Danke für den Besuch unserer Website. Hier kannst du als Gast in den Hauptthemenbereichen Oper, Operette, Oratorium, Lied und Klavier mitlesen, dich umfangreich informieren und den Meinungsaustausch verfolgen. Den vollen Nutzen des Forums hast du allerdings nur, wenn du angemeldet und registriert bist. Dann kannst du alle Funktionen und Bereiche des Forums uneingeschränkt nutzen. Das heißt, du kannst eigene Beiträge schreiben und einstellen, auf Beiträge anderer Nutzer antworten, eigene Threads eröffnen, mitdiskutieren und dir durch die eigene Mitwirkung ein oft durch intensive Diskussionen erhelltes Meinungsbild schaffen. Das Troubadour-Forum geht über die rein lexikalische Funktion bewusst hinaus. Deshalb haben wir einen Servicebereich aufgebaut, indem du Hilfestellungen bei Anschaffungen, Besuch von Veranstaltungen und Festivals, Aufbau von Bild- und Tonträgerdokumenten und Antwort auf deine Fragen erhalten kannst. Wir verstehen uns jedoch auch als Begegnungsstätte zwischen neuen und erfahrenen Musikfreunden, zwischen Jung und Alt, persönliche Kontakte unter den Nutzern sollen erlaubt und ermöglicht werden. Wir würden uns freuen, wenn du bei uns mitmachst und eventuell auch neue Themen und Ideen einbringst.
Antonio Caldara (1670 -1736) Opera seria in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Felder vom Elis2) bei Olympia. 6.Jahrhundert v.Chr. Erster Akt Bewaldeter Grund in einem Tal Szenenwechsel: Weite Landschaft mit Hirtenhütten Zweiter Akt Grotten am Wald Szenenwechsel: Prachtvoller Ort Dritter Akt Durch Ruinen eines alten Hippodroms zweigeteilte Bühne. Szenenwechsel: Vor dem Tempel des Zeus. 1) Stadtstaat im nördlichen Peloponnes © Gerhard Wischniewski Antonio Caldara (1670 -1736) Opera seria in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Felder vom Elis2) bei Olympia. 6.Jahrhundert v.Chr. Erster Akt Bewaldeter Grund in einem Tal Szenenwechsel: Weite Landschaft mit Hirtenhütten Zweiter Akt Grotten am Wald Szenenwechsel: Prachtvoller Ort Dritter Akt Durch Ruinen eines alten Hippodroms zweigeteilte Bühne. Szenenwechsel: Vor dem Tempel des Zeus. 1) Stadtstaat im nördlichen Peloponnes © Gerhard Wischniewski Informationen zum Werk Informationen zum WerkCALDARA, Antonio: L'OLIMPIADE
L’OLIMPIADE
Libretto: Pietro Metastasio
Uraufführung: 1733 in Wien
Originalsprache: Italienisch
Clistene (Kleisthenes), König von Sikyon1), (Contraalt)
Aristea, seine Tochter, Geliebte Megagles (Sopran)
Argene, kretische Dame, lebt als Schäferin namens Licori (Sopran)
Licida, vermeintlicher Sohn des Königs von Kreta, (Contraalt)
Megagle, Liebhaber Aristeas (Sopran)
Aminta, Ratgeber Licidas (Bass)
Alcandro, Vertrauter Clistenes (Tenor)
Chöre von Hirten, Athleten und Priestern, Griechische Wachen von Clistene, Pagen und Ritter mit Aristea, Nymphen mit Argene, Priester mit Licida, Athleten mit Megagle
Licida will sich von seinem Ratgeber Aminta nicht länger aufhalten lassen. Er will nun selber an der olympischen Spielen teilnehmen, um als Sieger die Tochter Clistines, Aristea, die als Prämie ausgesetzt ist, zu erobern. Er fürchtet,dass sein Freund Megagle, der ihn bei den Spielen vertreten soll, nicht mehr rechtzeitig ankommt. Aminta warnt ihn, denn die olympischen Übungen seien ganz anders, als er es beim Umgang mit dem Degen gewohnt ist. Außerdem erinnert er ihn an seine Geliebte Argene, die aber verschwunden ist und von der Licida glaubt,dass er sie nie wiedersehen werde.
Doch da erscheint Megagle. Die Freunde begrüßen sich herzlich und Licida bittet Megagle, für ihn, der in Elis noch nicht bekannt ist, unter seinem Namen zu kämpfen. Megagle stimmt zu und beeilt sich, um sich noch rechtzeitig anzumelden
Als sie allein sind, bittet Licida Aminta, alles vorzubereiten, damit er schnell mit Aristea abreisen kann. Aminta mahnt ihn, nichts zu übereilen. Die Täuschung könnte auffliegen oder Megagle durch ein unerwartetes Ereignis nicht siegen. Licida tadelt ihn wegen seiner ständigen Zweifel, dann gehen beide ab.
Argene besingt mit Nymphen und Hirten die Schönheit des Landlebens. Als Aristea mit Gefolge kommt, gehen die Nymphen und Hirten ab. Sie begrüßt Argene mit dem Namen Licori, den sie hier angenommen hat, wünscht sich auch, so wie sie leben zu können. Sie erzählt ihrer Freundin, dass der, den sie begehre, nicht unter den Teilnehmern sei. Dann bittet sie die vermeintliche Licori, ihr ihre Geschichte zu erzählen. Aristea erfährt ihren wirklichen Namen und dass sie aus vornehmem kretischen Geschlecht sei. Sie sei in den Sohn des kretischen Königs, Licida, verliebt und beide haben ihre Liebe verheimlicht. Doch schließlich haben einige die Liebe erahnt und das Gerücht an den König getragen. Der König habe ihm daher den Umgang mit ihr verboten. Licida habe einen Plan entwickelt, wie er sie entführen könne, und diesen ihr senden wollen. Doch der Bote habe dem König den Plan verraten. Daraufhin habe man Licida eingesperrt und bewachen lassen und sie sollte der Hochzeit mit einem anderen (Megagle) zustimmen. Da sei sie geflohen und unerkannt nach Elis gelangt. Bei dem Namen Megagle horcht Aristea auf. Sie erfährt, dass Megagle auf dem Weg nach Kreta von Räubern überfallen wurde, Licida ihn gerettet habe und beide enge Freunde geworden seien. Als Aristea nach dessen Aussehen forscht, erkennt sie, dass dieser Megagle ihr heimlicher Liebhaber ist, den ihr ihr Vater verboten hat, weil er aus Athen stamme. Argene rät ihr, ihren Vater, Clistene, der Schiedsrichter der Spiele ist, zu bitten, die Spiele aufzuschieben und eine Botschaft an Megagle zu senden.
Gerade als sie gemeinsam zu Clistene aufbrechen wollen, erscheint dieser mit Gefolge. Er kündigt an, dass alles vorbereitet sei, die Spiele nicht länger aufgeschoben werden könnten und nennt die Namen der Teilnehmer, die sich um sie bewerben, unter anderen auch Licida. Nun bittet Aristea um Aufschub der Spiele, doch der König verweigert ihr die Bitte. Frauen hätten den Männern zu gehorchen. Er geht mit seinem Gefolge ab.
Aristea verabschiedet sich, da sie ihrem Vater folgen muss. Sie bittet Argene, herauszufinden, wo sich Megagle aufhält und ob er sie noch liebt.
Argene beklagt nun, dass Licida sie wahrscheinlich bereits vergessen habe, und die Unbeständigkeit der Männer. Sie geht
Licida und Megagle treffen – von verschiedenen Seiten kommend – aufeinander. Megagle bestätigt, dass er sich unter dem Namen Licida für die Spiele angemeldet habe und fragt nun nach den Grund dieser Intrige. Licida erzählt, dass er sich in die Königstochter verliebt habe und sie auf diese Weise zu erobern hoffe. Er will ihm alles dafür geben, aber Megagle will keinen Lohn. Er erinnert ihn daran, dass Licida ihm das Leben gerettet habe und sagt, dass er gerne an solchen Wettkämpfen teilnehme. Als Licida aber den Namen der Prinzessin, Aristea, nennt, erschrickt Megagle. Aus näheren Beschreibungen Licidas erkennt er, dass dies seine eigene Geliebte ist. Er hält jedoch seine Gefühle zurück und will dennoch für seinen Freund kämpfen. Er bittet ihn, von weiteren Schwärmereien abzusehen, denn er sei von der Anreise ermüdet und müsse sich ausruhen, Licida solle ihn allein lassen. Dieser findet das seltsam und verabschiedet sich.
Megagle ist erschüttert. Er muss also seine Geliebte in die Arme seines Rivalen führen. Zwar bedeute das, dass Licida ihm damit das Leben nehme, das er ihm selbst geschenkt habe. Aber die Pflichten der Freundschaft und eine Dankbarkeit und Ehre erfordern es. Er hofft, dass er Aristea nicht begegnen muss.
Doch im nächsten Moment erscheint sie selbst und freut sich, ihren Geliebten wiederzufinden. Sie berichtet ihm, dass um sie gekämpft werde und fragt, ob er mitkämpfe. Er bejaht das. Doch sie bemerkt, dass er traurig ist und glaubt zunächst, jemand habe ihn an ihrer Treue, die sie erneut betont, zweifeln lassen. In diesem Moment erscheint Alcandro und fordert Megagle auf, sich zu beeilen, denn das Signal zum Kampf sei bereits gegeben. Ehe Megagle Abschied nimmt, versichern sich beide erneut ihrer Liebe und Treue. Sie hofft, dass er siegt. Für wen er aber siegen will, erfährt sie nicht. x)
Da Frauen zu den olympischen Spielen nicht zugelassen sind, warten Aristea und Argene auf eine Nachricht vom Ausgang des Wettkampfes. Aristea ist aufgeregt und bangt um den Sieg ihres geliebten Megagle.
Alcandro erscheint und möchte den Damen den Wettkampf schildern, aber da Aristea ungeduldig ist, nennt er schließlich den Namen des Siegers: Licida. Der König warte auf Aristea im Tempel. Beide Damen sind erschüttert und Aristea schickt Alcandro fort; sie käme nach. Eine Reaktion, die Alcandro nicht versteht. Er geht.
Beide Damen schildern sich ihren Kummer. Dann geht Aristea.
Aminta kommt und wundert sich, Argene hier in Hirtenkleidung zu finden. Bei ihm beklagt sie sich über Licida und will Rache üben, indem sie seine Treulosigkeit in ganz Griechenland verbreite. Doch rät ihr Aminta, lieber dafür zu sorgen, dass er sie wiedersehe. Auch er hofft, dass er, der so sehr für sie schwärmte, dann wieder zu ihr zurückkehre. Argene entfernt sich.
Allein denkt Amita in einer Arie über die Verrücktheiten der Jugend nach. Aber auch in dem Alter, in dem er ist, macht man manche Torheiten.
