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HENZE, Hans Werner: DAS ENDE EINER WELT

Hans Werner Henze (1926-2012):
DAS ENDE EINER WELT
Rundfunkoper in zwei Akten mit Prolog und Epilog

Libretto von Wolfgang Hildesheimer
Die Bühnenfassung als Opera buffa stammt aus dem Jahr 1964 und wurde
an den Städtischen Frankfurt am Main uraufgeführt.
Das Werk ist Ernst Schnabel gewidmet.

Personen der Handlung:
Herr Fallersleben (Tenor)

Marchesa Montetristo (Alt)
Golch, Kulturträger (Bass)
Frau Dombrovska (Tenor)
Signora Sgambati, Astrologin (Sopran)
Professor Kuntz-Sartori, Politiker (Bariton)
Der Haushofmeister (Bariton)
Bérengar, ein Flötist (stumme Rolle)
Chor: Gäste, Dienerschaft.

Ort und Zeit: Auf einer Insel bei Venedig in unbestimmter Legendenzeit.

Zum Inhalt der Oper:
Ein Mann verkauft aufgrund von Spielschulden die sich in seinem Besitz befindliche Badewanne, in der angeblich Jean-Paul Marat ermordet wurde. Käuferin ist die Marchesa Montetristo, eine gebürtige US-Amerikanerin und Sammlerin von Waschutensilien aus dem 18. Jahrhundert. Er wird daraufhin von ihr zu einer Abendgesellschaft auf San Amerigo eingeladen, einer künstlichen Insel südlich von Murano, die Montetristo einst errichten ließ, um dem Festland zu entfliehen.

Bei der Zusammenkunft bemerkt der Mann, dass das Anwesen dem Palazzo Vendramin-Calergi nachempfunden ist, während die Innenarchitektur jedes Zimmers den Stil einer anderen Epoche von der Gotik beginnend repräsentiert. Der Palazzo Vendramin ist durch Richard Wagner berühmt geworden, der in diesem Anwesen 1883 gestorben ist.

Es sind viele Gäste aus der Kunstszene anwesend und als Höhepunkt des Abends sollen zwei Flötensonaten uraufgeführt werden, die angeblich von einem Komponisten namens Antonio Giambattista Bloch, tatsächlich aber von einem ebenfalls eingeladenen Musikforscher stammen. Zur Authentizität der Stimmung ist der Saal nur mit Kerzenschein erleuchtet.

Während der Darbietung erfährt die Gastgeberin, dass das Fundament der Insel im Meer zu versinken beginnt. Sie teilt dies den Gästen mit, einigt sich aber mit ihnen, die Musikstücke dennoch zu beenden. Während sich die anderen Anwesenden am eindringenden Wasser nicht stören, verlassen die Bedienten sowie die dort lebenden Ratten schnellstens das Gebäude. Auch der Mann flieht und kann sich mit der letzten verbliebenen Gondel retten. Vor dem Ufer von San Giorgio Maggiore treibend blickt er nach dem nun völlig versunkenen Eiland zurück. Seine Gedanken gelten in diesem Moment der verlorenen Badewanne.

Anmerkungen.
Hildesheimers „lieblose Legende“ vom Hauskonzert auf der künstlichen Insel S. Amerigo, von deren Untergang und dem dadurch verursachten Ende einer Handvoll heuchlerischer Kulturträger und Snobs wurde anfangs als Rundfunkoper konzipiert. Zahlreiche elektroakustische Radioeffekte werden ins Feld geführt. Zur Entstehungszeit waren die meisten davon noch nicht realisierbar, heute stellen sie kein Problem mehr dar und bieten der Vorstellungskraft der Ausführenden und der Technik ein weites Feld. Das Stück lässt sich auch konzertant aufführen (nicht nur im Funk) unter voller Einbeziehung der notentextimmanenten elektronisch surrealistischen Verfremdungseffekte.

Hans Werner Henze

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