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Bayreuth 2024

Hallo

Hier ein interessantes Gespräch von Axel Brüggemann mit Catherine Foster, der diesjährigen Brünhilde.

#https://podcast0460dc.podigee.io/29-new-episode

Gruß Wolfgang

Hallo

Hier die Kritik von Axel Brüggemann zur gestrigen Premiere von Tristan und Isolde.

Schaue ich sie mir im Fernsehen trotzdem an? Mal sehen…

Gruß Wolfgang

 

Premiere bei den Bayreuther Festspielen: Bei Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson begeht Tristan Suizid auf einem Kultur-Schrottplatz. Semyon Bychkow tut sich schwer mit der Festspiel-Akustik.  

Prolog im Caféhaus. Am Vormittag der Premiere habe ich noch einen schnellen Kaffee mit dem Tristan-Regisseur gegenüber von Haus Wahnfried getrunken. Der Besitzer des Cafés erkannte Thorleifur Örn Arnarsson sofort – trotz des legeren, orangefarbenen T-Shirts und der Sonnenbrille. »Das wird ein Erfolg heute«, rief der Mann von Café, »Ihr Name wandert schon durch die Stadt.« Der Caféhausbesitzer hat nämlich einen Festspielgast in seinem Appartement, einen Doktor, und der sei sicher, dass jetzt alles besser würde in Bayreuth. Der Doktor habe gesagt, dass die Festspiele mit diesem Regisseur wieder so erfolgreich würden wie in den 60er Jahren.

Thorleifur wusste nicht genau, was er sagen sollte. Er steckte sich vorsichtshalber noch ein Kautabak unter die Oberlippe und lächelte freundlich. Wahrscheinlich hatte er geahnt, dass der Caféhausbesitzer sein Lob unabsichtlich aus Brangänes Giftschrank geholt hatte, dass es so viel bedeutete wie: Es gibt wieder einen Regisseur in Bayreuth, der die Sängerinnen und Sänger nicht beim Singen stört. Eben: Kein Castorf, kein Kratzer, kein Schwarz! 

Zwischen dem Caféhausbesuch und jetzt liegen 11 Stunden, und in gewisser Weise hat der Doktor vielleicht Recht behalten. Den Abend könnte man nämlich auch so zusammenfassen: Selten fühlte sich ein Tristan bei den Bayreuther Festspielen länger an als dieser. Und selten leerte sich das Festspielhaus schneller als heute. Ob es daran lag, dass Roberto BlancoMarkus BlumeClaudia RothMarkus Söder und (ja!) Martha Argerich möglichst schnell zum Staatsempfang wollten? Oder daran, dass man froh war, dass dieser Abend nicht noch länger dauerte? – Ich weiß es nicht!

Vielleicht war das, was zwischen dem Caféhausbesuch und dem Schlussapplaus der Tristan-Premiere passierte auch einfach nur der praktische Beweis, dass eine kluge Idee noch lange keine spannende Inszenierung auf die Bühne stellt. 

Was hat mir Thorleifur alles vorgeschwärmt von seinem Tristan. Ein Mann, der in der Rolle des Ritters und Helden feststeckt. Isolde wird derweil als »Heiratsmasse« behandelt, glaubt aber an die große Liebe. Der Schlüssel zu Thorleifurs Tristan ist Wagners Vorgeschichte: Als Isolde den hilflosen und verletzten Helden am Strand findet, begegnen sich die beiden in Hilflosigkeit und ohne gesellschaftlich definierte Rollen. Isolde päppelte Tristan wochenlang auf, und die beiden lernen einander lieben. Thorleifurs große Frage ist, warum Tristan seine Isolde später trotzdem auf dem Schiff zur Vermählung mit König Marke bringt. Die Antwort gibt er beim zweiten Espresso selber: Weil Tristan daran zerbricht, dass er die Liebe zwar kennengelernt, aber nicht erneut leben kann. Er bleibt ein treuer Ritter und verzweifelt gleichzeitig daran, dass er nicht aus seiner Heldenrolle ausbrechen kann. Deshalb ist Thorleifurs Tristan depressiv. Deshalb wird er nicht erstochen, sondern schluckt – freiwillig – den Todestrank. Deshalb will diese Tristan einfach nur sterben. 

