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SCHULLER, Gunther Alexander: DIE HEIMSUCHUNG

Gunther Alexander Schuller (1925-2015).
DIE HEIMSUCHUNG (THE VISITATION)
Oper in zwei Akten nach Franz Kafkas „Der Prozess“

Libretto in englisch und deutsch vom Komponisten.

Uraufführung am 11. Oktober 1966 in Hamburg, Opernhaus, in englischer Sprache;
1968 dirigiert Janos Kulka in Wuppertal die erste deutschsprachige Aufführung.

Personen der Handlung:
CARTER JONES (Bariton)

BILL (Bariton)
FRANK (Bass)
JOE (Tenor)
LANDLADY (Mezzosopran)
INSPECTOR (Bass-Bariton)
MISS HAMPTON (Sopran)
MATTIE (Tenor)
PRESIDING OFFICER (Bariton)
CHUCK (Tenor)
MRS. CLAIBORNE (Sopran)
MR. CLAIBORNE (Tenor)
UNCLE ALBERT (Bass)
TEENA (Mezzosopran)
HELD (Baritone)
PATTERSON (Tenor)
PULISI (Tenor)
DEACON (Bass)

Die Handlung
Ein (farbiger) Student der Philosophie mit Namen Carter Jones wird eines unbestimmten Tages von weißen Beamten einer dubiosen Organisation verwarnt. Jones kann als ein freier Staatsbürger kein Motiv für die Bedrohung seiner Freiheit, die ihm durch die Verfassung garantiert ist, finden und erkennen. Er sucht Rat und Hilfe zunächst bei seiner Vermieterin, dann bei seiner Nachbarin. Beide Frauen sind allerdings Weiße und können ihm nicht helfen. Sie wollen vielleicht auch nicht mit seinen Problemen befasst werden und äußern sich so, dass sie mir ihren eigenen Nöten genug zu tun haben.

Carter Jones bekommt einen Brief, in dem er mit harschen Worten zu einer nächtlichen Versammlung befohlen wird. Aus einem ihm selbst nicht erklärlichen Grund folgt er diesem „Befehl“ und erfährt dort von einem Mann, dass er nur weiterleben darf, wenn er sich den ungeschriebenen Gesetzen dieser Gesellschaft unterordnet. Er kann, beispielsweise, als ein Schwarzer keine Gleichberechtigung fordern, denn mit solchen „Anwandlungen“ ist er als ein Störenfried zu betrachten. Carter bekommt neue Verwarnungen schriftlich und auch mündlich, stellt sich den Verwarnern entgegen und verliert seinen Job, die finanzielle Grundlage für sein Philosophiestudium.

In den kommenden Tagen stellt er verwundert fest, dass ihn nicht nur seine weiße Freundin verlässt, sondern dass sich auch Freunde, gleich welcher Hautfarbe, von ihm zurückziehen. Außerdem wird er im öffentlichen Raum mehrmals angegriffen, sodass ihn die Polizei aus brenzligen Situationen befreien muss.

Angesichts der tragischen Ereignisse verwundert es nicht, dass Carter Jones Angst bekommt. Aber er will auch nicht alles verlieren, will erreichen, dass man ihm die Freiheit zu Entfaltung seiner Persönlichkeit gewährt. Wie sich jedoch an den Reaktionen seiner Umwelt ablesen lässt, ist das schon zu viel verlangt. Carter Jones ist – zu Recht – verzweifelt, nicht nur am Rückzug seiner Freunde, auch, weil er resigniert feststellt, dass sein Ende wohl nicht mehr abzuwenden ist. Hilfe, zumindest von der Kirche erhofft, wird ihm auch von dort versagt. Die Familie hat selbst auch Existenzangst und als ein Kuriosum betrachtet man Carter Jones in der Unterhaltungsindustrie. Er ist gefährlich, wird wegen seines Freiheitswillen als lästig angesehen.

An einem Tag, an einem xbeliebigen Tag, findet man Carter Jones erschlagen auf der Straße. Während die Polizei ihre Aufgaben erledigt, wird feierliche Trauermusik gespielt.

Anmerkungen.
Das ist eine Oper gegen Rassenhass in den USA, das den Hörer und Seher resigniert zurücklässt. Bei näherem Hinsehen oder auch -hören fällt einem aber auf, dass Carter Jones auch im Dritten Reich als Jude hätte leben können oder in Südafrika zur Zeit der Apartheit.

Die Musik ist frei seriell komponiert und mit Jazz-Elementen durchsetzt. Wenn man sich das vorgeschriebene Instrumentarium ansieht, kann man nur von einer Kombo sprechen (oder schreiben), die mit Trompete, Posaune, Saxofon, Klarinetten, Klavier, Bass und Schlagzeug agiert. Das „normale“ Orchester ist zwar auch präsent, ist aber in einer schwächeren Position. Die Jazz-Kombo überstrahlt alles. Die Bühnenmusik ist mit Klavier, Posaune, Peitsche, zwei Tamburine und Tonbändern in Mono und Stereo besetzt.

Zu der obigen Beschreibung fand ich im Netz folgenden Theaterzettel von der Generalprobe:

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