Anwesend sind Clistene, Alcandro, Megagle, Licida Athleten, Wachen und Volk. Der Chor singt ein Preislied auf den vermeintlichen Licida. Clistene beglückwünscht den Sieger und verspricht ihm seine Tochter. Doch Megagle (als Licida) will erst zu seinem Vater, um ihn um Zustimmung zur Hochzeit zu bitten und dann in dessen Anwesenheit auf Kreta die Hochzeit feiern. Er stellt den echten Licida als Aegistos vor, der ihm die Braut dorthin zuführen soll. Er will sofort aufbrechen. Clistene stimmt zu, aber er wünscht, dass Megagle vor dem Aufbruch noch seine Braut sehe. Das möchte dieser unter Vorgabe fadenscheiniger Gründe aber vermeiden.
Doch da kommt sie bereits selbst. Während der echte Licida sich bereits freut, führt Clistene ihr Megagle zu. Aristea ist, als sie ihn erkennt, erstaunt, da doch einer namens Licida gesiegt hat. Da sowohl Clistene als auch Alcandro bestätigen, dass dies ihr Bräutigam sei, ist Aristea hocherfreut, während Megagle aus innerer Qual und Licida aus Ungeduld schweigen. Clistene sieht das als Zeichen an, dass das Brautpaar gerne alleine sein möchte, entfernt er sich mit Alcandro, Wachen und Volk.
Neben Aristea und Megagle bleibt auch Licida zurück. Nun will sich Licida zu erkennen geben, während Aristea ihren Geliebten fragt, was ihn bedrücke. Megagle bittet Licida, sich einen Augenblick zu entfernen. Dieser geht nach einigem Zögern ab.
Megagle versucht, Aristea sachte aufzuklären, dass Licida sein Freund sei, der ihm das Leben gerettet habe, und dass sie ihn wohl als schändlich ansehen würde, wenn er ihm den Freundschaftsdienst verweigert hätte. Er habe sich entschlossen, sie zu verlassen, um in ihrem Empfinden weiterhin als ihrer würdig zu bleiben. Als er Abschied nehmen will, fällt sie in Ohnmacht. Verzweifelt ruft Megagle nach Licida
Als dieser eintrifft, bittet Megagle ihn, sich um sie zu kümmern. Wenn sie nach ihm frage, solle er nur sagen, dass er weinend gegangen sei.
Aristea erwacht und glaubt zunächst, dass Megagle noch bei ihr sei. Sie macht ihm bittere Vorwürfe wegen Untreue. Licida verspricht ihr Treue und als er ihr die Hand reicht, merkt sie, dass es garnicht Megagle ist. Licida erklärt ihr, dass er doch ihr Gatte sei. Da erst erkennt sie wer dieser Unbekannte ist, weist ihn von sich und verschwindet.
Als er ihr nachgehen will, hält ihn Argene auf und wirft ihm Verrat vor. Obwohl sie ihren Namen nennt und er sie erkennt, tut er, als sei sie– die noch als Schäferin gekleidet ist – eine Fremde und will gehen. Aber sie hält ihn zurück und droht ihm, Clistene seine Schande zu erklären. Da erst gibt er zu, dass er sie erkannt habe und will sie um Verzeihung bitten. Aber sie gewährt sie ihm nicht, will Rache und geht.
Er will ihr nachgehen und überlegt, wie er sie besänftigen könne. Da eilt Aminta herbei und meldet, dass Megagle tot sei. Er erzählt Licida, wie er ihn gefunden habe, als er sich gerade in sein Schwert stürzen wollte, was er aber noch verhindern konnte. Er habe erklärt, dass er ohne Aristea nicht leben könne und wolle, sei dann auf einen Felsen gerannt und habe sich in den Fluss gestürzt. Licida ist fassungslos. Aminta aber entfernt sich, um die sterblichen Überreste Megagles zu finden.
Auch Licida will ihn suchen gehen. Er betet zu den Göttern, ihm seinen Freund zurückzugeben. Da kommt Alcandro und verkündet, dass der König ihn wegen der schändlichen Täuschung verbannt. Er müsse das Land sofort verlassen. Licida will sich nun selbst mit seinem Schwert töten, bringt es aber nicht fertig. In einer Arie schildert er seine Zerrissenheit zwischen Zorn, Rache, Zärtlichkeit, Freundschaft, Reue, Mitleid, Scham und Liebe. Dann verschwindet er. x)
Auf der einen Seite versucht Aminta Megagle, der von einem Fischer gerettet wurde, zurückzuhalten, erneut einen Selbstmordversuch zu begehen. Auf der anderen Seite ist es Argene, die Aristea festhält, die ebenfalls sterben möchte. Beide können jedoch ihren Freunden entfliehen. Dabei begegnen sie sich auf der Mitte der Bühne. Megagle berichtet der erstaunten Aristea, dass man ihm die Wege zum Sterben versperre. In diesem Augenblick erscheint Alcandro und berichtet, dass Licida versucht habe, Clistene zu ermorden. Er habe den König im Tempel überfallen, sei aber erstarrt, als der König ihm kühn entgegentrat, und konnte gefesselt werden. Er sei des Todes schuldig. Licida sei das gleichgültig. Er rufe nur nach seinem Freunde Megagle. Aminta eilt sofort davon, um etwas für dessen Rettung zu tun. Auch Megagle will sofort zu Hilfe eilen, doch Aristea warnt ihn vor der Gefahr, denn auch er habe ja ihren Vater getäuscht. Sie will selbst gehen, um den Vater zu besänftigen. Megagle lobt ihre Großzügigkeit, Aristea betont, wie sehr sie ihn liebe, und geht.
