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Entdeckungsreise zu Graupner

Ich habe vor langer Zeit eine Entdeckungsreise zu Komponisten begonnen, die jedes Musiklexikon kennt, die auch ich dem Namen nach kannte, deren Musik mir aber mangels Platten nicht bekannt war. Das lag natürlich auch daran, dass die Musik-Labels kaum ein Interesse daran hatten, Musik aufzunehmen, deren Verkauf keinen wirtschaftlichen Erfolg versprachen. Hin und wieder konnte ich im Rundfunk Musik dieser unbekannten Komponisten hören, denn die Rundfunkanstalten haben schon Interesse an unbekannten Kompositionen gezeigt.

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Inzwischen hat sich die Lage des Suchens und Forschens weiter entwickelt. Ich möchte die Firma Naxos hervorheben, die sich im Laufe der Jahre von einem No-Name-Label zu einem International agierenden Konzern entwickelt hat, der schon immer ein Fabel für die Komponisten der so genannten zweiten Reihe hatte. Und es gibt cpo (Classik Produktion Osnabrück), Hauslabel meines CD-Versandhauses jpc (Jazz Pop Classik). Und ich will da Komponisten erwähnen, die zu Lebzeiten zu den ganz Großen zählte, dann aber, wie so oft, in Vergessenheit gerieten.

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Der Musiker Christoph Graupner (1683-1760), der ein halbes Jahrhundert im Dienste der Landgrafen von Hessen-Darmstadt stand, der sich 1722, neben Georg Philipp Telemann (der sich allerdings zurückzog), als Nachfolger des verstorbenen Thomaskantors Johann Kuhnau, dessen Schüler er war, beim Rat der Stadt Leipzig beworben hatte, was die Leipziger Ratsherren auch begrüßten und ihn wählten. Das gefiel allerdings dem Landgrafen Ernst Ludwig nicht; er wusste jedoch, wie der seinen Hofkapellmeister halten konnte: das Gehalt setzte er von 500 Gulden jährlich auf 900 Gulden hoch. Das wirkte natürlich; tatsächlich hat der Darmstädter Hof dieses Gehalt auch während einiger Finanzkrisen bis zum Tode Graupners gezahlt.

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Der empfahl den Räten in Leipzig daraufhin Johann Sebastian Bach „als einen Musicus starck auf der Orgel, erfahren in Kirchensachen und Capell-Stücken“ und der „honest und gebührlich die zugeeignete Function versehen“ würde. Ein Leipziger Ratsherr schrieb daraufhin: „Da man nun die Besten nicht bekommen könne, so müße man mittlere nehmen“.

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Das Angebot – nicht nur von cpo – ist, wie man sehen kann, vielfältig. Aber davon mal abgesehen ist auch Graupners Musik hörenswert. Wem z.B. Bachs für Gesangssolisten rein instrumentale Kompositionstechnik nicht gefällt, der findet bei Graupner eine ganz andere Vorgehensweise: der Komponist schreibt Musik im „neuen galanten Stil“, was damals wirklich eine völlig neue Hörerfahrung war.

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Graupners Werkkatalog ist durchaus eindrucksvoll: neben 113 Sinfonien und 10 Opern schrieb er 24 weltliche und 1413 Kirchenkantaten, Kammermusik in verschiedenen Besetzungen. Das meiste dieser Werke ist handschriftlich überliefert, Drucke gibt es (noch) kaum. Es gibt aber auch Stimmen, die Christoph Graupner und seine Musik für überschätzt halten. Rudolf Lutz, der in St. Gallen Bachs Kantaten einspielt, sagt über Graupner:

Man kann Bach studieren und dann nochmal studieren, es wird nicht langweilig. Wenn man mich gefragt hätte, alle Graupner-Kantaten aufzuführen, hätte ich gesagt, ›lieber nicht‹, abgesehen davon, dass es über 1.400 sind.

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Ich kann, als unstudierter Musikfreund, diesem Statement nicht zustimmen. Das, was von Graupner in meinem Regal steht, ist von hohem künstlerischen Wert und hat, im Gegensatz zu Bachs Kompositionen, das Momentum der galanten Musik. Diese Meinung bedeutet nicht, dass Bach von seinem Rang als der vielleicht größte Musiker aller Zeiten gestoßen wird, aber Graupners musikalische Sprache ist, wie schon mal geschrieben, hörenswert und in der Regel leichter zu verstehen. Was cpo da bisher anbietet, ist allemal der Anschaffung Wert.

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Cover/Produkt Ansicht vergrößern Hiervon gibt es 4 Volumina

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Diese Reihe ließe sich noch etliche Beispiele weiter fortsetzen. Der interessierte Musikfreund sei auf die jpc-Seite verwiesen.

 

 

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