Am Ende des Abends frage ich mich, warum ich Thorleifurs klugen Gedanken – obwohl ich sie kannte – nicht auf der Bühne finden konnte. Klar, da war seine Isolde, die ihre Lebens- und Liebeserfahungen manisch auf ein endloses Brautkleid notierte. Klar, da war das Bühnenbild: Die Taue eines Schiffes im ersten Aufzug (der leere Raum aus dem sich alles entwickelt), ein mit Kultur-Devotionalien (Statuen, Engeln, Bildern) vollgerümpeltes Schiff im zweiten Aufzug – und am Ende wartet Tristan auf einem Schrottplatz der Zivilisation auf Isolde und seinen Tod. Das dystopische Bühnenbild von Vytautas Narbutas ist hübsch illuminiert, aber die Sänger bewegen sich darin scheinbar im Freistil. 

““
Tristan und Isolde bei den Bayreuther Festspielen (Foto: Bayreuther Festspiele, Nawrath)

Im Zweifel wuppt jemand wie Andreas Schager natürlich jeden Abend im Alleingang. So auch diesen: Tenor-Lächeln einschalten, Mund auf und eiserne Gold-Töne raushauen (die im dritten Aufzug nach einem Verschlucker etwas kratziger klingen). Dieser Tenor ist echt ein Phänomen, eine Stimme ohne Nerven. Immer mehr sucht Schager auch die lyrischen Momente, zähmt zuweilen seinen Tiger im Vokal-Tank – und das steht ihm gut. 

Aber nun sind wir schon beim zweiten Problem des Abends: Der Dirigent Semyon Bychkow macht es den Sängerinnen und Sängern wirklich nicht leicht. Zum einen, weil er Tempi wählt, die zum Teil so langsam sind, dass ihm einzelne Bögen unter den Händen auseinanderbröckeln. Das macht es gerade für einen lyrisch geprägten Sopran wie jenen von Camilla Nylund nicht immer leicht. Bychkow bietet ihr einfach keinen Atem an. Aber Nylund ist erfahren genug, um ihr eigenes Tempo und ihr eigenes Volumen beizubehalten. Doch das passiert das zum Teil auf Kosten der musikalischen Stabilität. Bychkow wäre gut beraten, mehr Rücksicht auf seine Stimmen zu nehmen, sowohl in den Tempi als auch in seinen vollkommnen variablen – und oft extremen – Lautstärke-Gestaltungen. Vielleicht har er seinen Tristan eher symphonisch gedacht, ein  Ansatz, der sich der Akustik des Festspielhauses allerdings verweigert   

Besonders hat Günther Groissböck als König Marke darunter gelitten. Im zweiten Aufzug konnte man seiner Stimme bei der Auflösung zuhören. Groissböck, der in den sozialen Medien immer wieder Entspannungsgesänge mit Rammstein-Liedern aus dem Festspielhaus gepostet hat, hörte sich streckenweise tatsächlich eher wie ein Background-Vokal von Till Lindemann an (im dritten Aufzug hat Groisböck sich  dann wieder etwas gefangen). Nicht aus dem Konzept ließen sich  Olafur Sigurdason als Kurwenal und Christa Mayer als Brangäne bringen. Aber auch sie standen (oder saßen) bei Thorleifur Örn Arnarsson ebenfalls sehr oft sehr unmotiviert in der Gegend herum.

Am Ende lagen die üblichen Toten auf Tristans Schrottplatz (Kurwenal überlebt hier). Das Publikum feierte die Sängerinnen und Sänger, applaudierte auch für den Dirigenten. Allein Thorleifur Örn Arnarsson und sein Team mussten auch mit Buhs leben. Vielleicht sollte ich nächstes Mal nicht mit dem Regisseur am Premierentag Kaffee trinken, sondern einen Schnaps mit ihm nach der Premiere – das wäre vielleicht nötiger.

Hier die Kritik der nmz:

Nun gilt Sport (siehe Paris) im Allgemeinen als irgendwie gesundheitsfördernd; „Tristan und Isolde“ aber potenziell als gesundheitsgefährdend. Zumindest hat Wagner selbst (im Nachhinein betrachtet ziemlich werbewirksam) „befürchtet“, dass eine wirklich gute „Tristan“-Aufführung die Leute verrückt machen würde und nur mittelmäßige die Rettung seien. Nimmt man den Meister mal beim Wort, dann geht von dieser Inszenierung keine Gefahr für die geistige Gesundheit der Zuschauer aus.

