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Das gesamte Kantatenschaffen Johann Sebastian Bachs in der Chronologie von Helmuth Rilling

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Kantate BWV 153, „Schau, lieber Gott, wie meine Feind“

Schau, lieber Gott, wie meine Feind (BWV 153) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den Sonntag nach Neujahr 1724, den 2. Januar 1724.

Bach schrieb die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig für den Sonntag nach Neujahr 1724. Die vorgeschriebenen Lesungen waren 1 Petr 4,12–19 LUT und Mt 2,13–23 LUT, die Flucht nach Ägypten. Der unbekannte Textdichter nahm den Kindermord in Betlehem zum Anlass, allgemein die Situation des Christen zu beleuchten, der von Feinden bedrängt wird.[1] Der Dichter ist möglicherweise derselbe, der auch unmittelbar zuvor die Weihnachts-Kantaten Darzu ist erschienen der Sohn Gottes und Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget verfasste, denn in allen diesen Werken kommen drei Choralstrophen vor. Die Kantate beginnt mit einem Choral, der ersten Strophe von David Denickes Schau, lieber Gott, wie meine Feind (1646). Satz 5 ist die fünfte Strophe von Paul Gerhardts Befiehl du deine Wege (1656) mit der Melodie von O Haupt voll Blut und Wunden.[2] Die Worte erwähnen die äußersten Feinde: „Und ob gleich alle Teufel“. Die Kantate endet mit den Strophen 16 bis 18 des Chorals Ach Gott, wie manches Herzeleid (1587), der Martin Moller zugeschrieben wurde. Bach benutzte diesen Choral später als Grundlage für seine Choralkantate Ach Gott, wie manches Herzeleid, BWV 3, sowie die erste Strophe 1727 für Ach Gott, wie manches Herzeleid, BWV 58.

Die Kantate beginnt mit einem vierstimmigen Choral, was für Bachs Kantaten ungewöhnlich ist, doch verständlich, wenn man bedenkt, dass dies nach BWV 40, BWV 64 und BWV 190 die vierte neue Kantate der Weihnachtszeit 1723 war und BWV 65 für Epiphanias noch folgte. Bach wollte vielleicht seinen Chor entlasten.[1]

Alle Rezitative sind secco, nur vom continuo begleitet, doch enden als Arioso. Bach bezeichnete Satz 3 als Arioso, doch ist er fast eine Arie. Das Bibel-Wort aus Jes 4,10 LUT, „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir“, ist dem Bass als der Vox Christi anvertraut, als ob Jesus es selbst spricht. Das Ritornell von acht Takte ist fast den ganzen Satz über in verschiedenen Tonarten gegenwärtig.

Nur zwei der neun Sätze sind Arien. Die erste, Satz 6, beschreibt die Feinde in schnellen Violinpassagen, scharfen punktierten Rhythmen und kühner Harmonik. John Eliot Gardiner vergleicht ihre Intensität mit der Arie des Petrus Ach, mein Sinn aus der Johannes-Passion.[1] Die zweite Arie, Satz 8, ist ein Menuett, das Bach wahrscheinlich aus seiner weltlichen Musik entwickelt hat, um ewige Freude zu beschreiben. Zweimal spielen die Instrumente einen Abschnitt und wiederholen ihn, während die Singstimme hineingewoben wird. Im zweiten vokalen Abschnitt werden die Worte „Daselbsten verwechselt mein Jesus das Leiden mit seliger Wonne, mit ewigen Freuden“ durch ein neues Thema dargestellt, das Allegro bezeichnet ist. Danach wiederholen die Instrumente ihren zweiten Abschnitt als Nachspiel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schau,_lieber_Gott,_wie_meine_Feind

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im September 1978 auf, wobei Ann Murray, Alt, Adalbert Kraus, Tenor und Walter Heldwein die Stammbesetzung vervollständigten. Dies kann man bei Youtube durch Anklicken  der folgenden Zahlenkombination nachhören: 00:18:44 – 00:33:42 :

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Kantate BWV 154, „Mein liebster Jesus ist verloren“

Mein liebster Jesus ist verloren (BWV 154) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1724 in Leipzig für den ersten Sonntag nach Epiphanias.

Bach führte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig am Sonntag nach dem Epiphaniasfest (Erscheinung des Herrn), dem 9. Januar 1724, auf. Der Musikwissenschaftler Alfred Dürr vermutet, dass sie bereits in Weimar geschrieben wurde,[1] während John Eliot Gardiner diese Sicht für die Sätze 1, 4 und 7 unterstützt.[2] Die vorgeschriebenen Lesungen waren Röm 12,1–6 LUT und Lk 2,41–52 LUT, der zwölfjährige Jesus im Tempel. Der unbekannte Textdichter nimmt die Suche der Eltern nach ihrem verlorenen Sohn zum Anlass, in den beiden ersten Sätzen die Situation eines Christen darzustellen, der seinen Jesus verloren hat und ihn vergeblich sucht. Der dritte Satz ist ein Choral; die zweite Strophe von Martin Jahns Jesu, meiner Seelen Wonne, in der Jesus gebeten wird zurückzukehren. Satz vier wiederholt die Bitte in einer persönlichen Arie. Die Antwort wird von der Vox Christi (Stimme Christi) gegeben mit den Worten des Evangeliums „Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist?“ Die Freude des Wiederfindens drückt eine Paraphrase von Hld 2,8 LUT aus: „Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel.“ Die Kantate endet mit der sechsten Strophe von Christian Keimanns Choral Meinen Jesum lass ich nicht.