Megagle ist mit Argene zurückgeblieben. Er hofft, dass Aristea bei ihrem Vater etwas für seinen Freund erreichen kann. Argene rät ihm zwar, Licida seinem Schicksal zu überlassen. Aber Megagle will den Freund nicht im Stich lassen und entfernt sich.
Argene schwankt zwischen Mitleid und Hass auf den Untreuen. Aminta kommt und bestätigt auf Frage Argenes, dass Licida nun bald geopfert werde. Weder Aminta noch Megagle hätten etwas erreicht. Megagle wollte sich sogar für den Freund opfern, aber da er wegen der Täuschung selbst als Verbrecher betrachtet werde, könne er nicht für einen anderen Verbrecher eintreten. Argene bewundert Megagle und die Stärke dieser Freundschaft. Auch in ihr regt sich der Gedanke, sich für Licida zu opfern. Sie geht.
Aminta erkennt, dass er hier in Gefahr ist. Aber wohin soll er ohne Licida fliehen? Er geht ab.
Clistene steigt mit Alcandro. Licida im Opfergewand, Wachen, Priestern und Volk vom Tempel mit Gesängen zur Opferung herab. Danach verkündet Clistene Licida, dass er zwar Mitleid mit ihm habe, er aber nicht anders könne, denn er sei als Herrscher der Hüter der Rechtmäßigkeit. Er bittet ihn, einen letzten Wunsch zu äußern und Licida wünscht sich, seinen Freund noch einmal zu sehen. Clistene schickt die Wachen, Megagle zu holen. Unterdessen entdeckt Alcandro, dass der Herrscher weint. Clistene gesteht, dass er plötzlich eine zärtliche Zuneigung spüre, aber nicht erklären könne, woher dieses Gefühl käme.
Megagle wird von Wachen herbeigeführt. Er ist erschüttert, Licida so zu sehen, doch dieser sagt, dass es seinen Tod versüße, wenn er ihn lebend sieht. Megagle erklärt, dass ihm das Leben ohne ihn nichts nütze und er werde gemeinsam mit ihm in die Unterwelt gehen. Licida bittet ihn hingegen, ihm die Augen zu schließen und dann nach Kreta zu gehen und seinen Vater zu trösten.
Clistene ist von dieser Freundschaft überwältigt, doch Alcandro erinnert ihn daran, dass es nun Zeit für die Opferung sei. Megagle und Licida nehmen voneinander Abschied und der Chor beginnt erneut mit dem Opfergesang. Licida begibt sich zum Opferaltar und ein Tempelbediensteter übergibt Clistene die heilige Axt. Dieser spricht noch ein Gebet.
Als er dem Priester, der die Opferung vollziehen soll, die Axt übergibt, unterbricht Argene, immer noch als Schäferin Licori gekleidet, das Zeremoniell und bietet sich als freiwilliges Opfer für Licida an. Clistene verweist sie darauf, dass dem „schwächeren Geschlecht“ das Sterben für den Stärkeren nicht erlaubt sei. Da erklärt sie, dass Licida ihr das Eheversprechen gab und verweist ihn auf ein Beispiel aus der Geschichte, in der eine Ehefrau sich für ihren Gatten opfern durfte. Clistene erklärt, dass eine „niedrige Hirtin“ nicht als gleichwertig anerkannt werden könne. Da gibt sie sich als Argene zu erkennen. Der König befragt Licida, der es aber – um Argene zu retten – leugnet. Doch sie will die Wahrheit anhand eines Schmuckstücks beweisen, das Licida ihr beim Treueschwur geschenkt habe. Clistene will sie aber nicht anhören und sie fortführen lassen. Da schwört sie und ruft Aristea als Zeugin.
Erst als Aristea mit Gefolge kommt, lässt er sich herab, Argene anzuhören. Sie überreicht Clistene das Schmuckstück und er erkennt es. Alcandro bestätigt, dass es Clistenes kleiner Sohn trug, als er ihn im Auftrag des Königs ertränken sollte. Clistene fragt Licida, der jetzt zugeben muss, dass er es ihr geschenkt habe. Er gibt aber auf Clistenes Frage an, dass er es von Aminta erhalten habe. Nun will der König Aminta suchen lassen.
