Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik
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Kulturnews – Die Schöpferin des «Affen-Jesus» ist gestorben
Die Frau hinter dem berühmten «Affen-Jesus» von Borja ist tot: Cecilia Giménez starb mit 94 Jahren, ihr Pinsel-Fiasko machte sie 2012 zur weltweiten Internet-Ikone.
Hobby-«Restauratorin»: «Die Frau, die Jesus neu erfand», ist tot
Sie wollte helfen – und wurde zur Legende. Cecilia Giménez, die 2012 das Jesus-Fresko «Ecce Homo» im spanischen Ort Borja eigenmächtig «restaurierte», ist im Alter von 94 Jahren gestorben.
Giménez vor ihrem «Werk»: Ein Christus im Äffchen-Look. Als «Ecce Homo» vom Künstler geschaffen, wurde es «restauriert» weltbekannt. «Ecce Homo»-Darstellungen (dt. «Seht, der Mensch») zeigen den Moment, in dem Pontius Pilatus Jesus der Menge präsentiert. Typisch dafür: Jesus mit Dornenkrone, oft blutend, in Spottgewand und mit gefesselten Händen.
Imago/Agencia EFE
Die missglückte Übermalung machte die Spanierin zur unfreiwilligen Internet-Ikone. Und Borja, ein verschlafenes Städtchen im Nordosten Spaniens, wurde zum Pilgerort für Neugierige mit 57’000 Besuchenden im ersten Jahr. Im Laufe der Jahre sollen es über 300’000 aus mehr als 120 Ländern gewesen sein.
Das Original, gemalt um 1910 von Elias García Martínez, war nie ein Weltkunstwerk. Doch Giménez’ Version schuf eine neue Kategorie: Kult durch Scheitern. Ein Kunstfiasko, das zur Touristenattraktion wurde.
Cecilia Giménez sei über den Zustand des Freskos von 1910 bestürzt gewesen, als Teile davon durch Feuchtigkeit abgefallen seien. Daraufhin habe sie versucht, das Bild zu «retten». Die ungeschickte Übermalung sorgte für grosses Aufsehen. Das Bild wurde von der Presse wahlweise als «Monchhichi» oder «aufgeblasener Igel» verspottet.
Imago/ZUMA Press Wire
Die Gemeinde verdient jährlich rund 40’000 Euro mit Eintrittsgebühren und Merchandising, die vollständig in die Heim- und Hospizarbeit vor Ort fliessen. Cecilia Giménez selbst präsentierte später sogar eine eigene Bilderausstellung.
Die Stiftung, der die Kirche gehört, in der das Bild hängt, würdigte sie nun als «Person mit bester Absicht». Giménez verstarb in einem Pflegeheim nahe Saragossa, wo sie mit ihrem behinderten Sohn lebte.
Kulturnews – Die Schöpferin des «Affen-Jesus» ist gestorben
Die Frau hinter dem berühmten «Affen-Jesus» von Borja ist tot: Cecilia Giménez starb mit 94 Jahren, ihr Pinsel-Fiasko machte sie 2012 zur weltweiten Internet-Ikone.
Hobby-«Restauratorin»: «Die Frau, die Jesus neu erfand», ist tot
Sie wollte helfen – und wurde zur Legende. Cecilia Giménez, die 2012 das Jesus-Fresko «Ecce Homo» im spanischen Ort Borja eigenmächtig «restaurierte», ist im Alter von 94 Jahren gestorben.
Giménez vor ihrem «Werk»: Ein Christus im Äffchen-Look. Als «Ecce Homo» vom Künstler geschaffen, wurde es «restauriert» weltbekannt. «Ecce Homo»-Darstellungen (dt. «Seht, der Mensch») zeigen den Moment, in dem Pontius Pilatus Jesus der Menge präsentiert. Typisch dafür: Jesus mit Dornenkrone, oft blutend, in Spottgewand und mit gefesselten Händen.
Imago/Agencia EFE
Die missglückte Übermalung machte die Spanierin zur unfreiwilligen Internet-Ikone. Und Borja, ein verschlafenes Städtchen im Nordosten Spaniens, wurde zum Pilgerort für Neugierige mit 57’000 Besuchenden im ersten Jahr. Im Laufe der Jahre sollen es über 300’000 aus mehr als 120 Ländern gewesen sein.
Das Original, gemalt um 1910 von Elias García Martínez, war nie ein Weltkunstwerk. Doch Giménez’ Version schuf eine neue Kategorie: Kult durch Scheitern. Ein Kunstfiasko, das zur Touristenattraktion wurde.
Cecilia Giménez sei über den Zustand des Freskos von 1910 bestürzt gewesen, als Teile davon durch Feuchtigkeit abgefallen seien. Daraufhin habe sie versucht, das Bild zu «retten». Die ungeschickte Übermalung sorgte für grosses Aufsehen. Das Bild wurde von der Presse wahlweise als «Monchhichi» oder «aufgeblasener Igel» verspottet.
Imago/ZUMA Press Wire
Die Gemeinde verdient jährlich rund 40’000 Euro mit Eintrittsgebühren und Merchandising, die vollständig in die Heim- und Hospizarbeit vor Ort fliessen. Cecilia Giménez selbst präsentierte später sogar eine eigene Bilderausstellung.
Die Stiftung, der die Kirche gehört, in der das Bild hängt, würdigte sie nun als «Person mit bester Absicht». Giménez verstarb in einem Pflegeheim nahe Saragossa, wo sie mit ihrem behinderten Sohn lebte.
Die Wiener Philharmoniker bitten den russischen Dirigenten Tugan Sokhiev (*1977) zum ersten Mal ans Pult des Neujahrskonzertes 2027.
Die Zusammenarbeit mit Tugan Sokhiev begann im Jahr 2009 auf einer Asientournee in Seoul. Es folgten gemeinsame Auftritte bei Abonnementkonzerten in Wien und vielen Städten der Welt. 2025 dirigierte er neben Abokonzerten und einer Europa Tournee, zum ersten Mal das Sommernachtskonzert, sowie das Johann Strauß Geburtstags-Galakonzert „Alle 100 Jahre wieder“. Tugan Sokhiev ist auch ein gefragter Operndirigent. Von 2014 bis 2022 war er Musikdirektor und Chefdirigent des Bolschoi-Theaters in Moskau. Er gastierte an den größten Opernhäusern der Welt wie der MET in New York und der Wiener Staatsoper, wo er unter anderem die Premierenserie von Tschaikowskys Iolanta dirigierte. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausbildung junger Musiker:innen. Er engagierte sich in den Akademien der Wiener Philharmoniker für junge Musiker:innen. Im Jahr 2016 gründete er eine Dirigierakademie in Toulouse.
Der Vorstand der Wiener Philharmoniker Daniel Froschauer begründet die Wahl, wie folgt: “ Tugan Sokhiev ist uns seit dem Jahr 2009 musikalisch und freundschaftlich sehr verbunden. Bei unseren ersten Auftritten ist sehr schnell ein großes gegenseitiges musikalisches Vertrauen und Verständnis da gewesen, das sich seitdem kontinuierlich vertieft und weiterentwickelt hat. Wir sehen unseren künftigen Projekten und dem nächsten Neujahrskonzert mit großer Freude entgegen.“
Die Wiener Philharmoniker bitten den russischen Dirigenten Tugan Sokhiev (*1977) zum ersten Mal ans Pult des Neujahrskonzertes 2027.
Die Zusammenarbeit mit Tugan Sokhiev begann im Jahr 2009 auf einer Asientournee in Seoul. Es folgten gemeinsame Auftritte bei Abonnementkonzerten in Wien und vielen Städten der Welt. 2025 dirigierte er neben Abokonzerten und einer Europa Tournee, zum ersten Mal das Sommernachtskonzert, sowie das Johann Strauß Geburtstags-Galakonzert „Alle 100 Jahre wieder“. Tugan Sokhiev ist auch ein gefragter Operndirigent. Von 2014 bis 2022 war er Musikdirektor und Chefdirigent des Bolschoi-Theaters in Moskau. Er gastierte an den größten Opernhäusern der Welt wie der MET in New York und der Wiener Staatsoper, wo er unter anderem die Premierenserie von Tschaikowskys Iolanta dirigierte. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausbildung junger Musiker:innen. Er engagierte sich in den Akademien der Wiener Philharmoniker für junge Musiker:innen. Im Jahr 2016 gründete er eine Dirigierakademie in Toulouse.
Der Vorstand der Wiener Philharmoniker Daniel Froschauer begründet die Wahl, wie folgt: “ Tugan Sokhiev ist uns seit dem Jahr 2009 musikalisch und freundschaftlich sehr verbunden. Bei unseren ersten Auftritten ist sehr schnell ein großes gegenseitiges musikalisches Vertrauen und Verständnis da gewesen, das sich seitdem kontinuierlich vertieft und weiterentwickelt hat. Wir sehen unseren künftigen Projekten und dem nächsten Neujahrskonzert mit großer Freude entgegen.“
Zubin Mehta sagt, er habe israelische Auftritte wegen Netanjahus Palästinenserpolitik abgesagt
Dirigent Zubin Mehta tritt mit den Wiener Philharmonikern während des traditionellen Neujahrskonzerts im Musikverein in Wien, Österreich, am 1. Januar 2015 auf. (AP-Foto/Ronald Zak, Datei)
Der legendäre Dirigent Zubin Mehta, der das Israel Philharmonic Orchestra fast 50 Jahre lang leitete, sagt, dass er aus Protest gegen die Politik von Premierminister Benjamin Netanjahu gegenüber den Palästinensern alle seine Auftritte in Israel abgesagt habe.