In den drei Arien stellt Bach extreme Affekte dar: verzweifelte Trauer, Sehnsucht und Entzücken. Der ersten Arie unterlegt er eine ostinate Baßfigur, vergleichbar mit dem Chor Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen. Erst die Violine, dann der Tenor tragen eine ausdrucksvolle Melodie vor, die beide mehrfach wiederholen. Der kontrastierende Mittelteil wird von Streicher-Tremoli in kühnen Harmonien grundiert. Die zweite Arie wird von zwei Oboe d’amore und Unisono-Streichern begleitet, ohne Continuo. Ähnlich wie in der Sopran-Arie Aus Liebe will mein Heiland sterben aus Bachs Matthäus-Passion beschreibt das Fehlen des Fundaments Zerbrechlichkeit und Unschuld. Die Freude des Findens spiegelt sich in einem Duett von Alt und Tenor in homophonen Terz- und Sext-Parallelen. Es ist dreiteilig, wobei der dritte Teil kein da capo des ersten ist, sondern in schnellem 3/8-Takt schließt.

Der erste Choral (Nr. 3) ist ein vierstimmiger Satz der Melodie zu Werde munter, mein Gemüte von Johann Schop (1642), die als Bearbeitung für die Kantate Herz und Mund und Tat und Leben mit der Textzeile Jesus bleibet meine Freude weltberühmt wurde und die Bach als Nr. 40 in seiner Matthäus-Passion parodierte. Der Schlusschoral ist ein vierstimmiger Satz von Andreas Hammerschmidts Melodie zu Meinen Jesum laß ich nicht (1658), die Bach ebenfalls in den Kanten BWV 70, 157, vor allem aber in der gleichnamigen Choralkantate BWV 124 bearbeitete.[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Mein_liebster_Jesus_ist_verloren
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im September 1978 an bekanntem Orte auf, wobei ihm neben seinen Stammformationen Ann Murray, Alt, Aldo Baldin, Tenor und Walter Heldwein, Bass, zur Verfügung standen. Dies kann man unter den Zeitzahlen 00:33:44 – 00:49:31 nachhören:

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Kantate BWV 155, „Mein Gott, wie lang, ach lange“

Mein Gott, wie lang, ach lange? (BWV 155) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1716 in Weimar für den 2. Sonntag nach Epiphanias und führte sie am 19. Januar 1716 erstmals auf.

Bach schrieb die Kantate als Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den 2. Sonntag nach Epiphanias und führte sie am 19. Januar 1716 in der Schlosskirche erstmals auf. Die vorgeschriebenen Lesungen waren Röm 12,6–16 LUT und Joh 2,1–11 LUT, die Hochzeit zu Kana. Der Kantatentext wurde vom Hofdichter Salomon Franck verfasst und 1715 in Evangelisches Andachts-Opffer veröffentlicht. Er vertiefte einen Gedanken des Evangeliums: Jesus ist noch verborgen, doch die Seele darf darauf vertrauen, dass er zur rechten Zeit erscheinen wird. Franck erwähnt das Wort Wein und spielt damit auf das Wunder in Kana an, zum Beispiel „Der Tränen Maß wird stets voll eingeschenket, der Freuden Wein gebricht“. Der Schlusschoral ist die zwölfte Strophe von Paul SperatusEs ist das Heil uns kommen her.

Das Rezitativ spricht von sehnsüchtiger Erwartung über einem bebenden Orgelpunkt von mehr als elf Takten. Nur bei den Worten „der Freuden Wein gebricht“ gerät der Bass in Bewegung, auch wenn das Fehlen der Freude erwähnt wird, um auf „Mir sinkt fast alle Zuversicht“ wieder zurück zu sinken. Im folgenden Duett begleitet ein virtuoses Fagott in weitgespannten Figurationen die überwiegend parallel geführten Singstimmen. Satz 3 bringt tröstende Worte, die Bach dem Bass als der Vox Christi anvertraut. Auf die Worte „Damit sein Gnadenlicht dir desto lieblicher erscheine“ entwickelt sich ein Arioso. In der letzten Arie illustrieren lebhafte punktierte Rhythmen in den Streichern und später der Singstimme „Wirf, mein Herze, wirf dich noch in des Höchsten Liebesarme“. Der Choral auf die Melodie eines Osterchorals aus dem 15. Jahrhundert beschließt in vierstimmigem Satz die Kantate.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Gott,_wie_lang,_ach_lange%3F
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate schon im Februar 1971 auf, wobei folgende Solistinnen und Solistinnen mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttart einstimmten:
Ingeborg Reichelt, Sopran, Norma Lerer, Alt, Friedrich Melzer, Tenor und Hans-Friedrich Kunz, Bass. Dies kann man durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination nachhören: 00:49:33 – 01:02:34 :

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Kantate BWV 156, „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“

Ich steh mit einem Fuß im Grabe (BWV 156) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte das Werk in Leipzig für den 3. Sonntag nach Epiphanias und führte es erstmals am 23. Januar 1729 auf.[1] Die Kantate ist bekannt für ihre einleitende Sinfonia mit Solo-Oboe.