Mehr:

https://www.nmz.de/kritik/oper-konzert/der-rumpelkammer-der-erinnerung-richard-wagners-tristan-und-isolde-bayreuth

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Interessant war in der von Wolfgang o. a. Kritik von Axel Brüggemann ein Satz, der mir sofort ins Auge stach: „Deshalb will dieser Tristan einfach nur sterben“. Wünschen wir ihm und uns, dass die Inszenierungen tatssächlich wieder besser werden und sich die Sängerinnen und Sänger, die übrigen Musiker und- nicht zu vergessen- die Zuschauer wieder an dem erfreuen können, wofür sie viele Euros auf den Tisch des (Wagnerschen) Hauses legen müssen. Nicht, dass es eines Tages, in fünf oder mehr Jahren, noch heißt:… darum will Andreas Schager nur eines: einfach nur st…
Ich klicke mehrfach am Tag auf die BR-Seite, wo das Tristan-Titelbild steht und der rote Button mit der Aufschrift:
Video demnächst hier.
Denn ich will das unbedingt sehen, oder wie es so schön heißt:

Schau’n wir mal!

LG Willi🤔

Lieber Willi,

auf das Tristan-Video vom BR musst Du nicht warten. Morgen, Samstag ist die Bayreuther Tristan-Premiere von gestern um 20. 15. Uhr auf 3 SAT zu sehen. Da kannst Du Dir die Aufführung ansehen. Endlich wieder zu einer angenehmen Zeit und nicht erst, wie bei ARTE, am späten Abend oder mitten in der Nacht.

Herzlichst

Lustein

Lieber Rüdiger,

Danke für den Tipp! 👍👍👍
Ich werde zwar wahrscheinlich wieder dabei einschlafen, schaue jedoch lieber auf den großen Bildschirm vom Fernseher, als auf den kleinen Computer-Schirm 😁

Liebe Grüße
André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Liest eigentlich jemand meine TV-Hinweise 😀

Lieber Wolfgang,

danke, dass du andere Mitglieder auf die Sendungen im TV aufmerksam machst. Ich selbst habe eine Fernsehzeitschrift, die ich freitags, wenn sie erscheint, immer sofort durchschaue, welche musikalischen Sendungen es im TV gibt. Da ich über Satellit empfange, schalte ich den Fernsehton ab und die Stereoanlage, die auch an den Satelliten-Empfänger angeschlossen ist, ein. Manchmal nehme ich auch den Beamer und stelle die große Leinwand auf. Auch ich hoffe, dass diesmal eine Inszenierung aus Bayreuth kommt, die die Handlung nicht wieder verdreht, obwohl das, was ich in der Vorschau schon gesehen habe, wohl eine vergebluche Hoffnung zu sein scheint. Zumindest brauche ich dafür keinen horrenden Preis zu zahlen.

Liebe Grüße
Gerhard

Zitat von Wolfgang Kaercher am 26. Juli 2024, 17:02 Uhr

Liest eigentlich jemand meine TV-Hinweise 😀

Ich bin darin sehr vergesslich 🙄. Eine Erinnerung wie die von Rüdiger ist mir daher jederzeit willkommen!

LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Hallo Leute,

Was ich von Tristan und Isolde mitbekam, fand ich nicht so besonders, ich schlief auch immer wieder dabei ein 🙄.
Eine Oper um 15 Uhr am Sonntag wäre ideal für mich 🙂.

LG André

Gerhard Wischniewski hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gerhard Wischniewski
"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber André,