Aber da kommt dieser schon selbst. Aminta erklärt, dass er das Schmuckstück von einem Unbekannten erhalten habe. Alcandro erkennt in ihm den Mann, dem er das Kind damals aus Mitleid übergeben habe. Er muss nun zugeben, dass er den Befehl Clistenes nicht befolgt habe und Aminta klärt, auf, dass er das Kind mit nach Kreta genommen habe und es anstelle des früh verstorbenen Sohnes des dortigen Königs zum Thronfolger aufgezogen habe. Clistene erfährt so, dass Licida in Wahrheit sein Sohn Filinto und Zwillingsbruder Aristeas ist, den er deswegen in Meer werfen lassen wollte, weil ihm vom Orakel geweissagt worden war, dieser werde später einmal versuchen, den Vater zu ermorden. Licida (Filinto) versteht jetzt, warum er erstarrt ist, als er im Tempel die Hand gegen den König hob und Clistene erkennt, woher sein Mitleidsgefühl kam. Clistene gibt zwar die Erlaubnis zur Hochzeit zwischen Aristea und Megagle. Seinen Sohn kann er aber nicht retten, weil dieser sich schuldig gemacht hat. Megagle aber sieht eine Möglichkeit, ihn zu retten: Der Tag, an dem Clistene den olympischen Spielen vorgestanden habe sei vorüber, jetzt unterliege Licida dem öffentlichen Urteil. Clistene lässt also die Öffentlichkeit anhören, die sich dafür entscheidet, Licida am Leben zu lassen. x)
2) Landschaft im nördlichen Peloponnes
x) Am Ende jeden Aktes steht ein Tanz, im 1. Akt der der Nymphen, die von Satyrn bedrängt werden, im 2 Akt der der Jägerinnen und Jäger, im 3. Akt der der griechischen Damen aus Aristeas Gefolge und der olympischen Athleten
L’OLIMPIADE
Libretto: Pietro Metastasio
Uraufführung: 1733 in Wien
Originalsprache: Italienisch
Clistene (Kleisthenes), König von Sikyon1), (Contraalt)
Aristea, seine Tochter, Geliebte Megagles (Sopran)
Argene, kretische Dame, lebt als Schäferin namens Licori (Sopran)
Licida, vermeintlicher Sohn des Königs von Kreta, (Contraalt)
Megagle, Liebhaber Aristeas (Sopran)
Aminta, Ratgeber Licidas (Bass)
Alcandro, Vertrauter Clistenes (Tenor)
Chöre von Hirten, Athleten und Priestern, Griechische Wachen von Clistene, Pagen und Ritter mit Aristea, Nymphen mit Argene, Priester mit Licida, Athleten mit Megagle
Licida will sich von seinem Ratgeber Aminta nicht länger aufhalten lassen. Er will nun selber an der olympischen Spielen teilnehmen, um als Sieger die Tochter Clistines, Aristea, die als Prämie ausgesetzt ist, zu erobern. Er fürchtet,dass sein Freund Megagle, der ihn bei den Spielen vertreten soll, nicht mehr rechtzeitig ankommt. Aminta warnt ihn, denn die olympischen Übungen seien ganz anders, als er es beim Umgang mit dem Degen gewohnt ist. Außerdem erinnert er ihn an seine Geliebte Argene, die aber verschwunden ist und von der Licida glaubt,dass er sie nie wiedersehen werde.
Doch da erscheint Megagle. Die Freunde begrüßen sich herzlich und Licida bittet Megagle, für ihn, der in Elis noch nicht bekannt ist, unter seinem Namen zu kämpfen. Megagle stimmt zu und beeilt sich, um sich noch rechtzeitig anzumelden
Als sie allein sind, bittet Licida Aminta, alles vorzubereiten, damit er schnell mit Aristea abreisen kann. Aminta mahnt ihn, nichts zu übereilen. Die Täuschung könnte auffliegen oder Megagle durch ein unerwartetes Ereignis nicht siegen. Licida tadelt ihn wegen seiner ständigen Zweifel, dann gehen beide ab.
Argene besingt mit Nymphen und Hirten die Schönheit des Landlebens. Als Aristea mit Gefolge kommt, gehen die Nymphen und Hirten ab. Sie begrüßt Argene mit dem Namen Licori, den sie hier angenommen hat, wünscht sich auch, so wie sie leben zu können. Sie erzählt ihrer Freundin, dass der, den sie begehre, nicht unter den Teilnehmern sei. Dann bittet sie die vermeintliche Licori, ihr ihre Geschichte zu erzählen. Aristea erfährt ihren wirklichen Namen und dass sie aus vornehmem kretischen Geschlecht sei. Sie sei in den Sohn des kretischen Königs, Licida, verliebt und beide haben ihre Liebe verheimlicht. Doch schließlich haben einige die Liebe erahnt und das Gerücht an den König getragen. Der König habe ihm daher den Umgang mit ihr verboten. Licida habe einen Plan entwickelt, wie er sie entführen könne, und diesen ihr senden wollen. Doch der Bote habe dem König den Plan verraten. Daraufhin habe man Licida eingesperrt und bewachen lassen und sie sollte der Hochzeit mit einem anderen (Megagle) zustimmen. Da sei sie geflohen und unerkannt nach Elis gelangt. Bei dem Namen Megagle horcht Aristea auf. Sie erfährt, dass Megagle auf dem Weg nach Kreta von Räubern überfallen wurde, Licida ihn gerettet habe und beide enge Freunde geworden seien. Als Aristea nach dessen Aussehen forscht, erkennt sie, dass dieser Megagle ihr heimlicher Liebhaber ist, den ihr ihr Vater verboten hat, weil er aus Athen stamme. Argene rät ihr, ihren Vater, Clistene, der Schiedsrichter der Spiele ist, zu bitten, die Spiele aufzuschieben und eine Botschaft an Megagle zu senden.
Gerade als sie gemeinsam zu Clistene aufbrechen wollen, erscheint dieser mit Gefolge. Er kündigt an, dass alles vorbereitet sei, die Spiele nicht länger aufgeschoben werden könnten und nennt die Namen der Teilnehmer, die sich um sie bewerben, unter anderen auch Licida. Nun bittet Aristea um Aufschub der Spiele, doch der König verweigert ihr die Bitte. Frauen hätten den Männern zu gehorchen. Er geht mit seinem Gefolge ab.
Aristea verabschiedet sich, da sie ihrem Vater folgen muss. Sie bittet Argene, herauszufinden, wo sich Megagle aufhält und ob er sie noch liebt.
