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ROSSINI, Gioachino: ARMIDA

Gioachino Rossini (1792 – 1868)
ARMIDA

Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Giovanni Schmidt
Uraufführung:1817 am Teatro San Carlo in Neapel
Originalsprache: Italienisch

Personen der Handlung
Armida, Prinzessin von Damaskus, Zauberin (Sopran)
Idraote, König von Damaskus, Zauberer, Onkel Armidas (Bass)
Goffredo, Anführer der Kreuzritter (Tenor)
Eustazio, Kreuzitter, Bruder Goffredos (Tenor)
Rinaldo, Kreuzritter (Tenor)
Gernando, Kreuzritter (Tenor)
Ubaldo, Kreuzritter (Tenor)
Carlo, Kreuzritter (Tenor)
Astarotte, Anführer von Armidas Geistern (Bass)
Ritter, Krieger, fränkische Soldaten, damaszenische Anhänger Armidas, Dämonen, Geister

Ort und Zeit der Handlung: Kreuzfahrerlager außerhalb Jerusalems und Armidas Zauberreich, 1099

Erster Akt

Schlachtfeld mit Zelten. Im Hintergrund Jerusalem
Die Ritter und Soldaten begrüßen Goffredo, den Anführer der Kreuzritter. Sie sind kampfbereit und hoffen an diesem Tag auf den Sieg. Aber Goffredo verkündet einen Tag der Waffenruhe, um des gefallenen Dudon zu gedenken und ihn zum Grabe zu begleiten.
Eustazio meldet eine vornehme Dame, die weinend bei Goffredo Hilfe suche. Goffredo lässt sie zu sich bitten und will ihr Trost spenden.
Geführt von Eustazio und den Soldaten erscheint Armida, die Prinzessin von Damaskus mit kleinem Gefolge. Ihr Onkel Idraote, der König von Damaskus, begleitet sie, als Höfling verkleidet. Der Chor bewundert ihre Schönheit. Armida klagt, dass ihr Onkel ihr den Thron streitig mache und bittet Goffredo, ihr ein paar seiner Ritter zur Verfügung zu stellen, um ihr Erbe wiederzuerlangen. Goffredo verspricht es ihr, jedoch wolle er erst Jerusalem erobern; dann werde er ihr helfen. Sie spielt nun die Verzweifelte und Idraote hat Mühe, seinen Zorn zurückzuhalten. Das Flehen Armidas rührt die Ritter – außer Goffredo. Sie treten alle für sie ein. Nach längerem Zögern lässt sich Goffredo umstimmen, doch ihn beschleicht ein ungutes Gefühl. Er fordert, dass zuerst ein Nachfolger für Dudon gewählt werde. Dann sollen zehn Ritter durch das Los bestimmt werden, die Armida Hilfe leisten sollen. Er betont, dass diese nicht durch seinen Rat, sondern durch die Zustimmung seiner Leute gewährt werde. Er geht mit den Kriegern. Nur eine Gruppe Ritter – unter ihnen Eustazio und Gernando bleiben bei Armida und Idraote zurück.
Dann tritt Eustazio vor und verkündet, dass man Rinaldo zum Nachfolger Dudons wähle. Gernando, der sich selbst eine Chance ausgerechnet hatte, ist wütend. Armida und Idraote äußern ihre Zufriedenheit mit der Wahl. Dann lädt Eustazio Armida und die Damaszener in eines der Hauptzelte ein. Er selbst geht mit den Übrigen – außer Gernando – ab.
Gernando schildert nun seine Enttäuschung und Wut. Während im Hintergrund Jubelrufe für Rinaldo zu hören sind, schwört er Rache. Er geht.
Armida und Idraote treten auf. Nun erfahren wir den Zweck ihrer Mission: Sie wollen die Kreuzritter in einen Hinterhalt locken. Armida hofft, nicht nur die Zehn sondern Hunderte zu verführen, die ihr folgen werden. Nur mit Rinaldo hat sie etwas anderes vor. Sie sieht ihn kommen und ihr Herzschlag wird heftiger. Idraote zieht sich zurück.
Rinaldo freut sich, die Prinzessin, der er schon früher einmal begegnet war, wiederzusehen. Er wünschte sich, dass Jerusalem schon gefallen wäre, damit er ihr mit einer größeren Schar helfen könne. Sie ist enttäuscht und erinnert ihn daran, dass sie ihm früher einmal durch ihren Zauber das Leben gerettet habe, und ihre frühere Liebe. Sie wirft ihm vor, das alles vergessen zu haben. Er erwidert, dass er nur deswegen von ihr gehen musste, weil seine Pflicht im Heer ihn gerufen habe. Armida gesteht, dass die Liebe zu ihm sie hierher getrieben habe. Nach einigem Zögern schwindet seine Standhaftigkeit und auch er gesteht ihr seine Liebe. Sie gehen ab.
Gernando äußert vor einigen Rittern noch einmal seine Verachtung für Rinaldo.
Rinaldo, der seinen Namen gehört hat, kommt mit anderen Rittern hinzu und stellt ihn zur Rede. Doch Gernando führt weiterhin Schmähreden, bis Rinaldo sein Schwert zieht und beide einen Zweikampf beginnen.
Armida und weitere Ritter eilen von allen Seiten herbei und versuchen, die Kämpfenden auseinanderzubringen. Diese hören jedoch nicht auf die Ratschläge. Rinaldo drängt Gernando hinter ein Zelt.
Man vernimmt, wie Rinaldo seinen Gegner tötet. Alle drängen dorthin und sind entsetzt. Armida macht Rinaldo Vorwürfe, doch er sagt, nun sei der Angriff auf seine Ehre gerächt. Die Ritter verschwinden, um Goffredo zu unterrichten.
Armida fordert Rinaldo auf, zu entfliehen, aber dieser will sich dem Urteil Goffredos stellen.
Goffredo kommt. Die Ritter sind zwiegespalten. Anhänger Gernandos fordern strenge Bestrafung, Anhänger Rinaldos versuchen ihn zu verteidigen, da er nur seine Ehre retten wollte. Rinaldo tritt vor Goffredo. Dieser verlangt, dass er seine rechte Hand opfere. Doch Armida gelingt es schließlich, ihn zur Flucht zu überreden.

