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PHILIDOR, François-André Danican: LES FEMMES VENGÉES

François-André Danican Philidor (1726-1795):
LES FEMMES VENGÉES
(
Vorgetäuschte Untreue)
Opera comique in einem Akt
Libretto von Michel Jean Sedaine (1719-1797)
Originalsprache:Französisch.

Uraufgeführt am 20. März 1775 in der Comédie-Italienne (Hotel de Bourgogne) in Paris.

Personen der Handlung:
Madame Riss (Sopran)
Madame la Présidente (Sopran)
Madame Lek (Mezzosoran)
Monsieur Riss,
ein Maler (Tenor)
Monsieur le Présidente (Tenor)
Monsieur Lek (Bariton)

Ort und Zeit: Paris, spätes 18.Jahrhundert.

Einziger Akt.

Madame Riss ist aufgeräumt wie selten und will heute ihren Nachbarrinnen, der Madame la Présidente und der Madame Lek zeigen, wie man die Männer behandeln muss. Die Ehemänner der beiden Damen sind – angeblich – auf einer Dienstreise und deshalb glaubt Madame Riss ihr „Experiment“ wagen zu können.

Das erste, dass Madame Riss den beiden Frauen mitteilt, ist, dass die beiden Männer nicht auf einer Dienstreise sind, sondern bei ihr vorsprechen werden, um ihr den „Hof“ zu machen. Diese Ankündigung macht Madame la Présidente und Madame Lek natürlich wütend, was sich sehr schnell durch entsprechende Worte der Madame Riss und die damit verbundene Vorfreude, ihren Männern gewaltig die Leviten zu lesen, in eine gewisse Schadenfreude kehrt. Madame Riss bittet ihren Besuch nach nebenan und man wartet jetzt auf das Eintreffen der Herren.

Die Herren sind, wie es sich auch gehört, pünktlich und sie setzen sich zunächst für einen Begrüßungs-Aperitif in die Sessel. Als es dann aber plötzlich läutet, müssen sich die Männer verstecken. Madame Riss lässt sie in ein weiteres Nebenzimmer eintreten, geht dann schnurstracks zur Tür und lässt ihren Gemahl herein. Der nimmt zunächst mit Erstaunen den gedeckten Tisch und die benutzten Aperitif-Gläser zur Kenntnis, um dann allerdings seinen Gesprächston um eine Spur hoch zu schrauben. Die Riss ist äußerlich ganz ruhig und erklärt ihrem Mann, Nachbarinnen zum Souper eingeladen zu haben und geht auf die Tür zum Nebenzimmer zu und bittet die beiden Damen, herauszukommen. Monsieur Riss ist erfreut über den Besuch der Nachbarinnen, was sich jedoch nicht von den beiden anderen Männern sagen lässt, denn jeder der beiden vermutet, dass seine Frau die Geliebte von Monsieur Riss ist.

Der hat gerade Gelüste auf ein Glas Wein und fordert seine Frau auf, aus dem Keller eine Flasche „guten Tropfen“ zu holen. Madame Riss gibt jedoch vor, sich allein im Keller zu fürchten und bittet deshalb Madame la Présidente mitzukommen, was die auch tatsächlich tut. Jetzt ist Monsieur Riss mit Madame Lek allein und das nimmt Monsieur Riss zum Anlass, heftig mit ihr zu flirten. Und genau das findet Madame Leks Gemahl, der das aus dem Nebenraum beobachtet, nicht lustig, kann sich nur mit Mühe lautstarken Protests enthalten.

Inzwischen sind die beiden Damen aus dem Keller zurück gekommen, und Monsieur Riss hat für sich, seine Gattin und Madame Lek Wein eingeschenkt, das Herr Riss sofort geleert hat, während die beiden Frauen nur daran genippt haben. Unter einem Vorwand muss Madame Riss noch einmal in den Keller gehen und nimmt dabei jetzt Nachbarin Lek mit. Die Flirt-Prozedur geht nun von Monsieur Riss zur Madame la Présidente, was, wie man sich denken kann, ihrem Herrn Gemahl nicht gefällt. Während Monsieur Riss die beiden Nachbarinnen nach Hause bringt, gibt es bei Madame Riss ein zorniges Beben in der Form von Beschuldigungen der Untreue. Wie vereinbart, kommen Madame Lek und Madame la Présidente plötzlich zurück, um ihre Männer in flagranti zu ertappen. Trotz des allgemeinen Durcheinanders erkennen die Männer la Présidente und Lek, dass sie einer Farce aufgesessen sind und bitten ihre Angetrauten um Vergebung.

Quelle

© Manfred

Anmerkungen zu obiger Inhaltsangabe:
Les femmes vengées, ou Les feintes infidélités (Rächende Frauen oder Vorgetäuschte Untreue) ist eine einaktige komische Oper von Franois-André Danican Philidor auf einen Text von Michel Jean Sedaine, nach Jean de la Fontaines Les rémois aus dem dritten Teil (1671) seiner derben Kurzgeschichtensammlung Contes et nouvelles en vers. Die Handlung der Oper ähnelt der Cosi fan tutte von da Ponte/Mozart aus dem Jahr 1790. Mozart war während der Uraufführung von Philidors Einakter in Paris und könnte das Stück auch gesehen haben, was allerdings nicht nachgewiesen ist. Die Opera Lafayette hat Mozarts Cosi und Philidors Untreue an einem Abend gegeben. Dabei wurden die Rezitative in Mozarts Oper gesprochen, die Musik gekürzt, Philidors Werk aber vollständig wiedergegeben.

Gestaltung Agentur kuh vadis