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Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

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Johannes Brahms, Sinfonie Nr. 2 D-dur op. 73

Heute will ich über die zweite Sinfonie Johannes Brahms‘ sprechen, die er im Gegensatz zu seiner ersten Sinfonie in einem knappen Vierteljahr fertigstellte und die durch ihren weitgehend heiteren, lyrischen Charakter  nicht nur nach ihrer Kompositionsdauer, sondern gleichermaßen auch durch die Dauer ihrer Komposition stark mit der ersten kontrastiert. Lediglich im zweiten Satz tauchen melancholische Züge auf, wo sich aber im Verlauf des Satzes immer wieder Moll- und Durabschnitte abwechseln.
Es scheint, als sei der ganze Druck, den Brahms sicherlich in den fast 15 Jahren seiner Arbeit an der ersten Symphonie gespürt hatte und aushalten musste, nun von ihm gefallen, so schnell sprudelten nun die musikalischen Gedanken aus ihm heraus, fügten sich die Bausteine des wie die Erste umfangreichen Werkes scheinbar mühelos zu einem perfekten Großen, Ganzen.

In meinem ersten musikalischen Beispiel habe ich Leonard Bernstein, der auch als einer der großen Brahms-Dirigenten gilt und die vier Symphonien nebst einigen anderen Werken mit den Wiener Philharmonikern in den frühen 80er Jahren eingespielt hat. Die Zweite hat er mit der Akademischen Festouvertüre kombiniert:

 

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Liebe Grüße

Willi😀

 

Ich möchte heute mal die Einspielung Karajans aus den Siebziger Jahren gegenüberstellen, wo man auch schön seine frühere Art und Weise, mit geschlossenen Augen zu dirigieren, beobachten konnte, und eines kann man unter dem Bild auf Youtube sehen. Karajan dirigiert den Kopfsatz in etwas über 16 Minuten, Bernstein in fast 21 Minuten. Wenn man genau hinhört, weiß man auch warum:

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Liebe Grüße

Willi😀

Johannes Brahms:
2. Sinfonie D-Dur op. 73
Was die Länge des Kopfsatzes anbelangt, strebt Alsop zur goldenen Mitte zwischen Bernstein und Karajan:

00:00 I. Allegro non troppo
19:26 II. Adagio non troppo
28:49 III. Allegretto grazioso (Quasi Andantino)
34:01 IV. Allegro con spirito
46:30

hr-Sinfonieorchester, Marin Alsop
Alte Oper Frankfurt, 14. Oktober 2021

 

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"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Wenn man die beiden Kopfsätze vergleicht, lieber André,  so fällt gleich zu Beginn auf, dass Marin Alsop keineswegs ein langsameres Tempo anschlägt als Karajan, sondern der Grund für die unterschiedlichen Satzlängen ist ein ganz anderer. Karajan hat eigentlich grundsätzlich in Kopfsätzen der Sinfonien die Exposition nie wiederholt, und obwohl ich es bei Marin Alsop nicht nachkontrolliert habe, möchte ich wetten, dass sie die Exposition wiederholt.
Das hört man auch bei den vielen Aufnahmen, die Andres Orozco-Estrada beim  HR-Sinfonieorchester, die von den verschiedensten Sinfonien bei Youtube zu verzeichnen sind, immer wieder:

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Liebe Grüße

Willi😀

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Lieber Willi,

Deine Analyse ist richtig: Alsop wählt das Tempo Karajans und die Exposition Bernsteins, das ergibt die von mir sogenannte „goldene Mitte“. Übrigens hat Alsops Geburtstag am 16. Oktober (kein runder!) meinen Beitrag ausgelöst, und ich dachte auch, eine Frau täte unserem „männerlastigen“ Forum gut (um eine Formulierung Wolfgangs zu benutzen) 🙂.

Lieber Grüße
André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis