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Johannes Brahms, Violinkonzert D-dur op. 77

Wie bei dem Violinkonzert des anderen großen „B“ steht auch das Violinkonzert op. 77 von Johannes Brahms in D-dur.
Das Werk hat – wie die meisten Konzerte seit dem Barock – drei Sätze nach dem Schema schnell – langsam – schnell:

  1. Allegro non troppo
  2. Adagio
  3. Allegro giocoso, ma non troppo vivace

Bei vielen anderen Violinkonzerten steht die virtuose Darstellung des Soloinstruments im Vordergrund, Form und Inhalt ordnen sich dem unter, das Orchester hat lediglich eine begleitende Funktion.[1] Im Gegensatz dazu folgt Brahms’ Konzert symphonischen Prinzipien. Wie in seinem ersten und zweiten Klavierkonzert ist die Solostimme Erste unter Gleichen. Sie beschränkt sich nicht auf Figurenwerk und Umspielung melodischer Themen, sondern nimmt maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Motive.

Der erste, episch-weit gefasste Satz ist mehr als 20 Minuten lang. Er erinnerte schon Clara Schumann an den Kopfsatz von Brahms’ zweiter Symphonie. Er beginnt mit einem einfachen, periodisch ausgeführten Dreiklangthema, leitet über zu einem Seitenthema mit starken synkopischen Reibungen und endet gefühlvoll in einem schwärmerischen Gesangsthema.

Das zarte, lyrische Adagio im zweiten Satz verweilt lange Zeit bei den Holzbläsern und Hörnern, ehe die Violine schließlich das Thema aufgreift und gemeinsam mit dem Orchester weiterentwickelt.

Der Schlusssatz präsentiert ein effektvolles Rondo mit ungarisch gefärbten Tanzthemen, die im Wechselspiel zwischen Solovioline und Orchester fortentwickelt werden. Am Ende narrt Brahms die Hörer mit einer kleinen Überraschung: Das Stück scheint in einem Plagalschluss der Violine hinwegzudämmern – doch dann setzt das Orchester zu energischen Schlussakkorden ein.
Weiteres kann man hier lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Violinkonzert_(Brahms)

Ich möchte heute als Erstes eine Interpretation von Henryk Szeryng einstellen, dem polnisch-mexikanischen Geiger, mit dem ich das Brahms-Konzert, ich meine, es war 1963, in der vollbesetzten Münsterlandhalle vor über 4000 Zuhörern und (-sehern) in einem Konzert der Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan erlebt habe. Es war dies das einzige Mal, dass ich Karajan live erlebt habe. Hier jedoch spiel Szeryng das Konzert 1958 mit dem London Symphony Orchestra unter Pierre Monteux:

 

Liebe Grüße

Willi😀

Hier habe ich eine Aufnaheme aus der Kölner Philharmonie gefunden mit dem wundervollen Augustin Hadelich, das am 15. 2. 2020 in der Kölner Philharmonie stattfand und in dem ich auch zugegen war, im Rahmen meines WDR-Abos. Cristian Macelaru stand damls am Pult, und es war, wie alle Konzerte, die ich mit ihm erlebte, ein erfüllendes Erlebnis. An meinem mittigen Hörplatz konnte ich die ausgezeichnete Akustik der Philharmonie perfekt genießen. Es war dies mein vorläufig letztes Konzerterlebnis  in Köln bis zum April 2022, als ich Maurizio Pollini mit seinem giganitschen Beethovenprogramm erlebte. Hier jedoch das Brahmskonzert:

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Liebe Grüße

Willi😀

Johannes Brahms, Violinkonzert
Philippe Hirschhorn, Violine
Südfunk Sinfonie Orchester, Jiří Stárek
Live-Aufnahme 1974, Deutschland

Philippe Hirschhorn, geboren am 11. Juni 1946, gestorben am 26. November 1996 (im Alter von 50 Jahren), war ein sowjetischer Geiger. Er gewann 1967 den Königin-Elisabeth-Musikwettbewerb. Als Staatsbürger der Sowjetunion wurde er in Riga, Lettland, geboren und studierte zunächst an der Darsin-Musikschule in Riga bei Waldemar Sturestep. Später studierte er bei Michael Waiman am Konservatorium von St. Petersburg.

Hirschhorn konzertierte weltweit (in Europa, Amerika und Japan) mit den renommiertesten Orchestern unter der Leitung von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Uri Segal, Eugene Ormandy, Jurij Temirkanow, Gennadi Roschdestwenski, Gary Bertini und Ronald Zollmann. Er spielte unter anderem mit Roger Woodward, Elisabeth Leonskaya, Martha Argerich, James Tocco, Alexandre Rabinovitch-Barakovsky, Frederic Meinders, Hans Mannes und Brigitte Engerer.

Die wenigen erhaltenen Aufnahmen seines Spiels zeugen von seinem technischen und musikalischen Können. Er unterrichtete zahlreiche hervorragende Geiger, die ihr Berufsleben dem Musizieren und Unterrichten widmeten, darunter Philippe Graffin, David Grimal, Cornelia Angerhofer, Janine Jansen, Yoris Jarzynski und Marie-Pierre Vendôme. [Englisches Wikipedia]

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"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis