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Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft 2022 + 2023

Eigentlich war von mir über dieses Thema eine großangelegte Besprechung im OPERNFREUND geplant. Da dieser aber zur Zeit aufgrund enormer technischer Schwierigkeiten keine Beiträge einsetzen kann, seien mir an dieser Stelle einige Sätze zu diesem Thema erlaubt. Vergangenes Wochenende fand in dem kleinen schwäbischen Operndörfle Ölbronn, dem Geburtsort von Gottlob Frick, dem „schwärzesten aller Bässe“ (so Wilhelm Furtwängler) , nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause endlich wieder ein Künstlertreffen statt, zu dem die in diesem Ort ansässige Gottlob-Frick-Gesellschaft geladen hatte. Und wieder einmal war der Eindruck ein ganz erhabener. Vielen herzlichen Dank von meiner Seite aus an die Gesellschaft für die erneute Einladung, der ich, wie immer, sehr gerne gefolgt bin. In Ölbronn wird in geradezu einmaliger Weise ein Kontrapunkt gegen das Vergessen gesetzt. Die Erinnerung an den König der Bässe Gottlob Frick und an viele weitere ehemalige Gesangsgrößen wird hier gewissenhaft gepflegt. Und junge Sänger/innen bekommen an diesem Ort oft die Chance, im Konzert aufzutreten. Wieder einmal wurde deutlich, dass sich die Majestät des kleinen, idyllischen und von herrlicher Natur umgebenen Ölbronn nicht von außen, sondern von innen her definiert. Hier bekamen wieder einmal Sänger/innen vergangener Tage, die sich ansonsten in diesem Leben wohl nicht mehr gesehen hätten, die Möglichkeit zu einem Treffen, das sie in vollen Zügen genossen. Es ist eine große Familie, die sich unter Zugrundelegung normaler Verhältnisse – kein Corona! – jedes Jahr im Oktober in Ölbronn trifft und in Erinnerung an vergangene Zeiten schwelgt. Und wie immer ist den allesamt ehrenamtlichen Mitgliedern der Gottlob-Frick-Gesellschaft ein ganz herzliches Dankeschön auszusprechen für die überaus liebevolle Ausrichtung und die perfekte Organisation des Ganzen, wie beispielsweise das imposante Gala-Dinner am Samstagabend in der Ölbronner Gemeindehalle. Das Essen war wieder einmal vorzüglich, geradezu delikat.

Beim Samstagnachmittag stattfindenden Festakt in der Erlentalhalle Ötisheim wurde denjenigen Gästen, die das erste Mal kamen, die Gottlob-Frick-Medaille verliehen. Anschließend gab es für das Heilbronner Symphonieorchester unter seinem Dirigenten Alois Seidlmeier die Gottlob-Frick-Medaille in Gold – eine Auszeichnung, die die Mitglieder des seit Anfang an – die Gottlob-Frick-Gesellschaft wurde im Jahre 1995 gegründet – für Veranstaltungen der Gesellschaft spielenden Orchesters sehr freuten. Die meisten der Musiker waren beim anschließenden Konzert auch bestens in Form. Insgesamt hat man konstatieren können, dass Seidlmeier mit dem Orchester in den vergangenen Jahren hervorragende Aufbauarbeit geleistet hat. Seit Seidlmeier Dirigent des Orchesters ist, hat sich dessen Qualität deutlich erhöht. Schade nur, dass bei dem Konzert das Horn nicht sonderlich in Form war. Vortrefflich schnitten indes die beteiligten Sänger/innen ab. Der Tenor Ilker Arcayürek konnte in erster Linie mit einer wunderbar geradlinig und schön auf Linie gesungenen Gralserzählung aus Wagners „Lohengrin“ überzeugen. Sein prachtvolles lyrisches Material war auch in der Bildnis-Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ und der Max-Arie aus Webers „Freischütz“ zu bewundern. Über einen wunderbar italienisch geschulten, in allen Lagen frei und ebenmäßig dahinfließenden und höhensicheren Sopran verfügte die junge Raffaela Lintl. Sehr getragen und emotional gelang ihr Paminas g-Moll-Arie aus Mozarts „Zauberflöte. Schönes Legato zeichnete ihr Arie „Wie nahte mir der Schlummer“ aus Webers „Freischütz“ aus. Die Hallenarie der Elisabeth aus Wagners „Tannhäuser“ war von überschäumendem Jubel geprägt. Wenn diese Sängerin nicht allzu früh die großen dramatischen Partien singt, sondern noch ein wenig im lyrischen Fach bleibt, dürfte ihr eine große Karriere bevorstehen. Eine solche ist dem großartigen Bassisten Wilhelm Schwinghammer bereits beschieden. Auch er überzeugte durch hervorragenden, sonoren italienischen Stimmfluss und eine perfekte Diktion. Die Arie „In diesen heil‘ gen Hallen aus Mozarts „Zauberflöte“, die Daland-Arie „Mögst, du, mein Kind…“ aus Wagners „Fliegendem Holländer“ sowie „Il lacerato spitito“ aus Verdis „Simone Boccanegra“ atmeten durch den Vortrag des Sängers eine enorme Brillanz. Auch mit Falstaffs Trinklied „Als Büblein klein“ gefiel er gut. Als einziges Duett erklang aus Smetanas „Verkauften Braut“ – leider in Deutsch, die tschechische Originalsprache wäre stilistisch besser gewesen – das Kezal/Hans-Duett „Komm mein Söhnchen, auf ein Wort“, in das die beiden Solisten viel sprachliche Komik zu legen wussten. 

Am Sonntagvormittag fand schließlich noch eine Matinee statt, die von Ehrenpräsident Hans- A. Hey moderiert wurde. In einem tollen Ratespiel ging es darum, anhand eingespielter Gesangsbeispiele den jeweiligen Bassisten, der da gerade sang, zu erraten. Anschließend fand sich auf dem Podium eine illustre Reihe ehemaliger Bassisten zusammen, die ihre selbst ausgewählten Aufnahmen vorstellten und anschließend über sie diskutierten. Das war eine überaus kurzweilige Angelegenheit. Zum Schluss gab es noch einen Imbiss, bevor die überaus beglückten Gäste wieder Richtung Heimat aufbrachen mit dem sicheren Wunsch, nächstes Jahr wieder beim Künstlertreffen dabei zu sein. Wolle Corona da keinen Strich durch die Rechnung machen!

Lustein

Gerhard Wischniewski hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gerhard Wischniewski

Lieber Lustein,

vielen Dank, für Deinen ausführlichen Bericht, da ist eigentlich alles gesagt.

Ich durfte am Wochenende dabei sein, es war für mich ein großes Erlebnis. Die großen, bekannten Bässe mal nicht auf der Bühne zu erleben, sich mit ihnen zu unterhalten, war etwas sehr Schönes, was man natürlich nur beim Künstlertreffen findet.

Es war eine Meisterleistung an Organisation und dafür sei herzlich gedankt. Hans und Ingrid waren immer präsent, immer ansprechbar, trotz der vielen Menschen.

Was ich noch erwähnen möchte ist die junge Mezzo Sopranistin, die uns am Freitagabend mit einigen Liedern erfreute, Josipa Bainac-Hausknecht mit ihrem Pianisten. Sie präsentierte uns Operette, Lied und Oper. sie wird ihren Weg finden. Danke, liebe Josi, Du wirst Dich bei mir melden in Sachen Operette.

Auch der 23-jährige Bass, der als Einführung des Jubiläumskonzertes sein Können unter Beweis stellte.

Alles andere hat Lustein schon erwähnt, da schließe ich mich in allen seinen Worten an.

Was aber noch erwähnt sein muss, ein Treffen lieber Freunde aus früheren Foren, die ich seit vielen Jahren wiedergesehen habe, die auch hier im Troubadour Forum aktiv sind. Es gab viel zu erzählen aus alten Zeiten.

Durch viele Baustellen, Umleitungen, Sperrungen sind Doris und ich dann wieder heim gefahren.

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr und hoffe wieder dabei sein zu können.

Einen lieben Freund allerdings haben wir vermisst, unseren Willi, der krankheitsbedingt nicht da sein konnte. Aber nach dem Treffen ist vor dem Treffen. Alles Gute lieber Willi.

musika

Danke für die spontanen Reaktionen. Lustein konnte wie  fast immer durch sein enormes Wissen in kurzer Zeit eine ausführliche, gelungene Besprechung formulieren. Danke  dafür! Es werden  weitere Besprechungen folgen. Lustein hat den 1. Meilenstein gesetzt.  Danke für Inhalt und Stil. 

LIebe Grüße 

Herzlichst 

Ingrid und Hans, die Sängerfreunde, die on dem Marathon-Einsatz ganz geplättet sind.

Liebe Freunde,

es wurde schon soviel Gutes gesagt, dass ich alles das nur aus ganzem Herzen bestätigen kann.  Diese Treffen dauern mir viel zu kurz, um mit allen, die mir am Herzen liegen, eine Nacht durchzuquatschen.  Da fallen soviele liebe alte und neue Bekannte durch den Rost!

Erich

Liebe Freunde, 

auch ich danke lustein für den ausführlichen Bericht, dem – außer dem, was Musika dann noch nachgetragen hat mit dem hervorragenden Beitrag von Josepa Beinac und dem Sie begleitenden Ehemann am Vorabend – nichts mehr hinzuzufügen wäre. Es war wieder einmal für uns der Höhepunkt des Jahres in der großartigen familiären und herzlichen Atmosphäre mit all diesen Künstlern und Mitgliedern, von denen wir einige schon seit mehreren Jahren kennen. Wie Erich schon sagte, gelingt es in der kurzen Zeit immer nur, mit einem Teil der Mitglieder in Kontakt zu kommen

Liebe Grüße
Erika und Gerhard

Hier eine Aufnahme des jungen Lukas Lemcke, der am Sonntag uns mit einem Lied als Einführung des Jubiläumskonzertes erfreute, leider habe ich den Titel nicht mehr im Kopf.

Hier mit Sarastro wohl in einem Konzert.

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Lieber Musika,

vielen Dank für die Einstellung dieses Gesangsbeispiels von Lukas Lemcke, der mir schon bei seiner Darbietung beim Künstlertreffen ausgesprochen gut gefallen hat. Für seine 23 Jahre hat er bereits eine ausgesprochen gut im Körper verankerte, solide italienisch geschulte und sonore Stimme. Dem Sarastro leiht er hier große Würde und Imposanz. Beim Festakt am Samstagnachmittag hat er aus Richard Strauss‘ Oper „Die schweigsame Frau“ das Schlusslied des 60 Jahre alten Sir Morosus „Wie schön ist doch die Musik“ gesungen. Ich bin mir sicher, dass ihm bei pfleglichem Umgang mit seinem kostbaren Material eine große Karriere bevorsteht.

Herzliche Grüße

Lustein

Lukas Lemcke hat auch das Lied „Unwiderstehliche Schönheit“ des österreichischen Komponisten, Dirigent und Pianisten Viktor Ullmann:

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gesungen, an den ich vorhin erinnert habe und dessen 78. Todestag gestern war,  weil er ebenso wie seine drei tschechischen Freunde und Kollegen (17. 10.) am 18. 10. 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde.

Liebe Grüße

Willi?

Liebe Troubadour-Freunde

Mark Twain meinte einmal: »Verschiebe nicht auf morgen, was genauso gut auf übermorgen verschoben werden kann.«
Der Grund der Verschiebung resultiert jedoch aus der Tatsache, dass ich nach Lusteins Bericht einen mit Fakten und Daten angereicherten Beitrag schreiben wollte, aber diese Daten und Fakten muss man erst mal haben, bevor man sie eintippen kann, denn in der Erlentalhalle – ganz unpolitisch – ganz rechts außen sitzend, konnte ich den Ablauf der Preisverleihung, die ganz links außen stattfand, nicht recht mitbekommen. Also schrieb ich noch am Sonntag eine Mail an den Preisverleiher, damit ich die Daten exakt einfügen könnte; ich dachte mir: ›An der Quelle saß der Knabe …‹
Nun vermute ich, dass meine Anfrage im Spam-Ordner oder sonst wo schlummert, nix Genaues weiß man nicht …
Die Leserschaft wird hier ja sehr gemischt sein – da ist unser Willi, der den Ablauf des Treffens kennt, aber nicht dabei sein konnte; dann einige, die dabei waren, aber meinen, dass man dies oder jenes hätte besser oder anders beschreiben können, und welche, die sich fragen wann sich die nächste Gelegenheit bietet, da auch mal dabei zu sein.
Das nächste »Gottlob-Frick-Wochenende« findet am 14. / 15. Oktober 2023 in Ölbronn statt – so Gott will …    

»Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?«

Nun, man muss ja nicht gleich übertreiben …
Völker kommen erst ins Spiel, wenn man dem Grund nachspürt, warum die 1995 gegründete Gottlob-Frick-Gesellschaft erst im Jahr 2022 ihr 25-jähriges Bestehen feierte, denn rein rechnerisch ist das nicht nachvollziehbar.
Als man an einem strahlenden Herbsttag 2019 auseinander ging war ausgemacht, dass das nächste Treffen im Jubiläumsjahr eine große Sache werden sollte – und jetzt kommen die Völker ins Spiel; niemand konnte damals ahnen, dass bald die gesamte Welt von einem noch nicht einmal 1µ großen Virus beherrscht werden würde; mit den damals geforderten Abstandsregeln wäre eine Jubiläumsfeier im Jahr 2020 zur Farce geraten.

Nach dieser Durststrecke konnte nun endlich am 15. und 16. Oktober 2022 das überfällige Jubiläum nachgeholt werden. Der gesamte Ablauf war – wie immer – hervorragend organisiert und es ist immer wieder bewundernswert, was ein Ort mit etwa dreieinhalbtausend Einwohnern zu leisten imstande ist. Da herrscht in diesem Ort eine ›Kammersängerdichte«, wie sie in Metropolen nicht anzutreffen ist.

Die meisten Gäste trafen im Laufe des Samstagvormittags ein, um alte Freunde zu treffen oder neue Bekanntschaften zu knüpfen, wenn es sich so ergab. Bereitstehende Busse brachten die Gäste zu den Orten der Veranstaltungen, was den Vorteil bot, dass diese ausgesprochene Weingegend auch genossen werden konnte.

Die erste Anlaufstelle war die Erlentalhalle in Ötisheim, wo im ersten Teil um 15:00 Uhr ein Festakt stattfand, der musikalisch flott vom Heilbronner Sinfonieorchester unter Herrn Prof. Alois Seidlmeier eröffnet wurde; anschließend erfolgte die Verleihung der Gottlob-Frick-Medaillen in Gold an Ehrengäste.

