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Antonio Caldara (1670 -1736) Opera seria in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Aulis 1), mythische Zeit Erster Akt Hafen von Aulis mit Schiffen Szenenwechsel: Hof vor dem Palast von Aulis. Morgendämmerung. Zweiter Akt Gemüsegarten im königlichen Park Dritter Akt Königlicher Saal Szenenwechsel: Im heiligen Wald der Göttin Diana Szenenwechsel:Platz vor dem Tempel 1) Hafenstadt in Böotien (Landschaft in Griechenland) x) Am Ende jeden Aktes steht ein Tanz: Nach dem 1. Akt der Tanz der Brautjungfer, nach dem 2. der Tanz der Gärtner, nach dem 3. der Tanz der Seeleute © Gerhard Wischniewski Antonio Caldara (1670 -1736) Opera seria in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Aulis 1), mythische Zeit Erster Akt Hafen von Aulis mit Schiffen Szenenwechsel: Hof vor dem Palast von Aulis. Morgendämmerung. Zweiter Akt Gemüsegarten im königlichen Park Dritter Akt Königlicher Saal Szenenwechsel: Im heiligen Wald der Göttin Diana Szenenwechsel:Platz vor dem Tempel 1) Hafenstadt in Böotien (Landschaft in Griechenland) x) Am Ende jeden Aktes steht ein Tanz: Nach dem 1. Akt der Tanz der Brautjungfer, nach dem 2. der Tanz der Gärtner, nach dem 3. der Tanz der Seeleute © Gerhard Wischniewski Informationen zum Werk
Informationen zum Werk
CALDARA, Antonio: IPHIGENIE IN AULIS
IFIGENIA IN AULIDE
(Iphigenie in Aulis)
Libretto: Apostolo Zeno
Uraufführung: 1718 am Hoftheater in Wien
Originalsprache Italienisch
Agamemnon, König von Mykene (Tenor)
Klytemnestra, seine Frau (Sopran)
Iphigenie; ihre Tochter (Sopran)
Achilles; Prinz von Thessalien, Geliebter Iphigenies (Tenor)
Elisena, Prinzessin aus Lesbos, verliebt in Achilles (Sopran)
Odysseus; König von Ithaka (Tenor)
Teukros, griechischer Hauptmann, verliebt in Elisena (Alt)
Arcade, vertrauter Agamennons (Bass)
Pagen von Iphigenie, Klytemnestra und Elisena, Gefolge von Agamemnon, Achilles, Odysseus und Teukros, Griechen, Sklaven von Elisena
Teukros kommt mit seinen Griechen und erkennt,das Schiff von Achilles. Kurz darauf landet dieser und Achilles steigt mit seinen Soldaten aus. Er ist voller Tatendrang, aber Teukros erklärt ihm, dass die Winde immer noch verstummt sind und die Weiterfdahrt nach Troja behinderten. Achilles will Helena retten und Paris bestrafen. Wir erfahren auch, dass Teukros Elisena und Achilles Iphigenie liebt. Teukros erzählt ihm, dass Iphigenie Achilles als Preis für seine Taten versprochen sei. Als sie Elisena kommen sehen, entfernt sich Achilles, der die Botschaft Teukros noch nicht so recht glauben kann, aber dennoch hocherfreut ist, mit seinen Soldaten.
Elisena, die von Achilles aus Lesbos entführt wurde, fühlt sich wie eine Dienerin. Sie weiß, dass sie aus königlichem Blut ist, doch kennt sie nicht ihre Abstammung. Sie ist sich auch bewusst, dass Elisena nicht ihr ursprünglicher Name ist, den sie aber nicht kennt. Teukros meint, dass der Priester Kalchas, der sich in Aulis aufhält, ihren Namen kenne. Doch sie fürchtet sich davor, denn ihr ist geweissagt worden, dass der Tag, an dem das Geheimnis ihres Daseins enthüllt werde, ihr letzter sein werde. Teukros gesteht ihr seine Liebe, doch sie erwidert, dass sie Achilles verehre. Aber dieser als Ehemann würde ihren Tod bedeuten. Teukros versucht sie zu trösten: Iphigenie werde dessen Ehefrau und die Hochzeit solle am nächsten Tag stattfinden. Da will Elisena nichts mehr hören. Teukros zeigt Verständnis und entfernt sich mit seinen Griechen.
Eilsena ist erbost. Sie soll Achilles‘ Hochzeit mit einer Rivalin ansehen? Da werde sie sich doch eher vor dem Altar das Leben nehmen. Dann geht sie.
Arcade, der Vertraute des Königs, fragt Agamemnon, warum er sofrüh schon wache und seufze. Da erzählt ihm dieser, dass Kalchas bestätigt habe, das Orakel habe zwar den Untergang Trojas vorausgesagt, aber die Winde, die jetzt schon drei Monate ihrer Weiterfahrt entgegenstehen, nur dann wieder günstig sein werden, wenn eine königliche Jungfrau geopfert werde, deren Namen Iphigenie sei. Die Tochter Agamemnons aber heißt Iphigenie. Zwar habe er vor Verzweiflung die Königswürde niederlegen wollen, aber Odysseus habe ihn schließlich überzeugt, dass er das Gelübde, sie zu opfern, abgelegt habe. Nun habe er seiner Frau geschrieben,und sie unter dem Vorwand, Iphigenie mit Achilles zu verheiraten, nach Aulis gelockt. Da aber Achilles wider Erwarten schon eingetroffen sei, habe er nun seiner Frau Klytemnestra erneut geschrieben, Achilles wolle die Hochzeit auf einen günstigeren Zeitpunkt verlegen. Arcade solle ihnen entgegeneilen und sie nach Argos2) zurückzusenden. Arcade geht.