Argene beklagt nun, dass Licida sie wahrscheinlich bereits vergessen habe, und die Unbeständigkeit der Männer. Sie geht
Licida und Megagle treffen – von verschiedenen Seiten kommend – aufeinander. Megagle bestätigt, dass er sich unter dem Namen Licida für die Spiele angemeldet habe und fragt nun nach den Grund dieser Intrige. Licida erzählt, dass er sich in die Königstochter verliebt habe und sie auf diese Weise zu erobern hoffe. Er will ihm alles dafür geben, aber Megagle will keinen Lohn. Er erinnert ihn daran, dass Licida ihm das Leben gerettet habe und sagt, dass er gerne an solchen Wettkämpfen teilnehme. Als Licida aber den Namen der Prinzessin, Aristea, nennt, erschrickt Megagle. Aus näheren Beschreibungen Licidas erkennt er, dass dies seine eigene Geliebte ist. Er hält jedoch seine Gefühle zurück und will dennoch für seinen Freund kämpfen. Er bittet ihn, von weiteren Schwärmereien abzusehen, denn er sei von der Anreise ermüdet und müsse sich ausruhen, Licida solle ihn allein lassen. Dieser findet das seltsam und verabschiedet sich.
Megagle ist erschüttert. Er muss also seine Geliebte in die Arme seines Rivalen führen. Zwar bedeute das, dass Licida ihm damit das Leben nehme, das er ihm selbst geschenkt habe. Aber die Pflichten der Freundschaft und eine Dankbarkeit und Ehre erfordern es. Er hofft, dass er Aristea nicht begegnen muss.
Doch im nächsten Moment erscheint sie selbst und freut sich, ihren Geliebten wiederzufinden. Sie berichtet ihm, dass um sie gekämpft werde und fragt, ob er mitkämpfe. Er bejaht das. Doch sie bemerkt, dass er traurig ist und glaubt zunächst, jemand habe ihn an ihrer Treue, die sie erneut betont, zweifeln lassen. In diesem Moment erscheint Alcandro und fordert Megagle auf, sich zu beeilen, denn das Signal zum Kampf sei bereits gegeben. Ehe Megagle Abschied nimmt, versichern sich beide erneut ihrer Liebe und Treue. Sie hofft, dass er siegt. Für wen er aber siegen will, erfährt sie nicht. x)
Da Frauen zu den olympischen Spielen nicht zugelassen sind, warten Aristea und Argene auf eine Nachricht vom Ausgang des Wettkampfes. Aristea ist aufgeregt und bangt um den Sieg ihres geliebten Megagle.
Alcandro erscheint und möchte den Damen den Wettkampf schildern, aber da Aristea ungeduldig ist, nennt er schließlich den Namen des Siegers: Licida. Der König warte auf Aristea im Tempel. Beide Damen sind erschüttert und Aristea schickt Alcandro fort; sie käme nach. Eine Reaktion, die Alcandro nicht versteht. Er geht.
Beide Damen schildern sich ihren Kummer. Dann geht Aristea.
Aminta kommt und wundert sich, Argene hier in Hirtenkleidung zu finden. Bei ihm beklagt sie sich über Licida und will Rache üben, indem sie seine Treulosigkeit in ganz Griechenland verbreite. Doch rät ihr Aminta, lieber dafür zu sorgen, dass er sie wiedersehe. Auch er hofft, dass er, der so sehr für sie schwärmte, dann wieder zu ihr zurückkehre. Argene entfernt sich.
Allein denkt Amita in einer Arie über die Verrücktheiten der Jugend nach. Aber auch in dem Alter, in dem er ist, macht man manche Torheiten.
Anwesend sind Clistene, Alcandro, Megagle, Licida Athleten, Wachen und Volk. Der Chor singt ein Preislied auf den vermeintlichen Licida. Clistene beglückwünscht den Sieger und verspricht ihm seine Tochter. Doch Megagle (als Licida) will erst zu seinem Vater, um ihn um Zustimmung zur Hochzeit zu bitten und dann in dessen Anwesenheit auf Kreta die Hochzeit feiern. Er stellt den echten Licida als Aegistos vor, der ihm die Braut dorthin zuführen soll. Er will sofort aufbrechen. Clistene stimmt zu, aber er wünscht, dass Megagle vor dem Aufbruch noch seine Braut sehe. Das möchte dieser unter Vorgabe fadenscheiniger Gründe aber vermeiden.
Doch da kommt sie bereits selbst. Während der echte Licida sich bereits freut, führt Clistene ihr Megagle zu. Aristea ist, als sie ihn erkennt, erstaunt, da doch einer namens Licida gesiegt hat. Da sowohl Clistene als auch Alcandro bestätigen, dass dies ihr Bräutigam sei, ist Aristea hocherfreut, während Megagle aus innerer Qual und Licida aus Ungeduld schweigen. Clistene sieht das als Zeichen an, dass das Brautpaar gerne alleine sein möchte, entfernt er sich mit Alcandro, Wachen und Volk.
Neben Aristea und Megagle bleibt auch Licida zurück. Nun will sich Licida zu erkennen geben, während Aristea ihren Geliebten fragt, was ihn bedrücke. Megagle bittet Licida, sich einen Augenblick zu entfernen. Dieser geht nach einigem Zögern ab.
