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Ich gebe zu, dass der Titel Fragen auslöst, aber manchmal kommt mir der Gedanke, dass es unter den secularen Kantaten des Thomaskantors etlich gibt, die, bei entsprechender gesanglicher Darstellung, als verkappte Opern durchgehen könnten. Seit vielen Jahren steht die Aufnahme der weltlichen Kantaten Bachs, die Peter Schreier sowohl als Tenor-Solist als auch als Dirigent mit illustren Gesangskollegen und -kolleginnen sowie den Berliner Solisten als Chorgemeinschaft (von Dietrich Knothe einstudiert) beim DDR-Label Eterna aufgenommen hat, in meinem Regal – aber ich habe sie noch nie gehört. Ich hatte mich bei den kirchlichen Bach-Kantaten so sehr an die HIP-Produktionen von Leusink und Koopman gewöhnt, das ich mir nicht vorstellen konnte, Schreiers Interpretationen mit dem Berliner Kammerorchester goutieren zu können. Jetzt habe ich mich mal aufgerafft, die verkappten einaktigen Opern Bachs mit den oben genannten Interpreten zu hören – und siehe da, dem rennomierten Sänger ist auch der Dirigenten-Stab nichts befremdendes. Jedenfalls kann ich nicht anders, als den Dirigenten-Sänger noch verspätet, weil nach dem Tod, zu loben für wirklich gelungene Aufnahmen, die ich jedem Bach-Liebhaber nur empfehlen kann. Bei Berlin Classics, die zum britischen Edel-Konzern gehört, ist die Gesamtausgabe der weltlichen Kantaten auf acht CDs erschienen und zumindest bei Amazon noch zu haben Ich muss gestehen, dass ich überrascht worden bin, denn hier ist nicht eine HIP-Produktion zu hören, aber eine mit viel künstlerischem Willen ausgefeilte Kantaten-Vielfalt, bei der die eingesetzten Sängerinnen und Sänger den Gedanken aufkommen lassen, dass man bei einer entsprechen Kostümierung von Bachs einaktigen Opern sprechen kann. Neben Peter Schreier als Tenor und Dirigent sind Edith Mathis (S), Carolyn Watkinson (A), Julia Hamari (A), Astrid Pilzecker (A), Siegfried Lorenz (B), Theo Adam (B) als Solisten dabei und die Berliner Solisten, von Dietrich Knothe einstudiert, sowie das Kammerorchester Berlin . Ich gebe zu, dass der Titel Fragen auslöst, aber manchmal kommt mir der Gedanke, dass es unter den secularen Kantaten des Thomaskantors etlich gibt, die, bei entsprechender gesanglicher Darstellung, als verkappte Opern durchgehen könnten. Seit vielen Jahren steht die Aufnahme der weltlichen Kantaten Bachs, die Peter Schreier sowohl als Tenor-Solist als auch als Dirigent mit illustren Gesangskollegen und -kolleginnen sowie den Berliner Solisten als Chorgemeinschaft (von Dietrich Knothe einstudiert) beim DDR-Label Eterna aufgenommen hat, in meinem Regal – aber ich habe sie noch nie gehört. Ich hatte mich bei den kirchlichen Bach-Kantaten so sehr an die HIP-Produktionen von Leusink und Koopman gewöhnt, das ich mir nicht vorstellen konnte, Schreiers Interpretationen mit dem Berliner Kammerorchester goutieren zu können. Jetzt habe ich mich mal aufgerafft, die verkappten einaktigen Opern Bachs mit den oben genannten Interpreten zu hören – und siehe da, dem rennomierten Sänger ist auch der Dirigenten-Stab nichts befremdendes. Jedenfalls kann ich nicht anders, als den Dirigenten-Sänger noch verspätet, weil nach dem Tod, zu loben für wirklich gelungene Aufnahmen, die ich jedem Bach-Liebhaber nur empfehlen kann. Bei Berlin Classics, die zum britischen Edel-Konzern gehört, ist die Gesamtausgabe der weltlichen Kantaten auf acht CDs erschienen und zumindest bei Amazon noch zu haben Ich muss