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Giovanni Paisiello (1740 – 1816) Dramma eroicomico in zwei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Venedig 1741 Erster Akt Salon im Gasthaus von Taddeo Szenenwechsel: Ein anderer Saal im Gasthaus Zweiter Akt Teodoros Arbeitszimmer Szenenwechsel: Außenbereich des Gasthauses mit dem Canale Grande und Gondeln Szenenwechsel: Teodoros Arbeitszimmer (wie zu Beginn) Szenenwechsel: Große Halle in der Herberge mit Blick auf den Canale Grande und die Gondeln. Szenenwechsel: Im Gefängnisinneren Szenenwechsel: Äußeres Gefängnis Die Welt ist wie ein Rad: © Gerhard Wischniewski Giovanni Paisiello (1740 – 1816) Dramma eroicomico in zwei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Venedig 1741 Erster Akt Salon im Gasthaus von Taddeo Szenenwechsel: Ein anderer Saal im Gasthaus Zweiter Akt Teodoros Arbeitszimmer Szenenwechsel: Außenbereich des Gasthauses mit dem Canale Grande und Gondeln Szenenwechsel: Teodoros Arbeitszimmer (wie zu Beginn) Szenenwechsel: Große Halle in der Herberge mit Blick auf den Canale Grande und die Gondeln. Szenenwechsel: Im Gefängnisinneren Szenenwechsel: Äußeres Gefängnis Die Welt ist wie ein Rad: © Gerhard Wischniewski Informationen zum Werk Auch auf youtube findet man eine Gesamtaufnahme und verschiedene Ausschnitte. Informationen zum Werk Auch auf youtube findet man eine Gesamtaufnahme und verschiedene Ausschnitte.PAISIELLO, Giovanni: KÖNIG THEODOR IN VENEDIG (Il re Teodoro in Venezia)
Il RE TEODORO IN VENEZIA
(König Theodor in Venedig))
Libretto von Giovanni Battista Casti
Uraufführung: 1784 am Burgtheater in Wien
Originalsprache: Italienisch
Teodoro, König von Korsika, unter dem Namen Graf Alberto (Bass)
Gafforio, sein Sekretär und oberster Minister, unter dem Namen Gabolino (Tenor)
Achmet, abgesetzter Sultan unter dem Namen Niceforo (Bass)
Taddeo, ein Gastwirt (Bass)
Lisetta, seine Tochter (Sopran)
Sandrino, Kaufmann, ihr Liebhaber (Tenor)
Belisa, Schwester Teodoros (Sopran)
Messer Grande (Bass)
Damenchor, Gondolieri, Diener, Justizbeamte, Statisten
König Teodoro, der unter dem Namen Graf Alberto unterwegs ist, wird von seinen Sekretär Gafforio, der sich als Gabolino ausgibt, getröstet, weil er kein Geld hat. Der Wirt Taddeo kommt mit der Rechnung, Gafforio vertröstet ihn, Er wolle unter vier Augen mit ihm reden. Unterdessen bringt die Tochter des Gastwirtes, Lisetta, den Kaffee und man merkt, dass Teodoro sich in sie verliebt hat. Er möchte am liebsten, dass sie ihm noch eine Weile Gesellschaft leistet, aber sie sagt, dass sie noch andere Pflichten habe. Taddeo und Lisetta gehen.
In dem folgenden Gespräch zwischen Teodoro und Gafforio erfahren wir, dass der Staatschatz von Korsika und auch ihrer beiden Geldvorrat aufgebraucht ist, Teodoro aber noch ein Geldgeschenk seiner Untertanen und befreundeter Höfe erwarte. Da inzwischen der Wirt aber sein Geld verlange, schlägt Gafforio vor, des Königs Prachtgewänder zu verkaufen. Aber das gefällt Teodoro natürlich nicht. Seine Verliebtheit in Lisetta gesteht er. Ihretwegen sei er in dieser Gaststätte. Gafforio will also zum Gastwirt gehen, damit dieser in Bezog auf Geld etwas nachsichtiger und Lisetta gegenüber dem König gegenüber fügsamer sei. Teodoro vertraut ihm und Gafforio geht.
Als Teodoro allein ist, schildert er, dass er verfolgt werde und sich verstecken muss. Genua habe eine Kopfprämie auf ihn ausgesetzt. Außerdem bereite ihm die Liebe zu Lisetta Qualen. Dann geht auch er.
Lisetta und andere junge Frauen sind mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt. Lisetta diskutiert mit den anderen über Liebe. Dabei erfahren wir auch, dass sie in den Kaufmann Sandrino verliebt ist. Während der Dikussion kommt dieser herein und hört erst einmal zu. Dann trägt er selbst seine eigene Ansicht – bezogen auf Lisetta – bei. Schließlich kommt er auf den angeblichen Grafen (Teodoro) zu sprechen und warnt sie vor diesem. Lisetta erklärt, dass sie nicht so naiv sei, auf diesen reinzufallen, sie könne ihn nicht ausstehen. Auf seine Frage erwähnt sie, dass vorgestern ein Armenier angekommen sei, vor dessen Aussehen sie Angst habe. Nun muss sie aber noch weitere Pflichten erfüllen und verabschiedet Sandrino und die jungen Frauen. Dann gehen alle, nur Sandrino bleibt zurück.
Achmet (unter dem Namen Niceforo) erscheint in armenischem Gewand mit seinen Dienern. Er ist wütend, denn auch er ist – wie er berichtet – auf der Flucht und wird verfolgt. Sandrino stellt sich abseits, um die Szene zu beobachten. Er vermutet, dass er jener Fremde ist, von demLisetta gesprochen hat und glaubt, ihn schon einmal gesehen zu haben. Achmet entdeckt ihn und glaubt ebenfalls, ihn zu kennen. Er spricht ihn an. Sandrino erzählt, in Konstantinopel gewesen und vom Sultan Achmet empfangen worden zu sein, dem der neue Gast sehr ähnlich sehe. Achmet glaubt, dass ihm Sandrino nützlich sein könne, bekennt seinen wahren Namen und gebietet ihm Schweigen. Dann erklärt er, dass er von seinem Neffen abgesetzt worden sei und sich hier in Venedig jetzt Niceforo nenne. Sandrino bietet ihm seine Dienste an und er ist einverstanden. Da Achmet von einer schönen Frau hier im Hause spricht, forscht Sandrino, ob es Belisa, die ebenfalls als Gast hier weilt (und nicht etwa Lisetta!) sei. Er gibt Achmet noch ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg. Dann geht er. Achmet passen diese Regeln zwar nicht zu seinen muslimischen Lebensweisen, aber er sieht sich gezwungen, die „Extravaganzen“ anderer zu übernehmen. Dann geht auch er.