Megagle versucht, Aristea sachte aufzuklären, dass Licida sein Freund sei, der ihm das Leben gerettet habe, und dass sie ihn wohl als schändlich ansehen würde, wenn er ihm den Freundschaftsdienst verweigert hätte. Er habe sich entschlossen, sie zu verlassen, um in ihrem Empfinden weiterhin als ihrer würdig zu bleiben. Als er Abschied nehmen will, fällt sie in Ohnmacht. Verzweifelt ruft Megagle nach Licida
Als dieser eintrifft, bittet Megagle ihn, sich um sie zu kümmern. Wenn sie nach ihm frage, solle er nur sagen, dass er weinend gegangen sei.
Aristea erwacht und glaubt zunächst, dass Megagle noch bei ihr sei. Sie macht ihm bittere Vorwürfe wegen Untreue. Licida verspricht ihr Treue und als er ihr die Hand reicht, merkt sie, dass es garnicht Megagle ist. Licida erklärt ihr, dass er doch ihr Gatte sei. Da erst erkennt sie wer dieser Unbekannte ist, weist ihn von sich und verschwindet.
Als er ihr nachgehen will, hält ihn Argene auf und wirft ihm Verrat vor. Obwohl sie ihren Namen nennt und er sie erkennt, tut er, als sei sie– die noch als Schäferin gekleidet ist – eine Fremde und will gehen. Aber sie hält ihn zurück und droht ihm, Clistene seine Schande zu erklären. Da erst gibt er zu, dass er sie erkannt habe und will sie um Verzeihung bitten. Aber sie gewährt sie ihm nicht, will Rache und geht.
Er will ihr nachgehen und überlegt, wie er sie besänftigen könne. Da eilt Aminta herbei und meldet, dass Megagle tot sei. Er erzählt Licida, wie er ihn gefunden habe, als er sich gerade in sein Schwert stürzen wollte, was er aber noch verhindern konnte. Er habe erklärt, dass er ohne Aristea nicht leben könne und wolle, sei dann auf einen Felsen gerannt und habe sich in den Fluss gestürzt. Licida ist fassungslos. Aminta aber entfernt sich, um die sterblichen Überreste Megagles zu finden.
Auch Licida will ihn suchen gehen. Er betet zu den Göttern, ihm seinen Freund zurückzugeben. Da kommt Alcandro und verkündet, dass der König ihn wegen der schändlichen Täuschung verbannt. Er müsse das Land sofort verlassen. Licida will sich nun selbst mit seinem Schwert töten, bringt es aber nicht fertig. In einer Arie schildert er seine Zerrissenheit zwischen Zorn, Rache, Zärtlichkeit, Freundschaft, Reue, Mitleid, Scham und Liebe. Dann verschwindet er. x)
Auf der einen Seite versucht Aminta Megagle, der von einem Fischer gerettet wurde, zurückzuhalten, erneut einen Selbstmordversuch zu begehen. Auf der anderen Seite ist es Argene, die Aristea festhält, die ebenfalls sterben möchte. Beide können jedoch ihren Freunden entfliehen. Dabei begegnen sie sich auf der Mitte der Bühne. Megagle berichtet der erstaunten Aristea, dass man ihm die Wege zum Sterben versperre. In diesem Augenblick erscheint Alcandro und berichtet, dass Licida versucht habe, Clistene zu ermorden. Er habe den König im Tempel überfallen, sei aber erstarrt, als der König ihm kühn entgegentrat, und konnte gefesselt werden. Er sei des Todes schuldig. Licida sei das gleichgültig. Er rufe nur nach seinem Freunde Megagle. Aminta eilt sofort davon, um etwas für dessen Rettung zu tun. Auch Megagle will sofort zu Hilfe eilen, doch Aristea warnt ihn vor der Gefahr, denn auch er habe ja ihren Vater getäuscht. Sie will selbst gehen, um den Vater zu besänftigen. Megagle lobt ihre Großzügigkeit, Aristea betont, wie sehr sie ihn liebe, und geht.
Megagle ist mit Argene zurückgeblieben. Er hofft, dass Aristea bei ihrem Vater etwas für seinen Freund erreichen kann. Argene rät ihm zwar, Licida seinem Schicksal zu überlassen. Aber Megagle will den Freund nicht im Stich lassen und entfernt sich.
Argene schwankt zwischen Mitleid und Hass auf den Untreuen. Aminta kommt und bestätigt auf Frage Argenes, dass Licida nun bald geopfert werde. Weder Aminta noch Megagle hätten etwas erreicht. Megagle wollte sich sogar für den Freund opfern, aber da er wegen der Täuschung selbst als Verbrecher betrachtet werde, könne er nicht für einen anderen Verbrecher eintreten. Argene bewundert Megagle und die Stärke dieser Freundschaft. Auch in ihr regt sich der Gedanke, sich für Licida zu opfern. Sie geht.
Aminta erkennt, dass er hier in Gefahr ist. Aber wohin soll er ohne Licida fliehen? Er geht ab.
Clistene steigt mit Alcandro. Licida im Opfergewand, Wachen, Priestern und Volk vom Tempel mit Gesängen zur Opferung herab. Danach verkündet Clistene Licida, dass er zwar Mitleid mit ihm habe, er aber nicht anders könne, denn er sei als Herrscher der Hüter der Rechtmäßigkeit. Er bittet ihn, einen letzten Wunsch zu äußern und Licida wünscht sich, seinen Freund noch einmal zu sehen. Clistene schickt die Wachen, Megagle zu holen. Unterdessen entdeckt Alcandro, dass der Herrscher weint. Clistene gesteht, dass er plötzlich eine zärtliche Zuneigung spüre, aber nicht erklären könne, woher dieses Gefühl käme.
