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CHOPIN, Frederic /NEUMEIER, John: DIE KAMELIENDAME

Frederic Chopin/ John Neumeier
DIE KAMELIENDAME

Ballett in einem Prolog, drei Akten und einem Epilog
Libretto: John Neumeier nach dem Roman von Alexandre Dumas
Uraufführung: 1978 im Württembergischen Staatstheater Stuttgart

PERSONEN DER HANDLUNG
Marguerite Gautier, die Kameliendame, eine Kurtisane
Armand Duval, ein junger Mann aus besten Gesellschaftskreisen
Monsieur Duval, sein Vater
Nanine, Dienerin Marguerites
Der Herzog, ein Liebhaber und Förderer Marguerites
Graf N., ein weiterer Liebhaber
Gaston Rieux, ein Freund Armands
Prudence Duvernoy, Kurtisane
Olympia, Kurtisane
Manon Lescaut, Gestalt aus dem Ballett „Manon“
Des Grieux, Manons Liebhaber aus dem Ballett „Manon“
Verehrer Marguerites, Ballgäste, Spaziergänger, Arbeiter der Auktion

Ort und Zeit der Handlung: Paris und Umgebung, frühes 19. Jahrhundert

Prolog

In einer Auktion wird das Inventar von Maguerite Gautier, einer Edelkurtisane, die an ihrer Lungenkrankheit gestorben ist, versteigert. Nanine, ihre Haushälterin, kommt als Erste und setzt sich traurig neben ein Porträt Marguerites. Käufer und Schaulustige strömen herein, unter ihnen Monsieur Duval, und zwei weitere Kurtisanen, Prudence Duvernoy und Olympia. Ein Besucher klimpert auf einem Klavier und spielt dann ein Largo von Chopin. Auch Monsieur Duval betrachtet das Porträt Marguerites mit Gewissensbissen. Armand Duval, sein Sohn, stürzt herein. Beim Anblick des Mobiliars sieht er in Gedanken Marguerite. Dann bricht er zusammen. Sein Vater hebt ihn auf und nimmt ihn liebevoll in die Arme. Er erzählt dem Vater seine Begegnungen mit Marguerite.

Erster Akt

Die erste Begegnung mit Marguerite hatte er in einem Theater. Unter dem Publikum befinden sich außer ihm und seinem Freund Gaston einige Kurtisanen und ihre Verehrer. Gaston stellt Armand die Kurtisane Marguerite vor. Gegeben wird das Ballett „Manon Lescaut“. Marguerite fühlt sich mit Manon seelenverwandt, was sie in einem Solo ausdrückt. Armand verfolgt mit Spannung die Aufführung. Später glaubt auch Armand eine Ähnlichkeit mit Des Grieux zu empfinden.
Nach der Vorstellung hat Marguerite Armand, Gaston, Prudence und den Liebhaber Graf N. eingeladen. Der Graf langweilt sie jedoch. Während Gaston und Prudence tanzen, lockt sie Armand zu sich. Den Grafen, der sich dazwischen mischt, stößt sie von sich, so dass dieser eifersüchtig den Raum verlässt. Marguerite begiinnt zu husten und zieht sich zurück. Armand, der zunächst von Nanine aufgehalten wird, eilt ihr nach.
Wir finden Marguerite in ihrem Zimmer wieder, wo sie einen heftigen Hustenanfall hat. Armand findet sie in diesem Zustand und richtet sie wieder auf, indem er ihr seine Liebe gesteht. Anfangs ist sie skeptisch, doch in einem langen Pas-de-deux kommen sie sich näher und sie macht ihn glücklich, indem sie ihm die Kamelie schenkt, die sie am Busen trägt.
Aber Marguerite verzichtet nicht auf ihr bisheriges Leben. Wir finden sie auf verschiedenen Bällen wieder, wo sich sich auch mit anderen Männern abgibt, u.a. in dem Landhaus, das ihr ein Herzog, der sie fördert, zu Verfügung gestellt hat. Armand bleibt ihr treu und schaut geduldig zu. Diese Szenen bieten die Gelegenheiten für Gruppen- und Solotänze des Ballettensembles.

Zweiter Akt

Eines Tages erscheint der Herzog bei einer solchen Party auf dem Landgut und stellt Marguerite und Armand zur Rede. Doch sie bekennt sich zu ihrer Liebe mit Armand und zum Verzicht auf Reichtum. Der Herzog und die Gäste verlassen sie.
Wiederum drücken Marguerite und Armand in einen großen Pas-de deux ihre Liebe aus. An dessen Ende bringt Nanine die Ankündigung eines Besuchs und Armand geht.
Nun erinnert sich Monsieur Duval, wie er ohne Wissen des Sohnes Marguerite aufgesucht und gebeten hat, sich von seinem Sohn zu trennen. Marguerite lässt sich nach einigem Zögern überzeugen, wobei auch eine Vision Manons beiträgt. Monsieur bedankt sich und geht. Marguerite bricht zusammen. Armand kommt, um sich (vorübergehend) zu verabschieden, wobei sie ihn nicht über ihre Absichten aufklärt. Dann zieht sie aus.
Als Armand zurückkehrt, erfährt er durch einen Brief von ihr, den ihm Nanine überreicht, dass sie sich von ihm getrennt hat und nach Paris zurückgekehrt ist. In einem Solo drückt er seine Verzweiflung aus und eilt ihr nach. Er findet sie in den Armen eines Anderen und bricht zusammen.

Dritter Akt

Unter den Spaziergängern auf den Champs Elisée entdeckt Armand Marguerite. Doch die Kurtisane Olympia drängt sich dazwischen und Armand beginnt, mit ihr zu kokettieren. Marguerite muss traurig zusehen, wie er sie mit Olympia provoziert.
Marguerite, bereits vom ihrer Krankheit gekennzeichnet, besucht Armand noch einmal, um ihn zu bitten, sie nicht weiter zu demütigen. Erneut finden die beiden zusammen. Aber nachts hat sie die Erscheinung der Manon, denkt an das Versprechen, das sie Armands Vater gegeben hat, und verlässt ihn nun endgültig. Auch Armand erscheint im Traum der verlassene Des Grieux. Er erwacht und merkt, dass er allein ist.
Auf einem Ball trifft er sie am Arm des Herzogs. Er brüskiert sie, indem er ihr einen Umschlag mit Geld für ihre Dienste überreicht. Marguerite wird hinausgetragen.

Epilog

Wir befinden uns wieder in der Auktion. Monsieur Duval versucht, seinen Sohn zu trösten, Nanine überreicht ihm das Tagebuch Marguerites. Beim Lesen erlebt er in seiner Phantasie einige Situationen ihrer letzten Tage:
– wie Nanine sie auf ihrem Krankenbett betreut,
– wie sie in ihren Fieberträumen noch einmal das Ballett „Manon“ erlebt, wo sie auch ihm begegnet,
– wie sie die Gestalten aus dem Ballett weiterhin bedrängen,
– wie sie einsam stirbt.

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Neumeier rollt die packende Geschichte der Kameliendame von ihrem Ende her auf. Das Ballett besteht – umrahmt von Prolog und Epilog, die in der Wirklichkeit spielen – aus Erinnerungen Armands und seines Vaters sowie Traumbildern der beiden Hauptpersonen, die ihre Gefühle widerspiegeln. Dazu verwendet Neumeier zum Geschehen passende Melodien aus Klavierkonzerten und reinen Klavierwerken Chopins.
Bei der Bearbeitung dieser Inhaltsangabe hat eine Verfilmung der Aufführung des Ballet de l’Opéra national de Paris Pate gestanden, choreographiert und inszeniert von John Neumeier selbst, die es auf DVD gibt:

Auch auf youtube gibt es eine Gesamtaufnahme dieser Aufführung:

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Gestaltung Agentur kuh vadis