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PAISIELLO, Giovanni: NINA ODER DIE WAHNSINNIGE AUS LIEBE (Nina ossia la pazza per amore)

Giovanni Paisiello (1740 – 1816)
NINA OSSIA LA PAZZA PER AMORE
(Nina oder die Wahnsinnige aus Liebe)

Opera semiseria in zwei Akten
Libretto von Giuseppe Carpani und Giambattista Lorenzi
Uraufführung: 1789 im Palast von Caserta
1)
Originalsprache: Italienisch

Personen der Handlung
Der Graf (Bass)
Nina, seine Tochter (Sopran)
Lindoro, ihr Geliebter (Tenor)
Susanna, Ninas Erzieherin (Sopran)
Giorgio, Gehilfe des Grafen (Bass)
Ein Hirte (Tenor)
Jäger, Dienerschaft, Dorfbewohner

Ort und Zeit der Handlung: Italien, 18. Jahrhundert

Erster Akt

Garten beim Schloss des Grafen
Nina, die Tochter des Grafen, schläft im Garten außer Sichtweite. Giorgio, der Gehilfe des Grafen, Susanna, Ninas Erzieherin, und Dorfbewohner wünschen ihr, dass sie gesund wieder aufwachen möge. Susanna tadelt Giorgio, warum er keinen Schmerz zeige. Er entgegnet, dass er nie das Weinen gelernt habe. Selbst als seine Frau starb, habe er nicht weinen können. Die Dorfbewohner widersprechen ihm. Sie bedauern Ninas Vater. Giorgio aber ist der Überzeugung, dass alles wieder gut werden würde. Dann bittet er Susanna, die Ursache von Ninas Krankheit zu erklären.
Susanna berichtet: Lindoro und Nina liebten sich, der Graf war damit einverstanden und der Hochzeitstag war bereits festgelegt. Da kam ein reicherer und höher geborener Verehrer und bat um die Hand Ninas. Der Graf ließ sich überzeugen. Trotz Ninas Tränen und Ohnmacht zog er das Lindoro gegebene Wort zurück. Lindoro durfte sich nicht einmal von Nina verabschieden. Susanna nahm daher Nina mit in den Park, wo sie ihm noch einmal begegnen sollte. Sie fanden Lindoro. Zugleich aber war auch der Rivale dort, und als die beiden sich begegneten, kam es zum Duell. Lindoro wurde, wie man vermutet, tödlich getroffen. Der Graf erschien ebenfalls, ergriff die Hand des Siegers und wollte Nina zwingen, diesen zu heiraten. Darüber verfällt Nina in ein Delirium. Nun glaubt sie Lindoro sei auf Reisen und sitzt jeden Tag auf einem nahegelegenen Hügel mit einem für ihn gepflückten Blumenstrauß. Aber auch der Graf ist von Reue und Schmerz bedrückt und untröstlich.Die Dorfbewohner äußern ihr Bedauern mit dem liebenswerten und großzügigen Mädchen. Als man den Grafen kommen sieht, verlassen Giorgio und die Dorfbewohner den Ort.
Der Graf bekennt, dass er keine Ruhe findet. Er zweifelt, was Nina sagen wird, wenn sie ihn entdecke, aber er möchte seine Tochter unbedingt sehen. Darum bittet er Susanna, ihn zu benachrichtigen, wenn sie wach sei. Susanna geht, um bei Nina zu sein, wenn sie erwacht.
Der Graf schildert seine Qual und die seiner Tochter, die er verloren zu haben glaubt. Er bereut seine Unmenschlichkeit, derentwegen er sich selbst hasst.
Giorgio kommt mit anderen Dorfbewohnern hinzu. Er berichtet, dass Nina außer den Armen, denen sie Geschenke mache, niemanden mehr erkenne. Er bekennt auch, dass er und die, denen sie Geschenke mache, Skrupel hätten. Aber der Graf erwidert, dass sie die Geschenke mit ruhigem Gewissen annehmen sollten. Dass sie beim Schenken Glück empfinde und die Beschenkten für sie beten, sei im Augenblick sein einziger Trost. Giorgio bestätigt, dass sie ständig für sie beteten und äußert die Hoffnung, dass sie mit ihren Gebeten gewinnen würden. Der Graf bedankt sich und auf des Grafen Fragen schildert Giorgio weiter, dass sich ihr Gesicht erhelle, wenn sie einen Armen sehe, aber bei der Erwähnung ihres Vaters werde sie blass. Der Graf sieht sich vom Himmel für seine Grausamkeit bestraft, doch Giorgio mahnt ihn, die Hoffnung zu bewahren, dass sie geheilt werde. Der Graf, der seine Tochter möglichst bald sehen will, geht mit Giorgio und den Dorfbewohnern ab.
Nina tritt mit einem Blumenstrauß für Lindoro auf. Sie glaubt immer noch, dass ihr Geliebter heute ankommen wird. Als sie einen Hirten vorbeigehen sieht, denkt sie zunächst, es sei Lindoro. Doch dann stellt sie traurig fest, dass er doch nicht gekommen ist.
Susanna kommt, aber Nina weiß ihren Namen nicht mehr. Nachdem sie ihn ihr genannt hat, fragt Nina, ob Lindoro nicht komme, weil er weit weg wäre. Susanna bestätigt diese Meinung, um ihr nicht zu sagen, dass er – wie auch sie glaubt – tot sei.
Dann erscheinen die Dorfbewohner und Susanna bringt einen Korb mit Früchten und anderen kleinen Geschenken, die Nina verteilt. Die Dorfbewohner preisen ihre Großzügigkeit und drücken ihre Hoffnung aus, dass sie bald genesen möge. Nina bedankt sich und fleht sie an, immer an ihrer Seite zu sein und für sie zu beten. Einem Dorfmädchen, das ihr auf ihre Frage den Namen ihres Geliebten, Lindoro, nennt, will sie einen Diamantring schenken. Doch als diese darüber erstaunt ist, besinnt sie sich und zieht ihn wieder zurück. Was würde Lindoro, der ihn ihr geschenkt hat, sagen, wenn er jetzt zurückkäme? Dann singt sie mit den Dorfbewohnern ein selbst verfasstes Klagelied, das sie ihnen beigebracht hat.
Der Graf und Giorgio kehren wieder. Der Graf glaubt, dass Nina ihn gesehen, aber keine Abneigung gezeigt habe. Giorgio denkt, dass sie die beiden nicht erkannt habe und geht wieder fort, während der Graf in einiger Entfernung stehen bleibt. Nina will mit Susanna wegen des ihr fremd erscheinenden Mannes verschwinden, aber Susanna gibt vor, dass das ein Reisender sei, der um eine Unterkunft bitten wolle. Nina bittet darum, dass Susanna ihm diese gewähre, aber sie selbst will den Mann nicht ansprechen, da sie sich vor ihm fürchte. Als der Graf fortgehen will, spricht sie ihn dann doch an, er möge bleiben, er bekäme bei ihnen eine Unterkunft. Der Graf bedankt sich, aber auch an der Stimme erkennt sie ihren Vater nicht. Ihre Angst ist verschwunden und sie fragt ihn nach dem Grund seines Aufenthalts. Er erklärt, dass er seine Tochter suche und sein einziger Wunsch sei, diese glücklich zu machen. Der Graf wird immer unglücklicher, als sie sich für ihren Zustand entschuldigt und ihm erklärt, sie habe nie einen Vater gehabt, denn wenn sie einen gehabt hätte, hätte der sie beschützt und mit Lindoro vereinigt. Dann setzt sie sich auf einen Hügel und verfällt in Melancholie. Der Graf kann sich nicht dazu durchringen, sie Tochter zu nennen. Susanna erklärt, sie habe die Dorfbewohner gebeten, nach zwei Hirten zu suchen, die sie mit Dudelsack und Gesang aufheitern sollen.
Die Hirten kommen, gefolgt von den Dorfbewohnern. Einer singt ein Lied vom Leben in der Natur und Nina findet, dass seine Stimme der Lindoros ähnelt. Nach dem Lied lässt sie den Hirten zu sich rufen. Sie erklärt, er singe so gut, dass sie ihm ständig zuhören möchte. Susanna schlägt vor, mit den Dorfbewohnern ins Dorf zu gehen, wo man noch beliebig spielen und singen lassen könnte. Nina will ihnen folgen, aber auf halbem Wege verfällt sie wieder in Melancholie. Sie will nicht ohne Lindoro gehen, sondern mit dem Blumenstrauß hier auf ihn warten. Der Graf kann die Qual nicht länger ertragen und nennt sie „Tochter“, aber sie reagiert nicht. Susanna und der Hirte sind froh darüber, denn sie fürchten ein noch stärkeres Delirium, wenn sie ihren Vater erkennen sollte. Susanna versucht es noch einmal, sie zum Mitgehen zu bewegen, aber wieder hält Nina der Gedanke an Lindoro zurück. Susanna will sie überreden: Wenn Lindoro komme, werde er auf sie warten. Schließlich legt Nina den Blumenstrauß auf eine Bank und geht mit. Der Graf geht betrübt in die andere Richtung.

