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Grigory Sokolov am 24. 5. 2025, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz, München

Bericht zum Sokolov-Recital am 24. 5. Im Herkulessaal in München

Zu Beginn stand er englische Renassance-Komponist William Byrd (1543-1623) auf dem Programm, dessen Musik ich bis dahin noch gar nicht kannte, und deshalb, auch der Brahms-Werke wegen, die nach der Pause auf dem Programm standen, werde ich an dieser Stelle den Link zur Kritik einstellen, die bei BR Klassik eingestellt ist und von der Trzrndrntin Rita Argauer verfasst wurde.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/kritik-klavierabend-grigory-sokolov-muenchen-100.html

Programm:

William Byrd, Sechzehn Variationen über das englische Lied „John, Come Kiss Me Now“
The first pavan. The Galliard to the first pavan, Fantasia, Alman, Pavan: Teh Earl of Salisbury. Balliard. Second galliard  & Callino casturame

Was mich am Spiel Sokolov auch nach einigen Jahren Pause sofort wieder faszinierte, war seine phänomenale Anschlagskunst, und dank meiner neuen Hörgeräte knnte ich auch die Pianissimi wieder richtig  genießen sowie die Konturen der hohen Frequenzen wieder messerscharf hören. Dann war es auch gleich einfacher, den roten Faden zu verfolgen, der sich durch die einzelnen Variationen zog und gleichzeitig ihre Unterschiede wahrzunehmen.

Bisher hatte ich die Renaissancemusik hauptsächlich in meiner Reihe über die Madrigale kennengelernt, wobei ich bedauere, dass ich in dieser Reihe zur Zeit nicht weiterkomme..
Jedenfalls klang das, was ich vernahm, so, als wenn Sokolov schon immer hauptsächlich Werke aus der Renaissance gespielt, so natürlich klangen sie auf dem Steinway.
Zu recht erklang zur Pause anhaltender Beifall, gemischt mit Bravorufen.

Nach der Pause spielte Sokolov zuerst die 4 Balladen op. 10 von Johannes Brahms:

Die Vier Balladen op. 10 sind frühe Klavierkompositionen von Johannes Brahms, die laut seinem eigenen Werkverzeichnis nach den Variationen über ein Thema von Robert Schumann im Sommer 1854 entstanden. Er gruppierte die Stücke über die Varianttonarten d-Moll und D-Dur sowie h-Moll und H-Dur und widmete sie seinem langjährigen Freund Julius Otto Grimm. Nachdem der Verleger Bartholf Senff die Sammlung abgelehnt hatte, erschien sie erst im Februar 1856 bei Breitkopf & Härtel.

Wie in den langsamen Sätzen der vorhergehenden Klaviersonaten ist auch in diesen Kompositionen der poetisch-erzählende Gestus spürbar. Brahms ließ sich von der Ausdruckswelt der düsteren schottischen Ballade Edward aus Herders Sammlung Stimmen der Völker anregen und vermerkte dies mit einem vorangestellten Hinweis über dem ersten Charakterstück.[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Balladen_op._10
Hier öffnete sich die ganze Zauberwelt der Romantik, und so war es für mich besonders interessant, den Brahmsschen romantischen Kosmos zu vernehmen, nachdem ich mich vor einiger Zeit hier im Forum mit den Balladen Carl Loewes beschäftigt hatte, nachdem auch im Programmheft der Hinweis auf die schottische Ballade „Edward“ vermerkt ist.
Vielleicht ist den Lesern dieses Threads damit gedient, wenn ich eine Aufnahme einstelle, die ich soeben gefunden habe und in der Sokolov die vier Balladen 1992, also vor rund 33 Jahren in Paris spielt:

 

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Dass Sokolov nicht nur bei der Auswahl der Komponisten keine Gegensätze scheut, sondern auch bei einem epochalen Komponisten wie Brahms Werke aus zwei verschiedenen Epochen des Komponisten gegenüberstellt, zeigt, wie sicher er die ganze Werkskala eines Komponisten beherrscht, wobei die beiden Rhapsodien op. 79 ein Vierteljahrhundert nach den Balladen, also 1879 entstanden sind. Auch bei den beiden Rhapsodien bin ich im Netz fündig geworden, und zwar nochmals 5 Jahre eher, fast genau vor 38 Jahren, am 6. Mai 1987 in einem Livekonzert in Leningrad, und ich darf sagen, dass eroffenbar, was seine lyrischen Fähigkeiten, ebenso wie seinen dynamischen Impetus bis heute behalten hat, ohne jedoch objektiv jemals „zu laut“ zu sein:

 

Dann kamen die berühmten sechs Zugaben, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diesmal nicht eine genau benennen konnte, obwohl mit die eine oder andere bekannt vorkam. Dann war kurz vor halb elf wieder einmal ein großer Klavierabend mit einem Ausnahmepianisten und einem, wie ich erfreut feststellen konnte, sehr disziplinierten und gleichsam begeisterten Publikum zu Ende. Der nächste Sokolov-Abend im Herkulessaal ist schon gebucht und bezahlt und in wenigen Tagen wird mein Aboausweis bei mir eintreffen. Dann geht es im November mit Arcadi Volodos weiter.

Liebe Grüße

Willi😀

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