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Béla Bartók (1881-1945): Uraufführung am 24. Mai 1918 in Budapest, Königliches Opernhaus. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Dies begab sich einst, Ihr müsst nicht wissen, wann, auch nicht den Ort, wo es geschah (aus dem Prolog). Einziger Akt. In dieser düsteren Halle befinden sich noch sieben weitere Türen. Judith hat für den geheimnisvollen Mann ihre Familie und ihren zukünftigen Ehemann aufgegeben und ist dem Fremden gefolgt. Sie will mit ihm in selbstgewählter Einsamkeit leben, wobei nichts sie von ihrem Vorhaben abhalten kann. Judith will versuchen, durch die Kraft des Mitleids und durch die Liebe die nötige Wärme in die Burg von Herzog Blaubart bringen. Blaubart hält von Judiths Vorstellungen nichts. Als sie ihn bittet, die sieben Türen zu öffnen und dabei an die erste Tür pocht, gibt er ihrem Wunsch nach und reicht ihr den Schlüssel. Als sich die Tür öffnet sieht Judith in eine grässliche Folterkammer, mit Marterwerkzeugen und blutgetränkten Wänden. Sie reagiert zunächst bestürzt auf das, was sie sieht, bestärkt sie aber in ihrem Vorhaben. Judith bittet um den zweiten Schlüssel – ein gelbroter Lichtstrahl blendet sie, als sie den Schlüssel in die Hand nimmt. Dann betritt sie den Raum und steht in einer Waffenkammer, in der die seltsamsten Waffen gelagert sind. Interessant ist, dass Blaubart sich ihrem Wunsch öffnet, sein Innerstes offen zu legen, und er gibt ihrem Verlangen nach, auch die weiteren Türen zu öffnen: da ist ein Zimmer, in dem ein großer Goldschatz liegt, hinter einer anderen Tür ein bunt schimmernder Zaubergarten. Und schließlich, hinter der nächsten Tür, Herzog Blaubarts gesamtes Reich. Aber alle Pracht wird durch Blutspuren getrübt, die Judith nicht nur auf jeglichem Schmuck, sondern hinter allen Türen, auf Blumen und Gräsern beispielsweise, entdeckt. Aber noch sind nicht alle Türen geöffnet: Judith wird hinter der nächsten Tür mit einem Tränensee konfrontiert. Blaubart weigert sich, die letzte, die siebte Tür zu öffnen, Judith kann ihm jedoch den Schlüssel entwenden und schließt, von Eifersuchtsahnungen erfüllt, die letzte Tür auf – und ihr stehen drei frühere Frauen Blaubarts gegenüber. Jetzt erklärt sich Blaubart seiner Judith: die erste Braut traf er am Vormittag, die zweite dann mittags und die dritte abends. Judith verkörpert, da sie in der Nacht auf Blaubart traf, folglich die Nacht; sie folgt, mit dem Schmuck aus einem der Zimmer behängt, den drei Frauen in das letzte Zimmer und hinter den nun vier Frauen schließt sich die Tür. Herzog Blaubart bleibt allein im Dunkel der Nacht zurück. Seine letzten Worte sind: Béla Bartók (1881-1945): Uraufführung am 24. Mai 1918 in Budapest, Königliches Opernhaus. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Dies begab sich einst, Ihr müsst nicht wissen, wann, auch nicht den Ort, wo es geschah (aus dem Prolog). Einziger Akt. In dieser düsteren Halle befinden sich noch sieben weitere Türen. Judith hat für den geheimnisvollen Mann ihre Familie und ihren zukünftigen Ehemann aufgegeben und ist dem Fremden gefolgt. Sie will mit ihm in selbstgewählter Einsamkeit leben, wobei nichts sie von ihrem Vorhaben abhalten kann. Judith will versuchen, durch die Kraft des Mitleids und durch die Liebe die nötige Wärme in die Burg von Herzog Blaubart bringen. Blaubart hält von Judiths Vorstellungen nichts. Als sie ihn bittet, die sieben Türen zu öffnen und dabei an die erste Tür pocht, gibt er ihrem Wunsch nach und reicht ihr den Schlüssel. Als sich die Tür öffnet sieht Judith in eine grässliche Folterkammer, mit Marterwerkzeugen und blutgetränkten Wänden. Sie reagiert zunächst bestürzt auf das, was sie sieht, bestärkt sie aber in ihrem Vorhaben. Judith bittet um den zweiten Schlüssel – ein gelbroter Lichtstrahl blendet sie, als sie den Schlüssel in die Hand nimmt. Dann betritt sie den Raum und steht in einer Waffenkammer, in der die seltsamsten Waffen gelagert sind. Interessant ist, dass Blaubart sich ihrem Wunsch öffnet, sein Innerstes offen zu legen, und er gibt ihrem Verlangen nach, auch die weiteren Türen zu öffnen: da ist ein Zimmer, in dem ein großer Goldschatz liegt, hinter einer anderen Tür ein bunt schimmernder Zaubergarten. Und schließlich, hinter der nächsten Tür, Herzog Blaubarts gesamtes Reich. Aber alle Pracht wird durch Blutspuren getrübt, die Judith nicht nur auf jeglichem Schmuck, sondern hinter allen Türen, auf Blumen und Gräsern beispielsweise, entdeckt. Aber noch sind nicht alle Türen geöffnet: Judith wird hinter der nächsten Tür mit einem Tränensee konfrontiert. Blaubart weigert sich, die letzte, die siebte Tür zu öffnen, Judith kann ihm jedoch den Schlüssel entwenden und schließt, von Eifersuchtsahnungen erfüllt, die letzte Tür auf – und ihr stehen drei frühere Frauen Blaubarts gegenüber. Jetzt erklärt sich Blaubart seiner Judith: die erste Braut traf er am Vormittag, die zweite dann mittags und die dritte abends. Judith verkörpert, da sie in der Nacht auf Blaubart traf, folglich die Nacht; sie folgt, mit dem Schmuck aus einem der Zimmer behängt, den drei Frauen in das letzte Zimmer und hinter den nun vier Frauen schließt sich die Tür. Herzog Blaubart bleibt allein im Dunkel der Nacht zurück. Seine letzten Worte sind: Der Inhalt von Bartóks einziger Oper behandelt eine europaweit in vielen Versionen kursierende Sage. Charles Perrault verarbeitete sie 1697 in seinem Märchen Blaubart. Es folgten eine Reihe von literarischen und musikalischen Adaptionen.[5] Opern- bzw. Operettenfassungen stammen beispielsweise von André-Ernest-Modeste Grétry (Raoul Barbe-bleue, 1789), Jacques Offenbach (Blaubart, 1866), Paul Dukas (Ariane et Barbe-Bleue, 1907) und Emil Nikolaus von Reznicek (Ritter Blaubart, 1920).[6] Als Libretto verwendete Bartók das symbolistische[3] Drama Das Schloss des Prinzen Blaubart von Béla Balázs, dem ersten Teil von dessen Trilogie Misztériumok (Mysterien).[4] Es ist von der Ariane et Barbe-Bleue seines Lehrers Maurice Maeterlincks[3] inspiriert, weicht aber inhaltlich deutlich davon ab und betont vor allem die Tragik des Titelhelden und den Erlösungsgedanken.[6] Balázs widmete diesen Text Bartók und dem Komponisten Zoltán Kodály und veröffentlichte ihn 1910.[4] Bartók hörte ihn bei einer privaten Lesung in Kodálys Wohnung[3] und stellte sofort fest, dass das von Balázs vorgelegte Programm, „aus dem Rohmaterial der Szekler Volksballaden moderne, intellektuelle innere Erlebnisse zu gestalten“ (Balázs), auch seinem eigenen kompositorischen Ziel entsprach, Volksmusik in moderne Kunstmusik zu integrieren.[4] Kodály zeigte kein Interesse an einer Vertonung.