“Ich habe dieses Jahr alle meine Engagements in Israel abgesagt, weil ich Einwände gegen Herrn Netanjahus Art habe, die gesamte Palästinenserfrage zu behandeln”, sagt Mehta in einem Interview mit India Today und fügt hinzu, dass er hofft, dass Netanjahu bei den nächsten Wahlen abgewählt wird.
Der 89-jährige indische Maestro sagte Ende letzten Jahres eine Reihe von Auftritten in Israel aus gesundheitlichen Gründen ab.
Zubin Mehta sagt, er habe israelische Auftritte wegen Netanjahus Palästinenserpolitik abgesagt
Dirigent Zubin Mehta tritt mit den Wiener Philharmonikern während des traditionellen Neujahrskonzerts im Musikverein in Wien, Österreich, am 1. Januar 2015 auf. (AP-Foto/Ronald Zak, Datei)
Der legendäre Dirigent Zubin Mehta, der das Israel Philharmonic Orchestra fast 50 Jahre lang leitete, sagt, dass er aus Protest gegen die Politik von Premierminister Benjamin Netanjahu gegenüber den Palästinensern alle seine Auftritte in Israel abgesagt habe.
“Ich habe dieses Jahr alle meine Engagements in Israel abgesagt, weil ich Einwände gegen Herrn Netanjahus Art habe, die gesamte Palästinenserfrage zu behandeln”, sagt Mehta in einem Interview mit India Today und fügt hinzu, dass er hofft, dass Netanjahu bei den nächsten Wahlen abgewählt wird.
Der 89-jährige indische Maestro sagte Ende letzten Jahres eine Reihe von Auftritten in Israel aus gesundheitlichen Gründen ab.
Die Washington National Opera verlegt Aufführungen vom Kennedy Center an neue Veranstaltungsorte
Die Washington National Opera hat bevorstehende Aufführungen an einen bekannten Veranstaltungsort verlegt, da sie sich nach der Übernahme des Veranstaltungsortes für darstellende Künste durch Präsident Donald Trump vom Kennedy Center löst.
Einige bevorstehende Aufführungen werden an einem Veranstaltungsort stattfinden, der Geschichte mit der Washington National Opera hat: dem Lisner Auditorium an der George Washington University.
Laut einer Pressemitteilung vom Freitag erhielt die Oper eine Flut von Spenden, nachdem sie letzte Woche angekündigt hatte, das Kennedy Center zu verlassen. Der Oper zufolge wurde die Entscheidung aufgrund finanzieller Zwänge getroffen, die auferlegt wurden, nachdem Trump seine Verbündeten in den Vorstand des Kennedy Center berufen hatte.
Die Washington National Opera verlegt Aufführungen vom Kennedy Center an neue Veranstaltungsorte
Die Washington National Opera hat bevorstehende Aufführungen an einen bekannten Veranstaltungsort verlegt, da sie sich nach der Übernahme des Veranstaltungsortes für darstellende Künste durch Präsident Donald Trump vom Kennedy Center löst.
Einige bevorstehende Aufführungen werden an einem Veranstaltungsort stattfinden, der Geschichte mit der Washington National Opera hat: dem Lisner Auditorium an der George Washington University.
Laut einer Pressemitteilung vom Freitag erhielt die Oper eine Flut von Spenden, nachdem sie letzte Woche angekündigt hatte, das Kennedy Center zu verlassen. Der Oper zufolge wurde die Entscheidung aufgrund finanzieller Zwänge getroffen, die auferlegt wurden, nachdem Trump seine Verbündeten in den Vorstand des Kennedy Center berufen hatte.
Julian Prégardien ist seit Beginn des Jahres 2026 Künstlerischer Leiter des Heidelberger Frühling Liedzentrums, das 2016 als Kompetenzzentrum für das Lied ins Leben gerufen wurde. Es hat sich zum Ziel gesetzt, das Erbe des Liedes zu pflegen und seine Erneuerung auf exzellentem Niveau voranzutreiben. Unter seinem Dach vereinen sich die Heidelberger Frühling Liedakademie unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hampson und das Heidelberger Frühling Liedfestival.
Mit der Ernennung von Julian Prégardien wird der weitere Aufbau des Liedzentrums in die Hände der nächsten Generation gelegt. Neben der Weiterentwicklung der Liedakademie mit Thomas Hampson verfolgt das Liedzentrum das Ziel, durch zusätzliche Initiativen und Aktivitäten ein lebendiger Ort künstlerischer Produktion und Vernetzung zu sein. Dabei werden die Vielfalt des Liedes und seine Bedeutung für die musikalische Landschaft international sichtbar gemacht, Verbindungen innerhalb und außerhalb der Lied-Szene geschaffen, und Räume für Teilhabe eines breiteren Publikums eröffnet.
Julian Prégardien zu seiner neuen Position: „Lieder zu singen, Menschen damit zu berühren, zu begeistern, zusammenzubringen und sich darüber auszutauschen – all das ist für mich ein wahres Lebenselixier und eine nie versiegende Quelle. Lieder ermöglichen Begegnungen und öffnen Räume des Miteinanders – dafür möchte ich mich als Künstlerischer Leiter des Liedzentrums einsetzen. Gemeinsam mit dem Team des Heidelberger Frühling werde ich in meiner neuen Rolle den Austausch mit der Stadtgesellschaft suchen, möchte zu Neugierde und Offenheit einladen und mich für kulturelle Bildung stark machen. In enger Zusammenarbeit mit meinem geschätzten Kollegen Thomas Hampson ist es mir außerdem ein Anliegen, dass die exzellenten Absolvent*innen der im deutschsprachigen Raum einmaligen Liedakademie mehr Auftrittsmöglichkeiten erhalten und dieser Nachwuchs die Mission, Menschen mit Liedern zu begeistern und zusammenzubringen, weiterträgt.“
Julian Prégardien wird wissenschaftlich beraten von Christiane Wiesenfeldt, Professorin am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg und Sprecherin des Sonderforschungsbereiches SFB 1671 Heimat(en).
„Ich freue mich sehr, dass wir Julian Prégardien als Künstlerischen Leiter für das Heidelberger Frühling Liedzentrum gewinnen konnten“, so Thorsten Schmidt, Intendant des Heidelberger Frühling. „Er ist nicht nur einer der herausragenden Liedsänger unserer Zeit, sondern hat das Lied in der Musiklandschaft Deutschlands mit seinen Initiativen breitenwirksam positioniert und vorangebracht. Als hervorragender Kommunikator vermittelt er seine Ideen an eine angestammte Zuhörerschaft und erreicht mit seinen kreativen Ansätzen ebenso das Publikum von morgen. Gemeinsam machen wir uns nun auf den Weg, das Liedzentrum als eigenständige Institution mit nationaler Strahlkraft auszubauen und das Lied in die Zukunft zu führen.“
Kurzbiografie Julian Prégardien
Julian Prégardien, Jahrgang 1984, ist ein international angesehener lyrischer Tenor. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt beim Liedgesang. Besonders gefragt und beliebt ist er als Schubert-Interpret. 2024 initiierte er das Kultur-Start-Up „Liedstadt“, das facettenreiche Lied-Projekte entwickelt, die sowohl bei einer herbstlichen Biennale in Hamburg als auch bei Pop-Up-Festivals im deutschsprachigen Raum (bis dato Weimar, Leipzig, Düsseldorf und Salzburg) präsentiert werden.
Heidelberger Frühling Liedzentrum
Das Heidelberger Frühling Liedzentrum bewahrt und erneuert das Kulturerbe des Liedes, das in Heidelberg fest verankert ist. Die berühmteste und umfangreichste Liederhandschrift des Mittelalters, der von 1300 an entstandene „Codex Manesse“, wird hier aufbewahrt. Anfang des 19. Jahrhunderts legten Clemens Brentano und Achim von Arnim in Heidelberg ihre Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ an. Komponisten der Romantik wie Robert Schumann und Johannes Brahms, und Dichter wie Friedrich Hölderlin und Joseph von Eichendorff ließen sich von der Stadt und ihrer Atmosphäre inspirieren.
Unter dem Dach des Liedzentrums vereinen sich die ganzjährige Liedakademie unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hampson, die Lied.LABs als künstlerischer Produktionsort für Nachwuchskünstler*innen sowie seit 2022 das Liedfestival. So kann sich das Phänomen „Lied“ in Konzerten und Festivals, Akademien und weiteren künstlerischen Projekten in all seinen Manifestationen kreativ und innovativ entfalten. Mehr Informationen unter heidelberger-fruehling.de/liedzentrum.
Julian Prégardien ist seit Beginn des Jahres 2026 Künstlerischer Leiter des Heidelberger Frühling Liedzentrums, das 2016 als Kompetenzzentrum für das Lied ins Leben gerufen wurde. Es hat sich zum Ziel gesetzt, das Erbe des Liedes zu pflegen und seine Erneuerung auf exzellentem Niveau voranzutreiben. Unter seinem Dach vereinen sich die Heidelberger Frühling Liedakademie unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hampson und das Heidelberger Frühling Liedfestival.
Mit der Ernennung von Julian Prégardien wird der weitere Aufbau des Liedzentrums in die Hände der nächsten Generation gelegt. Neben der Weiterentwicklung der Liedakademie mit Thomas Hampson verfolgt das Liedzentrum das Ziel, durch zusätzliche Initiativen und Aktivitäten ein lebendiger Ort künstlerischer Produktion und Vernetzung zu sein. Dabei werden die Vielfalt des Liedes und seine Bedeutung für die musikalische Landschaft international sichtbar gemacht, Verbindungen innerhalb und außerhalb der Lied-Szene geschaffen, und Räume für Teilhabe eines breiteren Publikums eröffnet.
Julian Prégardien zu seiner neuen Position: „Lieder zu singen, Menschen damit zu berühren, zu begeistern, zusammenzubringen und sich darüber auszutauschen – all das ist für mich ein wahres Lebenselixier und eine nie versiegende Quelle. Lieder ermöglichen Begegnungen und öffnen Räume des Miteinanders – dafür möchte ich mich als Künstlerischer Leiter des Liedzentrums einsetzen. Gemeinsam mit dem Team des Heidelberger Frühling werde ich in meiner neuen Rolle den Austausch mit der Stadtgesellschaft suchen, möchte zu Neugierde und Offenheit einladen und mich für kulturelle Bildung stark machen. In enger Zusammenarbeit mit meinem geschätzten Kollegen Thomas Hampson ist es mir außerdem ein Anliegen, dass die exzellenten Absolvent*innen der im deutschsprachigen Raum einmaligen Liedakademie mehr Auftrittsmöglichkeiten erhalten und dieser Nachwuchs die Mission, Menschen mit Liedern zu begeistern und zusammenzubringen, weiterträgt.“
Julian Prégardien wird wissenschaftlich beraten von Christiane Wiesenfeldt, Professorin am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg und Sprecherin des Sonderforschungsbereiches SFB 1671 Heimat(en).
„Ich freue mich sehr, dass wir Julian Prégardien als Künstlerischen Leiter für das Heidelberger Frühling Liedzentrum gewinnen konnten“, so Thorsten Schmidt, Intendant des Heidelberger Frühling. „Er ist nicht nur einer der herausragenden Liedsänger unserer Zeit, sondern hat das Lied in der Musiklandschaft Deutschlands mit seinen Initiativen breitenwirksam positioniert und vorangebracht. Als hervorragender Kommunikator vermittelt er seine Ideen an eine angestammte Zuhörerschaft und erreicht mit seinen kreativen Ansätzen ebenso das Publikum von morgen. Gemeinsam machen wir uns nun auf den Weg, das Liedzentrum als eigenständige Institution mit nationaler Strahlkraft auszubauen und das Lied in die Zukunft zu führen.“
Kurzbiografie Julian Prégardien
Julian Prégardien, Jahrgang 1984, ist ein international angesehener lyrischer Tenor. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt beim Liedgesang. Besonders gefragt und beliebt ist er als Schubert-Interpret. 2024 initiierte er das Kultur-Start-Up „Liedstadt“, das facettenreiche Lied-Projekte entwickelt, die sowohl bei einer herbstlichen Biennale in Hamburg als auch bei Pop-Up-Festivals im deutschsprachigen Raum (bis dato Weimar, Leipzig, Düsseldorf und Salzburg) präsentiert werden.
Heidelberger Frühling Liedzentrum
Das Heidelberger Frühling Liedzentrum bewahrt und erneuert das Kulturerbe des Liedes, das in Heidelberg fest verankert ist. Die berühmteste und umfangreichste Liederhandschrift des Mittelalters, der von 1300 an entstandene „Codex Manesse“, wird hier aufbewahrt. Anfang des 19. Jahrhunderts legten Clemens Brentano und Achim von Arnim in Heidelberg ihre Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ an. Komponisten der Romantik wie Robert Schumann und Johannes Brahms, und Dichter wie Friedrich Hölderlin und Joseph von Eichendorff ließen sich von der Stadt und ihrer Atmosphäre inspirieren.
Unter dem Dach des Liedzentrums vereinen sich die ganzjährige Liedakademie unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hampson, die Lied.LABs als künstlerischer Produktionsort für Nachwuchskünstler*innen sowie seit 2022 das Liedfestival. So kann sich das Phänomen „Lied“ in Konzerten und Festivals, Akademien und weiteren künstlerischen Projekten in all seinen Manifestationen kreativ und innovativ entfalten. Mehr Informationen unter heidelberger-fruehling.de/liedzentrum.
Die oft als „Nobelpreis der Musik“ bezeichnete und mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält der Katalane bei der Preisverleihung am 23. Mai im Münchner Prinzregententheater für sein Lebenswerk.
Während der Siemens-Musikpreis häufig mit dem Engagement für zeitgenössische Musik verbunden wird, gilt Savall als Koryphäe der sogenannten „Alten Musik“ aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock. Im exklusiven Gespräch mit BR Klassik erklärt Savall, warum er mit diesem Begriff seine Probleme hat: „Die Musik ist immer eine Sprache unserer Zeit. Die ‚Alte Musik‘ existiert nicht. Es existieren alte Partituren, aber die Musik selbst wird immer erneuert. Jedes Mal, wenn ein Musiker heute eine alte Partitur singt oder spielt, wird diese Musik auch Teil unserer Zeit. Genauso wie die Kirche nebenan, die vielleicht im 17. Jahrhundert gebaut wurde, aber jetzt Teil von unserer Stadt und der Gegenwart ist. Die Musik ist zeitlos, weil sie immer wieder renoviert wird.“
Dass Musik von François Couperin (1668-1733) oder Jean-Philippe Rameau (1683-1764) ihren Weg aus vergessenen Archivbeständen zurück in internationale Konzertsäle gefunden hat, hängt auch mit Savalls Faszination für Geschichte zusammen. „Ich bin inspiriert von Elias Canetti, der gesagt hat: ‚Die Musik ist die wahrhafte lebende Geschichte der Menschheit‘. Die Musik jeder Zeit spricht durch Emotionen und trifft unsere Herzen. Wenn wir also ein Troubadour-Lied hören oder auch Bach, dann fühlen wir dasselbe wie die Menschen jener Zeit. Es ist wie eine Zeitmaschine“, schwärmt Savall. Damit diese Musik auch einem breiten Publikum zugänglich wird, beschäftigt er sich damit nicht nur als Interpret. Seit den späten 60er-Jahren ist er auch als Wissenschaftler tätig und erforscht Handschriften des Mittelalters und der Renaissance.
Eine Zeitreise in die Gegenwart ermöglichte der musikalische Schatzjäger auch der Viola da Gamba, für die er nach zehnjährigem Studium sein geliebtes Cello zum Privatvergnügen machte, wie Savall es scherzhaft beschreibt: „Vor der Gambe liebte ich nur das Cello. Doch dann hörte ich einmal ein Duett von Gambe und Laute und das war so schön. Man hat so viele Möglichkeiten mit sechs, sieben Saiten zu spielen. Der große Moment kam dann 1965 in der Nationalbibliothek in Paris, wo ich Gambenmusik fand. Niemand spielte zu der Zeit diese Musik. Damals habe ich entschieden, die Gambe zu meinem Hauptinstrument zu machen und weiter dieses Repertoire zu erkunden.“ In Basel an der Schola Cantorum Basiliensis schloss er schließlich das Studium der Alten Musik ab. Später kehrte er selbst als Lehrer dorthin zurück und unterrichtete lange Zeit die Viola da Gamba.
Auch wenn Alte Musik heute wieder öfter in Konzertprogrammen auftaucht, bleibt Savall dennoch besorgt: „Die Musikgeschichte ist eine Geschichte des Vergessens. Lange dachten die Komponisten, dass sie besser sind als ihre Vorgänger. Und damit meine ich zum Beispiel Bach, der lange als altmodisch galt. Erst Mendelssohn konnte den Berlinern zeigen, welch großes Werk die ‚Matthäus-Passion‘ ist. Und erst in den 70er-Jahren begann man, diese Musik auf Originalinstrumenten zu spielen. Die Wiederentdeckung dieser Musik ist eine sehr junge Erscheinung und deswegen heute noch in Gefahr, weil die Gruppen, die Alte Musik spielen und verbreiten, zu wenig Subventionen bekommen. Für einen vollen Konzertsaal braucht man große Namen und Werke. Bringt man unbekannte Stücke, besteht immer die Gefahr, dass die Leute nicht kommen. Die Alte Musik braucht Unterstützung, damit wir die wunderbaren Werke von Monteverdi, Lully oder auch spanische mittelalterliche Musik oder Troubadour-Lieder spielen können.“
Um diese drohende Gefahr zu bannen, will Jordi Savall das Preisgeld einsetzen und Aufführungsmöglichkeiten schaffen. Schon früh begann er deshalb auch, eigene Ensembles aufzubauen. 1974 gründete er „Hespèrion XX“ (seit 2000 „Hespèrion XXI“), ein Ensemble, das auf Instrumenten der jeweiligen Zeit spielt und Repertoire vom Mittelalter bis zum Barock pflegt. 1987 kam mit „La Capella Reial de Catalunya“ ein Vokalensemble hinzu, das Musik bis ins frühe 19. Jahrhundert nach historischen Maßstäben interpretiert.
1989 ergänzte Savall das Ganze schließlich um „Le Concert des Nations“. Das Orchester besteht zur einen Hälfte aus erfahrenen, älteren Musikerinnen und Musikern und zur anderen aus jungen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. „Das ist eine der schönsten Sachen, die ich mache, und ich bin sehr stolz auf diese Mischung. Sie funktioniert unglaublich gut, denn die jungen Leute ohne Erfahrung lernen von den erfahrenen Kollegen und bringen gleichzeitig einen Enthusiasmus und eine Freude mit, die so unglaublich stark ist. Ich habe es schon oft erlebt, dass das ganze Orchester voller Emotionen war, und das merkt man nicht nur in der Musik, sondern auch daran, wie die Menschen sich bewegen, wie sie zueinander spielen. Das ist eine der schönsten Kräfte der Musik, dass Menschen sich zusammen freuen können in ihrer Arbeit daran.“
Diese Mischung aus Erfahrung und Aufbruch will Savall nicht dem Zufall überlassen. In den letzten Jahren hat er seine Nachwuchsarbeit deshalb noch einmal gezielt mit den „Youth Orchestra and Choir Professional Academies“ ausgebaut. Das Projekt erhält unter anderem Unterstützung von der Europäischen Union. In intensiven, jeweils zwölftägigen Akademien kommen dort erfahrene Interpretinnen und Interpreten, junge Profis und ausgewählte neue Talente in ausgewogenen Ensembles zusammen und erarbeiten unter Savalls künstlerischer Leitung anspruchsvolles Repertoire, proben auf hohem Niveau und treten mit seinen Ensembles in den führenden Konzertsälen ganz Europas auf. Auch professionelle Einspielungen sind immer wieder Teil der Akademien.
Bei Savall bleibt es allerdings nie bei reiner Ausbildungsarbeit. Er verbindet Musik immer mit Verantwortung, weshalb er auch gesellschaftlich Stellung bezieht. 2018 rief er das Ensemble „Orpheus XXI“ ins Leben, in dem geflüchtete Musikerinnen und Musiker aus Nordafrika und dem arabischen Raum zusammenkommen. Und Savall hat eine klare Friedensbotschaft: „Musik kann keinen Krieg beenden, sie kann aber Frieden in unseren Herzen stiften. Musik ist die einzige Sprache, die direkt die Herzen anspricht. Ohne sie wäre das Leben unmöglich.“
Die oft als „Nobelpreis der Musik“ bezeichnete und mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält der Katalane bei der Preisverleihung am 23. Mai im Münchner Prinzregententheater für sein Lebenswerk.
Während der Siemens-Musikpreis häufig mit dem Engagement für zeitgenössische Musik verbunden wird, gilt Savall als Koryphäe der sogenannten „Alten Musik“ aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock. Im exklusiven Gespräch mit BR Klassik erklärt Savall, warum er mit diesem Begriff seine Probleme hat: „Die Musik ist immer eine Sprache unserer Zeit. Die ‚Alte Musik‘ existiert nicht. Es existieren alte Partituren, aber die Musik selbst wird immer erneuert. Jedes Mal, wenn ein Musiker heute eine alte Partitur singt oder spielt, wird diese Musik auch Teil unserer Zeit. Genauso wie die Kirche nebenan, die vielleicht im 17. Jahrhundert gebaut wurde, aber jetzt Teil von unserer Stadt und der Gegenwart ist. Die Musik ist zeitlos, weil sie immer wieder renoviert wird.“
Dass Musik von François Couperin (1668-1733) oder Jean-Philippe Rameau (1683-1764) ihren Weg aus vergessenen Archivbeständen zurück in internationale Konzertsäle gefunden hat, hängt auch mit Savalls Faszination für Geschichte zusammen. „Ich bin inspiriert von Elias Canetti, der gesagt hat: ‚Die Musik ist die wahrhafte lebende Geschichte der Menschheit‘. Die Musik jeder Zeit spricht durch Emotionen und trifft unsere Herzen. Wenn wir also ein Troubadour-Lied hören oder auch Bach, dann fühlen wir dasselbe wie die Menschen jener Zeit. Es ist wie eine Zeitmaschine“, schwärmt Savall. Damit diese Musik auch einem breiten Publikum zugänglich wird, beschäftigt er sich damit nicht nur als Interpret. Seit den späten 60er-Jahren ist er auch als Wissenschaftler tätig und erforscht Handschriften des Mittelalters und der Renaissance.
Eine Zeitreise in die Gegenwart ermöglichte der musikalische Schatzjäger auch der Viola da Gamba, für die er nach zehnjährigem Studium sein geliebtes Cello zum Privatvergnügen machte, wie Savall es scherzhaft beschreibt: „Vor der Gambe liebte ich nur das Cello. Doch dann hörte ich einmal ein Duett von Gambe und Laute und das war so schön. Man hat so viele Möglichkeiten mit sechs, sieben Saiten zu spielen. Der große Moment kam dann 1965 in der Nationalbibliothek in Paris, wo ich Gambenmusik fand. Niemand spielte zu der Zeit diese Musik. Damals habe ich entschieden, die Gambe zu meinem Hauptinstrument zu machen und weiter dieses Repertoire zu erkunden.“ In Basel an der Schola Cantorum Basiliensis schloss er schließlich das Studium der Alten Musik ab. Später kehrte er selbst als Lehrer dorthin zurück und unterrichtete lange Zeit die Viola da Gamba.
Auch wenn Alte Musik heute wieder öfter in Konzertprogrammen auftaucht, bleibt Savall dennoch besorgt: „Die Musikgeschichte ist eine Geschichte des Vergessens. Lange dachten die Komponisten, dass sie besser sind als ihre Vorgänger. Und damit meine ich zum Beispiel Bach, der lange als altmodisch galt. Erst Mendelssohn konnte den Berlinern zeigen, welch großes Werk die ‚Matthäus-Passion‘ ist. Und erst in den 70er-Jahren begann man, diese Musik auf Originalinstrumenten zu spielen. Die Wiederentdeckung dieser Musik ist eine sehr junge Erscheinung und deswegen heute noch in Gefahr, weil die Gruppen, die Alte Musik spielen und verbreiten, zu wenig Subventionen bekommen. Für einen vollen Konzertsaal braucht man große Namen und Werke. Bringt man unbekannte Stücke, besteht immer die Gefahr, dass die Leute nicht kommen. Die Alte Musik braucht Unterstützung, damit wir die wunderbaren Werke von Monteverdi, Lully oder auch spanische mittelalterliche Musik oder Troubadour-Lieder spielen können.“
Um diese drohende Gefahr zu bannen, will Jordi Savall das Preisgeld einsetzen und Aufführungsmöglichkeiten schaffen. Schon früh begann er deshalb auch, eigene Ensembles aufzubauen. 1974 gründete er „Hespèrion XX“ (seit 2000 „Hespèrion XXI“), ein Ensemble, das auf Instrumenten der jeweiligen Zeit spielt und Repertoire vom Mittelalter bis zum Barock pflegt. 1987 kam mit „La Capella Reial de Catalunya“ ein Vokalensemble hinzu, das Musik bis ins frühe 19. Jahrhundert nach historischen Maßstäben interpretiert.
1989 ergänzte Savall das Ganze schließlich um „Le Concert des Nations“. Das Orchester besteht zur einen Hälfte aus erfahrenen, älteren Musikerinnen und Musikern und zur anderen aus jungen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. „Das ist eine der schönsten Sachen, die ich mache, und ich bin sehr stolz auf diese Mischung. Sie funktioniert unglaublich gut, denn die jungen Leute ohne Erfahrung lernen von den erfahrenen Kollegen und bringen gleichzeitig einen Enthusiasmus und eine Freude mit, die so unglaublich stark ist. Ich habe es schon oft erlebt, dass das ganze Orchester voller Emotionen war, und das merkt man nicht nur in der Musik, sondern auch daran, wie die Menschen sich bewegen, wie sie zueinander spielen. Das ist eine der schönsten Kräfte der Musik, dass Menschen sich zusammen freuen können in ihrer Arbeit daran.“
Diese Mischung aus Erfahrung und Aufbruch will Savall nicht dem Zufall überlassen. In den letzten Jahren hat er seine Nachwuchsarbeit deshalb noch einmal gezielt mit den „Youth Orchestra and Choir Professional Academies“ ausgebaut. Das Projekt erhält unter anderem Unterstützung von der Europäischen Union. In intensiven, jeweils zwölftägigen Akademien kommen dort erfahrene Interpretinnen und Interpreten, junge Profis und ausgewählte neue Talente in ausgewogenen Ensembles zusammen und erarbeiten unter Savalls künstlerischer Leitung anspruchsvolles Repertoire, proben auf hohem Niveau und treten mit seinen Ensembles in den führenden Konzertsälen ganz Europas auf. Auch professionelle Einspielungen sind immer wieder Teil der Akademien.
Bei Savall bleibt es allerdings nie bei reiner Ausbildungsarbeit. Er verbindet Musik immer mit Verantwortung, weshalb er auch gesellschaftlich Stellung bezieht. 2018 rief er das Ensemble „Orpheus XXI“ ins Leben, in dem geflüchtete Musikerinnen und Musiker aus Nordafrika und dem arabischen Raum zusammenkommen. Und Savall hat eine klare Friedensbotschaft: „Musik kann keinen Krieg beenden, sie kann aber Frieden in unseren Herzen stiften. Musik ist die einzige Sprache, die direkt die Herzen anspricht. Ohne sie wäre das Leben unmöglich.“
Verdi ruft zu weiterem Warnstreik an Berliner Bühnen auf
An Berliner Bühnen wird erneut gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die nicht-künstlerischen Bühnenbeschäftigten – also Beleuchter, Techniker u.s.w. – für Freitag und Samstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser werde voraussichtlich zum Ausfall von Vorstellungen führen, teilte Verdi am Donnerstag mit.
Bestreikt werden sollen das Gorki-Theater, die Volksbühne, das Deutsche Theater, das Berliner Ensemble, das Theater an der Parkaue und das Konzerthaus. Um 9 Uhr ist vor der Volksbühne eine Kundgebung geplant.
Hintergrund des Arbeitskampfes sind die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, die nach Angaben der Gewerkschaft nur schleppend vorankommen. „Die Kultur steht in wirtschaftlich angespannten Zeiten besonders unter Druck“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen. Er mahnte spürbare Verbesserungen beim Gehalt für die Bühnenbeschäftigten an.
Bereits am 12. Januar war an Berliner Bühnen gestreikt worden. In der laufenden Tarifrunde fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, außerdem Verbesserungen bei Zeitzuschlägen sowie mehr Geld für Auszubildende.
Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), nannte die Forderungen „völlig überzogen“. Bei der aktuellen Wirtschaftsentwicklung könne sich der öffentliche Dienst nicht an die Spitze der Lohnentwicklung stellen.
Verdi ruft zu weiterem Warnstreik an Berliner Bühnen auf
An Berliner Bühnen wird erneut gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die nicht-künstlerischen Bühnenbeschäftigten – also Beleuchter, Techniker u.s.w. – für Freitag und Samstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser werde voraussichtlich zum Ausfall von Vorstellungen führen, teilte Verdi am Donnerstag mit.
Bestreikt werden sollen das Gorki-Theater, die Volksbühne, das Deutsche Theater, das Berliner Ensemble, das Theater an der Parkaue und das Konzerthaus. Um 9 Uhr ist vor der Volksbühne eine Kundgebung geplant.
Hintergrund des Arbeitskampfes sind die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, die nach Angaben der Gewerkschaft nur schleppend vorankommen. „Die Kultur steht in wirtschaftlich angespannten Zeiten besonders unter Druck“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen. Er mahnte spürbare Verbesserungen beim Gehalt für die Bühnenbeschäftigten an.
Bereits am 12. Januar war an Berliner Bühnen gestreikt worden. In der laufenden Tarifrunde fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, außerdem Verbesserungen bei Zeitzuschlägen sowie mehr Geld für Auszubildende.
Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), nannte die Forderungen „völlig überzogen“. Bei der aktuellen Wirtschaftsentwicklung könne sich der öffentliche Dienst nicht an die Spitze der Lohnentwicklung stellen.
Der originale Hammerflügel, den Ludwig van Beethoven am 24. Januar 1826 vom versierten Wiener Klavierbauer Conrad Graf als Leihinstrument erhalten hatte, ist heute eines der herausragenden Objekte in der Dauerausstellung des Museums Beethoven-Haus Bonn.
Er hat einen Umfang von 6,5 Oktaven und ist ab D vierchörig bespannt.
Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er neue Beine und eine neue Lyra mit nur noch drei Pedalen. Der wohl vorher vorhandene Janitscharenzug, mit dem besondere Klangeffekte erzeugt werden konnten, wurde ausgebaut.
In den 1960er-Jahren wurde das Instrument erneut mit den damals üblichen schwer reversiblen Methoden überholt. Heute ist der Flügel nicht mehr spielbar.
Da alle Fachleute von einer weiteren Restaurierung abraten, soll er nun in seiner ursprünglichen Form der Beethoven-Zeit rekonstruiert und seine klavierbautechnischen Hintergründe erforscht werden. Nicht nur die Wiederherstellung der Originalgestalt spielt dabei eine Rolle, auch die Frage nach den Auswirkungen der Vierchörigkeit mit einem Saitenzug von ca. 7600 kg auf den Klavierkorpus wird untersucht: Graf hatte nur wenige Versuche mit dieser Bespannung unternommen und sie schließlich aufgegeben.
Mit der Rekonstruktion wurde der versierte Klavierbauer Chris Maene in Ruiselede (Belgien) beauftragt. Maene verfügt über viel Erfahrung mit historischen Flügeln aus der Beethoven-Zeit und hat bereits zwei vergleichbare Projekte mit Tom Beghin zur Rekonstruktion des Erard- und des Broadwood-Flügels aus Beethovens Besitz durchgeführt.
Bis zum Ende des Jahres 2026 soll der Nachbau fertiggestellt sein, um bei den Feierlichkeiten zum 200. Todestag des Komponisten und in der Folge für Konzertreisen, Forschung und Vorträge genutzt werden zu können.
Später soll das Instrument dann im Musikzimmer des Museums seinen festen Platz finden.
Der originale Hammerflügel, den Ludwig van Beethoven am 24. Januar 1826 vom versierten Wiener Klavierbauer Conrad Graf als Leihinstrument erhalten hatte, ist heute eines der herausragenden Objekte in der Dauerausstellung des Museums Beethoven-Haus Bonn.
Er hat einen Umfang von 6,5 Oktaven und ist ab D vierchörig bespannt.
Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er neue Beine und eine neue Lyra mit nur noch drei Pedalen. Der wohl vorher vorhandene Janitscharenzug, mit dem besondere Klangeffekte erzeugt werden konnten, wurde ausgebaut.
In den 1960er-Jahren wurde das Instrument erneut mit den damals üblichen schwer reversiblen Methoden überholt. Heute ist der Flügel nicht mehr spielbar.
Da alle Fachleute von einer weiteren Restaurierung abraten, soll er nun in seiner ursprünglichen Form der Beethoven-Zeit rekonstruiert und seine klavierbautechnischen Hintergründe erforscht werden. Nicht nur die Wiederherstellung der Originalgestalt spielt dabei eine Rolle, auch die Frage nach den Auswirkungen der Vierchörigkeit mit einem Saitenzug von ca. 7600 kg auf den Klavierkorpus wird untersucht: Graf hatte nur wenige Versuche mit dieser Bespannung unternommen und sie schließlich aufgegeben.
Mit der Rekonstruktion wurde der versierte Klavierbauer Chris Maene in Ruiselede (Belgien) beauftragt. Maene verfügt über viel Erfahrung mit historischen Flügeln aus der Beethoven-Zeit und hat bereits zwei vergleichbare Projekte mit Tom Beghin zur Rekonstruktion des Erard- und des Broadwood-Flügels aus Beethovens Besitz durchgeführt.
Bis zum Ende des Jahres 2026 soll der Nachbau fertiggestellt sein, um bei den Feierlichkeiten zum 200. Todestag des Komponisten und in der Folge für Konzertreisen, Forschung und Vorträge genutzt werden zu können.
Später soll das Instrument dann im Musikzimmer des Museums seinen festen Platz finden.
Yannick Nézet-Séguin war der beschäftigste Dirigent im Jahr 2025
Im Jahr 2025 führt Yannick Nézet-Séguin unsere Liste der meistbeschäftigten Dirigent*innen mit erstaunlichen 120 Engagements an – und wenn man auf die Daten der letzten zehn Jahre zurückblickt, war Nézet-Séguin durchweg unter den meistbeschäftigten Dirigent*innen zu finden.
*Die meistbeschäftigten Dirigent*innen umfassen Auftritte in allen Genres: Konzerte, Oper und Tanz. Orchester sind auf Konzertauftritte beschränkt.
Andere Namen auf der diesjährigen Liste der meistbeschäftigten Dirigent*innen sind ähnlich beständig – beispielsweise Andris Nelsons, Paavo Järvi – zu denen in den letzten Jahren jüngere Persönlichkeiten wie Klaus Mäkelä hinzukamen. Mit 83 verzeichneten Auftritten ist Simone Young ein bemerkenswerter Neuzugang unter den zehn meistbeschäftigten Dirigent*innen dieses Jahres. Der Druck der Branche auf Dirigent*innen und Solist*innen, diese Zahlen zu erreichen, ist deutlich zu spüren. Wir möchten den Dirigent*innen zwar nicht ihre Arbeitsmoral vorwerfen, aber es sollte vielleicht erwähnt werden, dass reine Quantität kein Garant für Qualität ist.
Yannick Nézet-Séguin war der beschäftigste Dirigent im Jahr 2025
Im Jahr 2025 führt Yannick Nézet-Séguin unsere Liste der meistbeschäftigten Dirigent*innen mit erstaunlichen 120 Engagements an – und wenn man auf die Daten der letzten zehn Jahre zurückblickt, war Nézet-Séguin durchweg unter den meistbeschäftigten Dirigent*innen zu finden.
*Die meistbeschäftigten Dirigent*innen umfassen Auftritte in allen Genres: Konzerte, Oper und Tanz. Orchester sind auf Konzertauftritte beschränkt.
Andere Namen auf der diesjährigen Liste der meistbeschäftigten Dirigent*innen sind ähnlich beständig – beispielsweise Andris Nelsons, Paavo Järvi – zu denen in den letzten Jahren jüngere Persönlichkeiten wie Klaus Mäkelä hinzukamen. Mit 83 verzeichneten Auftritten ist Simone Young ein bemerkenswerter Neuzugang unter den zehn meistbeschäftigten Dirigent*innen dieses Jahres. Der Druck der Branche auf Dirigent*innen und Solist*innen, diese Zahlen zu erreichen, ist deutlich zu spüren. Wir möchten den Dirigent*innen zwar nicht ihre Arbeitsmoral vorwerfen, aber es sollte vielleicht erwähnt werden, dass reine Quantität kein Garant für Qualität ist.
Trump ist zu dumm, um es zu wissen, aber in Philip Glass‘ Symphonie geht es um ihn
Das Werk, das der berühmte Komponist aus dem Kennedy Center holte, ist von einer historischen Rede Lincolns inspiriert, die fast schon zu treffend ist.
Paco Freire/Getty Images
Komponist und Pianist Philip Glass
Donald Trump reagierte auf den Rückzug von Philip Glass Lincoln Symphonie aus dem Kennedy Center, wie er es normalerweise tut, wenn er mit jemandem von echter Statur konfrontiert wird: mit einer säuerlichen, selbstverherrlichenden Schimpftirade.
Die Tirade war kleinlich, leichtfertig und schnell vergessen. Aber die Episode selbst verdient Aufmerksamkeit, weil Trumps Beleidigung, wenig überraschend, den umfassenderen Punkt von Glass‘ Geste verfehlt hat.
Glass, 89, eine herausragende Figur der modernen Komposition, deren Platz in der Musikgeschichte sicher ist, hat nicht nur ein mit Spannung erwartetes Werk geschaffen, das wahrscheinlich seine letzte Symphonie ist. Das Thema der Symphonie klang pointiert als direkten Protest gegen die gefährliche autoritäre Herrschaft unter Trump.
Glass schrieb, “Symphonie Nr. 15 ist ein Porträt von Abraham Lincoln, und die Werte des Kennedy Centers stehen heute in direktem Konflikt mit der Botschaft der Symphonie…. Daher fühle ich mich verpflichtet, diese Symphoniepremiere aus dem Kennedy Center unter seiner derzeitigen Leitung zurückzuziehen.” Und er kündigte seinen Rückzug am 27. Januar an, genau auf den Tag genau 188 Jahre nachdem Lincoln die Rede gehalten hatte, die die Symphonie inspirierte.
Symphonie Nr. 15, Lincoln, bezieht sich zentral auf Lincolns Lyceum-Rede von 1838, die allgemein als seine erste große Rede gilt. Lincoln hielt die Ansprache vor einer Gruppe junger Berufstätiger in Springfield, Illinois, als er gerade 28 war — in einem Alter, in dem Trump noch die Schuhe seines Vaters putzte.
Trump, von dem man vermutet, dass er nie die Lyceum-Rede gelesen oder eine Glass-Symphonie gehört hat, betrachtete die Geste, wie er es immer tut, als persönlichen Affront. Tatsächlich war es weit mehr. Darin war Lincolns vorausschauende Warnung vor dem demokratischen Zusammenbruch enthalten, eine Warnung, die mit beunruhigender Genauigkeit die Gefahren der Trump-Herrschaft offenbart.
Im Lyceum setzte sich Lincoln bereits mit der Frage auseinander, warum Republiken scheitern.Er beginnt mit der Frage, woher die Gefahr für die amerikanische Selbstverwaltung kommen wird.Nicht von außen, betont er.Keine fremde Armee, kein einfallender Eroberer, kein moderner Bonaparte.Wenn die Zerstörung kommt, sagt Lincoln, „muss sie aus unserer Mitte entstehen“.Wenn die Republik fällt, „müssen wir selbst ihr Urheber und Vollender sein“.
Lincoln beschreibt den Mechanismus dieser Selbstzerstörung mit bestechender Klarheit.Er beginnt mit einer „zunehmenden Missachtung des Gesetzes“, der Bereitschaft, „wilde und wütende Leidenschaften“ an die Stelle des „nüchternen Urteilsvermögens der Gerichte“ zu setzen und die rechtmäßige Autorität durch den Mob zu ersetzen.Dieser Zustand, warnt Lincoln, sei in jeder Gemeinschaft „furchtbar beängstigend“ – und es wäre eine Beleidigung der Intelligenz, ihn dort zu leugnen, wo er existiert.
Die von Lincoln geschilderten konkreten Gräueltaten – Lynchmorde, Brandstiftungen, Hinrichtungen durch den Mob – gehören seiner Zeit an.Seine Erkenntnis ist jedoch struktureller Natur. Die größte Gefahr des Mob-Gesetzes, erklärt Lincoln, liege nicht in der unmittelbaren Gewalt, sondern in dem Beispiel, das es gebe. Wenn die Gesetzlosigkeit ungestraft bleibt, werden “die Gesetzlosen im Geiste ermutigt, in der Praxis gesetzlos zu werden.” Da sie keine Zurückhaltung außer Angst vor Bestrafung kennen, werden sie völlig hemmungslos.“ Sie betrachten die Regierung als ihren Feind, freuen sich über die Einstellung ihrer Operationen und beten für nichts so sehr wie ihre völlige Vernichtung.“
Lincoln warnt auch vor einem subtileren und zerstörerischeren Effekt: der Gewöhnung.Mit zunehmender Gesetzlosigkeit gewöhnt sich die Öffentlichkeit daran.Was einst schockierte, erscheint nun normal.Erwartungen verschieben sich, Normen sinken, und der Widerstand gegen die rechtmäßige Autorität wird zur Normalität statt zur Ausnahme.Diese schleichende Zersetzung ermöglicht den Zusammenbruch der Demokratie ohne einen einzigen dramatischen Umbruch.
Gleichzeitig, so Lincoln, verlieren gesetzestreue Bürger das Vertrauen.Wenn Rechte nur noch nach dem Gutdünken eines Mobs gelten, schwindet die Bindung an die Regierung.Eine Republik ohne die Zuneigung ihrer besten Bürger, warnt Lincoln, kann nicht bestehen.Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass die Gesetzlosen dreister werden, sondern auch darin, dass die Gesetzestreuen desillusioniert werden.
Diese Dynamik wiederum schafft Raum für einen bestimmten Führungstypus.Wenn die Achtung vor dem Gesetz schwindet, argumentiert Lincoln, wird es nicht an ehrgeizigen Männern mangeln.Solche Persönlichkeiten streben vor allem nach Ansehen.Und wenn der Ruhm des Erschaffenen bereits von anderen beansprucht wurde, werden diese ehrgeizigen Männer Ansehen erlangen, indem sie zerstören.Lincolns Worte sind unmissverständlich.Ein Mann von überragendem Ehrgeiz, so sagt er, wird nach Ruhm streben, „ob auf Kosten der Befreiung von Sklaven oder der Versklavung von Freien“.
Es ist unmöglich, diese Beschreibung zu lesen, ohne zu erkennen, wie genau sie auf Trumps Verhalten zutrifft.Seine Verachtung für das Gesetz ist nicht sporadisch oder rhetorisch;sie ist grundlegend.Gerichte zählen nur, wenn sie ihm dienen.Er stilisiert rechtliche Verantwortung zu Verfolgung.Er stellt Loyalität über Rechtmäßigkeit, Impuls über Urteilsvermögen, Groll über Regierungsführung.Mobs sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein Werkzeug – herbeigerufen, legitimiert und entschuldigt.Das Ergebnis ist genau der „mobokratische Geist“, vor dem Lincoln gewarnt hatte, dass er eine Republik von innen heraus zersetzen und den Boden für den Despotismus bereiten würde.
Lincolns Lösungsvorschlag ist ebenso wichtig wie seine Diagnose.Er fordert keine charismatischen Retter oder heldenhaften Anführer.Er plädiert für schlichte „Ehrfurcht vor den Gesetzen“, was er, in der Rhetorik der Aufklärung, als „politische Religion“ bezeichnet.Lincoln stellt unmissverständlich klar, dass es schlechte Gesetze geben mag und diese aufgehoben werden sollten.Solange sie jedoch in Kraft sind, müssen sie – um ein gutes Beispiel zu geben – befolgt werden.„Es gibt kein Missstand“, betont er, „der durch Lynchjustiz behoben werden kann.“Die Alternative ist nicht Freiheit, sondern ein Abgleiten in die Gesetzlosigkeit, das die Tyrannei geradezu heraufbeschwört.
Die Lyceum-Rede ist keine Poesie, sondern Prosa – eine ungeschminkte Diagnose des Scheiterns von Demokratien.Lincoln erkannte die Verachtung des Rechts als Wurzel des demokratischen Zusammenbruchs und beschrieb, wie diese sich von innen heraus zu Despotismus verhärtet.
Glass hat sein Werk seit Langem mit ernsthafter Auseinandersetzung mit dem demokratischen und verfassungsmäßigen Leben verbunden, unter anderem indem er seine Musik für Projekte zur Verfügung stellt, die sich der nachhaltigen juristischen und staatsbürgerlichen Debatte widmen.Dass Trump Glass’ Geste mit provokanten Beleidigungen beantwortete, verschärfte nur den Kontrast zwischen Lincolns Ernsthaftigkeit und Trumps intellektueller Oberflächlichkeit.
Glass’ Rückzug war keine parteipolitische, sondern eine staatsbürgerliche Geste: Die Uraufführung eines Werkes, das auf Lincolns Verteidigung des Rechts basiert, in einer Institution, die nun explizit Trumps Namen trägt, hätte die Symphonie als Billigung eben jener Gesetzlosigkeit dargestellt, gegen die sie geschrieben wurde.Trumps unüberlegte Reaktion unterstrich dies nur.Lincoln warnte davor, dass die Missachtung des Gesetzes die größte Gefahr für die Republik darstellt.Trump hat, ohne es zu beabsichtigen, genau das demonstriert.
Trump ist zu dumm, um es zu wissen, aber in Philip Glass‘ Symphonie geht es um ihn
Das Werk, das der berühmte Komponist aus dem Kennedy Center holte, ist von einer historischen Rede Lincolns inspiriert, die fast schon zu treffend ist.
Paco Freire/Getty Images
Komponist und Pianist Philip Glass
Donald Trump reagierte auf den Rückzug von Philip Glass Lincoln Symphonie aus dem Kennedy Center, wie er es normalerweise tut, wenn er mit jemandem von echter Statur konfrontiert wird: mit einer säuerlichen, selbstverherrlichenden Schimpftirade.
Die Tirade war kleinlich, leichtfertig und schnell vergessen. Aber die Episode selbst verdient Aufmerksamkeit, weil Trumps Beleidigung, wenig überraschend, den umfassenderen Punkt von Glass‘ Geste verfehlt hat.
Glass, 89, eine herausragende Figur der modernen Komposition, deren Platz in der Musikgeschichte sicher ist, hat nicht nur ein mit Spannung erwartetes Werk geschaffen, das wahrscheinlich seine letzte Symphonie ist. Das Thema der Symphonie klang pointiert als direkten Protest gegen die gefährliche autoritäre Herrschaft unter Trump.
Glass schrieb, “Symphonie Nr. 15 ist ein Porträt von Abraham Lincoln, und die Werte des Kennedy Centers stehen heute in direktem Konflikt mit der Botschaft der Symphonie…. Daher fühle ich mich verpflichtet, diese Symphoniepremiere aus dem Kennedy Center unter seiner derzeitigen Leitung zurückzuziehen.” Und er kündigte seinen Rückzug am 27. Januar an, genau auf den Tag genau 188 Jahre nachdem Lincoln die Rede gehalten hatte, die die Symphonie inspirierte.
Symphonie Nr. 15, Lincoln, bezieht sich zentral auf Lincolns Lyceum-Rede von 1838, die allgemein als seine erste große Rede gilt. Lincoln hielt die Ansprache vor einer Gruppe junger Berufstätiger in Springfield, Illinois, als er gerade 28 war — in einem Alter, in dem Trump noch die Schuhe seines Vaters putzte.
