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KERN, Jerome: SHOW BOAT

Jerome Kern (1885-1945):
SHOW BOAT (Das Komödiantenschiff)
Musical Play in zwei Akten
Gesangstexte und Buch: Oscar Hammerstein II
nach dem gleichnamigen Roman von Edna Ferber (1926)
Originalsprache: Englisch.

Broadway-Premiere am 27.12.1927 im Ziegfeld Theatre;
West-Ende-Premiere am 3.Mai 1928 im Drury Lane Theatre, London;
Deutsche Erstaufführung am 31.10.1970 in Freiburg, Städtische Bühnen.

Personen der Handlung:
Andy Hawks, Kapitän der Cotton Blossom und Theaterdirektor
Parthy Ann Hawks, Ehefrau von Andy
Magnolia Hawks,
deren Tochter
Gaylord Ravenal, Glücksspieler,
später Magnolias Ehemann
Kim Ravenal, Tochter von Gaylord und Magnolia
Julie LaVerne,
Mulattin, Schauspielerin, Sängerin
Steve Baker, Schauspieler, Julies Ehemann
Joe, Schiffsarbeiter, Queenies Ehemann
Queenie, Köchin
Ellie May Chipley,Soubrette, Frank
Schultz’ Ehefrau
Matrose Pete
Frank Schultz, Tänzer.

Ort und Zeit: Am Mississippi und in Chicago, zwischen 1880und 1927.

Erster Akt.
Nach der Ouvertüre sieht das Publikum die „Cotton Blossom“ (Baumwollblüte), die gerade in Natchez, einer typischen Mississippi-Kleinstadt, angelegt hat (Opening I). Andy Hawks, der stolze Besitzer des Schiffes, ist gleichzeitig auch Theaterdirektor und stellt seine Truppe mit den vier Hauptdarstellern Ellie May Chipley, Frank Schultz, Julie LaVerne und Steve Baker vor und lädt alle zur Abendvorstellung auf sein „Show Boat“ ein.

Das Publikum muss dazu wissen, dass Julie LaVerne gerade Streitobjekt zwischen Stev, dem Matrosen Pete und der (schwarzen) Köchin Queenie ist. Der Grund ist, dass Julie eine Halskette, die Pete ihr geschenkt hat, an die Köchin weitergegeben haben soll. Julies Mann Steve dagegen hat sich mit dem Matrosen angelegt, weil der seine Frau ständig mit ominösen Anträgen belästigt. Kapitän Andy gelingt es aber mit einem resoluten Auftritt, die Streithähne zur Räson zu bringen.

Gaylord Ravenal, Magnolias (Tochter von Andy und Parthy) und später Ehemann von Magnolia, lungert gerade am Kai herum, weil er hofft, eine günstige, soll heißen: kostenlose, Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Er trifft dort des Kapitäns Tochter (Gaylord, Magnolia: Only, Make, Believe). Die Tochter des Kapitäns ist von Gaylord sofort begeistert und verliebt sich in ihn – obwohl der schwarze Hafenarbeiter Joe sie warnt: sie möge in Liebesdingen erst mal den Ol’ Man River befragen. Noch jemand mahnt Magnolia, nämlich Julie, die meint, dass ein verliebtes Mädchen die Emotion nicht auspusten kann, wie eine Kerze (Julie, Joe, Queenie, Magnolia und Quartett: Can’t Help Lovin’ Dat Man).

Auf der kleinen Bühne der „Baumwollblüte“ wird gerade geprobt, als Sheriff Vallon zum Entsetzen von Andy Steve und Julie verhaftet und ins Gefängnis wirft. Pete hat die beiden rachedurstig angezeigt, weil die Ehe gegen die Gesetze der Südstaaten verstoße, da es sich um Rassenmischung handle. Andy, der Theaterdirektor, ist aber ein Meister der Improvisation und weiß sich sofort mit der Besetzung seiner Tochter mit Julies, und Gaylord mit Steves Rolle zu besetzen. Auf diese Weise kann Gaylord seinen Fahrschein als Schauspieler abverdienen.