[5] Bartók jedoch übernahm den Text fast unverändert. Er widmete die Oper seiner ersten Frau, Márta Ziegler, und präsentierte sie bei einem Kompositionswettbewerb des Leopoldstädter Kasinos, das sie jedoch nicht für aufführbar hielt und abwies. Daraufhin ließ er den Text von Emma Kodály-Sandor ins Deutsche übersetzen, um eine Aufführung im Ausland zu ermöglichen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Erst nach der erfolgreichen Uraufführung seines Tanzspiels Der holzgeschnitzte Prinz im Jahr 1917 wurde auch eine Produktion von Herzog Blaubarts Burg möglich.[4] In der Zwischenzeit hatte Bartók das Werk auf Rat Kodálys bereits mehrfach überarbeitet.[5] Änderungen betrafen vor allem die Melodien der Gesangsstimmen und den Schluss. In der ursprünglichen Fassung fehlten Blaubarts Schlussworte „Nacht bleibt es nun ewig“. Stattdessen wurde zwei Mal die pentatonische Melodie des Anfangs gespielt. Auch zwischen der Uraufführung und den Veröffentlichungen von Klavierauszug (1921) und Partitur (1925) und danach nahm Bartók Änderungen vor.[4] Bei der Uraufführung am 24. Mai 1918 im Königlichen Opernhaus in Budapest sangen Olga Haselbeck (Judith) und Oszkár Kálmán (Blaubart). Sprecher des Prologs war Imre Palló. Die musikalische Leitung hatte Egisto Tango. Für die Regie war Dezső Zádor verantwortlich. Das Werk wurde mit Bartóks im Vorjahr uraufgeführtem Tanzspiel Der holzgeschnitzte Prinz kombiniert.[7] Die Aufführung war aufgrund der nationalstaatlichen Bedeutung des Werks ein großer Erfolg. Der zuvor vom Publikum abgelehnte Bartók war nun als Komponist anerkannt.[5] Dennoch gab es in Budapest nur acht Aufführungen, bis das Werk 1936 wieder in den Spielplan genommen wurde.[3] Die Oper wurde mehrmals verfilmt. Solche filmischen Adaptionen einer Oper, häufig als „Filmopern“ bezeichnet, sind von bloßen Dokumentationen einzelner Bühneninszenierungen zu unterscheiden. TV-Verfilmung in ungarischer Sprache, Regie von Leslie Megahey Robert Lloyd, Bass (Blaubart) Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Der Inhalt von Bartóks einziger Oper behandelt eine europaweit in vielen Versionen kursierende Sage. Charles Perrault verarbeitete sie 1697 in seinem Märchen Blaubart. Es folgten eine Reihe von literarischen und musikalischen Adaptionen.[5] Opern- bzw. Operettenfassungen stammen beispielsweise von André-Ernest-Modeste Grétry (Raoul Barbe-bleue, 1789), Jacques Offenbach (Blaubart, 1866), Paul Dukas (Ariane et Barbe-Bleue, 1907) und Emil Nikolaus von Reznicek (Ritter Blaubart, 1920).[6] Als Libretto verwendete Bartók das symbolistische[3] Drama Das Schloss des Prinzen Blaubart von Béla Balázs, dem ersten Teil von dessen Trilogie Misztériumok (Mysterien).[4] Es ist von der Ariane et Barbe-Bleue seines Lehrers Maurice Maeterlincks[3] inspiriert, weicht aber inhaltlich deutlich davon ab und betont vor allem die Tragik des Titelhelden und den Erlösungsgedanken.[6] Balázs widmete diesen Text Bartók und dem Komponisten Zoltán Kodály und veröffentlichte ihn 1910.[4] Bartók hörte ihn bei einer privaten Lesung in Kodálys Wohnung[3] und stellte sofort fest, dass das von Balázs vorgelegte Programm, „aus dem Rohmaterial der Szekler Volksballaden moderne, intellektuelle innere Erlebnisse zu gestalten“ (Balázs), auch seinem eigenen kompositorischen Ziel entsprach, Volksmusik in moderne Kunstmusik zu integrieren.[4] Kodály zeigte kein Interesse an einer Vertonung.