Trump, von dem man vermutet, dass er nie die Lyceum-Rede gelesen oder eine Glass-Symphonie gehört hat, betrachtete die Geste, wie er es immer tut, als persönlichen Affront. Tatsächlich war es weit mehr. Darin war Lincolns vorausschauende Warnung vor dem demokratischen Zusammenbruch enthalten, eine Warnung, die mit beunruhigender Genauigkeit die Gefahren der Trump-Herrschaft offenbart.
Im Lyceum setzte sich Lincoln bereits mit der Frage auseinander, warum Republiken scheitern.Er beginnt mit der Frage, woher die Gefahr für die amerikanische Selbstverwaltung kommen wird.Nicht von außen, betont er.Keine fremde Armee, kein einfallender Eroberer, kein moderner Bonaparte.Wenn die Zerstörung kommt, sagt Lincoln, „muss sie aus unserer Mitte entstehen“.Wenn die Republik fällt, „müssen wir selbst ihr Urheber und Vollender sein“.
Lincoln beschreibt den Mechanismus dieser Selbstzerstörung mit bestechender Klarheit.Er beginnt mit einer „zunehmenden Missachtung des Gesetzes“, der Bereitschaft, „wilde und wütende Leidenschaften“ an die Stelle des „nüchternen Urteilsvermögens der Gerichte“ zu setzen und die rechtmäßige Autorität durch den Mob zu ersetzen.Dieser Zustand, warnt Lincoln, sei in jeder Gemeinschaft „furchtbar beängstigend“ – und es wäre eine Beleidigung der Intelligenz, ihn dort zu leugnen, wo er existiert.
Die von Lincoln geschilderten konkreten Gräueltaten – Lynchmorde, Brandstiftungen, Hinrichtungen durch den Mob – gehören seiner Zeit an.Seine Erkenntnis ist jedoch struktureller Natur. Die größte Gefahr des Mob-Gesetzes, erklärt Lincoln, liege nicht in der unmittelbaren Gewalt, sondern in dem Beispiel, das es gebe. Wenn die Gesetzlosigkeit ungestraft bleibt, werden “die Gesetzlosen im Geiste ermutigt, in der Praxis gesetzlos zu werden.” Da sie keine Zurückhaltung außer Angst vor Bestrafung kennen, werden sie völlig hemmungslos.“ Sie betrachten die Regierung als ihren Feind, freuen sich über die Einstellung ihrer Operationen und beten für nichts so sehr wie ihre völlige Vernichtung.“
Lincoln warnt auch vor einem subtileren und zerstörerischeren Effekt: der Gewöhnung.Mit zunehmender Gesetzlosigkeit gewöhnt sich die Öffentlichkeit daran.Was einst schockierte, erscheint nun normal.Erwartungen verschieben sich, Normen sinken, und der Widerstand gegen die rechtmäßige Autorität wird zur Normalität statt zur Ausnahme.Diese schleichende Zersetzung ermöglicht den Zusammenbruch der Demokratie ohne einen einzigen dramatischen Umbruch.
Gleichzeitig, so Lincoln, verlieren gesetzestreue Bürger das Vertrauen.Wenn Rechte nur noch nach dem Gutdünken eines Mobs gelten, schwindet die Bindung an die Regierung.Eine Republik ohne die Zuneigung ihrer besten Bürger, warnt Lincoln, kann nicht bestehen.Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass die Gesetzlosen dreister werden, sondern auch darin, dass die Gesetzestreuen desillusioniert werden.
Diese Dynamik wiederum schafft Raum für einen bestimmten Führungstypus.Wenn die Achtung vor dem Gesetz schwindet, argumentiert Lincoln, wird es nicht an ehrgeizigen Männern mangeln.Solche Persönlichkeiten streben vor allem nach Ansehen.Und wenn der Ruhm des Erschaffenen bereits von anderen beansprucht wurde, werden diese ehrgeizigen Männer Ansehen erlangen, indem sie zerstören.Lincolns Worte sind unmissverständlich.Ein Mann von überragendem Ehrgeiz, so sagt er, wird nach Ruhm streben, „ob auf Kosten der Befreiung von Sklaven oder der Versklavung von Freien“.
Es ist unmöglich, diese Beschreibung zu lesen, ohne zu erkennen, wie genau sie auf Trumps Verhalten zutrifft.Seine Verachtung für das Gesetz ist nicht sporadisch oder rhetorisch;sie ist grundlegend.Gerichte zählen nur, wenn sie ihm dienen.Er stilisiert rechtliche Verantwortung zu Verfolgung.Er stellt Loyalität über Rechtmäßigkeit, Impuls über Urteilsvermögen, Groll über Regierungsführung.Mobs sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein Werkzeug – herbeigerufen, legitimiert und entschuldigt.Das Ergebnis ist genau der „mobokratische Geist“, vor dem Lincoln gewarnt hatte, dass er eine Republik von innen heraus zersetzen und den Boden für den Despotismus bereiten würde.
Lincolns Lösungsvorschlag ist ebenso wichtig wie seine Diagnose.Er fordert keine charismatischen Retter oder heldenhaften Anführer.Er plädiert für schlichte „Ehrfurcht vor den Gesetzen“, was er, in der Rhetorik der Aufklärung, als „politische Religion“ bezeichnet.Lincoln stellt unmissverständlich klar, dass es schlechte Gesetze geben mag und diese aufgehoben werden sollten.Solange sie jedoch in Kraft sind, müssen sie – um ein gutes Beispiel zu geben – befolgt werden.„Es gibt kein Missstand“, betont er, „der durch Lynchjustiz behoben werden kann.“Die Alternative ist nicht Freiheit, sondern ein Abgleiten in die Gesetzlosigkeit, das die Tyrannei geradezu heraufbeschwört.
Die Lyceum-Rede ist keine Poesie, sondern Prosa – eine ungeschminkte Diagnose des Scheiterns von Demokratien.Lincoln erkannte die Verachtung des Rechts als Wurzel des demokratischen Zusammenbruchs und beschrieb, wie diese sich von innen heraus zu Despotismus verhärtet.
Glass hat sein Werk seit Langem mit ernsthafter Auseinandersetzung mit dem demokratischen und verfassungsmäßigen Leben verbunden, unter anderem indem er seine Musik für Projekte zur Verfügung stellt, die sich der nachhaltigen juristischen und staatsbürgerlichen Debatte widmen.Dass Trump Glass’ Geste mit provokanten Beleidigungen beantwortete, verschärfte nur den Kontrast zwischen Lincolns Ernsthaftigkeit und Trumps intellektueller Oberflächlichkeit.
Glass’ Rückzug war keine parteipolitische, sondern eine staatsbürgerliche Geste: Die Uraufführung eines Werkes, das auf Lincolns Verteidigung des Rechts basiert, in einer Institution, die nun explizit Trumps Namen trägt, hätte die Symphonie als Billigung eben jener Gesetzlosigkeit dargestellt, gegen die sie geschrieben wurde.Trumps unüberlegte Reaktion unterstrich dies nur.Lincoln warnte davor, dass die Missachtung des Gesetzes die größte Gefahr für die Republik darstellt.Trump hat, ohne es zu beabsichtigen, genau das demonstriert.
Notarzt bei Chemnitzer Opernpremiere: Leporello muss ins Krankenhaus
Bassist Johann Kalvelage klagt am Freitagabend in der Pause während der Chemnitzer Opernpremiere von „Don Giovanni“ über Gesundheitsbeschwerden – ein Kollege aus Dresden springt vom Bühnenrand aus ein.
Großer Schreck am Freitagabend bei der ausverkauften Premiere von Mozarts „Don Giovanni“ in der Oper Chemnitz: In der Pause nach dem 1. Akt klagte Bassist Johann Kalvelage (32), der Sänger der Partie des Leporello, über so starke körperliche Beschwerden, dass der Notarzt alarmiert und der Künstler ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kalvelage ist erst seit dieser Saison Ensemblemitglied.
Bass aus Publikum springt ein
Über Lautsprecher wurde dem Publikum zunächst mitgeteilt, dass es wegen eines medizinischen Notfalls bei der Fortsetzung des Abends eine Verzögerung gebe.
Nach einer um eine knappe halbe Stunde verlängerten Pause informierte Generalintendant Christoph Dittrich die Zuschauer von der Bühne aus über die Lage: „Unser Kollege ist in guten Händen“, beteuerte Dittrich und hatte zur schlechten Nachricht der plötzlichen Erkrankung des jungen Sängers noch eine gute: Abbrechen müsse man nicht.
Im Publikum befand sich zufällig der Dresdner Bassbariton Markus Marquardt, der sich spontan bereit erklärt hatte, im 2. Akt die Partie des Leporello vom Bühnenrand aus einzusingen. Das Publikum quittierte die Nachricht mit tosendem Beifall. Der gebürtige Düsseldorfer hatte den Diener Don Giovannis zuletzt vor zwei Jahren an der Semperoper gegeben.
Den szenischen Part übernahm Regieassistentin und Spielleiterin Antonia Bär. Der 2. Akt ging ohne weitere, dem Publikum ersichtliche Beeinträchtigungen über die Bühne. [Bild: Torsten Kleditzsch: Applaus nach der Aufführung für den Dresdner Bassbariton Markus Marquardt (Mitte)]
Am Samstagmittag teilten die Theater Chemnitz mit: „Johann Kalvelage befindet sich auf dem Weg der Besserung und konnte noch am selben Abend nach einer Routineuntersuchung aus dem Krankenhaus entlassen werden.“
Notarzt bei Chemnitzer Opernpremiere: Leporello muss ins Krankenhaus
Bassist Johann Kalvelage klagt am Freitagabend in der Pause während der Chemnitzer Opernpremiere von „Don Giovanni“ über Gesundheitsbeschwerden – ein Kollege aus Dresden springt vom Bühnenrand aus ein.
