Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik
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Rummel bekam mit acht Jahren Klavierunterricht, sang im Knabenchor und hatte Orgelunterricht. Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und spielte zunächst in der Jazzszene von Trier, studierte dann Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln bei John Taylor, Hans Lüdemann, Paulo Álvares, Johannes Fritsch, später noch freie Kunst bei Georg Herold an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble, u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika (u. a. mit Ketonge). 2003 erhielt das Ensemble eine Auszeichnung beim Festival jazz-art (WDR). 2005 wurde durch die Bochumer Symphoniker und Eva-Maria Schieffer ein Blockflötenkonzert von Simon Rummel uraufgeführt. Neben verschiedenen musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten (wie Soloparty mit In-Jung Jun im Tanzhaus NRW) arbeitete Rummel acht Jahre als Kantor und Organist an einer evangelischen Kirche sowie Chorleiter und Band-Coach an der offenen Jazzhausschule Köln. Als Bühnenmusiker spielte er u. a. beim Deutsch-Griechischen Theater oder der Company Blue Elephant, als Regieassistent bei der Jungen Kammeroper Köln sowie als Bühnenbildner für eine „König Arthus“-Produktion an der Tonhalle Düsseldorf; „dies verdeutlicht sein Interesse am Theater, das sich in eigenen experimentellen Musiktheaterstücken niederschlägt, bei denen Klang, Bild und Bewegung komponiert werden.“[2] Als Performancekünstler trat Simon Rummel u. a. 2006 im Kölner maxim und im Museum Kunstpalast in Düsseldorf in Erscheinung.
Seine Klangperformance Harmonielehre wurde 2011 mit dem QuattroPole–Kunstpreis Robert Schuman für Komposition ausgezeichnet.[1][5][6] Rummels „Harmonielehre“ ist „eine Musikmaschine, die ein Tor öffnet in die Welt der unendlich vielen Tonkombinationen jenseits der Einteilung der Oktave in zwölf gleiche Abstände. Sie basiert auf Orgelpfeifen, die über einen Teleskopeinsatz in ihrer Länge und somit in ihrer Tonhöhe veränderbar sind.“[7] 2012 trat er mit einer Klanginstallation in Helge Schneiders Programm Helge hat Zeit auf.[8] Seine Kompositionen wurden vom Kölner James Choice Orchestra interpretiert; 2012/13 spielte er eigene Werke mit u. a. Musikern aus diesem Ensemble, zu denen Joris Rühl, Georg Wissel, Carl Ludwig Hübsch und Radek Stawarz gehören;[9] es entstanden die Alben Nichts für Alle (2016) und Im Meer (2017). 2023 legte er, ebenfalls bei Umlaut, das Album Singinging vor.
Vor mir liegt eine CD des Labels Impakt aus Köln. Darauf zwei Kompositionen von Simon Rummel, gespielt vom On Water Orchestra. Das Stück «Der Zauberlehrling» und ein kürzeres zweites «Musik für den Lehrling des Zauberlehrlings». Erwartet hatte ich jetzt eine Vertonung des gleichnamigen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe.
Pustekuchen! Falsche Fährte?
Sofort wird eine Klangfläche ausgebreitet, die auf Klängen der Glasharmonika beruht, die die meisten über 30 Musikerinnen und Musiker zur Klangerzeugung nutzen. Herauskommt etwas, was an Passagen aus György Ligetis Lontano oder Lux Aeterna erinnert. Linien von scheinbar unendlicher Dauer, deren Anfang und Ende man nicht fixieren kann, laufen über weite Strecken, eine Dauerschwebung aus komplexester Harmonik entsteht, bei der kleine Klangakzente immer wieder mal den Hörfokus auf sich ziehen. Was für ein Tonbild hier realisiert wird (hören Sie sich das an auf Bandcamp – Link unten), ist so undurchschaubar wie hörbar sinnlich sinnfällig.
In Rummels Werkkatalog stehen als Kompositionsdatum 2009 und die Besetzung und Dauer: «recorder ensemble (unisono), 2 clarinets, trumpet, microtonal harmonica, accordion, 22 players of tuned musical glasses, string ensemble of any size. 2009, 50′ (or shorter, it can be performed only partially.)»
Selten hat mich eine Komposition und ihre Realisation so überrascht wie diese, die über eine halbe Stunde lang funkelt, schimmert, sich in sich selbst verschlingt und so angenehm ziellos einen aus der Zeit herausnimmt. Ein Dauerschweben, -schwimmen, -schlummern …
In seinem «On Water Orchestra» ist vertreten, was Rang und Namen hat aus dem Bereich der Szene improvisierter Musik in Köln. Simon Rummel? Ich gebe zu: Nie gehört den Namen bisher. Dabei hat er sogar mit Bertram Denzel die Musik zum Tatort «Murot und das 1000-jährige Reich» beigesteuert.
Tolles Stück, tolle Ausführung. Mit der kann das nachfolgende witzige «Musik für den Lehrling des Zauberlehrlings» nicht ganz konkurrieren, obgleich es auch ein faszinierendes Tonbild entstehen lässt, viel zerklüfteter, wie ein Klang-Wiegelied. Beides großartig.
