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GLIÉRE, Reinhold: DER BRONZENE REITER

Reinhold Glière ( 1875 – 1956 )
DER BRONZENE REITER

Ballett in drei Akten mit Prolog und Epilog
Libretto: Pjotr Abolimow nach Alexander Puschkin
Uraufführung: St.Petersburg 1949

PERSONEN DER HANDLUNG
Jewgeni, ein junger Mann
Parascha, seine Geliebte
Zar Peter der Große
Ibrahim, sein Patensohn
Eine Ballkönigin
Menschikow, Zeremonienmeister des Zaren
Ein Possenreißer
Colombine
Harlekin
Paraschas Mutter
Volk, Höflinge, Gespielinnen von Parascha, Soldaten

Ort und Zeit der Handlung: St. Petersburg, 1824

PROLOG:

Am kahlen Ufer der Newa
Zar Peter der Große träumt von einer Stadt, die er dort gründen möchte.

ERSTER AKT

1. Bild: Senatsplatz in St. Petersburg mit Reiterstandbild Peters des Großen
Das Volk feiert mit allerlei Tänzen ein Fest. Harlekin, Colombine und ein Possenreißer treten auf. Eine Militärparade folgt. Dann wird es langsam dunkel und das Volk zerstreut sich. Die beiden Liebenden Jewgeni und Parascha treffen sich und tanzen einen langen Pas de deux. Während Jewgeni Parascha vom Zaren Peter erzählt, geht die Szenerie über in das

2. Bild: Hafen von St. Petersburg
Zar Peter überwacht die Abschlussarbeiten an einem großen Schiff. Dann kappt er das Seil und das Schiff gleitet in die Newa. Der Erfolg wird mit ausgelassenen Tänzen gefeiert.

3. Bild: Im Palast des Zaren
Der Zar stellt seinem aus Frankreich zurückgekehrten Patensohn Ibrahim eine hübsche Dame vor, die zur Ballkönigin gewählt wird. Es folgen Hoftänze. Zwischendurch öffnet der Zar einen großen Globus, in dem ein Schiffsmodell enthalten ist. Der Zeremonienmeister Menschikow organisiert ein Tanzspiel, bei dem jeder eine Dame erobern muss. Wer übrig bleibt, muss einen großen Becher leeren. Die Gäste verabschieden sich spät nach Mitternacht.
Der zurückbleibende Zar sieht in einer Vision die Stadt, die er an der Newa gegründet hat.

ZWEITER AKT

1. Bild: Auf der Wassiljewski-Insel
Hier wohnen Parascha und ihre Mutter. Junge Mädchen – unter ihnen Parascha – tanzen vergnügt am Ufer der Newa. Auch die Mutter führt einen Tanz vor. Dann legen sie Karten. Dabei erhält Parascha Pik As, was als Zeichen von künftigem Unglück gedeutet wird. Jewgeni kommt und tanzt mit Parascha. Doch sie kann den Gedanken an die gezogene Karte und ihre Bedeutung nicht loswerden. Die Mädchen bekränzen Jewgeni und Parascha mit Girlanden aus Herbstlaub.
Plötzlich kündigt sich ein Unwetter an. Jewgeni muss sich von Parascha verabschieden, um noch nach Hause zu kommen, bevor das Unwetter seinen Weg ungangbar machen könnte. Die zurückbleibende Parascha fürchtet kommendes Unheil.

2. Bild: Jewgenis Zimmer
Jewgeni kommt nicht zur Ruhe. Er muss ständig an Parascha denken. Draußen wütet das Unwetter immer stärker und die Newa steigt. Schließlich eilt er fort, um zu seiner Geliebten zu kommen.

DRITTER AKT

1. Bild: Am Ufer der Newa in St. Petersburg
Verängstigte Bürger beobachten das schnelle Ansteigen des Wassers. Jewgeni kommt, aber der Weg zur Insel ist ihm abgeschnitten. Von einem Steinlöwen aus sieht er voller Unruhe auf die immer wilder werdenden Fluten. Schließlich springt er in die Fluten, um schwimmend zu seiner Geliebten zu gelangen.

2. Bild: Auf der Wassiljewski-Insel
Jewgeni ist an Land gespült worden. Aber das Haus von Parascha und ihrer Mutter ist verschwunden. In seiner Verzweiflung erlebt er verschiedene Visionen: Er sieht seine Geliebte und ihre Gespielinnen. Er sieht das Reiterstandbild, dessen Reiter (Peter der Große) er als Ursache für sein Unglück ansieht. Er erlebt, dass er von Kindern für sein verzweifeltes Gebaren ausgelacht wird. Er gerät schließlich in einen Kampf mit dem Reiter. Bald  ist er so erschöpft, dass er nicht weiterkämpfen kann. Er stirbt.

EPILOG

Der Senatsplatz in St.Petersburg mit dem Reiterstandbild Peters des Großen
Hier hat sich inzwischen einiges verändert. Am Standbild werden immer wieder Blumen abgelegt. Das Leben aber geht weiterhin seinen gewohnten Gang und neue Liebespaare treffen sich am bronzenen Reiter.

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Das bronzene Standbild Peters des Großen, der die Stadt an der Mündung der Newa gründete, wurde 1782 auf dem Senatsplatz von St. Petersburg auf einem schweren Stein errichtet. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt. 1824 gab es eine große Sturmflut in der Mündung der Newa, von der die Insel Wassiljewski besonders betroffen war, auf der es viele Tote gab. Diese Ereignisse verarbeitete Alexander Puschkin in einem Gedicht, auf dem dieses Ballett beruht.
Eine Gesamtaufnahme aus dem Mariinsky-Theater gibt es auf youtube.

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Gestaltung Agentur kuh vadis