Achilles kommt und berichtet Agamemnon, Troja könne nun nicht mehr auf die Hilfe Lesbos‘ rechnen. Agamemnon lobt ihn für die schnellen Siege. Achilles freut sich auf das Wiedersehen mit Iphigenie. Agamemnon aber ist der Meinung, dass sie noch in Argos sei. Dorthin will er mit Achilles zurückkehren. Doch Achilles will erst nach Argos zurückkehren, wenn Troja zerstört sei, und will so neueEhre erringen, um Iphigenies würdig zu sein. Er geht.
Arcade kehrt mit Odysseus zurück. Er wirft ihm vor, das königliche Schreiben an sich gerissen zu haben. Odysseus der Ansicht, dass es Griechenland und dem König Schande bringe. Arcade berichtet Agamemnon davon und erwartet, dass dieser die Beleidigung räche.
Im folgenden Gespräch will Odysseus Agamemnon mit allen möglichen Argumenten zu erpressen versuchen. Doch Agamemnon geht nicht darauf ein. Er will seine Tochter nicht für Helena opfern
Als er gerade gehen will, trifft er auf Teukros, der meldet, dass Klytemnestra und Iphigenie soeben eingetroffen seien, und von allen jubelnd in Empfang genommen wurden. Agamennon erschrickt und sieht nun keinen Ausweg mehr. Teukros wundert sich, dass Agamennon bedrückt ist und seufzt, dann geht er.
Agamemnon beklagt sein Schicksal und fürchtet sich vor der Begegnung mit Frau und Tochter. Doch Odysseus mahnt ihn erneut an sein Gelübde. Agamemnon entschließt sich widerwillig, dieses zu halten und bittet Odysseus, dafür zu sorgen, dass alle seiner Frau und Tochter gegenüber schweigen. Odysseus ist überzeugt, dass nun bald die Winde günstig sein werden und Troja untergehen werde. Er geht.
Klytemnestra und Iphigenie treten auf. Agamemnon begrüßt sie und erklärt seine Tränen mit übermäßiger Freude. Doch sie bemerken, dass etwas mit ihm nicht stimmt und er muss zugeben, dass er unglücklich ist. Mit verschleierten Worten deutet er den beiden an, dass Iphigenie künftig an einem anderen Ort leben müsse und dass vor dem Aufbruch nach Troja ein Opfer gebracht werden müsse. Als Iphigenie das Opfer zum Altar begleiten möchte, will er nichts Weiteres sagen und geht.
Die beiden Frauen rätseln nun, warum Agamemnon so verändert ist und vermuten, dass ihm die bevorstehende Hochzeit seiner Tochzter Kummer bereite. Klytemnestra will Näheres zu erfahren versuchen, bittet ihre Tochter, sie im königlichen Palsat zu erwarten und entfernt sich.
Iphigenie denkt über ihre Liebe zu Achilles nach. Wenn ihre Liebe nicht so glühend wäre, würde sie niemand von ihren Eltern trennen. Doch sie will ihrem geliebten Bräutigam gehören. x)
Iphigenie trifft Elisena. Sie zeigt eine gewisse Eifersucht auf sie und fühlt sich von Achilles vernachlässigt.
Klytemnestra kommt. Sie kündigt Iphigenie an, dass sie beide bald nach Argos zurückkehren werden. Achilles wolle erst Troja erobern. Danach erst werde er Iphigenie heiraten. Sie schürt Iphigenies Eifersucht, während Elisena, die sich in Achilles verliebt hat, neue Chancen für sich sieht. Iphigenie fragt, warum der Vater, wenn er von diesem Verrat wusste, sie überhaupt nach Aulis bestellt habe. Klytemnestra, die inzwischen von dem Brief erfahren hat, erzählt ihr, dass der Vater sie zurückhalten wollte, was ihm nicht gelungen sei. Sie, die an die Untreue Achilles glaubt, fordert ihre Tochter auf, alles für die Abreise vorzubereiten. Der Vater verlange es. Dann geht sie ab.
Iphigenie fühlt sich verspottet und elend. Elisena tut so, als ob sie sie bedauere. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Jungfrauen.
Achilles kommt hinzu. Er, der über Iphigenies Ankunft nicht unterrichtet ist, wundert sich, dass sie hier ist. Aber sie beschimpft ihn sofort als Verräter, kündigt ihre Abreise an und verschwindet.
Achilles weiß nicht, wie ihm geschehen ist. Er vermutet, dass Eilisena Zwietracht zwischen ihnen gesät hat, macht ihr Vorwürfe und bekennt damit seine Liebe zu Iphigenie. Er entfernt sich.
Elisena möchte am liebsten sterben. Sie verspricht Teukros, der hinzukommt, die Seine zu werden unter der Voraussetzung, dass er den Grund des Streits zwischen Achilles und Iphigenie ergründe. Es gebe da ein Geheimnis, denn Achilles leidet, Agamemnon ist betrübt, Iphigenie enttäuscht und Klytemnestra dränge zur Rückkehr nach Argos. Er solle versuchen, die Wahrheit zu erfahren. Sie geht.
Teukros ist in der Rolle nicht glücklich. Aber was tut man nicht alles, um die Zuneigung und Liebe einer Frau zu erhalten?
Nachdem er abgegangen ist, erleben wir, wie Odysseus Agamemnon berichtet, dass alles für das Opfer vorbereitet sei. Er wirft ihm Schwäche vor. Er solle nun endlich standhaft sein und versuchen, mit List die Tochter von der Mutter, die sie gerade kommen sehen, zu trennen. Odysseus entfernt sich.
Klytemnestra berichtet, dass sie vor lauter Schande und Schmerz mit Iphigenie den Rückweg nach Argos angetreten hätten, aber von Achilles aufgehalten worden seien. Er verlange, dass die Hochzeit noch heute stattfinden solle. Sie fordert Agamemnon auf, nun endlich seine Zustimmung dazu zu geben. Sie freut sich schon auf die Hochzeit, doch Agamemnon fordert sie auf, allein nach Argos zurückzukehren, er werde sich selbst um die Hochzeit kümmern. Da seine Bitte nicht fruchtet, befiehlt er ihr nun Gehorsam und geht.
Klytemnestra versteht das tyrannische Verhalten ihres Mannes nicht. Iphigenie tritt fröhlich auf: Sie habe nun von der Treue Achilles‘ erfahren. Die Mutter verkündet, dass noch heute der Ehebund geschlossen werde.
Auch Achilles kommt mit der (vermeintlich) frohen Botschaft, dass Agamemnon ihn in die Arme genommen habe und dann zum Tempel geeilt sei.
Arcade eilt herbei. Ihm ist von Agamemnon befohlen worden, Iphigenie zu holen, denn sie solle geopfert werden. So erfahren die drei erstmals, was hinter dem Verhalten des Vaters steckt. Arcade erklärt, dass er bisher aus Rücksicht geschwiegen habe, dass aber nun, nachdem alles zur Opferung vorbereitet sei, sein Gewissen ihn zu sprechen zwinge. Den dreien, die den Wahsinn nicht verstehen, erklärt er, dass hier der Priester Kalchas das Orakel nach seinemn Willen ausgelegt habe. Er fordert Achilles auf, das Geschehen mutig aufzuhalten und geht.
Klytemnestra fällt Achilles zu Füßen und fleht ihn an, ihre Tochter, seine Braut, zu verteidigen. Sie will zum Tempel eilen: Entweder suche Kalchas ein anderes Opfer oder sie werde sich noch vor ihrer Tochter selbst töten. Sie eilt davon.
Achilles will aber nicht nur Iphigenie verteidigen, sondern auch Agamemnon für die Grausamkeit, der Opferung seiner Tochter zuzustimmen, bestrafen. Iphigenie hält ihn auf, indem sie ihren Vater verteidigt, der aus Zwang durch ein höheres Gesetz, als er es geben kann, handele. Sie droht ihm, wenn er diesen Schritt unternehme, werde sie ihn verabscheuen.
Klytemnestra kehrt zurück. Sie ist im Tempel nicht vorgelassen worden. Iphigenie bemüht sich noch erneut, Achilles zurückzuhalten. Sie möchte es noch einmal mit ihren Tränen und dem Klagen ihrer Mutter bei Agamemnon versuchen. Achilles stimmt schließlich zu, erklärt aber – egal wie es komme – wenn es um Iphigenies Leben ginge, werde er wie ein Löwe kämpfen. Dann lässt er die Frauen allein, die noch einmal Hoffnung äußern. x)
Teukros erzählt Elisena, dass er von Odysseus das Geheimnis erfahren habe, Diese freut sich, dass die „hochmütige“ Iphigenie nun endlich geopfert werde, doch sie fürchtet noch immer, dass Achilles diese beschützen werde. Sie will nun in das Lager der Griechen gehen und vor allen das bisher verschwiegene Geheimnis ausbreiten. Teukros will ihr abraten aber ihre Wut treibt sie. Da ist er bereit, mit ihrer Zustimmung zu seiner Liebe zu warten, bis sich die Wogen geglättet haben und entfernt sich
In einer Arie schildert Elisena ihren Hass und ihre Verachtung Iphigenies. Danach geht sie ebenfalls.
Agamemnon und Klytemnestra kommen von verschiedenen Seiten. Sie erfährt von ihrem Gatten, der immer noch nicht weiß, dass sie das Geheimnis kennt, alles sei vorbereitet. Iphigenie tritt ein. An dem Verhalten der beiden Frauen erkennt Agamemnon, dass sie die Wahrheit wissen. Er ist erschüttert, aber Iphigenie erklärt sich zum Opfer bereit. Doch sie steigert seine Verzweiflung, indem sie seine frühere Vaterliebe erinnert und dass sie sich eine andere Hochzeit vorgestellt habe. Er solle Mitleid mit der armen Mutter zeigen und auch sich selbst bemitleiden. Agamemnon würde, wenn er könnte, sein Leben für das seiner Tochter geben. Aber da die Götter unerbittlich seien, verabschiedet er sie zum Gang in den Tod. Iphigenie geht, mit der Bitte, er solle seinem Leid Frieden schenken und mit mit der Gewissheit, dass sie unschuldig sterbe.
Es folgt eine längere Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten, in der Klytemnestra Agamemnon bittere Vorwürfe macht und ihn zum Mörder seiner Tochter erklärt. Dann geht sie ab.
Agamemnon klagt noch einmal sein Leid. Dann lässt er Arcade rufen. Er trägt ihm auf, auf einem weniger bekannten Weg Mutter und Tochter nach Argos zurückzubringen. Arcade beeilt sich, dem Willen des Königs nachzukommen.
Agamemnon hofft nun, dass er sein Herz für kurze Zeit beruhigen könne.
Teukros klagt vor Soldaten, dass alles in Aufruhr sei. Elisena eile von Zelt zu Zelt und berichte von Iphigenies Schicksal und ihrer Flucht. Kalchas schreie, Odysseus sei in Alarmbereitschaft und alle Wege aus Aulis seien gesperrt. Er müsse die Fliehenden abfangen und könne sie nicht retten.
Tatsächlich tauchen die Frauen mit Arcade auf und glauben, im Schutz des Waldes zu entkommen. Da sehen sie, dass sie von Soldaten umringt sind. Teukros tritt vor: Er selbst sei unglücklich darüber, aber er müsse sie zurückführen. Achilles, der sich für sie eingesetzt habe, laufe Gefahr, gesteinigt und getötet zu werden.
Nun tritt auch Elisena auf. Sie bekennt sich als die Urheberin des Aufruhrs und verspottet Iphigenie, ihr könne nun nichts mehr helfen. Als auch Odysseus mit seinen Kriegern anrückt, kann Teukros den Anblick nicht mehr ertragen und entfernt sich mit seinen Soldaten. Klytemnestra schickt Arcade, Achilles aufzusuchen.
Odysseus erklärt, dass er die Aufgabe übernommen habe, Iphigenie in den Tempel zu bringen. Er habe zwar Mitleid, aber alle Grichen verlangen es, weil es der Befehl der Götter sei.
Schließlich erscheint auch Achilles mit seinem Gefolge. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen ihm und Odysseus. Alle greifen zu den Waffen. Elisena zieht sich zurück, um den Streit zu beobachten. Da mischt sich Iphigenie ein und fordert den Einhalt des Streites. Da es um die Zerstörung Troja ginge, was nur durch ihren Tod geschehen könne, und ganz Griechenland die Augen auf sie richte, sei sie nicht zu feige, in den Tod zu gehen. Sie sei die Tochter des Vaterlandes. Odysseus bewundert ihre Standhaftigkeit. Aber Achilles erhebt Einspruch. Er wolle für sie sterben. Doch Iphigenie fordert ihn auf, weiter zu leben und zu kämpfen. Sie richtet sogar als letzte Bitte an ihn, Elisena freizulassen und ihr ihr Königreich wiederzugeben. Achilles will das nicht annehmen. Er werde ihr zum Tempel vorausgehen. Entweder werde der Himmel oder er sie dem Tode entreißen. Ansonsten werden sie beide fallen. Er geht mit seinem Gefolge und auch Elisena verschwindet.
Iphigenie fürchtet, dass Achilles zu Tode kommen werde, Odysseus beruhigt sie. Der Tempel wird von starken Männern bewacht und Achilles werde nicht hineingelassen. In ihm werde sie weiterleben. Dann versucht Iphigenie ihre weinende Mutter zu trösten. Bevor sie zur Opferung geht, fleht sie Klytemnestra an, ihr nicht zu folgen und dem Vater zu vergeben. Dann entfernt sie sich:
Klytemnestra fällt in Ohmacht. Odysseus fängt sie auf und lehnt sie an einen Baum, wobei auch er sich fragt, ob Helena und Troja wirklich soviel wert sind. Dann geht er.
Die erwachende Klytemnestra sucht ihre Tochter und glaubt, dass sie schon geopfert wurde. Sie klagt noch einmal ihr Leid und möchte am liebsten sterben, denn ihr Schmerz erscheint ihr schlimmer als der Tod.
Elisena bereut Teukros gegenüber die spöttischen Worte, die sie Iphigenie gegenüber gebraucht habe und zeigt nun Mitleid. Ihr innerer Schmerz treibe sie zum Altar, wo die Götter vielleicht ihrem Leiden ein Ende setzen könnten. Doch sie hat eine gewisse Furcht und weiß nicht, warum. Sie verschwindet.
Klytemnestra erscheint. Sie wünscht sich, dass nach dem schrecklichen Opfer alle Elemente sich gegen die Weiterfahrt der Griechen wenden.
Arcade kommt und berichtet, dass Achilles mit seinem Gefolge die Wächter vertrieben und am Altar für Iphigenie kämpfe. Das Opfer sei unterbrochen. Kalchas zittere die Axt. Er könne nicht zuschlagen. Er fordert die Königin auf, in denTempel zu gehen und ihre Tochter aus den Händen Achilles‘ entgegen zu nehmen.
In diesem Augenblick tritt jedoch Odysseus aus dem Tempel und verkündet, dass ihre Tochter lebe und Iphigenie habe durch ihren Tod die Götter versöhnt. Um den Widerspruch aufzuklären, erzählt Odysseus, dass plötzlich Elisena im Tempel erschienen sei. Sofort habe Kalchas die Opferung ausgesetzt und verkündet, hier komme eine andere Iphigenie. Sie sei die Tochter Helenas, die jetzt in Troja weile, aus einer heimlichen Ehe mit Theuseus. Die Mutter habe sie damals Iphigenie genannt. Er war Zeuge und er habe sofort vorausgesehen, dass sie umkommen müsse, wenn ihr Name und Schicksal bekannt würde. So wuchs sie unter einem anderen Namen auf. Sie sei also Iphigenie, die vom Himmel angefordert würde. Kalchas habe schon die Hand nach ihr ausgestreckt. Doch sie wies ihn ab, rannte zum Altar und habe sich selbst getötet. Odysseus stellt fest, dass die Winde zu wehen beginnen und das Meer sich bewegt. Der Tempel öffnet sich. Iphigenie eilt in die Arme ihrer Mutter.Der Chor ruft zur Fahrt nach Troja auf. X)
2) Stadt in Grioechenland, Mittelpunkt der mykenischne Kultur
IFIGENIA IN AULIDE
(Iphigenie in Aulis)
Libretto: Apostolo Zeno
Uraufführung: 1718 am Hoftheater in Wien
Originalsprache Italienisch
Agamemnon, König von Mykene (Tenor)
Klytemnestra, seine Frau (Sopran)
Iphigenie; ihre Tochter (Sopran)
Achilles; Prinz von Thessalien, Geliebter Iphigenies (Tenor)
Elisena, Prinzessin aus Lesbos, verliebt in Achilles (Sopran)
Odysseus; König von Ithaka (Tenor)
Teukros, griechischer Hauptmann, verliebt in Elisena (Alt)
Arcade, vertrauter Agamennons (Bass)
Pagen von Iphigenie, Klytemnestra und Elisena, Gefolge von Agamemnon, Achilles, Odysseus und Teukros, Griechen, Sklaven von Elisena
Teukros kommt mit seinen Griechen und erkennt,das Schiff von Achilles. Kurz darauf landet dieser und Achilles steigt mit seinen Soldaten aus. Er ist voller Tatendrang, aber Teukros erklärt ihm, dass die Winde immer noch verstummt sind und die Weiterfdahrt nach Troja behinderten. Achilles will Helena retten und Paris bestrafen. Wir erfahren auch, dass Teukros Elisena und Achilles Iphigenie liebt. Teukros erzählt ihm, dass Iphigenie Achilles als Preis für seine Taten versprochen sei. Als sie Elisena kommen sehen, entfernt sich Achilles, der die Botschaft Teukros noch nicht so recht glauben kann, aber dennoch hocherfreut ist, mit seinen Soldaten.
