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Flagstad, Kirsten, norwegische hochdramatische Sopranistin (1895-1962)

[Manfred:]

Wagner-Heroine aus Norwegen: Kirsten Flagstad

Sie war eine der größten Wagner-Sängerinnen überhaupt: Kirsten Malfrid Flagstad, geboren am 12. Mai 1895 in Hamar und gestorben am 7. Dezember 1962 in Oslo. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf: ihr Vater, Michael (1869–1930), war Dirigent und Geiger, ihre Mutter, Marie Flagstad Johnsrud, Pianistin.

Ihr Debüt auf der Bühne gab sie bereits 1913 im Nationaltheater in Oslo mit der Rolle der Nuri in Eugen d’Alberts Oper Tiefland. Nach dem Studium in Stockholm sang sie mehrere Jahre Operetten in Oslo, Göteborg (seit 1928 am dortigen Storm-Theater) und auf Tourneen in Frankreich. Nach ihrer zweiten Eheschließung zog sie sich für einige Zeit ins Privatleben zurück. 1932 bekam sie nach Fürsprache von Ella Gulbranson, einer norwegischen Kollegin, Auftritte in Bayreuth. Sie sang 1933 Ortlinde in Die Walküre und die dritte Norne in Götterdämmerung. 1934 sang sie dort Sieglinde und Gutrune.

Ihr Durchbruch gelang ihr am 2. Februar 1935, als sie durch eine Rundfunkübertragung der Walküre (wiederum in der Rolle der Sieglinde) an der Metropolitan Opera begeisterte. Es folgten zahlreiche Auftritte in New YorkSan Francisco und Chicago, meist in Werken von Wagner, aber auch in Beethovens Fidelio. Dirigenten waren u.a. Eugene Ormandy und Hans Lange. Mit ihr besetzte Wagner-Opern wurden bis zu viermal pro Woche am Broadway aufgeführt. 1936 sang sie die Isolde im Royal Opera House Covent Garden in London. Begeistert aufgenommen wurden auch ihre Auftritte am Royal Opera House unter der Leitung von Fritz Reiner und Wilhelm Furtwängler. Ihre „Isolde“ unter Furtwängler gilt bis heute als unerreicht. Mit Lauritz Melchior bildete sie die unangefochten beste Besetzung des Protagonistenpaars in Tristan und Isolde in den 1930er Jahren: bei allen 48 Vorstellungen dieser Oper an der New Yorker Met zwischen 1935 und 1941 sangen die beiden die Titelrollen.

1941 zog Kirsten Flagstad zurück zu ihrem Ehemann nach Norwegen, wo sie bis zum Ende des Krieges blieb. Sie galt als unbelastet, weil sie nie vor deutschen Besatzern gesungen hat, privat hingegen für Widerständler. Ihr Mann wurde nach dem Krieg wegen Geschäftsbeziehungen mit Deutschen inhaftiert und verstarb wenig später. Nach dem Krieg setzte sie ihre Karriere mit zahlreichen Auftritten fort und war wieder viel in England und in den USA engagiert, wo ihr – allerdings erfundene – Vorwürfe der Nazifreundlichkeit von Seiten norwegischer Einwanderer gemacht wurden. Am 22. Mai 1950 war sie in London die Solistin in der Uraufführung von Richard Strauss’ Vier letzten Liedern unter Wilhelm Furtwängler. Im März und April desselben Jahres sang sie unter Furtwängler an der Mailänder Scala die Brünnhilde in Wagners Ring des Nibelungen. 1952 verkörperte sie 57-jährig in London die Titelrollen in Glucks Alceste und Purcells Dido and Aeneas ohne Bezahlung, um das Mermaid-Theatre zu unterstützen. Nach ihrem Rückzug von der Bühne 1957 wurde sie von 1958 bis 1960 künstlerische Leiterin der Norwegischen Oper in Oslo.

In Hamar, ihrer Geburtsstadt wurde 1985 ein Kirsten-Flagstad-Museum eröffnet, das sich auch die objektive Aufarbeitung der im Nachkriegsnorwegen erhobenen Vorwürfe und des Fehlverhaltens offizieller Stellen ihres Heimatlandes ihr gegenüber zum Thema gemacht hat. Auf ihren eigenen Wunsch hin wurde sie nach ihrem Krebstod auf einem anonymen Gräberfeld in Oslo bestattet. Ihre Nachfahren leben nicht in Norwegen.
Quelle: Wikipedia

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Im folgenden kolorierten Video singt Kirsten Flagstad eine Arie aus der Oper „Die Walküre“ von Richard Wagner („Brünnhildes Schlachtruf”):

 

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"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier
Schubert „Frühlingsglaube“ (nach einem Text von Ludwig Uhland)
Kirsten Flagstad, Sopran
Gerald Moore, Klavier
Aufnahme 1952

(Kirsten wurde 67 und wäre jetzt 130)

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich Alles, Alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal.
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich Alles, Alles wenden.
"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis