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Ich möchte hier eine Oper vorstellen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich muss auch noch erwähnen, dass sie ein Komponist geschrieben hat, der in der letzten Zeit zu einem meiner Lieblingskomponisten geworden ist: Johann Simon Mayr, oder, in Italien, Giovanni Simone Mayr. Als Lehrer von Gaetano Donizetti ist er jedenfalls bekannter, als mit seinen Werken. Das wird sich jetzt ändern; einmal durch Franz Hauk, der sich Mayrs Lebenswerk mit sicht- und hörbarer Freude annimmt, zweitens durch das Label Naxos, das Hauks Bemühungen kräftig unterstützt. Die Oper heißt Saffo ossia I riti d’Apollo Leucadio und war, wenn ich es mir richtig aus dem italienischen übersetzt habe, sein erstes Bühnenwerk und wurde damals mit Begeisterung aufgenommen. Es ist eine Geschichte um Liebe und Verrat, die dazu führt, dass Saffo ins Meer springen will, weil der Mann, den sie liebt, sie verlassen hat. Ein anderer italienischer Komponist, Giovanni Pacini, hat sein Werk aus dem Jahr 1840 mit einer geradezu quälend langen Sterbeszene enden lassen. Mayrs Librettist Simeone Antonio Sografi dagegen verzichtete auf das tragische Ende, hat ein glückliches Ende auf das Papier geschrieben, was heute befremden mag, seinerzeit aber goutiert wurde. Mayr hat eine kontrastreiche Partitur vorgelegt, in der z.B. die Melodieführung und die reichhaltige Instrumentation (die auch sorgfältig ausgearbeitete Introduktionen zu den Arien enthielten), die zur Beschreibung von Affekten wirkungsvoll eingesetzt wurden. Mayr benutzte zwar auch Secco-Rezitative, komponierte aber vollendete Accompagnati-Rezitative. Im zweiten Akt entscheidet sich z.B. Saffo für den Freitod aus Liebeskummer, und das Rezitativ hat die überraschende Form eines Marcia funebre, während die anschließende Arie ihren Kampf um den Suizid mit einer lieblich-sanften Melodie wiedergibt. Für die Premiere hatte Mayr erfahrene Sänger (darunter auch den Kastraten Girolamo Crescentini) zur Verfügung, und die Frage, der sich der Dirigent Franz Hauk in Neuburg an der Donau stellen musste, war, ob heutige Interpreten den hohen Ansprüchen, die Mayr in seiner Oper stellt, gerecht werden würden. Meine Antwort fällt positiv aus: Andrea Lauren Brown ist eine überzeugende Saffo; mit schönem Legato und Feuer in der Stimme. Für die Partie des Alceo hatte man den zwar erfahrenen Markus Schäfer engagiert, aber ihm fehlt (so meine ich) heute die Italianità, wobei er seine nicht einfache Rolle souverän durch die beiden Akte brachte. Die Koreanerin Jaewon Yun ist in der Rolle des Faone zu hören, die bei der Uraufführung dem Kastraten Girolamo Crescentini zufiel. Und ich meine, sie hat eine gut ausgebildete, angenehm timbrierte Stimme, die nicht nur einfach sang, sondern auch um Gestaltung der Partie bemüht war. Die Nebenrollen sind gut mit jungen Sängern besetzt, die sich ins Team einfügen und nicht erkennen lassen, dass sie noch in Ausbildung sind. Marie-Sande Papenmeyer z. B.ist als autoritativer Amfizione eine Idealbesetzung. Katharina Ruckgaber (Laodamia) und Daniel Preis (Eurideo) überzeugen genauso und werden, wenn sie so weitermachen, eine gute Zukunft im Opernalltag haben. Franz Hauk leitete den Concerto de Bassus und die Chöre mit dem richtigen Gespür für die Musik Mayrs, die zwar noch Rokoko atmet, aber doch manchmal Anklänge an die Belkanto-Epoche vorausahnen lässt. Ich kann das Publikum in Neuburg verstehen, das mit Begeisterung dieser Aufführung beigewohnt hat und auch dankbar für die Entdeckung eines Meisterwerks für die Opernbühne war. Ich möchte hier