Elisena, die von Achilles aus Lesbos entführt wurde, fühlt sich wie eine Dienerin. Sie weiß, dass sie aus königlichem Blut ist, doch kennt sie nicht ihre Abstammung. Sie ist sich auch bewusst, dass Elisena nicht ihr ursprünglicher Name ist, den sie aber nicht kennt. Teukros meint, dass der Priester Kalchas, der sich in Aulis aufhält, ihren Namen kenne. Doch sie fürchtet sich davor, denn ihr ist geweissagt worden, dass der Tag, an dem das Geheimnis ihres Daseins enthüllt werde, ihr letzter sein werde. Teukros gesteht ihr seine Liebe, doch sie erwidert, dass sie Achilles verehre. Aber dieser als Ehemann würde ihren Tod bedeuten. Teukros versucht sie zu trösten: Iphigenie werde dessen Ehefrau und die Hochzeit solle am nächsten Tag stattfinden. Da will Elisena nichts mehr hören. Teukros zeigt Verständnis und entfernt sich mit seinen Griechen.
Eilsena ist erbost. Sie soll Achilles‘ Hochzeit mit einer Rivalin ansehen? Da werde sie sich doch eher vor dem Altar das Leben nehmen. Dann geht sie.
Arcade, der Vertraute des Königs, fragt Agamemnon, warum er sofrüh schon wache und seufze. Da erzählt ihm dieser, dass Kalchas bestätigt habe, das Orakel habe zwar den Untergang Trojas vorausgesagt, aber die Winde, die jetzt schon drei Monate ihrer Weiterfahrt entgegenstehen, nur dann wieder günstig sein werden, wenn eine königliche Jungfrau geopfert werde, deren Namen Iphigenie sei. Die Tochter Agamemnons aber heißt Iphigenie. Zwar habe er vor Verzweiflung die Königswürde niederlegen wollen, aber Odysseus habe ihn schließlich überzeugt, dass er das Gelübde, sie zu opfern, abgelegt habe. Nun habe er seiner Frau geschrieben,und sie unter dem Vorwand, Iphigenie mit Achilles zu verheiraten, nach Aulis gelockt. Da aber Achilles wider Erwarten schon eingetroffen sei, habe er nun seiner Frau Klytemnestra erneut geschrieben, Achilles wolle die Hochzeit auf einen günstigeren Zeitpunkt verlegen. Arcade solle ihnen entgegeneilen und sie nach Argos2) zurückzusenden. Arcade geht.
Achilles kommt und berichtet Agamemnon, Troja könne nun nicht mehr auf die Hilfe Lesbos‘ rechnen. Agamemnon lobt ihn für die schnellen Siege. Achilles freut sich auf das Wiedersehen mit Iphigenie. Agamemnon aber ist der Meinung, dass sie noch in Argos sei. Dorthin will er mit Achilles zurückkehren. Doch Achilles will erst nach Argos zurückkehren, wenn Troja zerstört sei, und will so neueEhre erringen, um Iphigenies würdig zu sein. Er geht.
Arcade kehrt mit Odysseus zurück. Er wirft ihm vor, das königliche Schreiben an sich gerissen zu haben. Odysseus der Ansicht, dass es Griechenland und dem König Schande bringe. Arcade berichtet Agamemnon davon und erwartet, dass dieser die Beleidigung räche.
Im folgenden Gespräch will Odysseus Agamemnon mit allen möglichen Argumenten zu erpressen versuchen. Doch Agamemnon geht nicht darauf ein. Er will seine Tochter nicht für Helena opfern
Als er gerade gehen will, trifft er auf Teukros, der meldet, dass Klytemnestra und Iphigenie soeben eingetroffen seien, und von allen jubelnd in Empfang genommen wurden. Agamennon erschrickt und sieht nun keinen Ausweg mehr. Teukros wundert sich, dass Agamennon bedrückt ist und seufzt, dann geht er.
Agamemnon beklagt sein Schicksal und fürchtet sich vor der Begegnung mit Frau und Tochter. Doch Odysseus mahnt ihn erneut an sein Gelübde. Agamemnon entschließt sich widerwillig, dieses zu halten und bittet Odysseus, dafür zu sorgen, dass alle seiner Frau und Tochter gegenüber schweigen. Odysseus ist überzeugt, dass nun bald die Winde günstig sein werden und Troja untergehen werde. Er geht.