[5] Bartók jedoch übernahm den Text fast unverändert. Er widmete die Oper seiner ersten Frau, Márta Ziegler, und präsentierte sie bei einem Kompositionswettbewerb des Leopoldstädter Kasinos, das sie jedoch nicht für aufführbar hielt und abwies. Daraufhin ließ er den Text von Emma Kodály-Sandor ins Deutsche übersetzen, um eine Aufführung im Ausland zu ermöglichen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Erst nach der erfolgreichen Uraufführung seines Tanzspiels Der holzgeschnitzte Prinz im Jahr 1917 wurde auch eine Produktion von Herzog Blaubarts Burg möglich.[4] In der Zwischenzeit hatte Bartók das Werk auf Rat Kodálys bereits mehrfach überarbeitet.[5] Änderungen betrafen vor allem die Melodien der Gesangsstimmen und den Schluss. In der ursprünglichen Fassung fehlten Blaubarts Schlussworte „Nacht bleibt es nun ewig“. Stattdessen wurde zwei Mal die pentatonische Melodie des Anfangs gespielt. Auch zwischen der Uraufführung und den Veröffentlichungen von Klavierauszug (1921) und Partitur (1925) und danach nahm Bartók Änderungen vor.[4] Bei der Uraufführung am 24. Mai 1918 im Königlichen Opernhaus in Budapest sangen Olga Haselbeck (Judith) und Oszkár Kálmán (Blaubart). Sprecher des Prologs war Imre Palló. Die musikalische Leitung hatte Egisto Tango. Für die Regie war Dezső Zádor verantwortlich. Das Werk wurde mit Bartóks im Vorjahr uraufgeführtem Tanzspiel Der holzgeschnitzte Prinz kombiniert.[7] Die Aufführung war aufgrund der nationalstaatlichen Bedeutung des Werks ein großer Erfolg. Der zuvor vom Publikum abgelehnte Bartók war nun als Komponist anerkannt.[5] Dennoch gab es in Budapest nur acht Aufführungen, bis das Werk 1936 wieder in den Spielplan genommen wurde.[3] Die Oper wurde mehrmals verfilmt. Solche filmischen Adaptionen einer Oper, häufig als „Filmopern“ bezeichnet, sind von bloßen Dokumentationen einzelner Bühneninszenierungen zu unterscheiden. TV-Verfilmung in ungarischer Sprache, Regie von Leslie Megahey Robert Lloyd, Bass (Blaubart) Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.BARTÓK, Béla: HERZOG BLAUBARTS BURG
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HERZOG BLAUBARTS BURG (A kékszakállú herceg vára)
Oper in einem Akt mit Prolog
Libretto von Béla Balázs
Originalsprache: Ungarisch.
Herzog Kékszakallú / Blaubart (Bariton)
Judit / Judith (Sopran oder Mezzosopran)
Blaubarts drei frühere Frauen (stumme Rollen)
Sprecher des Prologs.
Nach dem gesprochenen Prolog, der auf die symbolhafte Bedeutung der Vorgänge im Stück hinweist (aber oft einfach weggelassen wird), sehen wir den Herzog und seine Geliebte Judith durch eine schmale Tür am Ende einer steilen Treppe auf die Bühne kommen.
Nacht bleibt es nun ewig, immer…
HERZOG BLAUBARTS BURG (A kékszakállú herceg vára)
Oper in einem Akt mit Prolog
Libretto von Béla Balázs
Originalsprache: Ungarisch.
Herzog Kékszakallú / Blaubart (Bariton)
Judit / Judith (Sopran oder Mezzosopran)
Blaubarts drei frühere Frauen (stumme Rollen)
Sprecher des Prologs.
Nach dem gesprochenen Prolog, der auf die symbolhafte Bedeutung der Vorgänge im Stück hinweist (aber oft einfach weggelassen wird), sehen wir den Herzog und seine Geliebte Judith durch eine schmale Tür am Ende einer steilen Treppe auf die Bühne kommen.
Nacht bleibt es nun ewig, immer…![]()
Werkgeschichte

Verfilmungen
Bela Bartok Herzog Blaubarts Burg
Elizabeth Laurence, Mezzosopran (Judith)
The London Philharmonic, Adam Fischer
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Verfilmungen
Bela Bartok Herzog Blaubarts Burg
Elizabeth Laurence, Mezzosopran (Judith)
The London Philharmonic, Adam Fischer
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Gestaltung Agentur kuh vadis