eine Oper vorstellen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich muss auch noch erwähnen, dass sie ein Komponist geschrieben hat, der in der letzten Zeit zu einem meiner Lieblingskomponisten geworden ist: Johann Simon Mayr, oder, in Italien, Giovanni Simone Mayr. Als Lehrer von Gaetano Donizetti ist er jedenfalls bekannter, als mit seinen Werken. Das wird sich jetzt ändern; einmal durch Franz Hauk, der sich Mayrs Lebenswerk mit sicht- und hörbarer Freude annimmt, zweitens durch das Label Naxos, das Hauks Bemühungen kräftig unterstützt. Die Oper heißt Saffo ossia I riti d’Apollo Leucadio und war, wenn ich es mir richtig aus dem italienischen übersetzt habe, sein erstes Bühnenwerk und wurde damals mit Begeisterung aufgenommen. Es ist eine Geschichte um Liebe und Verrat, die dazu führt, dass Saffo ins Meer springen will, weil der Mann, den sie liebt, sie verlassen hat. Ein anderer italienischer Komponist, Giovanni Pacini, hat sein Werk aus dem Jahr 1840 mit einer geradezu quälend langen Sterbeszene enden lassen. Mayrs Librettist Simeone Antonio Sografi dagegen verzichtete auf das tragische Ende, hat ein glückliches Ende auf das Papier geschrieben, was heute befremden mag, seinerzeit aber goutiert wurde. Mayr hat eine kontrastreiche Partitur vorgelegt, in der z.B. die Melodieführung und die reichhaltige Instrumentation (die auch sorgfältig ausgearbeitete Introduktionen zu den Arien enthielten), die zur Beschreibung von Affekten wirkungsvoll eingesetzt wurden. Mayr benutzte zwar auch Secco-Rezitative, komponierte aber vollendete Accompagnati-Rezitative. Im zweiten Akt entscheidet sich z.B. Saffo für den Freitod aus Liebeskummer, und das Rezitativ hat die überraschende Form eines Marcia funebre, während die anschließende Arie ihren Kampf um den Suizid mit einer lieblich-sanften Melodie wiedergibt. Für die Premiere hatte Mayr erfahrene Sänger (darunter auch den Kastraten Girolamo Crescentini) zur Verfügung, und die Frage, der sich der Dirigent Franz Hauk in Neuburg an der Donau stellen musste, war, ob heutige Interpreten den hohen Ansprüchen, die Mayr in seiner Oper stellt, gerecht werden würden. Meine Antwort fällt positiv aus: Andrea Lauren Brown ist eine überzeugende Saffo; mit schönem Legato und Feuer in der Stimme. Für die Partie des Alceo hatte man den zwar erfahrenen Markus Schäfer engagiert, aber ihm fehlt (so meine ich) heute die Italianità, wobei er seine nicht einfache Rolle souverän durch die beiden Akte brachte. Die Koreanerin Jaewon Yun ist in der Rolle des Faone zu hören, die bei der Uraufführung dem Kastraten Girolamo Crescentini zufiel. Und ich meine, sie hat eine gut ausgebildete, angenehm timbrierte Stimme, die nicht nur einfach sang, sondern auch um Gestaltung der Partie bemüht war. Die Nebenrollen sind gut mit jungen Sängern besetzt, die sich ins Team einfügen und nicht erkennen lassen, dass sie noch in Ausbildung sind. Marie-Sande Papenmeyer z. B.ist als autoritativer Amfizione eine Idealbesetzung. Katharina Ruckgaber (Laodamia) und Daniel Preis (Eurideo) überzeugen genauso und werden, wenn sie so weitermachen, eine gute Zukunft im Opernalltag haben. Franz Hauk leitete den Concerto de Bassus und die Chöre mit dem richtigen Gespür für die Musik Mayrs, die zwar noch Rokoko atmet, aber doch manchmal Anklänge an die Belkanto-Epoche vorausahnen lässt. Ich kann das Publikum in Neuburg verstehen, das mit Begeisterung dieser Aufführung beigewohnt hat und auch dankbar für die Entdeckung eines Meisterwerks für die Opernbühne war.Johann Simon Mayr als Opernmeister
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