Drei Wochen später: In einem andere Mississippi-Hafen ist die neue Besetzung mit Gaylord und Magnolia bereits Publikumsmagnet und sorgt für volles Haus. Das stört den Tänzer Frank, der gerade missmutiger Laune ist, weil seine Frau Ellie sich ihm verweigert und er sich mit ihr lautstark kabbelt. In dieser miesen Stimmung klärt Ellie die Theaterfans auf, dass das Leben beim Theater nicht immer so glamourös ist, wie man „draußen“ glaubt (Ellie, Girls, Boys: Life Upon the Wicked Stage).

Parthy hat ein Problem mit den „Schauspiel-Künsten“ ihrer Tochter und Gaylord. Sie hält die Liebesszenen viel zu echt, doch ihr Mann schiebt das beiseite – ihn beschäftigt mehr, dass der Balkon für die „Schwarzen“ noch nicht ausverkauft ist. Das ist Queenies Chance, denn sie kann ihre Aufreißerqualitäten unter Beweis stellen (Queenie, Tänzer: Queenie’s Bally-Hoo and Dance). Gegeben wird heute ein schmalziges Melodram, untermalt von schwül-wabernder Musik (Orchester: Villain Music). Frank, der den Ärger mit seiner Frau nicht vergessen hat, legt die Rolle des Bösewichts so grimmig hin, dass er das Publikum gegen sich aufbringt und hinter die Kulissen flüchten muss. Der Theaterdirektor greift ein und versucht, das Publikum zu beruhigen, in dem er berichtet, wie es nun weiter geht – mit einer friedlichen Szene nämlich, Franks „Soft-Shoe“-Nummer (Frank: Villain’s Dance), mit der das Spiel schließlich fortgesetzt wird.

Nach der Vorstellung nimmt das Publikum mit Interesse wahr, dass Gaylord und Magnolia sich auf dem Oberdeck der „Cotton Blossum“ treffen und dass Gaylord ihr vorschlägt, beim nächsten Halt des Schiffes, in Greenville nämlich, zu heiraten (Ravenal, Magnolia: You Are Love). Das ist eine Wendung die Magnolias Mutter Parthy überhaupt nicht gefällt und die bei ihr die Abneigung gegen Ravenal, den zukünftigen Schwiegersohn,noch steigen lässt. Dem setzt Pete noch einen drauf, in dem er Parthy erzählt, dass Gaylord einen Mann in Notwehr getötet habe. Und mit dieser Nachricht will Mutter Parthy die Heirat verhindern, muss aber entgeistert zur Kenntnis nehmen, dass ihr Mann bereits Hochzeitsgäste auf die „Cotton Blossom“ eingeladen hat. Für Parthy steht fest, dass Andy die Hochzeitsfeier als Werbung für sein „Show Boat“ nutzen will (Ensemble: Finale 1. Akt).

Zweiter Akt.
Orchester: Entr’acte.
Jahre später, das Ensemble der „Cotton Blossum“ hat sich aufgelöst, genießen Magnolia und ihre Eltern, in Chicago heimisch geworden, die Sensation der Weltausstellung 1893 (Ensemble: Prelude und Opening II). Das Publikum hört, dass Parthy ihren Schwiegersohn Gaylord immer noch nicht ausstehen kann, zumal der Geschäften nachgeht, über die die Familie einfach nichts erfährt. Wir aber, das Publikum, wissen, dass Gaylord seiner Leidenschaft fürs Spielen frönt und dass er es bisher geschafft hat, den Lebensunterhalt für seine kleine Familie, zu der auch noch die Tochter Kim gehört, zu „verdienen“.