Zweiter Akt

Schauerlicher Wald
Der Anführer von Armidas Geistern, Astarotte, sowie andere Geister und Dämonen tauchen aus der Erde auf. Astarotte ruft die Geister und Dämonen auf, Armida bei ihrer Bekämpfung der Kreuzfahrer beizustehen. Armida habe es gewagt, Rinaldo, den starken Krieger, mit liebevoller Schlinge dem Heer Goffredos zu entreißen und es damit zu schwächen. Die Geister schwören, sich im Kampf für Zion einzusetzen. Eine Wolke schwebt herab und die Geister versinken wieder.

Verwandlung: Prächtiger Palast
Die Wolke zerteilt sich und wir befinden uns in Armidas Reich. Sie kommt mit Rinaldo auf einem mit Drachen bespannten Wagen, den sie in einen Blumenthron verwandelt. Die Drachen verschwinden. Rinaldo wundert sich, wo er sei. Armida erklärt ihm, dass sie die Geschichte mit Idraote und ihrem Unglück erfunden habe, um ihn wiederzuerlangen, nach dem sie sich gesehnt habe. Rinaldo ist so berauscht, dass er alles vergessen und sich nur noch der Liebe hingeben will. Auf einen Wink Armidas verwandelt sich die Szene in einen prächtigen Palast. Gruppen verschiedener Arten guter Geister und Zauberwesen singen und umtanzen das Paar, während Armida die Liebe in verschiedenen Facetten beschreibt. Um in Rinaldo die Kampfeslust zu töten, lässt sie einen jungen Krieger erscheinen, der von anmutigen Nymphen umschwärmt wird, die ihn verführen wollen. Dieser wehrt sich zunächst, wird aber allmählich von Wollust erfasst und lässt sich schließlich die Waffen abnehmen und mit einem Blumenkranz umgürten.

