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Das gesamte Kantatenschaffen Johann Sebastian Bachs in der Chronologie von Helmuth Rilling

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Kantate BWV 184, „Erwünschtes Freudenlicht“

Erwünschtes Freudenlicht (BWV 184) ist eine geistliche (evangelische) Kantate von Johann Sebastian Bach, die er in Leipzig 1724 für den dritten Tag des Pfingstfests komponierte. Sie wurde am 30. Mai 1727 erneut aufgeführt. Wahrscheinlich basiert das Werk auf einer früheren weltlichen Kantate, BWV 184a. BWV 184a, größtenteils verloren, war in Köthen als Duett für Sopran und Generalbass mit mehreren Tanzelementen komponiert worden.

Die Kantate enthält sechs Sätze und ist für drei Solostimmen, einen vierstimmigen Chor und ein barockes Instrumentalensemble bestehend aus zwei Flöten, Streichinstrumenten und Generalbass gesetzt. Ungewöhnlich für Bachs Kirchenkantaten schließt das Werk nicht mit einem Choral ab; stattdessen steht eine Vertonung der letzten Strophe der Hymne „O Herre Gott, dein göttlichs Wort“ von Anarg zu Wildenfels an der vorletzten Stelle, auf die zum Beschluss der Kantate ein Refrain folgt. Der tänzerische Einfluss der zugrundeliegenden Kantate spiegelt sich im Passepied des zweiten Satzes, im Menuett des vierten Satzes und in der Gavotte des letzten Satzes wider.

Bach komponierte die Kantate Erwünschtes Freudenlicht für den Pfingstdienstag, den dritten Tag des Pfingstfests.[1] Sie basierte wahrscheinlich auf einer früheren weltlichen Kantate zum Neujahrstag (BWV 184a), die in Köthen komponiert worden war.[2] Der Musikwissenschaftler Szymon Paczkowski schlägt zwei weitere mögliche Anlässe für das weltliche Vorbild vor: den Geburtstag von Prinz Leopold von Anhalt-Köthen am 10. Dezember 1720 und die Hochzeit von Leopold und Friederike Henriette von Anhalt-Bernburg am 11. Dezember 1721.

Der Bach-Forscher Alfred Dürr wies auf viele Ähnlichkeiten mit Erhöhtes Fleisch und Blut, BWV 173 hin: Beide waren Adaptionen von weltlichen Kantaten, beide zu Pfingsten in Bachs erstem Jahr in Leipzig geschrieben und beide 1731 wiederaufgeführt. Während die zugrundeliegende Kantate für Erhöhtes Fleisch und Blut erhalten blieb (die Glückwunschkantate Durchlauchtster Leopold, BWV 173a), ist die von Erwünschtes Freudenlicht größtenteils verloren, nur wenige Instrumentalteile sind vorhanden. Es war eine Duett-Kantate mit mehreren Tanzbewegungen.[3]

Die vorgeschriebenen Schriftlesungen für diesen Festtag stammten aus der Apostelgeschichte des Lukas, dem Heiligen Geist in Samarien (Apostelgeschichte 8, 14–17 EU) sowie aus dem Evangelium nach Johannes, dem Guten Hirten (Johannes 10, 1–10 EU) Der Dichter, der einen Text an die vorhandene Musik anpasste, ist unbekannt. Möglicherweise behielt er den Wortlaut des Anfangs des Eröffnungsrezitativs bei und beschrieb Jesus weiterhin als den Hirten seiner „glückseligen Herde“. Der Librettist nahm als vorletzten Satz der Kantate die letzte (achte) Strophe der Hymne O Herre Gott, dein göttlichs Wort von Anarg zu Wildenfels auf.

Bach führte Erwünschtes Freudenlicht am 30. Mai 1724 in Leipzig als Adaption von BWV 184a auf und führte die Kantate dort am 3. Juni 1727 und am 15. Mai 1731 erneut auf.[1]

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im September 1976 und Januar und April 1977 auf, wobei er seine Stammformationen und das Soloquartett Arleen Auger, Sopran, Gabriele Schnaut, Alt, Adalbert Kraus, Tenor und Niklaus Tüller, Bass, zur Verfügung hatte. Dies kann in Youtube durch Anklicken der Zahlenkombination 00:43:52 – 01:07:35 nachgehört werden:

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Kantate BWV 185, „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

Barmherziges Herze der ewigen Liebe (BWV 185) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1715 in Weimar für den 4. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 14. Juli 1715 erstmals auf.

Bach war in Weimar Hoforganist von Johann Ernst von Sachsen-Weimar und wurde am 2. März 1714 zum Konzertmeister ernannt. Damit ging die Aufgabe einher, monatlich eine geistliche Kantate in der Schlosskirche aufzuführen. Bach komponierte die Kantate zum 4. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 14. Juli 1715 erstmals auf. Er datierte sie selbst „1715“.

Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren Röm 8,18–23 LUT, „Alle Kreatur sehnt sich mit uns nach der Offenbarung der Kinder Gottes“, und Lk 6,36–42 LUT, die Ermahnung aus der Bergpredigt, barmherzig zu sein und nicht zu richten. Der Kantatentext wurde vom Hofdichter Salomon Franck für den Anlass verfasst und 1715 in Evangelisches Andachts-Opffer veröffentlicht. Franck geht auf das Evangelium ein, erinnert an die Ermahnungen und erwähnt die Bilder vom Splitter im Auge des Bruders und dem Blinden, der einen Blinden führen will. Die letzte Arie fasst die Ermahnungen zusammen als „Das ist der Christen Kunst“. Die Kantate schließt mit der ersten Strophe von Johann Agricolas Choral Ich ruf zu dir, Herr Jesus Christ (ca. 1530).

Als Bach die Kantate in Leipzig am 20. Juni 1723 erneut aufführte, transponierte er sie von fis-Moll nach g-Moll. Er führte im selben Gottesdienst, seinem vierten in Leipzig, auch seine neue Kantate Ein ungefärbt Gemüte auf, nachdem er sein Amt als Kantor mit zweiteiligen Kantaten angetreten hatte, mit Die Elenden sollen essen und Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.[1] Bach bearbeitete den Choral 1724 für denselben Anlass zu der Choralkantate Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.

Das Eingangsduett ist in zweierlei Hinsicht mit dem Schlusschoral verbunden. Die Melodie wird Zeile für Zeile von der Oboe als cantus firmus gespielt, mit Verzierungen und im tänzerischen 6/4-Takt. Das erste Intervall in den Stimmen und im Continuo ist dieselbe fallende Terz wie am Anfang des Chorals. Das Contrasubjekt ist eine Spiegelung des Themas, so wie menschliche Barmherzigkeit die göttliche spiegeln sollte.

Das Alt-Rezitativ wird anfangs von Streichern begleitet und geht dann über in ein Arioso mit continuo. Die Alt-Arie weist die reichste Instrumentierung auf, mit figurierten Oboensoli. Der Text der Bass-Arie mit Continuo fasst die Ermahnungen des Evangeliums in einem langen Satz zusammen, doch Bach zerlegt ihn in Teile, die eingeleitet werden durch „Das ist der Christen Kunst“. Der Bass als die Vox Christi (Stimme Christi) hält diese Predigt. In Leipzig wurde die Continuo-Stimme von den Violinen eine Oktav höher verdoppelt. Der Schlusschoral wird überstrahlt von einer fünften Stimme in der Violine.
https://de.wikipedia.org/wiki/Barmherziges_Herze_der_ewigen_Liebe
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im Februar und Mai 1976 auf mit der Frankfurter Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart sowie Arleen Auger, Sopran, Hildegard Laurich, Alt, Aldo Baldin, Tenor und Philippe Huttenlocher, Bass. Dies kann man bei Youtube unter Anklicken der Zahlenkombination 00:00:00 – 00:15:40 nachhören:

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Kantate BWV 186, „Ärgere dich, o Seele, nicht“

Ärgre dich, o Seele, nicht (BWV 186) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Sie wurde 1723 in Leipzig auf der Grundlage einer Adventskantate BWV 186a aus Bachs Weimarer Zeit für den 7. Sonntag nach Trinitatis geschrieben und am 11. Juli 1723 zum ersten Mal aufgeführt.[1][2]

Die Kantate basiert auf einem Kantatentext von Salomon Franck für den dritten Adventssonntag, 1717 veröffentlicht in Evangelische Sonn- und Fest-Tages-Andachten. Die Dichtung enthielt die Sätze 1, 3, 5, 8 und 10 des späteren Werkes und einen anderen Schlusschoral von Ludwig Helmbold. Bach komponierte das Werk, BWV 186a, 1716 in Weimar, wo es am 13. Dezember 1716 aufgeführt wurde.

Eine Rekonstruktion der Kantate wurde 1963 von Diethard Hellmann veröffentlicht.[1]

Da in Leipzig im Advent tempus clausum eingehalten wurde und keine Kantaten aufgeführt wurden, konnte Bach das Werk dort nicht im Advent aufführen. Er arbeitete sie zu einer Kantate in zwei Teilen für den 7. Sonntag nach Trinitatis um, ähnlich wie er unmittelbar zuvor Herz und Mund und Tat und Leben für den 2. Juli 1723 erweitert hatte. Er fügte Rezitative hinzu, änderte die Texte der Arien leicht, ersetzte den Schlusschoral durch Vers 11 des Chorals Es ist das Heil uns kommen her (1523) von Paul Speratus und fügte Vers 12 dieses Chorals als Abschluss von Teil 1 der Kantate hinzu.

Die Lesungen für den Sonntag sind Röm 6,19-23 LUT und Mk 8,1-9 LUT, die Speisung der 4000. Die Rezitative erwähnen daher Mangel, Hunger oder schmecket und sehet.[1]

Der Eingangschor ist in Rondoform, A B A B A. Teil A behandelt die erste Textzeile, Teil B die Zeilen 2 bis 4. Teil A ist eine komplexe Struktur von instrumentaler und vokaler Komposition. Die Instrumente beginnen mit einer achttaktigen Sinfonia, gefolgt von einer kurzen vokalen „Devise“, die das Orchester wiederholt. Erst danach beginnt eine Fuge in den Stimmen, die in Material der Sinfonia eingebettet ist. Die erste Wiederholung von A ist in der Sinfonia gekürzt, die zweite Wiederholung beginnt gleich mit der Fuge. In großem Kontrast ist Teil B a cappella gesetzt und teilweise homophon.