Ich steh mit einem Fuß im Grabe war Bachs vierte und letzte Kantate für den dritten Sonntag nach Epiphanias. Die vorgeschriebenen Schriftlesungen für diesen Sonntag wurden aus dem Römerbrief (Regeln für das Leben, Römer 12,17–21 EU) und aus dem Evangelium nach Matthäus (Heilung eines Aussätzigen, Mt 8,1–13 EU) entnommen.[2]

Der Librettist war Christian Friedrich Henrici (genannt Picander). Er brachte zwei Strophen aus älteren Chorälen ein: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt von Johann Hermann Schein (1628) und Herr, wie du willt, so schicks mit mir von Kaspar Bienemann (1582).[1]

Die Sinfonia in F-Dur ist mit Oboe, Streichinstrumenten und Generalbass besetzt. Sie stammt wahrscheinlich aus einem früheren Oboenkonzert und wurde später in Bachs Cembalokonzert BWV 1056 als mittlerer Satz adaptiert.[1] Im Vergleich zu der späteren Version für Cembalo und Orchester ist die Melodie klar, unkompliziert und harmonisch auf die Vorbereitung des zweiten Satzes ausgelegt.[4]

Der zweite Satz kombiniert eine Tenor-Arie mit einigen Sequenzen und einen Sopran-Choral mit obligaten Streichinstrumenten. Ungewöhnlich ist der Beginn mit einer synkopierten Generalbass-Linie unter Unisono-Streichinstrumenten.[1][5] Der Satz enthält und harmonische Kontraste.[4]

Beide Bass-Rezitative sind als Secco-Rezitativ in Moll-Tonart verfasst. Der erste und der dritte Satz der Kantate sind durch eine abrupt unterbrochene Melodielinie und ein abschließendes Arioso gekennzeichnet. Der zweite und der fünfte Satz sind vergleichsweise „heller in Stimmung und Geist“.[4] Es nimmt die Melodie der Choralfassung vorweg.[6]

Die Altarie wird von Oboe und Violine in Terz und Sexten begleitet. Der Satz enthält mehrere Beispiele für Wortmalerei.[1] Formal handelt es sich bei dem Satz um eine veränderte Da-capo-Arie.[4]

Der letzte Satz ist eine vierteilige Fassung des Chors in C-Dur.[1] Die Phrasenlängen werden variiert, was einen Eindruck der „Zeitlosigkeit“ im Angesicht des Todes vermittelt.[4]
https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_steh_mit_einem_Fu%C3%9F_im_Grabe
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahme diese Kantate im März und April 1973 auf. Hierbei wirkten der Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart und das Bach Collegium Stuttgart mit sowie Hildegard Laurich, Alt, Kurt Equiluz, Tenor und Wolfgang Schöne, Bass. Dies kann man durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination in Youtube nachhören: 00:00:00: – 00:17:10 :

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Kantate BWV 157, „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn (BWV 157)[1] ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte das Werk in Leipzig 1726/27, es wurde am 6. Februar 1727 in Pomßen erstmals aufgeführt.[2]

Das Werk scheint für eine Trauerfeier für Johann Christoph von Ponickau (1652–1726), einen sächsischen Kammerherrn, in Auftrag gegeben worden zu sein.[3] Christian Friedrich Henrici (auch als Picander bekannt) wirkte wie so oft auch hierbei als Bachs Librettist.[4] Die erste bekannte Aufführung fand am 6. Februar 1727 bei einem Gedenkgottesdienst für Ponickau in der Kirche seines Heimatdorfes Pomßen (20 km von Leipzig entfernt) statt. Die Veranstaltung ist recht gut dokumentiert, da die dort gehaltene Gedenkpredigt mit Informationen über die Aufführung der Musik abgedruckt wurde, die eine zweite, heute verlorene Bach-Kantate enthielt (Kantate BWV Anh. 209). Nicht bekannt ist, ob Bach anwesend war, obwohl einige Autoren dies annehmen.

Die Kantate scheint für die Aufführung im Rahmen der Leipziger Kirchenmusik angepasst worden zu sein, und zwar speziell für das Fest Mariä Reinigung, das am 2. Februar gefeiert wird.[2] Die Existenz von mehr als einer Version ist aus den frühesten erhaltenen Manuskripten nach Bachs Tod ersichtlich, die von Christian Friedrich Penzel kopiert wurden. Die erste erhaltene Partitur stammt aus dem Jahr 1755, weiterhin gibt es Teile aus den 1760er-Jahren.[3]

Die vorgeschriebenen Schriftlesungen für den Festtag stammten aus dem Buch Maleachi, „Der Herr wird in seinen Tempel kommen“ (Maleachi 3,1–4 EU), und aus dem Evangelium nach Lukas: Die Reinigung Marias und der Darstellung Jesu im Tempel, einschließlich des Canticums Nunc dimittis (Lukas 2,22–32 EU).[4][2] Die im Lobgesang des Simeon (Prophet) ausgesprochene Sehnsucht, „in Frieden dahinzufahren“, wurde oft als Bild für den Tod eines Christen verwendet. Henrici fügte im ersten Satz ein Zitat aus Gen 32,26–32 EU und im fünften Satz die letzte Strophe des Kirchenliedes „Meinen Jesus lass ich nicht“ von Christian Keimann hinzu.[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_lasse_dich_nicht,_du_segnest_mich_denn
Weiteres kann man ebenda lesen.