Taddeo kommt. Er hat gelauscht und vernommen, dass Gabolino (Gafforio) den Grafen Alberto (Teodoro) mit „Majestät“ anspricht. Er macht sich Gedanken darüber, ob das nicht ein König ist, der anonym reist. Aber warum bezahlt er denn nicht? Gafforio kommt hinzu. Statt Geld will er Taddeo raten, mit den Rechnungen noch zu warten. Als ihn dieser auf die Bezeichnung Teodoros anspricht, die er erlauscht hat, gibt Gafforio zu, dass Teodoro der König von Korsika sei, bittet ihn aber, darüber zu schweigen. Er verspricht ihm, dass sich ein Glück für ihn vorbereite: Teodoro werde im Geheimen seine Tochter Lisetta heiraten und sie werde Königin werden. Als Taddeo Beweise fordert, zeigt er ihm er ihm ein Bündel Papiere mit dem Wappen Korsikas. Dann geht er.
Taddeo ist erstaunt und sieht sich schon als Schwiegervater eines Königs. Als Lisetta hereintritt, begrüßt er sie als „Glanz seiner Familie“ und eröffnet ihr, dass der Graf Alberto in Wirklichkeit ein König sei und sie heiraten wolle. Sie nennt ihn verrückt und erinnert ihn daran, dass er sie Sandrino versprochen habe. Aber er erklärt, dass die Zeiten sich geändert hätten und schwärmt ihr vom Leben einer Königin vor. Er tritt ab.
Lisetta ist verwirrt und vermutet eine Falle dahinter. Außerdem will sie ihrem Sandrino treu bleiben. Dann sieht sie Sandrino mit Belisa – im Gespräch vertieft – kommen. Sie vernimmt, dass die beiden von Liebe sprechen, weiß aber nicht, dass es um Achmet geht. Lisetta glaubt an Verrat und geht ab.
Sandrino versucht Belisa schmackhaft zu machen, dass Achmet sie liebe. Sie akzeptiert das und will dem türkischen Sultan beibringen, worin der Unterschied zwischen einer tscherkessischen Sklavin und einer europäischen Frau bestehe. Sie erzählt ihm auch, dass sie schon einmal einen Ehemann hatte, der sie aber verlassen habe. Seitdem höre sie jedem Manne zu, schenke ihm aber nicht ihr Herz.
Achmet kommt hinzu und bestätigt, dass ihm diese Frau gefalle. Sandrino stellt ihm Belisa vor, und dieser versucht, sie sofort mit sich zu ziehen. Sie löst sich von Ihm. Dem Erstaunten erklärt sie, das sie von seinen muslimischen Gepflogenheiten nichts hält und belehrt ihn, wie er sich zu verhalten habe, wenn sie ihn lieben solle. Sandrino amüsiert sich über die Lektion, die sie ihm erteilt. Dann verschwindet Belisa.
Achmet bekennt, dass ihr freches Benehmen eine gewisse Magie auf ihn ausübe und Sandrino rät ihm, nach ihren Belehrungen zu handeln. Beide gehen ab.
Gafforio erzählt Teodoro, dass er die Unterhandlung mit Taddeo glücklich beenden konnte. Er habe dem Misstauischen die Identität genannt, die er zu verschweigen versprochen habe, und ihm auch mitgeteilt, dass Teodoro seiner Tochter zugeneigt sei. So habe er ihn damit zum begeisterten Anhänger gemacht. Die Hochzeit solle zunächst geheim bleiben, aber später werde man schon Lisetta als Königin anerkennen. Teodoro ist skeptisch, aber Gafforio meint, das sei nur Ausweg aus ihrer Lage. Wenn es später nicht passe, könne man ja immer noch an eine Auflösung denken.
Nun führt Taddeo Lisetta herbei und erklärt ihr, dass der König sie liebt. Lisetta ist sprachlos über die seltsame Neuigkeit. Sie bittet ihren Vater, für sie zu reden. Sie fühlt sich von Sandrino enttäuscht, den sie immer noch liebt, bittet ihren Vater, für sie zu reden und entschuldigt sich für ihre Schweigsamkeit, die ihr die anderen vergeben. Alle gehen.
Belisa zieht Achmet herein, er solle mit ihr spazieren gehen. Sie will ihn anderen vorstellen und ihn gesellig machen, wenn er ihr Liebhaber werden will. Achmet ist verwirrt, erkennt aber, dass Frauen ihre eigene Art haben, das Wesen der Männer zu verändern. Dann zieht sie ihn mit sich fort.
Sandrino erscheint und sucht seine Lisetta. Den eintretenden Taddeo fragt er, wann die Hochzeit zwischen ihm und dessen Tochter stattfinden solle. Doch dieser meint, dass seine Tochter wohl einem einfachen Mann nicht mehr ihre Hand geben werde. Sandrino verschlägt es die Sprache über diese Neuigkeit, aber Taddeo sagt ihm, die Zeiten hätten sich geändert. Schließlich kommt auch Lisetta hinzu. Sie nennt ihn, der es noch wagt, über Liebe zu sprechen, einen Lügner und fordert ihn auf, zu gehen und ihr Vater lobt sie für ihre Standhaftigkeit. Sandrino ist nun völlig verwirrt.
Teodoro und Gafforio kommen herein. Teodoro spricht sie sofort als Geliebte an und fragt, ob sie nun ihre Furcht verloren habe. Taddeo drängt und sie, die sich an Sandrino rächen will, erklärt nun, dass sie Teodoros Liebe annehme. Jetzt erkennt Sandrino den Ursprung dieser Veränderung, die die anderen loben.
Belisa erscheint erneut mit Achmet, stellt ihn den anderen als Niceforo vor und fordert ihn auf, sich vor den anderen zu verneigen. Teodoro glaubt, in ihr seine Schwester Belisa zu erkennen, und auch sie meint in Teodoro ihren Bruder zu sehen, von dem sie seit Jahren getrennt ist. Gafforio erklärt, dass Niceforo zweifellos Achmet sei und auch Achmet erkennt in Graf Alberto den König der Korsen, Teodoro, den er in ByzanZ gesehen habe. Es entsteht ein heilloses Durcheinander, wer wer ist und ein Gerangele um Stillschweigen. Alle sind fassungslos über diese Unordnung. Nach und nach gehen Teodoro, Gafforio, Belisa, Achmet,Sandrino, Lisetta und schließlich Taddeo mit ihren eigenen Gedanken über diese Situation ab.
