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Nabucco aus der MET

Liebe Freunde (auch 2024 sind bei mir darin auch die *innen enthalten)

morgen, am 06.01.2024 um 19.00 Uhr startet in sehr vielen deutschen Kinos die live-Übertragung der Oper „Nabucco“ aus der Metropolitan. Es handelt sich um eine Wiederaufnahme einer erfolgreichen Inszenierung. Weil der Trailer eine werkgerechte Aufführung verspricht, habe ich zum Glück schon zu Beginn der Saison gebucht, als noch ein Kinosaal dafür angeboten wurde, denn – wie erwartet – musste ein zweiter Kinosaal dafür geöffnet werden und, wie ich jetzt festgestellt habe, sind hier beide großen Säle bis auf die untersten drei Reihen, bei denen man den Kopf zur nahen Leinwand heben müsste, völlig ausgebucht. Denjenigen, die – wie wir und unsere Freunde – die Oper im Kino schauen, wünsche ich viel Freude

Gerhard

Erich Ruthner hat auf diesen Beitrag reagiert.
Erich Ruthner

Liebe Freunde, 

es war eimal wieder ein erfreulicher Opernabend im Kino. Die Inszenierung war so, wie man sie sich als Opernfreund wünscht. Hier war ein Regisseur am Werk, der sein Handwerk versteht, denn die Handlung war durchgehend nach dem Libretto gestaltet, ohne dass er sie durch eine neue, irre und unpassende Handlung  oder durch zusätzliche Mätzchen ersetzen musste. Die Kostüme waren prächtig. Bühnenbild und Beleuchtung – mit modernen Mitteln gestaltet – versinnbildlichten die im Libretto vorgesehenen Handlungsorte. Auf der Drehbühne waren zwei Bilder aufgebaut, die durch geringfügige Umgestaltung die nach Libretto vorgesehenen 7 Handlungsorte darstellten. Die eine Hälfte bestand weitgehend aus riesigen aufgeschichteten glatten Steinklötzen und Treppen, die zunächst den Tempel in Jerusalem, später dann durch Umstellung  der verschiedenen Elemente die Szene am Euphrat und die Schußszene (nach Libretto die hängenden Gärten, in denen die Juden einschließlich Fenena hingerichtet werden sollten) ergaben. Die drei Szenen in verschiedenen Zimmern des Palastes waren in der zweiten Szene verwirklicht, wobei die Steinquadern aus dem ersten Bild hier als Rückwände dienten. Die Aufteilung in drei Szenen gelang durch Bespielung der Seitenteile und entsprechende Beleuchtung. Gleichzeitig war das Götzenbild in stilisierter Form oberhalb des Steinthrones verwirklicht, unter dem Abigaille als Königin gehuldigt wird, sie das Dokument, das sie als Sklavin ausweist, zerreißt und den wahnsinnigen Nabuco zwingt, das Todesurteil gegen Fenena zu unterschreiben. Also eine praktikable Lösung für die einzelnen Handlungsorte.
Was soll ich zu den Sängern sagen? Alle tragenden Rollen waren von den Stimmen her gut besetzt und haben mir auch von Figur und Darstellung sehr gefallen. Geringfügig hervorzuheben wären allenthalben George Gagnize als Nabucco und Liludmyla als Abigaille. 
Ich habe schon verschieden Inszenierungen des Nabucco gesehen, aber diese hat mich bisher am meisten gepackt. Das liegt sicher auch daran, dass man durch die Naheinstellungen aus den verschiedenen Kameras auch Gestik und Mimik der handelnden Personen weit intensiver erlebt als im Operhaus in der Totale. Auch der Ton ist bei der guten Lautsprecheranlage im Kino meinem Empfinden nach kaum mehr von dem Klang in Opernhaus zu unterscheiden.
In einem anderen Forum schrieb einmal ein Mitglied, „er wolle nicht unter Biertrinkern und Popkornfressern sitzen“. Das ist hier keineswegs der Fall, denn das Publikum, das zu den live-Übertragungen von Opern geht, gehört absolut nicht in diese Kategorie. Hier in Leverkusen sind Säle, in denen die Übertragungen stattfinden im oberen Stockwerk von übrigen Publikum abgetrennt. Man wird von netten jungen Leuten wahlweise mit einem Sekt oder Orangensaft begrüßt – im Preis inbegriffen. In den Pausen kann man lediglich Canapés oder eine Gulaschsuppe und Getränke in Gläsern zu akzeptablen Preisen erwerben. Lediglich einmal haben wir es bei einer Vorstellung aus dem Royal Opera House und einen Ballett, die trotz der großartigen Balletttruppe der Londoner immer nur gering besetzt sind und deshalb das Foyer nicht abgetrennt war, dass zwei junge Damen mit Popkornbehältern vor der Vorstellung hereinkamen, dann in der Ankündigung auf der Leinwand aber entdeckten, dass sie im falschen Saal waren und schnell wieder verschwanden. Die Sitzreihen in den beiden Sälen sind aufsteigend so angeordnet, dass man keine störenden Köpfe vor sich hat und auf allen Plätzen nur die Leinwand sieht.
Die folgenden Bilder stammen aus der Aufführung von 2017, in der Placido Domingo den Nabucco sang, die aber in der Ausstattung dieselbe geblieben ist. Im ersten Bild sehen wir die Darstellung des Tempels in Jerusalem. Das zweite Bild zeigt eine Art Thronsaal mit dem Götzenbild des Baal, das in den verschiedenen Teilen – entsprechend ausgeleuchtet –  für die verschiedenen Zimmer im Palast und die Szene uter dem Götzenbild diente. Das dritte Bild zeigt in der Umwandlung den berühmten Gefangenenchor am Ufer des Euphrat, und das letzte – wiederum abgewandelt die Gerichtsszene mit der sterbenden Abigaille. Die vollständige Inszenierung aus 2017 kann man auf youtube sehen.

Liebe Grüße
Gerhard

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Erich Ruthner

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