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MASSENET, Jules: LE PORTRAIT DE MANON

Jules Massenet (1842 – 1912)
LE PORTRAIT DE MANON

Opera comique in einem Akt
Libretto von Georges Boyer
Uraufführung: 1894 an der Opéra Comique in Paris
Originalsprache: Französisch

Personen der Handlung
Chevalier Des Grieux, (Bariton)
Tiberge, sein Freund (Tenor)
Visconte Jean de Morceuf, Mündel Des Grieux‘ (Mezzosopran)
Aurore, Mündel Tiberges (Sopran)
Dorfbewohner

Ort und Zeit der Handlung: Frankreich, mitte des 18. Jahrhunderts

Ein Provinzschloss mit Blick auf eine Terrasse
Draußen hört man den Gesang der Dorfbewohner – unter ihnen die Stimme von Aurora – die von Liebe und Tanz singen. Der gealterte Des Grieux tritt nachdenklich ein. Er ist genervt von dem ewigen Gesang über die Liebe, denn er denkt an seine Erfahrungen mit Manon. Er holt ein kleines Porträt der Manon, die er durch den Tod verlor, aus einer Truhe und meditiert über seine Begegnung mit ihr (vgl Oper „Manon“). Danach legt er das Porträt zurück.
Jean, sein Mündel, ein junger Adeliger, den er vom einem sterbenden Ftreund übernommen hat, kommt herein. Des Grieux fragt ihn, ob er glücklich sei und dieser antwortet mit überschwenglichen Worten. Doch es ist die Stunde des Unterrichts und Jean muss seinem Ziehvater eine Lektion über Scipio Africanus
1) vorlesen. Des Grieux kommentiert, dass Scipio die Pflicht über seine Liebe stellte. Darüber kommt Jean ins Nachdenken, wie man ohne Liebe leben könne, und gesteht dass auch er liebe. Er weiß, dass der verbitterte Des Grieux, sein Wohltäter, ihm möglichst die Liebe ausreden möchte und fühlt sich ihm gegenüber schuldig. Auf die Aufforderung hin, welche Frau seinem Mündel trotz seiner Belehrung den Kopf verdreht habe, beschreibt er sie und nennt auch ihren Namen: Aurora. Des Grieux rät ihm von diesem mittellosen Mündel seines Freundes Tiberge ab. Jean denkt darüber nach, wer ihm helfen könne. In diesem Augenblick tritt Tiberge ein und Des Grieux schickt Jean fort.
Tiberge will angeblich Des Grieux nur ein paar Verse vortragen, die er verfasst hat. Aber da darin von Liebe die Rede ist, zeigt dieser sofort Abscheu. Er versucht, seinen Freund loszuwerden. Doch die Rede kommt auf Manon. Dass macht Des Grieux noch wütender, weil ihn der der Gedanke an Manon schmerzt. Dann fordert er Tiberge auf, ihm den wahren Grund seines Besuchs zu nennen, und dieser bekennt, dass er ihn wegen der Liebe Jeans zu seiner Ziehtochter Aurora sprechen möchte und diese ihm vorstellen wolle. Doch DesGreux lehnt das ab und geht.
Aurora und Jean kommen herein und glauben, dass Tiberge Des Grieux überreden konnte. Doch er muss sie enttäuschen, dieser bleibe unhgerührt. Er wolle es aber noch einmal versuchen. Er geht.
Aurora und Jean sind verzweifelt. Sie reden von Selbstmord, sind sich aber nicht schlüssig, auf welche Art sie sterben wollen. Dann schwärmen sie noch davon, wie ihre Zukunft wohl ausgesehen würde, wenn Des Grieux ihre Hochzeit nicht verhindern würde. Er will noch einen Kuss von ihr. Sie lehnt ab und läuft davon. Während er ihr nachläuft stoßen sie die Truhe um und das Porträt der Manon fällt heraus. Beide bewundern die Schönheit der abgebildeten Dame.
In diesem Augenblick kommt Tiberge zurück. Er hat noch einmal versucht, Des Grieux zu überreden, aber dieser ist stur geblieben. Da sieht er das Porträt und erkennt darin Manon. Er versucht, die beiden zu beruhigen, noch bliebe eine Hoffnung. Er bittet Jean, hier auf ihn zu warten und nimmt Aurora mit sich.
Nun tritt Des Grieux ein, maßregelt Jean, schickt ihn fort und droht ihm die Abreise an einen Ort an, den er bestimmen werde.
Des Grieux bedauert zwar den armen Jungen, aber er möchte ihn vor dem Leid bewahren, das er selbst erlebt hat. Die Liebe soll dessen Herz nicht gefangen nehmen. Es ist Nacht geworden und plötzlich sieht er Aurora im Mondschein auf der Terrasse. Sie hat ein Kostüm angelegt, das dem der Manon auf dem Porträt gleicht. Er glaubt, im Delirium zu sein und Manon zu sehen. Währendessen singt Aurora von der Liebe und ein Summchor begleitet sie. Das verändert seinen Sinn und er ergibt sich in der Erinnerung an Manon ihren Wünschen.
Als nun Tiberge mit Aurora und Jean eintreten, begrüßt er sie freudig, verkündet ihnen, dass ihr Leid vorbei sei und segnet ihre Verbindung. Von Tiberge möchte er noch wissen, wie diese Ähnlichkeit zustande käme. Da erklärt dieser, dass Aurora die Tochter von Manons Bruder, dem Sergeanten Lescaut, sei. nach dessen Tod er das Mädchen aufgenommen habe. Alle freuen sich über das glückliche Ende.

1) römischer Staatsmann und Feldherr, der Hannibal besiegte. Als Siegesprämie erhielt er auch eine junge Afrikanerin, die untröstlich weinte. Da gab er sie ihrem Geliebten zurück.

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Diese Kurzoper ist als Fortsetzung von Massenet Oper „Manon“ anzusehen. Das Werk wurde nach seiner Uraufführung an verschiedenen Opernhäusern aufgeführt. Nach 1922 geriet es in Vergessenheit und wurde erst 1985 im Teatro La Fenice in Venedig wieder aufgenommen. 2014 wurde sie in Feldkirchen und danach an verschiedenen Theatern in Niederösterreich in einer deutschsprachigen Übersetzung aufgeführt. 2019 produzierten sie Studenten der Hochschule in Leipzig.
Aufzeichnungen auf CD oder DVD sind mir nicht bekannt, Auf youtube kann man aber eine Video-Gesamtaufnahme aus der Ópera de Las Palmas in Gran Canaria und verschiedene Ausschnitte aus dieser Oper sehen und hören.
Grundlage der vorstehenden Inhaltsangabe ist das französische Libretto.

Gestaltung Agentur kuh vadis