Simon Rummel – Der Zauberlehrling [2025]
On Water Orchestra
Microtonal harmonica, Glass harmonica: Annie Bloch, Christoph Stöber
Glass harmonica: Rie Watanabe, Samuel Dobernecker, Yoshiki Matsuura, Yuting Huang, Moritz Wesp, Leo Huhn, Yukari Yagi, Philipp Zdebel, Rodrigo Lopez-Klingenfuss, Georg Wissel, Norman Eric Kunz, Angelika Sheridan, Julia Sanjuro, Stefan Schönegg
Rummel bekam mit acht Jahren Klavierunterricht, sang im Knabenchor und hatte Orgelunterricht. Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und spielte zunächst in der Jazzszene von Trier, studierte dann Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln bei John Taylor, Hans Lüdemann, Paulo Álvares, Johannes Fritsch, später noch freie Kunst bei Georg Herold an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble, u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika (u. a. mit Ketonge). 2003 erhielt das Ensemble eine Auszeichnung beim Festival jazz-art (WDR). 2005 wurde durch die Bochumer Symphoniker und Eva-Maria Schieffer ein Blockflötenkonzert von Simon Rummel uraufgeführt. Neben verschiedenen musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten (wie Soloparty mit In-Jung Jun im Tanzhaus NRW) arbeitete Rummel acht Jahre als Kantor und Organist an einer evangelischen Kirche sowie Chorleiter und Band-Coach an der offenen Jazzhausschule Köln. Als Bühnenmusiker spielte er u. a. beim Deutsch-Griechischen Theater oder der Company Blue Elephant, als Regieassistent bei der Jungen Kammeroper Köln sowie als Bühnenbildner für eine „König Arthus“-Produktion an der Tonhalle Düsseldorf; „dies verdeutlicht sein Interesse am Theater, das sich in eigenen experimentellen Musiktheaterstücken niederschlägt, bei denen Klang, Bild und Bewegung komponiert werden.“[2] Als Performancekünstler trat Simon Rummel u. a. 2006 im Kölner maxim und im Museum Kunstpalast in Düsseldorf in Erscheinung.
Seine Klangperformance Harmonielehre wurde 2011 mit dem QuattroPole–Kunstpreis Robert Schuman für Komposition ausgezeichnet.[1][5][6] Rummels „Harmonielehre“ ist „eine Musikmaschine, die ein Tor öffnet in die Welt der unendlich vielen Tonkombinationen jenseits der Einteilung der Oktave in zwölf gleiche Abstände. Sie basiert auf Orgelpfeifen, die über einen Teleskopeinsatz in ihrer Länge und somit in ihrer Tonhöhe veränderbar sind.“[7] 2012 trat er mit einer Klanginstallation in Helge Schneiders Programm Helge hat Zeit auf.[8] Seine Kompositionen wurden vom Kölner James Choice Orchestra interpretiert; 2012/13 spielte er eigene Werke mit u. a. Musikern aus diesem Ensemble, zu denen Joris Rühl, Georg Wissel, Carl Ludwig Hübsch und Radek Stawarz gehören;[9] es entstanden die Alben Nichts für Alle (2016) und Im Meer (2017). 2023 legte er, ebenfalls bei Umlaut, das Album Singinging vor.
Vor mir liegt eine CD des Labels Impakt aus Köln. Darauf zwei Kompositionen von Simon Rummel, gespielt vom On Water Orchestra. Das Stück «Der Zauberlehrling» und ein kürzeres zweites «Musik für den Lehrling des Zauberlehrlings». Erwartet hatte ich jetzt eine Vertonung des gleichnamigen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe.
Pustekuchen! Falsche Fährte?
Sofort wird eine Klangfläche ausgebreitet, die auf Klängen der Glasharmonika beruht, die die meisten über 30 Musikerinnen und Musiker zur Klangerzeugung nutzen. Herauskommt etwas, was an Passagen aus György Ligetis Lontano oder Lux Aeterna erinnert. Linien von scheinbar unendlicher Dauer, deren Anfang und Ende man nicht fixieren kann, laufen über weite Strecken, eine Dauerschwebung aus komplexester Harmonik entsteht, bei der kleine Klangakzente immer wieder mal den Hörfokus auf sich ziehen. Was für ein Tonbild hier realisiert wird (hören Sie sich das an auf Bandcamp – Link unten), ist so undurchschaubar wie hörbar sinnlich sinnfällig.
In Rummels Werkkatalog stehen als Kompositionsdatum 2009 und die Besetzung und Dauer: «recorder ensemble (unisono), 2 clarinets, trumpet, microtonal harmonica, accordion, 22 players of tuned musical glasses, string ensemble of any size. 2009, 50′ (or shorter, it can be performed only partially.)»
Selten hat mich eine Komposition und ihre Realisation so überrascht wie diese, die über eine halbe Stunde lang funkelt, schimmert, sich in sich selbst verschlingt und so angenehm ziellos einen aus der Zeit herausnimmt. Ein Dauerschweben, -schwimmen, -schlummern …
In seinem «On Water Orchestra» ist vertreten, was Rang und Namen hat aus dem Bereich der Szene improvisierter Musik in Köln. Simon Rummel? Ich gebe zu: Nie gehört den Namen bisher. Dabei hat er sogar mit Bertram Denzel die Musik zum Tatort «Murot und das 1000-jährige Reich» beigesteuert.
Tolles Stück, tolle Ausführung. Mit der kann das nachfolgende witzige «Musik für den Lehrling des Zauberlehrlings» nicht ganz konkurrieren, obgleich es auch ein faszinierendes Tonbild entstehen lässt, viel zerklüfteter, wie ein Klang-Wiegelied. Beides großartig.
Simon Rummel – Der Zauberlehrling [2025]
On Water Orchestra
Microtonal harmonica, Glass harmonica: Annie Bloch, Christoph Stöber
Glass harmonica: Rie Watanabe, Samuel Dobernecker, Yoshiki Matsuura, Yuting Huang, Moritz Wesp, Leo Huhn, Yukari Yagi, Philipp Zdebel, Rodrigo Lopez-Klingenfuss, Georg Wissel, Norman Eric Kunz, Angelika Sheridan, Julia Sanjuro, Stefan Schönegg