gestehen, dass ich überrascht worden bin, denn hier ist nicht eine HIP-Produktion zu hören, aber eine mit viel künstlerischem Willen ausgefeilte Kantaten-Vielfalt, bei der die eingesetzten Sängerinnen und Sänger den Gedanken aufkommen lassen, dass man bei einer entsprechen Kostümierung von Bachs einaktigen Opern sprechen kann. Neben Peter Schreier als Tenor und Dirigent sind Edith Mathis (S), Carolyn Watkinson (A), Julia Hamari (A), Astrid Pilzecker (A), Siegfried Lorenz (B), Theo Adam (B) als Solisten dabei und die Berliner Solisten, von Dietrich Knothe einstudiert, sowie das Kammerorchester Berlin . Bei einem anderen Label mit denselben Interpreten kann man sich 11 dieser »Opern« auf YouTube anhören (es fehlen BWV 203,204,207,209,211): https://www.youtube.com/watch?v=lAVhRMhTq20&list=PLcwZxVREIlJUzkoBO48vkIKf80lAEAQkD Bei einem anderen Label mit denselben Interpreten kann man sich 11 dieser »Opern« auf YouTube anhören (es fehlen BWV 203,204,207,209,211): https://www.youtube.com/watch?v=lAVhRMhTq20&list=PLcwZxVREIlJUzkoBO48vkIKf80lAEAQkD Mer hahn en neue Oberkeet Bach hat dazu eine relativ einfach gehaltene Musik komponiert mit kurzen Sätzen und noch einfacherer Begleitung. Schon in der Ouvertüre (Sinfonia) greift er auf verschiedene höfische Tänze zurück, wobei besonders häufige Tempo- und Tonartenwechsel auffallen. Man könnte das bewußte Einsetzen bäuerlicher Themen in der Musik als Ironie von Bachs Herkunft interpretieren. Mer hahn en neue Oberkeet Bach hat dazu eine relativ einfach gehaltene Musik komponiert mit kurzen Sätzen und noch einfacherer Begleitung. Schon in der Ouvertüre (Sinfonia) greift er auf verschiedene höfische Tänze zurück, wobei besonders häufige Tempo- und Tonartenwechsel auffallen. Man könnte das bewußte Einsetzen bäuerlicher Themen in der Musik als Ironie von Bachs Herkunft interpretieren. Schweigt stille, plaudert nicht Dieser Titel nennt die Eingangsworte des Erzählers, landläufig kennt man BWV 211 als die Kaffeekantate. In Leipzig gehörte der edle Mokka zur verfeinerten Lebensart, wurde aber von Theologen und auch Ärzten als sittenloses Modegetränk richtig angefeindet. Christian Friedrich Henrici, den man noch heute als Bachs Textschreiber unter dem Pseudonym Picander kennt, hat 1734 den Konflikt zwischen Vater und Tochter Schlendrian geschrieben. Bach hat ihn kurz darauf vertont und im Kaffeehaus Zimmermann aufgeführt. Aus Bachs einprägsamer Figurenzeichnung spricht die Lebenserfahrung des viel geprüften Familienvaters, der dennoch seine Sympathie für das listig auf einen Bräutigam sinnende Lieschen nicht verleugnen kann. Dass der Thomaskantor die überraschende Schlusswendung angeblich selbst hinzugedichtet haben soll, ist nicht gesichert, würde aber zum feinen Humor und der eleganten Tiefgründigkeit dieser höchst charmanten Komposition passen. Schweigt stille, plaudert nicht Dieser Titel nennt die Eingangsworte des Erzählers, landläufig kennt man BWV 211 als die Kaffeekantate. In Leipzig gehörte der edle Mokka zur verfeinerten Lebensart, wurde aber von Theologen und auch Ärzten als sittenloses Modegetränk richtig angefeindet. Christian Friedrich Henrici, den man noch heute als Bachs Textschreiber unter dem Pseudonym Picander kennt, hat 1734 den Konflikt zwischen Vater und Tochter Schlendrian geschrieben. Bach hat ihn kurz darauf vertont und im Kaffeehaus Zimmermann aufgeführt. Aus Bachs einprägsamer Figurenzeichnung spricht die Lebenserfahrung des viel geprüften