Dritter Akt

Verwunschener Garten mit Obstbäumen, Gewässern und bunten Vögeln verschiedener Arten.
Die Kreuzritter Ubaldo und Carlo erscheinen. Sie sind auf die Suche nach Rinaldo geschickt worden, um ihn aus den Fesseln von Armida zu befreien und zu den Kreuzfahrern zurückzuholen. Unter verschiedenen Gefahren sind sie hierher gelangt, die sie dank eines goldenen Zauberstabs überwunden haben, den ihnen ein Weiser von Askalon1) mitgegeben hat. Nun glauben sie am Ziel zu sein.
Doch zunächst erscheinen Dämonen in Gestalt von Nymphen und besingen den Ort der Ruhe, Wonne und Liebe. Ubaldo schwingt den goldenen Stab und die Geister verschwinden.
Da der Stab auch in diesem Fall so schnell gewirkt hat, lässt die beiden Ritter hoffen, dass es ihnen auch gelingen werde, Rinaldo zur Rückkehr zu bewegen. Welche Freude wird das bei den anderen sein, einschließlich Goffredos, der Rinaldo inzwischen vergeben hat! Als sie Armida und Rinaldo kommen sehen, beschließen sie, sich zunächst einmal zu verstecken.
Armida und Rinaldo kommen Hand in Hand auf die Szene und schwärmen von ihrer Liebe. Dann verabschiedet sich Armida für einen Moment, ohne die Ursache zu nennen. Rinaldo werde sie in Kürze wiedersehen.
Rinaldo, alleingelassen, bekennt, dass er schwer das Strahlen ihrer Augen auch nur für einen Augenblick entbehren kann. Doch dann wird er von Waffen der beiden Kreuzritter geblendet.
Ubaldo und Carlo treten hervor. Sie machen ihm Vorwürfe, Sklave der Liebe zu sein und bekennen, wie stolz sie ihre Uniformen tragen und wie gerne sie Ruhm ernten. Das Lager sei begierig darauf, Jerusalem zu erobern. Nur der tapfere Held Rinaldo sei abwesend. Sie bezeichnen ihn als besessen. Ubaldo hält ihm ein Schild vor. Darin sieht Rinaldo sein Spiegelbild und erschrickt. Nach einigem Zögern, während dessen ihm die beiden Ritter gut zureden, erkennt er seinen verhexten Zustand.
Es gelingt Ubaldo und Carlo, ihn zu bewegen, mit ihnen zurück ins Kreuzfahrerlager zu gehen.
Armida kommt eilig zurück und findet den Ort, an dem sie Rinaldo zurückließ, verlassen. Sie fürchtet, ihre Macht über ihn verloren zu haben. Da sieht sie Rinaldo mit den beiden Rittern verschwinden und ruft nach den Furien der Unterwelt, aber niemand antwortet. Dann eilt sie den Entfliehenden nach.

Verwandlung: Außerhalb Armidas Palast
Die drei Ritter haben beinahe das Meeresufer erreicht, wo ein Schiff auf sie wartet. Aus der Ferne hören sie Armida rufen. Rinaldo beginnt erneut, schwach zu werden.
Armida hat die Flüchtenden erreicht. Sie versucht, Rinaldo zurückzuhalten, doch ihr Zauber wirkt nicht mehr. Seine Kameraden reden dem innerlich Zerissenen Mut zu. Er erklärt, dass ihn das Schicksal rufe und dass er sie in Erinnerung behalten werde. Da fleht sie ihn an, sie mitzunehmen. Ubaldo und Carlo reden auf ihn ein, das nicht zu tun. Rinaldo bittet Armida, ihrer beider Fehler zu vergessen. Sie bittet fordert ihn schließlich auf, sie zu töten. Die Kameraden tun ihr Möglichstes, damit er ihren Verführungskünsten nicht wieder erliegt. Da er sich von ihr wendet, fällt sie in Ohnmacht. Als er sich der Ohnmächtigen wieder zuwenden will, reißen ihn Ubaldo und Carlo mit Gewalt fort.
Armida erwacht aus ihrer Ohnmacht und muss feststellen, dass Rinaldo fort ist. Sie schwankt zwischen Liebe und Rache. Da erscheint ein Geist in Gestalt der Rache. Sie wendet sich zu ihm, aber in gleichen Augenblick erscheint auch ein anderer Geist in Gestalt der weinenden und klagenden Liebe. Sie zögert kurz, doch dann entscheidet sie sich für die Rache. Der Geist der Liebe verschwindet.
Dämonen kommen mit einem von Drachen gezogenen Wagen. Armida fordert sie auf, alles zu zerstören. Die Szene verschwindet und sie steigt im Wagen durch Flammen und Rauch empor.

1) Stadt im Süden Israels

Informationen zum Werk

Diesen Stoff nach dem Heldengedicht „Gerusalemme liberata“ von Torquato Tasso aus dem Jahr 1581 hatten schon verschiedene Komponisten des 18. Jahrhunderts vertont, darunter Händel mit dem Titel „Rinaldo“ und Haydn mit dem Titel „Armida“, die auch in diesem Operführer besprochen sind (vgl. dort)

Auch Gluck und Dvorak haben den Armidastoff vertont. 

Ich habe gerade aminas Post gelesen und kann ihr versichern, dass insgesamt 70 Komponisten den Stoff (nach Torquarto Tassos Das befreite Jerusalem) vertont haben. Unter ihnen Lully, Händel, Jomelli, Graun, Haydn, Cimarosa und Salieri.

André hat auf diesen Beitrag reagiert.
André

Gestaltung Agentur kuh vadis