Gafforio bringt die Depeschen und dikutiert mit Teodoro über deren Inhalt. So teilt zum Beiuspiel der Großkanzler von Korsika mit, dass er wegen Geldmangel die Soldzahlung aussetzen musste, was zu Aufständen führt. Gafforio macht Teodoro einige Vorschläge, wie er aus der Krise heraufinden könnte, die aber Teodoro nicht gefallen. Dann schreibt ein Makler aus Livorno, dass er Teodoro eine größere Summe ausgeliehen habe. Da er vermute, dass sich dieser In Venedig unter dem Namen Alberto aufhalte, schicke er einem Kaufmann namens Sandrino die Schuldverschreibung, damit dieser das Geld eintreiben solle. Da weist ihn Gafforio darauf hin, dass Taddeo mit einer Heirat seiner Tochter mit Teodoro einverstanden sei. Taddeo sei reich und eitel. Er könne ihn zum General ernennen, was ihn freigebiger machen könne.
Das Gespräch wird unterbrochen, da Belisa eintritt. Ghafforio zieht sich auf Bitte Teodoros zurück. Belisa, bestätigt ihm, dass sie seine Schwester ist und will von ihm wissen, auf welche Weise er König der Korsen geworden sei. Er erzählt ihr, dass er es mit Scharfsinn und Wagemut geschafft habe. Er vertraut ihr auch an, dass die Staatskasse erschöpft sei und er im Augenblick nicht wisse, woher er Geld für die eigenen Bedürfnisse beschaffen könne. Sie gibt ihm einen Ring, den sie von Achmet erhalten hat und bestätigt ihm, dass dieser sehr reich sei und ihm nützen könne. Sie werde ihm zu einem Treffen verhelfen. Dann geht sie.
Teodoro nimmt sich vor, die Gelegenheit wahrzunehmen, komme es, wie es wolle. Dann läutet er und Gafforio kommt. Er schickt ihn zu Achmet. Dieser solle ihm finanziell helfen. Er werde ihn dann als Sultan anerkennen und ihm helfen, seinen Thron wiederzuerlangen.
Dann erscheint Taddeo mit Lisetta. Teodoro bestätigt ihm, dass Niceforo der abgesetzte Sultan Achmet sei. Er spricht von einem geheimen Vertrag zwischen ihm und dem Sultan, der auch Taddeos Gaststätte berühmt machen werde. Dann reicht er Lisetta den Ring, den er von Belisa erhalten hat, als Verlobungsring, erklärt sie zur Königin und ernennt Taddeo zum General..
Da hat sich Sandrino herbeigeschlichen und bleibt zunächst zurück, um zuzuhören. Dann tritt er hervor und präsentiert Teodoro den Schuldschein des Maklers aus Livorno, in dem dieser die Zahlung fordert. Er droht ihm mit einem Prozess, wenn er nicht sofort zahle. Die Anwesenden halten das für eine Unverschämtheit und sind verwirrt. Sandrino aber verspottet die „Königin“ und den „General“. Teodoro und Taddeo beschließen, den Unverschämten zu bestrafen und gehen gemeinsam ab.
Sandrino verspottet Lisetta noch einmal und eröffnet ihr auch, dass er den Ring, den sie jetzt trägt, bei Belisa gesehen habe. Sie aber, die noch immer an seinen Betrug glaubt, fühlt sich daneben nun auch noch beleidigt und geht ab.
Sandrino läßt sich nun über die Unbeständigkeit der Frauen aus.
Teodoro, Lisetta, Achmet und Belisa unterhalten sich auf der Terrasse des Gasthauses, Gafforio und Taddeo auf der Straße.Man hört die Gondoliere singen und die Anwesenden drücken ihre Freude an dem Gesang und Schauspiel aus. Dann lässt sich Achmet eine Pfeife bringen, aber Belisa belehrt ihn, dass man in Anwesenheit von Frauen nicht raucht und nimmt ihm diese weg. Dann schlägt sie vor, auch eine Gondelfahrt zu machen. Teodoro und Lisetta entschuldigen sich. Sie hätten noch zu tun. Alle verlassendie Terrasse.
Gafforio glaubt, dass das Treffen der beiden Monarchen positiv verlaufen sei. Taddeo erwartet größere Umwälzungen davon. Da empfiehlt ihm Gafforio, seine Ernennung zum General, die schon vorbereitet sei, abzuholen und geht.
Achmet und Belisa kommen mit Gefolge.Belisa fordert Taddeo auf, eine Gondel zu besorgen. Inzwischen befragt sie Achmet, was er mit Teodoro verhandelt habe. Dieser hält Teodoro für einen lächerlichen, winzigen Herrscher. Belisa hält Achmet entgegen, dass Teodoro größer sei als er, der abgesetzte Sultan. Aber Höflichkeit sei ihm ja nicht beizubringen. Dann meldet Taddeo, dass die Gondel bereitstehe. Da befiehlt Achmet Taddeo, zu seiner Rückkehr ein Mahl zu bereiten und zu Belisa sagt er, dass er ihr demütiger Diener sein will. Sie gehen an Bord einer Gondel und man hört dazu noch einmal den Gesang der Gondoliere.
Taddeo ist zwar empört darüber, mit welcher Überheblichkeit Achmet den Befehl an ihn erteilt hat. Aber wenn der Sultan erfährt, dass er General ist, wird er sich sicher entschuldigen.Dann schwärmt er von seiner Zukunft als General.
Teodoro sitzt in Gedanken versunken am Schreibtisch. Gafforio fragt, warum er so trübsinnig sei, es verlaufe doch alles nach seinen Wünschen. Er habe doch mit dem Sultan schon Freundschaft geschlossen und damit den Grundstein für ein Bündnis gelegt. Er werde Lisetta bekommen und Taddeo werde für den Vertrag zahlen. Doch Teodoro sagt ihn, dass Achmet sich seinen Interessen gegenüber gleichgültig gezeigt habe und dass da noch Sandrino sei, der ihn vor Gericht bringen wolle. Wenn ein Fluchtverdacht bestehe, werde er verhaftet und die vielen Gläubiger würden über ihn herfallen. Anschließend erzählt er ihm von einem Traum, in dem er ein Gespenst gesehen habe, das in seine Rechnungen, Verpflichtungen und Schuldscheine gekleidet war. Doch Gafforio beruhigt ihn: Träume und Gespenster seien etwas für Weichlinge und Kinder. Als sie Taddeo kommen sehen, zieht Teodoro sich zurück und bittet Gafforio, mit diesem zu seinen Gunsten zu verhandeln.
