informativ

diskussionsfreudig

meinungsbildend

kooperativ

Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

Hallo und herzlich Willkommen im Troubadour Forum!

Danke für den Besuch unserer Website. Hier kannst du als Gast in den Hauptthemenbereichen Oper, Operette, Oratorium, Lied und Klavier mitlesen, dich umfangreich informieren und den Meinungsaustausch verfolgen. Den vollen Nutzen des Forums hast du allerdings nur, wenn du angemeldet und registriert bist. Dann kannst du alle Funktionen und Bereiche des Forums uneingeschränkt nutzen. Das heißt, du kannst eigene Beiträge schreiben und einstellen, auf Beiträge anderer Nutzer antworten, eigene Threads eröffnen, mitdiskutieren und dir durch die eigene Mitwirkung ein oft durch intensive Diskussionen erhelltes Meinungsbild schaffen. Das Troubadour-Forum geht über die rein lexikalische Funktion bewusst hinaus. Deshalb haben wir einen Servicebereich aufgebaut, indem du Hilfestellungen bei Anschaffungen, Besuch von Veranstaltungen und Festivals, Aufbau von Bild- und Tonträgerdokumenten und Antwort auf deine Fragen erhalten kannst. Wir verstehen uns jedoch auch als Begegnungsstätte zwischen neuen und erfahrenen Musikfreunden, zwischen Jung und Alt, persönliche Kontakte unter den Nutzern sollen erlaubt und ermöglicht werden. Wir würden uns freuen, wenn du bei uns mitmachst und eventuell auch neue Themen und Ideen einbringst.

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

"Es dunkelt schon die Luft" – Best of Eichendorff

VorherigeSeite 2 von 2

Hallo

Hier die Vertonung des Gedichtes „Der verspätete Wanderer“ durch Hans Pfitzner.  Robert Holl wird von Rudolf Jansen am Flügel begleitet.

https://youtu.be/JBIT0BzhVIg

Gruß Wolfgang

 

Hochgeladene Dateien:
  • IMG_0311.jpg
  • IMG_0312.jpg
  • IMG_0313.jpg

Der verspätete Wanderer

Wo aber werd ich sein im künftgen Lenze?
So frug ich sonst wohl, wenn beim Hüteschwingen
Ins Tal wir ließen unser Lied erklingen,
Denn jeder Wipfel bot mir frische Kränze.

Ich wusste nur, dass rings der Frühling glänzte,
Dass nach dem Meer die Ströme leuchtend gingen,
Vom fernen Wunderland die Vögel singen,
Da hat das Morgenrot noch keine Grenze.

Jetzt aber wirds schon Abend, alle Lieben
Sind wandermüde längst zurückgeblieben,
Die Nachtluft rauscht durch meine welken Kränze,

Und heimwärts rufen mich die Abendglocken,
Und in der Einsamkeit frag ich erschrocken:
Wo werde ich wohl sein im künftgen Lenze?

Dieser Wandermüdigkeit begegnen wir ja auch in den Vier letzten Liedern von Richard Strauss, im letzten Lied,
»Im Abendrot«.

 

Lieber Wolfgang,
für Ältere ist der Text so besser mitzulesen. Robert Holl ist ja ein begeisterter Pfitzner-Anhänger. Auf einer alten Pfitzner LP aus dem Jahr 1979 schreibt Hans Hotter:

»Mein Schüler Robert Holl hat zu Hans Pfitzner ein so verständnisvolles enges Verhältnis, dass es mir Freude und Genugtuung bedeutet, dem heute schon namhaften jungen Liedinterpreten etwas von den Eindrücken und Erfahrungen weiterreichen zu können, die mir der Komponist aus seinem musikalischen Geistesleben vermittelte. Der Entschluss, dem Liedwerk des großen Romantikers eine ganze Platte zu widmen, zeugt zweifellos von viel Mut, aber wohl auch von ebensoviel Ernsthaftigkeit einer jugendlich idealistischen Kunstauffassung, an der der kritische Meister im musischen Olymp seine helle Freude haben dürfte.«

1990 äußert sich Robert Holl im Booklet einer  CD zu Pfitzner:

»Pfitzner war ein ganz eieigenartiger, einmalig komplizierter genialer Mensch, der sich oft unbeliebt gemacht hat wegen seiner Unbeugsamkeit, wenn er glaubte, dass die ›Ewigkeit einer reinen Kunst‹ gefährdet war. Man sollte aber nie vergessen, dass es u. a. Arnold Schönberg, Bruno Walter und Alma Werfel-Mahler waren, die, als nach dem Kriege die amerikanische Besatzungsmacht Pfitzner und seine Musik als ›unerwünscht‹ erklärte, sich für Pfitzners Rehabilitierung eingesetzt haben. Seine Kunst wird, wie ich glaube, mehr und mehr ›immer da‹ sein!«

Hallo

Diesmal habe ich versucht, den Text etwas größer zu ziehen.

Das Gedicht „Grün war die Weide“ hat in der Liedkunst keine Berühmtheit erlangt. Der Komponist Johannes Bammer allerdings hat über den Text ein Lied komponiert.

https://www.youtube.com/watch?v=P0Vy0FJS2u8

Gruß Wolfgang

Hochgeladene Dateien:
  • processed-17E9D39F-7548-4131-9C3E-354B5E0AAB24.jpeg
  • processed-0FF11FAF-9087-4802-96F9-3448B7416880.jpeg

Ja, so ist der Text schön zu lesen, aber das Aquarell gefällt mir besser als die Singstimme …

Hier habe ich die 12 Lieder von Zilcher zusammengefasst:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Alles Liebe
André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Hier sind die von Hermann Zilcher wunderschön vertonten Eichendorff-Gedichte:

Eichendorff-Zyklus

Karl Josef Zilcher (1881 – 1948)

1. Frühlingsmarsch

Hoch über euren Sorgen
Sah ich vom Berg ins Land
Voll tausend guter Morgen,
Die Welt in Blüten stand.

Was zagt ihr träg und blöde?
Was schön ist, wird doch dein!
Die Welt tut nur so spröde
Und will erobert sein.

Laßt die Trompeten laden,
Durchs Land die Trommeln gehn,
Es wimmeln Kameraden,
Wo rechte Banner wehn.

Wir ziehn durch die Provinzen,
Da funkelt manches Schloß,
Schön Lieb, hol dich vom Zwinger
Und schwing dich mit aufs Roß!

Und wenn das Blühen endet:
Noch taumelnd sprengen wir,
Vom Abendrot geblendet,
Ins letzte Nachtquartier.

2. Musikantengruß

Zwei Musikanten ziehn daher
Vom Wald aus weiter Ferne,
Der eine ist verliebt gar sehr,
Der andre wär es gerne.

[Die]1 stehn allhier im kalten Wind
Und singen schön und geigen:
Ob nicht ein süßverträumtes Kind
Am Fenster sich wollt' zeigen?
1 Herzogenberg: „Sie“

3. Abendlandschaft

Der Hirt blast seine Weise, 
Von fern ein Schuß noch fällt, 
Die Wälder rauschen leise 
Und Ströme tief im Feld. 

Nur hinter jenem Hügel 
Noch spielt der Abendschein - 
O hätt ich, hätt ich Flügel,
Zu fliegen da hinein!

4. Der Einsiedler

[Komm]1, Trost der Welt, du stille Nacht!
Wie steigst du von den Bergen sacht,
Die Lüfte alle schlafen,
Ein Schiffer nur noch, wandermüd',
Singt übers Meer sein Abendlied
Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn
[Und]2 lassen mich hier einsam stehn,
Die Welt hat mich vergessen,
Da tratst du wunderbar zu mir,
Wenn ich beim Waldesrauschen hier
Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so [müd']3 gemacht,
Das weite Meer schon dunkelt,
Laß ausruhn mich von Lust und Not,
Bis daß das ew'ge Morgenrot
Den stillen Wald durchfunkelt.
1 von Wilm: „Komme“; further changes may exist not shown above.
2 Glanert: „Sie“
3 Reinthaler: „trüb“

5. Sehnsucht

Es [schienen]1 so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab' ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die über'm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht,
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht. --
1 Haeser: „scheinen“ (typo?); further changes may exist not shown above.

6. Elfe 

Bleib bei uns! Wir haben den [Tanzplan]1 im Tal 
bedeckt mit [Mondesglanze]2, 
Johanneswürmchen erleuchten den Saal, 
die Heimchen spielen zum Tanze. 

Die Freude, das schöne [leichtgläubige]3 Kind, 
[es]4 wiegt sich in Abendwinden: 
Wo Silber [auf Zweigen und Büschen rinnt,
da wirst]5 du die Schönste finden.
1 Marx: „Tanzplatz“
2 Stöhr: „Mondenglanze“
3 Marx, Wolff: „leichtgläub’ge“
4 Wolff: „sie“
5 Marx: „über die Zweige rinnt,/ sollst“

7. Morgenlied

Kein Stimmlein noch schallt von allen
In [frühester]1 Morgenstund,
Wie still ist's noch in den Hallen
[Durch den]2 weiten Waldesgrund.
 