Diese Kantate nahm Helmuth Rilling im Oktober 1982 und Juli 1983 auf, wobei ihm wieder seine beiden Stammformationen sowie Adalbert Kraus, Tenor und Philippe Huttenlocher, Bass, zur Seite standen. Dies kann in Youtube durch Anklicken der Zahlenkombi 00:17:13 – 00:36:10 nachhören:

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Kantate BWV 158, „Der Friede sei mit dir“

Der Friede sei mit dir (BWV 158) ist die kürzeste Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach und enthält Musiknoten für einen Basssolisten. Es blieb als Kantate für den dritten Tag von Ostern erhalten, könnte jedoch ein Fragment eines Werkes sein, das ursprünglich für die Darstellung des Herrn geschrieben wurde. Angesichts dieses Hintergrunds und der Tatsache, dass es von Christian Friedrich Penzel, einem der letzten Schüler Bachs, kopiert wurde, gibt es eine große Vielfalt vorgeschlagener Kompositionsdaten. Es könnte auf Bachs Weimarer Zeit zurückgehen,[1] obwohl ein spätes Datum wie 1735 vorgeschlagen wurde.[2]

Die einzige vorhandene Quelle der Kantate ist ein Exemplar von Christian Friedrich Penzel, das auf der Titelseite als „Reinigung“ bezeichnet wird, es bezieht sich auf das evangelische Fest der Mariä Reinigung, das am 2. Februar gefeiert wurde, es kann sich jedoch auch auf den Osterdienstag beziehen.

Bach komponierte mehrere Kantaten für die Reinigung Mariä und die Texte beziehen sich auf Simeons Canticum (Bibel) Nunc dimittis, einen Teil der vorgeschriebenen Schriftlesungen.[3]

Aufgrund der Verweise auf die Nunc dimittis in Der Friede sei mit dir und der alternativen Titelblattbezeichnung wird allgemein angenommen, dass zumindest die beiden zentralen Sätze ursprünglich Teil einer längeren Kantate für die Reinigung Mariä waren, mit einem anderen einleitenden Rezitativ, in dem den Jüngern nicht das Osterfest Christi vor Augen geführt wird. Die Arie, die für die Flöte besser geeignet zu sein scheint als die in Penzels Abschrift angegebene Violino, wird zur Untermauerung der Hypothese angeführt, dass sie ursprünglich für einen anderen Anlass geschrieben wurde.[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Friede_sei_mit_dir

In dieser Aufnahme, die im Juli 1983 entstand, singt Philippe Huttenlocher, begleitet von Günther Passin, Oboe, Wolf-Dieter Streicher, Violine, Helmut Veihelmann, Cello und Harro Bertz, Kontrabass sowie Hans-Joachim Erhard, Orgel. Nachhören kann man dies durch Anklicken der folgenden Spielzeiten: 00:36:12 – 00:46:20 :

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Kantate BWV 159 „Sehet, wir geh hinauf gen Jerusalem“

Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem (BWV 159) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den Sonntag Estomihi und führte sie wahrscheinlich erstmals am 27. Februar 1729 auf.

Bach schrieb die Kantate in Leipzig für den Sonntag Estomihi, den Sonntag vor Aschermittwoch. Es war damit in Leipzig der letzte Sonntag vor Karfreitag, an dem eine Kantate aufgeführt wurde, da in Leipzig während der Passionszeit tempus clausum eingehalten wurde. Das Datum der ersten Aufführung ist nicht belegt, doch der Textdichter Christian Friedrich Henrici (genannt Picander), der auch die Matthäus-Passion verfasst hatte, veröffentlichte diese Kantate in seinem Jahrgang 1728. Daher ist anzunehmen, dass sie am 27. Februar 1729 erstmals aufgeführt wurde. Bach hatte zwei Kantaten für den Sonntag Estomihi des Jahres 1723 komponiert, als Probestücke für seine Bewerbung um das Amt des Thomaskantors: Du wahrer Gott und Davids Sohn (BWV 23) und Jesus nahm zu sich die Zwölfe (BWV 22).[1]

Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren 1 Kor 13,1–13 LUT und Lk 18,31–43 LUT, die Heilung eines Blinden und damit verbunden die Ankündigung des Leidens in Jerusalem. Während Bach in den früheren Kantaten auch auf die Heilung eingeht, konzentriert sich dieses Werk auf den Weg zur Passion. Der Dichter hebt in Satz 1 deren Ungeheuerlichkeit hervor, betrachtet sie in Satz 2 als vorbildlich, in Satz 3 als Grund zum Abschied von weltlicher Freude, schließlich als Grund zum Dank. In Satz 2 ergänzen sich Rezitativ und die 6. Strophe von Paul Gerhardts Choral O Haupt voll Blut und Wunden, von dem in der Matthäus-Passion diese und vier weitere Strophen erscheinen. Satz 4 beginnt mit den Worten Es ist vollbracht (Joh 19,30 LUT), einem der Sieben Letzten Worte. Es deutet sich bereits an in der Ankündigung des Sonntagsevangeliums: „und es wird alles vollendet werden, was geschrieben wurde“ Lk 18,31 LUT.[1] Bachs Johannes-Passion enthält eine Alt-Arie auf diese Worte, eine Zusammenfassung der Passion unmittelbar nach dem Tod Jesu.[2] Der Schlusschoral ist die 33. Strophe von Paul Stockmanns Jesu Leiden, Pein und Tod (1633).