Gafforio eröffnet Taddeo, dass der König wünsche, dessen Tochter noch heute zu heiraten. Taddeo ist hocherfreut. Dann geht Gafforio kurz hinaus und kommt mit dem Schreiben, das Taddeo zum General ernennt, und einem Diener, der eine Uniform bringt zurück. Er nennt ihm einen hohen Betrag, den Uniform und Urkunde kosten und redet ihm, der das als teuer empfindet, ein, dass das Geld nirgendwo besser angelegt sei. Taddeo lässt sich überreden, die Uniform zu probieren, doch diese stellt sich als zu eng heraus. Gafforio kann ihn trotzdem überreden, die Uniform anzunehmen und händigt ihm noch ein Schwert aus, für das er ebenfalls einen hohen Betrag fordert. Dem Gastwirt, der nicht weiß, wie er das Geld aufbringen soll, rät er, sich das zu überlegen und geht.
Taddeo will sich nicht entmutigen lassen, es gäbe ja noch die Möglichkeit zu verhandeln. Lisetta kommt hinzu und Taddeo lässt sich von ihr erst einmal in der neuen Uniform bewundern. Beide verspüren bereits Gefühle, als wären sie schon in ihrer neuen Aufgabe. In einem Duett stellen Sie sich vor, wie sie sich in Zukunft verhalten werden.
Sandrino berichtet, dass er und auch tausend Gläubiger Anklage gegen Teodoro erhoben hätten und die Regierung erwäge, diesen „Abenteurer“ zu verhaften. Es wundert ihn nicht, dass dieser Mann, der sich den königlichen Titel angeeignet hat, auch Lisetta und Taddeo verführt hat. Als er Taddeo in Uniform kommen sieht, kann er nur darüber lachen und geht ab. Taddeo ruft als „General“ seine Kellner und Diener herbei und ernennt einen neuen Gastwirt, Verwalter und Kellermeister. Sie sollen Belisa und Achmet in Uniform und mit Schwert entgegentreten.
Diese steigen gerade aus der Gondel und kommen herein. Achmet verlangt, dass der Tisch gedeckt werde. Taddeo ruft dem neuen Gastwirt zu, seine Pflicht zu erfüllen. Als Belisa sich über die Uniform Taddeos wundert, fragt er, warum es ihr verwunderlich erscheine, dass derjenige, der seine Tochter mit einem König verheirate, General sei.
Alle kommen zu Tisch, man trinkt auf die Verlobung von Teodoro und Lisetta und man führt Gespräche, unter anderem über eine neue Oper, wobei Acmet nicht verstehen kann, wie man singend stirbt, über den Wein, der dem Sultan schmeckt, obwohl ihn der Prophet verbiete und schließlich über neue Gäste, die wegen der Oper kommen, darunter Genueser, die Teodoro fürchtet.
Doch Messer Grande erscheint mit einem Gefolge von Justizbeamten. Er hat dem Befehl, Teodoro mitzunehmen. Die Anwesenden erheben Einspruch, da er doch ein König sei. Da zieht Messer Grande einPapier aus der Tasche und liest den ganzen Katalog von Teodoros Schulden vor. Teodoro fügt sich, übergibt Messer Grande sein Schwert und geht mit den Justibeamten ab. Lisetta erklärt, einen Mann im Gefängnis werde sie nicht heiraten und auch die anderen geben ihre Kommentare. Achmet geht.
Sandrino tritt auf. Er fragt, was geschehen sei. Taddeo erklärt ihm, dass sich alles plötzlich zerschlagen habe. Natürlich macht Sandrino Lisetta Vorwürfe, auf was sie sich da eingelassen habe, während sie immer noch glaubt, dass er ein Verhältnis zu Belisa habe, was die beiden aber widerlegen. Danach geht Belisa. Auch Taddeo vrerschwindet, um schnell seine Uniform abzulegen. Lisetta und Sandrino versöhnen sich wieder.
Teodoro ist allein und untröstlich. Sein neues Königreich sind nun kahle Mauern. Aber ein schwacher Strahl der Hoffnung regt sich immer noch in ihm.
Teodoro ist durch ein Gitter zu sehen. Alle anderen kommen nach und nach in den Vorraum. Belisa erklärt, dass sie es ihm bereits vorausgesagt habe, seine Herrschsucht führe ins Gefängnis. Gafforio spricht ihm Mut zu, anderen wäre es noch schlimmer ergangen als ihm, doch das nervt Teodoro. Taddeo bringt Uniform, Schwert und Dienstausweis zurück. Er will nichts mehr davon wissen. Lisetta gibt Teodoro den Ring zurück. Sandrino wirft ihm vor, anderen Leuten die Braut zu nehmen. Achmet kommt, um sich zu verabschieden und Belisa bedauert, dass sie ihrem Bruder nicht helfen kann. Auch sie will fortgehen. Alle wundern sich, als sie vernehmen, dass Belisa Teodoros Schwester ist. Die Sache geht versöhnlich aus: Achmet will eine Sammlung veranstalten, um Teodoro Beistand zu leisten. Taddeo will Teodoro, solange er im Gefängnis weilt, täglich das Mittagessen ischicken. Sandrino legt, nachdem er nun seine Braut wieder hat, seinen Zorn ab. Lisetta glaubt, dass sie ihn freilassen werden, wenn sie erkennen, dass er nichts mehr besitzt, Teodoro will von allem nichts mehr hören und zieht sich zurück. Die Oper klingt aus mit der Erkenntnis aller:
Der eine steht oben, der andere unten,
und wer zuvor unten war,
kehrt später wieder nach oben zurück;
der eine springt, der andere stürzt,
der eine geht nach oben, der andere nach unten.
Doch wenn sich das Rad dreht,
lass es sich doch drehen;
glücklich ist, wer inmitten der Wirbel
ruhig bleiben kann.
