informativ

diskussionsfreudig

meinungsbildend

kooperativ

Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

Hallo und herzlich Willkommen im Troubadour Forum!

Danke für den Besuch unserer Website. Hier kannst du als Gast in den Hauptthemenbereichen Oper, Operette, Oratorium, Lied und Klavier mitlesen, dich umfangreich informieren und den Meinungsaustausch verfolgen. Den vollen Nutzen des Forums hast du allerdings nur, wenn du angemeldet und registriert bist. Dann kannst du alle Funktionen und Bereiche des Forums uneingeschränkt nutzen. Das heißt, du kannst eigene Beiträge schreiben und einstellen, auf Beiträge anderer Nutzer antworten, eigene Threads eröffnen, mitdiskutieren und dir durch die eigene Mitwirkung ein oft durch intensive Diskussionen erhelltes Meinungsbild schaffen. Das Troubadour-Forum geht über die rein lexikalische Funktion bewusst hinaus. Deshalb haben wir einen Servicebereich aufgebaut, indem du Hilfestellungen bei Anschaffungen, Besuch von Veranstaltungen und Festivals, Aufbau von Bild- und Tonträgerdokumenten und Antwort auf deine Fragen erhalten kannst. Wir verstehen uns jedoch auch als Begegnungsstätte zwischen neuen und erfahrenen Musikfreunden, zwischen Jung und Alt, persönliche Kontakte unter den Nutzern sollen erlaubt und ermöglicht werden. Wir würden uns freuen, wenn du bei uns mitmachst und eventuell auch neue Themen und Ideen einbringst.

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

CALDARA, Antonio: HADRIAN IN SYRIEN (Adriano in Siria)

Antonio Caldara (1670 -1736)
ADRIANO IN SIRIA
(Hadrian in Syrien)

Dramma per musica in drei Akten
Libretto: Pietro Metastasio
Uraufführung: 1732 am Hoftheater in Wien
Originalsprache Italienisch

Personen der Handlung
Adriano (Hadrian), römischer Kaiser (Sopran)
Osroa, König der Partherreiches, Vater Emirenas (Tenor)
Emirena, Gefangene Adrianos und Verlobte Farnaspes (Sopran)
Sabina, Verlobte Adrianos (Sopran)
Farnaspe, Freund Osroas, Verlobter Emirenas (Sopran)
Aquilio, Vertrauter Adrianos und heimlicher Liebhaber Sabinas (Bass)
Römische Soldaten, Sklaven, Gefolge Adrianos, Osroas, Sabinas und Adrianos, Volk

Ort und Zeit der Handlung: Antiochia, frühes 2.Jahrhundert n.Chr.

Erster Akt

Großer Platz in Antiochia
Adriano befindet sich bei den Parthern, die durch die Römer besiegt wurden. Unter diesen befinden sich Osroa, der König des Partherreiches und Farnaspe, ein Freund Osroas, die ihm Geschenke anbieten wollen. Der Chor der Römer preist seinen Herrscher. Adriano besteigt den Thron und wendet sich an die Parther, mit denen er gemeinsam dem römischen Reich dienen will.
Inzwischen führt Aquilio Farnaspe mit Gefolge herbei, der um ein Gespräch gebeten hatte. Im Gefolge befindet sich auch (anonym) Osroa, der Partherkönig. Farnaspe zeigt Unterwürfigkeit und schwört dem Kaiser Gehorsam und Treue, was allerdings Osroa nicht so recht gefällt. Adriano verzeiht den Besiegten und bietet Freundschaft an. Als Farnaspe um die Freilassung seiner Verlobten Emirena bittet, erschrickt Adriano, denn er ist in diese verliebt. Er versucht, die Freilassung zu verzögern, indem er darum bittet, den Vater kommen zu lassen. Farnaspe gibt vor, dass das Schicksal des Königs noch unbekannt sei und – da Adriano nun erklärt, dass er sich solange um Emirena kümmern wolle – bittet er darum, die Sorge dem Bräutigam zu überlassen. Adriano forscht ihn aus und erfährt, dass Farnaspe schon lange mit dieser verlobt sei, sie ihm aber vor der Hochzeit entrissen wurde. Da will Adriano die Entscheidung Emirena überlassen. Er geht mit den römischen Soldaten ab.
Osroa äußert gegenüber Farnaspe den Verdacht, dass Adriano Emirena liebe. Doch dieser ist von der Treue seiner Braut überzeugt. Er will zu ihr eilen und geht mit seinen Parthern.
Osroa, der zurückgeblieben ist, will seine Tochter nicht seinem Feind überlassen und denkt an Rache.

Szenenwechsel: Emirenas Gemächer im Kaiserpalast.
Aquilio bekennt seine Liebe zu Sabina, der Verlobten Adrianos. Für ihn wäre es von Vorteil, wenn Adriano Emirena heiratete. Er muss durch List verhindern, dass er sie Farnaspe zurückgibt. Als Emirena eintritt und nach ihrem Farnaspe fragt, gibt er vor, dass Adriano wütend geworden sei und geschworen habe, sie in Rom gefesselt auf einem Triumphwagen dem Volk vorführen werde, wenn ihre erste Liebe noch nicht erloschen sei. Er rät ihr, wenn Adriano mit Farnaspe käme, sich gegenüber ihrem Verlobten so gleichgültig zu verhalten, als ob sie ihn nicht mehr liebe. Dann geht er.
Adriano kommt mit Farnaspe und Emirena verstellt sich, als ob sie ihren Geliebten nicht mehr erkenne. Erst als er seinen Namen nennt, tut sie so, als wenn sie sich entfernt an ihn und seine Verdienste für ihren Vater erinnere. Farnaspe weiß nicht, wie ihm geschieht. Er fragt, wie sie es fertiggebracht habe, die lange Liebe zu vergessen. Aber sie täuscht vor, ihre Ruhe haben zu wollen und fordert ihn auf, zu gehen. Er gehorcht.
Nun bietet Adriano ihr seine Hand an. Doch sie erinnert ihn an seine Verlobte Sabina. Er aber meint, dass Liebesbeziehungen nicht ewig dauern müssten. Er sei jetzt in Syrien und sie in Rom. Er habe Emirena vorher noch nicht gesehen und auch Sabina könnte ja ihre Meinung inzwischen auch geändert haben.
In diesem Augenblick meldet Aquilio, dass Sabina soeben in Antiochia eingetroffen sei. Nun weiß Adriano nicht, wie er sich verhalten soll und bittet Aquilio, sie woanders hin zu führen.
Aber da kommt Sabina selbst mit römischen Rittern im Gefolge und erklärt ihrem Verlobten, dass sie in Rom so sehr um ihn gebangt und sich nach ihm gesehnt habe. Er versucht, sie zunächst, anderswo unterzubringen, damit sie zur Ruhe komme. Sabina ist enttäuscht, aber er gibt vor, dass er zu einer schweren Aufgabe gerufen sei und geht.
Aquilio erklärt Sabrina nun, dass Adriano verliebt sei und stellt ihr Emirena als ihre Rivalin vor. Emirena, die immer noch an die Worte Aquilios glaubt, bittet Sabina um ihre Hilfe. Aber diese weist sie zurück und spricht die Befürchtung aus, dass sie einst Emirena um Mitleid betteln müsse. Emirena geht.
Nun will Aquilio sein Glück versuchen. Im Augenblick aber rät er Sabina lediglich, standhaft zu bleiben und Adriano weiterhin Liebe vorzugaukeln. Dann geht er.
Allein geblieben klagt Sabina, dass sie extra nach Antiochia gekommen sei, um ihr Glück dort zu finden und ihr Verlobter sich achtlos von ihr abwendet. Sie betet, dass die Götter ihn ihr zurückgeben mögen.

Szenenwechsel: Hof des Kaiserpalastes. Nacht.
Osroa kommt mit einer Gruppe, die den Palast in Brand gesteckt haben,und weidet sich an dem Feuer. Er zeigt es triumphierend dem hinzukommenden Farnaspe. Dieser will seine Braut retten, doch Osroa , der sich weiterhin von seiner Tochter verraten hält, will sie zur Strafe ruhig mit untergehen lassen. Den Brandstiftern befiehlt er, sich zu verstecken. Doch Farnaspe lässt sich nicht aufhalten und dringt in den Palast ein. Osroa aber bekommt plötzlich Vatergefühle und ist sich nicht im Klaren, was er nun tun soll. Dann flieht er.
Nun kommen nacheinander Sabina und Aquilio mit Gefolge. Sie sucht ihren Verlobten, aber Aquilio kann auch nicht sagen, wo er sich befindet. Doch dann kommt Adriano selbst und fragt nach Emirena. Er befiehlt Aquilio, dafür zu sorgen, dass die Flammen nicht auf die noch unversehrten Teile des Palastes übergreifen. Sabina macht ihm Vorwürfe: Es solle sich um sich selbst kümmern und den Schuldigen suchen. Er aber vermutet Farnaspe als Brandstifter und geht, um nach seiner Geliebten zu suchen.
Sabina, die ihm folgen will, begegnet Emirena, die sich erkundigt, was geschehen ist. Sabina wirft ihr vor, dass sie die Ursache für diesen Brand sei und geht.
Dann wird Farnaspe von römischen Soldaten in Ketten herbeigeführt und ist glücklich, dass Emirena gerettet ist. Sie fragt ihn, ob er der Urheber der Flammen ist, was er verneinen kann. Er habe sie nur retten wollen, dafür wolle er jetzt gerne sterben. Er wundert sich, dass sie Mitleid zeigt und sie bekennt ihm nun, dass ihre ablehnenden Worte nicht aus ihrem Herzen kamen, sondern nur dazu dienten, um Adriano nicht zu verärgern, dessen Rache sie fürchten musste. Er sei immer noch ihre Liebe und Hoffnung. Er vergibt ihr und sie schwören sich erneut ihre Liebe bis zum Tode. Doch da er Gefangener ist, muss er nun mit den römischen Soldaten gehen.
Die zurückbleibende Emirena beklagt noch einmal ihr Schicksal.
x)

Zweiter Akt

Galerie in den Gemächern Adrianos
Aquilio führt Emirena herein und bittet, hier auf Adriano zu warten. Emirena bittet ihn noch, dem armen Farnaspe zu helfen. Er rät ihr, es mit Schmeicheleien bei Adriano zu versuchen. Doch sie macht sich keine Hoffnung, da wie sie gesteht., diesen nicht liebe. Er meint, das sie die Fähigkeit hätte, sich zu verstellen. In Liebende lasse sich leicht einschmeicheln. Als man jemanden kommen hört, geht er.
Es ist Sabina, die ihr vorwirft, hierher gekommen zu sein, um Adriano für den überstandenen Anschlag zu gratulieren. Emirena kann sie jedoch überzeugen, dass die Liebe nur einseitig von Adriano komme und ihr Qual um den geliebten Farnaspe bereite. Da verspricht Sabina, ihr zu helfen: Sie solle mit Farnaspe entfliehen. Sie möge am Morgen zu der großen Quelle im Palastgarten kommen. Dorthin werde sie Farnaspe bringen. Emirena bedankt sich und wünscht ihr viel Erfolg für die künftige Lenkung als künftige Kaiserin des römischen Reiches. Dann geht sie.
Sabrina hofft, wenn Emirena fern sein werde, dass Adriano zu ihr zurückkehre. Adriano kommt und – da er Emirena erwartet – spricht er Sabina mit diesem Namen an. Er erkennt seinen Fehler und will sofort wieder gehen. Doch Sabina hält ihn auf. Es kommt zum Gespräch, in dem er zugeben muss, Emirena zu lieben, aber doch sehr wankelmütig erscheint. Seine Ungerechtigkeit Sabina gegenüber bereut er innerlich, aber er weiß nicht, wie er die neue Liebe, die ihn überrumpelt habe, in sich abtöten könne. Sie schwört, dass sie ihm treu bleiben werde und er verspricht, zu ihr zurückzukehren.
Indessen ist Aquilio eingetreten und hat das Gespräch mitbekommen. Jetzt muss etwas unternommen werden! Er kündigt an, dass Emirena Adriano suche und nicht finden könne, doch er sagt, dass er sie nicht mehr sehen dürfe. Aquilio spricht ihn darauf an, dass auch diese eine Prinzessin sei und er wird wieder unschlüssig. Als Aquilio weiter in ihn dringt, entschließt er sich, Emirena ihr Schicksal selbst zu verkünden. Sabina fühlt sich erneut verraten und geht.
Adriano äußert Aquilio gegenüber, dass er wohl die Fehler anderer nicht korrigieren könnte, wenn er selbst schwach erscheine. Aber dieser spricht davon, dass jeder schuldig sei, wenn Liebe ein Verbrechen wäre. Adriano lehnt den Gedanken dennoch ab. Verwirrt zieht er sich zurück.
Aquilio entschließt sich, sachte vorzugehen und nichts zu übereilen Die Liebe Adrianos und der Zorn Sabinas werden sich im Lauf der Zeit zu seinen Gunsten auswirken.

Szenenwechsel: Im Palastgarten
Sehnsüchtig erwartet Emirena die Ankunft ihres geliebten Farnaspe. Endlich führt Sabina ihn herbei und mahnt die beiden, die sich freudig begrüßen, zur schnellen Flucht, beschreibt ihnen den Weg und wünscht ihnen viel Glück. Als Dank wünscht sie nur, dass sie ab und zu an sie denken mögen und nicht dasselbe Schicksal wie sie erleiden. Sie lässt die beiden allein.
Farnaspe kann sein Glück noch nicht fassen. Emirena hat nur noch einen Wunsch: Ihren Vater wiederzufinden. Farnaspe verspricht ihr, dabei zu helfen, aer jetzt ist es erst einmal Zeit, sich auf den Weg zu machen. Doch plötzlich hören sie Geräusche aus dem ihnen beschriebenen Fluchtweg. Farnaspe bittet sie, sich zu verstecken, während er zu den Waffen greift.
Osroa tritt in römischer Kleidung mit gezücktem Schwert aus dem von Sabina bezeichneten Weg hervor. Farnaspe spricht ihn an und er erzählt, dass er Adriano getötet habe. Ein Verräter, den er bestochen habe, habe ihm dem Weg verraten, auf dem dieser heimlich zu Emirena schleiche. Also habe er ihn dort in dieser Verkleidung erwartet. Da der Fluchtweg nun versperrt ist, will sich Farnaspe nach einem anderen Weg umsehen, während Osroa sich den Weg mit dem Schwert bahnen will. Farnaspe rät Osroa, sich zu verstecken.
Während Farnaspe nach einem Weg sucht, tritt Adriano mit Wachen aus dem ursprünglichen Fluchtweg hervor. Er befiehlt den Wächtern, dessen Flucht zu behindern und zeigt ihm – den er für den Attentäter hält – , dass sein Stoß ihn verfehlt habe. Dann lässt er ihn festnehmen. Da tritt Emirena hervor und erklärt Farnaspe für unschuldig. Der Attentäter – sie hat ihren Vater in der Verkleidung nicht erkannt – verstecke sich. Doch Farnaspe will die Schuld auf sich nehmen, was Emirena nicht versteht. Adriano wundert sich, dass sie diesen Mann verteidigt, den sie noch kürzlich nicht gekannt haben will. Sie aber führt Adriano und die Wachen zu dem richtigen Attentäter. Dieser tritt hervor und wirft seine Verkleidung ab. Emirena erkennt nun fassungslos ihren Vater. Osroa erklärt, dass er allein der Schuldige sei. Adriano, der ihm die Freundschaft Roms geboten hatte, wirft ihm Undankbarkeit vor. Doch Osroa zeigt keine Reue und steigert sich in immer neue Beleidigungen und Vorwürfe gegen Rom, bis Adriano schließlich Ihn, Emirena und Farnaspe festnehmen lässt und ihre getrennte Unterbringung anordnet, Dann geht er.
Emirena bittet ihren Vater um Vergebung, dass sie ihn verraten habe und er vergibt. Dann verabschiedet sie sich und geht mit einem Teil der Wächter ab.
Farnaspe würde alles geben, wenn er seinen König retten könnte. Osroa lehnt aber jede Hilfe ab. Er will sich bis zum Tode mutig und standhaft zeigen und so den Feind beschämen. Er geht mit einem weiteren Teil der Wächter ab. Farnaspe schildert wie groß sein Leid ist, auch wenn er nicht sterben sollte, und entfernt sich mit dem dritten Teil der Wächter.
x)

Dritter Akt

Ein Raum im Palast
Aquilio hat Sabina mitgeteilt, dass Adriano ihre Abreise befohlen habe. Als Grund nennt er ihr, der Kaiser habe erfahren, dass sie die Flucht Emirenas und Farnaspes ermöglicht habe. Sie erklärt, dass Mitleid und Liebe sie dazu bewegt hätten und will Adriano vor ihrer Abreise noch einmal sprechen. Doch Aquilio gibt vor, das habe der Kaiser verboten. Das Schiff stände schon bereit, sie solle sich beeilen, sonst sei sie verloren. Er werde zum Kaiser gehen und ihn zur Vernunft bringen. Sie trägt ihm auf, dem Kaiser zu sagen, dass sie fortgehe, ihn aber immer noch liebe, auch wenn er untreu sei. Sie geht.
Von Aquilio erfahren wir nun, dass
er den Plan geschmiedet hat. Es quält ihn zwar, dass sie fortgeht, aber wenn sie bliebe, würde er sie verlieren.
Als er gehen will, trifft er auf Adriano, der ihn fragt, was er erreicht habe,
um sie zu halten. Aquilio antwortet, das er nichts erreichen konnte. Sie sei entschlossen, fortzugehen, weil es ihrer Würde schade, hier zu bleiben. Da will Adriano selbst zu ihr gehen. Aber Aquilio schafft es, ihn von diesem Schritt abzuhalten. indem er ihm rät, sich mit Emirenas Vater zu verständigen. Wenn der zustimme und auf diese Weise sein Reich zurückerhalte, werde Emirena ihn lieben. Adriano hat Osroa bereits herbestellt. Er gerät wieder ins Schwanken zwischen Sabina und Emirena und schickt Aquilio, Osroa hereinzuholen.
Während Adriano sein Gewissen zu beruhigen versucht, führt Aquilio Osroa – noch in Fesseln – herein. Adriano trägt aein Anliegen vor und verspricht Osroa die Rückgabe seines Reiches. Osroa ist misstrauisch, aber Adriano gibt seine Schwäche für Emirena zu. So stimmt Osroa nach einigem Zögern scheinbar zu. Adriano schickt Aquilio, Emirena zu holen und dieser glaubt bereits, nun Sabrina gewonnen zu haben.
Doch als Emirena eintrifft, zeigt Osroa eine andere Seite: Er fordert Emirena auf, seine Rächerin bei Adriano, der sie wie eine Göttin verehre, zu sein. Adriano, der sich verspottet fühlt, entgegnet er, dass dessen Zorn seinen Triumph bedeute. Nachdem Adriano die Grausamkeit, die selbst ein wildes Tier nicht besitze, gerügt hat, entfernt er sich.
Nun bittet Osroa seine Tochter, ihn zu töten, um ihn vor dem römischen Tyrannen zu retten, und diesen für immer zu hassen. Aber Emirena lehnt das entschieden ab. Osroa ist enttäuscht und geht.
Dann kommt Farnaspe und bittet Emirena, zu Adriano zu eilen, um dafür zu sorgen, dass er seien Befehl, Osroa in Ketten durch Rom zu führen, widerrufe. Sie solle sich ihm als Braut anbieten, damit der Vater gerettet werde. Sie berichtet von dem Befehl, den der Vater ihr auferlegt habe. Er rät ihr, einem Befehl, der im Zorn erteilt wurde, nicht zu folgen. Er äußert zwar, wie es in seinen Herzen aussieht, sie zu verlieren. Doch was würde das Vaterland sagen, wenn sie ihn hätten retten können und es nicht getan haben. Er werde sie sein Leben lang im Herzen bewahren. Sie verabschiedet sich und geht.
Farnaspe schildert sein Leiden, aber er tröstet sich damit, dass wenigstens die Gründe dafür edel sind.

Szenenwechsel: Prächtiger Saal in Kaiserpalast mit Treppen, die zum Orontes1) hinabführen
Sabina mit Gefolge und Aquilio treten auf. Sabina rügt ihn, dass er mit ihr von Liebe spreche und weist auf den Standesunterschied hin. Er aber ist der Meinung, dass Liebe alles ausgleiche. Es entsteht ein Disput zwischen den beiden.
Als Sabina zum Schiff hinabsteigen will, erscheint Adriano mit Gefolge. Er fragt Sabina, warum sie gehen will. Sie entgegnet, dass er sie doch selbst vertrieben habe. Er stellt Aquilio zur Rede, der ihm berichtet hatte, dass sie freiwillig gehen wolle. Nun kommt die Intrige, die Aquilio geschmiedet hatte, heraus. Er muss gestehen, dass er Adrianos Rivale ist. Adriano lässt ihn entwaffnen und in Gewahrsam nehmen. Sabina verspricht er die Heirat. Sie zweifelt zwar noch daran, doch er erbittet sich nur eine kurze Zeit, bis er mit sich im Reinen ist.
Emirena und Farnaspe treten auf und bitten um Gnade für Osroa. Doch Adriano will nicht von seinem ursprünglichen Plan lassen. Da bietet Farnaspe ihm an, dass Emirena seine Braut werde, wenn er das wolle und ihren Vater freilasse. Erst nach Aufforderung Adrianos stimmt sie zu, kniet vor ihm nieder und fleht ihn an, den Vater freizulassen. Sabina sieht sich erneut betrogen. Doch Adriano ermahnt sie, er habe noch keine Entscheidung getroffen, sie solle ihn nicht vor der Tat bestrafen. Er hat Sabinas tiefe Liebe, die Großmütigkeit Farnaspes, der ihm die Braut zugunsten seines Königs überlassen will, die Bereitschaft Emirenas,sich für ihren Vater zu opfern, erkannt und überwindet seine Schwäche. Er gibt Farnaspe seine Braut zurück, „schenkt“ – wie er sagt – sich selbst Sabina und vergibt sogar Aquilio. Alle sind hocherfreut. Als Farnaspe darum bittet, auch Osroa herbeizuholen, lehnt Adriano ab. Er fürchtet, dass sein Anblick dem König nicht gefallen werde. Er lässt ihm aber bestellen, dass er ihm sein Reich wiedergebe und, falls er es wünsche, die Freundschaft anbiete. Emirena sagt er zu, dass er ihr alles gewähren werde, worum sie bitte, sie möge aber umgehend aus seinem Blickfeld gehen, denn der Friede seines Herzens sei noch kaum gesichert. Sie, Farnaspe und ihr Vater sollen seine Wahnvorstellungen vergessen. Er sagt Lebewohl und alle verschwinden, nur der Chor beendet den Akt mit einem Loblied auf den Herrscher und den glücklichen Tag.
x)

1) Fluss durch Antiochia
x) Am Schluss jeden Aktes steht ein Tanz; nach Ak1 der der Sprengmeister, nach Akt 2 der der Tierpfleger, nach Akt 3 der der Sklaven und römischen Krieger

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Die Oper ist die älteste bekannte Vertonung des Librettos von Metastasio. Diese wurde im 18. und 19. Jahrhundert noch von zahlreichen Komponisten z.T. in abgeänderter Fassung, vertont .
Die Inhaltsangabe ist nach dem Libretto zu der Oper von Caldera entstanden.
Gesamtaufnahmen auf CD oder DVD habe ich nicht gefunden. Auf youtube gibt es bisher lediglich zwei Ausschnitte zu hören.

Gestaltung Agentur kuh vadis