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Dass Joseph Haydn mit seiner Musik die Eszterházys beglückt hat, ist allgemein bekannt. Dass es vor ihm (und nach ihm) aber auch noch gewichtige Komponisten im Dienste der ungarischen Magnatenfamilie gab, ist genauso bekannt,Haydn und Beethoven seine hier erwähnt. Ich habe aber das Forum nach einem ganz bestimmten Musiker durchsucht, den entsprechenden Beitrag jedoch nicht gefunden: ich meine Gregor Joseph Werner. Er war der Vorgänger Haydns am Hof in Eisenstadt (oder Kismarton auf ungarisch). 1761 wurde dem kränkelnden Kapellmeister Werner der 29jährige Haydn als der für das Instrumentale zuständige Komponist und Kapellmeister an die Seite gestellt, während Werner weiter für die Musica sacra zuständig blieb. Wahrscheinlich, nehme ich an, hat diese Entscheidung des Fürsten Paul II. Anton von Eszterházy Werner nicht gerade jubeln lassen, denn Haydn war für ihn ein “Gsanglmacher“. Daran konnte auch Haydns immer wieder geäußerte Bewunderung für die Werke Werners nichts zu ändern. Die Beziehung war halt schwierig. Das Label Accent hat 2019 im Rahmen seiner Reihe Eszterházy-Music Vol. 2 ein Oratorium von Gregor Joseph Werners veröffentlicht, das in der Tradition der Wiener „sepolcro“-Tradition steht und am Karfreitag 1739 in der Kapelle des Schlosses in Eisenstadt uraufgeführt wurde: „Der gute Hirt“. Das Werk trägt den Untertitel „Tragödie in zwei Akten“ und hat das Gleichnis vom verlorenen Schaf in Lukas 15 zum Thema. Es hat aber keine fortschreitende Handlung, sondern ist eine etwas blasse Betrachtung des Gleichnisses in typisch barocker Tradition: wortreich und manchmal auch für heutige Ohren zu sehr künstlich bildreich. Ein Textdichter ist auf keinem der erhalten gebliebenen Drucke und Handschriften genannt, weshalb man davon ausgeht, dass Werner selbst das Libretto geschrieben hat. Die Musik ist dem Hochbarock verpflichtet und lässt gelegentlich Klänge an das Ohr des Hörers dringen, die auf die Wiener Klassik verweisen. Die Figuren sind der gute Hirte (im ersten Akt von einem Alt-Kastraten (hier einem Countertenor), im zweiten Akt einem Tenor anvertraut); das Schäflein (Sopran) und ein Pilger (Bass). Dazu gibt es ein Echo (Sopran), das jenes pastorale Element unterstreicht und dem Geschmack der Zeit entsprach. Die Streicher des Orchesters werden ergänzt durch ein Chalumeau (einem Vorläufer der Klarinette), eine Posaune und ein Fagott, einem Continuo, das aus Positiv, Cembalo und Theorbe (auch Chitarrone genannt) besteht. Das Oratorium enthält acht Arien, die in einem traditionellen da-capo-Stil komponiert sind, denen Rezitative vorausgehen. Es sind außerdem ein Duett und zwei kurze Chöre am Schluss des Werkes vorhanden, wobei im Finale des zweiten Aktes der Gesang von einem Accompagnato-Rezitativ des Pilgers unterbrochen wird. „Der gute Hirt“ hat einige wunderschöne Stellen; die Introduktion ist beispielsweise dramatisch gestaltet, während die erste Arie des verlorenen Schäfleins mir vorkommt, wie die Darstellung der Jahreszeiten. Mein Favorit in diesem Oratorium ist die Arie des Pilgers aus dem zweiten Akt „Steinhartes Felsenherz“, das die Posaune und das Chalumeau den Pizzicato begleitenden Streichern der Singstimme zuweist. Ein bemerkenswertes Stück. Insgesamt gesehen wirkt „Der gute Hirt“ durch die manchmal überlangen Rezitative bei einem übertrieben „gesprächig“ wirkenden Text recht langweilig. Und das will ich nicht dem Dirigenten György Vashegis anlasten, denn der ist mit Engagement dabei und ich will ihm gerne bescheinigen, dass er das musikalische Erbe der Musik der Eszterházys wunderbar zu Gehör bringt. Mir will es vorkommen, als sei Gregor Joseph Werners Musik, losgelöst von dem Oratoriumstext, weniger eine Entdeckung eines Meisterwerks als das Dokument einer längst untergegangenen Musikepoche. Und als ein solches ist es von Interesse, der Nachwelt erhalten zu bleiben. Dass Joseph Haydn mit seiner Musik die Eszterházys beglückt hat, ist allgemein bekannt. Dass es vor ihm (und nach ihm) aber auch noch gewichtige Komponisten im Dienste der ungarischen Magnatenfamilie gab, ist genauso bekannt,Haydn und Beethoven seine hier erwähnt. Ich habe aber das Forum nach einem ganz bestimmten Musiker durchsucht, den entsprechenden Beitrag jedoch nicht gefunden: ich meine Gregor Joseph Werner. Er war der Vorgänger Haydns am Hof in Eisenstadt (oder Kismarton auf ungarisch). 1761 wurde dem kränkelnden Kapellmeister Werner der 29jährige Haydn als der für das Instrumentale zuständige Komponist und Kapellmeister an die Seite gestellt, während Werner weiter für die Musica sacra zuständig blieb. Wahrscheinlich, nehme ich an, hat diese Entscheidung des Fürsten Paul II. Anton von Eszterházy Werner nicht gerade jubeln lassen, denn Haydn war für ihn ein “Gsanglmacher“. Daran konnte auch Haydns immer wieder geäußerte Bewunderung für die Werke Werners nichts zu ändern. Die Beziehung war halt schwierig. Das Label Accent hat 2019 im Rahmen seiner Reihe Eszterházy-Music Vol. 2 ein Oratorium von Gregor Joseph Werners veröffentlicht, das in der Tradition der Wiener „sepolcro“-Tradition steht und am Karfreitag 1739 in der Kapelle des Schlosses in Eisenstadt uraufgeführt wurde: „Der gute Hirt“. Das Werk trägt den Untertitel „Tragödie in zwei Akten“ und hat das Gleichnis vom verlorenen Schaf in Lukas 15 zum Thema. Es hat aber keine fortschreitende Handlung, sondern ist eine etwas blasse Betrachtung des Gleichnisses in typisch barocker Tradition: wortreich und manchmal auch für heutige Ohren zu sehr künstlich bildreich. Ein Textdichter ist auf keinem der erhalten gebliebenen Drucke und Handschriften genannt, weshalb man davon ausgeht, dass Werner selbst das Libretto geschrieben hat. Die Musik ist dem Hochbarock verpflichtet und lässt gelegentlich Klänge an das Ohr des Hörers dringen, die auf die Wiener Klassik verweisen. Die Figuren sind der gute Hirte (im ersten Akt von einem Alt-Kastraten (hier einem Countertenor), im zweiten Akt einem Tenor anvertraut); das Schäflein (Sopran) und ein Pilger (Bass). Dazu gibt es ein Echo (Sopran), das jenes pastorale Element unterstreicht und dem Geschmack der Zeit entsprach. Die Streicher des Orchesters werden ergänzt durch ein Chalumeau (einem Vorläufer der Klarinette), eine Posaune und ein Fagott, einem Continuo, das aus Positiv, Cembalo und Theorbe (auch Chitarrone genannt) besteht. Das Oratorium enthält acht Arien, die in einem traditionellen da-capo-Stil komponiert sind, denen Rezitative vorausgehen. Es sind außerdem ein Duett und zwei kurze Chöre am Schluss des Werkes vorhanden, wobei im Finale des zweiten Aktes der Gesang von einem Accompagnato-Rezitativ des Pilgers unterbrochen wird. „Der gute Hirt“ hat einige wunderschöne Stellen; die Introduktion ist beispielsweise dramatisch gestaltet, während die erste Arie des verlorenen Schäfleins mir vorkommt, wie die Darstellung der Jahreszeiten. Mein Favorit in diesem Oratorium ist die Arie des Pilgers aus dem zweiten Akt „Steinhartes Felsenherz“, das die Posaune und das Chalumeau den Pizzicato begleitenden Streichern der Singstimme zuweist. Ein bemerkenswertes Stück. Insgesamt gesehen wirkt „Der gute Hirt“ durch die manchmal überlangen Rezitative bei einem übertrieben „gesprächig“ wirkenden Text recht langweilig. Und das will ich nicht dem Dirigenten György Vashegis anlasten, denn der ist mit Engagement dabei und ich will ihm gerne bescheinigen, dass er das musikalische Erbe der Musik der Eszterházys wunderbar zu Gehör bringt. Mir will es vorkommen, als sei Gregor Joseph Werners Musik, losgelöst von dem Oratoriumstext, weniger eine Entdeckung eines Meisterwerks als das Dokument einer längst untergegangenen Musikepoche. Und als ein solches ist es von Interesse, der Nachwelt erhalten zu bleiben.Musik der Magnaten-Familie Eszterházy
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