Die Besetzung der vier Arien steigert sich, außerdem beginnen die tiefen Stimmen, während die hohen Stimmen erst in Teil 2 eingesetzt werden. Die erste Arie wird nur vom Continuo begleitet, die beiden folgenden im Triosatz, die letzte Aria ist ein Duett mit Orchester. In der Tenorarie „ergeht sich die Oboe im Freudenmotiv“.[3] Die letzte Arie – ein Duett für Sopran und Alt – hat Gigue-Charakter, die Stimmen werden oft parallel geführt, um zu illustrieren: Laß, Seele, kein Leiden von Jesu dich scheiden. Albert Schweitzer schrieb, dieses Duett „atmet dionysische Freude“.[3]

Die vier Rezitative enden sämtlich als Arioso.

Die abschließenden Choräle, Satz 6 und 11, haben die gleiche Musik in Form einer Choralfantasie.[3] Das Orchester spielt ein Concerto, in das die Stimmen eingebettet sind. Der Sopran singt den cantus firmus, während die Unterstimmen in schnelleren Notenwerten, manchmal imitierend, kontrapunktieren.[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rgre_dich,_o_Seele,_nicht
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate im September 1976 und im Januarund April 1977 auf mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart sowie Arlee Auger, Sopran, Helen Watts, Alt, Kurt Equiluz, Tenor und Philippe Huttenlocher, Bass, was in der Youtubesammlung durch Anklicken der folgenden Zahlenkombi nachgehört werden kann: 00:15:43 – 00:49:30:

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Kantate BWV 187, „Es wartet alles auf dich“

Es wartet alles auf dich (BWV 187) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1726 in Leipzig für den 7. Sonntag nach Trinitatis. Später verwendete er vier ihrer Sätze für seine Messe in g-Moll.

Bach schrieb die Kantate 1726 in Leipzig in seinem dritten Kantatenzyklus für den 7. Sonntag nach Trinitatis. Er führte sie drei Mal auf, zuerst am 4. August 1726, ein zweites Mal zwischen 1735 und 1740, und schließlich am 26. Juli 1749. Die vorgeschriebenen Lesungen sind Röm 6,19–23 LUT und Mk 8,27–28 LUT, die Speisung der viertausend. Der Eingangschor auf Ps 104,27–28 LUT steht in unmittelbarem Zusammenhang zum Evangelium. Der zweite Teil beginnt mit einer Bass-Arie auf Mt 6,31–32 LUT aus der Bergpredigt. Die Kantate wird beschlossen mit den Strophen 4 und 6 von Hans Vogels Choral Singen wir aus Herzensgrund (1563).[1] Der Dichter der übrigen Sätze ist unbekannt, Walter Blankenburg schlug Christoph Helm vor. Der Dichter paraphrasiert weitere Psalmverse aus Psalm 104 und im dritten Satz Ps 65,12 LUT

Bach benutzte die Musik von vier Sätzen, Eingangschor und drei Arien, für Sätze im Gloria seiner Messe in g-Moll.

Im Eingangschor erreicht Bach eine Einheit der Form, doch gleichzeitig die verschiedene Behandlung der vier Ideen der Psalmverse in motettischer Form. Die Motive der instrumentalen Sinfonia von 28 Takten sind den ganzen Satz über fast durchgehend präsent und stiften Einheit. Der erste Halbvers Es wartet alles auf dich (a) wird in freier Polyphonie dargestellt, die in den Orchestersatz eingebettet ist. Sie wird wiederholt zusammen mit der Fortführung daß du ihnen Speise gibest (b) in freier Polyphonie mit kanonischer Imitation über zwei Themen, während die Instrumente meist colla parte spielen. Dann werden a and b wiederholt, eingebettet in die Sinfonia, die instrumental weitergeführt wird. Im folgenden zweiten Abschnitt ist Wenn du ihnen gibest … (c) das Thema einer Fuge, Wenn du deine Hand auftust … (d) das Kontrasubjekt. Die Instrumente spielen anfangs colla parte und werfen dann Motive der Sinfonia ein. Im dritten Abschnitt wird der gesamte Text wiederholt, eingebettet in einen Teil der Sinfonia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Es_wartet_alles_auf_dich
Weiteres kann man ebenda lesen.

Helmuth Rilling nahm diese Kantate bereits vor 55 Jahren im Februar 1971 auf, zusammen mit der Gächinger Kantorei, dem Bach-Collegium Stuttgart und Maria Friesenhausen, Sopran, Hildegard Laurich, Alt und Wolfgang Schöne Bass, was in der Youtubesammlung durch Anklicken der folgenden Zahlenkombination nachgehört werden kann: 00:49:33 – 01:13:53 :

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