Der Gottlob-Frick-Gesellschaft war es schon immer ein großes Anliegen nicht nur ausschließlich den großen Sohn der Gemeinde, respektive der Gegend, zu ehren und in Ehrfurcht zu erstarren, sondern in dieses Gedenken ach die nachkommenden Sängerinnen und Sänger mit einzubeziehen und zu fördern; relativ junge Leute, die den Beifall eines so hochkarätig besetzten Publikums entgegen nehmen können, haben eine Feuerprobe bestanden. Ohne die Leistung der Gesangssolisten schmälern zu wollen – der ›Star‹ des Tages war das Heilbronner Sinfonieorchester mit seinem Dirigenten Prof. Alois Seidlmeier!
Seidlmeier steht dem Orchester seit fünf Jahren vor, an diesem Nachmittag standen immerhin ein halbes Dutzend Komponisten auf dem Programm, weil man den Singstimmen die Wahl der Gesangsstücke überlassen hatte, sie sollten sich in der Erlentalhalle wohlfühlen, die nach dem Festakt voll besetzt war, was der Akustik zugutekam.
Für das singende Personal war es sicher eine besondere Herausforderung vor solchen ›erlauchten‹ und schlachtenerprobten Kolleginnen und Kollegen zu singen, es war aber bestimmt auch wohltuend nicht in verhüllte Gesichter schauen zu müssen.

Nicht im offiziellen Programm abgedruckt und als Horst´dœuvre dargeboten:
»Wie schön ist doch die Musik«, vorgetragen von dem jungen Bassisten Lukas Lemcke.

DAS PROGRAMM:

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Zauberflöte Ouvertüre
Arie des Tamino ›Dies Bildnis ist bezaubernd schön‹ – Ilker Arcayürek (Tenor)
Arie der Pamina ›Ach, ich fühl´s, es ist verschwunden‹ – Raffaela Lintl (Sopran)
Arie des Sarastro  ›In diesen heil´gen Hallen‹ – Wilhelm Schwinghammer (Bass)

Carl Maria von Weber
Der Freischütz
Arie des Max  ›Nein länger trag´ ich nicht die Qualen‹ – Ilker Arcayürek
Arie der Agathe  ›Wie nahte mir der Schlummer‹ – Raffaela Lintl

Otto Nicolai
Die lustigen Weiber von Windsor
Trinklied des Falstaff  ›Als Büblein klein an der Mutterbrust‹ – Wilhelm Schwinghammer

P A U S E

Richard Wagner
Der fliegende Holländer Ouvertüre
Tannhäuser
Arie der Elisabeth  ›Dich, teure Halle, grüß´ ich wieder‹ – Raffaela Landl
Der fliegende Holländer
Arie des Daland  ›Mögst du, mein Kind – Wilhelm Schwinghammer
Lohengrin
Gralserzählung Lohengrins  ›In fernem Land‹ – Ilker Arcayürek

Giuseppe Verdi
Simon Boccanegra
Arie des Fiesco  ›Il lacerato spirito‹ – Wilhelm Schwinghammer

Bedřich Smetana
Die verkaufte Braut
Duett Kezal / Hans  ›Komm mein Söhnchen auf ein Wort‹ – Ilker Arcayürek / Wilhelm Schwinghammer

Zugabe:
Giacomo Puccini
La Bohéme  Duett Mimi-Rodolfo   ›O Soave fanciulla‹ – Raffaela Landl / Ilker Arcayürek

Wohl jeder Zuhörer hat bei so einem Konzert seine eigenen Empfindungen, was bedeutet, dass diese schon beim Sitznachbarn ganz andere sein können. Zunächst ist festzuhalten, dass alle drei Protagonisten ›Stimme‹ mitbrachten und natürlich von der ganz großen Karriere träumen, aber keineswegs ›Traumtänzer‹ sind, denn sie hatten nicht nur ›Stimme‹ mitgebracht, sondern auch schon eine Menge an Erfahrungen.
Raffaela Lantl kam vom Opernhaus Magdeburg, wo sie einmal in einem Interview zur Saisoneröffnung kundtat, dass sie sich im spätromantischen italienischen und deutschen Fach zu Hause fühlt. Das schicke Outfit der Sängerin sollte zumindest positiv erwähnt werden, weil auch solche Dinge eine Veranstaltung aufwerten.
Ilker Arcayürek, mit 38 Jahren im besten Sängeralter stehend, hat bereits in wichtigen Situationen bestanden, der hier Schreibende kennt ihn seit 2018, als Arcayürek in Heidelberg einen Schubert / Schumann – Liederabend gab, ein Metier, das der lyrische Tenor gerne pflegt.
Wilhelm Schwinghammer, sieben Jahre älter als sein Tenorkollege, kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken und in der Erlentalhalle auch auf seinen ehemaligen Lehrer Harald Stamm, der im Publikum anwesend war.

Für tiefschürfende Stimmanalysen ist hier nicht der richtige Rahmen, dennoch sei erwähnt was – subjektiv – besonders gefallen hat. Das war die ›Hallenarie‹ von Raffaela Lantl, die Arie des Fiesco von Wilhelm Schwinghammer und Ilker Arcayüreks Tamino; mit diesem Tamino lässt sich Furore machen – weit über die Erlentalhalle hinaus, das ist wie maßgeschneidert für diese im Prinzip lyrische Stimme. Max und Lohengrin? Klar, die logische Fortsetzung und auch ordentlich gesungen, aber wäre ich der Stimmbesitzer, würde ich zunächst mit dem Tamino ›hausieren‹ gehen …

Jetzt eine Diskussion über das Singen in Originalsprache beginnen? »leider in Deutsch, die tschechische Originalsprache wäre stilistisch besser gewesen«, schreibt Vorredner Lustein.
Sucht Euch mal bei YouTube dieses Duett Jean Cox – Gottlob Frick aus dem Regentenbau in Bad Kissingen; beide Herren im Frack, also auch eine konzertante Aufführung …

Aber zurück in die Erlentalhalle –  ›O Soave fanciulla‹, als Zugabe von Raffaela Lantl und Ilker Arcayürek dargeboten, grandios gesungen, mit theatralischem Abgang, die Schlusstöne von der Hinterbühne hätten auch vom Teatro alla Scala stammen können!

Kaum hatte man seinen ›Treue-Piccolo‹, der am Saalausgang überreicht wurde, entgegengenommen, ging es mit dem Bus zum Festbüffet in die Gemeindehalle von Ölbronn, die für diesen Abend festlich ausgestaltet worden war. Erstaunlicherweise war, trotz der großen Gästezahl, die Gemütlichkeit in keiner Weise beeinträchtigt. Das ganze Drumherum wurde von Unprofessionellen professionell bewältigt; das hatte seine ganz eigene Qualität mit eher familiärem Charakter.

Die Matinee am Sonntagmorgen bot eine Vielzahl von Möglichkeiten; vor deren Beginn um 11:00 Uhr in der Gemeindehalle, war Gelegenheit geboten die Gottlob-Frick-Gedächtnisstätte zu besuchen und zum Grab zu gehen.

Diese Sonntags-Matinee wird ja bei jedem Treffen anders gestaltet. Zum 25. beherrschte zunächst ein gewisser Hans A. Hey – fast platzend vor Stolz – die Bühne. Der Spiritus Rector des Ganzen ließ per Bilder-Show die letzten 25 Jahre vorbeiziehen, ein beeindruckendes Defilee von Künstlern, die damals noch in jugendlicher Blüte standen oder uns inzwischen für immer verlassen haben. Also auf so etwas stolz zu sein ist absolut berechtigt und hat noch nicht mal einen Hauch von Überheblichkeit.

Nun bat man vier gestandene Bassisten aufs Podium; die Herren blieben zunächst passiv, denn das Saalpublikum war zu einem Ratespiel aufgefordert; es wurden von Bassstimmen gesungene Musikstücke eingespielt, die zu erraten waren – wer die Stimme erriet hob die Hand, war es richtig, gab´s ein Piccolo. Der Kenner ahnte es, da waren auch viele Fehlschüsse, man kennt das doch vom heimischen Radio – das ist ganz bestimmt … o, hätte ich nicht gedacht …

Jetzt wurde das Podium dergestalt aktiv, dass jeder der Bassisten ein von ihm gesungenes Stück mitgebracht hatte und über die Besonderheit, die es für ihn darstellt ein kurzes Statement gab, da waren recht interessante Sachen dabei.

Nach dem Ende des Bühnengeschehens konnte man bei Häppchen und Getränken noch beieinanderstehen und Ingrid betreute die ausgebreitete Literatur, wo man auch einiges von Ludwig Steinbach fand, zum Beispiel auch vom Singen … gleich auf Seite 7 wird es interessant, aber dazu wird hier nun nichts gesagt, sonst wird es überübermorgen …

Lieber belcanto,

das ist ja ein wundervoller Bericht, da gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Es ist, als ob ich es alles noch einmal erlebe. Dankeschön.

Mehr kann und will ich dazu nichts schreiben. 🙂

Liebe Grüße

musika

Lieber Karl Georg, 

Ich lese Deine umfassende, alle Veranstaltungen und Aspekte einbeziehende Gesamtbetrachtung gerade mit großem Interesse. Danke für diesen ausgezeichneten Bericht. Dieser hätte es verdient, in einem Fachjournal veröffentlicht zu werden  und eine weit größere Leserschaft zu erreichen. In Inhalt und Stil sind Deine Gedanken tatsächliche Auseinandersetzung mit der Materie. Fundierter und tiefgründiger als es sonst in Konzert- Besprechungen geboten wird. Ich erlaube mir –  Dein Einverständnis  voraussetzend – Deine Freundschaftsbotschaft dem Präsidium  der Gottlob Frick Gesellschaft zur Kenntnis zu geben. Die haben es sicher verdient, diese Eloge als Verstärkung ihrer Motivation  zu genießen

 Herzlichst  Hans  ein Sängerfreund. Ingrid liest den Bericht dann später.

Lieber belcatno,

auch ich bedanke mich für diesen trefflichen- Bericht ist eigentlich viel zu wenig gesagt- literarischen Hochgenuss, der in sich widerspiegelt, wie schön das alles gewesen sein muss und was ich da alles verpasst habe. Wie tröstlich ist es da für mich, dass sämtliche aufgeführten Komponisten zu meinen Lieblingskomponisten zählen und auch alle aufgeführten Stücke, nur mit dem Simone Boccanegra werde ich mich doch in Zukunft etwas näher beschäftigen müssen, obwohl ich ihn seit teilweise vielen Jahren in meiner Sammlung habe.
Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich die nächsten 12 Monate möglichst unfallfrei überstehe.

Nochmals Dank an alle

Willi?

Am vergangenen Wochenende fand in dem Operndörfle Ölbronn und in Niefern-Öschelbronn das Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft 2023 statt. Und wieder war es ein ganz erhabener Eindruck. Vielen Dank an die Adresse der Gottlob-Frick-Gesellschaft über die erneute Einladung, über die ich mich einmal mehr sehr gefreut habe. Beim Künstlertreffen dabei sein zu dürfen, ist wahrlich etwas ganz Besonderes. Hier wird nicht nur an den „König der Bässe“ Gottlob Frick erinnert, sondern in einmaliger Art und Weise auch ein Kontrapunkt gegen das Vergessen gesetzt. Vielen alten Sängern/innen wird hier gedacht. Einige waren sogar anwesend, um noch einmal alten, befreundeten Kollegen zu begegnen. Derartige Begegnungen zwischen Künstlern zu ermöglichen, die sich vielleicht im Leben sonst niemals wieder begegnet wären, ist eines der Hauptanliegen der Gottlob-Frick-Gesellschaft. Ein weiteres Ziel der Gesellschaft ist die Förderung junger Sänger durch Zur-Verfügung-Stellung einer Auftrittsmöglichkeit. Letzteres war auch dieses Jahr wieder der Fall. Mehrere junge Sänger wurde hier präsentiert, denen bei pfleglichem Umgang mit ihrem kostbaren Stimmmaterial eine große Karriere bevorstehen dürfte.

Das Konzert fand dieses Jahr zum ersten Mal im Ameliussaal in Niefern-Öschelbronn statt. Bereits beim nachmittäglichen Festakt, bei dem die Gottlob-Frick-Medaillen verliehen wurden, durfte man sich an einem jungen chinesischen Bassisten erfreuen, der bereits jetzt am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert ist und sicher über kurz oder lang auch an den großen Häusern singen wird: Liangliang Zhao sang mit herrlich italienisch fokussiertem, sonorem, substanzreichem und farbenreichem Bass einfach umwerfend die „Madamina“-Arie Leporellos aus Mozarts „Don Giovanni“. Auch beim anschließenden Konzert, das der Spieloper gewidmet war, erklangen durchweg vielversprechende Stimmen. Als erstes ist hier Arminia Friebe zu nennen, die ebenfalls über bestens fokussiertes italienisch geschultes Sopranmaterial verfügt und mit einem Maximum an Intensität und Ausdrucksstärke aufwartete. Sehr innig gestaltete sie das Lied der Martha „Letzte Rose“ aus Flotows Oper „Martha“. Frisch, munter und stimmlich äußerst beweglich gab sie die Arie der Baronin Freimann „Auf des Lebens raschen Wogen“ aus Lortzings „Der Wildschütz“ zum besten. Am besten gelang ihr indes die äußerst fulminant, rasant und mit hervorragenden Spitzentönen dargebotene Arie der Frau Fluth „Nun eilt herbei, Witz, heit’re Laune“ aus Nicolais „Lustigen Weibern von Windsor“. Dabei stattete sie alle diese lyrischen Partien mit einem markanten jugendlich-dramatischen Impetus aus. Diese junge Sopranistin bereitete ebenso Freude wie der Bass Andreas Hörl, der mit den Arien „Fünftausend Taler“ aus Lortzings „Wildschütz“, „O sancta justitia“ aus „Zar und Zimmermann“ von Lortzing sowie „Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar“ aus dem „Wildschütz“ glänzte. Er verfügt über einen prachtvollen, robusten und trefflich gestützten Bass mit einer großen Ausdruckspalette. Das Ernste lag ihm genauso gut wie das Komische. In dem Duett aus Lortzings „Undine“ „Ich war in meinen jungen Jahren“ war er zusammen mit dem Tenor Ilker Arcayürek zu hören, der bei seinem letztjährigen Auftreten bei der Gottlob-Frick-Gesellschaft so gut gefiel, dass er auch dieses Jahr gleich wieder engagiert wurde. Und das durchaus mit Recht. Sein schön in Körper verankerter, gut auf Linie geführter und farbenreicher lyrischer Tenor vermochte gut zu gefallen. In die Arie des Lyonel „Ach so fromm“ aus Flotows Oper „Martha“ legte er den ganzen Liebesschmerz des verlassenen jungen Mannes. Sehr andächtig gelang ihm die Arie des Veit „Vater, Mutter, Schwestern, Brüder“ aus Lortzings „Undine“. Insgesamt gefällig war auch das bravouröse Postillonslied „Freunde, vernehmet die Geschichte“ aus Adolphe Adams Oper „Der Postillon von Lonjumeau“. Lediglich das hohe d, das nicht mehr im Körper gestützt wurde, gelang ihm nicht so schön, was schade ist. Letzter im Bunde war der junge ungarische Bariton Dániel Foki, der ebenfalls über angenehmes, sauber geführtes und trefflich gestütztes helles Baritonmaterial verfügte. Die Arie des Grafen „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ aus Lortzings „Wildschütz“ krönte er mit einem imposanten hohen a. Einen gefälligen Eindruck hinterließ auch seine Darbietung der Romanze des Jägers „Ein Schütz bin ich“ aus Conradin Kreutzers „Nachtlager von Granada“. Recht bedächtig sang er das Lied des Zaren „Sonst spielt ich mit Zepter…“ aus Lortzings „Zar und Zimmermann“. Als Zugaben erklangen das Zahlenduett aus dem „Wildschütz“ und das Buffo-Duett von Falstaff und Fluth „In einem Waschkorb?“ aus den „Lustigen Weibern von Windsor. Begleitet wurden die allesamt hervorragenden Gesangssolisten von dem Heilbronner Symphonieorchester unter der bewährten Leitung von Alois Seidlmeier. Es ist schon erstaunlich, was dieser tolle Dirigent in den letzten Jahren an Aufbauarbeit mit dem Orchester geleistet hat. Was da erklang, war recht beachtlich. Als Solo-Darbietungen des Orchesters waren die Ouvertüren zu „Abu Hassan“, „Martha“, und „Die lustigen Weiber von Windsor“ zu hören. 

Das anschließende Gala-Dinner fand das erste Mal nicht,  wie sonst immer, in der Gemeindehalle von Ölbronn, sondern im Best-Western-Hotel in Niefern-Öschelbronn statt. Hier gab es sehr delikate Speisen und Getränke, die mit viel Liebe zubereitet worden waren. Zu der Matinee am nächsten Tag ging es dann in die Gemeindehalle von Ölbronn. Ehrenpräsident Hans A. Hey moderierte die Vorstellung des neuen Buches „Voices“, an dem u. a. der bekannte Musikjournalist Thomas Vogt als Autor beteiligt war. Dieser sehr bemerkenswerte Band enthält eine Reihe von Interviews mit Künstlern, Sängern und auch Schauspielern und hat eine prachtvolle Aufmachung. Hier handelt es sich sicher um eine sehr empfehlenswerte Angelegenheit. Anschließend interviewte Thomas Vogt die Sängerin Anja Silja. Zum Ausklang des Vormittags gab es noch einen schmackhaften Imbiss, bevor die illustren Gäste wieder Richtung Heimat aufbrachen, um eine glückliche Erfahrung reicher geworden. Herzlichen Dank an die Gottlob-Frick-Gesellschaft, die wieder einmal keine Mühe gescheut hat, um ein imposantes Künstlertreffen auf die Beine zu stellen. 

Herzlichst

Lustein

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WilliSaengerfreundeGerhard WischniewskiErich Ruthnermusika

Lieber Lustein,

herzlichen Dank für deinen fundierten Bericht, zu dem ich lediglich einen kleinen eränzenden Hinweis geben möchte. Es ist (nicht nur mir) aufgefallen, dass die Sängerin und die Sänger größtenteils ihre Gesangsvorträge nicht auswendig gestaltet haben. Vielleicht wäre das Eine oder Andere dann neben der technischen Meisterschaft auch vom Ausdruck  und der unterstützenden Mimik und Gestik her noch besser gelungen, und vielleicht wäre dann das hohe „D“  des Postillons auch mit der notwendigen Sicherheit und Strahlkraft zum Ausdruck gekommen.

Liebe Grüße

Willi😀

musika hat auf diesen Beitrag reagiert.
musika

Danke lustein, für Deinen ausführlichen Bericht. Leider hatten wir keine Gelegenheit für Gespräche mit den anderen Troubadouri, das war organisatorisch nicht machbar, obwohl es sich Hans gewünscht hätte.

Ich wollte eigentlich nicht meckern, aber die Organisation ließ sehr zu wünschen übrig, das war im letzten Jahr wesentlich besser. Da bleibt die Frage, bin ich im nächsten Jahr wieder dabei?

Lieber Willi,

ja, auch das hat mich sehr verwundert, so schöne Literatur, mit sehr schönen Stimmen haben mich beeindruckt, aber mit Noten?
Dazu gäbe es viel zu sagen, aber ich möchte nicht nur meckern.

musika

 

Willi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Willi

Als ich gerade noch einmal so über alles nachdachte, da fiel mir ein, dass der GFG vielleicht auch in Zukunft eine Führungspersönlichkeit, sozusagen ein „Eventmanager“ der alten Schule guttäte, wie sie ja schon einen hatte, und wie ironischerweise einer von „echtem Schrot und Korn“ im Festkonzert musikalisch vorgestellt wurde, dessen Sänger jedoch das Stück wohl noch nicht aufgenommen hat, weshalb eine Aufnahme dieses Stückes mit ihm bei YT noch nicht momentan ist, weswegen ich zur Erhellung stattdessen eine Aufnahme eines anderen Sängers einstellen möchte, um den sich hier alles dreht:

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Liebe, nicht ganz ernst gemeinte Grüße,

Willi😀

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musika

Es war wieder einmal ein Erlebnis

Das Künstlertreffen in Niefern-Öschelbronn und Ölbronn-Dürrn

In diesem Jahr mit neuer Spielstätte, aber altgewohnter Qualität. Das Opernkonzert fand im Ameliussaal in Niefern-Öschelbronn statt, was den weit her Gereisten kurze Wege bot, während in den Jahren zuvor ein Busverkehr zur Ötisheimer Erlentalhalle eingerichtet war.

Die Anreise war – völlig außerhalb der Verantwortung des Veranstalters – für Besucher eine echte Herausforderung, denn diese über Jahre dauernde Baustelle der Enztalquerung hat es in sich, man muss sich durch Landkartenstudium sachkundig machen, um Niefern-Öschelbronn zu erreichen.

Ist man dann erst einmal dort angelangt, kann man – wie die Jahre vorher auch – die Organisation der beiden Tage bewundern und sogleich in vertraute Gesichter schauen und Hände schütteln, aber man vermisst auch einige, die altersbedingt nicht kommen konnten.

Die Nachmittagsveranstaltungen waren unterteilt in einen Festakt mit musikalischer Umrahmung und Verleihung der Gottlob-Frick-Medaillen sowie dem Opernvergnügen.

Mit der Gottlob-Frick-Medaille in Gold wurde die Elser Gruppe / Familie Wetzel ausgezeichnet, die in der Vergangenheit im weitesten Sinne auch viel für die Musik, insbesondere der Region getan hat; die mit einigem Humor gewürzte Dankesrede des Familienvertreters wurde vom Auditorium  mit hörbarem Schmunzeln  bedacht.
Mit einer weiteren Medaille wurde Professor Ulrich Eistert ausgezeichnet, der von 1972 bis 2001 mit dem Chor der Stuttgarter Staatsoper große Erfolge erzielt hatte und von der Fachzeitschrift ›Opernwelt‹ drei Mal als ›Opernchor des Jahres‹ ausgezeichnet wurde.

Bereits in diesem Teil war Zhao Liangliang, ein 1992 in China geborener Bassist, mit ›Madamina il catalogo é questo‹ zu hören, der dieses populäre Stück eloquent vortrug; man ist immer bestrebt hier jungen Künstlern eine Bühne vor äußerst sachkundigem Publikum zu bieten.

Das Konzert

Im 23 Seiten umfassenden Programmheft waren unter der Überschrift ›Ein Genre in der Krise – Die deutsche Spieloper und warum sie es so schwer hat‹ einige Gedanken ausgebreitet, die Gründe wurden genannt, Globalisierung und so weiter… – es gibt einige -, aber es sei mit Nachdruck festgestellt, dass es nichts mit der musikalischen Qualität zu tun hat, denn dafür stand Alois Seidelmeier mit seinem 52-köpfigen Orchester und dass die hervorragend gespielt haben ist keine Höflichkeitsfloskel, sondern eine deutlich hörbare Tatsache.
Und was das für Töne waren … die Ouvertüre zu »Martha«, wo unter anderem die Arie des Lyonel eingewoben ist, seit Jahrzehnten nicht mehr live von einem Orchester gehört, da muss man nach Öschelbronn fahren …

Das Programm sah so aus:

Friedrich von Flotow (1812-1883) – Martha
Ouvertüre. Andante con moto – Larghetto – Vivace
Arie des Lyonel  ›Ach so fromm, ach so traut‹ / gesungen von Ilker Arcayürek
Lied der Martha  ›Letzte Rose‹ / gesungen von Arminia Friebe  

Albert Lortzing (1801-1851) – Der Wildschütz
Arie des Grafen  ›Heiterkeit und Fröhlichkeit‹ / gesungen von Dániel Foki
Arie der Baronin  ›Auf des Lebens raschen Wogen‹ / gesungen von Arminia Friebe
Arie des Baculus  ›Fünftausend Taler!‹ / gesungen von Andreas Hörl

Albert Lortzing  – Undine
Lied des Veit  ›Vater, Mutter, Schwestern , Brüder‹ / gesungen von Ilker Arcayürek
Duett Hans / Veit  ›Ich war in meinen jungen Jahren‹ / gesungen von Ilker Arcayürek und Andreas Hörl

Conradin Kreutzer (1780-1849 – Das Nachtlager von Granada
Romanze des Jägers  ›Ein Schütz bin ich‹ / gesungen von Dániel Foki

P A U S E

Otto Nicolai (1810-1849) – Die lustigen Weiber von Windsor
Ouvertüre. Andante moderato – Allegro vivace
Rezitativ und Arie der Frau Fluth  ›Nun eilt herbei, Witz, heit´re Laune‹ / gesungen von Arminia Friebe

Albert Lortzing – Zar und Zimmermann
Arie des van Bett  ›O sancta justitia‹ / gesungen von Andreas Hörl
Arie des Zaren  ›Sonst spielt´ ich mit Zepter, mit Krone und Stern‹ / gesungen von Dániel Foki

Albert Lortzing – Der Waffenschmied
Lied der Stadingers  ›Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar‹ / gesungen von Andreas Hörl

Adolphe Adam (1803-1856) – Der Postillon von Lonjumeau
Postillonlied  ›Freunde vernehmet die Geschichte‹ / gesungen von Ilker Arcayürek

Zugaben:

Albert Lortzing – Der Wildschütz
Duett Sopran / Bass ›A, B, C, D, der Junggesellenstand tut weh‹ / gesungen von Arminia Friebe und Andreas Hörl

Otto Nicolai – Die lustigen Weiber von Windsor
Duett Bariton / Bass  ›In einem Waschkorb‹ / gesungen von Dániel Foki und Andreas Hörl

Die sängerischen Leistungen wurde ja bereits durch Lustein gewürdigt, dem möchte ich aus meiner Sicht jedoch noch hinzufügen, dass ich mir die ›Letzte Rose‹ hätte etwas ›leichter‹ vorstellen können, aber da kommt man eben recht schnell in den Bereich des persönlichen Geschmacks, dass bei Frau Friebe herrliches Stimmmaterial vorhanden ist steht außer Zweifel. Im Programmheft habe ich zwei Punkte gemacht, was als Gedächtnisstütze für besonders herausragend steht:

Rezitativ und Arie der Frau Fluth  ›Nun eilt herbei, Witz, heit´re Laune‹, gesungen von Arminia Friebe und ›Fünftausend Taler!‹, gesungen von Andreas Hörl.

Ilker Arcayürek hatte mich im letzten Jahr mit seinen Vorträgen überrascht und begeistert, aber die Latte beim Postillonlied deutlich zu hoch gelegt, was ich auch ebenso deutlich vorhergesagt hatte. Man sitzt da und hat noch Josef Traxel und Nicolai Gedda im Ohr, fast schon unfair sowas …
Neben dem fabelhaft aufspielenden Orchester beeindruckte mich an diesem Spätnachmittag ganz besonders der Bassist Andreas Hörl, vermutlich sang er so gut, weil er bei seinen Vorträgen direkt unter den gestrengen Augen Gottlob Fricks stand, der vom über die Bühne gespannten Transparent auf ihn herab blickte.

Die Matinee am Sonntagmorgen

Gemäß dem gedruckten Programm hätten die Kammersänger Oskar Hillebrandt und Jochen Kowalski anwesend sein sollen, aber beide konnten den Termin nicht wahrnehmen, wie das eben so ist bei langfristigen Planungen.
Also blieben noch zwei Stargäste: Frau Kammersängerin Anja Silja und ein neues ›Sänger-Buch‹; Thomas Voigt und Hans A. Hey gehören ja hier bereits zum Inventar.

Hier ist das präsentierte Buch zu sehen

ja, das Buch – man kann diese 335 Seiten nicht an einem Tag durchlesen, sondern nur die objektiven Daten nennen: 22,7 cm breit und 28,5 cm hoch sowie 3 cm dick und fast 17 Kilogramm schwer.

Recht interessant ist die Entstehungsgeschichte des Werks, man könnte es nämlich auch das ›Coronabuch‹ nennen, aber dann hätte es einen negativen Touch, den es nicht verdient.
Die Autoren Christine Cerletti und Thomas Voigt sahen – durch Corona bedingt – die einmalige Chance Interviews mit einer Reihe von Künstlern zu machen, die im normalen Musikbetrieb für so etwas in der Regel nicht zur Verfügung stehen, bei 68 Personen gelang es Antworten zu bekommen.
Die Befragten sollten etwas zu dem Thema sagen: ›Was waren Schlüsselmomente, die sie zur Musik führten und letztendlich dafür sorgten, dass sie den Musikerberuf ergriffen?‹

Nach eigenem Bekunden gab es für Frau Silja solche Schlüsselmomente nicht, sie sang – vom Großvater angeleitet – von Kindesbeinen einfach drauf los und gab als Zehnjährige schon öffentliche Konzerte in Berlin und das Mädchen kannte in diesem Alter alle Rollen in Wagners Opern auswendig, aber nicht nur die weiblichen.
Und sie sang nicht wie Heintje, sondern Frühlingsstimmenwalzer, die Pagenarie aus den ›Hugenotten‹, die Olympia-Arie aus ›Hoffmanns Erzählungen‹ und die Arie der Rosina aus dem ›Barbier von Sevilla‹.
In dem Buch nennt Anja Silja dann schließlich doch noch ein Schlüsselerlebnis; ihr Bayreuther Debüt, 1960 als Senta, nun kein Kind mehr, aber für Bayreuth sehr, sehr jung.
Das Gespräch auf der Bühne wurde von Einspielungen begleitet, die Ausschnitte aus Anja Siljas Lebenswerk zeigten und zu Gehör brachten. Nur mit ihrer Sprechstimme hatte die Frau Kammersängerin über den Morgen hinweg einige Schwierigkeiten, weil sie das Mikrofon nicht nahe genug an den Mund brachte – einer Schlagersängerin wäre das nicht passiert …

Es war ein recht vergnüglicher Sonntagmorgen, vom Ehrenvorsitzenden Hans A. Hey in gewohnter Weise moderiert; als er von der unverhofften Ankunft des Buches erzählte und schilderte, dass seine Frau und er gleich den ganzen Morgen darin gelesen hätten, kam doch tatsächlich aus dem Publikum die freche Frage: ›Warum nur am Morgen?‹

THOMAS VOIGT / ANJA SILJA / CHRISTINE CERLETTI / HANS A. HEY / THOMAS KLEINHEINZ

Musika schreibt in ihrem Beitrag:
›Ich wollte eigentlich nicht meckern, aber die Organisation ließ sehr zu wünschen übrig, das war im letzten Jahr wesentlich besser.‹

Jetzt habe ich überlegt, was ich vermisst habe …
Ich wurde mal wieder nicht richtig satt, aber das lag nicht an der Organisation, sondern an meiner Navi-Dame, offenbar eine Baustellenfetischistin, die mich zwei Mal die Autobahn-Großbaustelle entlang jagte und als ich endlich runter kam  immer wieder befahl: ›wenden Sie, wenden Sie‹. So wurden wir von Ingrids Kuchen ferngehalten, weil wir viel zu spät eintrafen.
Abends bekam ich ebenfalls wenig in den Magen, weil ich so interessante Gesprächspartner hatte, dass ich kaum zum Kauen kam.
Ansonsten wurde ich immer und immer wieder von den herum wieselnden ›Frick-Leuten‹ gefragt ob man mir helfen könne.

Also wenn es mich nächstes Jahr noch gibt, werde ich wieder in Niefern dabei sein, aber garantiert früher eintreffen.                                                              

Gerhard Wischniewski hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gerhard Wischniewski

Liebe Freunde,

auch Erika und ich bedanken sich für die ausführlichen Berichte, vor allem von lustein und belcanto. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen. Nicht ganz kann ich mit Willi übereinstimmen: Notenständer habe ich auch immer wieder mal bei Konzerten bekannter Sänger gesehen. Von unsrem Blickwinkel auf die Bühne her hatten wir nicht den Eindruck, dass die jungen Sänger zu sehr an den Noten „klebten“, sondern auch Manches durch Mimik und Gestik in ihrem Vortrag auflockerten. Allerdings müssen auch wir gestehen, dass in dieser Hinsicht die Registerarie des Leporello von Liangliang Zhao nicht zu übertreffen war. Diese Arie aber bietet ja auch besonderen Zündstoff dafür.
Von allen möchten wir sagen, dass sie mit ihren Stimmen begeistern konnten und sicherlich noch eine große Karriere vor sich haben.
Das Dirigat von Professor Seidlmeier bewundern wir schon seit ein paar Jahren. Es war diesmal wieder herrlich, ihm dabei zuzuschauen und zu hören, was das Orchester unter seiner Leitung vollbrachte. 
Wir hoffen, dass wir auch im kommenden Jahr noch einmal dabei sein können.

Liebe Grüße
Erika und Gerhard

Saengerfreunde hat auf diesen Beitrag reagiert.
Saengerfreunde

Eigentlich wollte ich schon im Bett liegen, möchte aber nochmal auf die „Notenständer“ eingehen. Ich kenne das überhaupt nicht, dass große Opernarien mit Noten gesungen werden, das ist für mich ein Unding und das würde ich bei meinen Sängerinnen und Sängern nie akzeptieren und von Profis schon mal gar nicht.

Und jetzt, gute Nacht

musika

 

Willi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Willi

Liebe Freude*innen,

danke für die Reaktionen auf unser diesjähriges Konzert. Auf der Linie von Gerhard sind wir sehr zufrieden und glücklich, dass es diesen Erfolg gegeben hat. Nun wird über das Sicherheitsnetz Notenständer und Noten diskutiert. Selbstverständlich wäre ein völliger Verzicht darauf das Optimum. Bei den Arien war diese „Risikoversicherung“ kaum notwendig. Das Problem sind die Duette. Die Sänger lernen sich zum Teil bei der ersten Probe kennen, dann haben sie  zweieinhalb Proben, gleich mit Orchester, ohne vorausgehende Klavierproben. Das diese zum Teil in der Spieloper sehr temporeichen Duette sogar mit ausgeprägtem Spiel  so gebracht wurden ist für mich fast ein Wunder. Vorgänger von Alois Seidlmeier als Dirigenten des HSO verzichteten teilweise ganz auf Duette und Ensembles, mit dem Argument in dieser Probenzeit  wären diese nicht zu machen, weil das Risiko zu hoch sei. Alois wagt es und gewinnt ungemein viel Farbe, Esprit, Vielfalt in den Programmen.

Die ersten Pressereaktionen sind teilweise nahezu euphorisch. Allen Mitwirkenden werden hohe Potentiale und bedeutende Karrieren bestätigt. Drei davon singen ja schon international an den ersten Häusern wie Met, Mailand, Wien, Bayreuth usw.

Bitte auch die Raumverhältnisse berücksichtigen: Auf der Bühne herrschte eine qualvolle Enge, bei der kaum ein anderes Profi-Orchester spielen würde. Der Orchestervorstand wies pflichtgemäß auf diese Zustand hin. Nur dem traumhaften Verhältnis Künstlerischer Leiter zum Orchester ist es zu danken, dass das trotz diesen Hürden gespielt werden konnte. Die Sänger stehen so weit vorne an der Rampe, dass sie ständig ihre Bewegungen kontrollieren müssen, damit sie nicht von der Bühne fallen. Wir sind in Ölbronn-Dürrn und nicht in München, Stuttgart oder Heilbronn, wo ganz andere Rahmenbedingungen gegeben sind.

Nun ein persönliches Statement von mir, Hans dem Sängerfreund. Ich habe mit anderen Frick Freunden die Gottlob Frick Gesellschaft maßgeblich mit aufgebaut. Aus kleinsten und wenig hoffnungsvollen Ausgangsvoraussetzungen haben wir eine Gesellschaft aufgebaut, die bundesweit Beachtung findet durch das größte regelmäßige Künstlertreffen in der BRD und damit die konsequente  Arbeit am Motto „Verachtet mir die Meister nicht“, Jugendförderung durch Plattform für Auftritte junger hochbegabter Sänger, Matinee zum Teil mit ehemaligen Weltstars,  einmalige Händeabdruckgalerie besonders der Nachkriegssängergeneration rund um Gottlob Frick, und, und und.

Die Gottlob Frick Gesellschaft ist ein Projekt, auf das ich in meiner Lebensbilanz stolz bin und ich werde – so Gott will – mithelfen, dass die Erfolgsgeschichte im Operndörfle wenn auch mit Korrekturen auch weiterhin fortgeschrieben werden kann.

Mit ganz lieben Grüßen 

Herzlichst

Hans der Sängerfreund

 

 

Gerhard Wischniewski hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gerhard Wischniewski

Liebe Sängerfreunde,

Du, lieber Hans, kannst mit Recht auf das stolz sein, was Du geleistet hast und immer noch leistest, meine Hochachtung dafür, das kann man nicht genug würdigen.

Die Zeit eilt weiter, Änderungen sind da vorprogrammiert und brauchen Zeit, um das weiterzubringen, was Du geschaffen hast. Schauen wir nach vorne und hoffen, dass es in Deinem Sinne fortgeführt wird.

In einem muss ich widersprechen, und zwar die leidlichen Noten. Auch wenn die Duettpartner vorher wenig proben können, müsste es für einen Profi kein Problem sein. Unsere Solisten im Ensemble kommen vor den Konzerten das erste Mal zusammen und proben da noch mit Noten, doch im Konzert nicht. Aber es wurde hier ja nicht nur bei den Duetten in die Noten geschaut, auch in den Soli. Aber genug, ich denke darüber etwas anders.

Die beiden jungen Baritone habe das vorzüglich vorgemacht, super.

musika

 

 

 

 

Willi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Willi

Lieber Hans,

ich freue mich, dass es dir wieder besser geht, und ich werde dich diesbezüglich noch am Nachmittag anrufen. Auch ich fand das Konzert im Ergebnis sehr gut und trotz der großen Enge sehr professionell ausgeführt, auch dank der umsichtigen und untadeligen Leitung von Prof. Seidlmeier.
Mein Problem war im Grunde ein Anderes, und das habe ich in meinem o. a. Beitrag Nr. 16 mit einem Augenzwinkern aufs „Korn“ genommen (s.o.):
Als musika und ich schon am Mittag eintrafen, eröffnete uns die Dame an der Rezeption, dass für uns gar keine Reservierung vorlag, obwohl uns die Herrschaften vom Eventmanagement der GFG mitgeteilt hatten, dass für uns alles reserviert sei. An der Rezeption jedoch teilte man uns mit, dass wir neuerdings selbst hätten reservieren müssen, und das hatte uns die GFG nicht mitgeteilt. Wie ich später erfuhr, waren wir beileibe nicht die einzigen Gäste, denen dies widerfahren war.
Wir hatten Glück, dass noch Zimmer frei waren, sonst hätten wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren können und dies auch getan..
Diese ärgerliche Reservierungsgeschichte war nur das erste von mehreren Fehlleistungen, die auf der Organisationsseite lagen, wie z. B. die völlig unbrauchbare Landkarte, die dem Umschlag beilag, das Chaos mit den Buseinsätzen am Samstag, die unmögliche Platzierung unserer Sitze im Konzert, das weitere Chaos nach dem Konzert, wo z. B. unser Freund Lustein keinen Platz mehr fand, weil eine sehr unfreundliche ältere Dame meinte, die Sitzordnung an unserem Tisch bestimmen zu müssen, schließlich der Umgang mit dem über viele Jahre bei den Künstlertreffen als Aushängeschild betrachten Eike Wilm Schulte, der mit seiner Frau völlig isoliert von anderen Sängerfreunden am Ende unseres Tisches saß und zu guter letzt der „Quasi-Rauswurf“ am Ende des Frühstücks am Abreisetag. Es erhebt sich die Frage, was man tut, wenn im nächsten Jahre die Organisation wieder solchen Verlauf nimmt.

Liebe Grüße

Willi😀

musika hat auf diesen Beitrag reagiert.
musika

Lieber Willi,

auch ich war der Meinung mich angemeldet zu haben, hatte dann aber einige Tage vor dem Treffen ein ungutes Gefühl und fragte beim Hotel an ob ich auf einer Gäste-Liste stehe; als das verneint wurde, buchte ich von mir aus.
Aber jetzt noch einmal zurück zum Sonntagmorgen …

Willi und musika haben auf diesen Beitrag reagiert.
Willimusika

Da im Rahmen der Matinee der Buchvorstellung so große Bedeutung zukam, sollte VOICES doch noch einmal etwas näher betrachtet werden.

Buch mit und ohne Schutzumschlag

Buch-Inneneinsicht mit den Seiten von Anja Silja

Es war schade, dass nur zwei Exemplare im Rahmen der Matinee käuflich zu erwerben waren.
VOICES soll deshalb hier noch etwas näher ins Rampenlicht gerückt werden.

Auszüge aus dem Umschlagstext:

»Mit 440 Fotografien beleuchtet dieses einzigartige Buch wichtige und auch uns prägende Meilensteine in der Musikgeschichte. VOICES bietet Einblicke in die Lebensgeschichte von 70 Stimmen aus der zeitgenössischen Musik. und Theaterwelt.

Herausragende Interpretinnen und Interpreten teilen ihre persönlichen Erfahrungen über die Zusammenarbeit mit renommierten Persönlichkeiten der Musik- und Theaterszene.
Auch gewähren sie ganz private Einblicke:
in das Musizieren zu Hause mit der Familie, in soziale Hintergründe und sensible Themen wie Rückschläge, Ängste oder langersehnte Wertschätzung. Und wie sie den Schlüssel zu ihrer Stimme gefunden haben. Dieses beeindruckende Buchrepräsentiert erzählte Musikgeschichte von 1945 bis heute.

Die Texte basieren auf Gesprächen mit Christine Cerletti und Thomas Voigt, die während der Pandemie 2021 und 2022 geführt wurden, oder sie wurden von Künstlerinnen und Künstlern selbst verfasst. Sie bieten vielfältige Zugänge und zeichnen nach, wie die Bühne zu einem emotionalen Raum wird.

Sie sind persönlich berichtete Musikgeschichte. Das Bedürfnis zu teilen ist unglaublich mächtig.
Nach der Zäsur durch die Pandemie bleibt die faszinierende Tatsache: (Musik-) Theater ist Nähe.«

Willi, Saengerfreunde und musika haben auf diesen Beitrag reagiert.
WilliSaengerfreundemusika

Lieber belcanto,

vielen Dank auch für diesen schönen Beitrag, in dem du ( trotz des Buchtitels) von „Musik“ sprichst, die ja in der Tat mehr ist als nur Gesang, wie ich in meiner Arbeit im Klavierthread gestern wieder verspüren konnte, auch wenn dem gestern Abend wieder eine wunderbare Mozart-Requiem-Probe folgte. Singen ist halt das Einzige, was ich musikalisch in bescheidenem Niveau aktiv ausführen kann. Das o. a. Buch werde ich mir jedenfalls demnächst zulegen.

LG Willi 😃🎵👍

Lieber Belcanto, 

danke für Deine wie immer das Wesentliche herausstellenden Beiträge. Genau deshalb wirst Du auch vermisst, wenn Du einige Zeit nicht schreibst.

Übrigens soll das Konzert in Heilbronn im 0rchestralen Bereich noch besser gewesen sein. Alois führt das auf die beengten Platzverhältnisse zurück. Besonders im Streicherbereich könnte kein Musiker befreit aufspielen.

Ich glaube auch nicht, dass wir den Saal noch einmal wählen werden. Er ist akustisch nicht ausgewogen. In der Mitte kommt der Klang zu direkt und massiv und auf den  Seitenplätzen nicht optimal zu hören. Es war ein mal einen Versuch wert, aber mehr auch nicht. Solange wir in Mühlacker keinen speziellen Konzertsaal haben wird es in den Mehrzweckhallen immer Kompromisse geben.

Liebe Grüße

Herzlichst

Ingrid und Hans die Sängerfreunde

Liebe Sängerfreunde,

das lässt ja hoffen.

Ich kann mich den Worten von Willi voll und ganz anschließen, hatte aber nicht den Mut, es hier so zu schreiben.

musika

Den zuletzt hier eingestellten Beitrag der Sängerfreunde habe ich hier gelöscht und in den dafür vorgesehenen „Heiterkeits-Thread“ eingestellt.

Liebe Grüße

Willi😀

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