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LECOCQ, Charles: DIE TOCHTER DER MADAME ANGOT

Charles Lecocq (1832-1918):
DIE TOCHTER DER MADAME ANGOT
(La Fille de Madame Angot)
Opera-comique in drei Akten

Libretto von Clairville (Louis-François Nicolaie), Paul Siraudin und Victor Koning
Originalsprache: Französisch.

Uraufführung am 4. Dezember 1872 im Théâtre Fantaisies-Parisiennes, Brüssel.

Personen:
Larivaudière, Politiker und Finanzier (Bariton)
Pomponnet, Friseur (Tenor)
Ange Pitou, Straßensänger (Tenor)
Mlle. Lange, Schauspielerin im Theatre Feydeau (Mezzosopran)
Clairette Angot, Blumenhändlerin (Sopran)
Cadet (Tenor)
Guillaume (Tenor) Männer in den Hallen
Buteux (Bass)
Amaranthe (Sopran)
Javotte (Sopran) Frauen in den Hallen
Thérèse
Chor, Ballett: Männer und Frauen in den Hallen. Grenadiere, Verschwörer, Herren, Damen
und Volk.

Ort und Zeit: Paris in der Zeit des Direktoriums (zwischen 1795 und 1799).

Erster Akt.
In den Pariser Markthallen.
Merkwürdiges lässt die Frage aufkommen, warum die Leute hier so elegant und festlich gekleidet sind? Antwort: Weil die Blumenhändlerin Clairette Angot und der Friseur Pomponnet heute heiraten sollen. Gegenfrage: Sollen? Antwort nun: Clairette ist im Grunde genommen aller Händler und aller Händlerinnen Tochter, tatsächlich aber ist sie „Fille“ der legendären und lebenslustigen Madame Angot, die ja leider nicht mehr lebt.

Das „Elternkollektiv“ der Pariser Hallen hat aber dafür gesorgt, dass Clairette eine gute Pensionatsausbildung bekam. Zurück in Paris wurde sie Blumenhändlerin und soll nun (auf allseitigen Wunsch eben) den braven Friseur Pomponnet ehelichen. Das Publikum muss wissen, dass Clairette aber jenen Pomponnet nicht liebt, sondern den (windigen) Ange Pitou, einen Straßensänger, der reaktionäre Spottlieder auf das revolutionäre Direktorium singt und deshalb auch gefährlich lebt. Also muss man feststellen, dass Clairette allen die gehorsame Tochter nur vorspielt, tatsächlich aber die Heirat verhindern, zumindest jedoch hinauszögern zu können.

Es kommt plötzlich Bewegung in die Pariser Markthallen: Der Finanzier Larivaudière ist auf der Suche nach jenem Pitou, der mal wieder aus dem Gefängnis fliehen konnte. Die Zuschauer liegen aber falsch, wenn sie denken, dass es um die Rückführung in den „Knast“ geht. Der Finanzier möchte den Sänger dazu bringen, sein neuestes Lied, das sich mit seiner, Larivaudières, Liebschaft zu der Mimin Mlle. Lange befasst, nicht in Umlauf zu bringen. Dadurch hofft er, den mächtigsten Mann des Direktoriums, Barras, dessen offizielle Geliebte Mlle. Lange ist, nicht auf sich aufmerksam machen.

Als Larivaudière plötzlich Pitou gegenübersteht, erweist er sich der Straßensänger als ein gewiefter Taktiker, denn er treibt das Schweigegeld bis auf 30.000 Francs in die Höhe. Mit diesem Batzen Geld, glaubt er jedenfalls, seine Position bei Clairette festigen zu können. Die ist aber auch nicht ohne, singt, weil sie das freche Chanson ihres Geliebten schon „drauf“ hat, es auf der Stelle frei weg – und wird umgehend von Polizisten verhaftet. Der Heiratsaufschub ist damit Wirklichkeit geworden.

Zweiter Akt.
Salon der Mlle. Lange am Abend des gleichen Tages.
Verschwörer sind anwesend, angeführt von Larivaudière und der Mlle. Lange, die aber zunächst die unverschämte Sängerin des Spottliedes kennenlernen will. Clairette wird kurz darauf – noch im Brautkleid – vorgeführt, aber die Zusammenkunft verläuft unerwartet anders, als es sich Mlle. Lange gedacht hat. Denn, als sie sich gegenüberstehen, erkennen sie sich als ehemalige Freundinnen aus dem Mädchenpensionat. Das löst natürlich die Stimmung sofort und Clairette kommt auch schnell auf ihr Problem zu sprechen, nämlich den ungeliebten Pomponnet loszuwerden. Die Lange verspricht ihr, Hilfe zu gewähren. Allerdings weiß sie nicht, wer an Pomponnets Stelle treten soll, denn den tatsächlichen Geliebten hat Clairette der Lange nicht genannt, und die wiederum hätte die Hilfe nicht gewährt, denn Pitou hat es auch ihr angetan. Deshalb hat sie Pitou anonym auch zu sich gebeten.

Und prompt kommt der, durch einen Diener gemeldet, und Clairette schiebt man sofort in ein anderes Zimmer ab. Allerdings kommt unmittelbar nach Pitou auch Larivaudière und ist sofort im Angriffsmodus: Was will der hier? Mlle. Lange lügt ihm vor, dass sie ihn mit Clairette verkuppeln will.

Dann kommt der nächste Besucher: Pomponnet, um Freiheit für Clairette zu bitten, und der Lange dann den Text des Spottliedes zu übergeben. Ohne große Umstände lässt die ihn aber verhaften, und hat damit der Freundin den größten Wunsch erfüllt.

Als es auf die Mitternacht zugeht fällt plötzlich auf, dass das Haus der Lange von Soldaten umstellt ist und die Lange redet sich vor dem Commisaire mit einer Hochzeitsfeier heraus. Das wird akzeptiert und die imaginäre Gefahr ist erst einmal gebannt.

Dritter Akt.
Gartenwirtschaft mit Laube, am Abend des nächsten Tages.
Clairette ist mit den „Halleneltern“ zusammengetroffen. Sie will noch heute das komische Heiratsgebaren aufklären. Dazu hat sie eine Briefintrige gestartet, die hoffentlich die Klärung herbeiführen wird.

Zunächst trifft Larivaudière auf Pomponnet, der dem Gefängnis mit einem Trick entfliehen konnte. Die Szene ist urkomisch, weil sie sich vom Erschrecken beider und Anzeichen von Verwirrung bis zu einer Erkennungsszene verwandelt. Das nutzt Clairette wiederum aus, indem sie beide in eine Laube führt, weil sie dort Pitou und Mlle. Lange belauschen sollen.

Wie löst sich nun das Geschehen auf? Welches Geschehen, fragen Sie? Nun, die wirklich weltbewegende Frage lautet immer noch, wen Clairette heiratet!

Eine Briefintrige, die sie eingefädelt hat, bringt dann die Entscheidung: Der windige Pitou ist nicht der Richtige; lieber hält sie sich an den braven Pomponnet (und hofft, dass sie ihn „aufpeppen“ kann). Pitou aber nimmt’s leicht, denn seine Erwartung geht dahin, dass die Tochter der Madame Angot den Friseur schnell Leid ist…

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