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In habe mich in der letzten Zeit mit der Musik eines gewissen Herrn Antonio Salieri beschäftigt. Hier im Forum muss niemandem erklärt werden, wer das war. Erinnert sei aber daran, dass er besonders von Kaiser Joseph II. protegiert wurde und insofern vom Kammerkomponisten zum Kapellmeister der k.k. Hofmusikkapelle (als Nachfolger von Giuseppe Bonno, einem gebürtigen Wiener italienischer Abstammung) emporstieg. Aber er gilt auch vielen noch heute als der Mörder Mozarts, an welchem Gerücht er vielleicht sogar selbst beteiligt war, wenn man Peter Shaffer (und in der Folge auch dem Regisseur Miloš Forman) glauben darf. Und das wertet seine hörenswerte Musik bis heute stark ab. Meine eigenen Bestände an Aufnahmen dieses Komponisten sind noch ziemlich dürftig, sollen aber noch aufgestockt werden. Vorläufig sind es – neben Orchesterplatten – folgende Opern-CDs: Der große russische Dichter Alexander Puschkin scheint, im Gegensatz zu mir, von Salieris Selbstbezichtigung des Mordes an seinem Kollegen Mozart überzeugt gewesen zu sein; er hat nämlich ein Theaterstück geschrieben, das von Nicolai Rimski-Korsakow vertont wurde. Die in beiden Fällen – Theaterstück und Film – zum Ausdruck kommende eigene Mittelmäßigkeit gegenüber Mozart halte ich für wirklich übertrieben, denn Antonio Salieris Musik ist, wie bei den CD-Beispielen auch gehört werden kann, durchaus von exzellenter Qualität. Bei der Armida konnte ich das tatsächlich heraushören. Über dreißig Opern-Komponisten hat die Zauberin Armida zu musikalischen Inspirationen angeregt. Angefangen hat es 1639 mit der in Venedig uraufgeführten Oper von Benedetto Ferrari, dessen Partitur verschollen ist, über Tommaso Traetta, Antonio Salieri und Gioachino Rossini bis zur (vorerst) letzten Vertonung des Stoffes von Antonín Dvořák 1904. Und die hier zu besprechende Oper Salieris kam in den 1770er Jahren auf die Bühne, gleichzeitig mit der Version von Salieris Mentor Christoph Willibal Gluck, dessen Werk in Paris herauskam. Man kann Glucks Opus nicht zu einem Repertoirehit hochloben, aber im Vergleich zu Salieris Werk ist sie bekannter, was – so finde ich – am Komponisten liegen dürfte, dem noch immer als Mörder Mozarts geltenden Salieri. Es liegt an Christophe Rousset, der die Oper dem Vergessen entrissen und es mit „Les Talens Lyrique“ und einem erlesenen Solistenquartett zum Klingen gebracht hat. Nicht zu vergessen auch der exzellente Chœur de Chambre Namur, aus der Hauptstadt der belgischen Wallonie, der seine Aufgabe als Interpreten von Nymphen, Geistern und Drachen wunderbar erledigt. In der Titelrolle glänzt Lenneke Ruiten mit einem hellen und dann wieder lyrischen Sopran. Dass auch der Ritter Rinaldo von einem Sopran gesungen wird (es ist die wunderbare Florie Valiquette) muss man Salieris Hang zum bisher üblichen Opera-seria-Stil ansehen. Dafür ist Ashley Riches als Ritter Ubaldo nicht nur ein kultiviert auftrumpfender Bariton, sondern in dieser Rolle auch ein Kerl von echtem Schrot und Korn. Ich will aber auch den Mezzosopran von Teresa Iervolino in der Rolle der Armida völlig ergebenen Ismene lobend erwähnen. Denn: wenn es manchmal auch schwer fällt, die Soprane von Armida und Rinaldo auseinander zu halten, dann ist das bei der volltönenden Ismene nicht möglich. Jedenfalls: Man kann den Einsatz dieses Gesamtensembles für die Musik Antonio Salieris nur begrüßen, wenn nicht sogar für kaum besser erachten. Eine klare Empfehlung für die Freunde der Musik des Rokoko. In habe mich in der letzten Zeit mit der Musik eines gewissen Herrn Antonio Salieri beschäftigt. Hier im Forum muss niemandem erklärt werden, wer das war. Erinnert sei aber daran, dass er besonders von Kaiser Joseph II. protegiert wurde und insofern vom Kammerkomponisten zum Kapellmeister der k.k. Hofmusikkapelle (als Nachfolger von Giuseppe Bonno, einem gebürtigen Wiener italienischer Abstammung) emporstieg. Aber er gilt auch vielen noch heute als der Mörder Mozarts, an welchem Gerücht er vielleicht sogar selbst beteiligt war, wenn man Peter Shaffer (und in der Folge auch dem Regisseur Miloš Forman) glauben darf. Und das wertet seine hörenswerte Musik bis heute stark ab. Meine eigenen Bestände an Aufnahmen dieses Komponisten sind noch ziemlich dürftig, sollen aber noch aufgestockt werden. Vorläufig sind es – neben Orchesterplatten – folgende Opern-CDs: Der große russische Dichter Alexander Puschkin scheint, im Gegensatz zu mir, von Salieris Selbstbezichtigung des Mordes an seinem Kollegen Mozart überzeugt gewesen zu sein; er hat nämlich ein Theaterstück geschrieben, das von Nicolai Rimski-Korsakow vertont wurde. Die in beiden Fällen – Theaterstück und Film – zum Ausdruck kommende eigene Mittelmäßigkeit gegenüber Mozart halte ich für wirklich übertrieben, denn Antonio Salieris Musik ist, wie bei den CD-Beispielen auch gehört werden kann, durchaus von exzellenter Qualität. Bei der Armida konnte ich das tatsächlich heraushören. Über dreißig Opern-Komponisten hat die Zauberin Armida zu musikalischen Inspirationen angeregt. Angefangen hat es 1639 mit der in Venedig uraufgeführten Oper von Benedetto Ferrari, dessen Partitur verschollen ist, über Tommaso Traetta, Antonio Salieri und Gioachino Rossini bis zur (vorerst) letzten Vertonung des Stoffes von Antonín Dvořák 1904. Und die hier zu besprechende Oper Salieris kam in den 1770er Jahren auf die Bühne, gleichzeitig mit der Version von Salieris Mentor Christoph Willibal Gluck, dessen Werk in Paris herauskam. Man kann Glucks Opus nicht zu einem Repertoirehit hochloben, aber im Vergleich zu Salieris Werk ist sie bekannter, was – so finde ich – am Komponisten liegen dürfte, dem noch immer als Mörder Mozarts geltenden Salieri. Es liegt an Christophe Rousset, der die Oper dem Vergessen entrissen und es mit „Les Talens Lyrique“ und einem erlesenen Solistenquartett zum Klingen gebracht hat. Nicht zu vergessen auch der exzellente Chœur de Chambre Namur, aus der Hauptstadt der belgischen Wallonie, der seine Aufgabe als Interpreten von Nymphen, Geistern und Drachen wunderbar erledigt. In der Titelrolle glänzt Lenneke Ruiten mit einem hellen und dann wieder lyrischen Sopran. Dass auch der Ritter Rinaldo von einem Sopran gesungen wird (es ist die wunderbare Florie Valiquette) muss man Salieris Hang zum bisher üblichen Opera-seria-Stil ansehen. Dafür ist Ashley Riches als Ritter Ubaldo nicht nur ein kultiviert auftrumpfender Bariton, sondern in dieser Rolle auch ein Kerl von echtem Schrot und Korn. Ich will aber auch den Mezzosopran von Teresa Iervolino in der Rolle der Armida völlig ergebenen Ismene lobend erwähnen. Denn: wenn es manchmal auch schwer fällt, die Soprane von Armida und Rinaldo auseinander zu halten, dann ist das bei der volltönenden Ismene nicht möglich. Jedenfalls: Man kann den Einsatz dieses Gesamtensembles für die Musik Antonio Salieris nur begrüßen, wenn nicht sogar für kaum besser erachten. Eine klare Empfehlung für die Freunde der Musik des Rokoko. Ich habe mir erlaubt, mal das Tor zur Musik Salieris etwas aufzustoßen und die von dir besprochene Aufnahme, lieber Manfred, hier einzustellen. Interessant war für mich auch, dass du den Kammerchor aus Namur hervorhebst, der mir bei der Vorstellung der Mozartopern mehrere Male begegnet ist. Darüber hinaus kenne ich Namur, soweit man das bei einem Besuchwährend eines Sonntagsausfluges sagen kann, aus einem dreiwöchigen Aufenthalt 1964 bei einem Austauschschüler aus Mezieres/Charleville, im Rahmen einer Städtepartnerschaft Charleville/Dülmen, meinem Gymnasialschulort. Leider habe ich den Chor damals nicht gehört, der hier in meiner nachfolgenden Einstellung deiner besprochenen Aufnahme gleich nach der Ouvertüre in voller Pracht anzuhören ist: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Liebe Grüße Willi😀 Ich habe mir erlaubt, mal das Tor zur Musik Salieris etwas aufzustoßen und die von dir besprochene Aufnahme, lieber Manfred, hier einzustellen. Interessant war für mich auch, dass du den Kammerchor aus Namur hervorhebst, der mir bei der Vorstellung der Mozartopern mehrere Male begegnet ist. Darüber hinaus kenne ich Namur, soweit man das bei einem Besuchwährend eines Sonntagsausfluges sagen kann, aus einem dreiwöchigen Aufenthalt 1964 bei einem Austauschschüler aus Mezieres/Charleville, im Rahmen einer Städtepartnerschaft Charleville/Dülmen, meinem Gymnasialschulort. Leider habe ich den Chor damals nicht gehört, der hier in meiner nachfolgenden Einstellung deiner besprochenen Aufnahme gleich nach der Ouvertüre in voller Pracht anzuhören ist: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Liebe Grüße Willi😀 Salieris nächste Oper in meinem sehr bescheidenen Fundus von Werken des k.k. Hofkomponisten ist „Tarare“. Wenn ich richtig informiert bin, dann war es Jean-Claude Malgoire, der „Tarare“ bei den Schwetzinger Festspielen 1988 auf eine deutsche Bühne brachte und zwar als Adaption einer Inszenierung der Oper in Paris. Ich kenne allerdings diese Einspielung nicht. Die für mich erreichbaren Rezensionen von Malgoires Arbeit sagen aus, dass die Solisten nicht unbedingt den Ansprüchen der Rezensenten genügen, dass aber das zur Verfügung stehende Orchester, die Händel-Solisten, das solistische Manko vollkommen ausglichen. Meine kürzlich erstandene Aufnahme von „Tarare“ ist die bei „Aparte“ herausgekommene Aufnahme, in der Christophe Rousset „Les Talens Lyrique“ dirigiert. „Tarare“ ist, nach den seinerzeit viel bewunderten „Danaiden“ und den kaum goutierten „Les Horaces“, und der dann wieder hochgelobten „Armida“, die letzte Oper Salieris für Paris. Wie schon erwähnt, war es vor allem das Gerücht, Salieri habe (seinen vermeintlichen Konkurrenten) Mozart vergiftet, welches Salieris Musik abgewertet hat (was noch heute durch Peter Shaffer in seinem Bühnenstück und Milos Forman in seinem Film nach Shaffer) verbreitet wird, kann man gleichzeitig heute feststellen, dass Salieris Musik an Interesse gewinnt. Bewusst wird den Musikfreunden, dass Salieri der Lehrer vieler Komponisten war, wobei vor allen Dingen Franz Xaver Wolfgang Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Johann Nepomuk Hummel und Simon Sechter zu nennen wären. Das Libretto für „Tarare“ schrieb Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, den viele nur als Ideengeber für Mozarts „Nozze“ und Rossinis „Barbiere“ kennen. Dass er für Salieri ein Opern-Libretto geschrieben hat, kommt erst so nach und nach ins Bewusstsein der Musikliebhaber. Dass die Autoren ihre Oper eine „tragédie lyrique“ nennen, vermittelt außerdem, dass sie dem Vorbild des Gründers der französischem Nationaloper, Jean-Baptiste Lully, folgen, der seine Werke mit einem Prolog eröffnete, dem fünf Akte folgten. Formalistisch betrachtet ist der Prolog in „Tarare“ ein Diskussionsforum zwischen dem Naturgeist und dem Feuergeist, in dem es um aktuelle Themen geht. Der erste Akt spielt in einem unbestimmten asiatischen Land, in dem ein mehr oder weniger unsympathischer König namens Atar dem Soldaten Tarare gegenüber steht, dem er zwar sein Leben verdankt, den er jedoch verachtet. Dem König geht es um Rache seinem Soldaten Tarare gegenüber, der nämlich sowohl von seinen Kollegen aus der Truppe als auch vom Volk geliebt wird. Mit der Hilfe eines Generals, der außerdem der Sohn des Hohen Priesters ist, bemächtigt er sich der schönen Frau von Tarare, Astasie, führt sie unter einem neuen Namen „Izra“ in seinen Harem ein, kann sie aber nicht für sich gewinnen. Beaumarchais und Salieri bieten Erzählungen über Höflinge, reichern die Handlung mit Bildern des Orients an und geben möglicherweise auch Hinweise auf seinerzeit aktuelle Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, was natürlich die Zuschauer zwei Jahrhunderte später kaum nachvollziehen können. Inhaltlich könnte man versucht sein, an Mozarts „Entführung“ zu denken, aber hinter der sich am Ende des Singspiels ergebenden großen Idee des Verzeihens oder der in Schillers „Ode an die Freude“ aufkommenden Verbrüderungsharmonie bleibt Salieris „Tarare“ meilenweit zurück. Was es aber gibt ist jede Menge „Action“ mit vielen Arioso-Passagen, aber wenigen großartigen Arien, wie sie sich Beaumarchais gewünscht hatte. Insofern kann man nicht sagen, dass es langweilig wird. Auch hier wird deutlich, dass Salieri in seiner Musik eher seinem Mentor Gluck nacheifert und sich kaum der Musik seines angeblichen Konkurrenten Mozart annähert. Was für mich im übrigen kein Nachteil ist. Was „Les Talens Lyrique“ unter Christophe Rousset orchestral aufbieten, ist vom Allerfeinsten und Jean-Sébastien Bou in der Titelrolle ist eine Idealbesetzung. Das muss ich übrigens auch Cyrille Dubois als Atar und Karine Deshayes als Astasie, Tarares Gattin, attestieren. Dass ich diese drei Solisten hervorhebe bedeutet nicht, die übrigen Mitwirkenden für weniger gut zu erachten. Was hier gesanglich aufgeboten wird, ist wirklich erste Sahne. Und dazu rechne ich auch den Chor „Les Chantres du Centre de Musique Baroque de Versailles“, der sich idiomatisch dem Klangbild des Gesamtensembles anzupassen vermag. Auch in diesem Falle eine eindeutige Kauf-Empfehlung für die Musikfreunde. Salieris nächste Oper in meinem sehr bescheidenen Fundus von Werken des k.k. Hofkomponisten ist „Tarare“. Wenn ich richtig informiert bin, dann war es Jean-Claude Malgoire, der „Tarare“ bei den Schwetzinger Festspielen 1988 auf eine deutsche Bühne brachte und zwar als Adaption einer Inszenierung der Oper in Paris. Ich kenne allerdings diese Einspielung nicht. Die für mich erreichbaren Rezensionen von Malgoires Arbeit sagen aus, dass die Solisten nicht unbedingt den Ansprüchen der Rezensenten genügen, dass aber das zur Verfügung stehende Orchester, die Händel-Solisten, das solistische Manko vollkommen ausglichen. Meine kürzlich erstandene Aufnahme von „Tarare“ ist die bei „Aparte“ herausgekommene Aufnahme, in der Christophe Rousset „Les Talens Lyrique“ dirigiert. „Tarare“ ist, nach den seinerzeit viel bewunderten „Danaiden“ und den kaum goutierten „Les Horaces“, und der dann wieder hochgelobten „Armida“, die letzte Oper Salieris für Paris. Wie schon erwähnt, war es vor allem das Gerücht, Salieri habe (seinen vermeintlichen Konkurrenten) Mozart vergiftet, welches Salieris Musik abgewertet hat (was noch heute durch Peter Shaffer in seinem Bühnenstück und Milos Forman in seinem Film nach Shaffer) verbreitet wird, kann man gleichzeitig heute feststellen, dass Salieris Musik an Interesse gewinnt. Bewusst wird den Musikfreunden, dass Salieri der Lehrer vieler Komponisten war, wobei vor allen Dingen Franz Xaver Wolfgang Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Johann Nepomuk Hummel und Simon Sechter zu nennen wären. Das Libretto für „Tarare“ schrieb Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, den viele nur als Ideengeber für Mozarts „Nozze“ und Rossinis „Barbiere“ kennen. Dass er für Salieri ein Opern-Libretto geschrieben hat, kommt erst so nach und nach ins Bewusstsein der Musikliebhaber. Dass die Autoren ihre Oper eine „tragédie lyrique“ nennen, vermittelt außerdem, dass sie dem Vorbild des Gründers der französischem Nationaloper, Jean-Baptiste Lully, folgen, der seine Werke mit einem Prolog eröffnete, dem fünf Akte folgten. Formalistisch betrachtet ist der Prolog in „Tarare“ ein Diskussionsforum zwischen dem Naturgeist und dem Feuergeist, in dem es um aktuelle Themen geht. Der erste Akt spielt in einem unbestimmten asiatischen Land, in dem ein mehr oder weniger unsympathischer König namens Atar dem Soldaten Tarare gegenüber steht, dem er zwar sein Leben verdankt, den er jedoch verachtet. Dem König geht es um Rache seinem Soldaten Tarare gegenüber, der nämlich sowohl von seinen Kollegen aus der Truppe als auch vom Volk geliebt wird. Mit der Hilfe eines Generals, der außerdem der Sohn des Hohen Priesters ist, bemächtigt er sich der schönen Frau von Tarare, Astasie, führt sie unter einem neuen Namen „Izra“ in seinen Harem ein, kann sie aber nicht für sich gewinnen. Beaumarchais und Salieri bieten Erzählungen über Höflinge, reichern die Handlung mit Bildern des Orients an und geben möglicherweise auch Hinweise auf seinerzeit aktuelle Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, was natürlich die Zuschauer zwei Jahrhunderte später kaum nachvollziehen können. Inhaltlich könnte man versucht sein, an Mozarts „Entführung“ zu denken, aber hinter der sich am Ende des Singspiels ergebenden großen Idee des Verzeihens oder der in Schillers „Ode an die Freude“ aufkommenden Verbrüderungsharmonie bleibt Salieris „Tarare“ meilenweit zurück. Was es aber gibt ist jede Menge „Action“ mit vielen Arioso-Passagen, aber wenigen großartigen Arien, wie sie sich Beaumarchais gewünscht hatte. Insofern kann man nicht sagen, dass es langweilig wird. Auch hier wird deutlich, dass Salieri in seiner Musik eher seinem Mentor Gluck nacheifert und sich kaum der Musik seines angeblichen Konkurrenten Mozart annähert. Was für mich im übrigen kein Nachteil ist. Was „Les Talens Lyrique“ unter Christophe Rousset orchestral aufbieten, ist vom Allerfeinsten und Jean-Sébastien Bou in der Titelrolle ist eine Idealbesetzung. Das muss ich übrigens auch Cyrille Dubois als Atar und Karine Deshayes als Astasie, Tarares Gattin, attestieren. Dass ich diese drei Solisten hervorhebe bedeutet nicht, die übrigen Mitwirkenden für weniger gut zu erachten. Was hier gesanglich aufgeboten wird, ist wirklich erste Sahne. Und dazu rechne ich auch den Chor „Les Chantres du Centre de Musique Baroque de Versailles“, der sich idiomatisch dem Klangbild des Gesamtensembles anzupassen vermag. Auch in diesem Falle eine eindeutige Kauf-Empfehlung für die Musikfreunde. Auch hier gibt es etwas Akustisches: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Liebe Grüße Willi😀 Auch hier gibt es etwas Akustisches: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Liebe Grüße Willi😀 Wieder ein ausgezeichneter Beitrag von Manfred und eine hervorragende Ergänzung mit musikalischen Beispielen. So sollte die Zusammenarbeit im Forum sein. Herzlich grüßen und danken die Sängerfreunde. Wieder ein ausgezeichneter Beitrag von Manfred und eine hervorragende Ergänzung mit musikalischen Beispielen. So sollte die Zusammenarbeit im Forum sein. Herzlich grüßen und danken die Sängerfreunde. Ein Blick auf Antonio Salieri Sein Geburtsort liegt in Italien, damals Republik Venedig. Es schlug – zumindest bei den Wiener Kulturinteressierten – wie eine Bombe ein, als die Italiener im Jahr 2005 ihren Salieri wieder zurückhaben wollten. Immerhin wurde ein Artikel, der das verwahrloste Grab Salieris auf dem Wiener Zentralfriedhof thematisierte, in der auflagestärksten Zeitung Italiens, ›Corriere della Sera‹, veröffentlicht. In Salieris Geburtsstadt hatte sich ein Komitee (Legnago per Salieri) gebildet, das die Gebeine Salieris vom Wiener Zentralfriedhof in seine Heimatstadt zurückholen möchte. Die in Verona erscheinende Zeitung ›L´Arena‹ schrieb ebenfalls. dass Salieri nach Hause geholt wird. Die Wiener Kulturbürokratie beeilte sich nun zu versichern, dass man Maßnahmen zur Sanierung des verwahrlosten Grabes ergreifen werde. Antonio Salieri kam bei einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie als achtes Kind abends um halb elf zur Welt, Antonios Mutter, Anna Maria, war die zweite Frau des Vaters. Man konnte es sich leisten den begabten Jungen in die Lateinschule zu geben. Das Elternhaus förderte auch die schon früh erkannte musikalische Begabung ihres Sprösslings. Sein um 13 Jahre älterer Stiefbruder Francesco, der auf vom berühmten Geigenvirtuosen Guiseppe Tartini vermittelten Unterricht zurückblicken konnte, unterwies seinen kleinen Bruder in Violine, Cembalo und Gesang. Den Umgang mit Tastinstrumenten vermittelte der Domorganist von Legnago. Der Komponist Florian Leopold Gassmann war aus Böhmen nach Venedig gekommen, um am berühmten Teatro San Giovanni Crisostomo seine Oper »Achille in Sciro« zur Aufführung zu bringen. Der Kontakt zu diesem Komponisten kam durch Antonios Gesangslehrer zustande. Gassmann hatte an dem jungen Salieri Gefallen gefunden und man war sich einig geworden, dass Gassmann den jungen Mann mit nach Wien nimmt, wo Gassmann 1763 als Ballettkomponist Nachfolger von Christoph Willibald Gluck wurde und ein Jahr später zum Kammerkomponisten des Kaisers ernannt worden war. Gassmanns Unterricht war gut geplant und bot eine recht breite Palette. Neben den diversen musikalischen Dingen die gelehrt wurden, also Generalbass- und Partiturspiel, Kontrapunkt und Übungen mit der Violine, kam begleitend Unterricht bei einem deutschen und französischen Sprachlehrer dazu, täglich erteilte ein Priester, das war Don Pietro Tommasi, Unterricht in Latein und italienischer Poesie. Während Gassmann anderweitig stark beschäftigt war, kam Giovanni Gastone Boccherini – das war der Bruder des berühmten Luigi Boccherini – mit einem Operntextbuch nach Wien, Weitgehende Übereinstimmung unter Musikfreundenden herrscht darüber, dass Antonio Salieris erstes Meisterwerk seine 1771 komponierte Oper »Armida« ist, ihr liegt ein Stoff zugrunde, der auch von vielen anderen bekannten Komponisten vertont wurde, bis hin zum 20. Jahrhundert wo sich Antonin Dvořák der Sache annahm. Salieri setzte bei seiner »Armida« die Vorgaben der Opernreform von Christoph Willibald Gluck um und war auch weiterhin erfolgreich produktiv; im ersten Halbjahr des Jahres 1772 entstanden drei neue Buffa-Opern. Das erste Stück war »La fiera di Venezia«. Zu dieser ebenfalls erfolgreich aufgeführten Oper könnte man einige positive Stimmen prominenter Musiker der Zeit zitieren, aber damit das Ganze nicht ganz so glänzend daherkommt, sei bemerkt, dass Leopold Mozart von Salieris Musik in »La fiera di Venezia« nicht viel hielt; 1785 – also 13 Jahre nach Erstaufführung – kritisierte er Salieris Musik in einem Brief so: Salieris Erfolge hatten sich indes bis Stockholm herumgesprochen und König Gustav III. versuchte die besten Musiker Europas an seine Oper zu holen, so auch den 22-jährigen Salieri. Die Musikwissenschaft geht davon aus, dass Salieri auf Betreiben von Joseph II. den Ruf nach Schweden nicht angenommen hat. Florian Leopold Gassmann hatte auf seiner letzten Italienreise einen Kutschenunfall gehabt und starb im Januar 1774 überraschend an den Spätfolgen dieses Unfalls. Aber diese Einkünfte wurden als nicht ausreichend angesehen, um in den Stand der Ehe treten zu können. Beim Musikunterricht in einem Kloster hatte er die Halbweise Eva Maria Helferstorfer, die dort erzogen wurde, kennen und lieben gelernt. Aber Eva Marias Vater starb, bevor Antonio bei ihm um die Hand der Tochter anhalten konnte. Oben ist zwar erwähnt, dass Salieri in Hofkreisen als ›deutscher Komponist‹ galt, aber ganz so deutsch war die Sache nun auch wieder nicht, denn zu dieser Zeit wurde Salieri Mitglied der Italienischen Kongregation, die das geistliche Zentrum der etwa 7.000 Italiener, die in Wien lebten, darstellte. Aber Salieri war nicht nur in eigener Sache unterwegs, der Kaiser hatte ihn auch beauftragt in Italien nach Tenören Ausschau zu halten. Natürlich war Salieri auch in Rom, wo ihn eine Nachricht erreichte, dass er nach Neapel kommen möge, weil man dort die Opera seria »Semiramide« aufführen wollte, ein Stoff, der von einer Menge an Komponisten vertont wurde. Das war natürlich ein Angebot, denn die hatten da unten am Vesuv mit über 3.000 Plätzen das größte Theater Europas. »In Erledigung Ihres, an seine Majestät gestellten Gesuches, um die Erlaubniß, noch länger in Italien bleiben zu dürfen, tragen Allerhöchstdieselben mir auf, Ihnen zu schreiben, daß Sie Herr seyen, so lange dort zu weilen als es Ihnen gefällt und gut dünkt, ja, daß Sie, wenn Sie sich besser dort befinden, als hier, auch für immer dort bleiben mögen.« Umgangssprachlich nennt man das einen Wink mit dem Zaunpfahl, das war auch für Salieri nicht zu übersehen und so befreite er sich von den in Neapel schon eingegangenen Verpflichtungen, um schleunigst nach Wien zurückzukehren, er machte auf der Rückreise nur noch einen kurzen Stopp in Bologna, um Martini zu besuchen; am 8. April 1780 traf er wieder in Wien ein, wo er sich unverzüglich an allerhöchster Stelle für sein Fehlverhalten entschuldigte und in Gnaden aufgenommen wurde. 1783 befahl der Kaiser, dass die italienische Oper wieder eingerichtet wird und Salieri setzte sich dafür ein, dass Lorenzo Da Ponte den Posten des Theaterdichters erhielt. Nun kam auch Salieris auf seiner Italienreise erarbeitete Sängerliste zum Einsatz. Die Oper »Les Danaïdes« war Maria Antoinette gewidmet und wurde am 26. April 1784 mit ganz großem Erfolg in Paris uraufgeführt. Nach diesem überwältigenden Theaterereignis ließ Gluck in ›Journal de Paris‹ bekanntgeben, dass Salieri der alleinige Verfasser des Werks sei und Salieri glättete das Ganze etwas indem er sagte, er sei von Glucks Weisheit und Genie geleitet worden. Mit einer Tasche voll Geld – insgesamt 16.200 Livres – trat Salieri die Rückreise nach Wien an. Am 17. November 1787 dirigierte Salieri beim Totenamt für Christoph Willibald Gluck dessen bisher unveröffentlichten Psalm »De profundis«. Im Februar 1788 hatte Salieri seinen Karrieregipfel am Hof erreicht und war nun Hofkapellmeister. Kaiser Joseph II. kehrte zum Jahresende gesundheitlich schwer angeschlagen vom Türkenkrieg zurück, war aber im Feld stets über die Vorgänge am Theater informiert worden. Am 20. Februar 1801 machte sich Salieri nach Triest auf; der Auftrag zur Einweihung des Teatro Nuovo (ab 1901: Teatro Giuseppe Verdi) kam überraschend, weil der ursprünglich vorgesehene Komponist Domenico Cimarosa gestorben war. Die Zeit war so knapp, dass Salieri mit seiner Oper »Annibale in Capua« erst nach einer anderen Oper in das neue Haus einziehen konnte, wobei »Annibale in Capua« ganz groß ankam, aber das war alles so auf Triester Verhältnisse zugeschnitten, dass dem Werk keine weite Verbreitung vergönnt war. Im Spätsommer 1803 war Carl Maria von Weber nach Wien gekommen, im November 1805 Napoleon – nun gab es in Wien ganz große ›Oper‹ auf der Bühne des Lebens, Not und Elend waren unbeschreiblich groß. In den Monaten nach Theresias Tod war Maestro Salieri kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen und hielt sich auch von eng Vertrauten fern. Erst am Dreikönigstag 1808, bei der Hochzeit Kaiser Franz I., trat Salieri bei der musikalischen Festgestaltung wieder in Erscheinung. Anlässlich des 76. Geburtstages von Joseph Haydn leitete Salieri eine Aufführung der »Schöpfung«, wo Conradin Kreuzer am Klavier ein auf 60 Personen verstärktes Orchester und 32 Choristen dirigierte; Altmeister Haydn wohnte dem Konzert bei und der 37-jährige Beethoven auch. Die ganz großen Sachen hatte Salieri zu diesem Zeitpunkt komponiert, ab und an dirigierte er auch noch und widmete sich dem musikalischen Nachwuchs. Auch an dem Kompositionswettbewerb um den Text »In Questa Tomba« beteiligte er sich und war einer der 63 Komponisten, Salieri vertonte Carpanis Text sogar in zwei Versionen. Während des Wiener Kongresses, der sich fast ein Jahr hinzog, war Salieri bei den zahlreichen Veranstaltungen, die zuweilen sehr aufwändig waren, so stark beansprucht, dass erhebliche gesundheitliche Schäden folgten. In dieser Zeit erhielten einige seiner Dirigate schlechte Kritiken. Dessen ungeachtet, wurde Salieri 1815 vom französischen König Louis XVIII. zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt und zum fünfzigjährigen Künstlerjubiläum gab es für Salieri in Wien umfangreiche Ehrungen. »Salieri ist die bravste Haut von der Welt und noch immer fleißig, auf die kindlichste Art. Er hat über vierzig Opern geschrieben. Er ist 69 Jahre alt und hält sich für außerhalb der Mode, was er nicht nöthig hätte; denn sein Talent fließt noch und von seinen Schülern steht keiner über ihm.« Es stellten sich gesundheitliche Schwächen ein; da waren Gicht und Augenleiden und man sah den Komponisten immer seltener in der Öffentlichkeit. Trotz der umschleierten Augen komponierte Salieri noch kleine Gesangsstücke und unterrichtete. Mit Salieris Gesundheit ging es weiter bergab, am 8. Oktober 1823 unterzeichnete er mit zittriger Hand sein Testament. Antonio Salieri starb am 7. Mai 1825 um acht Uhr abends zuhause im Kreise seiner Familie. Die Beisetzung fand auf dem Matzleinsdorfer Friedhof im Süden Wiens statt, den Zentralfriedhof gab es damals noch nicht. Der 1984 entstandene Film »AMADEUS« – in dem Antonio Salieri eine wesentliche Rolle spielt – gilt als filmisches Meisterwerk, aber die historisch reine Wahrheit ist das natürlich nicht. Vermutlich kommt Wolfgang Hildesheimer der Sache näher, wenn er sagt: »die berüchtigte Rivalität zwischen Mozart und Salieri ist ein Produkt der Literatur und hat literaturfördernd gewirkt.« Ein Blick auf Antonio Salieri Sein Geburtsort liegt in Italien, damals Republik Venedig. Es schlug – zumindest bei den Wiener Kulturinteressierten – wie eine Bombe ein, als die Italiener im Jahr 2005 ihren Salieri wieder zurückhaben wollten. Immerhin wurde ein Artikel, der das verwahrloste Grab Salieris auf dem Wiener Zentralfriedhof thematisierte, in der auflagestärksten Zeitung Italiens, ›Corriere della Sera‹, veröffentlicht. In Salieris Geburtsstadt hatte sich ein Komitee (Legnago per Salieri) gebildet, das die Gebeine Salieris vom Wiener Zentralfriedhof in seine Heimatstadt zurückholen möchte. Die in Verona erscheinende Zeitung ›L´Arena‹ schrieb ebenfalls. dass Salieri nach Hause geholt wird. Die Wiener Kulturbürokratie beeilte sich nun zu versichern, dass man Maßnahmen zur Sanierung des verwahrlosten Grabes ergreifen werde. Antonio Salieri kam bei einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie als achtes Kind abends um halb elf zur Welt, Antonios Mutter, Anna Maria, war die zweite Frau des Vaters. Man konnte es sich leisten den begabten Jungen in die Lateinschule zu geben. Das Elternhaus förderte auch die schon früh erkannte musikalische Begabung ihres Sprösslings. Sein um 13 Jahre älterer Stiefbruder Francesco, der auf vom berühmten Geigenvirtuosen Guiseppe Tartini vermittelten Unterricht zurückblicken konnte, unterwies seinen kleinen Bruder in Violine, Cembalo und Gesang. Den Umgang mit Tastinstrumenten vermittelte der Domorganist von Legnago. Der Komponist Florian Leopold Gassmann war aus Böhmen nach Venedig gekommen, um am berühmten Teatro San Giovanni Crisostomo seine Oper »Achille in Sciro« zur Aufführung zu bringen. Der Kontakt zu diesem Komponisten kam durch Antonios Gesangslehrer zustande. Gassmann hatte an dem jungen Salieri Gefallen gefunden und man war sich einig geworden, dass Gassmann den jungen Mann mit nach Wien nimmt, wo Gassmann 1763 als Ballettkomponist Nachfolger von Christoph Willibald Gluck wurde und ein Jahr später zum Kammerkomponisten des Kaisers ernannt worden war. Gassmanns Unterricht war gut geplant und bot eine recht breite Palette. Neben den diversen musikalischen Dingen die gelehrt wurden, also Generalbass- und Partiturspiel, Kontrapunkt und Übungen mit der Violine, kam begleitend Unterricht bei einem deutschen und französischen Sprachlehrer dazu, täglich erteilte ein Priester, das war Don Pietro Tommasi, Unterricht in Latein und italienischer Poesie. Während Gassmann anderweitig stark beschäftigt war, kam Giovanni Gastone Boccherini – das war der Bruder des berühmten Luigi Boccherini – mit einem Operntextbuch nach Wien, Weitgehende Übereinstimmung unter Musikfreundenden herrscht darüber, dass Antonio Salieris erstes Meisterwerk seine 1771 komponierte Oper »Armida« ist, ihr liegt ein Stoff zugrunde, der auch von vielen anderen bekannten Komponisten vertont wurde, bis hin zum 20. Jahrhundert wo sich Antonin Dvořák der Sache annahm. Salieri setzte bei seiner »Armida« die Vorgaben der Opernreform von Christoph Willibald Gluck um und war auch weiterhin erfolgreich produktiv; im ersten Halbjahr des Jahres 1772 entstanden drei neue Buffa-Opern. Das erste Stück war »La fiera di Venezia«. Zu dieser ebenfalls erfolgreich aufgeführten Oper könnte man einige positive Stimmen prominenter Musiker der Zeit zitieren, aber damit das Ganze nicht ganz so glänzend daherkommt, sei bemerkt, dass Leopold Mozart von Salieris Musik in »La fiera di Venezia« nicht viel hielt; 1785 – also 13 Jahre nach Erstaufführung – kritisierte er Salieris Musik in einem Brief so: Salieris Erfolge hatten sich indes bis Stockholm herumgesprochen und König Gustav III. versuchte die besten Musiker Europas an seine Oper zu holen, so auch den 22-jährigen Salieri. Die Musikwissenschaft geht davon aus, dass Salieri auf Betreiben von Joseph II. den Ruf nach Schweden nicht angenommen hat. Florian Leopold Gassmann hatte auf seiner letzten Italienreise einen Kutschenunfall gehabt und starb im Januar 1774 überraschend an den Spätfolgen dieses Unfalls. Aber diese Einkünfte wurden als nicht ausreichend angesehen, um in den Stand der Ehe treten zu können. Beim Musikunterricht in einem Kloster hatte er die Halbweise Eva Maria Helferstorfer, die dort erzogen wurde, kennen und lieben gelernt. Aber Eva Marias Vater starb, bevor Antonio bei ihm um die Hand der Tochter anhalten konnte. Oben ist zwar erwähnt, dass Salieri in Hofkreisen als ›deutscher Komponist‹ galt, aber ganz so deutsch war die Sache nun auch wieder nicht, denn zu dieser Zeit wurde Salieri Mitglied der Italienischen Kongregation, die das geistliche Zentrum der etwa 7.000 Italiener, die in Wien lebten, darstellte. Aber Salieri war nicht nur in eigener Sache unterwegs, der Kaiser hatte ihn auch beauftragt in Italien nach Tenören Ausschau zu halten. Natürlich war Salieri auch in Rom, wo ihn eine Nachricht erreichte, dass er nach Neapel kommen möge, weil man dort die Opera seria »Semiramide« aufführen wollte, ein Stoff, der von einer Menge an Komponisten vertont wurde. Das war natürlich ein Angebot, denn die hatten da unten am Vesuv mit über 3.000 Plätzen das größte Theater Europas. »In Erledigung Ihres, an seine Majestät gestellten Gesuches, um die Erlaubniß, noch länger in Italien bleiben zu dürfen, tragen Allerhöchstdieselben mir auf, Ihnen zu schreiben, daß Sie Herr seyen, so lange dort zu weilen als es Ihnen gefällt und gut dünkt, ja, daß Sie, wenn Sie sich besser dort befinden, als hier, auch für immer dort bleiben mögen.« Umgangssprachlich nennt man das einen Wink mit dem Zaunpfahl, das war auch für Salieri nicht zu übersehen und so befreite er sich von den in Neapel schon eingegangenen Verpflichtungen, um schleunigst nach Wien zurückzukehren, er machte auf der Rückreise nur noch einen kurzen Stopp in Bologna, um Martini zu besuchen; am 8. April 1780 traf er wieder in Wien ein, wo er sich unverzüglich an allerhöchster Stelle für sein Fehlverhalten entschuldigte und in Gnaden aufgenommen wurde. 1783 befahl der Kaiser, dass die italienische Oper wieder eingerichtet wird und Salieri setzte sich dafür ein, dass Lorenzo Da Ponte den Posten des Theaterdichters erhielt. Nun kam auch Salieris auf seiner Italienreise erarbeitete Sängerliste zum Einsatz. Die Oper »Les Danaïdes« war Maria Antoinette gewidmet und wurde am 26. April 1784 mit ganz großem Erfolg in Paris uraufgeführt. Nach diesem überwältigenden Theaterereignis ließ Gluck in ›Journal de Paris‹ bekanntgeben, dass Salieri der alleinige Verfasser des Werks sei und Salieri glättete das Ganze etwas indem er sagte, er sei von Glucks Weisheit und Genie geleitet worden. Mit einer Tasche voll Geld – insgesamt 16.200 Livres – trat Salieri die Rückreise nach Wien an. Am 17. November 1787 dirigierte Salieri beim Totenamt für Christoph Willibald Gluck dessen bisher unveröffentlichten Psalm »De profundis«. Im Februar 1788 hatte Salieri seinen Karrieregipfel am Hof erreicht und war nun Hofkapellmeister. Kaiser Joseph II. kehrte zum Jahresende gesundheitlich schwer angeschlagen vom Türkenkrieg zurück, war aber im Feld stets über die Vorgänge am Theater informiert worden. Am 20. Februar 1801 machte sich Salieri nach Triest auf; der Auftrag zur Einweihung des Teatro Nuovo (ab 1901: Teatro Giuseppe Verdi) kam überraschend, weil der ursprünglich vorgesehene Komponist Domenico Cimarosa gestorben war. Die Zeit war so knapp, dass Salieri mit seiner Oper »Annibale in Capua« erst nach einer anderen Oper in das neue Haus einziehen konnte, wobei »Annibale in Capua« ganz groß ankam, aber das war alles so auf Triester Verhältnisse zugeschnitten, dass dem Werk keine weite Verbreitung vergönnt war. Im Spätsommer 1803 war Carl Maria von Weber nach Wien gekommen, im November 1805 Napoleon – nun gab es in Wien ganz große ›Oper‹ auf der Bühne des Lebens, Not und Elend waren unbeschreiblich groß. In den Monaten nach Theresias Tod war Maestro Salieri kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen und hielt sich auch von eng Vertrauten fern. Erst am Dreikönigstag 1808, bei der Hochzeit Kaiser Franz I., trat Salieri bei der musikalischen Festgestaltung wieder in Erscheinung. Anlässlich des 76. Geburtstages von Joseph Haydn leitete Salieri eine Aufführung der »Schöpfung«, wo Conradin Kreuzer am Klavier ein auf 60 Personen verstärktes Orchester und 32 Choristen dirigierte; Altmeister Haydn wohnte dem Konzert bei und der 37-jährige Beethoven auch. Die ganz großen Sachen hatte Salieri zu diesem Zeitpunkt komponiert, ab und an dirigierte er auch noch und widmete sich dem musikalischen Nachwuchs. Auch an dem Kompositionswettbewerb um den Text »In Questa Tomba« beteiligte er sich und war einer der 63 Komponisten, Salieri vertonte Carpanis Text sogar in zwei Versionen. Während des Wiener Kongresses, der sich fast ein Jahr hinzog, war Salieri bei den zahlreichen Veranstaltungen, die zuweilen sehr aufwändig waren, so stark beansprucht, dass erhebliche gesundheitliche Schäden folgten. In dieser Zeit erhielten einige seiner Dirigate schlechte Kritiken. Dessen ungeachtet, wurde Salieri 1815 vom französischen König Louis XVIII. zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt und zum fünfzigjährigen Künstlerjubiläum gab es für Salieri in Wien umfangreiche Ehrungen. »Salieri ist die bravste Haut von der Welt und noch immer fleißig, auf die kindlichste Art. Er hat über vierzig Opern geschrieben. Er ist 69 Jahre alt und hält sich für außerhalb der Mode, was er nicht nöthig hätte; denn sein Talent fließt noch und von seinen Schülern steht keiner über ihm.« Es stellten sich gesundheitliche Schwächen ein; da waren Gicht und Augenleiden und man sah den Komponisten immer seltener in der Öffentlichkeit. Trotz der umschleierten Augen komponierte Salieri noch kleine Gesangsstücke und unterrichtete. Mit Salieris Gesundheit ging es weiter bergab, am 8. Oktober 1823 unterzeichnete er mit zittriger Hand sein Testament. Antonio Salieri starb am 7. Mai 1825 um acht Uhr abends zuhause im Kreise seiner Familie. Die Beisetzung fand auf dem Matzleinsdorfer Friedhof im Süden Wiens statt, den Zentralfriedhof gab es damals noch nicht. Der 1984 entstandene Film »AMADEUS« – in dem Antonio Salieri eine wesentliche Rolle spielt – gilt als filmisches Meisterwerk, aber die historisch reine Wahrheit ist das natürlich nicht. Vermutlich kommt Wolfgang Hildesheimer der Sache näher, wenn er sagt: »die berüchtigte Rivalität zwischen Mozart und Salieri ist ein Produkt der Literatur und hat literaturfördernd gewirkt.«Genie oder Scharlatan?
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Der Bürgermeister von Legnago bekräftigte das Vorhaben und führte aus, dass es das Ziel sei die Überführung der Gebeine des legnagnesischen Komponisten in seine Geburtsstadt anzustreben, um ihm einen würdigen Grabplatz in Legnago zu gestalten.
Als Zwölfjähriger verlor Antonio seine Mutter, der nur 40 Lebensjahre beschieden waren; ein gutes Jahr später verstarb auch der Vater; vier Söhne und zwei Töchter hatten nun keine Eltern mehr. Sie mussten nun für sich selbst sorgen. Antonio ging nach Padua, wo sein um sieben Jahre älterer Bruder als Franziskanermönch lebte.
1766 nahm sich ein Freund von Antonios Vater des Waisenjungen an und konnte es einrichten, dass Antonio von Giovanni Battista Pescetti – das war der Kapellmeister am Markusdom von Venedig – in Musiktheorie unterrichtet wurde, aber auch von einem Tenor in Gesang. Das Ganze war aber nur eine Episode, denn Pescetti starb überraschend.
Nun war zunächst geplant den Jungmusiker zur Vervollkommnung seiner Ausbildung nach Neapel zu schicken, aber durch die Zufälligkeiten des Lebens ergab es sich, dass er fast ein echter Wiener wurde.
Gassmann hatte fortan die Stelle des ›Ersatzvaters‹ (*1729) eingenommen und nahm es mit der Ausbildung seines Schützlings sehr genau; verheiratet war Gassmann zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Antonios außerordentliche Begabung und der gehaltvolle Unterricht trug schon bald insofern Früchte, dass Gassmann seinen Schüler bei einem Kammerkonzert am Kaiserlichen Hof präsentieren konnte. Der Kaiser hatte durchaus musikalischen Sachverstand und spielte selbst Cembalo und Violoncello. Nachdem Gassmanns Schüler einiges vom Blatt gesungen hatte, bestand Joseph II. darauf, dass Antonio Salieri zukünftig bei Hofkonzerten mitwirkt, ein direktes Honorar gab es dafür nicht, aber jeweils zu Neujahr ein großzügiges Geschenk, wovon Gassmann neben der Kleidung auch die zahlreichen Hauslehrer entlohnen konnte.
Auch die Abläufe am Theater konnte Saliere als Mitwirkender kennenlernen, denn manchmal musste er seinen Meister am Cembalo vertreten. In dieser Zeit begegnete er 1768 auch Christoph Willibald Gluck als dessen Oper »Alceste« am Burgtheater erstmals aufgeführt wurde.
So allmählich ließ Gassmann nun auch zu, dass sein Schüler erste kleine Kompositionen, fertigte, die zwischendurch immer mal wieder gebraucht wurden.
Gassmann trat im September 1768 in den Stand der Ehe und ein Jahr später war daraus eine Familie geworden, also benötigte man eine angemessene Wohnung; Salieri zog mit um.
das er von Gassmann vertont haben wollte.
Da Gassmann wegen anderweitigen Verpflichtungen passen musste, frug man bei Salieri nach, der sich dann mit großer Begeisterung ans Werk machte; es entstand die heitere Oper »Le donne letterate«; nachdem Gluck dazu seinen Segen gegeben hatte, wurde das Erstlingswerk von Antonio Salieri im Januar 1770 erfolgreich aufgeführt und die beiden Nachwuchskünstler Boccherini und Salieri erarbeiteten noch weitere Stücke.
»voll der ausgepeitschtesten Gedanken, altväterlich, gezwungen und sehr Leer an Harmonie …«.
Nach sechsjährigem Aufenthalt in Wien stand Salieri nun als erfolgreicher Komponist inmitten seiner Mentoren Gassmann und Gluck und in Hofkreisen galt er als deutscher Komponist, wie durch Maria Theresia überliefert ist, dennoch wurde er auch bald zum Kapellmeister der italienischen Oper ernannt.
Nun trat Antonio Salieri in die Fußstapfen seines ›Ersatzvaters‹, dem nun 24-Jährigen wurde die Stelle eines ›k. k. Kammer-Compositors‹ übertragen, was mit einem Jahresgehalt von 100 Dukaten und einem kostenlosen Hofquartier verbunden war; die Stellung als Kapellmeister der italienischen Oper wurde mit 300 Dukaten honoriert.
Nun hatte ein Vormund das Sagen, der selbst ein Auge auf das schöne Kind geworfen hatte und stellte fest, dass Antonio Salieri nicht ausreichende Mittel besitzt, eine Frau aus einer geadelten Familie anständig zu erhalten; der Vormund ließ nur die 100 Dukaten als sichere Einkünfte gelten, seine anderen Verdienste – immerhin 600 Dukaten – bezeichnete er als zu unsicher.
Die ganze Angelegenheit kam schließlich Joseph II. zur Kenntnis und er erhöhte Salieris Einkünfte so, dass der Eheschließung nun nichts mehr im Wege stand. Die Trauung fand am 10. Oktober 1775 in St. Stephan statt. Die Gattin war vermögend, man konnte die Ehe in einer Zehn-Zimmer-Wohnung beginnen – und es sollte Antonio Salieris lebenslanges Zuhause bleiben.
1778, nach Gründung des Nationalsingspiels wurden für längere Zeit in Wien keine Opern in italienischer Sprache aufgeführt. Da es nun für Salieri als Kapellmeister der italienischen Oper nichts mehr zu tun gab, machte er sich zu einer Reise in sein Heimatland auf und er hatte einen Auftrag im Gepäck. Der Mailänder Adel hatte bei Gluck wegen einer Oper angefragt, denn man wolle ein attraktives Stück, um das neu erbaute Teatro alla Scala zu eröffnen. Gluck hatte seinen Protegé Salieri empfohlen. Salieri hatte noch etwas darüber hinausgedacht und plante gleich eine Tournee durch sein Heimatland, wozu er zunächst auch die kaiserliche Erlaubnis erhielt, nachdem er in Wien die deutsche Nationalbühne zum Laufen gebracht hatte.
Am 30. März 1778 reiste Salieri in Wien ab, am 3. August 1778 ging dann in Mailand sein in der Tat spektakuläres Werk »Europa riconosciuta« in allgemeiner Begeisterung über die Bühne. Allerdings war das Stück so auf Mailand zugeschnitten, dass in der Regel nur Teile daraus auch andernorts nachgespielt wurden.
Von Mailand aus reiste der erfolgreiche Komponist nach Venedig, wo er mit »La scuola de´gelosi« – eine komische Oper – einen nachhaltigeren Erfolg verbuchen konnte. Das am 27. Dezember 1778 im Teatro San Moisé uraufgeführte Stück verbreitete sich rasch in Europa, sogar Herr von Goethe war begeistert und die Oper wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Salieri bat zwar die Wiener Majestät um eine Urlaubsverlängerung, ging jedoch davon aus, dass das lediglich eine Formsache sei und reiste schon mal gen Neapel, um keine Zeit zu verlieren. Man führte ihn in allerhöchste Kreise ein und es hatte den Anschein, dass er auch Neapel im Sturm erobert. In dieser Situation wurde ihm – etwas verspätet – ein Schreiben auf sein Gesuch um Urlaubsverlängerung übermittelt, das es in sich hatte:
Joseph II. hatte auch gleich einen Auftrag für den Zurückgekehrten, für die Nationaloper sollte ein Singspiel komponiert werden. Es kam schließlich die Oper »Der Rauchfangkehrer« heraus, wobei weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass das Libretto äußerst schwach ist, aber die Musik genießt noch heute Ansehen; im radebrechenden italienischen Schornsteinfeger konnte Salieri sich selbst erkennen. Salieri hatte das Werk rasch fertiggestellt, aber durch den Tod von Maria Theresia konnte die Oper dann erst im April 1781 uraufgeführt werden, was mit großem Erfolg geschah, es war Salieris erstes deutschsprachiges Bühnenwerk.
Der damals frisch nach Wien übersiedelte Wolfgang Amadeus Mozart besuchte die neu herausgekommene Oper auch und berappte sechs Dukaten für eine Partiturkopie.
Aber es kam auch noch ein zweiter Mann, der heute noch in der Opernwelt einen guten Namen hat in die Donaustadt, das war ein gewisser Lorenzo Da Ponte, nur ein Jahr älter als Salieri, der recht bald die Position eines Hofpoeten bekleidete.
Vermutlich hätte Salieri zur Eröffnung im Burgtheater eine neue Oper beigesteuert, aber Gluck war einerseits gesundheitlich eingeschränkt, hatte aber andererseits einen Opernauftrag für Paris, den er dann einfach an Salieri übertrug, stellte das jedoch seinen französischen Auftraggebern so dar, dass ihm Salieri bei der Ausarbeitung nur assistiert hat, obwohl das fünfaktige Werk allein aus der Feder von Antonio Salieri stammte.
Auf diesen Pariser Triumph folgte die weniger erfolgreiche Oper »Il ricco d´un giorno«, wo Lorenzo Da Ponte für das Libretto zuständig war. Daraufhin wendete sich Salieri dem bisher erfolgreicheren Dichter Giovanni Battista Casti zu, woraus letztendlich die ersprießliche Zusammenarbeit Da Pontes mit Wolfgang Amadeus Mozart resultierte.
Ende Juli 1786 brach Salieri zu seiner zweiten Reise nach Paris auf wo »Les Horaces« zuerst in kleinerem Rahmen in Versailles und danach der Pariser Öffentlichkeit präsentiert werden sollte, die Aufführungen waren in der unfreundlichen Jahreszeit geplant, insgesamt kann man von einem Misserfolg sprechen; aber unmittelbar danach arbeitete Salieri bereits an seiner nächsten Oper »Tarare«, und das unter idealen Bedingungen, denn er war bei Textdichter Beaumarchais einquartiert, der ja auch musikalisch was drauf hatte; aus einem Brief weiß man, dass Salieri im Hause Beaumarchais mit Aufmerksamkeiten überschüttet wurde. Der agile Dichter hatte auch dafür gesorgt, dass im Vorfeld der Uraufführung das Interesse der Öffentlichkeit geweckt war.›Sensationell‹ ist wohl der richtige Begriff, wenn man beschreiben soll was da alles geschah, natürlich war die Aufführung ein großer Erfolg.
Natürlich wollte der Kaiser das Pariser Erfolgsstück »Tarare« auch an der Wiener Hofoper aufgeführt sehen, allerdings ergaben sich bei der Übertragung des französischen Librettos ins Italienische Schwierigkeiten; man modifizierte das Stück und so wurde aus »Tarare« dann »Axur« und soll die Lieblingsoper von Kaiser Joseph II. gewesen sein und sogar Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine bewunderten das Werk. Der Komponistenkollege Johann Friedrich Reichardt schrieb am Ende seiner Lobeshymne im ›Musikalischen Wochenblatt‹: »Überhaupt macht diese Musik einen Effekt, der sich nur empfinden, nicht beschreiben lässt.«
In dieser Zeit hatte Salieri mit »Cosi fan tutte« begonnen, aber die Arbeit aus unbekannten Gründen schon nach zwei Nummern abgebrochen, Da Ponte gab das Libretto an Mozart weiter, der sich sofort an die Arbeit machte, woraus sich eine Verstimmung zwischen Salieri und Mozart ergab, die man jedoch nicht aufbauschen muss, das war danach ein ganz normales kollegiales Verhältnis, wobei man Konkurrenzdenken natürlich nicht ausschließen kann.
Eigentlich hätte Salieri auch wieder in Paris zu tun gehabt, aber die revolutionären Aktivitäten dort hielten ihn von der französischen Metropole fern.
Eine ernste Sache war für den Hofkapellmeister, dass sein großer Gönner am 20. Februar 1790 starb; sein Bruder, Leopold II. trat die Nachfolge an, der andere musikalische Vorstellungen hatte und den Komponisten Domenico Cimarosa bevorzugte, aber es war ihm keine längere Regentschaft beschieden, er starb völlig unerwartet am 1. März 1792. Cimarosa reiste wieder nach Neapel zurück. Mit seinem neuen Dienstherrn, Franz II., kam Salieri dann ganz gut zurecht.
In dieser Zeit war Beethoven zum zweiten Mal und für immer nach Wien gekommen und wurde Schüler von Salieri, Schöpferische Kompositionen traten in den Hintergrund, die Ereignisse in Paris sorgten in ganz Europa für Entsetzen.
Wenn auch Salieri Paris fern geblieben war und hieraus eine schöpferische Pause resultierte, war ja etwas vorbereitet worden, nämlich die Oper »La princesse de Babylone«; Désiré Martin hatte ein Schauspiel Voltaires adaptiert. Der Dichter Giovanni De Gamerra fertigte dann daraus das Libretto zu einem der ganz großen Opernerfolge Salieris: »Palmira, regina die Persia«; das Werk wurde auf vielen Bühnen Europas nachgespielt.
Bis in unsere Zeit hat sich aus der Oper das Stück »Armonia per un tempio della notte« gehalten, das auch für kirchlichen Gebrauch nutzbar gemacht und eigentlich für einen Musikautomaten komponiert wurde, der im Zauberpark des reichen Fabrikanten Peter von Braun installiert wurde.
Außerhalb der Kriegssituation traf die Familie Salieri ein großer Schlag; drei Tage nach der Kriegserklärung Frankreichs gegen Österreich starb im Alter von 23 Jahren Salieris einziger Sohn; am 30. August 1807 starb nach über dreißigjähriger Ehe Theresa Salieri, die ihrem Mann acht Kinder geboren hatte. Die gerade fertiggestellte Umarbeitung von »Les Danaïdes« zog Salieri zurück, obwohl die Aufführung bereits angekündigt war.
Man vermutet, dass Salieris Requiem »Picciolo Requiem composto da me, e per me, Ant. Salieri, picciolissima creatura« unmittelbar nach dem Tod seiner Frau entstand und der im Autograph zu sehende Eintrag: ›agosto 1804‹ im hohen Alter nachgetragen wurde und sich Salieri dabei irrte, was man aus einem Zelter-Brief an Goethe herauslesen kann.
Ansonsten entstanden in der Zeit des wieder entbrannten Krieges unter dem Eindruck grausiger Bilder viele geistliche Werke; insbesondere zwischen 1810 bis 1812 schrieb Salieri viel Kirchenmusik.
Und er wendete viel Zeit als Lehrender auf, wo es eine beachtliche Namensliste von später ganz bekannten Musikern gibt, da war zum Beispiel neben Beethoven auch noch Franz Schubert, mit dem Salieri schon zu tun hatte als der Knabe Franz sieben Jahre alt war; als ›Francesco‹ 1812 wegen Stimmbruchs aus dem Chor ausschied und sich der Komposition zuwandte, besuchte Franz Schubert Maestro Salieri zweimal wöchentlich, um Lektionen in Partiturspiel, Werkanalyse und Musiktheorie zu erhalten, es entstanden auch erste Kompositionen. Ebenso war Salieri anwesend als Schubert am 25. September 1814 in der Lichtentaler Kirche seine erste Messe in F-Dur D105 aufführte.
Auch Meyerbeer war nach Wien gekommen und konnte ein Jahr lang Salieris kostenlosen Unterricht genießen und dem Rat des Meisters folgen, nach Frankreich und Italien zu reisen.
Noch 1819 wurden seine Opern »Les Danaïdes« und »Tarare« wieder sehr erfolgreich in Paris aufgeführt, nachdem man den Text der neuen Zeit angepasst hatte.
1819 weilte Goethe-Freund Carl Friedrich Zelter in Wien und besuchte Salieri mehrmals, was er auch nach Weimar berichtete – das las sich dann so:
Aus der Schülerzahl ragte ein Ausnahmetalent heraus, dessen Fähigkeiten am Klavier den alten Salieri faszinierten; es war der zehnjährige Franz Liszt, der etwa ein Jahr vom Hofkapellmeister unentgeltlich unterrichtet wurde – dreimal die Woche.
1903 wurden seine Gebeine exhumiert und auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Der Bürgermeister von Legnago bekräftigte das Vorhaben und führte aus, dass es das Ziel sei die Überführung der Gebeine des legnagnesischen Komponisten in seine Geburtsstadt anzustreben, um ihm einen würdigen Grabplatz in Legnago zu gestalten.
Als Zwölfjähriger verlor Antonio seine Mutter, der nur 40 Lebensjahre beschieden waren; ein gutes Jahr später verstarb auch der Vater; vier Söhne und zwei Töchter hatten nun keine Eltern mehr. Sie mussten nun für sich selbst sorgen. Antonio ging nach Padua, wo sein um sieben Jahre älterer Bruder als Franziskanermönch lebte.
1766 nahm sich ein Freund von Antonios Vater des Waisenjungen an und konnte es einrichten, dass Antonio von Giovanni Battista Pescetti – das war der Kapellmeister am Markusdom von Venedig – in Musiktheorie unterrichtet wurde, aber auch von einem Tenor in Gesang. Das Ganze war aber nur eine Episode, denn Pescetti starb überraschend.
Nun war zunächst geplant den Jungmusiker zur Vervollkommnung seiner Ausbildung nach Neapel zu schicken, aber durch die Zufälligkeiten des Lebens ergab es sich, dass er fast ein echter Wiener wurde.
Gassmann hatte fortan die Stelle des ›Ersatzvaters‹ (*1729) eingenommen und nahm es mit der Ausbildung seines Schützlings sehr genau; verheiratet war Gassmann zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Antonios außerordentliche Begabung und der gehaltvolle Unterricht trug schon bald insofern Früchte, dass Gassmann seinen Schüler bei einem Kammerkonzert am Kaiserlichen Hof präsentieren konnte. Der Kaiser hatte durchaus musikalischen Sachverstand und spielte selbst Cembalo und Violoncello. Nachdem Gassmanns Schüler einiges vom Blatt gesungen hatte, bestand Joseph II. darauf, dass Antonio Salieri zukünftig bei Hofkonzerten mitwirkt, ein direktes Honorar gab es dafür nicht, aber jeweils zu Neujahr ein großzügiges Geschenk, wovon Gassmann neben der Kleidung auch die zahlreichen Hauslehrer entlohnen konnte.
Auch die Abläufe am Theater konnte Saliere als Mitwirkender kennenlernen, denn manchmal musste er seinen Meister am Cembalo vertreten. In dieser Zeit begegnete er 1768 auch Christoph Willibald Gluck als dessen Oper »Alceste« am Burgtheater erstmals aufgeführt wurde.
So allmählich ließ Gassmann nun auch zu, dass sein Schüler erste kleine Kompositionen, fertigte, die zwischendurch immer mal wieder gebraucht wurden.
Gassmann trat im September 1768 in den Stand der Ehe und ein Jahr später war daraus eine Familie geworden, also benötigte man eine angemessene Wohnung; Salieri zog mit um.
das er von Gassmann vertont haben wollte.
Da Gassmann wegen anderweitigen Verpflichtungen passen musste, frug man bei Salieri nach, der sich dann mit großer Begeisterung ans Werk machte; es entstand die heitere Oper »Le donne letterate«; nachdem Gluck dazu seinen Segen gegeben hatte, wurde das Erstlingswerk von Antonio Salieri im Januar 1770 erfolgreich aufgeführt und die beiden Nachwuchskünstler Boccherini und Salieri erarbeiteten noch weitere Stücke.
»voll der ausgepeitschtesten Gedanken, altväterlich, gezwungen und sehr Leer an Harmonie …«.
Nach sechsjährigem Aufenthalt in Wien stand Salieri nun als erfolgreicher Komponist inmitten seiner Mentoren Gassmann und Gluck und in Hofkreisen galt er als deutscher Komponist, wie durch Maria Theresia überliefert ist, dennoch wurde er auch bald zum Kapellmeister der italienischen Oper ernannt.
Nun trat Antonio Salieri in die Fußstapfen seines ›Ersatzvaters‹, dem nun 24-Jährigen wurde die Stelle eines ›k. k. Kammer-Compositors‹ übertragen, was mit einem Jahresgehalt von 100 Dukaten und einem kostenlosen Hofquartier verbunden war; die Stellung als Kapellmeister der italienischen Oper wurde mit 300 Dukaten honoriert.
Nun hatte ein Vormund das Sagen, der selbst ein Auge auf das schöne Kind geworfen hatte und stellte fest, dass Antonio Salieri nicht ausreichende Mittel besitzt, eine Frau aus einer geadelten Familie anständig zu erhalten; der Vormund ließ nur die 100 Dukaten als sichere Einkünfte gelten, seine anderen Verdienste – immerhin 600 Dukaten – bezeichnete er als zu unsicher.
Die ganze Angelegenheit kam schließlich Joseph II. zur Kenntnis und er erhöhte Salieris Einkünfte so, dass der Eheschließung nun nichts mehr im Wege stand. Die Trauung fand am 10. Oktober 1775 in St. Stephan statt. Die Gattin war vermögend, man konnte die Ehe in einer Zehn-Zimmer-Wohnung beginnen – und es sollte Antonio Salieris lebenslanges Zuhause bleiben.
1778, nach Gründung des Nationalsingspiels wurden für längere Zeit in Wien keine Opern in italienischer Sprache aufgeführt. Da es nun für Salieri als Kapellmeister der italienischen Oper nichts mehr zu tun gab, machte er sich zu einer Reise in sein Heimatland auf und er hatte einen Auftrag im Gepäck. Der Mailänder Adel hatte bei Gluck wegen einer Oper angefragt, denn man wolle ein attraktives Stück, um das neu erbaute Teatro alla Scala zu eröffnen. Gluck hatte seinen Protegé Salieri empfohlen. Salieri hatte noch etwas darüber hinausgedacht und plante gleich eine Tournee durch sein Heimatland, wozu er zunächst auch die kaiserliche Erlaubnis erhielt, nachdem er in Wien die deutsche Nationalbühne zum Laufen gebracht hatte.
Am 30. März 1778 reiste Salieri in Wien ab, am 3. August 1778 ging dann in Mailand sein in der Tat spektakuläres Werk »Europa riconosciuta« in allgemeiner Begeisterung über die Bühne. Allerdings war das Stück so auf Mailand zugeschnitten, dass in der Regel nur Teile daraus auch andernorts nachgespielt wurden.