als Feund der Wagner-Opern von früher Jugend an, habe ich zu „Tristan und Isolde“ erst in spätem Alter Zugang gefunden und die Musik lieben gelernt. Ich besitze zwei sehr schöne Aufnahmen davon auf DVD, u.a. mit René Kollo als Tristan, der als einer der besten Wagnersänger gilt. Gestern habe ich mir die Neuinszenierung dieser Oper angesehen und den ganzen ersten Akt durchgestanden. Die Oper, die ohnehin recht handlungsarm ist, wirkte auch auf mich in dieser Inszenierung recht langweilig. Positiv ist zu bemerken, dass der Regisseur die Handlung – zumindest im ersten Akt – nicht in eine ganz andere abwegige Handlung verdreht hat, wie ich anhand des Librettos, das ich daneben liegen hatte, festgestellt habe. Man konnte sich sogar im ersten Akt, trotz raren Bühnenbildes, durchaus vorstellen, dass er auf einem Schiff spielt. Allerdings konnte ich mir keinen Reim auf Isoldes riesiges Kleid, das einen großen Teil des Bühnenbodens bedeckte und mit allerhand nicht zu deutenden Schriftzeichen bemalt war, machen. Darin durfte sie nun während des ganzen Aktes Herumwühlen, ab und zu auch mal mit einer großen Feder selbst darin malen. und auch Tristan durfte am Ende mit diesem Kleid herumspielen. Nach dem ersten Akt hatte ich erst einmal genug davon, vor allem, weil es – wie du auch sagst – sehr spät wurde. Ich habe dann später noch einmal in den zweiten Akt geschaut, habe aber nach kurzer Zeit abgeschaltet, weil dieser statt im Garten bei Markes Schloss in einer Rumpelkammer (oder was das sein sollte) spielte. Da hat es mir für diesen Abend gereicht.
Was du zu den Sendungszeiten sagst, das kann man arte schon ganz vergessen. Welcher Opernfreund kann sich schon die halbe Nacht „um die Ohren schlagen“? Hinzu kommt, dass das, in das ich in der letzten Zeit in arte hineingeschaut habe, meist außer der Musik mit dem Werk nichts zu tun hatte. Auch 3sat sendet in den letzten Jahren meist nur verdrehte Inszenierungen. Erfreuen konnte ich mich in der letzten Zeit lediglich an der Sendung des „Liebestranks“ von Donizetti aus der Wiener Staatsoper in der Wiederaufnahme einer Inszenierung von Otto Schenk. Das aber ist sehr wenig für Opernfreunde, die auch ihre Fernsehgebühren bezahlen müssen, obwohl bei den vielen öffentlichen Sendern und dem Riesenanggebot an seichten Sendungen Platz genug wäre, auch wöchentlich für die Opernfreunde etwas zu einer vernünftigen Zeit zu senden, am besten Wiederholungen von Sendungen aus dem Archiv, die man sich wenigstens noch mit Genuss ansehen konnte.

Liebe Grüße
Gerhard

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Lieber Gerhard,

Den Liebestrank hatte ich vor Jahren in einer traditionellen Inszenierung in Lüttich erlebt, hat mir gut sehr gefallen; ebenso die Zauberflöte von Mozart. Das Lütticher Opernhaus scheint es sich nicht leisten zu können, zahlendes Publikum zu verscheuchen 🙂.

LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber André,

wenn du heute hier noch schöne und packende Inszenierungen sehen willst, dann schau doch einmal, ob es in deiner Nähe ein Kino gibt, das die Inszenierungen aus der MET oder dem Royal Opera House überträgt. Da findest du noch Inszenierungen, die dem Werk entsprechen. Aus den Royal Opera House ist vor allem das Ballett ggroßartig. Bei den Opern kannst du dich anhand von Trailern auf youtube informieren. Das neue Programm der MET findest du unter „Die MET im Kino“. In der vorigen Saison haben mir besonders „Nabucco“, „Romeo et Juliette“ und „La Rondine“ gefallen, die ich inzwischen auch auf DVD habe.
Die deutschen Opernhäuser scheinen es sich wirklich leisten zu Können, die Zuschauer zu vertreiben, solange die Zuschüsse noch in der Höhe fließen wie bisher. Bayreuth könnte heute sicher nicht mehr leben, wenn es nicht so hohe Zuschüsse bekäme. Früher musste man noch 10 Jahre warten, um dort überhaupt eine Larte zu bekommen. Heute bleiben noch Restkarten und – soweit ich gehört abe – werden auch noch schon gekaufte Karten angeboten. Bayreuth ist aber – zumindest bei der Eröffnungsvorstellung  auch schon immer ein Laufsteg für Prominente geworden, die vielleicht auch ohne Zahlung eingeladene Gäste sind oder sich dort zeigen müssen. Bei einigen dieser Gäste bin ich noch nicht einmal der Überzeugung, ob sie sich jemals mit dem Stoff der Werke auseinander gesetzt haben, ein Libretto  gelesen haben oder den Inhalt genau kennen.

