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Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

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Liszt, Franz, Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur S 124 (1849)

1. Klavierkonzert (Liszt)

Franz Liszt, Klavierkonzert Nr. 1, 1. Satz, Hauptthema

Franz Liszt schuf erste Skizzen für das Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur im Jahr 1832. Überarbeitet und in der heute bekannten dritten Fassung wurde es am 17. Februar 1855 im „Kleinen Saal“ des Weimarer Schlosses unter der Leitung von Hector Berlioz und dem Komponisten selbst als Solisten uraufgeführt.

Die genaue Bezeichnung des Werks lautet (1857 im Erstdruck bei Haslinger in Wien erschienen): Erstes Concert für Pianoforte und Orchester. Henry Litolff zugeeignet von F. Liszt.

Satzbezeichnungen

Dauer: 10 Minuten und 38 Sekunden.
Sätze 1 und 2
Dauer: 8 Minuten und 37 Sekunden.
Sätze 3 und 4
  1. Allegro maestoso
  2. Quasi adagio
  3. Allegretto vivace – allegro animato
  4. Allegro marziale animato

Die Sätze gehen ineinander über, einzige Zäsur bildet der Übergang vom dritten zum vierten Satz. Eine Diskussion bezüglich der Drei- oder Viersätzigkeit des Werks schließt sich weitgehend aus. Zwar gehen in der ersten erhaltenen Fassung des Konzerts die Taktzahlen des zweiten und dritten Satzes ineinander über und waren daher offenbar als Einheit konzipiert. Das viersätzige Grundmotiv der Fassung von der Uraufführung im Jahr 1855 ist jedoch biographisch belegt und in brieflichen Äußerungen abzulesen. Liszt spricht vom 4. Satz des Concerts vom Allegro marziale, auch vom 2. Satz Adagio und Scherzo es-Moll von Anbeginn des Triangels.

