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Georg Friedrich Händel (1685-1759): Uraufführung am 2. Februar 1731 im Kings Theatre am Haymarket, London Personen der Handlung: Erster Akt. Die Truppen des Königreichs der Paurava in Indien sind geschlagen worden und der darob verzweifelte König Poro will gerade seinem Leben durch das Schwert ein Ende setzen, da kommt sein Feldherr und Freund Gandarte und hindert die Majestät am Suizid. Das Argument, ein geschlagener König oder Feldherr habe sich selbstverständlich ins Schwert zu stürzen, lässt Gandarte nicht gelten; er spricht einen Namen aus und Poro lässt von seinem Vorhaben ab: Cleofide! Sie ist die Königin eines anderen Reiches in Indien und in die hatte sich Poro verliebt! Außerdem erinnert er den König an seine Herrscherpflicht dem Land gegenüber. Weil sich den beiden von ferne Reiter nahen, in denen sie Verfolger vermuten, tauschen Poro und Gandarte die Kleidung; Gandarte erhält damit die äußerlichen Zeichen der Königswürde, während Poro als Krieger verschwinden kann. Allein auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben, versucht Gandarte sich vor sich selbst zu rechtfertigen und sucht dann auch sein Heil in der Flucht. Szenenwechsel: Feldlager der Makedonier. In einer neuen Szene wird klar, dass es Poro nicht gelang, zu entkommen; er wurde von dem Feldherrn Alessandros, Timagene, gefangen genommen. Während Poro gegenüber Timagene schweigt, gibt er sich Alessandro (Alexander der Große) gegenüber als ein indischer Krieger mit dem Namen Asbita aus. Und dem erteilt Alessandro schließlich den Auftrag, seinem König (Poro) die Botschaft zu bringen, dass er, Alessandro, Milde walten lassen wolle, wenn Poro sich unterwerfe. Als Zeichen dessen übergibt Alessandro dem Krieger sein Schwert, das Asbita an Poro weiter geben soll. Dann entfernt sich Alessandro mit seiner Begleitung. Inzwischen konnte sich Alessandro auch mal als galant und ritterlich präsentieren: Poros Schwester, die junge, kapriziöse Prinzessin Erissena, ist zu Alessandro gebracht worden. Und bei der „Audienz“ wird (dem Publikum) klar, dass Timagene vom Charme Erissenas überrascht und in Feuer entflammt ist, was die Prinzessin natürlich bemerkt hat und mit einer ironisch-feinen Abfuhr quittiert. Interessanter ist aber, dass man in dieser Szene erfahren kann, dass Timagene der heimliche Widersacher Alessandros ist. Er muss für sich nämlich zugeben, dass sein König ihm sowohl in der Liebe als auch in der Kriegs-Profession überlegen ist. Szenenwechsel: Residenz der Königin Cleofide. Poro hat sich auf der Flucht vor seinen Feinden bis zur Residenz der assakenischen Königin Cleofide, seiner großen Liebe, durchgeschlagen, tritt ihr allerdings aufgeregt entgegen, weil er überzeugt ist, während seiner langen Abwesenheit hintergangen worden zu sein. Doch Cleofide gelingt es, Poros Argwohn zu zerstreuen; außerdem fordert sie von ihm Vertrauen. Und das muss Poro mit einem „heiligen Schwur“ bestätigen. Völlig unerwartet kommt nun Poros Schwester Erissena mit makedonischen Soldaten in die Residenz von Königin Cleofide. Der Hintergrund ist, dass Alessandro sie in seiner Großmut freigelassen hat. Was für Poro eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, wird jedoch zu einem Streitfall, denn Cleofide lässt Alessandro einen Gruß überbringen, was ihren Geliebten in heftigen Zorn versetzt. Cleofides Aktion könnte man „diplomatisches Geschick“ nennen, was Poro jedoch nicht versteht oder nicht verstehen will. Aber die Königin erinnert Poro an seinen gerade erst geleisteten Schwur und beteuert ihm gegenüber ihre unwandelbare Liebe. Als sie sich entfernt, kommt in dem Flüchtling neuer Argwohn auf, aber der hinzueilende Gandarte lenkt ihn mit zwei wichtigen Informationen ab: Alessandro hält ihn, Gandarte, wie es ja auch beabsichtigt war, für Poro und dann berichtet er von einer angeblichen Verschwörung des makedonischen Heeres gegen den allmächtig gewordenen Alessandro. Doch das nimmt Poro nicht wahr, hat nur Gedanken für seine große Liebe Cleofide und bildet sich ein, dass sie sich in diesem Moment bei Alessandro aufhält. Die Mahnung Gandartes an seinen König, an seine Pflicht für das Wohlergehen seines Landes zu denken, lässt Poro seinen Feldherrn ironisch als einen „vernünftigen Denker“ bezeichnen und entgegnet ihm mit einer Schilderung seiner fortwährenden Liebespein, was Gandarte offensichtlich wenig zu interessieren scheint. Poro aber lässt ihn stehen und geht ab, um Cleofide zu folgen. In einer neuen Szene an gleichem Ort tritt Erissena auf und berichtet mit überzeugenden Worten von dem starken Eindruck, den Alessandro mit seiner Großmut, die auch mit einer gewissen Bildung einher geht, auf sie gemacht hat. Das aber ist für Gandarte, der hinter ihr den Raum betrat, ein Schlag in die Magengrube, denn er ist der Prinzessin schon seit längerem in Liebe zugetan. Und genau das scheint Poros Schwester auch zu wissen, denn ihre Antwort ist für Gandarte eine Enttäuschung. Szenenwechsel in das Kriegszelt von Alessandro. Alessandro empfängt Königin Cleofide, die ihn um Gnade und Schonung für ihr Land bitten will. Mehr als die diplomatische Klugheit der Königin fesselt Alessandro das Wesen dieser ihm fremden Frau. Poro, der Cleofide gefolgt ist, kommt als Soldat Asbita in das Zelt des Makedoniers und möchte, wenn die Majestät es erlaubt, eine Botschaft von König Poro überbringen. Aber Alessandro muss erst einmal die Schönheit Cleofides preisen, dann will er den angeblichen Soldaten hören. Und dieses Gespräch führt zu einer scharfen Auseinandersetzung mit Asbita, der aufmerksam die Vorgänge zwischen Alessandro und Cleofide beobachtet hat: Er erinnert Cleofide an ihren Liebesschwur, während die sich völlig zu Unrecht eines Treuebruchs bezichtigt fühlt. Zweiter Akt. Einige Tage später kommt es zu einem Treffen zwischen Cleofide und Alessandro und zwar im Palast der Königin. Der Makedonier erscheint mit Begleitern, während Poro, erkennbar eifersüchtig, einige Soldaten um sich versammelt hat, mit denen er die Abordnung aus dem fernen Europa überfallen will. Diesen Überfall schildert Händel mit einer Sinfonia. Aber der Plan Poros misslingt und er müsste, wenn er den Makedoniern in die Hände fallen würde, sein Vorgehen mit dem Leben bezahlen. Diese Einsicht bringt die beiden Liebenden wieder zusammen – was in einem Duett unterstrichen wird. Doch die Situation kippt, als sich makedonische Bewaffnete nähern und Poro als einzigen Ausweg nur noch den Suizid für sich und die geliebte Cleofide sieht. Gerade, als Poro sein Schwert gegen die Königin erhebt, tritt Alessandro mit Begleitern hinzu und ihm wird klar, dass Asbita tatsächlich Poro ist. Timagene fordert, die eigenen Soldaten, die sich mit Asbita verbündet hatten, streng zu bestrafen und den angeblichen Soldaten gefangen zu nehmen. Den Gefangenen übergibt Alessandro der Aufsicht Timagenes. Was dann geschieht, überrascht (das Publikum), denn Timagene setzt Asbita auf freien Fuß und verlangt von ihm, König Poro eine Botschaft zu überbringen, in welcher der von einer im Gange befindlichen Verschwörung gegen König Alessandro unterrichtet wird. Poro muss erkennen, dass man Alessandro betrügt, und drückt seine Gedanken in einer Gleichnisarie aus; darin ist von einem Steuermann die Rede, der auf der friedlich dahin dümpelnden See einschläft, dadurch immer weiter vom Kurs abkommt und auf das gefährliche Meer hinausgetrieben wird. Cleofide trifft mit Gandarte zusammen, wobei die Königin dem Besucher die Vorgänge um Poro erklärt. Als unerwartet Alessandro naht, muss sich Gandarte schnellstens verstecken. Der Makedonier hat keine guten Nachrichten, denn in seinem Feldlager sind Forderungen erhoben worden, für den Angriff der Inder und die daraus resultierenden Toten das Leben der Königin Cleofide als Sühne zu fordern. Alessandro sieht nur einen Ausweg: Cleofide muss seine Frau werden, dann fällt das „Sühnenkonstrukt“ in sich zusammen. Das aber ist für Cleofide nicht annehmbar und sie lehnt den Vorschlag ab. Das ist der Moment, der Gandarte aus seinem Versteck hervortreten lässt und sich Alessandro gegenüber Poro nennt, der sich als Opfer töten lassen will, um die Soldaten Alessandros zu beruhigen. Da kommt durch Prinzessin Erissena eine Schreckensnachricht in die kleine Runde: Timagene hat ihr berichtet, dass Poro auf der Flucht in einem Fluss ertrunken sei. Alle sind betroffen, Cleofide ist am Boden zerstört. Dritter Akt. Poro trifft auf seine Schwester Erissena, die mit Erstaunen feststellt, dass der Bruder lebt. Sie erfährt zudem noch, dass er mit Timagene seinen Tod erfunden hat, weil der an seinem Heerführer Alessandro Rache nehmen will und eine Verschwörung plant. Poro verlangt von Erissena, dass sie Timagene über seine, Poros, Bereitschaft am Anschlag auf Alessandro, bereit steht. Von ihr, die das Komplott gegen Alessandro nicht gutheißt, verlangt er außerdem, an das Vaterland zu denken. Nach dem Abgang der beiden kommen Alessandro und die über den angeblichen Tod ihres geliebten Poro verzweifelte Cleofide auf die Szene; sie will ebenfalls den Tod erleiden, weil sie ohne den Geliebten nicht leben kann. Alessandro, der von einer Beratung mit Offizieren zurückkommt, begegnet erstaunt Erissena. Sie erfährt, dass der König von einer Verschwörung unter seinen Kriegern weiß; Erissena nimmt das zum Anlass, Timagene als das Haupt der Verschwörer gegen ihn zu entdecken, sie übergibt ihm einen Brief, den ihr Bruder vor kurzem übergab. Timagene wird umgehend herbei beordert und von Alessandro entlarvt, doch der kluge König verzeiht seinem Feldherrn, weil er ihn hier in einem fremden Land benötigt, fordert jedoch Bewährung im kriegerischen Alltag ein. Szenenwechsel: Parkanlage. Inzwischen hat Poro vom Misslingen der Verschwörung erfahren und will den sofortigen Tod, den der ihn begleitende Gandarte mit seinem Schwert vollziehen soll. Das Gespräch hat Erissena mitgehört, mischt sich ein und verrät ihrem Bruder, dass Cleofide Gemahlin Alessandros werden soll. Diese Nachricht führt zu einem körperlichen Zusammenbruch Poros, allerdings, wieder zu sich gekommen, auch zu dem Entschluss, Rache an König Alessandro zu nehmen, um dann mit ihm zu sterben. Dann eilt er davon und Gandarte folgt ihm, sichtbar betrübt, weil auch er an Abschied vom Leben wie von seiner geliebten Erissena denkt. Die Prinzessin, allein auf der Szene, quält eine gewisse Ahnung dahingehend, dass sie ihren Freund nicht mehr sehen wird. Dann allerdings kommt jenes Sprichwort, wonach die Hoffnung zuletzt stirbt, zum Tragen, wonach noch alle gut werden könnte. Szenenwechsel: Indischer Tempel. Zunächst ist festzustellen, dass alle Vorbereitungen zur Heirat von Alessandro mit Cleofide abgeschlossen sind. Die Königin der Assakener wartet im Tempel auf ihren zukünftigen Gemahl, hat aber ein Opferfeuer angezündet, das nach traditioneller Sitte als Witwe ihres geliebten Poro gedenkt, ihr aber nach der gleichen Tradition die Möglichkeit eröffnen soll, dem Geliebten durch die Flammen in den Tod folgen zu können. Dieses Vorhaben enthüllt sie Alessandro, als der zur Zeremonie der Trauung im Tempel erscheint. Poro, immer noch mit Rachegedanken beschäftigt, hat alles mit Aufmerksamkeit aus seinem Versteck beobachtet. Voller Reue und Beglückung stürzt er Cleofide zu Füßen, sich damit auch Alessandro als der richtige Poro zu erkennen gebend. Cleofide kann es nicht fassen, dass Poro jetzt auf einmal lebend vor ihr steht. Alessandro ist von dieser Treue bis in den Tod zutiefst beeindruckt: Cleofide und Poro sollen endlich in Freiheit glücklich miteinander sein, ja, der Imperator bittet den indischen König um Freundschaft. All die Verwicklungen und Irrungen, die Todes- und Rachegedanken löste die Macht der Liebe. Anmerkungen. Für die Oper kam der berühmte Kastrat Francesco Bernardi, als Senesino bekannt, nach London zurück und zwar für die Summe von 1400 Guineen (200 mehr als der Vorstand der Opernakademie Händel bewilligt hatte). In der folgenden Spielzeit brachte Händel eine leicht veränderte Fassung heraus, die vier Aufführungen zwischen dem 23. November und dem 4. Dezember 1731 erlebte. Dabei wertete er die Partie des Timagene, der zuvor keine einzige Arie hatte, für den neu engagierten Bass Antonio Montagnana auf, indem er drei Arien aus älteren Opern (Lotario, Radamisto und Siroe) hinzufügte. Eine weitere Wiederaufnahme gab es in der Saison 1736–37 mit vier Aufführungen vom 8. Dezember bis zum 5. Januar. Dabei wurde die Oper stärker verändert und auf die vorhandenen Sänger angepasst. Unter anderem erlaubte Händel dem erst spät eingetroffenen Altisten Domenico Annibali als Poro drei „Kofferarien“ aus Opern von Ristori und Vinci zu singen, während er für den Sopranisten Gizziello (Gioacchino Conti) als Alessandro zwei der originalen Arien gegen andere aus Siroe und Ariodante austauschte. An der Gänsemarkt-Oper in Hamburg wurde Poro in einer Version von Georg Philipp Telemann unter dem Titel Triumph der Grossmuth und Treue, oder CLEOFIDA, Königin von Indien herausgebracht; sie erlebte 26 oder 27 Aufführungen von der Premiere am 14. Februar 1732 bis 1736. Dabei wurden die Partien des Poro und des Gandarte von Bässen gesungen, es gab also vier tiefe Männerstimmen. Wie in Hamburg üblich wurden die Arien auf Italienisch und die Rezitative in deutscher Übersetzung von Christoph Gottlieb Wend aufgeführt. Abbildung: Meine Emofehlung für Händel-Liebhaber © Manfred Georg Friedrich Händel (1685-1759): Uraufführung am 2. Februar 1731 im Kings Theatre am Haymarket, London Personen der Handlung: Erster Akt. Die Truppen des Königreichs der Paurava in Indien sind geschlagen worden und der darob verzweifelte König Poro will gerade seinem Leben durch das Schwert ein Ende setzen, da kommt sein Feldherr und Freund Gandarte und hindert die Majestät am Suizid. Das Argument, ein geschlagener König oder Feldherr habe sich selbstverständlich ins Schwert zu stürzen, lässt Gandarte nicht gelten; er spricht einen Namen aus und Poro lässt von seinem Vorhaben ab: Cleofide! Sie ist die Königin eines anderen Reiches in Indien und in die hatte sich Poro verliebt! Außerdem erinnert er den König an seine Herrscherpflicht dem Land gegenüber. Weil sich den beiden von ferne Reiter nahen, in denen sie Verfolger vermuten, tauschen Poro und Gandarte die Kleidung; Gandarte erhält damit die äußerlichen Zeichen der Königswürde, während Poro als Krieger verschwinden kann. Allein auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben, versucht Gandarte sich vor sich selbst zu rechtfertigen und sucht dann auch sein Heil in der Flucht. Szenenwechsel: Feldlager der Makedonier. In einer neuen Szene wird klar, dass