Familienvaters, der dennoch seine Sympathie für das listig auf einen Bräutigam sinnende Lieschen nicht verleugnen kann. Dass der Thomaskantor die überraschende Schlusswendung angeblich selbst hinzugedichtet haben soll, ist nicht gesichert, würde aber zum feinen Humor und der eleganten Tiefgründigkeit dieser höchst charmanten Komposition passen. In künstlerischen Fragen kannte Bach keine Kompromisse – in weltlichen Dingen musste er sich jedoch immer wieder um das Wohlwollen einflussreicher Mäzene bemühen. Das hier vorliegende Dramma per musica (BWV 206), geschrieben zum 40. Geburtstag des Königs (von Polen) August III. 1736, könnte den Ausschlag gegeben haben, dass Bach im Oktober 1736 den Titel eines Hofkompositeurs erhielt. Der Librettist ist nicht bekannt, obwohl Picander dafür in Frage kommen könnte. Dagegen spricht jedoch, dass der Text in Picanders gedruckter Ausgabe seiner Werke nicht erscheint. Das als Wettstreit der Flüsse Pleiße (Sopran), Elbe (Tenor), Donau (Alt) und Weichsel (Bass) angelegte Libretto entwickelt durchaus geschickt das dynastische Allianzsystem rund um das sächsisch-polnische Herrscherpaar und zeigt die farbig instrumentierte und luftig-effektvoll komponierte Kantate Bach erstaunlich nahe am modernen galanten Stil. In künstlerischen Fragen kannte Bach keine Kompromisse – in weltlichen Dingen musste er sich jedoch immer wieder um das Wohlwollen einflussreicher Mäzene bemühen. Das hier vorliegende Dramma per musica (BWV 206), geschrieben zum 40. Geburtstag des Königs (von Polen) August III. 1736, könnte den Ausschlag gegeben haben, dass Bach im Oktober 1736 den Titel eines Hofkompositeurs erhielt. Der Librettist ist nicht bekannt, obwohl Picander dafür in Frage kommen könnte. Dagegen spricht jedoch, dass der Text in Picanders gedruckter Ausgabe seiner Werke nicht erscheint. Das als Wettstreit der Flüsse Pleiße (Sopran), Elbe (Tenor), Donau (Alt) und Weichsel (Bass) angelegte Libretto entwickelt durchaus geschickt das dynastische Allianzsystem rund um das sächsisch-polnische Herrscherpaar und zeigt die farbig instrumentierte und luftig-effektvoll komponierte Kantate Bach erstaunlich nahe am modernen galanten Stil. Wenn der nur wenig informierte Musikfreund die ersten Takte dieser Kantate hört, weiß er sofort „Aha, das Weihnachtsoratorium“- und liegt mit seiner Aussage doch völlig daneben. Die hier eingespielte Kantate trägt im Bach-Werke-Verzeichnis die Nummer 214 und ist manchen Bach-Liebhabern auch als Königinnen-Kantate bekannt. Bach hat sie zum Geburtstag der Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen komponiert und am 8.12. 1733 zur Aufführung gebracht. Die Musik zu den Sätzen 1, 5, 7 und 9 hat Bach später mit nur wenigen Änderungen im sogenannten Parodieverfahren für das Weihnachtsoratorium verwendet und sie – die Musik – damit für die Nachwelt erhalten. Als Gebrauchsmusik für den Geburtstag der sicherlich hohen Dame hätte sie wohl kaum das Interesse der späteren Generationen gefunden. Übrigens ist der Textdichter bis heute nicht bekannt geworden. Für das WO wurde auch die Kantate BWV 213 Lasst uns sorgen, lasst uns wachen (bekannt auch als Herkules am Scheidewege) „ausgeschlachtet“. Wenn der nur wenig informierte Musikfreund die ersten Takte dieser Kantate hört, weiß er sofort „Aha, das Weihnachtsoratorium“- und liegt mit seiner Aussage doch völlig daneben. Die hier eingespielte Kantate trägt im Bach-Werke-Verzeichnis die Nummer 214 und ist manchen Bach-Liebhabern auch als Königinnen-Kantate bekannt. Bach hat sie zum Geburtstag der Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen komponiert und am 8.12. 