Il RE TEODORO IN VENEZIA
(König Theodor in Venedig))
Libretto von Giovanni Battista Casti
Uraufführung: 1784 am Burgtheater in Wien
Originalsprache: Italienisch
Teodoro, König von Korsika, unter dem Namen Graf Alberto (Bass)
Gafforio, sein Sekretär und oberster Minister, unter dem Namen Gabolino (Tenor)
Achmet, abgesetzter Sultan unter dem Namen Niceforo (Bass)
Taddeo, ein Gastwirt (Bass)
Lisetta, seine Tochter (Sopran)
Sandrino, Kaufmann, ihr Liebhaber (Tenor)
Belisa, Schwester Teodoros (Sopran)
Messer Grande (Bass)
Damenchor, Gondolieri, Diener, Justizbeamte, Statisten
König Teodoro, der unter dem Namen Graf Alberto unterwegs ist, wird von seinen Sekretär Gafforio, der sich als Gabolino ausgibt, getröstet, weil er kein Geld hat. Der Wirt Taddeo kommt mit der Rechnung, Gafforio vertröstet ihn, Er wolle unter vier Augen mit ihm reden. Unterdessen bringt die Tochter des Gastwirtes, Lisetta, den Kaffee und man merkt, dass Teodoro sich in sie verliebt hat. Er möchte am liebsten, dass sie ihm noch eine Weile Gesellschaft leistet, aber sie sagt, dass sie noch andere Pflichten habe. Taddeo und Lisetta gehen.
In dem folgenden Gespräch zwischen Teodoro und Gafforio erfahren wir, dass der Staatschatz von Korsika und auch ihrer beiden Geldvorrat aufgebraucht ist, Teodoro aber noch ein Geldgeschenk seiner Untertanen und befreundeter Höfe erwarte. Da inzwischen der Wirt aber sein Geld verlange, schlägt Gafforio vor, des Königs Prachtgewänder zu verkaufen. Aber das gefällt Teodoro natürlich nicht. Seine Verliebtheit in Lisetta gesteht er. Ihretwegen sei er in dieser Gaststätte. Gafforio will also zum Gastwirt gehen, damit dieser in Bezog auf Geld etwas nachsichtiger und Lisetta gegenüber dem König gegenüber fügsamer sei. Teodoro vertraut ihm und Gafforio geht.
Als Teodoro allein ist, schildert er, dass er verfolgt werde und sich verstecken muss. Genua habe eine Kopfprämie auf ihn ausgesetzt. Außerdem bereite ihm die Liebe zu Lisetta Qualen. Dann geht auch er.
Lisetta und andere junge Frauen sind mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt. Lisetta diskutiert mit den anderen über Liebe. Dabei erfahren wir auch, dass sie in den Kaufmann Sandrino verliebt ist. Während der Dikussion kommt dieser herein und hört erst einmal zu. Dann trägt er selbst seine eigene Ansicht – bezogen auf Lisetta – bei. Schließlich kommt er auf den angeblichen Grafen (Teodoro) zu sprechen und warnt sie vor diesem. Lisetta erklärt, dass sie nicht so naiv sei, auf diesen reinzufallen, sie könne ihn nicht ausstehen. Auf seine Frage erwähnt sie, dass vorgestern ein Armenier angekommen sei, vor dessen Aussehen sie Angst habe. Nun muss sie aber noch weitere Pflichten erfüllen und verabschiedet Sandrino und die jungen Frauen. Dann gehen alle, nur Sandrino bleibt zurück.
Achmet (unter dem Namen Niceforo) erscheint in armenischem Gewand mit seinen Dienern. Er ist wütend, denn auch er ist – wie er berichtet – auf der Flucht und wird verfolgt. Sandrino stellt sich abseits, um die Szene zu beobachten. Er vermutet, dass er jener Fremde ist, von demLisetta gesprochen hat und glaubt, ihn schon einmal gesehen zu haben. Achmet entdeckt ihn und glaubt ebenfalls, ihn zu kennen. Er spricht ihn an. Sandrino erzählt, in Konstantinopel gewesen und vom Sultan Achmet empfangen worden zu sein, dem der neue Gast sehr ähnlich sehe. Achmet glaubt, dass ihm Sandrino nützlich sein könne, bekennt seinen wahren Namen und gebietet ihm Schweigen. Dann erklärt er, dass er von seinem Neffen abgesetzt worden sei und sich hier in Venedig jetzt Niceforo nenne. Sandrino bietet ihm seine Dienste an und er ist einverstanden. Da Achmet von einer schönen Frau hier im Hause spricht, forscht Sandrino, ob es Belisa, die ebenfalls als Gast hier weilt (und nicht etwa Lisetta!) sei. Er gibt Achmet noch ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg. Dann geht er. Achmet passen diese Regeln zwar nicht zu seinen muslimischen Lebensweisen, aber er sieht sich gezwungen, die „Extravaganzen“ anderer zu übernehmen. Dann geht auch er.
Taddeo kommt. Er hat gelauscht und vernommen, dass Gabolino (Gafforio) den Grafen Alberto (Teodoro) mit „Majestät“ anspricht. Er macht sich Gedanken darüber, ob das nicht ein König ist, der anonym reist. Aber warum bezahlt er denn nicht? Gafforio kommt hinzu. Statt Geld will er Taddeo raten, mit den Rechnungen noch zu warten. Als ihn dieser auf die Bezeichnung Teodoros anspricht, die er erlauscht hat, gibt Gafforio zu, dass Teodoro der König von Korsika sei, bittet ihn aber, darüber zu schweigen. Er verspricht ihm, dass sich ein Glück für ihn vorbereite: Teodoro werde im Geheimen seine Tochter Lisetta heiraten und sie werde Königin werden. Als Taddeo Beweise fordert, zeigt er ihm er ihm ein Bündel Papiere mit dem Wappen Korsikas. Dann geht er.
Taddeo ist erstaunt und sieht sich schon als Schwiegervater eines Königs. Als Lisetta hereintritt, begrüßt er sie als „Glanz seiner Familie“ und eröffnet ihr, dass der Graf Alberto in Wirklichkeit ein König sei und sie heiraten wolle. Sie nennt ihn verrückt und erinnert ihn daran, dass er sie Sandrino versprochen habe. Aber er erklärt, dass die Zeiten sich geändert hätten und schwärmt ihr vom Leben einer Königin vor. Er tritt ab.
Lisetta ist verwirrt und vermutet eine Falle dahinter. Außerdem will sie ihrem Sandrino treu bleiben. Dann sieht sie Sandrino mit Belisa – im Gespräch vertieft – kommen. Sie vernimmt, dass die beiden von Liebe sprechen, weiß aber nicht, dass es um Achmet geht. Lisetta glaubt an Verrat und geht ab.
Sandrino versucht Belisa schmackhaft zu machen, dass Achmet sie liebe. Sie akzeptiert das und will dem türkischen Sultan beibringen, worin der Unterschied zwischen einer tscherkessischen Sklavin und einer europäischen Frau bestehe. Sie erzählt ihm auch, dass sie schon einmal einen Ehemann hatte, der sie aber verlassen habe. Seitdem höre sie jedem Manne zu, schenke ihm aber nicht ihr Herz.
Achmet kommt hinzu und bestätigt, dass ihm diese Frau gefalle. Sandrino stellt ihm Belisa vor, und dieser versucht, sie sofort mit sich zu ziehen. Sie löst sich von Ihm. Dem Erstaunten erklärt sie, das sie von seinen muslimischen Gepflogenheiten nichts hält und belehrt ihn, wie er sich zu verhalten habe, wenn sie ihn lieben solle. Sandrino amüsiert sich über die Lektion, die sie ihm erteilt. Dann verschwindet Belisa.
Achmet bekennt, dass ihr freches Benehmen eine gewisse Magie auf ihn ausübe und Sandrino rät ihm, nach ihren Belehrungen zu handeln. Beide gehen ab.
Gafforio erzählt Teodoro, dass er die Unterhandlung mit Taddeo glücklich beenden konnte. Er habe dem Misstauischen die Identität genannt, die er zu verschweigen versprochen habe, und ihm auch mitgeteilt, dass Teodoro seiner Tochter zugeneigt sei. So habe er ihn damit zum begeisterten Anhänger gemacht. Die Hochzeit solle zunächst geheim bleiben, aber später werde man schon Lisetta als Königin anerkennen. Teodoro ist skeptisch, aber Gafforio meint, das sei nur Ausweg aus ihrer Lage. Wenn es später nicht passe, könne man ja immer noch an eine Auflösung denken.
Nun führt Taddeo Lisetta herbei und erklärt ihr, dass der König sie liebt. Lisetta ist sprachlos über die seltsame Neuigkeit. Sie bittet ihren Vater, für sie zu reden. Sie fühlt sich von Sandrino enttäuscht, den sie immer noch liebt, bittet ihren Vater, für sie zu reden und entschuldigt sich für ihre Schweigsamkeit, die ihr die anderen vergeben. Alle gehen.
Belisa zieht Achmet herein, er solle mit ihr spazieren gehen. Sie will ihn anderen vorstellen und ihn gesellig machen, wenn er ihr Liebhaber werden will. Achmet ist verwirrt, erkennt aber, dass Frauen ihre eigene Art haben, das Wesen der Männer zu verändern. Dann zieht sie ihn mit sich fort.
Sandrino erscheint und sucht seine Lisetta. Den eintretenden Taddeo fragt er, wann die Hochzeit zwischen ihm und dessen Tochter stattfinden solle. Doch dieser meint, dass seine Tochter wohl einem einfachen Mann nicht mehr ihre Hand geben werde. Sandrino verschlägt es die Sprache über diese Neuigkeit, aber Taddeo sagt ihm, die Zeiten hätten sich geändert. Schließlich kommt auch Lisetta hinzu. Sie nennt ihn, der es noch wagt, über Liebe zu sprechen, einen Lügner und fordert ihn auf, zu gehen und ihr Vater lobt sie für ihre Standhaftigkeit. Sandrino ist nun völlig verwirrt.
Teodoro und Gafforio kommen herein. Teodoro spricht sie sofort als Geliebte an und fragt, ob sie nun ihre Furcht verloren habe. Taddeo drängt und sie, die sich an Sandrino rächen will, erklärt nun, dass sie Teodoros Liebe annehme. Jetzt erkennt Sandrino den Ursprung dieser Veränderung, die die anderen loben.
Belisa erscheint erneut mit Achmet, stellt ihn den anderen als Niceforo vor und fordert ihn auf, sich vor den anderen zu verneigen. Teodoro glaubt, in ihr seine Schwester Belisa zu erkennen, und auch sie meint in Teodoro ihren Bruder zu sehen, von dem sie seit Jahren getrennt ist. Gafforio erklärt, dass Niceforo zweifellos Achmet sei und auch Achmet erkennt in Graf Alberto den König der Korsen, Teodoro, den er in ByzanZ gesehen habe. Es entsteht ein heilloses Durcheinander, wer wer ist und ein Gerangele um Stillschweigen. Alle sind fassungslos über diese Unordnung. Nach und nach gehen Teodoro, Gafforio, Belisa, Achmet,Sandrino, Lisetta und schließlich Taddeo mit ihren eigenen Gedanken über diese Situation ab.
Gafforio bringt die Depeschen und dikutiert mit Teodoro über deren Inhalt. So teilt zum Beiuspiel der Großkanzler von Korsika mit, dass er wegen Geldmangel die Soldzahlung aussetzen musste, was zu Aufständen führt. Gafforio macht Teodoro einige Vorschläge, wie er aus der Krise heraufinden könnte, die aber Teodoro nicht gefallen. Dann schreibt ein Makler aus Livorno, dass er Teodoro eine größere Summe ausgeliehen habe. Da er vermute, dass sich dieser In Venedig unter dem Namen Alberto aufhalte, schicke er einem Kaufmann namens Sandrino die Schuldverschreibung, damit dieser das Geld eintreiben solle. Da weist ihn Gafforio darauf hin, dass Taddeo mit einer Heirat seiner Tochter mit Teodoro einverstanden sei. Taddeo sei reich und eitel. Er könne ihn zum General ernennen, was ihn freigebiger machen könne.
Das Gespräch wird unterbrochen, da Belisa eintritt. Ghafforio zieht sich auf Bitte Teodoros zurück. Belisa, bestätigt ihm, dass sie seine Schwester ist und will von ihm wissen, auf welche Weise er König der Korsen geworden sei. Er erzählt ihr, dass er es mit Scharfsinn und Wagemut geschafft habe. Er vertraut ihr auch an, dass die Staatskasse erschöpft sei und er im Augenblick nicht wisse, woher er Geld für die eigenen Bedürfnisse beschaffen könne. Sie gibt ihm einen Ring, den sie von Achmet erhalten hat und bestätigt ihm, dass dieser sehr reich sei und ihm nützen könne. Sie werde ihm zu einem Treffen verhelfen. Dann geht sie.
Teodoro nimmt sich vor, die Gelegenheit wahrzunehmen, komme es, wie es wolle. Dann läutet er und Gafforio kommt. Er schickt ihn zu Achmet. Dieser solle ihm finanziell helfen. Er werde ihn dann als Sultan anerkennen und ihm helfen, seinen Thron wiederzuerlangen.
