informativ

diskussionsfreudig

meinungsbildend

kooperativ

Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

Hallo und herzlich Willkommen im Troubadour Forum!

Danke für den Besuch unserer Website. Hier kannst du als Gast in den Hauptthemenbereichen Oper, Operette, Oratorium, Lied und Klavier mitlesen, dich umfangreich informieren und den Meinungsaustausch verfolgen. Den vollen Nutzen des Forums hast du allerdings nur, wenn du angemeldet und registriert bist. Dann kannst du alle Funktionen und Bereiche des Forums uneingeschränkt nutzen. Das heißt, du kannst eigene Beiträge schreiben und einstellen, auf Beiträge anderer Nutzer antworten, eigene Threads eröffnen, mitdiskutieren und dir durch die eigene Mitwirkung ein oft durch intensive Diskussionen erhelltes Meinungsbild schaffen. Das Troubadour-Forum geht über die rein lexikalische Funktion bewusst hinaus. Deshalb haben wir einen Servicebereich aufgebaut, indem du Hilfestellungen bei Anschaffungen, Besuch von Veranstaltungen und Festivals, Aufbau von Bild- und Tonträgerdokumenten und Antwort auf deine Fragen erhalten kannst. Wir verstehen uns jedoch auch als Begegnungsstätte zwischen neuen und erfahrenen Musikfreunden, zwischen Jung und Alt, persönliche Kontakte unter den Nutzern sollen erlaubt und ermöglicht werden. Wir würden uns freuen, wenn du bei uns mitmachst und eventuell auch neue Themen und Ideen einbringst.

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

BARTOK, Bela: DER WUNDERBARE MANDARIN

Bela Bartok (1881-1945):
DER WUNDERBARE MANDARIN
Ballettpantomime in einem Akt

Libretto von Meynhért Lengyel
Choreographie von Hans Strohbach

Uraufführung am 27. November 1926 im Opernhaus Köln durch das dortige Ensemble.

Rollen:
Drei Strolche
Das Mädchen
Der alte Kavalier
Der Jüngling
Der Mandarin

Ort und Zeit: Eine beliebige Großstadt in der Gegenwart.

Zimmer ärmlichen Charakters in einem heruntergekommenen Haus.

Die drei Strolche haben sich mit einem Mädchen in dieses Zimmer begeben und dringen zum Teil harsch, zum Teil besänftigend, auf sie ein mit dem Verlangen, vom Fenster aus Männer zu einem Schäferstündchen anzulocken, sie dann aber zu verprügeln und auch auszurauben. So richtig können die Strolche das Mädchen nicht überzeugen, bei dem Plan mitzumachen. Dann, so zeigen es die Blicke der drei Strolchen eindeutig an, müssen sie Zwang anwenden, den sie auch wirklich in die Tat umsetzen, und das junge Mädchen gibt den Strolchen nach.

Obwohl es zunächst nicht nach einem Erfolg für die Strolche aussieht, kommen doch plötzlich nacheinander ein alter Kavalier und später ein ziemlich schüchterner junger Mann. Man kann den Sex-Aspiranten ansehen, dass sie sich auf das Abenteuer mit der hübschen jungen Frau freuen, müssen dann aber, als es endlich zur Sache gehen soll, feststellen, dass sie einem fiesen Trick aufgesessen sind. Nur: den drei Strolchen geht es auch nicht viel besser, denn die beiden Männer sind unergiebig, was die finanzielle Seite angeht. Dass sie schließlich ziemlich unsanft auf die Straße gesetzt werden, dürften sie erwartet haben. Sie rennen zu unterschiedlichen Seiten davon…

Aber es kommt noch ein Abenteurer, ein Mandarin, der dem jungen Mädchen allerdings Angst einflößt. Das Symptom kann sie sich nicht erklären, nutzt aber die Gelegenheit, dem „Gast“ eine gewissen Gelassenheit vorzutäuschen, in dem sie ihm etwas vortanzt. Dieser Tanz scheint den Mandarin angespornt zu haben, denn er stürzt sich plötzlich auf das Mädchen. Das ist für die drei Strolche das Zeichen zum Eingriff: sie überwältigen den Mandarin und können ihn dabei so ruhig stellen, dass es einem der Strolche möglich ist, ihn zu ersticken. Im Glauben, ihn getötet zu haben, versuchen sie, seine Gewänder nach Wertvollem zu durchsuchen, müssen aber feststellen, dass der Mandarin nicht tot ist, sondern sich erhebt. Als Zuschauer kann man nicht sagen, dass er fliehen wollte, aber die drei Strolche haben es angenommen; sie benutzen einen Dolch und stechen ihn nieder. Doch auch das überlebt der Mandarin. Die Ratlosigkeit der drei Strolche ist fast körperlich spürbar, aber jetzt kommt es zum finalen Ende, denn die Strolche binden ihm einen Strick um den Hals und hängen ihn auf.

Nach einer kurzen Zeit des Wartens wird der Mandarin von den Strolchen abgenommen und auf das entsetzte Mädchen gelegt. Jetzt, plötzlich, fängt der Mandarin an zu bluten und er stirbt…

Anmerkungen.
Nachdem renommierte Opernhäuser das Ballett wegen seines Inhalts abgelehnt hatten, kam es 1926 in Köln auf die „Bretter, die die Welt bedeuten“. Und der Skandal war da! Nach der Uraufführung verbot der damalige Oberbürgermeister von Köln, ein gewisser Konrad Adenauer, weitere Aufführungen. Erst eine neue Choreographie, die Aurel von Milloss 1942 in Mailand vornahm, brachte die Wende. Der wunderbare Mandarin fand Eingang ins Repertoire der internationalen Opernhäuser.

© Manfred

Gestaltung Agentur kuh vadis