Von Mailand aus reiste der erfolgreiche Komponist nach Venedig, wo er mit »La scuola de´gelosi« – eine komische Oper – einen nachhaltigeren Erfolg verbuchen konnte. Das am 27. Dezember 1778 im Teatro San Moisé uraufgeführte Stück verbreitete sich rasch in Europa, sogar Herr von Goethe war begeistert und die Oper wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Salieri bat zwar die Wiener Majestät um eine Urlaubsverlängerung, ging jedoch davon aus, dass das lediglich eine Formsache sei und reiste schon mal gen Neapel, um keine Zeit zu verlieren. Man führte ihn in allerhöchste Kreise ein und es hatte den Anschein, dass er auch Neapel im Sturm erobert. In dieser Situation wurde ihm – etwas verspätet – ein Schreiben auf sein Gesuch um Urlaubsverlängerung übermittelt, das es in sich hatte:
Joseph II. hatte auch gleich einen Auftrag für den Zurückgekehrten, für die Nationaloper sollte ein Singspiel komponiert werden. Es kam schließlich die Oper »Der Rauchfangkehrer« heraus, wobei weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass das Libretto äußerst schwach ist, aber die Musik genießt noch heute Ansehen; im radebrechenden italienischen Schornsteinfeger konnte Salieri sich selbst erkennen. Salieri hatte das Werk rasch fertiggestellt, aber durch den Tod von Maria Theresia konnte die Oper dann erst im April 1781 uraufgeführt werden, was mit großem Erfolg geschah, es war Salieris erstes deutschsprachiges Bühnenwerk.
Der damals frisch nach Wien übersiedelte Wolfgang Amadeus Mozart besuchte die neu herausgekommene Oper auch und berappte sechs Dukaten für eine Partiturkopie.
Aber es kam auch noch ein zweiter Mann, der heute noch in der Opernwelt einen guten Namen hat in die Donaustadt, das war ein gewisser Lorenzo Da Ponte, nur ein Jahr älter als Salieri, der recht bald die Position eines Hofpoeten bekleidete.
Vermutlich hätte Salieri zur Eröffnung im Burgtheater eine neue Oper beigesteuert, aber Gluck war einerseits gesundheitlich eingeschränkt, hatte aber andererseits einen Opernauftrag für Paris, den er dann einfach an Salieri übertrug, stellte das jedoch seinen französischen Auftraggebern so dar, dass ihm Salieri bei der Ausarbeitung nur assistiert hat, obwohl das fünfaktige Werk allein aus der Feder von Antonio Salieri stammte.
Auf diesen Pariser Triumph folgte die weniger erfolgreiche Oper »Il ricco d´un giorno«, wo Lorenzo Da Ponte für das Libretto zuständig war. Daraufhin wendete sich Salieri dem bisher erfolgreicheren Dichter Giovanni Battista Casti zu, woraus letztendlich die ersprießliche Zusammenarbeit Da Pontes mit Wolfgang Amadeus Mozart resultierte.
Ende Juli 1786 brach Salieri zu seiner zweiten Reise nach Paris auf wo »Les Horaces« zuerst in kleinerem Rahmen in Versailles und danach der Pariser Öffentlichkeit präsentiert werden sollte, die Aufführungen waren in der unfreundlichen Jahreszeit geplant, insgesamt kann man von einem Misserfolg sprechen; aber unmittelbar danach arbeitete Salieri bereits an seiner nächsten Oper »Tarare«, und das unter idealen Bedingungen, denn er war bei Textdichter Beaumarchais einquartiert, der ja auch musikalisch was drauf hatte; aus einem Brief weiß man, dass Salieri im Hause Beaumarchais mit Aufmerksamkeiten überschüttet wurde. Der agile Dichter hatte auch dafür gesorgt, dass im Vorfeld der Uraufführung das Interesse der Öffentlichkeit geweckt war.›Sensationell‹ ist wohl der richtige Begriff, wenn man beschreiben soll was da alles geschah, natürlich war die Aufführung ein großer Erfolg.
Natürlich wollte der Kaiser das Pariser Erfolgsstück »Tarare« auch an der Wiener Hofoper aufgeführt sehen, allerdings ergaben sich bei der Übertragung des französischen Librettos ins Italienische Schwierigkeiten; man modifizierte das Stück und so wurde aus »Tarare« dann »Axur« und soll die Lieblingsoper von Kaiser Joseph II. gewesen sein und sogar Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine bewunderten das Werk. Der Komponistenkollege Johann Friedrich Reichardt schrieb am Ende seiner Lobeshymne im ›Musikalischen Wochenblatt‹: »Überhaupt macht diese Musik einen Effekt, der sich nur empfinden, nicht beschreiben lässt.«
In dieser Zeit hatte Salieri mit »Cosi fan tutte« begonnen, aber die Arbeit aus unbekannten Gründen schon nach zwei Nummern abgebrochen, Da Ponte gab das Libretto an Mozart weiter, der sich sofort an die Arbeit machte, woraus sich eine Verstimmung zwischen Salieri und Mozart ergab, die man jedoch nicht aufbauschen muss, das war danach ein ganz normales kollegiales Verhältnis, wobei man Konkurrenzdenken natürlich nicht ausschließen kann.
Eigentlich hätte Salieri auch wieder in Paris zu tun gehabt, aber die revolutionären Aktivitäten dort hielten ihn von der französischen Metropole fern.
Eine ernste Sache war für den Hofkapellmeister, dass sein großer Gönner am 20. Februar 1790 starb; sein Bruder, Leopold II. trat die Nachfolge an, der andere musikalische Vorstellungen hatte und den Komponisten Domenico Cimarosa bevorzugte, aber es war ihm keine längere Regentschaft beschieden, er starb völlig unerwartet am 1. März 1792. Cimarosa reiste wieder nach Neapel zurück. Mit seinem neuen Dienstherrn, Franz II., kam Salieri dann ganz gut zurecht.
In dieser Zeit war Beethoven zum zweiten Mal und für immer nach Wien gekommen und wurde Schüler von Salieri, Schöpferische Kompositionen traten in den Hintergrund, die Ereignisse in Paris sorgten in ganz Europa für Entsetzen.
Wenn auch Salieri Paris fern geblieben war und hieraus eine schöpferische Pause resultierte, war ja etwas vorbereitet worden, nämlich die Oper »La princesse de Babylone«; Désiré Martin hatte ein Schauspiel Voltaires adaptiert. Der Dichter Giovanni De Gamerra fertigte dann daraus das Libretto zu einem der ganz großen Opernerfolge Salieris: »Palmira, regina die Persia«; das Werk wurde auf vielen Bühnen Europas nachgespielt.
Bis in unsere Zeit hat sich aus der Oper das Stück »Armonia per un tempio della notte« gehalten, das auch für kirchlichen Gebrauch nutzbar gemacht und eigentlich für einen Musikautomaten komponiert wurde, der im Zauberpark des reichen Fabrikanten Peter von Braun installiert wurde.
Außerhalb der Kriegssituation traf die Familie Salieri ein großer Schlag; drei Tage nach der Kriegserklärung Frankreichs gegen Österreich starb im Alter von 23 Jahren Salieris einziger Sohn; am 30. August 1807 starb nach über dreißigjähriger Ehe Theresa Salieri, die ihrem Mann acht Kinder geboren hatte. Die gerade fertiggestellte Umarbeitung von »Les Danaïdes« zog Salieri zurück, obwohl die Aufführung bereits angekündigt war.
Man vermutet, dass Salieris Requiem »Picciolo Requiem composto da me, e per me, Ant. Salieri, picciolissima creatura« unmittelbar nach dem Tod seiner Frau entstand und der im Autograph zu sehende Eintrag: ›agosto 1804‹ im hohen Alter nachgetragen wurde und sich Salieri dabei irrte, was man aus einem Zelter-Brief an Goethe herauslesen kann.
Ansonsten entstanden in der Zeit des wieder entbrannten Krieges unter dem Eindruck grausiger Bilder viele geistliche Werke; insbesondere zwischen 1810 bis 1812 schrieb Salieri viel Kirchenmusik.
Und er wendete viel Zeit als Lehrender auf, wo es eine beachtliche Namensliste von später ganz bekannten Musikern gibt, da war zum Beispiel neben Beethoven auch noch Franz Schubert, mit dem Salieri schon zu tun hatte als der Knabe Franz sieben Jahre alt war; als ›Francesco‹ 1812 wegen Stimmbruchs aus dem Chor ausschied und sich der Komposition zuwandte, besuchte Franz Schubert Maestro Salieri zweimal wöchentlich, um Lektionen in Partiturspiel, Werkanalyse und Musiktheorie zu erhalten, es entstanden auch erste Kompositionen. Ebenso war Salieri anwesend als Schubert am 25. September 1814 in der Lichtentaler Kirche seine erste Messe in F-Dur D105 aufführte.
Auch Meyerbeer war nach Wien gekommen und konnte ein Jahr lang Salieris kostenlosen Unterricht genießen und dem Rat des Meisters folgen, nach Frankreich und Italien zu reisen.
Noch 1819 wurden seine Opern »Les Danaïdes« und »Tarare« wieder sehr erfolgreich in Paris aufgeführt, nachdem man den Text der neuen Zeit angepasst hatte.
1819 weilte Goethe-Freund Carl Friedrich Zelter in Wien und besuchte Salieri mehrmals, was er auch nach Weimar berichtete – das las sich dann so:
Aus der Schülerzahl ragte ein Ausnahmetalent heraus, dessen Fähigkeiten am Klavier den alten Salieri faszinierten; es war der zehnjährige Franz Liszt, der etwa ein Jahr vom Hofkapellmeister unentgeltlich unterrichtet wurde – dreimal die Woche.
1903 wurden seine Gebeine exhumiert und auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
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