Liebe Grüße
Gerhard

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Lieber Gerhard,

Es gibt in der Tat ein Kino in der Nähe der Luxemburger Philharmonie, wo von Oktober 2024 bis Mai 2025 acht verschiedene Opern angeboten werden (sechs aus der MET), die jeweils zweimal gezeigt werden, für rund 35€ pro Vorstellung. Ich werde dort mal einen Versuch starten. Vielen Dank für den Hinweis!

LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Hallo

Hier ein Beitrag aus dem „Oper Magazin“ zur aktuellen Rheingold-Inszenierung:

Riesenapplaus und Bravos nach Valentin Schwarz‘ Netflix-„Rheingold“, man staunt. Das Publikum hatte sich offenbar für die einzig richtige Rezeptionsweise entschieden, wenn man aus der bis dato weitgehend ungeliebten Produktion nutzen ziehen will: einfach zugucken, was er erzählt, und nicht irritieren lassen durch Wagners Texte, die oftmals von anderen Dingen handeln als die Figuren auf der Bühne.
Tomasz Konieczny gibt den golfsportlichen Platzhirschen Wotan mit voluminösem Bariton, aber oft auch ziemlich mulmig verfärbten Tönen. Olafur Sigurdarson als Alberich ist mit schwarzglühendem Bassbariton der Emporkömmling unter den Global Players, Tobias Kehrer mit sehr klarem, wortverständlichem Bass ein smarter Mafioso als Fafner, während der verliebte Fasolt von Jens-Erik Aasbø neben schön weichen Tönen zuweilen auch zu gaumig verfärbte aufbietet. John Daszak gibt einen Advokaten-Loge mit schneidigem, oft grellem Ton. Dagegen klingt Okka von der Dameraus Erda wunderbar weich und leuchtend. Simone Young reüssiert nach etwas schleppend zerfallenem Beginn-Wogen mit einer dramaturgisch stützenden Interpretation am Pult.
Gruß Wolfgang

Lieber André,

wir haben hier bis 2022 29 € in unteren Bereich und 31 € im oberen Bereich bezahlt, die ich gerne gezahlt habe, denn in unserem Theater hätte ich schon für den letzten Rang ebenso über 30 € gezahlt. Jetzt sind die Preis je um 2 € höher.Unser Kino hat zu den Säalen, in denen die Übertragungen stattfinden (manchmal ist die Nachfrage so groß, dass es zwei sind), als Zugang ein besonderes Foyer, getrennt von den anderen Kinosäalen. Zum Empfang gibt es – im Preis inbegriffen – nach Wahl einen Sekt oder Orangensaft. In den Pausen werden Schnittchen oder eine Suppe angeboten, aber kein Popkorn, wie es heute im Kino so üblich ist. Einmal hatten sich zwei june Damen mit Popkorntüten, die sie in einem anderen Teil des Kinos erstanden hatten,  dorthin verirrt, merkten aber bald, dass sie falsch am Platze waren. Die Reihen, die Stufenförmig aufsteigen, haben soviel Abstand, dass man keine Köpfe vor sich sieht und daher freien Blick auf die riesige Leinwand hat. Wir – meine beiden Frauen (wir nehmen noch eine Witwe eines Freundes mit) – haben den Eindruck, dass die Oper duch die Kameraführung  viel spannender und intensiver wirkt als in der Totale im Opernhaus, wo man die Sänger ja nur aus der Entfernung sieht. Das hat für mich auch einen gewissen Einfluss auf die Musik, denn ich höre sozusagen mit Auge und Ohr. Die Stereoanlage im Kino ist heute schon so gut, dass ich keinen Unterschied zum Klang im Opernhaus ffeststellen kann. Der einzige Nachteil ist, dass du dein Gefallen an der Inszenierung nicht durch Applaus ausdrücken kannst. Obwohl es in der Regel live-Übertragungen sind, würde man den in New York oder London wohl nicht hören. Es gibt ab und zu nach Jahren auch einmal eine Wiederholung einer Inszenierung mit anderen Sängern wie z.B. in der neuen Saison die „Aida“, die wir schon vor ein  paar Jahren gesehen haben. Bei Neuinszenierungen bin ich etwas vorsichtiger und sehe mir – wenn möglich – vorher den Trailer an. Aber bisher war ich von den Insenierungen der MET noch nie enttäuscht.
Die Karten kann ich unter „Die Met im Kino Leverkusen“ bequem online buchen.

Liebe Grüße
Gerhard

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Gestaltung Agentur kuh vadis