Julius Otto Grimm wurde in der estnischen Hafenstadt Pärnu geboren, studierte am Leipziger Konservatorium und gelangte über verschiedene Stationen nach Münster, wo er bis zu seinem Tode 1903 eine derartig überragende Rolle spielte, dass ihm das städtische Sinfonieorchester in Erwartung seines 200. Geburtstages (2027) eine gehörige Würdigung nicht versagen wollte. Diese zeigt zwei der gewichtigsten Werke aus Grimms übersichtlichem Katalog: Die 1852 in Leipzig entstandene, jugendlich leidenschaftliche Symphonie begegnet der zweiten Kanonischen Suite von 1870, die der Verfasser seinem lebenslangen Freund Johannes Brahms gewidmet hat. Dieses Kabinettstückchen schlägt einen Bogen zurück zu Johann Sebastian Bach, der zweifellos bei den raffinierten kontrapunktischen Kunstgriffen Pate stand, ohne dass sich der bekennende Romantiker Grimm je hätte in den Hintergrund drängen lassen.