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"La forza del destino" aus der Mailänder Scala vom 7. 12. 2024

Wer wie wir aufgeblieben war und sich die o. a. Vorstellung in der Scala unter der furiosen  Stabführung von  Riccardo Chailly in einer, wie ich finde, durchaus schlüssigen Inszenierung (wer hätte das bei Arte gedacht), wirklich genießen konnte, der konnte auf die Idee kommen, dass möglicherweise ein Umdenken in Gang gekommen sein konnte, was das Regiethater betrifft, zumal auch das Bühnenbild kaum einen Anlass bieten konnte, hier etwas Negatives zu sagen, und was die Wirkung dieser Inszenierung in der Darstellung aller Mitwirkenden betraf, so sprang einem die Idee förmlich ins Gesicht und ins Gemüt, dass damals wie heute der Krieg der schlimmste aller Fehler und das katastrophalste aller Verbrechen des Menschen ist. Ob es ein Wink des Schicksals war, dass ausgerechnet eine Russin als Beeindruckendste und Mitreißendste des ganzen Abends zu nennen war, nachdem sie in den vergangenen Jahren, ob zu Recht, das sei dahingestellt, wegen ihrer damaligen „Nähe“ zu Putin an manchem Ort mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden ist.
Ich habe Anna Netrebko noch nie so absolut überzeugend agieren sehen, noch nie so eine postiv erschütternde Leistung abliefern sehen, und vielleicht erfährt man ja noch, warum Jonas Kaufmann ausgerechnet dieses Engagement zurückgegeben hat.

Hier zwei Ausschnitte:

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Liebe Grüße

Willi😀

Gerhard Wischniewski, Erich Ruthner und Wolfgang Kaercher haben auf diesen Beitrag reagiert.
Gerhard WischniewskiErich RuthnerWolfgang Kaercher

Lieber Willi,

danke für den Bericht. Arte hat zwei Fehler: Die Opern die arte sendet, sind meist verunstaltete Werke und seit einiger Zeit sendet er Opern fast nur noch um Mitternacht, sodass opernfreunde – vor allem ältere, die meist nicht über die Möglichkeiten ie wir verfügen –  keine Chance haben, sie in einer vernünftigen Zeit zu sehen und oft bis in den frühen Morgen hinein aufbleiben müssten. Das führt dazu, dass viele darauf verzichten müssen. Ich habe arte aus diesem Grunde auch in der letzten Zeit nicht mehr eingeschaltet. Die Übertragung aus Mailand habe ich mir vorgemerkt, da ich mir von dort noch vernünftige Inszenierungen erwarte, aber um diese späte Zeit nicht mehr eingeschaltet, weil ich – anders als viele Ältere – zum Glück in die Mediathek schauen kann. Das habe ich auch schon getan und mir diese Inszenierung – aber erst nur in Querschnitten – angesehen. Und da stimme ich deinem Bericht zu: Es sieht eigentlich recht gut und wenigstens nicht nach Regietheater aus. Es wäre wünschenswert, wenn – wie du und auch ich hoffen – endlich ein Umdenken käme und wir wieder die echten Werke zu sehen bekämen. Ich werde mir diese Inszenierung in den nächsten Tagen herunterladen, um sie dann in voller Länge anzusehen.

Liebe Grüße an euch beide
Gerhard

Lieber Gerhard,

ich habe gerade gesehen, dass nunmehr die ganz Oper eingestellt ist, und nun kannst du sie dir in Ruhe übertags ganz ansehen. Vielleicht ergreift sie dich auch so, wie sie mich ergriffen hat:

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Liebe Grüße

Willi😀

Hallo alle,

Ich hatte die Sendung im Fernsehen auch ein wenig angeschaut, konnte wegen der späten Stunde nicht alles sehen. Mir gefällt die Musik, von Inszenierung verstehe ich eh nix, aber sie gehört halt dazu. Wie ich das Bild vom PC auf den Fernseher bekomme, entgeht mir zur Zeit noch: ich bevorzuge nämlich einen größeren Bildschirm als den, den ich am Computer habe. Wie seht ihr das?

LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber Andre,

ich lade die Sendung mit „Mediathek View“ (kostenlos aus dem Internet zu laden und installieren) herunter und speichere sie auf DVD-RW. Sollteich sie als so sehenswert empfinden, dass ich sie später gerne noch einmal sehen möchte, nehme ich sie auf DVD-R. So kann ich sie jederzeit nicht nur auf dem Fernsehschirm, sondern auch über Beamer auf größerer Leinwand ansehen.
Die Inszenierung gehört – wie du sagst – dazu, denn Opern sind zum Hören und Sehen geschaffen. Daher hasse ich es, wenn Regisseure, die unfähig sind, die Oper so zu verwirklichen, wie Librettist und Komponist sie erdacht haben, ja – wie einige sogar zugeben –  das Libretto nicht gelesen zu haben und von Musik wenig zu verstehen, dem musikalischen Werk einfach eine selbst erfundene, unpassende, irre Handlung unterlegen und der Zuschauer betrogen und in die Vorstellung gelockt wird, indem das Werk dann unter dem Namen und seinem ursprünglichen Titel angepriesen wird.
Ich studiere zu jedem Werk, das ich mir ansehe – soweit möglich – vorher das Libretto (oder zumindest eine gute Inhaltsangabe). Nicht alles in manchen ausführlichen Libretti ist wesentlich: Ob die Kirche nun rechts und das Pfarrhaus links auf der Bühne stehen oder umgekehrt, interessiert mich nicht, aber die vorgesehenen Orte des Geschehens müssen erkennbar und die Handlung in jedem Fall, passend zu ihrer Zeit, bestehen bleiben. Das ist das Wenigste, was ich von einer Inszenierung verlangen kann. Historische Geschehnisse und Gestalten, die eigentlich auch ein Regisseur kennen sollte, in andere Orte und Zeiten zu versetzen, halte ich (und viele Opernfreunde auch) für abartig.

Liebe Grüße
Gerhard

 

Lieber Gerhard,

deine Ansichten über die Sünden des  Regietheaters hast du ja hier schon ausführlich und oft dargelegt. In diesem speziellen Fall würde ich mich freuen zu erfahren, wie du diese Inszenierung beurteilst und auch, was du von cen Leistungen der Vokalisten und Instrumentalisten hältst, deshalb habe ich noch nach den Ausschnitten die ganze Aufnahme hier eingestellt. Wie ich gesehen habe, hast du ja vor fast genau zwei Jahren den Beitrag über die Macht des Schicksals im Opernführer eingestellt. Also, keine Angst vor dieser Aufnahme!

Liebe Grüße

Willi😀

Die Idee mit der DVD finde ich im Prinzip gut. Die Kardinalfrage ist wahrscheinlich, wie man den Film so auf die Scheibe bekommen kann, dass diese dann auch auf dem installierten Gerät funktioniert, wegen Verträglichkeit und so.
LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber Willi,

ich hatte gestern einige Probeme mit „MediathekView“, weil ich dummerweise ein Update eingespielt hatte. Hier hätte ich die Aufzeichnung mit deutschen Untertiteln ansehen können, was leichter gewesen wäre. Ich beschränke die Ladeliste auf 3sat und arte und auf wenige Tage. Bei 3sat zeigte er mir auch alles an, bei arte nur den 10.12. Ich habe den Fehler soeben  beseitigt, indem ich das ganze Programm gelöscht und neu einespielt habe. Jetzt kommt auch bei arte wieder alles. Weil ich nicht weiterkam, habe ich mir die ersten beiden Akte auf youtube mit italienischen Untertiteln angesehen, was du ja freundlicherweise eingestellt hattest. Die weiteren Akte stehen noch aus und ob ich heute dazu komme, weiß ich noch nicht. Du musst also noch etwas warten. Aus youtube ist die Inszenierung, soweit ich gesehen habe – Inzwischen wegen einer Beschwerde von Anna Netrebko herausgenommen worden.

Lieber André,

Um etwas auf DVD-R oder DVD-RW (letztere kann ja immer wieder gelöscht werden) zum Abspielen im DVDPlayer zu speichern, brauchst du sicher ein Brennprogramm (z.B. Nero). Ich habe deshalb keine Schwierigkeiten, weil ich einen heruntergeladenen Film in mein Filmbearbeitungsprogramm „Magix“ ziehen und von dort aus brennen kann. Ich filme seit vielen Jahren, stelle aus den z.B. im Urlaub gefilmten und bearbeiteten Szenen einen Film zusammen, den ich mit dem Programm auch kommentieren und mit Musik unterlegen kann. So kann ich, falls ich die Sendung auf Dauer (DVD-R) speichern will, auch die Ansagen und Zwischenakt-Interviews heruschneiden. Brennprogramme gibt es auch kostenlos im Internet, aber ich habe keine Erfahrung damit. Aus „MediathekView“ direkt auf DVD brennen kann man wohl nicht. Ich habe es für dich einmal mit einem kleinen Film versucht, aber keinen Erfolg gehabt. Falls du eine externe Festplatte hast, kannst du die Sendung auch darauf herunterladen. Ich habe allerdings noch nicht versucht, ob ich die dann über den Fernseher abspielen kann. Du musst da wohl – wie ich auch – ein wenig experimentieren.

Liebe Grüße
Gerhard

Lieber Willi,

ich kam zeitlich nicht eher dazu, mir die vollständige Inszenierung anzusehen. So habe ich den letzten Akt erst heute ansehen können. Wie ich schon sagte, habe ich schon nach meiner ersten Betrachtung in kurzen Querschnitten gesagt, dass das nicht nach dem, was man heute unter Regietheater, besser gesagt Regisseurstheater versteht, aussieht.
Nun habe ich die volle Inszenierung angesehen und kann sagen, dass der Regisseur hier wirklich mit dem echten Libretto, anhand dessen ich die Sendung verfolgt habe, gearbeitet hat. Was die Szenerie betrifft, waren auch die einzelnen angegebenen Spielorte durchaus zu erkennen und drückten in der Darstellung faszienierd die Düsterkeit des Stoffes aus. Als Bilderästhet (sie gehören einfach zu einer Oper, auch wenn sie die Spielstätte nur andeutungsweise und nicht genau nach den Vorschriften des Librettos zeigen) haben mir vor allem die 2. Teile des 2. Aktes (besonders die Darstellung des Kircheninneren) und des 4. Aktes gefallen. Die Kostüme konnte ich nicht an jeder Stelle genau einordnen, aber das spielt keine Rolle. Manchmal wurde mir ein bischen zuviel an der Drehbühne gedreht. So fand ich überflüssig, dass wohl Leonoras Gewissensbisse dadurch illustriert werden sollten, indem sie links aus dem Fenster stieg, einmal ums Haus ging, dann draußen ein paar starren Figuren mit Schießgewehren und später einer ebeso starren, am Tisch sitzenden Wache(?) begegnete und von rechts wieder durch die Tür hereinkam. Ebensowenig konnte ich erkennen, was im 4. Akt bei der Armenspeisung die Soldaten mit den Schießgewehren zu suchen hatten oder beim Duett Alvaro – Don Carlo die im Hintergrund sitzende Gestalt bedeutete (oder habe ich da etwas falsch gesehen, weil ich nur am kleinen Computerbildschirm geschaut habe). Aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten. Insgesamt war es eine großartige und packende Inszenierung, etwas, was – wie du schon  sagst – man von arte nach den schlechen Erfahrungen der letzten Zeit kaum, aber da dieser Sender wohl die Rechte für die Eröffnungsveranstaltung in der Mailänder Skala erworben hatte, im Stillen wenigstens erhofft hatte. Schade nur, dass eine Reihe von Opernfreunden sich entweder – wie das bei arte leider nur noch üblich ist – die „Nacht um die Ohren schlagen“ oder darauf verzichten mussten, wenn sie nicht über die technischen Möglichkeiten wie wir verfügen oder auch – weil wir von arte ja nichts Gutes mehr gewöhnt sind – ganz darauf verzichtet haben.
Was die Sänger und ihre Darstellung der Figuren betrifft, kann ich nur sagen, dass Anna Netrebko, die ich zwar früher gern gesehen habe, aber in der letzten Zeit garnicht mehr so sehr schätzte, sich in Gesang und Darstellung selbst übertroffen hat. Aber auch alle anderen wesentlichen Figuren haben mir von der Stimme und von der Darstellung gefallen. Besonders möchte ich auch in der Darstellung Preziosilla und Fra Melitone hervorheben.
Da ich – wie ich hier schon einmal erklärt habe – nicht, wie manche anderen – Stimmen analysieren kann, sondern nur sagen kann, ob sie mir gefallen oder weniger gefallen, aber besonderen Wert darauf lege, wie mich die gesamte Inszenierung bgeistert kann ich nur noch sagen:  Insgesamt eine äußerst packende Inszenierung eines Regisseurs, der noch versteht, Opern nach dem Libretto und trotzdem modern zu gestalten, ohne ihnen eine selbsterfundene, irre und unverständliche Handlung zu unterlegen.
Übrigens, um auf deine Frage zurückzukommen, was onas Kaufmann betrifft, ich hätte ihm mir nicht in der Rolle Alvaros vorstellen können.
Da mein MediathekView wieder klappt, werde ich mir diese Inszenierung herunter laden, die Ansagen und Interviews herausschneiden und auf DVD speichern, um sie in Kürze noch einmal mit meiner Erika auf großer Leinwand anzusehen. Es war die erste Oper, die wir nach unserem Kennenlernen vor 65 Jahren gemeinsam gesehen haben.

Liebe Grüße
Gerhard

Gestaltung Agentur kuh vadis