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PAISIELLO: Giovanni: DER BARBIER VON SEVIILA (Il barbiere di Sevilla)

Giovanni Paisiello (1740 – 1816)
IL BARBIERE DI SEVILLA OVVERO LA PRECAUTIONE INUTILE
(Der Barbier von Sevilla oder die unnütze Vorsicht)

Dramma giocosa in zwei Akten
Libretto von Giuseppe Petrosellini
Uraufführung: 1782 am Eremitage-Theater St. Petersburg
Originalsprache: Italienisch

Personen der Handlung
Graf Almaviva, unter dem Namen Lindoro in Rosina verliebt (Tenor)
Rosina, reiche, adlige Waise,(Alt)
Doktor Bartolo, Arzt, Rosinas Vormund (Bass)
Figaro, Barbier (Bariton)
Don Basilio, Organist, Rosinas Musiklehrer, Bartolos Vertrauter (Bariton)
Svegliato, Diener Bartolos (Bariton)
Giovinetto, Diener Bartolos (Tenor)
Notar (Bariton)
Bürgermeister (Tenor)
Gerichtsdiener

Ort und Zeit der Handlung:Sevilla, 18 Jahrhundert

Erster Akt

Eine Straße, in der das Haus Bartolos steht
Graf Almaviva geht vor dem Haus Bartolos auf und ab. Er wartet auf den Augenblick, in dem er seine Geliebte Rosina sehen wird. Als er jemanden kommen sieht, zieht er sich zurück.
Figaro kommt mit Gitarre, Notizblock und Bleistift. Er komponiert gerade ein Lied auf den Wein. Den Mann, der da herumlief, glaubt er zu kennen und auch dem Grafen kommt seine Gestalt bekannt vor. Figaro erkennt als Erster seinen ehemaligen Herrn und spricht ihn an. Auch dieser erkennt seinen ehemaligen Diener und bittet, ihn nicht beim Namen zu nennen, sondern ihn Lindoro zu nennen. Dann unterhalten sie sich, was aus Figaro seit seinem Weggang beim Grafen geworden ist. Dieser erzählt, dass er zunächst bei einem Hufschmidt der Kavallerie angestellt war, aber wegen seiner Sonette und Lieder, die er dichtete, entlassen wurde. Dann sei er durch Spanien gereist und habe sich mit dem Rasiermesser als Barbier über die Runden geschlagen. Der Graf schaut dabei ständig nach oben zu einem Fenster von Bartolos Haus. Plötzlich fordert er Figaro auf, sich mit ihm zu verstecken.
Rosina erscheint am Fenster und singt ein Lied. Doch gleich darauf erscheint dort auch ihr eifersüchtiger Vormund Bartolo, der einen Zettel in ihrer Hand. entdeckt. Sie gibt vor, dass dies ein Lied aus dem Theaterstück „Die nutzlose Vorsichtsmaßnahme“ sei und lässt den Zettel wie versehentlich auf die Straße fallen. Sie schickt Bartolo hinunter, den Zettel zu retten, ehe er fortfliegt, winkt und ruft dem Grafen zu. Dieser hebt den Zettel auf und nimmt ihn mit in sein Versteck. Als Bartolo aus der Tür kommt, findet er den Zettel nicht und fragt, ob sie niemanden gesehen habe. Da sie verneint, schwört er, die Jalousie nie mehr zu öffnen. Von Rosina vernehmen wir noch, dass sie sich bei ihrem Vormund wie eine Gefangene fühle und vorhabe, der Gefangenschaft zu entkommen. Bartolo beordert Rosina ins Haus, dann schließt er die Jalousie.
Der Graf und Figaro kehren wieder. Sie studieren den Zettel. Der Graf wird darin aufgefordert, wenn Bartolo weggegangen sei, zu der Melodie des Liedes seinen Namen, Stand und Lebensumstände zu singen, damit sie erkenne, wer die unglückliche, eingesperrte Rosina erlösen möchte. Almaviva erzählt nunFigaro, dass er diese Schönheit in Madrid gesehen habe. Er habe lange vergeblich nach ihr gesucht und nun herausgefunden, dass sie eine adlige Waise und Frau dieses Doktor Bartolo sei. Figaro kann ihn beruhigen. Sie sei nicht dessen Frau, sondern nur sein Mündel. Er kenne diesen Mann, weil er sein Barbier, Chirurg und Apotheker sei. Bartolo – obwohl schon älter – sei in sein Mündel verliebt. Figaro will dem Grafen helfen und macht ihm einen Vorschlag: Er solle sich beim Regiment melden, als Soldat verkleiden um so mit einer Unterkunftsgenehmigung auch in das Haus zu gelangen..
Als Bartolo aus dem Haus kommt, verstecken sie sich erneut. Dieser ruft zurück, dass er gleich wiederkehre; er gehe nur schnell sehen, ob sein Vertrauter, Basilio, schon alles Nötige für die morgige Hochzeit unternommen habe. Dann geht er.
Der Graf und Figaro kommen wieder hervor. Almaviva hat vernommen, dass morgen schon die Hochzeit zwischen Rosina und Bartolo sein soll und fragt beunruhigt, wer Basilio sei. Figaro erklärt ihm, das sei ein armer Mann, der Rosina Musikunterricht erteile. Da erscheint Rosina hinter einem Fenstergitter. Figaro reicht Almaviva seine Gitarre. Almaviva singt und stellt sich dabei als armer, aber treuer Student Lindoro vor. Rosina reagiert kurz und schlägt dann das Fenster zu. Der Graf will unbedingt noch heute Rosina erobern. Figaro bittet ihn nun, sich die Soldatenuniform zu besorgen und dann zu ihm zu kommen, damit er ihn verkleiden kann. Dafür verspricht der Graf ihm eine ordentliche Belohnung. Figaro erklärt ihm den Weg, dann gehen beide.

Szenenwechsel: Rosinas Zimmer
Rosina schreibt einen Brief an (den vermeintlichen) Lindoro. Sie achtet dabei darauf, dass niemand der Diener Bartolos in der Nähe ist, der sie verraten könnte.
Da tritt Figaro auf und erklärt ihr, dass er vorhin mit einem Verwandten, der Lindoro heiße, gesprochen habe und deutet ihr auf ihre Fragen an, dass dieser in sie verliebt sei und hierher kommen wolle. Als sie erklärt, dass das sie ruinieren würde, bittet er sie, Lindoro einen Brief zu schreiben. Sie gibt ihm den bereits geschriebenen Brief. Als Bartolo zurückkehrt, versteckt er sich.
Bartolo ist wütend: Figaro habe ihm die ganze Familie mit Schlaf- und Schnupfenmitteln ruiniert. Er fragt, ob dieser hier war. Rosina gibt es zu und lobt diesen auch noch. Dann geht sie.
Bartolo schimpft auf seine Diener und ruft diese. Verschlafen kommt Svegliato herein. Er kann zwar erklären, dass Figaro hier war, aber seinem Herrn nichts Näheres mitteilen. Dann kommt Giovinetto niesend. Auch er kann Bartolo nicht mitteilen, was diesen interessieren könnte. Da droht er sie rauszuwerfen. Die beiden gehen, nicht ohne zu erklären, dass wohl niemand hier bleiben würde, wäre da nicht die junge Dame.
Nun erscheint Basilio, den Bartolo zu Hause nicht angetroffen hat. Er will Bartolo warnen. Er habe den Grafen Almaviva hier verkleidet herumlaufen sehen. Da Bartolo nicht weiß, was er gegen einen so mächtigen Mann unternehmen soll, schlägt ihm Basilio in einer längeren Arie vor, den Grafen zu verleumden. Zwar hat Bartolo vor, Rosina schon morgen zu heiraten, ehe sie überhaupt etwas von dem Grafen erfahre. Dennoch gibt der Geizhals Basilio eine Geldbörse, um seinen Vorschlag zu verwirklichen. Dann gehen beide.
Figaro, der das Gespräch mitgehört hat, kommt aus seinem Versteck. Er will dem Grafen davon Kenntnis geben. Gerade als er hinaus will, kommt Rosina. Er gibt auch Rosina bekannt, dass sie morgen heiraten soll. Aber er werde Bartolo und Basilio soviel zu tun geben, dass sie garnicht an die Hochzeit denken können. Dann eilt er davon.
Bartolo kommt und will wissen, was Figaro wollte. Sie erklärt, dass er sich nach dem Befinden der kranken Marceline erkundigen wollte. Aber Bartolo ist misstrauisch und vermutet, dass dieser eine Antwort einholen wollte. Außerdem entdeckt er bei Rosina den vom Schreiben schwarzen Finger und das Fehlen eines Schreibblattes. Bartolo glaubt ihren Ausreden nicht und will sie das nächste Mal mit mehreren Schlössern einschließen.
Als sie hinausgehen will, trifft sie auf den als Soldat verkleideten Grafen, der vorgibt, ein wenig betrunken zu sein. Sie berschließt, zu bleiben. Almaviva kann ihr gerade noch zuflüstern, dass er Lindoro sei und will ihr einen Zettel zustecken, muss diesen aber schnell wieder in seiner Tasche verstecken. Für Bartolo, der das entdeckt hat, tauscht er ihn gegen ein Schreiben, auf dem Bartolo aufgefordert wird, ihn für eine Nacht zu beherbergen. Da behauptet Bartolo, von der Einquartierung befreit zu sein und , als der Graf den Beweis fordert, geht er an seine Schublade, um ihn zu liefern. Weil der Soldat angeblich nicht lesen kann, liest er ihn vor. Doch der Graf schlägt ihn ihm aus der Hand, das ginge ihn nichts an. Da will Bartolo seine Diener rufen. Es gelingt dem Grafen mit einem Taschentuch, das Rosina aus ihrer Tasche zieht, ihr einen Zettel vor die Füße fallen zu lassen, und Bartolo, der das gesehen hat, verlangt, diesen zu lesen. Aber der Graf hebt ihn auf und weist ihn darauf hin, dass er Rosina allein gehöre. Er reicht ihn Rosina, die ihn in die Tasche steckt. Dann geht er.
Nun verlangt Bartolo noch einmal, den Zettel zu sehen, aber Rosina weigert sich. Er verschließt die Türen, damit sie nicht entkommen kann. In der Zwischenzeit vertauscht Rosina diesen Zettel mit einem Brief von ihrem Cousin. Nun will Bartolo Gewalt anwenden. Rosina schützt eine Ohnmacht vor. Er betastet ihren Puls und nimmt ihr den Zettel weg. Als er den Verfasser erkennt, bereut er seine Tat, steckt ihr den Brief wieder in die Tasche, entschuldigt sich und sie versöhnen sich wieder. Bartolo geht
Nun liest Rosina die Botschaft des vermeintlichen Lindoro. Er empfiehlt darin, einen Rechtstreit mit ihrem Vormund anzustrengen. Sie beklagt, dass es dem Vormund vor allem um ihr Vermögen geht und er ihr die Freiheit nehmen will. Dann geht auch sie.

Zweiter Akt

Rosinas Zimmer (wie Akt 1)
Bartolo ärgert sich darüber, dass Rosina bei Basilio keine Musikstunden mehr nehmen will.
Da erscheint der Graf, verkleidet als Hochschulabsolvent. Nach langer Begrüßung stellt er sich als Don Alonso, Musiklehrer und angeblicher Schüler von Basilio vor, der krank sei und ihn beauftragt habe, die Stunde abzuhalten. Es gelingt ihm, das Misstrauen Bartolos abzubauen, indem er ihm den Zettel Rosinas übergibt, womit er scheinbar eine Intrige vorbereitet. Er gibt vor, dass Basilio gerade die Vorbereitungen für die Hochzeit träfe. Wenn sie sich dann weigere, werde man ihr den Zettel zeigen, den er von einer Geliebten des Grafen erhalten habe, zu deren Gunsten Almaviva sie fallen gelassen habe. Bartolo schlägt vor, dass er Rosina sagen werde, Don Alonso sei von Basilio beauftragt, ihr die Lektion zu erteilen und geht ab, um sie herbeizuholen
Der Graf atmet auf und wir erfahren, dass Figaro diese Intrige geplant habe. Dann lauscht er an der Tür, vernimmt, wie sie sich in einem Nebenzimmer zanken und fürchtet, dass sie nicht käme.
Doch sie kommt mit Bartolo zankend herein. Sie will keinen Musikunterricht mehr, egal von wem. Als sie ihren Geliebten erkennt, gibt sie vor, plötzlich Schmerzen im Fuß zu haben und Bartolo geht einen Stuhl holen. Zwar kann sie dem Grafen noch zuhauchen, dass er sehr unvorsichtig sei, erklärt aber, als Bartolo den Stuhl bringt, dass sie die Musikstunde nun doch nehme. Sie singt eine Arie aus „Die unnütze Vorsicht“, während der Bartolo einschläft und der Graf die Gelegenheit nützt, Rosina die Hand zu küssen. Als sie stockt, erwacht Bartolo und sie singt die Arie zu Ende. Bartolo, der die Arie, die er nicht mitbekommen hat, nicht liebt, singt ein Liebeslied aus seiner Jugend als Gegenbeispiel.
Nun kommt Figaro und erinnert Bartolo daran, dass heute der Tag sei, an dem er rasiert werde. Bartolo will ihn auf morgen vertrösten, aber Figaro behauptet, dass er morgen keine Zeit habe. Es gelingt ihm jedoch nicht, Bartolo in dessen Zimmer zu locken, der unbedingt hier bleiben will, da er – wie er vorgibt – keinen Augenblick von Rosina getrennt sein will. Figaro ruft die Diener, die Utensilien zu bringen. Da die Diener aber nach Bartolos Aussage noch alle schlafen, entschließt dieser sich, selbst alles zu holen. Er gibt Figaro den Schlüsselbund und geht. Figoro sucht nun den Schlüssel für das Gitter am Fenster. Rosina benennt ihn ihm. Als Bartolo zurückkehrt, befiehlt er Figaro, den Schlüssel auf sein Arbeitszimmer zu bringen. Figaro geht.
Bartolo vermutet, dass Figaro den Zettel Rosinas zum Grafen geschmuggelt habe, er will sich aber nicht wieder erwischen lassen. Plötzlich hört man ein Geräusch wie wenn Porzelan zerbricht.Bartolo rennt hinaus.
Nun teilt der Graf Rosina mit, dass er am Abend über den Balkon zu ihr kommen und mit ihr besprechen will, wie er sie dem Vormund entreißen kann. Was sie mit dem Zettel bewirken wollen, kann er ihr aber nicht mehr erklären, denn schon kommt Bartolo mit Figaro herein, darüber schimpfend, dass dieser alles zerbrochen habe. Figaro redet sich damit heraus, dass es auf der Treppe dunkel sei und er sich in dem Schlüssel verfangen habe
Schließlich kommt auch Don Basilio hinzu. Bartolo geht auf ihn zu und fragt, ob er wieder ganz gesund sei und lobt seinen Vertreter Don Alonso. Basilio ist erstaunt, da er diesen ja nicht kennt. Es entsteht Verwirrung. Der Graf, Figaro und Rosina versuchen Basilio zu überreden, krank zu spielen. Almaviva besticht ihn mit Geld und schließlich untersucht Bartolo als Arzt seinen Puls. Alle fordern ihn auf, wieder ins Bett zu gehen. Basilio tut einsichtig und lässt sich schließlich hinauskomplimentieren.
Die Zurückbleibenden unterhalten sich noch kurz über die Krankheit Basilios, Dann fordert Figaro Bartolo auf, sich nun endlich für die Rasur zu entscheiden, indem er ihm ein Handtuch reicht und sich so stellt, dass dieser die Liebenden nicht sieht. Der Graf kann Rosina schnell mitteilen, dass sie den Schlüssel hätten und heute um MItternacht kämen. Den misstrauischen Bartolo versucht Figaro noch weiter abzulenken, indem er vorgibt, im sei etwas ins Auge geraten. Doch Bartolo stößt ihn weg und begibt sich zu den Liebenden, um sie zu belauschen. Es gelingt dem Grafen auch diesmal nicht, Rosina die Sache mit dem Zettel zu erklären. Zu Bartolos Verhalten meint er, dass Rosina auf diese Weise wohl nie dessen Ehefrau werden würde. Und auch Rosina bekennt, dass an diesen eifersüchtigen Alten ihre Jugend nicht verlieren werde, was Bartoilo so wütend macht, dass er die „Schurken“ verjagt. Alle gehen nach verschiedenen Richtungen ab.
Die Bühne verdunkelt sich und ein Gewitter bricht los.
Dann kommt Bartolo mit Basilio. Dieser gibt zwar an, den „Musiklehrer“ nicht erkannt zu haben, vermutet aber wegen des Zettel, dass dieser ein Bote des Grafen, wenn nicht gar der Graf selbst gewesen sei. Er rät Bartolo, Rosina noch diese Nacht zu heiraten. Er will sofort einen Notar holen und Bartolo will wachen, damit niemand sonst hereinkommt. Beide gehen.
Rosina kommt mit einer Lampe. Sie hat jemanden sprechen gehört und wundert sich, dass Lindoro noch nicht eingetroffen ist. Stattdessen kehrt Bartolo zurück. Er zwingt sie, ihm zuzuhören, indem er ihr den von ihr geschriebenen Zettel zeigt, den sie nach seiner Meinung an den Grafen Almaviva geschrieben hat. Er vermute, dass Don Alonso ein Handlanger des Grafen sei. Da entgleitet Rosina der Name Lindoro und Bartolo weiß nun Bescheid. Dass dieser den Zettel Bartolo gegeben hat, erbost Rosina aber so sehr, dass sie Bartolo die Ehe anbietet. Bartolo bestätigt, dass der Notar noch heute Nacht käme.. Dann stellt er fest, dass ein Schlüssel an seinem Schlüsselbund fehlt. Da entfernt sich Bartolo, um einen Richter zu holen und die Diebe zu fangen.
Rosina ist unglücklich. Doch als sie den Grafen (Lindoro) kommen hört, entflieht sie, will ihm aber etwas vortäuschen, um seine Hinterhältigkeit zu ergründen.
Der Graf und Figaro erscheinen am Fenster. Sie sehen jemanden entfliehen und der Graf erkennt, dass es Rosina ist. Dann steigen beide ein.
Figaro zündet die Lichter an und Rosina kehrt zurück. Sie gibt sich gleichgültig gegenüber dem Grafen, der ihr zu Füßen fällt, nennt ihn sogar einen Verräter und spricht ihn auf den Zettel an, den er Bartolo übergeben habe. Er teilt ihr mit, dass er ihr leider den Zweck nicht mitteilen konnte und nun erkannt habe, dass sie ihn wirklich liebe. Da Figaro ihn mit „Exzellenz“ anredet, wirft er nun seinen Mantel ab, erscheint in prächtiger Kleidung und gibt sich als Graf Almaviva zu erkennen. Die Liebenden fallen sich in die in die Arme. Figaro schaut zum Fenster und stellt fest, dass ihnen die Flucht abgeschnitten wurde, denn die Leiter wurde weggenommen.
Da tritt Basilio mit dem Notar ein. Dieser hat den Vertrag bereits aufgesetzt und alle – außer Basilio – unterschreiben. Doch als der Graf diesen mit einem Geldbeutel besticht unterschreibt auch er.
Schließlich erscheint Bartolo mit dem Ortsrichter und Gerichtsdienern. Als er die Versammelten sieht, will er alle verhaften lassen. Der Ortsrichter will aber erst einmal alle befragen. Figaro stellt ihm den Grafen Almaviva vor und dieser erklärt, dass es keine Diebe sind. Da Basilio bekennt, dass auch er als Trauzeuge unterschrieben habe, muss der wütende Bartolo feststellen, dass er aus Unachtsamkeit verloren hat und unterschreibt unwillig den Vertrag. Die Oper klingt mit der Einsicht Bartolos und der Feststellung aller anderen aus, dass alle Vorsichtsmaßnahmen unnütz waren.

© Gerhard Wischniewski

Informationen zum Werk
Die Oper verfasste Paisiello in St. Petersburg im Auftrag Katherinas II. Sie wurde in Europa zu einem großen Erfolg. Für die Aufführung in Neapel 1787 schrieb Paisiello ein neues, längeres Finale des 1. Aktes. Die Oper geriet aber längere Zeit in Vergessenheit, nachdem Rossini seine gleichnamige Oper verfasste (vgl dort). Heute wird sie gelegentlich wieder aufgeführt.
Audio- und Videoaufnahmen gibt es auf CD und DVD, z.B.

Auch auf youtube kann man Gesamtaufnahmen ansehen und anhören.

Gestaltung Agentur kuh vadis