Großer Schreck am Freitagabend bei der ausverkauften Premiere von Mozarts „Don Giovanni“ in der Oper Chemnitz: In der Pause nach dem 1. Akt klagte Bassist Johann Kalvelage (32), der Sänger der Partie des Leporello, über so starke körperliche Beschwerden, dass der Notarzt alarmiert und der Künstler ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kalvelage ist erst seit dieser Saison Ensemblemitglied.
Bass aus Publikum springt ein
Über Lautsprecher wurde dem Publikum zunächst mitgeteilt, dass es wegen eines medizinischen Notfalls bei der Fortsetzung des Abends eine Verzögerung gebe.
Nach einer um eine knappe halbe Stunde verlängerten Pause informierte Generalintendant Christoph Dittrich die Zuschauer von der Bühne aus über die Lage: „Unser Kollege ist in guten Händen“, beteuerte Dittrich und hatte zur schlechten Nachricht der plötzlichen Erkrankung des jungen Sängers noch eine gute: Abbrechen müsse man nicht.
Im Publikum befand sich zufällig der Dresdner Bassbariton Markus Marquardt, der sich spontan bereit erklärt hatte, im 2. Akt die Partie des Leporello vom Bühnenrand aus einzusingen. Das Publikum quittierte die Nachricht mit tosendem Beifall. Der gebürtige Düsseldorfer hatte den Diener Don Giovannis zuletzt vor zwei Jahren an der Semperoper gegeben.
Den szenischen Part übernahm Regieassistentin und Spielleiterin Antonia Bär. Der 2. Akt ging ohne weitere, dem Publikum ersichtliche Beeinträchtigungen über die Bühne. [Bild: Torsten Kleditzsch: Applaus nach der Aufführung für den Dresdner Bassbariton Markus Marquardt (Mitte)]
Am Samstagmittag teilten die Theater Chemnitz mit: „Johann Kalvelage befindet sich auf dem Weg der Besserung und konnte noch am selben Abend nach einer Routineuntersuchung aus dem Krankenhaus entlassen werden.“
Handschriften von J. S. Bach, J. C. Gottsched und G. P. Telemann im Stadtarchiv Leipzig entdeckt
Bislang unbekannte Akten zur Leipziger Kirchenmusik wurden im Stadtarchiv Leipzig entdeckt, darunter Handschriften von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Gottsched und Georg Philipp Telemann. Neue Quellen zeigen: Leipzigs Kirchenmusik unter Johann Sebastian Bach wurde gezielt kommunal gefördert
Die Funde gelangen Projektmitarbeiter Dr. Bernd Koska im Rahmen des Forschungsprojekts „Forschungsportal Bach“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig. Die Akten enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und liefern neue Erkenntnisse zur Organisation von Johann Sebastian Bachs Kantatenaufführungen. Erstmals belegen die Quellen, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: “Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur”, so Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska.
Als herausragender Fund gilt ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.
Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: “Diese Dokumente verändern unser Bild von den institutionellen Voraussetzungen der Kirchenmusik unter Bach grundlegend: Was sich hier zeigt, ist Kulturförderung mit langfristiger Wirkung – ein Prinzip, das Leipzig seit Jahrhunderten prägt.”
Handschriften von J. S. Bach, J. C. Gottsched und G. P. Telemann im Stadtarchiv Leipzig entdeckt
Bislang unbekannte Akten zur Leipziger Kirchenmusik wurden im Stadtarchiv Leipzig entdeckt, darunter Handschriften von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Gottsched und Georg Philipp Telemann. Neue Quellen zeigen: Leipzigs Kirchenmusik unter Johann Sebastian Bach wurde gezielt kommunal gefördert
Die Funde gelangen Projektmitarbeiter Dr. Bernd Koska im Rahmen des Forschungsprojekts „Forschungsportal Bach“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig. Die Akten enthalten Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten und liefern neue Erkenntnisse zur Organisation von Johann Sebastian Bachs Kantatenaufführungen. Erstmals belegen die Quellen, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: “Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur”, so Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska.
Als herausragender Fund gilt ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.
Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: “Diese Dokumente verändern unser Bild von den institutionellen Voraussetzungen der Kirchenmusik unter Bach grundlegend: Was sich hier zeigt, ist Kulturförderung mit langfristiger Wirkung – ein Prinzip, das Leipzig seit Jahrhunderten prägt.”
Abgang beschlossen: Der lettische Stardirigent Andris Nelsons verlässt im Sommer 2027 das Boston Symphony Orchestra. Man sei sich nicht einig gewesen, was die Ausrichtung des Orchesters angehe, heißt es in einer Erklärung vom Freitag.
Auf eigenen Wunsch geht er nicht, das machte Andris Nelsons deutlich. In einem Brief an die Musikerinnen und Musiker des Boston Symphony Orchestra (BSO), aus dem die New York Times zitiert, drückte er seine Enttäuschung aus. Er habe diese Trennung keinesfalls gewollt, so Nelsons. Er fühle sich dem Orchester und der gemeinsamen Arbeit jedoch weiterhin verpflichtet.
Das zu beweisen, dafür hat der 47-Jährige jetzt noch knapp eineinhalb Jahre Zeit. Im Sommer 2027 endet sein Vertrag als Chefdirigent des BSO, 13 Jahre nach seinem Amtsantritt. Dass man mit Nelsons nicht verlängert habe, begründete der Geschäftsführer des BSO, Chad Smith, damit, dass man sich nicht einig geworden sei, was die „künftige Ausrichtung“ des Klangkörpers angehe. Konkreter wurde Smith in seiner Mitteilung nicht.
So plötzlich sie komme, so wenig überraschend sei diese Trennung, kommentiert die New York Times. Seine Auftritte mit dem BSO seien nicht immer glänzend gewesen, zumal in letzter Zeit. In Boston habe es schon länger Unmut darüber gegeben, dass Nelsons zu viel unterwegs sei. Der Lette ist immerhin einer der gefragtesten Dirigenten der Welt. Mit dem Leipziger Gewandhausorchester leitet er dazu noch einen zweiten Spitzenklangkörper.
Für diesen wird Nelsons in Zukunft wahrscheinlich mehr Zeit haben. Erst letztes Jahr verlängerte er seinen Vertrag in Leipzig bis 2032. Aktuell ist er mit den Wiener Philharmonikern in den USA auf Tour. Auf sein Bostoner Orchester wird er erst am 19. März wieder treffen. Ob er sich dann nochmal zu seiner Abberufung äußert, bleibt abzuwarten. Aktuell blocke er sämtliche Interviewanfragen ab, berichtet die New York Times.
Sendung: „Allegro“ am 9. März ab 06:05 Uhr auf BR Klassik
Sowohl die Berliner Philharmoniker als auch das Leipziger Gewandhaus-Orchester haben sich an die Seite des Boston Symphony Orchesters gestellt und Solidaritäts-Bekundungen nach Boston gesandt. In Leipzig ist Nelsons noch bis 2032 vertraglich gebunden.
ANDRIS NELSONS MUSS BOSTON VERLASSEN
Abgang beschlossen: Der lettische Stardirigent Andris Nelsons verlässt im Sommer 2027 das Boston Symphony Orchestra. Man sei sich nicht einig gewesen, was die Ausrichtung des Orchesters angehe, heißt es in einer Erklärung vom Freitag.
Auf eigenen Wunsch geht er nicht, das machte Andris Nelsons deutlich. In einem Brief an die Musikerinnen und Musiker des Boston Symphony Orchestra (BSO), aus dem die New York Times zitiert, drückte er seine Enttäuschung aus. Er habe diese Trennung keinesfalls gewollt, so Nelsons. Er fühle sich dem Orchester und der gemeinsamen Arbeit jedoch weiterhin verpflichtet.
Das zu beweisen, dafür hat der 47-Jährige jetzt noch knapp eineinhalb Jahre Zeit. Im Sommer 2027 endet sein Vertrag als Chefdirigent des BSO, 13 Jahre nach seinem Amtsantritt. Dass man mit Nelsons nicht verlängert habe, begründete der Geschäftsführer des BSO, Chad Smith, damit, dass man sich nicht einig geworden sei, was die „künftige Ausrichtung“ des Klangkörpers angehe. Konkreter wurde Smith in seiner Mitteilung nicht.
So plötzlich sie komme, so wenig überraschend sei diese Trennung, kommentiert die New York Times. Seine Auftritte mit dem BSO seien nicht immer glänzend gewesen, zumal in letzter Zeit. In Boston habe es schon länger Unmut darüber gegeben, dass Nelsons zu viel unterwegs sei. Der Lette ist immerhin einer der gefragtesten Dirigenten der Welt. Mit dem Leipziger Gewandhausorchester leitet er dazu noch einen zweiten Spitzenklangkörper.
Für diesen wird Nelsons in Zukunft wahrscheinlich mehr Zeit haben. Erst letztes Jahr verlängerte er seinen Vertrag in Leipzig bis 2032. Aktuell ist er mit den Wiener Philharmonikern in den USA auf Tour. Auf sein Bostoner Orchester wird er erst am 19. März wieder treffen. Ob er sich dann nochmal zu seiner Abberufung äußert, bleibt abzuwarten. Aktuell blocke er sämtliche Interviewanfragen ab, berichtet die New York Times.
Sendung: „Allegro“ am 9. März ab 06:05 Uhr auf BR Klassik
Sowohl die Berliner Philharmoniker als auch das Leipziger Gewandhaus-Orchester haben sich an die Seite des Boston Symphony Orchesters gestellt und Solidaritäts-Bekundungen nach Boston gesandt. In Leipzig ist Nelsons noch bis 2032 vertraglich gebunden.