Zweiter Akt

Garten (wie Akt 1)
Susanna und ein Dorfbewohner treten mit einem Korb voller Geschenke auf und, treffen den Grafen. Sie erklärt ihm auf seine Frage, dass man Nina nicht ständig beobachten müsse. Sie sei hierher gekommen, um auch ihm zu helfen, das Warten auf die Gesundung der Tochter zu überstehen. Aber der Graf hat alle Hoffnung darauf aufgegeben. Sie redet ihm gut zu, sich nicht entmutigen zu lassen. Dann erzählt sie dem Grafen, dass Nina unter den Dorfbewohnern sitze und nun deren Gesängen lausche. Damit könne sie ihr ein wenig die Melancholie vertreiben. Sie werde ihr jetzt Geschenke bringen, die sie unter die Leute verteilen könne. Sie versichert, dass sie sie weiterhin betreuen, sogar ihr Leben für sie geben würde. Dann geht sie mit dem Dorfbewohner. Der Graf bewundert diese Frau, doch er ist sicher, dass seine Tochter ohne Lindoro wohl nicht gesunden werde.
Außer Atem eilt Giorgio herbei. Er berichtet, dass Lindoro nicht tot sei. Er befände sich schon in der Nähe und hätte den Wunsch, Susanna noch etwas zu sagen und Nina noch einen Augenblick zu sehen. Weil der Gärtner ihn nicht hereinlassen wollte, sei er verzweifelt über die Umfassungsmauer geklettert. Die Diener hätten versucht, ihn aufzuhalten, aber da er ihn erkannte, habe er den Dienern befohlen, aufzupassen, dass er nicht wieder weglaufe. Der Graf ist vor Freude ganz aufgeregt und befiehlt, ihn herbeizuholen.
Die Diener schleppen den niedergeschlagenen Lindoro herbei. Lindoro, der den Grafen erst einmal als seinen Feind ansieht und beschimpft, wird aber bald eines Besseren belehrt, als der Graf „Lieber Sohn“ zu ihm sagt. Lindoro glaubt im Delirium zu sein oder, dass der Graf ihn nicht erkannt habe. Doch der Graf nimmt ihn in seine Arme. Auf seine bange Frage teilt er ihm mit, dass Nina lebe und ihn immer noch liebe. Lindoro ist glücklich und möchte sie sehen. Aber der Graf erklärt ihm, dass sein Glück nicht ungetrübt sein werde. Lindoro erzählt nun, dass er schon jede Hoffnung aufs Überleben aufgegeben habe und Nina in den Armen eines anderen wähnte. Doch wie ein Wunder begannen seine Wunden zu heilen. Mit all seiner Kraft sei es ihm gelungen, die zu überwinden, die ihn von Nina fernhalten wollten. Der Graf klärt Lindoro sachte über den bedauernswerten Zustand Ninas auf, nimmt für alles die Schuld auf sich und bittet Lindoro um Vergebung. Da sie niemanden mehr erkenne, ist er im Zweifel, ob sie auch Lindoro nicht erkennen werde, obwohl sie ständig seinen Namen rufe und ständig einen Blumenstrauß für seine Wiederkehr bereithalte. Lindoro ist begierig, Nina zu sehen, aber der Graf bittet ihn, zu warten. Er wolle erst mit Susanna sprechen. Dann geht er selbst mir den Dienern und Wachen in Richtung des Dorfes.
In der Zwischenzeit erinnert sich Lindoro an die glücklichen Zeiten mit ihr und betet, dass sie ihren Verstand wieder gewinne.
Der Graf und Gefolge kommen zurück. Er habe Nina zunächst bei den Dorfbewohnern gelassen. Susanna habe ihm, um Ninas Leben nicht zu gefährden, geraten, dass Lindoro die Weste, die sie kennt, wechsele und sich vorläufig zurückziehe. Wenn sie dann hier wäre, solle er sich vorsichtig nähern. Sie gehen.
Nina kommt in Begleitung der Dorfbewohner. Da auch diese über Lindoros Rückkehr informiert sind, reden sie ihr gut zu, dass nun ihr Leiden bald enden werde. Susanna ist ein Stückchen zurückgeblieben. Der Graf und Lindoro beobachten aus einem Versteck die Szene. Nina will an die Gesundung noch nicht so recht glauben. Als Lindoro hervortritt, erschrickt sie, läuft zu Susanna und kommt dann mit ihr zurück. Susanna erklärt ihr, dass es der sei, auf den sie warte. Doch Nina erkennt ihn zunächst nicht und glaubt, es sei ein Fremder. Zwar kommt ihr die Stimme bekannt vor. Als sich dann auch noch der Vater vorstellt, ist sie so verwirrt, dass sie weglaufen möchte. Sie schickt die Dorfbewohner weg, die sich zurückziehen aber aus der Nähe die weiteren Geschehnisse beobachten.
Als Lindoro seinen Namen nennt, fragt sie, ob er diesen kenne und wo er ihm begegnet sei. Er möge bei ihr bleiben und ihr von ihm erzählen. Er beteuert, dass Lindoro sie immer noch mehr liebe. Dann beginnt er, ihr Einzelheiten aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu erzählen, die Susanna, Giorgio und ihr Vater bestätigen. Als er die Jacke öffnet, unter der sich die ihr bekannte Weste befindet, kommt sie endlich zu sich, erkennt ihren Lindoro und fällt ihm freudig in die Arme. Der Graf vereinigt die Liebenden und alle preisen das glückliche Ende

1) Stadt nördlich von Neapel

© Gerhard Wischniewski

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