Neue Szene: Parthy hat ein Problem mit dem Tanz Couchi-Couchi, der angeblich aus dem Orient stammt und ein eindeutig erotischer Bauchtanz ist (Orchester; Fatimas Dance). Und Gaylord behauptet, dass er Glück im Spiel gehabt habe (Gaylord, Magnolia: Why Do I Love You). In Wahrheit ist er allerdings völlig ruiniert und sieht nur die Möglichkeit, seine Familie zu verlassen. Auf der Szene wird nun der „Tanz der Wilden“ von Dahomey Village aufgeführt, eine der heißen Attraktionen der Weltausstellung (Tänzer: Dahomey). Die Akteure stammen aber alle aus New York.

Die Handlung macht nun eine Sprung in das Jahr 1904. Ellie May Chipley, die Soubrette von der Cotton Blossom und Ehefrau des Tänzers Frank Schultz, hat mit ihrem Gatten ein Engagement im „Trocadero Club“ gefunden. Sie sind gerade auf einer Wohnungs-Besichtigung in einer zweitklassigen Pension und erleben mit, dass die bisherigen Mieter ausziehen müssen. Sie reagieren geschockt, als sie gewahr werden, wer diese bisherigen Mieter sind, nämlich Magnolia und ihre achtjährige Tochter Kim. Wir können eine gewisse Wiedersehensfreude feststellen und Frank Schultz ist auch sofort bereit, für Magnolia im „Trocadero“ wegen einer Anstellung vorzusprechen – was er für aussichtsreich hält, weil auch Julie nach ihrer Gefängniszeit als Sängerin dort beschäftigt ist. Julie versteht sich allerdings mit Jim, dem Besitzer der Klubs, nicht, weshalb sie immer wieder zur Flasche greift (Julie: Bill).

Magnolia muss Jim vorsingen (Can’t Help Lovin’Dat Man), hat aber den Eindruck, dass der Barbesitzer nichts von ihr hält, sie nicht leiden kann und geht dann ab. Sie trifft auf den Pförtner Charlie, der ihr mitteilt, dass Julie mal wieder wegen zu viel Alkoholgenuss ausfällt – sie möge also noch einmal zurückkehren. Tatsächlich gibt Jim ihr den Job…

Gaylord hat sich zur St.-Agatha-Schule begeben, um sich von seiner Tochter Kim zu verabschieden. Der Chor singt gerade ein Te Deum, als er Kim mitteilt, dass er sie nicht mehr wiedersehen wird (Gaylord: Only Make Believe).

Am Silvesterabend besucht Kapitän Andy zufällig das „Trocadero“ und trifft dort zu seiner Überraschung Frank und Ellie (Orchester: Washington Post March; Frank, Ellie: Goodbye My Lady Love). Andy hört, eine weitere Überraschung für ihn, dass seine Tochter Magnolia im „Trocadero“ als Sängerin angestellt ist. Er wird aber auch Zeuge, dass das Publikum mit Magnolias Gesangskünsten nicht einverstanden ist und lautstark murrt – zum Teil mit abwertenden Bemerkungen. Die Situation spornt den alten Theaterpraktiker Andy an, spontan die Regie zu übernehmen: er treibt Magnolia an und fordert das Publikum auf, starken Applaus zu spenden (Magnolia, Ensemble: After the Ball; Orchester: Hot Time in the Old Town Tonight).

In der Handlung ist ein Zeitsprung in das Jahr 1927 zu denken: Auf der Szene taucht die „Cotton Blossum“ wieder auf (Joe: Ol’ Man River). Andy Hawks ist jetzt 85 Jahre alt, hört mit dem 65jährigen Gaylord, der ihn aufgesucht hat, eine Radiosendung über zwei neue Stars der „Musical Comedy“: Magnolia und Kim. Die Stimmen erwecken in Gaylord Erinnerungen an alte Zeiten (Gaylord: You Are Love). Beim Halt in Greenville kommen Frank und Ellie an Bord. Das Publikum erfährt, dass auch die beiden ein Kind haben, einen Sohn, der als Filmstar Millionär geworden ist. Andy hat seiner Tochter telegraphiert, dass Ravenal aufgetaucht ist – und wird mit großer Freude Zeuge, dass sich die Familie auf der „Cotton Blossum“ wieder vereint (Ensemble: Finale 2. Akt).

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