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LEONCAVALLO, Rugg(i)ero: DER ROLAND VON BERLIN

Rugg(i)ero Leoncavallo (1857-1919):
DER ROLAND VON
BERLIN
Historisches Drama in vier Akten
Libretto vom Komponisten und Georg Dröscher nach dem Roman von Willibald Alexis
Originalsprachen: Italienisch / Deutsch

Uraufführung am 13. Dezember 1904 in der Königlichen Hofoper, Berlin.

Personen der Handlung:
Kurfürst Friedrich, Markgraf von Brandenburg (Bass)
C
onrad von Knipprode, Ritter seiner Begleitung (Bass)
Johannes Rathenow, Bürgermeister von Berlin (
Bariton)
Elsbeth, seine Tochter (
Sopran)
Gertrud, Rathenows Schwester (
Alt)
Thomas Wintz, ein Ratsherr von Berlin (Bariton)
Bartholomäus Schumm, Ratsherr von Kölln (Bass)
Melchior und Eva, seine Kinder (Sopran, Bariton)
Blankenfelde, Bürgermeister von Kölln (Tenor)
Bergholz,
Köllner Ratsherr (Bariton)
Henning Moller, Sohn eines Berliner Tuchwirkers (Tenor)
Hans Ferbit, Barbier (Bass)
Civile Baruch, Jude (
Tenor)
Makensprung, alter Händler (Bass)
Mathäus, Diener des Bürgermeisters Rathenow (Bariton)
Chor: Ratsherren aus Berlin und Cölln bei Berlin, Bürger, Patrizier, Soldaten und Ritter des Kurfürsten, Herolde, Ausrufer.

Ort und Zeit: Berlin im Jahre 1442.

Erster Akt: Zentraler Platz in der Mitte Berlins.
Auf dem zentralen Platz in Berlin herrscht munteres Treiben. Unter die Bevölkerung hat sich unerkannt der Kurfürst mit seinem Gefolgsmann Ritter Conrad von Knipprode gemischt. Dem Kurfürsten sind nämlich viele Klagen über die Beziehung der Berliner Stände untereinander zugetragen worden und er beabsichtigt, sich nun selbst ein Bild über die Zustände zu machen.

Kurz nach dem Kurfürsten und dem Ritter Knipprode tritt der alte Händler Makensprung auf die Szene, der, wie die Leute jetzt erfahren, wegen eines für ihn unangenehmen Vorfalls den Magistrat – allerdings vergebens – um Hilfe gebeten hatte: Er ist bei Spandau von Raubrittern überfallen worden, hat aber beim hohen Rat nur Spott geerntet. Die Menge rät ihm, sich beim Kurfürsten zu beklagen, aber Henning Moller, Sohn eines Tuchwirkers, meint, dass man sich erst selbst helfen müsse, ehe man den Landesherrn mit seinen Problemen behellige. Das Argument gefällt der Menge und die Reaktion ist nicht nur Begeisterung, sondern man will Henning Moller auf den Schild heben, soll heißen, ihn zum Anführer erheben.

Plötzlich wird das Treiben von einem Ausrufer unterbrochen, der ein Urteil des Magistrats verkündet: das Mädchen Salome soll für „ihr schamloses Treiben“, das im übrigen unerwähnt bleibt, fünfzig Rutenschläge vor dem Stadttor erhalten. Aber die Menge zeigt wenig Interesse daran, obwohl man normalerweise für derartige Belustigungen immer Zeit hat. Außerdem ist auch Makensprung schon vergessen, denn das Volk zerstreut sich.

Der Kurfürst hat Zeit gewonnen, Henning Moller zu beobachten. Der junge Mann gefällt ihm wegen seiner Impulsivität; gerade hat er die hübsche Bürgermeistertochter Elsbeth an der Kirchentür getroffen und ihr Gebetbuch aufgehoben, das ihr vor Schreck aus der Hand gefallen war. Weil sie aber weiß, dass Henning gegen die Raubritter vorgehen will, weil sie weiß, dass die Unverschämten zur Rechenschaft gezogen werden sollen, hat sie ihm das Gebetbuch übergeben, dass er ihr wiedergeben kann, wenn er heil und gesund aus dem Streit mit den Raubrittern zurückkommt.

Der Kurfürst spricht Henning an und rät ihm, doch zuerst beim Landesherrn um Recht einzukommen. Der aber will nicht an die Wege durch die Hofinstanzen denken, hält sie nämlich für zu schwierig und glaubt nicht an einen Erfolg.

Das Gespräch wird aber jetzt schon wieder unterbrochen, denn ein Hanswurst kommt mit einer überdimensionierten Puppe auf die Szene. Sie soll, wie das Publikum erfährt, den geldgierigen Magistrat und den rechtsprechenden Rat symbolisieren. Die Instanzen stehen nämlich nicht gerade in dem Ruf, sich für das Volk einzusetzen. Es kommt, wie es auch gewollt ist: Das Monstrum von Puppe wird von den Leuten beschimpft und ausgelacht. Und der Herr Bürgermeister, der die Lage beruhigen will, schafft es nicht, Ruhe zu bekommen. Bevor es zum Streit auf dem Platz kommt, sorgt die vom Ausrufer angekündigte Salome für eine gewisse Ablenkung: Sie wird soeben zur Bestrafung geführt – und dieses Schauspiel will sich denn doch niemand entgehen lassen. Das gibt aber dem Kurfürsten noch einmal Gelegenheit, mit Henning zu sprechen. Er lässt sich von dem tatkräftigen Handwerker einen unauffälligen Weg aus der Stadt zeigen und verspricht ihm die goldenen Rittersporen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Zweiter Akt: – Im Rathaus von Berlin.
Ratsherr Riecke bringt dem Bürgermeister keine guten Nachrichten: Der Rat hat es mal wieder abgelehnt, die Schuld der Stadt Berlin an Henning Molnar zu bezahlen, die nun schon seit Jahren aussteht: Hennings Vater hatte sich nämlich in der Schlacht von Kremmen den Feinden entgegengeworfen und damit die Cöllner und Berliner Soldaten vor der Vernichtung bewahrt. Er selbst aber war in Gefangenschaft geraten und musste 20000 Groschen Lösegeld bezahlen, die er vergeblich von der Stadt zurückforderte. Inzwischen sind zwanzig Jahre vergangen, und Henning ist in das Recht seines Vaters eingetreten.

Bürgermeister Rathenow glaubt an die Rechtmäßigkeit der Forderung und will sogar, wenn es nicht anders möglich ist, die Schuld selbst bezahlen. Dazu hat er sich an den Juden Baruch gewandt, der ihm das Geld leihen soll. Allerdings muss er zunächst eine peinliche Unterredung durchstehen, denn Baruch ist der Vater jener Salome, die für ihr „schamloses Verhalten“ bestraft wurde. Und das „schamlose Verhalten“ hat insofern mit Rathenow zu tun, als sein Sohn Salome im Stich gelassen hat.

Nach Baruchs Besuch bei Rathenow gerät der Bürgermeister ins Grübeln. Während er betet, bemerkt er nicht, dass Henning sich ins Haus geschlichen hat, um Elsbeth zu sehen. Aber zunächst kommt es zu keinem Zusammentreffen: Versteckt wird Henning Zeuge, wie Rathenow von den Cöllner Ratsherren Schum, Wintz und Bürgermeister Blankenfeld zu einem Fest eingeladen wird. Da will man anderntags die Verlobung Elsbeths mit Melchior Schum bekanntgeben. Endlich ist Ruhe eingekehrt, und Henning kann Elsbeth treffen. Beide gestehen sich ihre Liebe, so dass Henning sich siegessicher über die Balkonbrüstung auf die Straße schwingt: Er wird alle Hindernisse beseitigen.

3. Akt: In den Parkanlagen vor dem Stadttor Berlins.
Henning mimt einen fahrenden Sänger und hat sich als solcher unter die Feiernden gemischt. Er trägt eine feurige Canzone vor, in der er sich selbst als König der Ballade bezeichnet. Die Stimmung wird immer ausgelassener. Es gibt jedoch Streit um die Wahl der Festkönigin: Die Bewohner Cöllns wollen partout Schums Tochter Eva zur Königin machen, aber der nicht mehr ganz so nüchterne Berliner Wintz trinkt auf Elsbeths Wohl. Die Wahl gefällt nicht allen, denn einige haben am Vortag Henning beobachtet, wie er von Rathenows Balkon sprang; außerdem hat sich Rathenow für die Begleichung der Schuld an Henning eingesetzt. Das kann für die Cöllner nur bedeuten, dass Henning Elsbeths Liebhaber ist und Rathenow in die eigene Tasche wirtschaften will. Von der für beide Städte so günstigen Verlobung der Bürgermeistertochter mit dem Ratsherrensohn ist keine Rede mehr: Unversöhnlich zerstritten geht man auseinander.

4. Akt
Erstes Bild – Im Hause des Bürgermeisters Rathenow.
Elsbeth ist verzweifelt. Nicht nur wegen des Streits am Vortag, sondern in erster Linie, weil sie die goldene Kette verloren hat, die sie dem Vater für das Fest abgeschwatzt hatte. Da tritt Henning auf die Szene und Elsbeth bittet ihn vertrauensvoll um Hilfe – aber da reicht er ihr schon die Kette, die sie im Gewühl verloren hatte. Aber es ging Henning nicht nur um den Schmuck, sondern weil er bei ihrem Vater um sie werben will. Da er weiß, dass ihre Verlobung mit Melchior Schum in die Brüche gegangen ist, hofft er auf Zustimmung. Aber da hat er sich in ihren Gefühlen wohl doch getäuscht: Als Patriziertochter meint sie, ihm, dem Handwerker, nicht folgen zu können. Der hinzutretende Rathenow ist noch härter.

Zweites Bild Berlin, Großer Platz vor dem Stadttor.
Der Kurfürst steht vor dem Stadttor und das Volk will ihm öffnen, doch Rathenow befiehlt, die Stadt zu verteidigen. Henning ist anderer Meinung: er hält das kurfürstliche Recht für wichtiger als alles andere und zerschlägt mit einem Beil das Stadttor – woran ihn übrigens niemand zu hindern wagt. Der Kurfürst zieht in die Stadt ein, will die Widerspenstigen zur Rechenschaft zu ziehen und alle Streitigkeiten beenden. Als erste Maßnahme wird der Roland vom Sockel gestürzt. Sodann wird dem hohen Rat befohlen, dem Kurfürsten auf Knien zu huldigen. Dann will der Kurfürst Elsbeth mit Henning vereinigen, doch der ist von Begleitern des Kurfürsten erschlagen worden, weil er mit einem Beil angetroffen wurde und man ihn für einen Feind hielt. Bewegt nimmt Elsbeth Abschied von ihm. Die Oper endet mit der Wiedereinsetzung von Rathenow ins Bürgermeisteramt und einem Lobgesang auf den gütigen, wenn auch gestrengen Landesherrn sowie auf die Stadt Berlin.

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