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Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

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Ein Fest des Gesangs

Ich gebe zu, dass ich – neben meiner Muttersprache – beim Operngesang italienisches Idiom am liebsten höre. Ich finde, dass keine Sprache so melodisch klingt, wie sie die Menschen im „Stiefel“ des Kontinents sprechen und singen. Was mir weniger gefällt ist Englisch oder Französisch, vielleicht, weil ich diese Sprachen nicht beherrsche. Ganz schlimm ist es mit den slawischen Sprachen, an die kann ich mich kaum gewöhnen: Russisch, Polnisch (ostslawisch) oder Tschechisch (westslawisch). Aber ich habe mich, wegen Mussorgskis „Boris“ an das Russische und wegen Moniuszkos „Halka“ an Polnisch oder auch „Lady Macbeth von Mzensk“ von Shostakowitsch (Russisch) so ein bisschen an diese Sprachen gewöhnt. Denn die grandiose Musik lässt mich immer mehr das sprachliche Idiom vergessen.

Nach dieser langen Vorrede komme ich nun zum eigentlichen Thema: Smetanas „Die verkaufte Braut“ ist vor Jahrzehnten von der Kölner Electrola, einer Tochter der britischen EMI, herausgekommen und unter der Leitung von Rudolf Kempe, dem leider viel zu früh verstorbenen Dirigenten, sangen die Besten aus der Riege der Granden der 1960er Jahre: Frick als Kezal, Wunderlich als Hans, Lorengar als Marie (nicht ganz akzentfrei, aber mehr als annehmbar), Sardi als Micha, Wagner als Agnes, Mercker als Wenzel.

Die verkaufte Braut (Opern-Gesamtaufnahme)

Und hier vermisse ich die tschechische Original-Sprache nicht; hier wird deutsch gesungen und das ist für mich ein deutlicher Vorteil, denn es wird verständlich gesungen, soll heißen, dass man bei den solistischen Partien kein Textbuch benötigt (bei den Chorstellen ist das Libretto allerdings von Vorteil). Die Solisten, allen voran Fritz Wunderlich als Hans und Pilar Lorengar als Marie, zwei der schönsten Stimmen jener Zeit, nenne ich die beste Besetzung, die man sich für diese Rollen vorstellen kann. Dann muss ich aber sofort Gottlob Frick als Heiratsvermittler Kezal hervorheben, dessen Bass aus der Riege der Sänger-Darsteller insofern wieder einmal herausragt, weil es damals wohl keinen komödiantischeren, volltönenderen Bassisten für die Rolle gegeben hat und wenn ich ehrlich sein soll, dann kenne ich auch heute keinen, der den Kezal adäquat über die Rampe bzw. in das Mikrofon zu singen in der Lage ist. Aber auch die anderen Partien sind rollen deckend besetzt. Marcel Cordes (eigentlich Kurt Schumacher) als Kruschina muss ich erwähnen, der mir hier sehr präsent auftritt, der aber leider mit Tondokumenten nicht gerade überrepräsentiert erscheint. In der Wikipedia heißt es

Infolge der Verlagerung des Plattengeschäfts zum World Wide Music Marketing und der Strukturveränderungen in der deutsch-europäischen Musikszene gerieten die Tondokumente und damit Name und Persönlichkeit des Sängers seit den 1980er Jahren nahezu in Vergessenheit. Cordes war lange Zeit nur Opernkennern noch ein Begriff. Erst die Flut preiswert neu vermarkteter Rundfunkproduktionen und eine große CD-Edition 2009 (Hamburger Archiv für Gesangskunst und Preiser Records) bewirkten eine Revitalisierung der Erinnerung an seine Kunst und Persönlichkeit.

Zu erwähnen ist allerdings noch der RIAS-Kammerchor, den Günther Arndt mit Liebe und Sorgfalt einstudiert hat; er macht seine Sache prächtig. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man die Bamberger Symphoniker für die Aufnahme herangezogen hat, denn in diesem Klangkörper waren damals noch etliche Musiker aus dem ehemaligen Deutschen Nationaltheater Prag und von daher besonders vertraut mit dieser Musik. Es war sozusagen ein Heimspiel, und das hört man auch. Das Orchester ist nicht nur bestens disponiert, es spielt auch mit einer Hingabe, die sich praktisch auf den Hörer überträgt. Rudolf Kempe spannt den großen Bogen und bietet eine großartige Aufführung. Und auch von der klangtechnischen Seite muss man ein Lob aussprechen: Qualität von höchstem Standard bieten das Remastering dieser Aufnahme, die seit 1963 ununterbrochen im Katalog ist.

Saengerfreunde und Erich Ruthner haben auf diesen Beitrag reagiert.
SaengerfreundeErich Ruthner

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