Kurz darauf, am Karfreitag 1729 wurde die Matthäus-Passion aufgeführt. Deshalb wird die BWV 159 auch gelegentlich das „Vororatorium zur Matthäus-Passion“ genannt.

Satz 1 ist ein Dialog zwischen Jesus und der Seele. Die Seele wird vom Alt gesungen, nicht vom Sopran wie in vielen anderen solchen Dialogen, Jesus vom Bass als der Vox Christi (Stimme Christi). Bach erzielt dramatische Kontrastwirkung, indem er die Jesus-Worte als Arioso setzt, das nur vom continuo, die erregten Antworten der Seele hingegen von Streichern als recitativo accompagnato begleiten lässt. Diese Behandlung ist umgekehrt zur Matthäus-Passion, wo die Jesus-Worte von einem Streichquartett intensiviert werden. In Satz 2 wird die ausdrucksvolle Linie der Altstimme ergänzt durch die Choralstrophe Ich will hier bei dir stehen im Sopran. Den Höhepunkt der Kantate bildet Satz 4, in dem die Vox Christi die Vollendung der Passion bedenkt. Die Anfangsworte Es ist vollbracht werden gesungen auf ein Motiv, das die Oboe vorstellte, gestützt von einem „harmoniefüllenden Streichersatz“ (Alfred Dürr).[3] Im Mittelteil wird der Abschnitt „Nun will ich eilen“ durch Läufe in der Stimme, Oboe und Violine veranschaulicht.[4] Ein quasi da capo nimmt das Anfangsmotiv wieder auf, diesmal auf die Worte „Welt, gute Nacht“. Der Schlusschoral ist schlicht vierstimmig gesetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sehet!_Wir_gehn_hinauf_gen_Jerusalem

Diese Kantate nahme Helmuth Rilling im Juni und Juli 1983 auf, hier wieder mit seinen Stammformationen sowie Julia Hamari, Alt, Aldo Baldin, Tenor und Philippe Huttenlocher, Bass.
Dies kann man durch Anklicken der Zahlenkombination 00:46:22 – 01:02:42  nachhören:

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Willi😀

 

BWV 161, „Komm, du süße Todesstunde“

Vorbemerkung: die eigentlich erwartete Kantate BWV 160 „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ erscheint hier nicht, weil sie in Wirklichkeit von Georg Philipp Telemann stammt:

„Die Kantate stammt von G. P. Telemann (TVWV 1:877); früheste Zuschreibung (1725) an Telemann (D-Gs: 8º Cod. Ms. philos. 84e: Telemann 10); s. Dürr BJ 1951/52, B. Reipsch 2005; NBA I/41 KB.Zuschreibung „di J. S. Bach“ in verschollener Abschrift von H. N. Gerber, zit. nach BG 32, S. XXV.“
https://www.bach-digital.de/receive/BachDigitalWork_work_00000194

Komm, du süße Todesstunde, BWV 161, ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach.

Sie wurde in Weimar vermutlich für den 6. Oktober 1715 (16. Sonntag nach Trinitatis) sowie für Mariä Lichtmess komponiert. Eine erneute Aufführung fand vermutlich am 16. September 1725[1] in Leipzig statt.

Der Text wurde von Salomon Franck (Sätze 1–5) und Christoph Knoll verfasst (6. Satz = 4. Strophe des Liedes Herzlich tut mich verlangen).

Das Choralthema basiert auf einer Melodie, die ursprünglich von Hans Leo Haßler komponiert wurde als weltliches Liebeslied Mein G’müt ist mir verwirret, gedruckt im Jahre 1601.[2][3] Das Lied O Haupt voll Blut und Wunden verwendet dieselbe Melodie. Es ist auch eine von mehreren Melodien, auf die der Text Befiehl du deine Wege von Paul Gerhardt gesungen wird (vgl. Matthäus-Passion, Choral Nr. 53).

Die Schlusstakte des Altrezitativs Der Schluß ist schon gemacht („so schlage doch“) nehmen die Tenorarie Ach, schlage doch bald, selge Stunde aus BWV 95, Christus, der ist mein Leben, die Bach erst 1723 in Leipzig komponierte, vorweg.
https://de.wikipedia.org/wiki/Komm,_du_s%C3%BC%C3%9Fe_Todesstunde
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate zusammen mit der folgenden im Dezember 1975 auf, wozu ihm diesmal nebem dem Bach-Collergium wieder einmal die Frankfurter Kantorei zur Verfügung stand sowie Hildegard Laurich, Alt und Adalbert Kraus Tenor. Dies kann durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination nachgehört werden: 00:00:00 – 00:20:32 :

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Kantate BWV 162, „Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe“

Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe (BWV 162) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Weimar für den 20. Sonntag nach Trinitatis.

Bach schrieb die Kantate für den 20. Sonntag nach Trinitatis als Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar in Weimar, wo sie in der Schlosskirche erstmals aufgeführt wurde, am 3. November 1715 (nach Alfred Dürr) oder am 25. Oktober 1716 (nach Christoph Wolff und anderen[1]).

Die vorgeschriebenen Lesungen waren Eph 5,15–21 LUT und Mt 22,1–14 LUT, das Gleichnis von der königlichen Hochzeit. Der Text der Kantate stammt vom Hofdichter Salomon Franck und wurde 1715 veröffentlicht in Evangelisches Andachts-Opffer. Er bezieht sich auf das Evangelium und betont, wie wichtig es ist, der liebenden Einladung Gottes zu folgen. Francks Sprache ist reich an Kontrasten, wie Seelengift und Himmelsbrot, und biblischen Bildern wie Der Himmel ist sein Thron nach Jes 66,1 LUT. Der Schlusschoral ist die siebte Strophe von Alle Menschen müssen sterben[2] von Johann Rosenmüller (1652).

Bach führte die Kantate in Leipzig erneut auf, am 10. Oktober 1723 in einer revidierten Fassung, diesmal mit einem corno da tirarsi, einem Zughorn. Bachs Partitur ist nicht erhalten, auch scheinen einzelne Stimmen zu fehlen.

Die Kantate beginnt mit einer Bass-Arie, begleitet von drei Instrumenten in polyphonem Satz, zwei Violinen und Viola, die später in Leipzig von der Zugtrompete verstärkt wurde. Das charakteristische Motiv auf die Anfangsworte durchzieht den Satz. Der Sopran-Arie scheint nach Dürr eine obligate Begleitung zu fehlen. Für das Projekt Bach Cantata Pilgrimage des Monteverdi Choir rekonstruierte Robert Levin eine Fassung für Flöte und Oboe d’amore.[3] Das Duett wird ebenfalls nur vom continuo begleitet, erscheint jedoch in dieser Form vollständig. Die Melodie des Schlusschorals ist anderswo selten, erscheint jedoch in Weimar nicht nur in diesem Werk, sondern auch in einer Choralbearbeitung von Johann Gottfried Walther.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ach!_ich_sehe,_itzt,_da_ich_zur_Hochzeit_gehe
Weiteres kann man ebenda lesen.

Diese Aufnahme wurde ebenfalls im Dezember 1975 getätigt. Auch hier war neben dem Bach-Collegium die Frankfurter Kantorei am Start sowie Arleen Auger, Sopran, Alyce Rogers, Alt, Kurt Equiluz, Tenor und Wolfgang Schöne, Bass. Dies kann in der folgenden Zahlenkombination nachgehört werden: 00:20:34 – 00:37:08 :

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Kantate BWV 163, „Nur jedem das Seine“

Nur jedem das Seine (BWV 163) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Weimar für den 23. Sonntag nach Trinitatis.

Am 2. März 1714 wurde Johann Sebastian Bach zum Konzertmeister des Weimarer Hoforchesters ernannt. Damit war die Pflicht verbunden, „monatlich neüe Stücke auff[zu]führen“, insbesondere Kantaten für die Hofgottesdienste in der Schlosskirche.[1][2]

Bach komponierte die Kantate 1715 für den 23. Sonntag nach Trinitatis. Das Werk war Teil von Bachs 1714 begonnenem Zyklus von monatlichen geistlichen Kantaten für den Weimarer Hof und das erste Stück, das nach einer mehrmonatigen Trauerzeit um Prinz Johann Ernst aufgeführt wurde. Der Text entstammt Salomon Francks Jahrgang Evangelisches Andachts-Opfer von 1715 und nimmt Bezug auf das Matthäus-Evangelium (Matthäus 22,14–22 EU). Auf die Fangfrage der Pharisäer, ob es rechtens sei, dem Kaiser Steuern zu zahlen, antwortete Jesus: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ Franck, der auch für das Münzkabinett am Weimarer Hof verantwortlich war, begann mit einer Paraphrase dieser Antwort und verwendete mehrere Anspielungen auf Geld und Gold.[3][4] Im Libretto werden die irdischen Autoritäten nicht als weise Obrigkeit gepriesen, sondern als unabänderliches Übel dargestellt, mit dem es in einer Welt der Auskunftspflichten und Rechnungslegungen zu leben gilt.[5]

Franck nahm als sechsten und letzten Satz dieser Kantate eine Strophe aus einer Hymne von Johann Heermann auf, nach dem gedruckten Libretto die letzte Strophe von Wo soll ich fliehen hin (1630).[3] Da nur der Generalbass erhalten geblieben ist, ergaben neuere Forschungen, dass Bach möglicherweise stattdessen eine Strophe aus Heermanns Meinen Jesum laß ich nicht mit einer Melodie nutzte, die er schon instrumental in Satz 5 verwendete und die zur Generalbassstimme passte.[4]

Bach dirigierte die Uraufführung am 24. November 1715.[6] Über eine spätere Aufführung in Leipzig ist nichts bekannt, aber der Bachforscher Christoph Wolff schreibt: „Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass es [wiederbelebt] wurde.“[7]

Helmuth Rilling nachm diese Kantate wieder mit seinen Stammformationen im September 1976 und Januar/April 1977 auf, wobei er folgendes Solistenquartett hinzuzog:
Arleen Auger, Sopran, Helen Watts, Alt, Adalbert Kraus, Tenor und Niklaus Tüller, Bass. Dies kann in Youtube durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination nachgehört werden: 00:37:11 – 00:54:01 :

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Kantate BWV 164, „Ihr, die hr euch von Christo nennet“

Ihr, die ihr euch von Christo nennet, BWV 164, ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach, geschrieben 1725 in Leipzig für den 13. Sonntag nach Trinitatis, den 26. August 1725.

Bach schrieb die Kantate in seinem dritten Jahr in Leipzig für den 13. Sonntag nach Trinitatis, den 26. August 1725. Er vertonte einen Kantatentext, den Salomon Franck bereits in Weimar 1715 in Evangelisches Andachts-Opffer veröffentlicht hatte.[1] Ähnlich war er zuvor in Tue Rechnung! Donnerwort, BWV 168, verfahren.[2]

Die vorgeschriebenen Lesungen sind Gal 3,15–22 LUT und Lk 10,23–37 LUT, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Die Nächstenliebe ist in dieser Kantate das vorherrschende Thema, während in den Texten der beiden Vorjahre, Du sollt Gott, deinen Herren, lieben und Allein zu dir, Herr Jesu Christ, die Gleichwertigkeit von Gottes- und Nächstenliebe betont wurde. Der Schlusschoral ist die fünfte und letzte Strophe von Herr Christ, der einig Gotts Sohn von Elisabeth Creutziger (1524).[2]

Die Musik für die vier Vokalsolisten ist im Wesentlichen Kammermusik. Die Form der drei Arien weicht von der üblichen Da-capo-Arie ab. In der Tenor-Arie entwickeln Singstimme und Streicher das gleiche thematische Material in der Form A –B – A‘ – B‘. In der Alt-Arie, begleitet von Seufzermotiven der Flöten, wird nicht der erste, sondern abgewandelt der zweite Teil wiederholt, A – B – B‘. Im Duett formt Bach ein Quartett von Singstimmen, unisono spielenden hohen Instrumenten und Continuo. Der Text wird in drei Abschnitten vorgetragen und in einem vierten zusammengefasst, der den ersten wieder aufgreift. Der Schlusschoral ist ein schlichter vierstimmiger Satz.[2]

Helmuth Rilling nahm auch diese Kantate mit seiner Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart sowie mit folgenden Sängerinnen und Sängern im November 1981 und Oktober 1982  auf:
Edith Wiens, Sopran, Julia Hamari, Alt, Lutz-Michael Harder, , Tenor und Walter Heldwein, Bass. Dies kann durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination nachgehört werden: 00:54:04 – 01:11:56 :

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Willi😀

Vorbemerkung:
In den letzten beiden Beiträgen habe ich den Link zu Wikipedia vergessen, was ich hiermit nachhole:

Beitrag Nr. 160: https://de.wikipedia.org/wiki/Nur_jedem_das_Seine

Beitrag Nr. 161:https://de.wikipedia.org/wiki/Ihr,_die_ihr_euch_von_Christo_nennet

Kantate BWV 165, „O heilges Geist- und Wasserbad“

O heilges Geist- und Wasserbad (BWV 165) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Weimar für Trinitatis und führte sie am 16. Juni 1715 zum ersten Mal auf.

Bach war in Weimar Hoforganist von Johann Ernst von Sachsen-Weimar und wurde am 2. März 1714 zum Konzertmeister ernannt. Damit ging die Aufgabe einher, monatlich eine Kirchenkantate in der Schlosskirche aufzuführen. Er komponierte die Kantate für Trinitatis. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag nach Pfingsten waren Röm 11,33–36 LUT, „Welch eine Tiefe des Reichtums der Weisheit und Erkenntnis Gottes“, und Joh 3,1–15 LUT, das Treffen Jesu und Nikodemus.

Der Kantatentext wurde vom Hofdichter Salomon Franck verfasst und 1715 in der Sammlung Evangelisches Andachts-Opffer veröffentlicht. Der Dichter hält sich eng an das Evangelium und leitet den Anfang von der Bemerkung Jesu ab: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen“. In Satz 2, einem Rezitativ, führt der Text aus, dass die erwähnte Geburt in der Taufe erfolgt, einem Akt der Gnade Gottes: „Er wird im Geist- und Wasserbade ein Kind der Seligkeit und Gnade“. Satz 3, eine Arie, betrachtet, dass der Bund im Laufe des Lebens immer wieder erneuert werden muss, da der Mensch ihn bricht (Satz 4). Die letzte Arie ist ein Gebet um die Einsicht, dass der Tod Jesu das Heil brachte: „meines Todes Tod“.[1] Der Schlusschoral ist die fünfte Strophe von Ludwig Heimbolds Nun lasst uns Gott dem Herren, die Gottes Wort, Taufe und Abendmahl anspricht.[2]

Bach führte die Kantate wahrscheinlich am 16. Juni 1715 erstmals auf. Eine weitere Aufführung, mit kleinen Änderungen, erfolgte in seinem ersten Amtsjahr in Leipzig, vermutlich um am Sonntag Trinitatis mit ihr den ersten Kantatenzyklus abzuschließen. Die Partitur dieser Aufführung ist erhalten.[1]

In der ersten Arie ist das Ritornell eine Fuge, während in den fünf Vokal-Teilen Sopran und Violine I das thematische Material in Imitation behandeln. Diese fünf Teile sind symmetrisch angelegt: A B C B‘ A‘. Das Thema von B ist die Umkehrung von A, das von C ist von Takt 2 des Ritornells abgeleitet. Alfred Dürr sieht die Form in Verbindung zum Thema des Evangeliums, der Geburt aus Wasser und Geist. Das erste Rezitativ ist secco, doch nähern sich hervorgehobene Textabschnitte dem Arioso. Die zweite Arie, nur vom Continuo begleitet, wird von einem ausdrucksvollen Motiv beherrscht, das einige Sextsprünge aufwärts aufweist. Es wird instrumental vorgestellt und von der Singstimme in vier Abschnitten übernommen. Das zweite Rezitativ wird von den Streichern begleitet und intensiviert den Text durch etliche Melismen, die Bezeichnung adagio auf die Worte „hochheiliges Gotteslamm“ und durch Melodien in der Begleitung. Die letzte Arie, in der die Schlange erwähnt wird, stellt deren Windungen musikalisch dar.[4] Die Kantate wird beschlossen mit einem schlichten vierstimmigen Choralsatz.[5]
https://de.wikipedia.org/wiki/O_heilges_Geist-_und_Wasserbad