Klytemnestra und Iphigenie treten auf. Agamemnon begrüßt sie und erklärt seine Tränen mit übermäßiger Freude. Doch sie bemerken, dass etwas mit ihm nicht stimmt und er muss zugeben, dass er unglücklich ist. Mit verschleierten Worten deutet er den beiden an, dass Iphigenie künftig an einem anderen Ort leben müsse und dass vor dem Aufbruch nach Troja ein Opfer gebracht werden müsse. Als Iphigenie das Opfer zum Altar begleiten möchte, will er nichts Weiteres sagen und geht.
Die beiden Frauen rätseln nun, warum Agamemnon so verändert ist und vermuten, dass ihm die bevorstehende Hochzeit seiner Tochzter Kummer bereite. Klytemnestra will Näheres zu erfahren versuchen, bittet ihre Tochter, sie im königlichen Palsat zu erwarten und entfernt sich.
Iphigenie denkt über ihre Liebe zu Achilles nach. Wenn ihre Liebe nicht so glühend wäre, würde sie niemand von ihren Eltern trennen. Doch sie will ihrem geliebten Bräutigam gehören. x)
Iphigenie trifft Elisena. Sie zeigt eine gewisse Eifersucht auf sie und fühlt sich von Achilles vernachlässigt.
Klytemnestra kommt. Sie kündigt Iphigenie an, dass sie beide bald nach Argos zurückkehren werden. Achilles wolle erst Troja erobern. Danach erst werde er Iphigenie heiraten. Sie schürt Iphigenies Eifersucht, während Elisena, die sich in Achilles verliebt hat, neue Chancen für sich sieht. Iphigenie fragt, warum der Vater, wenn er von diesem Verrat wusste, sie überhaupt nach Aulis bestellt habe. Klytemnestra, die inzwischen von dem Brief erfahren hat, erzählt ihr, dass der Vater sie zurückhalten wollte, was ihm nicht gelungen sei. Sie, die an die Untreue Achilles glaubt, fordert ihre Tochter auf, alles für die Abreise vorzubereiten. Der Vater verlange es. Dann geht sie ab.
Iphigenie fühlt sich verspottet und elend. Elisena tut so, als ob sie sie bedauere. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Jungfrauen.
Achilles kommt hinzu. Er, der über Iphigenies Ankunft nicht unterrichtet ist, wundert sich, dass sie hier ist. Aber sie beschimpft ihn sofort als Verräter, kündigt ihre Abreise an und verschwindet.
Achilles weiß nicht, wie ihm geschehen ist. Er vermutet, dass Eilisena Zwietracht zwischen ihnen gesät hat, macht ihr Vorwürfe und bekennt damit seine Liebe zu Iphigenie. Er entfernt sich.
Elisena möchte am liebsten sterben. Sie verspricht Teukros, der hinzukommt, die Seine zu werden unter der Voraussetzung, dass er den Grund des Streits zwischen Achilles und Iphigenie ergründe. Es gebe da ein Geheimnis, denn Achilles leidet, Agamemnon ist betrübt, Iphigenie enttäuscht und Klytemnestra dränge zur Rückkehr nach Argos. Er solle versuchen, die Wahrheit zu erfahren. Sie geht.
Teukros ist in der Rolle nicht glücklich. Aber was tut man nicht alles, um die Zuneigung und Liebe einer Frau zu erhalten?
Nachdem er abgegangen ist, erleben wir, wie Odysseus Agamemnon berichtet, dass alles für das Opfer vorbereitet sei. Er wirft ihm Schwäche vor. Er solle nun endlich standhaft sein und versuchen, mit List die Tochter von der Mutter, die sie gerade kommen sehen, zu trennen. Odysseus entfernt sich.
Klytemnestra berichtet, dass sie vor lauter Schande und Schmerz mit Iphigenie den Rückweg nach Argos angetreten hätten, aber von Achilles aufgehalten worden seien. Er verlange, dass die Hochzeit noch heute stattfinden solle. Sie fordert Agamemnon auf, nun endlich seine Zustimmung dazu zu geben. Sie freut sich schon auf die Hochzeit, doch Agamemnon fordert sie auf, allein nach Argos zurückzukehren, er werde sich selbst um die Hochzeit kümmern. Da seine Bitte nicht fruchtet, befiehlt er ihr nun Gehorsam und geht.
Klytemnestra versteht das tyrannische Verhalten ihres Mannes nicht. Iphigenie tritt fröhlich auf: Sie habe nun von der Treue Achilles‘ erfahren. Die Mutter verkündet, dass noch heute der Ehebund geschlossen werde.
Auch Achilles kommt mit der (vermeintlich) frohen Botschaft, dass Agamemnon ihn in die Arme genommen habe und dann zum Tempel geeilt sei.
Arcade eilt herbei. Ihm ist von Agamemnon befohlen worden, Iphigenie zu holen, denn sie solle geopfert werden. So erfahren die drei erstmals, was hinter dem Verhalten des Vaters steckt. Arcade erklärt, dass er bisher aus Rücksicht geschwiegen habe, dass aber nun, nachdem alles zur Opferung vorbereitet sei, sein Gewissen ihn zu sprechen zwinge. Den dreien, die den Wahsinn nicht verstehen, erklärt er, dass hier der Priester Kalchas das Orakel nach seinemn Willen ausgelegt habe. Er fordert Achilles auf, das Geschehen mutig aufzuhalten und geht.
Klytemnestra fällt Achilles zu Füßen und fleht ihn an, ihre Tochter, seine Braut, zu verteidigen. Sie will zum Tempel eilen: Entweder suche Kalchas ein anderes Opfer oder sie werde sich noch vor ihrer Tochter selbst töten. Sie eilt davon.
Achilles will aber nicht nur Iphigenie verteidigen, sondern auch Agamemnon für die Grausamkeit, der Opferung seiner Tochter zuzustimmen, bestrafen. Iphigenie hält ihn auf, indem sie ihren Vater verteidigt, der aus Zwang durch ein höheres Gesetz, als er es geben kann, handele. Sie droht ihm, wenn er diesen Schritt unternehme, werde sie ihn verabscheuen.
Klytemnestra kehrt zurück. Sie ist im Tempel nicht vorgelassen worden. Iphigenie bemüht sich noch erneut, Achilles zurückzuhalten. Sie möchte es noch einmal mit ihren Tränen und dem Klagen ihrer Mutter bei Agamemnon versuchen. Achilles stimmt schließlich zu, erklärt aber – egal wie es komme – wenn es um Iphigenies Leben ginge, werde er wie ein Löwe kämpfen. Dann lässt er die Frauen allein, die noch einmal Hoffnung äußern. x)
Teukros erzählt Elisena, dass er von Odysseus das Geheimnis erfahren habe, Diese freut sich, dass die „hochmütige“ Iphigenie nun endlich geopfert werde, doch sie fürchtet noch immer, dass Achilles diese beschützen werde. Sie will nun in das Lager der Griechen gehen und vor allen das bisher verschwiegene Geheimnis ausbreiten. Teukros will ihr abraten aber ihre Wut treibt sie. Da ist er bereit, mit ihrer Zustimmung zu seiner Liebe zu warten, bis sich die Wogen geglättet haben und entfernt sich
In einer Arie schildert Elisena ihren Hass und ihre Verachtung Iphigenies. Danach geht sie ebenfalls.
Agamemnon und Klytemnestra kommen von verschiedenen Seiten. Sie erfährt von ihrem Gatten, der immer noch nicht weiß, dass sie das Geheimnis kennt, alles sei vorbereitet. Iphigenie tritt ein. An dem Verhalten der beiden Frauen erkennt Agamemnon, dass sie die Wahrheit wissen. Er ist erschüttert, aber Iphigenie erklärt sich zum Opfer bereit. Doch sie steigert seine Verzweiflung, indem sie seine frühere Vaterliebe erinnert und dass sie sich eine andere Hochzeit vorgestellt habe. Er solle Mitleid mit der armen Mutter zeigen und auch sich selbst bemitleiden. Agamemnon würde, wenn er könnte, sein Leben für das seiner Tochter geben. Aber da die Götter unerbittlich seien, verabschiedet er sie zum Gang in den Tod. Iphigenie geht, mit der Bitte, er solle seinem Leid Frieden schenken und mit mit der Gewissheit, dass sie unschuldig sterbe.
Es folgt eine längere Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten, in der Klytemnestra Agamemnon bittere Vorwürfe macht und ihn zum Mörder seiner Tochter erklärt. Dann geht sie ab.
Agamemnon klagt noch einmal sein Leid. Dann lässt er Arcade rufen. Er trägt ihm auf, auf einem weniger bekannten Weg Mutter und Tochter nach Argos zurückzubringen. Arcade beeilt sich, dem Willen des Königs nachzukommen.
Agamemnon hofft nun, dass er sein Herz für kurze Zeit beruhigen könne.
Teukros klagt vor Soldaten, dass alles in Aufruhr sei. Elisena eile von Zelt zu Zelt und berichte von Iphigenies Schicksal und ihrer Flucht. Kalchas schreie, Odysseus sei in Alarmbereitschaft und alle Wege aus Aulis seien gesperrt. Er müsse die Fliehenden abfangen und könne sie nicht retten.
Tatsächlich tauchen die Frauen mit Arcade auf und glauben, im Schutz des Waldes zu entkommen. Da sehen sie, dass sie von Soldaten umringt sind. Teukros tritt vor: Er selbst sei unglücklich darüber, aber er müsse sie zurückführen. Achilles, der sich für sie eingesetzt habe, laufe Gefahr, gesteinigt und getötet zu werden.
Nun tritt auch Elisena auf. Sie bekennt sich als die Urheberin des Aufruhrs und verspottet Iphigenie, ihr könne nun nichts mehr helfen. Als auch Odysseus mit seinen Kriegern anrückt, kann Teukros den Anblick nicht mehr ertragen und entfernt sich mit seinen Soldaten. Klytemnestra schickt Arcade, Achilles aufzusuchen.
Odysseus erklärt, dass er die Aufgabe übernommen habe, Iphigenie in den Tempel zu bringen. Er habe zwar Mitleid, aber alle Grichen verlangen es, weil es der Befehl der Götter sei.
Schließlich erscheint auch Achilles mit seinem Gefolge. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen ihm und Odysseus. Alle greifen zu den Waffen. Elisena zieht sich zurück, um den Streit zu beobachten. Da mischt sich Iphigenie ein und fordert den Einhalt des Streites. Da es um die Zerstörung Troja ginge, was nur durch ihren Tod geschehen könne, und ganz Griechenland die Augen auf sie richte, sei sie nicht zu feige, in den Tod zu gehen. Sie sei die Tochter des Vaterlandes. Odysseus bewundert ihre Standhaftigkeit. Aber Achilles erhebt Einspruch. Er wolle für sie sterben. Doch Iphigenie fordert ihn auf, weiter zu leben und zu kämpfen. Sie richtet sogar als letzte Bitte an ihn, Elisena freizulassen und ihr ihr Königreich wiederzugeben. Achilles will das nicht annehmen. Er werde ihr zum Tempel vorausgehen. Entweder werde der Himmel oder er sie dem Tode entreißen. Ansonsten werden sie beide fallen. Er geht mit seinem Gefolge und auch Elisena verschwindet.