Dann erscheint Taddeo mit Lisetta. Teodoro bestätigt ihm, dass Niceforo der abgesetzte Sultan Achmet sei. Er spricht von einem geheimen Vertrag zwischen ihm und dem Sultan, der auch Taddeos Gaststätte berühmt machen werde. Dann reicht er Lisetta den Ring, den er von Belisa erhalten hat, als Verlobungsring, erklärt sie zur Königin und ernennt Taddeo zum General..
Da hat sich Sandrino herbeigeschlichen und bleibt zunächst zurück, um zuzuhören. Dann tritt er hervor und präsentiert Teodoro den Schuldschein des Maklers aus Livorno, in dem dieser die Zahlung fordert. Er droht ihm mit einem Prozess, wenn er nicht sofort zahle. Die Anwesenden halten das für eine Unverschämtheit und sind verwirrt. Sandrino aber verspottet die „Königin“ und den „General“. Teodoro und Taddeo beschließen, den Unverschämten zu bestrafen und gehen gemeinsam ab.
Sandrino verspottet Lisetta noch einmal und eröffnet ihr auch, dass er den Ring, den sie jetzt trägt, bei Belisa gesehen habe. Sie aber, die noch immer an seinen Betrug glaubt, fühlt sich daneben nun auch noch beleidigt und geht ab.
Sandrino läßt sich nun über die Unbeständigkeit der Frauen aus.
Teodoro, Lisetta, Achmet und Belisa unterhalten sich auf der Terrasse des Gasthauses, Gafforio und Taddeo auf der Straße.Man hört die Gondoliere singen und die Anwesenden drücken ihre Freude an dem Gesang und Schauspiel aus. Dann lässt sich Achmet eine Pfeife bringen, aber Belisa belehrt ihn, dass man in Anwesenheit von Frauen nicht raucht und nimmt ihm diese weg. Dann schlägt sie vor, auch eine Gondelfahrt zu machen. Teodoro und Lisetta entschuldigen sich. Sie hätten noch zu tun. Alle verlassendie Terrasse.
Gafforio glaubt, dass das Treffen der beiden Monarchen positiv verlaufen sei. Taddeo erwartet größere Umwälzungen davon. Da empfiehlt ihm Gafforio, seine Ernennung zum General, die schon vorbereitet sei, abzuholen und geht.
Achmet und Belisa kommen mit Gefolge.Belisa fordert Taddeo auf, eine Gondel zu besorgen. Inzwischen befragt sie Achmet, was er mit Teodoro verhandelt habe. Dieser hält Teodoro für einen lächerlichen, winzigen Herrscher. Belisa hält Achmet entgegen, dass Teodoro größer sei als er, der abgesetzte Sultan. Aber Höflichkeit sei ihm ja nicht beizubringen. Dann meldet Taddeo, dass die Gondel bereitstehe. Da befiehlt Achmet Taddeo, zu seiner Rückkehr ein Mahl zu bereiten und zu Belisa sagt er, dass er ihr demütiger Diener sein will. Sie gehen an Bord einer Gondel und man hört dazu noch einmal den Gesang der Gondoliere.
Taddeo ist zwar empört darüber, mit welcher Überheblichkeit Achmet den Befehl an ihn erteilt hat. Aber wenn der Sultan erfährt, dass er General ist, wird er sich sicher entschuldigen.Dann schwärmt er von seiner Zukunft als General.
Teodoro sitzt in Gedanken versunken am Schreibtisch. Gafforio fragt, warum er so trübsinnig sei, es verlaufe doch alles nach seinen Wünschen. Er habe doch mit dem Sultan schon Freundschaft geschlossen und damit den Grundstein für ein Bündnis gelegt. Er werde Lisetta bekommen und Taddeo werde für den Vertrag zahlen. Doch Teodoro sagt ihn, dass Achmet sich seinen Interessen gegenüber gleichgültig gezeigt habe und dass da noch Sandrino sei, der ihn vor Gericht bringen wolle. Wenn ein Fluchtverdacht bestehe, werde er verhaftet und die vielen Gläubiger würden über ihn herfallen. Anschließend erzählt er ihm von einem Traum, in dem er ein Gespenst gesehen habe, das in seine Rechnungen, Verpflichtungen und Schuldscheine gekleidet war. Doch Gafforio beruhigt ihn: Träume und Gespenster seien etwas für Weichlinge und Kinder. Als sie Taddeo kommen sehen, zieht Teodoro sich zurück und bittet Gafforio, mit diesem zu seinen Gunsten zu verhandeln.
Gafforio eröffnet Taddeo, dass der König wünsche, dessen Tochter noch heute zu heiraten. Taddeo ist hocherfreut. Dann geht Gafforio kurz hinaus und kommt mit dem Schreiben, das Taddeo zum General ernennt, und einem Diener, der eine Uniform bringt zurück. Er nennt ihm einen hohen Betrag, den Uniform und Urkunde kosten und redet ihm, der das als teuer empfindet, ein, dass das Geld nirgendwo besser angelegt sei. Taddeo lässt sich überreden, die Uniform zu probieren, doch diese stellt sich als zu eng heraus. Gafforio kann ihn trotzdem überreden, die Uniform anzunehmen und händigt ihm noch ein Schwert aus, für das er ebenfalls einen hohen Betrag fordert. Dem Gastwirt, der nicht weiß, wie er das Geld aufbringen soll, rät er, sich das zu überlegen und geht.
Taddeo will sich nicht entmutigen lassen, es gäbe ja noch die Möglichkeit zu verhandeln. Lisetta kommt hinzu und Taddeo lässt sich von ihr erst einmal in der neuen Uniform bewundern. Beide verspüren bereits Gefühle, als wären sie schon in ihrer neuen Aufgabe. In einem Duett stellen Sie sich vor, wie sie sich in Zukunft verhalten werden.
Sandrino berichtet, dass er und auch tausend Gläubiger Anklage gegen Teodoro erhoben hätten und die Regierung erwäge, diesen „Abenteurer“ zu verhaften. Es wundert ihn nicht, dass dieser Mann, der sich den königlichen Titel angeeignet hat, auch Lisetta und Taddeo verführt hat. Als er Taddeo in Uniform kommen sieht, kann er nur darüber lachen und geht ab. Taddeo ruft als „General“ seine Kellner und Diener herbei und ernennt einen neuen Gastwirt, Verwalter und Kellermeister. Sie sollen Belisa und Achmet in Uniform und mit Schwert entgegentreten.