es Poro nicht gelang, zu entkommen; er wurde von dem Feldherrn Alessandros, Timagene, gefangen genommen. Während Poro gegenüber Timagene schweigt, gibt er sich Alessandro (Alexander der Große) gegenüber als ein indischer Krieger mit dem Namen Asbita aus. Und dem erteilt Alessandro schließlich den Auftrag, seinem König (Poro) die Botschaft zu bringen, dass er, Alessandro, Milde walten lassen wolle, wenn Poro sich unterwerfe. Als Zeichen dessen übergibt Alessandro dem Krieger sein Schwert, das Asbita an Poro weiter geben soll. Dann entfernt sich Alessandro mit seiner Begleitung. Inzwischen konnte sich Alessandro auch mal als galant und ritterlich präsentieren: Poros Schwester, die junge, kapriziöse Prinzessin Erissena, ist zu Alessandro gebracht worden. Und bei der „Audienz“ wird (dem Publikum) klar, dass Timagene vom Charme Erissenas überrascht und in Feuer entflammt ist, was die Prinzessin natürlich bemerkt hat und mit einer ironisch-feinen Abfuhr quittiert. Interessanter ist aber, dass man in dieser Szene erfahren kann, dass Timagene der heimliche Widersacher Alessandros ist. Er muss für sich nämlich zugeben, dass sein König ihm sowohl in der Liebe als auch in der Kriegs-Profession überlegen ist. Szenenwechsel: Residenz der Königin Cleofide. Poro hat sich auf der Flucht vor seinen Feinden bis zur Residenz der assakenischen Königin Cleofide, seiner großen Liebe, durchgeschlagen, tritt ihr allerdings aufgeregt entgegen, weil er überzeugt ist, während seiner langen Abwesenheit hintergangen worden zu sein. Doch Cleofide gelingt es, Poros Argwohn zu zerstreuen; außerdem fordert sie von ihm Vertrauen. Und das muss Poro mit einem „heiligen Schwur“ bestätigen. Völlig unerwartet kommt nun Poros Schwester Erissena mit makedonischen Soldaten in die Residenz von Königin Cleofide. Der Hintergrund ist, dass Alessandro sie in seiner Großmut freigelassen hat. Was für Poro eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, wird jedoch zu einem Streitfall, denn Cleofide lässt Alessandro einen Gruß überbringen, was ihren Geliebten in heftigen Zorn versetzt. Cleofides Aktion könnte man „diplomatisches Geschick“ nennen, was Poro jedoch nicht versteht oder nicht verstehen will. Aber die Königin erinnert Poro an seinen gerade erst geleisteten Schwur und beteuert ihm gegenüber ihre unwandelbare Liebe. Als sie sich entfernt, kommt in dem Flüchtling neuer Argwohn auf, aber der hinzueilende Gandarte lenkt ihn mit zwei wichtigen Informationen ab: Alessandro hält ihn, Gandarte, wie es ja auch beabsichtigt war, für Poro und dann berichtet er von einer angeblichen Verschwörung des makedonischen Heeres gegen den allmächtig gewordenen Alessandro. Doch das nimmt Poro nicht wahr, hat nur Gedanken für seine große Liebe Cleofide und bildet sich ein, dass sie sich in diesem Moment bei Alessandro aufhält. Die Mahnung Gandartes an seinen König, an seine Pflicht für das Wohlergehen seines Landes zu denken, lässt Poro seinen Feldherrn ironisch als einen „vernünftigen Denker“ bezeichnen und entgegnet ihm mit einer Schilderung seiner fortwährenden Liebespein, was Gandarte offensichtlich wenig zu interessieren scheint. Poro aber lässt ihn stehen und geht ab, um Cleofide zu folgen. In einer neuen Szene an gleichem Ort tritt Erissena auf und berichtet mit überzeugenden Worten von dem starken Eindruck, den Alessandro mit seiner Großmut, die auch mit einer gewissen Bildung einher geht, auf sie gemacht hat. Das aber ist für Gandarte, der hinter ihr den Raum betrat, ein Schlag in die Magengrube, denn er ist der Prinzessin schon seit längerem in Liebe zugetan. Und genau das scheint Poros Schwester auch zu wissen, denn ihre Antwort ist für Gandarte eine Enttäuschung. Szenenwechsel in das Kriegszelt von Alessandro. Alessandro empfängt Königin Cleofide, die ihn um Gnade und Schonung für ihr Land bitten will. Mehr als die diplomatische Klugheit der Königin fesselt Alessandro das Wesen dieser ihm fremden Frau. Poro, der Cleofide gefolgt ist, kommt als Soldat Asbita in das Zelt des Makedoniers und möchte, wenn die Majestät es erlaubt, eine Botschaft von König Poro überbringen. Aber Alessandro muss erst einmal die Schönheit Cleofides preisen, dann will er den angeblichen Soldaten hören. Und dieses Gespräch führt zu einer scharfen Auseinandersetzung mit Asbita, der aufmerksam die Vorgänge zwischen Alessandro und Cleofide beobachtet hat: Er erinnert Cleofide an ihren Liebesschwur, während die sich völlig zu Unrecht eines Treuebruchs bezichtigt fühlt. Zweiter Akt. Einige Tage später kommt es zu einem Treffen zwischen Cleofide und Alessandro und zwar im Palast der Königin. Der Makedonier erscheint mit Begleitern, während Poro, erkennbar eifersüchtig, einige Soldaten um sich versammelt hat, mit denen er die Abordnung aus dem fernen Europa überfallen will. Diesen Überfall schildert Händel mit einer Sinfonia. Aber der Plan Poros misslingt und er müsste, wenn er den Makedoniern in die Hände fallen würde, sein Vorgehen mit dem Leben bezahlen. Diese Einsicht bringt die beiden Liebenden wieder zusammen – was in einem Duett unterstrichen wird. Doch die Situation kippt, als sich makedonische Bewaffnete nähern und Poro als einzigen Ausweg nur noch den Suizid für sich und die geliebte Cleofide sieht. Gerade, als Poro sein Schwert gegen die Königin erhebt, tritt Alessandro mit Begleitern hinzu und ihm wird klar, dass Asbita tatsächlich Poro ist. Timagene fordert, die eigenen Soldaten, die sich mit Asbita verbündet hatten, streng zu bestrafen und den angeblichen Soldaten gefangen zu nehmen. Den Gefangenen übergibt Alessandro der Aufsicht Timagenes. Was dann geschieht, überrascht (das Publikum), denn Timagene setzt Asbita auf freien Fuß und verlangt von ihm, König Poro eine Botschaft zu überbringen, in welcher der von einer im Gange befindlichen Verschwörung gegen König Alessandro unterrichtet wird. Poro muss erkennen, dass man Alessandro betrügt, und drückt seine Gedanken in einer Gleichnisarie aus; darin ist von einem Steuermann die Rede, der auf der friedlich dahin dümpelnden See einschläft, dadurch immer weiter vom Kurs abkommt und auf das gefährliche Meer hinausgetrieben wird. Cleofide trifft mit Gandarte zusammen, wobei die Königin dem Besucher die Vorgänge um Poro erklärt. Als unerwartet Alessandro naht, muss sich Gandarte schnellstens verstecken. Der Makedonier hat keine guten Nachrichten, denn in seinem Feldlager sind Forderungen erhoben worden, für den Angriff der Inder und die daraus resultierenden Toten das Leben der Königin Cleofide als Sühne zu fordern. Alessandro sieht nur einen Ausweg: Cleofide muss seine Frau werden, dann fällt das „Sühnenkonstrukt“ in sich zusammen. Das aber ist für Cleofide nicht annehmbar und sie lehnt den Vorschlag ab. Das ist der Moment, der Gandarte aus seinem Versteck hervortreten lässt und sich Alessandro gegenüber Poro nennt, der sich als Opfer töten lassen will, um die Soldaten Alessandros zu beruhigen. Da kommt durch Prinzessin Erissena eine Schreckensnachricht in die kleine Runde: Timagene hat ihr berichtet, dass Poro auf der Flucht in einem Fluss ertrunken sei. Alle sind betroffen, Cleofide ist am Boden zerstört. Dritter Akt. Poro trifft auf seine Schwester Erissena, die mit Erstaunen feststellt, dass der Bruder lebt. Sie erfährt zudem noch, dass er mit Timagene seinen Tod erfunden hat, weil der an seinem