1733 zur Aufführung gebracht. Die Musik zu den Sätzen 1, 5, 7 und 9 hat Bach später mit nur wenigen Änderungen im sogenannten Parodieverfahren für das Weihnachtsoratorium verwendet und sie – die Musik – damit für die Nachwelt erhalten. Als Gebrauchsmusik für den Geburtstag der sicherlich hohen Dame hätte sie wohl kaum das Interesse der späteren Generationen gefunden. Übrigens ist der Textdichter bis heute nicht bekannt geworden. Für das WO wurde auch die Kantate BWV 213 Lasst uns sorgen, lasst uns wachen (bekannt auch als Herkules am Scheidewege) „ausgeschlachtet“. Die Berufung von Gottlieb Kortte (1698–1731) zum Professor für Römisches Recht an der Universität Leipzig ist der Grund für das Entstehen dieser Kantate, die am 11. Dezember 1726 erstmals erklang. Der Eingangschor ist dem ersten Brandenburgischen Konzert im Wege des Parodieverfahrens entnommen worden. Dem Herrn Professor ist allerdings, wie der Blick auf seine Lebensdaten zeigt, nicht viel Zeit für seine Lehrtätigkeit geblieben. Und hätte Bach nicht seiner musikalisch gedacht, wäre er für uns Nachfahren völlig unbekannt geblieben, die Uni Leipzig mit ihren Annalen mal ausgenommen. Das im Libretto der Komposition angelegte Gespräch der auf keinen Fall nur rein akademischen Tugenden Fleiß, Ehre, Dankbarkeit und Glück hat Bach zu einer wahrhaft tönenden Charakterzeichnung inspiriert, in der man sein persönliches Credo als ein musikalischer Lehrer vermuten kann. Steht doch im Zentrum der Argumentation die generationenübergreifende Weitergabe eines praktischen, also an lebendigen Früchten erkennbaren Wissens. Die Berufung von Gottlieb Kortte (1698–1731) zum Professor für Römisches Recht an der Universität Leipzig ist der Grund für das Entstehen dieser Kantate, die am 11. Dezember 1726 erstmals erklang. Der Eingangschor ist dem ersten Brandenburgischen Konzert im Wege des Parodieverfahrens entnommen worden. Dem Herrn Professor ist allerdings, wie der Blick auf seine Lebensdaten zeigt, nicht viel Zeit für seine Lehrtätigkeit geblieben. Und hätte Bach nicht seiner musikalisch gedacht, wäre er für uns Nachfahren völlig unbekannt geblieben, die Uni Leipzig mit ihren Annalen mal ausgenommen. Das im Libretto der Komposition angelegte Gespräch der auf keinen Fall nur rein akademischen Tugenden Fleiß, Ehre, Dankbarkeit und Glück hat Bach zu einer wahrhaft tönenden Charakterzeichnung inspiriert, in der man sein persönliches Credo als ein musikalischer Lehrer vermuten kann. Steht doch im Zentrum der Argumentation die generationenübergreifende Weitergabe eines praktischen, also an lebendigen Früchten erkennbaren Wissens. Als einem dienstbeflissenen Hofmusiker war es auch Johann Sebastian Bach aufgegeben, mit der Jagdleidenschaft dem verbreitetsten Hobbysport barocker Fürsten die Reverenz zu erweisen. Die 1713 für Herzog Christian von Weissenfels komponierte Jagdkantate ist nicht nur der Beginn seiner Arbeit für die chronische unterfinanzierte Nebenlinie des sächsischen Herrscherhauses, sondern markiert auch die erstmalige Zusammenarbeit mit dem kongenialen Dichter und Juristen Salomo Franck (1659-1725). Dessen mit allegorischen Figuren besetztes schmeichelhaftes Libretto setzt Bach mit aller Farbenpracht der barocken Bilderwelt in Töne, wobei er neben dem ländlichen Kolorit von Hörnern, Rohrblättern und