Diskographie

  • Géza Anda, Otto Ackermann/Philharmonia Orchestra (EMI) [7./8.V.1955]
  • Nareh Arghamanyan, Alain Altinoglu/Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (PentaTone) [IV/2012]
  • Martha Argerich, Claudio Abbado/London Symphony Orchestra (DG) [12.II.1968]
  • Claudio Arrau, Hans Rosbaud/RSO Frankfurt (RRG) [15.V.1935]
  • Claudio Arrau, Eugene Ormandy/The Philadelphia Orchestra (Columbia) [17.II.1952]
  • Claudio Arrau, Colin Davis/London Symphony Orchestra (Philips) [12.–14.XII.1979]
  • Daniel Barenboim, Pierre Boulez/Staatskapelle Dresden (DG) [VI/2011]
  • Emanuel Ax, Esa-Pekka Salonen/Philharmonia Orchestra (Sony) [1993]
  • Boris Berezovsky, Hugh Wolff/Philharmonia Orchestra (Teldec) [XII/1994]
  • Michel Béroff, Kurt Masur/Gewandhausorchester Leipzig (EMI) [XII/1978 & VI/1979]
  • Lazar Berman, Carlo Maria Giulini/Wiener Symphoniker (DG) [VI/1976]
  • Bertrand Chamayou, Jérémie Rhorer/Le Cercle de l’Harmonie (Ambroisie) [16.X.2011]
  • Shura Cherkassky, Anatole Fistoulari/Philharmonia Orchestra (HMV) [10.–15.IV.1952]
  • Shura Cherkassky, Heinz Wallberg/Bamberger Symphoniker (World Record Club/EMI) [VI/1964]
  • France Clidat, Roger Norrington/Residentie Orkest Den Haag (Decca) [XI/1975]
  • France Clidat, Pierre Cao/Orchestre Symphonique de Radio-Télé-Luxembourg (Forlane) [IX/1982]
  • György Cziffra, Pierre Dervaux/Orchestre National de la Radiodiffusion Française (Pathé) [28./29.I. & 1.II.1957]
  • György Cziffra, André Vandernoot/Philharmonia Orchestra (HMV) [I/1961]
  • György Cziffra, György Cziffra Jr./Orchestre de Paris (HMV) [4.IV.1969]
  • Ivan Davis, Edward Downes/Royal Philharmonic Orchestra (Decca) [1972]
  • Barry Douglas, Jun’ichi Hirokami/London Symphony Orchestra (RCA/BMG) [15. & 17.II.1989]
  • Sergio Fiorentino, Erich Riede/Hamburg Pro Musica (Saga) [10.VII.1958]
  • Annie Fischer, Otto Klemperer/Philharmonia Orchestra (EMI) [V/1960 & V/1962]
  • Nelson Freire, Michel Plasson/Dresdner Philharmonie (Berlin Classics; 1995)
  • Walter Gieseking, Henry Wood/London Philharmonic Orchestra (HMV) [31.X.1932]
  • Alexis Golovin, Paul Freeman/London Symphony Orchestra (Centaur) [19.II.1988]
  • Horacio Gutiérrez, André Previn/London Symphony Orchestra (HMV) [11.–13.XII.1975]
  • Stephen Hough, Andrew Litton/Bergen Filharmoniske Orkester (Hyperion) [14./16.VI.2011]
  • Byron Janis, Kirill Kondrashin/Philharmonisches Orchester Moskau (Mercury) [14./15.VI.1962]
  • Julius Katchen, Ataúlfo Argenta/London Philharmonic Orchestra (Decca) [I/1957]
  • Wilhelm Kempff, Anatole Fistoulari/London Symphony Orchestra (Decca) [2. & 4.VI.1954]
  • Zoltán Kocsis, Iván Fischer/Budapest Festival Orchestra (Philips) [XII/1988]
  • Mischa Levitzki, Landon Ronald/London Symphony Orchestra (HMV) [11. & 14.XI.1929]
  • Mikhail Lidsky, Vladimir Ponkin/Tschaikowsky-Symphonie-Orchester (Denon) [30.IV.1997]
  • Louis Lortie, George Pehlivanian/Residentie Orkest Den Haag (Chandos) [22.–24.VI.2000]
  • John Ogdon, Constantin Silvestri/Bournemouth Symphony Orchestra (BBC Legends) [20.IX.1967]
  • Leonard Pennario, René Leibowitz/London Symphony Orchestra (RCA) [13.–16.III.1963]
  • Swjatoslaw Richter, Kirill Kondraschin/London Symphony Orchestra (Philips) [19.–21.VII.1961]
  • Artur Rubinstein, Antal Dorati/Dallas Symphony Orchestra (RCA) [11.II.1947]
  • Artur Rubinstein, Alfred Wallenstein/RCA Symphony Orchestra (RCA) [12.II.1956]
  • Emil von Sauer, Felix Weingartner/Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire, Paris (Columbia) [XII/1938]
  • Kazune Shimizu, Michael Tilson Thomas/London Symphony Orchestra (CBS/Sony) [10./11.II.1986]
  • Jean-Yves Thibaudet, Charles Dutoit/Orchestre Symphonique de Montréal (Decca) [V & X/1990]
  • Earl Wild, Malcolm Sargent/Royal Philharmonic Orchestra (RCA) [9./10.X.1962]
  • Krystian Zimerman, Seiji Ozawa/Boston Symphony Orchestra (DG) [IV/1987]

Literatur

  • Hans EngelDie Entwicklung des deutschen Klavierkonzerts von Mozart bis Liszt. Leipzig 1927.
  • Martin Juan Koch: Das Klavierkonzert des 19. Jahrhunderts und die Kategorie des Symphonischen. Zur Kompositions- und Rezeptionsgeschichte der Gattung von Mozart bis Brahms. Hrsg. v. Detlef Altenburg (= Musik und Musikanschauung im 19. Jahrhundert 8), Sinzig 2001, ISBN 3-89564-060-3.
  • Martin Juan Koch: Franz Liszt und das Klavierkonzert in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Liszt und die Neudeutsche Schule. Hrsg. von Detlef Altenburg (= Weimarer Liszt-Studien Band 3), Laaber 2006, S. 143–169, ISBN 3-89007-656-4.
  • Helmut Loos: Klavierkonzerte im 19. Jahrhundert. Franz Liszt und Felix Draeseke. In: Beiträge zur Geschichte des Konzerts. Festschrift Siegfried Kross zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Reinmar Emans und Matthias Wendt, Bonn 1990, S. 302–318, ISBN 3-926196-14-9.
"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Liszt, Franz, Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur S. 124

Alexei Volodin, Klavier
Orchestre de la Suisse Romande, Pablo Heras-Casado

Dazu: Franz Schubert (Transkription von Franz Liszt): Die schöne Müllerin, D. 795, I. Das Wandern

Aufgenommen am 8. und 9. April 2025 in der Victoria Hall, Genf

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Franz Liszt (1811–1886) Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur, S. 124
I. Allegro maestoso
IIa. Quasi adagio
IIb. Allegretto vivace, Allegro animato
III. Allegro marziale animato

Klavier: Swjatoslaw Richter
London Symphony Orchestra, Kirill Kondraschin
Aufnahme 1961 in London

Das Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur, S. 124, ist in vier thematisch verbundene Sätze gegliedert, die als ein einziges Werk ohne Unterbrechung aufgeführt werden. Dieses Vorgehen beruht auf Liszts wichtigster kompositorischer Neuerung: der sogenannten „thematischen Transformation“. Sie ermöglicht es, ein Stück kontinuierlich aus einer kleinen Anzahl von Themen (oder Motiven) zu entwickeln, die in der Regel eher durch ihre Transformationen als durch ihre eigentlichen Qualitäten bestechen. So beginnt es mit den sieben Anfangstönen, die vom gesamten Orchester vor dem fulminanten Einsatz des Klaviers in einer langen und virtuosen Kadenz erklingen. Laut François-René Tranchefort ist diese Form in Wirklichkeit „von rhapsodischem Charakter und ähnelt eher der großen Variation (und nimmt damit César Francks Symphonische Variationen direkt vorweg)“. Aus dieser Perspektive ist das Klavierkonzert in Es-Dur revolutionär, auch wenn das zweite Klavierkonzert in A-Dur diese organische Dimension des thematischen Materials durch seine sieben miteinander verbundenen Sätze noch weiter vertieft. Das Klavier etabliert sich als heroischer Solist und wetteifert in seiner Virtuosität mit einem Orchester, dessen Rolle weit über die eines bloßen Begleiters hinausgeht.

Als versierter Orchestrator vervielfacht Liszt die Klangfarben und entwickelt ungewöhnliche instrumentale und rhythmische Effekte, angefangen mit dem berühmten Triangelklang im dritten Satz, auf den der strenge Wiener Kritiker Eduard Hanslick nicht unkommentiert blieb: „Aber das ist doch ein Triangelkonzert!“ 1857 sah sich Liszt genötigt, folgende Klarstellung abzugeben – in der ein Hauch von Ironie mitschwingt: „Was die Triangel betrifft, so leugne ich nicht, dass sie manche Leute schockieren mag, besonders wenn sie zu laut oder unpräzise angeschlagen wird. (…) Gewisse, scheinbar ernsthafte und solide Musiker ziehen es vor, Schlaginstrumente als Pöbel zu behandeln, der der Gesellschaft der ehrenwerten Symphoniker unwürdig ist. (…) Trotz dieses unendlich weisen Vetos namhafter Kritiker werde ich dennoch weiterhin Schlaginstrumente verwenden und glaube, sie mit einigen wenig bekannten Effekten bereichern zu können.“ Man braucht als Beispiel nur den Héroïde funèbre (1857) anzuführen, einen breiten und düsteren Marsch von wahrhaft Mahler’scher Dimension.

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Ich wünsche allen einen dauerhaften Frieden, größte Stärke und reichlich Heiterkeit
André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis