Des weiteren habe ich auch noch Gregor Joseph Werners Oratorium „Der gute Hirt“ erstanden. Dieses Werk hat einen sehr sperrigen Titel „Der / so eifrig in sein Schäflein verliebte / zugleich wegen dessen Verlust / höchst betrübte / anbei mit größter Sorg und Fleiß / allwegherum suchende / Gute Hirt / Dargestellt in einer musikalischen Trauer“. Dieser spätbarocke Komponist hat sogar eine Verbindung zu Joseph Haydn: Werner war der 39 Jahre ältere Vorgänger von Joseph Haydn als Hofkapellmeister der Fürstenfamilie Esterházy. Meine neueste Erwerbung ist eine Komposition Alessandro Stradellas (1639-1682), das Oratorium „San Giovanni Crisostomo“ für 5 Stimmen und Basso continuo. Dieses Werk steht – was nicht verwundert – in der Tradition der italienischen Oratorien und kommt, wie man an der Aufzählung der geforderten Mitwirkenden sehen kann, mit verhältnismäßig wenigen Sängern und Instrumentalisten aus, Um es gleich vorweg zu sagen: Die auf uns heutige Musikfreunde überkommenen Quellen sind spärlich, möglicherweise sogar nicht vollständig, denn dem Oratorium fehlt eine Sinfonia, also eine Ouvertüre, und es beendet den ersten Teil mit einem Duett, den zweiten allerdings nur mit einem Rezitativ, was schon von vornherein ungewöhnlich ist und den Gedanken an ein unvollendet gebliebenes Werk aufkommen lässt. San Giovanni Crisostomo muss man im Kontext einer Ära sehen, weil sich nämlich die Granden der römische Kirche gegen die Kunstform der (gerade aufkommenden) Oper positionierten und sie unterdrücken, wenn nicht sogar verbieten wollten. Wie wir wissen, ist das Vorhaben nicht geglückt. Aber eine sicherlich vorhandene gewisse Starrköpfigkeit beim hohen Klerus hat zur Entwicklung einer weiteren Kunstform geführt, die des Oratoriums. Es wäre sicherlich interessant, hier einen etwas geweiteten Blick hinter die Kulissen der Entwicklung des Oratoriums zu tun, doch kann sich der Interessierte im www jederzeit und ohne große Mühe selbst diese Informationen besorgen. Der seinerzeit neue Trend der Palast Oratorios war aber ein Vehikel, die Leitungsebene der Römischen Kirche mit Einlullen zu beruhigen: Es wurden einfach religiöse Themen aus der frühen christlichen Geschichte in den Werken behandelt und schon war der Klerus beruhigt. Es ging bei den Oratorienaufführungen aber auch um „Farbe“, denn die Darbietungen kamen auch mit Bühnenbild und Dekoration, Kostüme und Bewegung daher, und sogar Frauen – igittigitt – waren an ihnen beteiligt, was den Kirchenoberen schon bei der Oper ein Grund zum Einspruch war und sich bei der Kunstform Oratorium nun wiederholte. Aber: Das Libretto der Oratorien mussten auch eine Drama-Touch haben, wenn man das Publikum gefangen nehmen wollte. Biografisches zum Komponisten Alessandro Stradella stammte aus adliger Familie, wurde 1639 geboren und starb 1682, als er auf offener Straße (und bis heute nicht wirklich geklärt) ermordet wurde. Als gesichert gilt, dass er mit einer Schülerin eine Liaison begonnen hatte, die allerdings schon mit einem Adligen ein Verhältnis hatte, was möglicherweise der Grund für seinen Tod war. Stradella, zu Hause mit den großen aristokratischen Familien und Gönnern der Stadt vertraut, hat möglicherweise San Giovanni Crisostomo mit dem Segen des Kardinals Benedetto Odescalchi komponiert, der als Papst den Namen Innozenz XI. angenommen hatte. Das Leben des heiligen Johannes Chrysostomos im vierten Jahrhundert, als Innozenz I. Papst war, hatte sich um den Widerstand gegen den Götzendienst konzentriert, etwas, das für Odescalchi / Innozenz XI. von großer Bedeutung war. Es ist frustrierend, dass die Existenz nur einer erhalten gebliebenenen musikalischen Quelle, aber auch eines fehlenden Librettos, bedeutet, dass die Zuweisung der Charaktere auf Spekulationen beruhen muss. Die heutige Interpretation baut auf der Ausgabe in der Opera Omnia von Carolyn Gianturco auf. Der Hauptkonflikt, den ich mir aus verschiedenen Quellen zusammengesucht habe, besteht zwischen Eudosia, die darauf besteht, eine Statue von sich selbst zu bauen, und Giovanni, der sich gegen eine solche Eitelkeit ausspricht. Ich muss allerdings zugeben, dass mir wegen fehlender Sprachkenntnisse – ich beherrsche weder italienisch, noch englisch, noch französich – die gesamte Handlung unbekannt geblieben ist, dass mir allerdings die vokale und die instrumentale Realisierung der oben genannten Interpreten zusagt. Die Solisten machen, soweit meine Stimmenkenntnisse reichen, ihre Sache gut und der instrumentale Bereich ist nach meiner Überzeugung in ausreichendem Maße den Anforderungen dieses noch sehr barocken Oratoriums gewachsen. Nachdem ich das geschrieben hatte, habe ich noch eine Charakterisierung im Netz gefunden, die sich so liest: Stradellas Partitur macht auf innovative Weise Gebrauch von intimen Mitteln. Es erfordert lediglich einen einfachen durchgehenden Bass zur Begleitung der Sänger und zeigt sein charakteristisches Gespür für das Erkennen dramatischer Konturen des Textes in seinen Vokalwerken sowie seine rhythmische Flüssigkeit, seine bemerkenswerte harmonische Erfindungsgabe und die einfühlsame Charakterisierung der Hauptrollen. Nachdem sie sich auf früheren Veröffentlichungen bereits mit Größen wie Bach, Albinoni und Vivaldi auseinandergesetzt haben, bringen die Interpreten ihre Aussagen in die Aufnahme ein und hauchen Stradellas bemerkenswertem Werk neues Leben ein, während sie gleichzeitig die zahlreichen Talente mehrerer führender Spezialisten für Alte Musik zur Schau stellen. Diese aufregende neue Aufnahme basiert auf einer kritischen Ausgabe von Colin Timms, Akademiker und Experte für Alte Musik und lässt Alessandro Stradella als einen der bedeutendsten Komponisten geistlicher Werke im Italien des 17. Jahrhunderts erscheinen. Interessierte Freunde barocker Musik sollten sich diese Musik nicht entgehen lassen, wobei ich aber auch gleichzeitig gestehen muss, dass der Erwerb der bisherigen Oratorien stets verbilligte Abverkäufe waren, und die weiteren Interessenten möglicherweise das Nachsehen haben könnten. Schöne Musik! Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Alles Liebe Schöne Musik! Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Alles LiebeBarocke geistliche Musik eines schwierigen Komponisten
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San Giovanni Crisostomo – Oratorium von Alessandro Stradella
Nora Tabbush – Consigliere (Sopran) Solisten bilden die
Filippo Mineccia – Inviato di Roma (Contralto) geforderten Ensembles
Luca Cervoni – Testo, Teofilo (Tenor) vom Terzett über das
Matteo Bellotto – Cristostomo (Bass) Quartett bis zum CoroEnsemble Mare Nostrum / Andrea De Carlo
San Giovanni Crisostomo war eines von mehreren geistlichen Oratorien aus Alessandro Stradellas überraschend umfangreichem Schaffen. Es erzählt vom Konflikt zwischen der gierigen, tyrannischen und zugleich zerrissenen Königin Eudosia von Byzanz und Johannes Chrysostomus, dem dissidenten Erzbischof von Konstantinopel, der für seine eloquenten Widerlegungen von Korruption und Reichtum bekannt ist. In diesem Werk erforschen Stradella und der unbekannte Librettist den größeren Konflikt zwischen weltlicher und religiöser Macht und verwickeln den Zuhörer in komplexe moralische und politische Dilemmata.San Giovanni Crisostomo – Oratorium von Alessandro Stradella
Nora Tabbush – Consigliere (Sopran) Solisten bilden die
Filippo Mineccia – Inviato di Roma (Contralto) geforderten Ensembles
Luca Cervoni – Testo, Teofilo (Tenor) vom Terzett über das
Matteo Bellotto – Cristostomo (Bass) Quartett bis zum CoroEnsemble Mare Nostrum / Andrea De Carlo
San Giovanni Crisostomo war eines von mehreren geistlichen Oratorien aus Alessandro Stradellas überraschend umfangreichem Schaffen. Es erzählt vom Konflikt zwischen der gierigen, tyrannischen und zugleich zerrissenen Königin Eudosia von Byzanz und Johannes Chrysostomus, dem dissidenten Erzbischof von Konstantinopel, der für seine eloquenten Widerlegungen von Korruption und Reichtum bekannt ist. In diesem Werk erforschen Stradella und der unbekannte Librettist den größeren Konflikt zwischen weltlicher und religiöser Macht und verwickeln den Zuhörer in komplexe moralische und politische Dilemmata.![]()
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André
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