informativ

diskussionsfreudig

meinungsbildend

kooperativ

Troubadour-Forum für die Freunde der Oper, des Gesangs und der Klaviermusik

Hallo und herzlich Willkommen im Troubadour Forum!

Danke für den Besuch unserer Website. Hier kannst du als Gast in den Hauptthemenbereichen Oper, Operette, Oratorium, Lied und Klavier mitlesen, dich umfangreich informieren und den Meinungsaustausch verfolgen. Den vollen Nutzen des Forums hast du allerdings nur, wenn du angemeldet und registriert bist. Dann kannst du alle Funktionen und Bereiche des Forums uneingeschränkt nutzen. Das heißt, du kannst eigene Beiträge schreiben und einstellen, auf Beiträge anderer Nutzer antworten, eigene Threads eröffnen, mitdiskutieren und dir durch die eigene Mitwirkung ein oft durch intensive Diskussionen erhelltes Meinungsbild schaffen. Das Troubadour-Forum geht über die rein lexikalische Funktion bewusst hinaus. Deshalb haben wir einen Servicebereich aufgebaut, indem du Hilfestellungen bei Anschaffungen, Besuch von Veranstaltungen und Festivals, Aufbau von Bild- und Tonträgerdokumenten und Antwort auf deine Fragen erhalten kannst. Wir verstehen uns jedoch auch als Begegnungsstätte zwischen neuen und erfahrenen Musikfreunden, zwischen Jung und Alt, persönliche Kontakte unter den Nutzern sollen erlaubt und ermöglicht werden. Wir würden uns freuen, wenn du bei uns mitmachst und eventuell auch neue Themen und Ideen einbringst.

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

LEIGH, Mitch: MAN OF LA MANCHA

Mitch Leigh (Irwin Michnick, 1928-2014):
MAN OF LA MANCHA
Musical Play in einem Akt mit 23 Szenen
Gesangstexte: Joe Darion; Buch: Dale Wasserman (nach seinem Fernsehspiel
„Don Quixote“ und dem Roman „El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha“
von Miguel de Cervantes Saavedra).
Originalsprache: Englisch.

Off-Broadway Premiere: New York, 22.11.1965 im Anta Washington Square Theatre (ab 1968 Martin Beck Theatre);
Deutsche Erstaufführung am 4.01.1968 im Theater an der Wien;
West-End Premiere London: 24.04.1968, Picadilly Theatre.

Personen der Handlung:
Miguel Cervantes, Dichter, zugleich Alonso Quijano, ein Landjunker, genannt Don Quixote
Sancho, sein Diener
Hauptmann
Gefängniswärter und Männer der Inquisition
Gefangene in den Spielrollen:
Aldonza, Magd
Gastwirt (Gouverneur)
Padre
Dr. Sanson Carrasco (Herzog)
Antonia, seine Braut
Barbier
José, Anselmo, Juan, Paco, Tenorio, Maultiertreiber
Pedro, ihr Anführer
Haushälterin
Maria, Frau des Gastwirtes
Fermina, Dienstmagd
Maurin
Gitarrist
2 Pferde (Tänzer)

Ort und Zeit: Ein Kerker in Sevilla um 1600.

Inhalt des einzigen Aktes.
Cervantes und sein Diener Sancho sind wegen des „Angriffs auf seiner Majestät Allerheiligste Katholische Kirche“ in den Kerker geworfen worden und müssen sich später noch vor der Heiligen Inquisition rechtfertigen. Im Kerker sind sie zusammen mit Wegelagerern, Dieben, Mördern und sonstigem Gesindel eingesperrt und werden von denen auch sofort ausgeplündert. So findet man z. B. bei Cervantes einen Roman, der als wertlos ansehen wird, weshalb das Papier verbrannt werden soll.

Irgendjemand kommt auf den Gedanken, dass man zur allgemeinen Belustigung eine Gerichtsverhandlung „veranstalten“ könnte. Nach Zustimmung aller wird Cervantes verhört und bekennt sich dabei schuldig des Idealismus, weil er das Leben nicht so sieht, wie es ist, sondern so, wie es sein sollte.

Der Dichter hat nicht vergessen, dass sein Manuskript verbrannt werden soll und schlägt – immer noch vor dem „Gericht“ stehend – vor, den Inhalts seines Romans gemeinsam aufzuführen. Tatsächlich sind alle einverstanden und schlüpfen in die ihnen zugewiesenen Rollen – worauf das Spiel beginnt:

Alonso Quijano, ein alter und hohlwangiger Landjunker, will, das ist sein Entschluss, als der Ritter „Don Quixote de La Mancha“ in die Welt ziehen und alles Böse bekämpfen sowie jegliches Unrecht gut machen (I, Don Quixote, Man of La Mancha). Er hat allerdings einen starken Widerpart, der ihm das Leben schwer macht: den „Großen Magier“- der hat den Unhold Matagoger in eine Windmühle verwandelt, noch ehe der Don zu einem Angriff kommen konnte. Damit ist Quixotes erste Heldentat schon früh die Grundlage entzogen.

Der Ritter und sein Knappe kommen auf ihrer Wanderung zu einer elenden Schenke, die ihnen aber als Schloss erscheint. In der Schenke ist der Magd (und Hure) Aldonza jedem Gast zu Diensten (It’s All The Same), aber Don Quixote sieht in ihr die Dame seines Herzens, nämlich das Ritterfräulein Dulcinea (Quixote, Maultiertreiber: Dulcinea).

Im Landhaus von Alonso Quijanos in der Mancha, der Hochebene um Madrid, möchten Quixotes Nichte Antonio und die Haushälterin Rat vom Padre einholen, wie man den „Verrückten“ aufhalten könnte (Antonio, Haushälterin, Padre: ‚I‘m Only Thinking of Him). Antonias Verlobter Dr. Sanson Carrasco beschließt, dem „Gespött der ganzen Gegend“ nachzureisen (Reprise ‚I‘m Only Thinking of Him: Antonia: Haushälterin, Padre, Dr. Carrasco).

Wie es sich für einen Ritter gehört, will Don Quixote einer edlen Dame, dessen Ehre er seine Heldentaten widmen kann – es ist natürlich Aldonza –, ein Schreiben überbringen, in dem er die Bitte um ein Zeichen ihrer Gewogenheit niedergelegt hat. Sancho, der das Schreiben überbringen muss, erklärt Aldonza, weshalb er seinem Herrn so treu folgt (Sancho: I Really Like Him). Aldonza kann mit dem Inhalt des Schreibens und Sanchos Schilderung allerdings nichts anfangen (What Do You Want of Me).

Der Schenke nähert sich ein Barbier, der das Bartbecken als Sonnenschutz auf seinem Kopf trägt (The Barber’s Song). Don Quixote meint allerdings, dass die Kopfbedeckung der sagenhafte goldene Helm des Mambrino ist, der jeden Mann mit edlem Herzen unverwundbar macht (Quixote, Sancho, Barbier, Maultiertreiber: Golden Helmet).

Da Don Quixote zu seinem Kummer noch niemals zum Ritter geschlagen wurde, bittet er den Wirt der Schenke – den er als Kastellan seines „Schlosses“ ansieht – dass er ihm diesen Ritterschlag erteilt. Dem mittlerweile samt Padre angekommenen Dr. Carrasco gelingt es nicht, Don Quixote zur Heimkehr zu bewegen (Padre: To Each His Dulcinea). Der angebeteten Dulcinea – Aldonza – sind die ritterlichen Ambitionen Don Quixotes völlig fremd – für sie ist die Welt nur ein Misthaufen, in dem sie alle als Maden herumkriechen. Für den Don bedeutet die Sendung eines Ritters die Freiheit schlechthin (Don Quixote: The Impossible Dream). Insofern wundert es nicht dass der Don Dulcineas Ehre im Kampf mit den Maultiertreibern erfolgreich verteidigt und daraufhin zum Ritter geschlagen wird (Wirt, Sancho, Aldonza: The Dubbing – Knight of the Woeful Countenance). Diese edlen Taten bringen für Don Quixote edle Früchte: Aldonza pflegt die üblen Verletzungen der böse zugerichteten Maultiertreiber, die sie zum Dank bewusstlos schlagen und in einem choreographischen Tanz vergewaltigen (Orchester: The Abduction).

Don Quixote und sein Diener Sancho Pansa setzen ihre Reise nun fort (Don Quixote: The Impossible Dream, Reprise) – aber das Spiel wird von einem Hauptmann und von Männern der Inquisition abrupt unterbrochen: sie schleppen einen sich stark wehrenden Gefangenen hinweg. Dieser Zwischenfall hat alle Spieler in die Realität zurückgeholt und der „Herzog“ nimmt die Gelegenheit wahr, Cervantes mit der Behauptung anzugreifen, dass ihr Verrückten das Leben missachtet. Ein Mann muss sich mit dem Leben abfinden, wie es ist, schreit er lautstark. Cervantes hat eine gänzlich andere Vorstellung und entgegnet, dass es vielleicht Wahnsinn ist, sich Träumen hinzugeben und Schätze zu suchen, wo nur Schutt ist. Aber der allergrößte Wahnsinn ist, das Leben so zu sehen, wie es ist, und nicht so, wie es sein sollte (Reprise: I Don Quixote).

Das Spiel wird fortgesetzt und wir sehen, dass Don Quixote räuberischen Mauren in die Hände fällt. In einem traurigen Zustand kehrt er mit Sancho in die Schenke, seinem „Schloss“, zurück, und kommentiert seine Niederlage mit den Worten, dass ein Mann wohl tausendmal unterliegen kann, dass er aber immer wieder aufstehen und den Kampf von neuem beginnen muss.

Aldonza hat für Don Quixotes Träume nur noch Verachtung übrig, weil ihr das ja nur Schmerzen gebracht hat(Aldonza). In diesem Moment hat der „Ritter der Spiegel“ seinen großen Auftritt: er fordert Don Quixote zum Kampf heraus und zwingt ihn, in den Spiegel der Realität zu sehen, und zwar in den spiegelnden Schild seiner Gegner, der ihm immer nur das eigene Ich zeigt. Infolgedessen gibt sich Don Quixote geschlagen und sinkt zu Boden, der Ritter der Spiegel aber gibt sich zu erkennen: es ist Dr. Carrasco.

Das Spiel wird unterbrochen, und der Hauptmann meldet, dass sich Cervantes für das Verhör der Inquisition bereithalten muss. Die Gefängnis-Insassen wollen aber noch den Ausgang des Spiels erfahren, worauf Cervantes eiligst einen Schluss improvisiert: der alte Mann, Alonso Quijano, der sich im Spiel Don Quixote nannte, liegt im Sterben und Sancho versucht, ihn zu trösten (A Little Gossip). Da drängt sich plötzlich Aldonza ins Zimmer, um den Sterbenden an die Ehre des Don Quixote und an das Ritterfräulein Dulcinea zu erinnern (Reprise Dulcinea). In Don Quixote kommt das „alte Feuer“ wieder hoch: er verlangt nach seinem Schwert, stirbt aber im gleichen Moment, worauf der Padre den Gesang des De profundis clamavi anstimmt.

Hier wird in die Realität, den Kerker nämlich, zurück geblendet und wir nehmen wahr, dass man Cervantes sein Roman-Manuskript zurückgibt. Seine Freude über dieses Faktum ist jedoch nur kurz, denn ein kleine Schar Soldaten holt ihn mit seinem Diener Sancho zum Verhör der „Heiligen Inquisition“ ab – die Realität, wie sie ist und nicht, wie man sie gerne hätte, holt Cervantes ein…

Kontakt
Telefon: 0178-1069333
E-Mail: info@troubadour-forum.de

Gestaltung Agentur kuh vadis