Diese steigen gerade aus der Gondel und kommen herein. Achmet verlangt, dass der Tisch gedeckt werde. Taddeo ruft dem neuen Gastwirt zu, seine Pflicht zu erfüllen. Als Belisa sich über die Uniform Taddeos wundert, fragt er, warum es ihr verwunderlich erscheine, dass derjenige, der seine Tochter mit einem König verheirate, General sei.
Alle kommen zu Tisch, man trinkt auf die Verlobung von Teodoro und Lisetta und man führt Gespräche, unter anderem über eine neue Oper, wobei Acmet nicht verstehen kann, wie man singend stirbt, über den Wein, der dem Sultan schmeckt, obwohl ihn der Prophet verbiete und schließlich über neue Gäste, die wegen der Oper kommen, darunter Genueser, die Teodoro fürchtet.
Doch Messer Grande erscheint mit einem Gefolge von Justizbeamten. Er hat dem Befehl, Teodoro mitzunehmen. Die Anwesenden erheben Einspruch, da er doch ein König sei. Da zieht Messer Grande einPapier aus der Tasche und liest den ganzen Katalog von Teodoros Schulden vor. Teodoro fügt sich, übergibt Messer Grande sein Schwert und geht mit den Justibeamten ab. Lisetta erklärt, einen Mann im Gefängnis werde sie nicht heiraten und auch die anderen geben ihre Kommentare. Achmet geht.
Sandrino tritt auf. Er fragt, was geschehen sei. Taddeo erklärt ihm, dass sich alles plötzlich zerschlagen habe. Natürlich macht Sandrino Lisetta Vorwürfe, auf was sie sich da eingelassen habe, während sie immer noch glaubt, dass er ein Verhältnis zu Belisa habe, was die beiden aber widerlegen. Danach geht Belisa. Auch Taddeo vrerschwindet, um schnell seine Uniform abzulegen. Lisetta und Sandrino versöhnen sich wieder.
Teodoro ist allein und untröstlich. Sein neues Königreich sind nun kahle Mauern. Aber ein schwacher Strahl der Hoffnung regt sich immer noch in ihm.
Teodoro ist durch ein Gitter zu sehen. Alle anderen kommen nach und nach in den Vorraum. Belisa erklärt, dass sie es ihm bereits vorausgesagt habe, seine Herrschsucht führe ins Gefängnis. Gafforio spricht ihm Mut zu, anderen wäre es noch schlimmer ergangen als ihm, doch das nervt Teodoro. Taddeo bringt Uniform, Schwert und Dienstausweis zurück. Er will nichts mehr davon wissen. Lisetta gibt Teodoro den Ring zurück. Sandrino wirft ihm vor, anderen Leuten die Braut zu nehmen. Achmet kommt, um sich zu verabschieden und Belisa bedauert, dass sie ihrem Bruder nicht helfen kann. Auch sie will fortgehen. Alle wundern sich, als sie vernehmen, dass Belisa Teodoros Schwester ist. Die Sache geht versöhnlich aus: Achmet will eine Sammlung veranstalten, um Teodoro Beistand zu leisten. Taddeo will Teodoro, solange er im Gefängnis weilt, täglich das Mittagessen ischicken. Sandrino legt, nachdem er nun seine Braut wieder hat, seinen Zorn ab. Lisetta glaubt, dass sie ihn freilassen werden, wenn sie erkennen, dass er nichts mehr besitzt, Teodoro will von allem nichts mehr hören und zieht sich zurück. Die Oper klingt aus mit der Erkenntnis aller:
Der eine steht oben, der andere unten,
und wer zuvor unten war,
kehrt später wieder nach oben zurück;
der eine springt, der andere stürzt,
der eine geht nach oben, der andere nach unten.
Doch wenn sich das Rad dreht,
lass es sich doch drehen;
glücklich ist, wer inmitten der Wirbel
ruhig bleiben kann.
Paisielli wurde nach seiner Rückkehr aus Russland von Kaiser Joseph II, der ein großer Verehrer von dessen Musik war, gebeten, auch für Wien eine Oper zu schreiben. Das Werk wurde bei seiner Uraufführung in Wien mit großem Beifall aufgenommen und wurde auch in ganz Europa beliebt.
Die Handlung basiert auf der historischen Geschichte des deutschen Abenteurers Theodor von Neuhoff, der in Korsika einen Aufstand der Genueser niedergeschlagen und sich dort zum König hat krönen lassen. Er musste aber bald fliehen. Zwei Versuche, sein Königreich wiederzuerobern scheiterten. Er floh nach England, wo er wegen seiner Schulden inhaftiert wurde und starb 1758 völlig verarmt. Ob er in Venedig war, ist nicht belegt. Casti lässt dieses „heroisch- komische“Drama in Venedig spielen und parodiert darin vor allem zwei Personen: den ebenfalls abgesetzten Sultan Achmet und den Gastwirt Taddeo.
Diese Inhaltsangabe wurde nach dem italienischen Originallibretto gestaltet. Erwähnt sei noch, dass das Libretto 1965 von Hans Werner Henze neu bearbeitet wurde (neue Rezitative, neue Orchestrierung).
Auf CD gibt es Aufnahmen, z.B.
Paisielli wurde nach seiner Rückkehr aus Russland von Kaiser Joseph II, der ein großer Verehrer von dessen Musik war, gebeten, auch für Wien eine Oper zu schreiben. Das Werk wurde bei seiner Uraufführung in Wien mit großem Beifall aufgenommen und wurde auch in ganz Europa beliebt.
Die Handlung basiert auf der historischen Geschichte des deutschen Abenteurers Theodor von Neuhoff, der in Korsika einen Aufstand der Genueser niedergeschlagen und sich dort zum König hat krönen lassen. Er musste aber bald fliehen. Zwei Versuche, sein Königreich wiederzuerobern scheiterten. Er floh nach England, wo er wegen seiner Schulden inhaftiert wurde und starb 1758 völlig verarmt. Ob er in Venedig war, ist nicht belegt. Casti lässt dieses „heroisch- komische“Drama in Venedig spielen und parodiert darin vor allem zwei Personen: den ebenfalls abgesetzten Sultan Achmet und den Gastwirt Taddeo.
Diese Inhaltsangabe wurde nach dem italienischen Originallibretto gestaltet. Erwähnt sei noch, dass das Libretto 1965 von Hans Werner Henze neu bearbeitet wurde (neue Rezitative, neue Orchestrierung).
Auf CD gibt es Aufnahmen, z.B.
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