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Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

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Mozart-Tenor von Format

Es ist eine Art von Offenbarung, die mich erfasst hat, als ich die Stimme eines Tenors als Belmonte in Mozarts „Entführung“ und in Tenor-Partien von geistlichen Werken des Salzburger Meisters gehört habe. Diese Stimme hat mich begeistert, wenn ich auch nicht soweit gehen würde, wie manche Musikkritiker, die in dem jungen Mann eine Art von Wiedergeburt Fritz Wunderlichs sahen – es geht um den Tenor Uwe Heilmann. Der 1960 in Darmstadt geborene Uwe Heilmann, ausgebildet in der Laubacher Knabenkantorei, war sich zunächst nicht schlüssig, ob er die Karriere als Profi-Fußballers oder die eines Sängers einschlagen sollte. Als er sich für Letzteres entschieden hatte, ergaben sich mit 21 Jahren wenn auch nur aushilfsweise Auftritte am Landestheater Detmold, dort aber immerhin in Rollen wie Tamino oder Don Ottavio. Der Dirigent Wolfgang Gönnenwein verpflichtete ihn 1985 an das Stuttgarter Opernhaus, wo er zuerst in kleineren Rollen auftrat, dann aber als Tamino seinen Durchbruch erlebte. Das wiederum eine Duplizität mit der Karriere von Fritz Wunderlich.

In den späten 1980er Jahren führten ihn Gastspiele nach München, Wien und zu den Salzburger Festspielen und zwar in den Rollen Tamino, Don Ottavio und Belmonte. In der Partie des Belmonte trat er 1990 auch an der Metropolitan Opera New York auf, während bei den Ludwigsburger Festspielen der Max in Webers „Freischütz“ seine beim Publikum und bei der Presse begeisternde Rolle war, von der auch ein Video existiert. Dass Heilmann auch als Konzert- und Liedersänger Furore machte, wundert schließlich nicht.

Nicht wundern darf man sich über den Wunsch der Plattenindustrie, diese Stimme zu konservieren. Georg Solti engagierte ihn für den Tamino, Christopher Hogwood wählte Heilmann für die Partien des Belmonte und Titus und die Rolle des Don Ottavio sang Heilmann unter Barenboim und Abbado. James Levine saß übrigens am Flügel für die Schöne Müllerin von Schubert und Peter Schreier war der Dirigent bei einer Produktion mit Großen geistlichen Arien die das Gewandhausorchester aus Leipzig begleitete.

Wenn man bedenkt, dass Uwe Heilmann eine große Tenor-Karriere bevorstand, dann muss es dem Sänger Mitte der 90er Jahre wie eine Katastrophe vorgekommen sein, als er von den Ärzten erfuhr, dass er an einer irreparablen Missbildung der Stimmbändern leiden würde. Der Zwang, die Gesangskarriere nun beenden zu müssen, war damit unausweislich, wurde aber gemildert durch die Heirat mit der japanischen Sopranistin Tomoko Nakamura, die er im Stuttgarter Ensemble kennengelernt hatte. Mit ihr zog er nach Japan, wo er, nach einer kurzen Zeit des Übergangs, an der University of Kagoshima erfolgreich als Chorleiter und Gesangspädagoge arbeitet.

Erfreulich ist für den Freund des klassischen Gesangs, dass man Uwe Heilmanns Stimme noch immer in den Plattenkatalogen finden kann. Und ich kann jedem Musikfreund nur empfehlen, sich der zahlreiche Einspielungen zuzuwenden. Heilmann wird keinen Hörer enttäuschen. Hier folgen einige Beispiele seiner Gesangskunst auf CD

„Joseph Haydn: Great Choral Works“ mit Details zu Aufführenden. Oben rechts ein „hänssler CLASSIC“ Logo, Illustration von Haydn.  

 

 

 

Ich habe den Text nach dem Speichern noch einmal durchgelesen – und habe wieder Fehler gefunden. Sollte noch wer welche finden, darf er sie gerne behalten. Ich jedenfalls habe selbst noch genügend Fehler in meinem Speicher und trete sie gerne ab…

Lieber Manfred,

ich habe das Debüt von Uwe Heilmann an der Staatsoper Stuttgart zu Beginn der Ära Gönnewein damals miterlebt. Er sang damals einen der vier brabantischen Edlen in einer konzertanten Aufführung des Lohengrin unter der musikalischen Leitung von Sir Georg Solti. Bald danach erlebte ich ihn als Rodrigo in einer Neuproduktion von Verdis Otello, in der er dann relativ rasch zum Cassio gewechselt ist. In Stuttgart sah ich ihn auch noch als Tamino, Steuermann und als Walther von der Vogelweide und noch in anderen Rollen. Ich aber habe mich mit seiner Stimme nicht anfreunden können. Er singt flach und überhaupt nicht im Körper. Ein solide italienische Technik ist seine Sache nicht. Er singt mit dieser fragwürdigen Ivogün-Technik. Und Maria Ivogün ist ebenfalls überhaupt nicht mein Fall. Sie sang auch nie im Körper. Auch Thomas Hampson und Elisabeth Schwarzkopf singen mit Ivogün – Technik, was für mich nicht akzeptabel ist. Deshalb kann ich Deine Euphorie für Uwe Heilmann in keinster Weise teilen. Für mich ist er ein reichlich mittelmäßiger Sänger, der schwer überschätz wird.

Herzlichst, Lustein

Lieber lustein,

dein neuer Beitrag strotzt wieder einmal von unbewiesenen Behauptungen wie „singt flach“ und „überhaupt nicht im Körper“ und „ein reichlich mittelmäßiger Sänger“, wie du auch über Maria Ivogün urteilst. Überhaupt stellst du auch indirekt Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Christoph von Dohnany, Helmuth Rilling  und Sir Georg Solti als in der Beurteilung von Sängern reichlich unbedarft hin, da sie mit so „mittelmäßigen“ und „flach“ singenden Sängern wie Uwe Heilmann gearbeitet haben und teilweise mehrmals eingesetzt haben. Ich habe Aufnahmen wie Don Giovanni mit Abbado und Barenboim, die Zauberflöte mit Solti und Tristan und Isolde mit Barenboim und eben mit Uwe Heilmann, und ich kann mich nicht erinnern, dass er mir in einer Aufnahme nicht gefallen hätte oder zu flach gesungen hätte, aber ich bin ja auch nicht ein „Fachmann von deinen Graden“.

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Liebe Grüße

Willi😀

Lieber Willi,

wir wissen ja, dass Lustein in vielen Fällen anderer Meinung ist als die Meisten von uns. Mag sein, dass er ein anderes musikalisches Fachwissen hat als viele von uns, aber vielleicht ist es auch nur eine andere Empfindung. Wenn das nett und höflich ausgedrückt wird, ist dagegen ja auch nichts einzuwenden, vor allem darf es aber nicht zur Abwertung der Meinung anderer führen oder gar zu persönlichen Beleidigungen, wie wir sie in einem anderen Forum erlebt haben. Und darauf achtest du ja. Ich glaube, dass die meisten, die hier schreiben, in erster Linie die Sänger oder die Darbietung in ihrer eigenen Empfindung erleben. Solange es in diesem Rahmen bleibt, lese ich auch seine Meinung. Ich muß mir ja diese Meinung nicht zu eigen machen und seinen Empfehlungen folgen. Ich selbst neige mehr zu dem, was Manfred und du hier geschrieben haben.

Liebe Grüße
Gerhard

Ihr lieben alle!

Eigentlich wollte ich auf Lusteins Beitrag nicht antworten, schreibe jetzt aber doch noch mal, weil inzwischen noch zwei weitere Beiträge eingegengen sind. Direkt an meinen Gesangs-Sachverständigen gerichtet will ich sagen, dass ich seine Meinung natürlich respektiere, dass sie aber nicht meine ist. Mit Dir, lieber Lustein, gibt es offensichtlich nur eine Gemeinsamkeit hinsichtlich der beiden (längst schon Verstorbenen) Fi-Di und Windgassen. Da bin ich in der negativen Beurteilung dieser Stimmen bei Dir – gebe aber gelcihzeitig auch zu, dass Fi-Di mir in der Aufnahme des Bachschen WO aus Leipzig unter Kurt Thomas ausnahmslos gut gefällt. Und ich halte mich auch zurück mit ernsthafter Kritik bei Sängern, weil ich da nicht die Kompetenz einer gesangstechnischen Beurteilung habe. Es sind persönliche Eindrücke dieser Stimmen, wobei ich natürlich hoffe, dass andere Klassikliebhaber sie teilen könnten. Im übrigen denke ich mir, wie schon Willi oben geschrieben hat, dass die Dirigenten, mit denen der jeweils von Dir abgelehnte Sänger gearbeitet hat, auch nicht so ganz unbedarft sein können (wobei ich natürlich auch nicht genau weiß, ob sie – die Dirigenten – ein Einspruchsrecht gegen eine Verpflichtung gehabt hätten (und heute noch haben). Ich hönnte mir zumindest vorstellen, dass der Geldgeber da mehr Mitspracherecht hat, als ein Dirigent. Ansonsten kann ich die Mitleser meiner Beurteilung über Uwe Heilmann nur ermuntern, sich noch erhaltbare CDs dieses Sängers anzuschaffen.

Bleibt noch der Wunsch nach einem friedvollen vierten Advent auszusprechen!

Manfred

Gestaltung Agentur kuh vadis