Iphigenie fürchtet, dass Achilles zu Tode kommen werde, Odysseus beruhigt sie. Der Tempel wird von starken Männern bewacht und Achilles werde nicht hineingelassen. In ihm werde sie weiterleben. Dann versucht Iphigenie ihre weinende Mutter zu trösten. Bevor sie zur Opferung geht, fleht sie Klytemnestra an, ihr nicht zu folgen und dem Vater zu vergeben. Dann entfernt sie sich:
Klytemnestra fällt in Ohmacht. Odysseus fängt sie auf und lehnt sie an einen Baum, wobei auch er sich fragt, ob Helena und Troja wirklich soviel wert sind. Dann geht er.
Die erwachende Klytemnestra sucht ihre Tochter und glaubt, dass sie schon geopfert wurde. Sie klagt noch einmal ihr Leid und möchte am liebsten sterben, denn ihr Schmerz erscheint ihr schlimmer als der Tod.
Elisena bereut Teukros gegenüber die spöttischen Worte, die sie Iphigenie gegenüber gebraucht habe und zeigt nun Mitleid. Ihr innerer Schmerz treibe sie zum Altar, wo die Götter vielleicht ihrem Leiden ein Ende setzen könnten. Doch sie hat eine gewisse Furcht und weiß nicht, warum. Sie verschwindet.
Klytemnestra erscheint. Sie wünscht sich, dass nach dem schrecklichen Opfer alle Elemente sich gegen die Weiterfahrt der Griechen wenden.
Arcade kommt und berichtet, dass Achilles mit seinem Gefolge die Wächter vertrieben und am Altar für Iphigenie kämpfe. Das Opfer sei unterbrochen. Kalchas zittere die Axt. Er könne nicht zuschlagen. Er fordert die Königin auf, in denTempel zu gehen und ihre Tochter aus den Händen Achilles‘ entgegen zu nehmen.
In diesem Augenblick tritt jedoch Odysseus aus dem Tempel und verkündet, dass ihre Tochter lebe und Iphigenie habe durch ihren Tod die Götter versöhnt. Um den Widerspruch aufzuklären, erzählt Odysseus, dass plötzlich Elisena im Tempel erschienen sei. Sofort habe Kalchas die Opferung ausgesetzt und verkündet, hier komme eine andere Iphigenie. Sie sei die Tochter Helenas, die jetzt in Troja weile, aus einer heimlichen Ehe mit Theuseus. Die Mutter habe sie damals Iphigenie genannt. Er war Zeuge und er habe sofort vorausgesehen, dass sie umkommen müsse, wenn ihr Name und Schicksal bekannt würde. So wuchs sie unter einem anderen Namen auf. Sie sei also Iphigenie, die vom Himmel angefordert würde. Kalchas habe schon die Hand nach ihr ausgestreckt. Doch sie wies ihn ab, rannte zum Altar und habe sich selbst getötet. Odysseus stellt fest, dass die Winde zu wehen beginnen und das Meer sich bewegt. Der Tempel öffnet sich. Iphigenie eilt in die Arme ihrer Mutter.Der Chor ruft zur Fahrt nach Troja auf. X)
2) Stadt in Grioechenland, Mittelpunkt der mykenischne Kultur
Vorgeschichte ist die Entführung Helenas, der Gattin des spartanischen Königs Menelaos. Die griechischen Fürsten brechen unter der Führung seines Bruders Agamemnon zur Seereise nach Troja auf, werden aber in Aulis durch ungünstige Winde aufgehalten, weil die Götter ein Menschenopfer verlangen.
„Iphigenie in Aulis“ wurde vielfach vertont. Am bekanntesten ist wohl die Vertonung von Christoph Willibald Gluck (vgl dort). Caldaras Vertonung zählt zu den älteren Vertonungen. Das Libretto von Zeno basiert auf dem Drama von Euripides und der Tragödie von Jean Baptiste Racine. Anders als in der Gluckoper wird Iphigenie hier nicht von der Göttin Artemis nach Tauris entführt, sondern durch eine zweite Iphigenie (Elisena), die sich selbst tötet, ersetzt. Grundlage der vorliegenden Inhaltangabe ist das italiernische Libretto. Die Oper wird auch heute noch gelegentlich gespielt, zuletzt bei den Innsbrucker Festspielen 2025. Einzelne Ausschnitte daraus findet man auf youtube, wobei mir aber die gezeigten Ausschnitte eher wie die aus einer Kommödie vorkommen.
Sonstige Audio- oder Videoaufnahmen habe ich nicht gefunden.
Vorgeschichte ist die Entführung Helenas, der Gattin des spartanischen Königs Menelaos. Die griechischen Fürsten brechen unter der Führung seines Bruders Agamemnon zur Seereise nach Troja auf, werden aber in Aulis durch ungünstige Winde aufgehalten, weil die Götter ein Menschenopfer verlangen.
„Iphigenie in Aulis“ wurde vielfach vertont. Am bekanntesten ist wohl die Vertonung von Christoph Willibald Gluck (vgl dort). Caldaras Vertonung zählt zu den älteren Vertonungen. Das Libretto von Zeno basiert auf dem Drama von Euripides und der Tragödie von Jean Baptiste Racine. Anders als in der Gluckoper wird Iphigenie hier nicht von der Göttin Artemis nach Tauris entführt, sondern durch eine zweite Iphigenie (Elisena), die sich selbst tötet, ersetzt. Grundlage der vorliegenden Inhaltangabe ist das italiernische Libretto. Die Oper wird auch heute noch gelegentlich gespielt, zuletzt bei den Innsbrucker Festspielen 2025. Einzelne Ausschnitte daraus findet man auf youtube, wobei mir aber die gezeigten Ausschnitte eher wie die aus einer Kommödie vorkommen.
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