Megagle wird von Wachen herbeigeführt. Er ist erschüttert, Licida so zu sehen, doch dieser sagt, dass es seinen Tod versüße, wenn er ihn lebend sieht. Megagle erklärt, dass ihm das Leben ohne ihn nichts nütze und er werde gemeinsam mit ihm in die Unterwelt gehen. Licida bittet ihn hingegen, ihm die Augen zu schließen und dann nach Kreta zu gehen und seinen Vater zu trösten.
Clistene ist von dieser Freundschaft überwältigt, doch Alcandro erinnert ihn daran, dass es nun Zeit für die Opferung sei. Megagle und Licida nehmen voneinander Abschied und der Chor beginnt erneut mit dem Opfergesang. Licida begibt sich zum Opferaltar und ein Tempelbediensteter übergibt Clistene die heilige Axt. Dieser spricht noch ein Gebet.
Als er dem Priester, der die Opferung vollziehen soll, die Axt übergibt, unterbricht Argene, immer noch als Schäferin Licori gekleidet, das Zeremoniell und bietet sich als freiwilliges Opfer für Licida an. Clistene verweist sie darauf, dass dem „schwächeren Geschlecht“ das Sterben für den Stärkeren nicht erlaubt sei. Da erklärt sie, dass Licida ihr das Eheversprechen gab und verweist ihn auf ein Beispiel aus der Geschichte, in der eine Ehefrau sich für ihren Gatten opfern durfte. Clistene erklärt, dass eine „niedrige Hirtin“ nicht als gleichwertig anerkannt werden könne. Da gibt sie sich als Argene zu erkennen. Der König befragt Licida, der es aber – um Argene zu retten – leugnet. Doch sie will die Wahrheit anhand eines Schmuckstücks beweisen, das Licida ihr beim Treueschwur geschenkt habe. Clistene will sie aber nicht anhören und sie fortführen lassen. Da schwört sie und ruft Aristea als Zeugin.
Erst als Aristea mit Gefolge kommt, lässt er sich herab, Argene anzuhören. Sie überreicht Clistene das Schmuckstück und er erkennt es. Alcandro bestätigt, dass es Clistenes kleiner Sohn trug, als er ihn im Auftrag des Königs ertränken sollte. Clistene fragt Licida, der jetzt zugeben muss, dass er es ihr geschenkt habe. Er gibt aber auf Clistenes Frage an, dass er es von Aminta erhalten habe. Nun will der König Aminta suchen lassen.
Aber da kommt dieser schon selbst. Aminta erklärt, dass er das Schmuckstück von einem Unbekannten erhalten habe. Alcandro erkennt in ihm den Mann, dem er das Kind damals aus Mitleid übergeben habe. Er muss nun zugeben, dass er den Befehl Clistenes nicht befolgt habe und Aminta klärt, auf, dass er das Kind mit nach Kreta genommen habe und es anstelle des früh verstorbenen Sohnes des dortigen Königs zum Thronfolger aufgezogen habe. Clistene erfährt so, dass Licida in Wahrheit sein Sohn Filinto und Zwillingsbruder Aristeas ist, den er deswegen in Meer werfen lassen wollte, weil ihm vom Orakel geweissagt worden war, dieser werde später einmal versuchen, den Vater zu ermorden. Licida (Filinto) versteht jetzt, warum er erstarrt ist, als er im Tempel die Hand gegen den König hob und Clistene erkennt, woher sein Mitleidsgefühl kam. Clistene gibt zwar die Erlaubnis zur Hochzeit zwischen Aristea und Megagle. Seinen Sohn kann er aber nicht retten, weil dieser sich schuldig gemacht hat. Megagle aber sieht eine Möglichkeit, ihn zu retten: Der Tag, an dem Clistene den olympischen Spielen vorgestanden habe sei vorüber, jetzt unterliege Licida dem öffentlichen Urteil. Clistene lässt also die Öffentlichkeit anhören, die sich dafür entscheidet, Licida am Leben zu lassen. x)
2) Landschaft im nördlichen Peloponnes
x) Am Ende jeden Aktes steht ein Tanz, im 1. Akt der der Nymphen, die von Satyrn bedrängt werden, im 2 Akt der der Jägerinnen und Jäger, im 3. Akt der der griechischen Damen aus Aristeas Gefolge und der olympischen Athleten
Auch dieses Libretto von Metastasio wurde von einer Reihe von Komponisten vertont, wobei die Vertonung von Caldara die erste ist. Der Handlung liegt eine Erzählung von Herodot zugrunde. Ob und wo Caldaras Werk in neuerer Zeit aufgeführt wurde, ist mir nicht bekannt. Auch Gesamtaufnahmen auf CD oder DVD habe ich nicht gefunden. Auf youtube gibt es einige Ausschnitte.
Die Inhaltsangabe wurde nach dem italienischen Libretto verfasst.
Auch dieses Libretto von Metastasio wurde von einer Reihe von Komponisten vertont, wobei die Vertonung von Caldara die erste ist. Der Handlung liegt eine Erzählung von Herodot zugrunde. Ob und wo Caldaras Werk in neuerer Zeit aufgeführt wurde, ist mir nicht bekannt. Auch Gesamtaufnahmen auf CD oder DVD habe ich nicht gefunden. Auf youtube gibt es einige Ausschnitte.
Die Inhaltsangabe wurde nach dem italienischen Libretto verfasst.
Kontakt
Telefon: 0178-1069333
Gestaltung Agentur kuh vadis