Heerführer Alessandro Rache nehmen will und eine Verschwörung plant. Poro verlangt von Erissena, dass sie Timagene über seine, Poros, Bereitschaft am Anschlag auf Alessandro, bereit steht. Von ihr, die das Komplott gegen Alessandro nicht gutheißt, verlangt er außerdem, an das Vaterland zu denken. Nach dem Abgang der beiden kommen Alessandro und die über den angeblichen Tod ihres geliebten Poro verzweifelte Cleofide auf die Szene; sie will ebenfalls den Tod erleiden, weil sie ohne den Geliebten nicht leben kann. Alessandro, der von einer Beratung mit Offizieren zurückkommt, begegnet erstaunt Erissena. Sie erfährt, dass der König von einer Verschwörung unter seinen Kriegern weiß; Erissena nimmt das zum Anlass, Timagene als das Haupt der Verschwörer gegen ihn zu entdecken, sie übergibt ihm einen Brief, den ihr Bruder vor kurzem übergab. Timagene wird umgehend herbei beordert und von Alessandro entlarvt, doch der kluge König verzeiht seinem Feldherrn, weil er ihn hier in einem fremden Land benötigt, fordert jedoch Bewährung im kriegerischen Alltag ein. Szenenwechsel: Parkanlage. Inzwischen hat Poro vom Misslingen der Verschwörung erfahren und will den sofortigen Tod, den der ihn begleitende Gandarte mit seinem Schwert vollziehen soll. Das Gespräch hat Erissena mitgehört, mischt sich ein und verrät ihrem Bruder, dass Cleofide Gemahlin Alessandros werden soll. Diese Nachricht führt zu einem körperlichen Zusammenbruch Poros, allerdings, wieder zu sich gekommen, auch zu dem Entschluss, Rache an König Alessandro zu nehmen, um dann mit ihm zu sterben. Dann eilt er davon und Gandarte folgt ihm, sichtbar betrübt, weil auch er an Abschied vom Leben wie von seiner geliebten Erissena denkt. Die Prinzessin, allein auf der Szene, quält eine gewisse Ahnung dahingehend, dass sie ihren Freund nicht mehr sehen wird. Dann allerdings kommt jenes Sprichwort, wonach die Hoffnung zuletzt stirbt, zum Tragen, wonach noch alle gut werden könnte. Szenenwechsel: Indischer Tempel. Zunächst ist festzustellen, dass alle Vorbereitungen zur Heirat von Alessandro mit Cleofide abgeschlossen sind. Die Königin der Assakener wartet im Tempel auf ihren zukünftigen Gemahl, hat aber ein Opferfeuer angezündet, das nach traditioneller Sitte als Witwe ihres geliebten Poro gedenkt, ihr aber nach der gleichen Tradition die Möglichkeit eröffnen soll, dem Geliebten durch die Flammen in den Tod folgen zu können. Dieses Vorhaben enthüllt sie Alessandro, als der zur Zeremonie der Trauung im Tempel erscheint. Poro, immer noch mit Rachegedanken beschäftigt, hat alles mit Aufmerksamkeit aus seinem Versteck beobachtet. Voller Reue und Beglückung stürzt er Cleofide zu Füßen, sich damit auch Alessandro als der richtige Poro zu erkennen gebend. Cleofide kann es nicht fassen, dass Poro jetzt auf einmal lebend vor ihr steht. Alessandro ist von dieser Treue bis in den Tod zutiefst beeindruckt: Cleofide und Poro sollen endlich in Freiheit glücklich miteinander sein, ja, der Imperator bittet den indischen König um Freundschaft. All die Verwicklungen und Irrungen, die Todes- und Rachegedanken löste die Macht der Liebe. Anmerkungen. Für die Oper kam der berühmte Kastrat Francesco Bernardi, als Senesino bekannt, nach London zurück und zwar für die Summe von 1400 Guineen (200 mehr als der Vorstand der Opernakademie Händel bewilligt hatte). In der folgenden Spielzeit brachte Händel eine leicht veränderte Fassung heraus, die vier Aufführungen zwischen dem 23. November und dem 4. Dezember 1731 erlebte. Dabei wertete er die Partie des Timagene, der zuvor keine einzige Arie hatte, für den neu engagierten Bass Antonio Montagnana auf, indem er drei Arien aus älteren Opern (Lotario, Radamisto und Siroe) hinzufügte. Eine weitere Wiederaufnahme gab es in der Saison 1736–37 mit vier Aufführungen vom 8. Dezember bis zum 5. Januar. Dabei wurde die Oper stärker verändert und auf die vorhandenen Sänger angepasst. Unter anderem erlaubte Händel dem erst spät eingetroffenen Altisten Domenico Annibali als Poro drei „Kofferarien“ aus Opern von Ristori und Vinci zu singen, während er für den Sopranisten Gizziello (Gioacchino Conti) als Alessandro zwei der originalen Arien gegen andere aus Siroe und Ariodante austauschte. An der Gänsemarkt-Oper in Hamburg wurde Poro in einer Version von Georg Philipp Telemann unter dem Titel Triumph der Grossmuth und Treue, oder CLEOFIDA, Königin von Indien herausgebracht; sie erlebte 26 oder 27 Aufführungen von der Premiere am 14. Februar 1732 bis 1736. Dabei wurden die Partien des Poro und des Gandarte von Bässen gesungen, es gab also vier tiefe Männerstimmen. Wie in Hamburg üblich wurden die Arien auf Italienisch und die Rezitative in deutscher Übersetzung von Christoph Gottlieb Wend aufgeführt. Abbildung: Meine Emofehlung für Händel-Liebhaber © ManfredHändel; Georg Friedrich: PORO, RE DELL’ INDIE
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PORO, RE DELL’INDIE
Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Pietro Metastasio
Originalsprache: Italienisch.
Poro, indischer König der Paurava (Alt)
Alessandro, König von Mazodonien (Tenor)
Cleofilde, indische Königin der Assakener (Sopran)
Erissena, Poros Schwester (Alt)
Timagene, Alessandros Feldherr und heimlicher Gegner (Bass)
Gandarte, Poros Freund und Feldherr (Alt)
Chor/Statisten: Hofstaat, Offiziere, Soldaten, Wachen.
Undurchdringlicher Urwald.
Palast der Königin Cleofide.
Garten bei Cleofides Residenz, in der Nähe das griechische Feldlager.
Händels Oper „Poro“, im Original als „Dramma per musica“ bezeichnet, ist die zweite von drei Kompositionen Händels mit Libretti von Pietro Metastasio (Ezio und Siroe) und sie ist eine der erfolgreichsten zu Händels Lebzeiten. Nach der Premiere am 2. Februar 1731 gab es bis in den März d.J. fünfzehn Aufführungen. Das Königshaus hat, wie Winton Dean in seinem Buch über Händels Opern schreibt, an den meisten Aufführungen teilgenommen. Sie entstand jedoch unter recht traurigen Umständen, da während der Kompositionsarbeit, am 16. Dezember 1730, Händels Mutter verstarb.
(Wikipedia)
PORO, RE DELL’INDIE
Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Pietro Metastasio
Originalsprache: Italienisch.
Poro, indischer König der Paurava (Alt)
Alessandro, König von Mazodonien (Tenor)
Cleofilde, indische Königin der Assakener (Sopran)
Erissena, Poros Schwester (Alt)
Timagene, Alessandros Feldherr und heimlicher Gegner (Bass)
Gandarte, Poros Freund und Feldherr (Alt)
Chor/Statisten: Hofstaat, Offiziere, Soldaten, Wachen.
Undurchdringlicher Urwald.
Palast der Königin Cleofide.
Garten bei Cleofides Residenz, in der Nähe das griechische Feldlager.
Händels Oper „Poro“, im Original als „Dramma per musica“ bezeichnet, ist die zweite von drei Kompositionen Händels mit Libretti von Pietro Metastasio (Ezio und Siroe) und sie ist eine der erfolgreichsten zu Händels Lebzeiten. Nach der Premiere am 2. Februar 1731 gab es bis in den März d.J. fünfzehn Aufführungen. Das Königshaus hat, wie Winton Dean in seinem Buch über Händels Opern schreibt, an den meisten Aufführungen teilgenommen. Sie entstand jedoch unter recht traurigen Umständen, da während der Kompositionsarbeit, am 16. Dezember 1730, Händels Mutter verstarb.
(Wikipedia)
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Telefon: 0178-1069333
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