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GIORDANO, Umberto: DAS SCHLECHTE LEBEN (Mala vita)

Umberto Giordano (1867 – 1948)
MALA VITA
(Das schlechte Leben)

Oper in drei Akten
Libretto von Nicola Daspuro
Uraufführung: 1892 am Teatro de la Torre Argentina in Rom
Originalsprache: Italienisch

Personen der Handlung
Vito, ein Färber (Tenor)
Cristina, eine Prostituierte (Sopran)
Annetiello, ein Kutscher (Bariton)
Amalia, seine Frau, Geliebte Vitos (Mezzosopran)
Marco, ein Frisör (Bass)
Nunzia, eine Frisöse (Mezzosopran)
Volk von Neapel

Ort und Zeit der Handlung: Neapel, um 1810

Erster Akt

Platz mit Vitos Färberei, anderen Gebäuden und einem Kruzifix
Vor der Färberei hat sich eine Menschenmenge versammelt und starrt in den Laden. Dort ist etwas passiert und die Leute bedauern Vito. Von Nunzia, einer Frisöse, die aus dem Laden kommt, erfahren wir, dass er an Tuberkulose leidet und einen Anfall hatte. Marco, der Frisör, sieht das als eine Strafe Gottes dafür an, dass er mit Amalia, Annetiellos Frau, eine Affaire hat.
Vito kommt blass aus dem Laden. Er behauptet zwar, dass der Anfall vorüber sei, aber es stellt sich doch heraus, dass das sich noch nicht erholt hat. Die Frauen beten für ihn und Nunzia empfiehlt ihm, sich an Jesus zu wenden und dort ein Gelübde abzulegen. Das Volk stimmt in diese Empfehlung mit ein. Vito begibt sich zu dem Kruzifix und spricht nun sein Gelübde: Er werde, wenn Jesus ihn von der Krankheit erlöse, eine entehrte Frau heiraten und sie von ihrer Sünde erlösen.
Amalia kommt hinzu und erklärt ihn für verrückt. Doch er will in Ruhe gelassen werden. Amalia ist wütend. Unter Androhung, dass sie wiederkäme, verlässt sie die Szene. Marco spricht eine Warnung an die Frauen des Volkes aus und auch Vito spricht er gut zu, als dieser in seine Werkstatt zurückgehen will. Ein Lärm erhebt sich und ein Volksauflauf entsteht, als der schon etwas angetrunkene Annetiello eintrifft. Er will von Marco wissen, was Vito geschworen hat. Als die Sprache auf Vitos Heirat kommt, scheint es so, als ob Annetiello keine Ahnung von dessen Affäre mit seiner Frau hat. Nachdem er alle auf das bevorstehenede Piedigrotta-Fest
1) eingestimmt hat, geht er in die Taverne, um weiter zu trinken und andere folgen ihm.
Vito kommt wieder aus der Werkstatt. Er hat sich immer noch nicht erholt. Zu Marco sagt er, dass er die Vergangenheit vergessen will. Da wirft eine Frauenhand eine Rose aus einem der Gebäude. Vito hebt sie auf. Aber Marco will nichts damit zu tun haben und geht.
Cristina tritt aus dem Haus, um zum Brunnen zu gehen. Vito spricht sie an, bittet sie um einen Schluck Wasser und erhält ihn. Als sie gehen will, fragt Vito nach ihren Namen. Sie nennt ihren Vornamen., doch bei der Frage nach dem Nachnamen zögert sie. Auf sein Drängen gesteht sie sie schließlich, wie sie lebt und erklärt auch, dass sie von diesem trostlosen Leben loskommen möchte. Er sagt ihr, dass er sie liebe und geschworen habe, sie zu retten.
Annetiello kommt nun noch betrunkener mit seinen Genossen aus der Taverne. Er verspottet Vito und macht sich an Cristina heran, die er von seinen Besuchen im Bordell kennt. Vito befreit sie von ihm und bekennt vor allen, dass er sein Gelübde halten und diese Frau heiraten werde. Auch Cristina bekennt ihre Liebe und alle nennen Vito einen Heiligen.

Zweiter Akt

In Amalias Haus
Amalia führt ein ebenso trostloses Leben mit einem Trinker wie Annetiello. Nun erwartet sie Nunzia. Diese tritt ein und Amalia fragt sie sofort, ob es wahr sei, dass Vito heiraten werde, was diese nach kurzem Zögern bejaht. Sie bittet ihre Freundin nun, Cristina herzubitten. Nunzia weigert sich zunächst, gibt aber dem Flehen Amalias schließlich nach.
Als sie gehen will, tritt Annetiello mit seinen Genossen ein. Er versucht vergeblich Nunzia aufzuhalten und will, dass alle miteinander anstoßen. Amalia will gehen und Annatiello sucht nach Wein. Als er ihn gefunden hat, schenkt er allen ein und stimmt ein wirres Lied auf seine Frau und den Wein an. Amalia fordert alle auf, zu verschwinden und die Genossen führen Annetiello schließlich hinaus. Amalia bleibt zurück und bricht in Tränen aus.
Nunzia kehrt zurück und findet Amalia in verzweifeltem Zustand. Sie hat Cristina mitgebracht und winkt ihr, hereinzukommen. Amalia fragt sie nach Vito aus. Zunächst versucht Amalia, Cristina zu warnen. Doch dann schildert sie ihr Elend, gesteht, dass nur die Liebe zu Vito sie am Leben erhalte und bittet Cristina, ihn für sie zu verlassen. Cristina hält dagegen, dass ihre Liebe zu Vito auch ihre letzte Hoffnung sei. Auch sie will Vito für sich. Amalia wird wütend und immer heftiger: Cristina könne doch genug Männer finden, die sie lieben. Als Cristina standhaft bleibt, greift Amalia nach einem Messer, das auf dem Tisch liegt. Cristina will gehen, aber Amalia versperrt ihr den Weg. Nunzia stellt sich dazwischen und schiebt Cristina zu Tür. Schließlich befiehlt auch Amalia ihr zu gehen und Cristine geht. Amalia beklagt ihr Schicksal und Nunzia versucht, sie zu beruhigen. Sie begleitet Amalia in ein anderes Zimmer. Dann geht auch sie.
Vito kommt. Er will sich mit Amalia aussprechen. Er erinnert sich an seine Zeit mit ihr, bedauert sie und scheint kurze Zeit zu schwanken, ehe er sich wieder darauf besinnt, dass er sich von ihr lösen will und entschlossen „Amalia“ ruft.
Amalia tritt ein und er bittet sie, Cristina in Ruhe zu lassen. Sie versucht, ihn mit ihren Klagen zu umgarnen, aber er bleibt zunächst ebenfalls standhaft. Sie erinnert ihn an seine Versprechen und inbrünstigen Schwüre. Er erklärt ihr, dass er ein Gelübde abgelegt habe. Doch er beginnt vor ihren Äußerungen und Liebesschwüren immer schwankender zu werden. Sie verlangt noch einen letzten Kuss, der schließlich den Widerstand in ihm bricht. Draußen bricht ein Gewitter los und er nimmt sie in seine Arme.

Dritter Akt

Platz vor Vitos Färberei (wie im 1. Akt)
Es ist der Tag des Piedigrotta-Festes. Die Männer, die auf die Abfahrt warten, spielen Karten. Vito singt ein Liebeslied und die Frauen, die jetzt festlich geschmückt kommen, stimmen mit ein. Dann wird eine Tarantella getanzt. Annetiello tritt vor und preist das Essen und Trinken in der Taverne.
Danach kommt auch Cristina. Sie erklärt Vito, was sie alles unternnommen habe, um ihre Papiere zu bekommen, und sie nun heiraten könnten. Aber Vito behandelt sie kalt, ihn interessiert das alles nicht. Was er von ihr vernimmt, reizt ihn zunehmend. Schließlich will er gehen und schickt Cristina, die ihm folgen will, weg. Aber sie lässt nicht locker und will wissen, ob er sie noch liebt. Da erklärt er ihr, dass er zwar Mitleid mit ihr habe, aber an gewisse Fesseln gebunden sei, die er nicht zu sprengen weiß. Cristina hat nun erkannt, wer ihn umgarnt.
Diese, Amalia, taucht auch unmittelbar danach auf. Sie wundert sich über Cristina, die aber wortkarg bleibt. Auch Vito ist etwas verwirrt. Doch Amalia hat schon die Kutsche bestellt, die sie mit ihm zu Fest bringen soll, nimmt ihn am Arm und verschwindet mit ihm.
Cristina bleibt zunächst regungslos stehen. Dann geht sie zu dem Kruzifix und klagt, dass Jesus sie nicht aus diesem trostlosen Leben erlösen wollte. Von ferne hört man Vito, Amalia und die anderen singen. Cristina lehnt sich taumelnd an eine Mauer vor dem Kreuz. Dann springt sie auf, ruft “Schändlich, Feiglinge!“ und läuft auf das Bordell zu. Auf der Treppe bricht sie bewusstlos zusammen.

1) traditionelles neapolitanisches Volksfest um die Kirche Santa Maria di Piedrigrotta in Neapel

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Die Oper wurde in den Jahren nach ihrer erfolgreichen Uraufführung 1892 in verschiedenen Städten Italien, aber auch in Berlin und Wien aufgeführt. In Neapel wurde sie jedoch vom Publikum wegen ihres Inhalts, der vollständig in einen Slum-Viertel spielt, abgelehnt und von der Kritik zerrissen. 1897 wurde sie in einer überarbeiteten Fassung unter dem Namen „Il voto (Das Gelübde)“ in Mailand aufgeführt. Beide Fassungen verschwanden aber danach sehr bald. Eine Wiederaufführung fand erst 2002 im Teatro Umberto Giordano in Foggia statt.
Die vollständige Aufzeichnung von dort kann man sich auf youtube anhören
Die Inhaltangabe beruht auf dem Originallibretto von 1892

Gestaltung Agentur kuh vadis