Blockflöten einen erheblichen Überschuss an Kompositionskunst entwickelt hat. Und Bach ist mit der Sopranarie Schafe können sicher weiden ein jeden Zeitstil überdauernder Ohrwurm aus seiner Kielfeder entsprungen Als einem dienstbeflissenen Hofmusiker war es auch Johann Sebastian Bach aufgegeben, mit der Jagdleidenschaft dem verbreitetsten Hobbysport barocker Fürsten die Reverenz zu erweisen. Die 1713 für Herzog Christian von Weissenfels komponierte Jagdkantate ist nicht nur der Beginn seiner Arbeit für die chronische unterfinanzierte Nebenlinie des sächsischen Herrscherhauses, sondern markiert auch die erstmalige Zusammenarbeit mit dem kongenialen Dichter und Juristen Salomo Franck (1659-1725). Dessen mit allegorischen Figuren besetztes schmeichelhaftes Libretto setzt Bach mit aller Farbenpracht der barocken Bilderwelt in Töne, wobei er neben dem ländlichen Kolorit von Hörnern, Rohrblättern und Blockflöten einen erheblichen Überschuss an Kompositionskunst entwickelt hat. Und Bach ist mit der Sopranarie Schafe können sicher weiden ein jeden Zeitstil überdauernder Ohrwurm aus seiner Kielfeder entsprungen Dramma per musica zum Namenstag des Professors August Friedrich Müller, für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompeten I-III, Pauken, Horn I+II, Traversflöte I+II, Oboe I+II, Viola d’amore, Viola da gamba, Streicher und Basso continuo. Dass Bach nur für die Kirche, nicht aber für die – in Leipzig bereits vor seinem Amtsantritt bankrottgegangene – Opernbühne komponiert hat, ist ein romantisches Vorurteil, das seinem Œuvre kaum gerecht wird. Während er seine dramatische Ader in den unter den Augen von Rat und Kirchenleitung dargebotenen gottesdienstlichen Kantaten nur wohldosiert ausleben konnte, boten ihm weltliche Auftragsarbeiten mit ihren allegorischen Figurenensembles dafür größere Spielräume. Gerade das am 3. August 1725 zum Namenstag des Leipziger Hochschullehrers August Friedrich Müller entstandene Drama Zerreisset, zersprenget, zertrümmert die Gruft! wurde nicht nur als Dramma per musica bezeichnet, sondern reizt mit seiner Darstellung von entfesselten Naturgewalten und heidnischer Göttercharaktere das szenische Potenzial der barocken Tonsprache voll aus. Krachende Dächer und säuselnde Südwinde haben in dieser auf ein Libretto von Bachs Leipziger Hausdichter Picander zurückgehenden Komposition ebenso Raum wie rauschende Vivat August!-Rufe unter freiem Himmel, mit denen der beliebte Logikdozent auffällig nahe an den namensgleichen Landesvater rückte. Bachs in der Akademikerstadt Leipzig selbstverständliche Aneignung der antiken Mythologie macht eine neben der Bibelkenntnis unterschätzte Facette seiner Bildungsbiografie erlebbar. Dramma per musica zum Namenstag des Professors August Friedrich Müller, für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompeten I-III, Pauken, Horn I+II, Traversflöte I+II, Oboe I+II, Viola d’amore, Viola da gamba, Streicher und Basso continuo. Dass Bach nur für die Kirche, nicht aber für die – in Leipzig bereits vor seinem Amtsantritt bankrottgegangene – Opernbühne komponiert hat, ist ein romantisches Vorurteil, das seinem Œuvre kaum gerecht wird. Während er seine dramatische Ader in den unter den Augen von Rat und Kirchenleitung dargebotenen gottesdienstlichen Kantaten nur wohldosiert ausleben konnte, boten ihm weltliche Auftragsarbeiten mit ihren allegorischen Figurenensembles dafür größere Spielräume. Gerade das am 3. August 1725 zum Namenstag des Leipziger Hochschullehrers August Friedrich Müller entstandene Drama Zerreisset, zersprenget, zertrümmert die Gruft! wurde nicht nur als Dramma per musica bezeichnet, sondern reizt mit seiner Darstellung von entfesselten Naturgewalten und heidnischer Göttercharaktere das szenische Potenzial der barocken Tonsprache voll aus. Krachende Dächer und säuselnde Südwinde haben in dieser auf ein Libretto von Bachs Leipziger Hausdichter Picander zurückgehenden Komposition ebenso Raum wie rauschende Vivat August!-Rufe unter freiem Himmel, mit denen der beliebte Logikdozent auffällig nahe an den namensgleichen Landesvater rückte. Bachs in der Akademikerstadt Leipzig selbstverständliche Aneignung der antiken Mythologie macht eine neben der Bibelkenntnis unterschätzte Facette seiner Bildungsbiografie erlebbar. Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen Die Kantate, die mit diesen Worten beginnt, trägt im Bach-Werke-Verzeichnis die Nummer 215, und wurde anlässlich eines Besuches des polnischen Königs August III. (und sächsischen Kurfürsten in Leipzig von Bach komponiert. Den kurzfristig angekündigten Besuch nahmen die Studenten des Collegium musicum der Leipziger Universität zum Anlass, dem Fürsten im Rahmen eines feierlichen Fackelzuges vor seinem Logis im Apelschen Haus eine Abendmusik darzubringen. Den Text verfasste Magister Johann Christoph Clauder. Das Ereignis der Uraufführung wird auch vom Chronisten der Stadt Leipzig mit dem Tod des bedeutenden Trompetensolisten Gottfried Reiche in Verbindung gebracht, der am 6. Oktober 1734, dem Tag nach den Feierlichkeiten, auf der Straße zusammenbrach und starb, was seine Zeitgenossen auf „des Blasens große strapazzen“ am Vortage „bey der Königlichen Musique“ zurückführten. Von den barocken Huldigungs- und Glückwunschkantaten, die stets unkritisch den Ruhm und die Weisheit des Regenten preisen, hebt sich Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen insofern ab, als der Dichter konkret auf jüngste geschichtliche Ereignisse Bezug nimmt: Nach dem Tod Augusts des Starken anderthalb Jahre zuvor war August III. nicht ohne Widerstand auf den polnischen Königsthron gelangt; erst musste er seinen polnischen Gegner, Stanislaus I. Leszczyński, der in Danzig logierte besiegen, was ihm am 6. Juli 1734 mit der Kapitulation Danzigs gelang. Auf diese Geschehnisse bezieht sich der Dichter, wenn er von „Sarmatien“ (gemeint ist Polen) oder dem „gesamten Norden“ spricht, der durch Augustus’ „Königswahl befriedigt worden“ sei. Der Eingangssatz ist als Doppelchor, also achtstimmig, angelegt. Die Musik dieses Satzes fand Jahre später wiederum Verwendung beim Osanna in excelsis der h-Moll-Messe. Die Sopran-Arie Durch die von Eifer entflammeten Waffen arbeitete Bach für das Weihnachts-Oratorium zu der Bass-Arie Erleucht auch meine finstre Sinnen um. (Mit Hilfe von Wikipedia geschrieben) Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen Die Kantate, die mit diesen Worten beginnt, trägt im Bach-Werke-Verzeichnis die Nummer 215, und wurde anlässlich eines Besuches des polnischen Königs August III. (und sächsischen Kurfürsten in Leipzig von Bach komponiert. Den kurzfristig angekündigten Besuch nahmen die Studenten des Collegium musicum der Leipziger Universität zum Anlass, dem Fürsten im Rahmen eines feierlichen Fackelzuges vor seinem Logis im Apelschen Haus eine Abendmusik darzubringen. Den Text verfasste Magister Johann Christoph Clauder. Das Ereignis der Uraufführung wird auch vom Chronisten der Stadt Leipzig mit dem Tod des bedeutenden Trompetensolisten Gottfried Reiche in Verbindung gebracht, der am 6. Oktober 1734, dem Tag nach den Feierlichkeiten, auf der Straße zusammenbrach und starb, was seine Zeitgenossen auf „des Blasens große strapazzen“ am Vortage „bey der Königlichen Musique“ zurückführten. Von den barocken Huldigungs- und Glückwunschkantaten, die stets unkritisch den Ruhm und die Weisheit des Regenten preisen, hebt sich Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen insofern ab, als der Dichter konkret auf jüngste geschichtliche Ereignisse Bezug nimmt: Nach dem Tod Augusts des Starken anderthalb Jahre zuvor war August III. nicht ohne Widerstand auf den polnischen Königsthron gelangt; erst musste er seinen polnischen Gegner, Stanislaus I. Leszczyński, der in Danzig logierte besiegen, was ihm am 6. Juli 1734 mit der Kapitulation Danzigs gelang. Auf diese Geschehnisse bezieht sich der Dichter, wenn er von „Sarmatien“ (gemeint ist Polen) oder dem „gesamten Norden“ spricht, der durch Augustus’ „Königswahl befriedigt worden“ sei. Der Eingangssatz ist als Doppelchor, also achtstimmig, angelegt. Die Musik dieses Satzes fand Jahre später wiederum Verwendung beim Osanna in excelsis der h-Moll-Messe. Die Sopran-Arie Durch die von Eifer entflammeten Waffen arbeitete Bach für das Weihnachts-Oratorium zu der Bass-Arie Erleucht auch meine finstre Sinnen um. (Mit Hilfe von Wikipedia geschrieben) Lasst uns sorgen, lasst uns wachen…. …ist eine weltliche Kantate von Johann Sebastian Bach und hat im BWV die Nummer 213. Komponiert hat sie der Thomaskantor zum 11. Geburtstag von Kurprinz Friedrich Christian. Bekannter ist sie unter dem Titel Herkules am Scheidewege und wurde von Picander (Henrici), Bachs kongenialen Textdichter. Teile des Werks, darunter den Eingangschor und die Arie Schlafe, mein Liebster, und pflege der Ruh hat Bach leicht verändert im Teil IV bzw. II des Weinachtsoratoriums verwendet. Der Ratschluss der Götter im Eingangschor Lasst uns sorgen, lasst uns wachen über unsern Göttersohn wird dabei im Weihnachtsoratorium zu einem christlichen Gebetstext: Fallt mit Danken, fallt mit Loben vor des Höchsten Gnadenthron. Die Gesangssolisten sind Wollust (Sopran), Herkules (Alt), Tugend (Tenor) und Merkur (Bass). Die UA dieser Kantate erfolgte in Leipzig im Zimmermannschen Kaffeehaus, das in der Kaffeekantate zur Sprache kommt. Lasst uns sorgen, lasst uns wachen…. …ist eine weltliche Kantate von Johann Sebastian Bach und hat im BWV die Nummer 213. Komponiert hat sie der Thomaskantor zum 11. Geburtstag von Kurprinz Friedrich Christian. Bekannter ist sie unter dem Titel Herkules am Scheidewege und wurde von Picander (Henrici), Bachs kongenialen Textdichter. Teile des Werks, darunter den Eingangschor und die Arie Schlafe, mein Liebster, und pflege der Ruh hat Bach leicht verändert im Teil IV bzw. II des Weinachtsoratoriums verwendet. Der Ratschluss der Götter im Eingangschor Lasst uns sorgen, lasst uns wachen über unsern Göttersohn wird dabei im Weihnachtsoratorium zu einem christlichen Gebetstext: Fallt mit Danken, fallt mit Loben vor des Höchsten Gnadenthron. Die Gesangssolisten sind Wollust (Sopran), Herkules (Alt), Tugend (Tenor) und Merkur (Bass). Die UA dieser Kantate erfolgte in Leipzig im Zimmermannschen Kaffeehaus, das in der Kaffeekantate zur Sprache kommt. Johann Sebastian Bachs Opern
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»Laβt uns sorgen, laβt uns wachen« BWV 213, Nr 1 – 13
»Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen« BWV 215
»Tönet ihr Pauken«, BWV 214
»Zerreiβet, zersprenget«, BWV 205, Nr. 1-15
»Schwingt freudig euch empor«, BWV 36 c
»Schleicht, spielende Wellen«, BWV 206, Nr 1-11
»Mer hahn en neue Oberkeet«, BWV 212, BWV 211
»Weichet nur, betrübte Schatten«, BWV 202
»Geschwinde, ihr wirbelnden Winde«, BWV 201, Nr 1-15
»O holder Tag«, BWV 210, Nr 1-10
»Laβt uns sorgen, laβt uns wachen« BWV 213, Nr 1 – 13
»Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen« BWV 215
»Tönet ihr Pauken«, BWV 214
»Zerreiβet, zersprenget«, BWV 205, Nr. 1-15
»Schwingt freudig euch empor«, BWV 36 c
»Schleicht, spielende Wellen«, BWV 206, Nr 1-11
»Mer hahn en neue Oberkeet«, BWV 212, BWV 211
»Weichet nur, betrübte Schatten«, BWV 202
»Geschwinde, ihr wirbelnden Winde«, BWV 201, Nr 1-15
»O holder Tag«, BWV 210, Nr 1-10![]()
Diese burleske Kantate (bekannt als Bauernkantate BWV 212) entstand 1742 anlässlich der Erbhuldigung des neuen Gutsherrn Carl Heinrich von Dieskau im damals noch ausserhalb Leipzigs gelegenen Rittergut Klein-Zschocher. Übrigens hat der 2012 verstorbene Bariton Dietrich Fischer-Dieskau nichts mit der adligen Familie zu tun (weiß zumindest Herr oder Frau Wikipedia) . Für dieses teils im sächsischen Dialekt gehaltene Auftragswerk der Dorfgemeinde und seines Dichterfreundes Picander komponierte Bach eine bei aller Kunst äusserst kurzweilige und eingängige Musik, deren Reiz ebenso wie der des Textes wesentlich auf dem Gegensatz von derb-rustikaler Herzlichkeit und verfeinerter städtischer Lebensart beruht. Die von Sopran und Bass gesungenen Protagonisten (ein Bauer = Bass, Bäuerin Mieke = Sopran) kabbeln und scherzen sich durch eine übermütige Handlung.
Diese burleske Kantate (bekannt als Bauernkantate BWV 212) entstand 1742 anlässlich der Erbhuldigung des neuen Gutsherrn Carl Heinrich von Dieskau im damals noch ausserhalb Leipzigs gelegenen Rittergut Klein-Zschocher. Übrigens hat der 2012 verstorbene Bariton Dietrich Fischer-Dieskau nichts mit der adligen Familie zu tun (weiß zumindest Herr oder Frau Wikipedia) . Für dieses teils im sächsischen Dialekt gehaltene Auftragswerk der Dorfgemeinde und seines Dichterfreundes Picander komponierte Bach eine bei aller Kunst äusserst kurzweilige und eingängige Musik, deren Reiz ebenso wie der des Textes wesentlich auf dem Gegensatz von derb-rustikaler Herzlichkeit und verfeinerter städtischer Lebensart beruht. Die von Sopran und Bass gesungenen Protagonisten (ein Bauer = Bass, Bäuerin Mieke = Sopran) kabbeln und scherzen sich durch eine übermütige Handlung.![]()
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Schleicht, spielende Wellen
Schleicht, spielende Wellen
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Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten
Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten
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Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten
Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten
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Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd
Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd
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Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft
Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft
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