Ich stehe hoch überm Tale
Stille vor großer Lust,
Und schau nach dem ersten Strahle,
Kühl [schauernd]3 in tiefster Brust.
 
Wie sieht da zu dieser Stunde
So anders das Land herauf,
Nichts hör ich da in der Runde
Als von fern der Ströme Lauf.
 
Und [ehe]4 sich alle erhoben
Des Tages Freuden und Weh,
Will ich, Herr Gott, dich loben
Hier einsam in stiller Höh. -
 
Nun rauschen schon stärker die Wälder,
Morgenlicht funkelt herauf,
Die Lerche singt über den Feldern,
Schöne Erde, nun wache auf!
1 Walter: „früh’ster“
2 Walter: „im“
3 Walter: „schauernd“
4 Walter: „eh'“

8. Tusch

Fängt die Sonne an zu stechen,
Tapfer schießen Gras und Kräuter
Und die Bäume schlagen aus:
Muß des Feinds Gewalt zerbrechen,
Nimmt der Winter schnell Reißaus,
Erd und Himmel glänzen heiter;
Und wir Musikanten fahren
Lustig auf dem Fluß hinunter,
Trommeln, pfeifen, blasen, geigen,
Und die Hörner klingen munter.

9. Die Musikantin 

Schwirrend Tamburin, dich schwing ich,
Doch mein Herz ist weit von hier.

Tamburin, ach könntst du's wissen,
Wie mein Herz von Schmerz zerrissen,
Deine Klänge würden müssen
Weinen um mein Leid mit mir.

Weil das Herz mir will zerspringen,
Laß ich hell die Schellen klingen,
Die Gedanken zu versingen
Aus des Herzens Grunde mir.

Schöne [Herren]1, tief im Herzen
Fühl ich immer neu die Schmerzen,
Wie ein Angstruf ist mein Scherzen,
Denn mein Herz ist weit von hier.
1 Sommer: „Herrin“

10. Der Kehraus

Es fiedeln die Geigen, 
Da tritt in den Reigen 
Ein seltsamer Gast; 
Kennt keiner den Dürren, 
Galant aus dem Schwirren 
Die Braut er sich faßt. 

Hebt an, sich zu schwenken 
In allen Gelenken. 
[Das]1 Fräulein im Kranz:
«Euch knacken die Beine -- »
«Bald rasseln auch deine, 
Frisch auf spielt zum Tanz!»

Die Spröde hinterm Fächer, 
Der Zecher vom Becher, 
Der Dichter so lind. 
Muß auch mit zum Tanze, 
Daß die Lorbeern vom Kranze 
Fliegen im Wind.

So schnurret der Reigen 
Zum Saal 'raus ins Schweigen 
Der prächtigen Nacht; 
Die Klänge verwehen, 
Die Hähne schon krähen, 
Da verstieben sie sacht. --

So [gings schon]2 [vor Zeiten]3 
[Und]4 geht es noch heute, 
Und [hörest]5 du hell 
Aufspielen zum Reigen, 
Wer weiß, wem sie geigen, --
[Hüt]6 dich, Gesell !
1 Schreiter: „Spricht’s“
2 Herzogenberg: „ging es“
3 Schreiter, Wetzel: „vorzeiten“
4 Schreiter: „So“
5 Wetzel: „hörst“
6 Herzogenberg: „Hüte“

11. Im Abendrot

Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand,
Vom Wandern [ruhn wir beide]1
Nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft.

Tritt her, und laß sie schwirren,
Bald ist es [Schlafenszeit]2,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.

O weiter stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde -- 
Ist [das]3 etwa der Tod?

1 Herzogenberg: „ruhen wir beide“; Strauss: „ruhen wir“

2 Eichendorff, Zweite Auflage published 1864: „Ruhenszeit“
3 Pepping, Strauss: „dies“

12. Valet

Ade nun, liebe Lieder,
Ade, du schöner Sang!
Nun sing ich wohl nicht wieder
Vielleicht mein Leben lang.

Einst blüht' von Gottes Odem
Die Welt so wunderreich,
Da in den grünen Boden
Senkt ich als Reiser euch.

Jetzt eure Wipfel schwanken
So kühle über mir,
Ich stehe in Gedanken
Gleichwie im Walde hier.

Da muß ich oft noch lauschen
In meiner Einsamkeit,
Und denk bei eurem Rauschen
Der schönen Jugendzeit.

[LiederNet]
"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier
VorherigeSeite 2 von 2

Gestaltung Agentur kuh vadis