Bei der Aufnahme dieser Kantate pausierte die Gächinger Kantorei wieder und die Frankfurter Kantorei war dafür am Zuge. Neben dem Bach-Collegium Stuttgart  waren noch folgende Solistinnen und Solisten mit von der Partie:
Arleen Auger, Sopran, Alyce Rogers, Alt, Kurt Equiluz, Tenor und Wolfgang Schöne, Bass. Dies kann durch Anklicken der folgenden Zahlkombination bei Youtube nachgehört werden: 00:00:00 – 00:12:58 :

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Kantate BWV 166, „Wo gehst du hin“

Wo gehest du hin? (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.

Bach schrieb die Kantate in Leipzig für den Sonntag Cantate, den vierten Sonntag nach Ostern. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren 1 Petr 2,11–20 LUT und Joh 16,16–23 LUT aus den Abschiedsreden Jesu. Der unbekannte Dichter benutzte die Frage aus dem Evangelium für den ersten Satz der Kantate, den Bach dem Bass als der Vox Christi zuwies. Als dritten Satz setzte er die dritte Strophe des Chorals Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl (1582) von Bartholomäus Ringwaldt ein, als Schlusschoral Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadts Wer weiß, wie nahe mir mein Ende (1688).
https://de.wikipedia.org/wiki/Wo_gehest_du_hin%3F

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im September 1978 auf, und daran beteiligt waren die Gächinger und die Stuttgarter sowie Helen Watts, Alt, Aldon Baldin, Tenor und Wolfgng Schöne Bass. Diese Aufnahme kann bei Youtube unter Anklicken der folgenden Zeitzahlen nachgheört werden: 00:13:01 – 00:29:41 :

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Kantate BWV 167, „Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe“

Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe (BWV 167) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für das Fest Johannes des Täufers und führte sie am 24. Juni 1723 zum ersten Mal auf.
(Anm.: Ich möchte auf den Hinweis nicht verzichten, dass hier endlich mal eine Kantate an dem Tag uraufgeführt wurde, an dem nicht nur der Widmungsträger Namenstag hatte, sondern auch der Komponist, auch wenn er ihn möglichweise als evangelischer Christ garnicht gefeiert hat).

Bach komponierte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig, kurz nachdem er seinen Dienst als Thomaskantor aufgenommen hatte, für Johannis, das Fest Johannes des Täufers am 24. Juni 1723,[1] das in die Woche nach dem 4. Sonntag nach Trinitatis fiel. Bach hatte am 1. Sonntag nach Trinitatis sein Amt mit einer Kantate in 14 Sätzen angetreten, Die Elenden sollen essen, und damit seinen ersten Kantatenzyklus begonnen. Im Vergleich ist das Werk für das Fest des Heiligen in fünf Sätzen weniger anspruchsvoll.

Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren Jes 40,1–5 LUT und Lk 1,57–80 LUT, die Geburt des Täufers und der Lobgesang des Zacharias, seines Vaters. Der unbekannte Dichter übernahm einige Sätze fast wörtlich aus dem Evangelium, zum Beispiel den Beginn des Lobgesangs als „Gelobet sei der Herr Gott Israel“. Die Dichtung verfolgt den Gedanken, dass Jesus, „des Weibes Samen“, die Sünden tilgen wird, die durch das Bild der Schlange veranschaulicht werden. Das letzte Rezitativ fordert alle auf, dafür wie Zacharias Lob zu singen. Das geschieht im Schlusschoral, der fünften Strophe von Johann Gramanns Nun lob, mein Seel, den Herren (1549).[2]
Anders als in den zuvor für Leipzig komponierten Kantaten beginnt Bach diese Kantate nicht mit einem Eingangschor, sondern mit einer Arie. Möglicherweise ging er damit vom Lobgesang des einzelnen aus. Die Arie ist nur von Streichern begleitet, teils Violine solo, teils im dichten Satz aller Streicher. Das folgende Rezitativ, das auf Johannes und Jesus auf dem Weg zur Erlösung verweist, endet in einem Arioso zu den Schlusszeilen „mit Gnad und Liebe zu erfreun und sie zum Himmelreich in wahrer Buß zu leiten“. Dieses Arioso wird von einer ostinato-Bewegung im continuo getragen, die Alberti-Bässen ähnelt.[3]
https://de.wikipedia.org/wiki/Ihr_Menschen,_r%C3%BChmet_Gottes_Liebe
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahme diese Kantate im Januar und Februar 1974 auf und setzte hier wieder einmal den Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart neben seinem Bach-Collegium Stuttgart ein sowie die folgenden Solistinnen und Solisten:
Kathrin Graf, Sopran, Helen Gadow, Adalbert Kraus, Tenor und Niklas Tüller, Bass, Due kann hier nachgehört werden: 00:29:43 -00:47:41 :

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