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Troubadour-Forum für klassische Vokal- und Instrumentalmusik

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Beethoven, Symphonie Nr. 5 c-moll op 67: "So klopft das Schicksal an die Pforte"

Entgegen manchen Äußerungen, dass Beethoven diesen Satz über die Partitur seiner „Fünften“ geschrieben haben sollte, stammen dies Worte wohl von seinem Sekretär Anton Schindler. Wie dem auch sei, so ist die Fünfte doch eines der herausragenden und populärsten Werke aus dem Oeuvre Ludwig van Beethovens, und um so unverständlicher ist es meines Erachtens, dass eine Reihe von Dirigenten es als nicht nötig erachtet, die Exposition dieses Werkes sowie die Expostition weiterer Sinfonien, obwohl es als Vorschrift in den Partituren steht, nicht wiederholen, als wenn sie es besser wüssten als der Komponist. Aus diesen Gründen werde ich in diesem Forum auch keine Aufnahme als Hörbeispiel einstellen, bei der die Wiederholung der Exposition fehlt, wenn sie in der Partitur steht. Hier habe ich jedoch die mitreißende Liveaufnahme des wunderbaren schwedisch-amerikanischen Dirigenten Herbert Blomstedt, der die Fünfte in dieser Aufnahme am 9. Oktober 1999 in der geschichtsträchtigen Nikolaikirche in Leipzig, am 10. Jahrestag des Marsches der 70000, der schließlich trotz des Riesenaufgebotes an Militär zum Mauerfall führte:

 

Liebe Grüße

Willi😀

Das Weglassen einer Wiederholung ist ja kaum nachvollziehbar, aber hier geschieht das Gegenteil! Ein Eingriff, den ich als höchst kurios empfinde: der 3.Satz Allegro (c-Moll, 3/4-Takt, 373 Takte) wird nach Takt 236 wiederholt, obwohl nichts davon in der Partitur steht! Blomstedt wird wohl Beethovens Musik so gut gefallen haben, dass er dachte, diese „Zugabe“ damit rechtfertigen zu können.
Weil das Video in Willis Beitrag sich bei mir nicht mehr laden lässt, stelle ich es hier zur Sicherheit noch einmal ein:

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5
Gewandhausorchester Leipzig, Herbert Blomstedt
(1999)

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"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber André, über die Wiederholungsvorschrift im 3. Satz gibt es offensichtlich verschiedene Auffassungen. Ich habe vor Jahren bei Harnoncourt gelesen, dass er im Quellenstudium festgestellt hat, das die in Frage stehende Stelle ab Takt 237 zu wiederholen sei. Das machen nicht nur Harnoncourt und Blomstedt, sondern auch Orozco Estrada. Offenbar haben vorzugsweise die Dirigenten älteren Semesters die von Beethoven nach der Uraufführung vorgenommenen Kürzungen (um ca. die Hälfte, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/5._Sinfonie_(Beethoven), während Dirigenten jüngeren Semesters anscheinend nach Quellenstudium zu der Erkenntnis gelangt sind, die Kürzungen wieder zurückzunehmen.

Liebe Grüße

Willi😀

Lieber Willi,

im vorliegenden Fall waren Beethovens Änderungen wohl anderer Natur, denn wenn es nur eine Wiederholung von Scherzo und Trio gab wie Blomstedt es vorschlägt, dann war der ursprüngliche Satz in der Form Scherzo-Trio-Scherzo-Trio-Scherzo, was ich sehr bezweifle.

LG André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber André,

in der Tat haben viele Dirigenten je nach Gusto, oder auch, weil sie dem Genie des Komponisten in keiner Weise gerecht werden konnten, teils sehr eigenmächtig in Werken, die ihnen zur Uraufführung anvertraut wurden, Kürzungen vorgenommen, die das Werk nach unserem heutigen Wissen vollkommen entstellten. Telweise glaubten sie wohl auch, dass die ihnen anvertrauten Orchester wohl mit den Werken, die ihnen vorgelegt wurden, überfordert seien. Als Beispiel für einen solchen Fall, in dem besonders unrühmlich der österreichische Dirigent Franz Schalk hervortrat, sei dieses Zitat aus seinem Wikipediaartikel in der Causa Anton Bruckner herangezogen:

Zitat:
„Franz Schalk war, wie sein älterer Bruder Joseph ein Schüler von Anton Bruckner. Zwar trug er wesentlich dazu bei, Bruckners Symphonien bekanntzumachen, jedoch muss einschränkend erwähnt werden, dass er diese Werke, oft in Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder und/oder Ferdinand Löwe, für seine Aufführung stark bearbeitete und nicht selten vollkommen entstellte. Markantestes Beispiel ist hier Bruckners 5. Symphonie, deren Uraufführung Schalk 1894 in Graz leitete. Er strich in ihrem Finalsatz über 100 Takte und instrumentierte den verbleibenden Rest, wie die anderen Symphoniesätze auch, völlig neu. In dieser Fassung wurde das Werk schließlich veröffentlicht. Erst in den 1930er Jahren konnte der Musikwissenschaftler Robert Haas die Originalfassungen der fünften wie auch der anderen bearbeiteten Bruckner-Symphonien veröffentlichen. Die Fassungen der Brüder Schalk und Ferdinand Löwes fielen der Vergessenheit anheim.“

Liebe Grüße

Willi😀

Zurück zur Fünften: Hier habe ich wieder Christian Thielemann, der hier mit den Wiener Philharmonikern wieder ein exzellentes Tongemälde schafft. Ich bin nur gespannt, ob er in den nächsten Jahren die Neun Sinfonien auch mit seiner Staatskapelle aufnimmt. Das wäre doch das Tüpfelchen auf dem „i“ in der Arbeit mit einem Berliner und somit weltweiten Spitzenorchester:

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Liebe Grüße

Willi😀

Eine mitreißende Interpretation der Fünften bietet auch Ivan Fischer mit dem Concertgebouw, von dem ich auch alle anderen Symphonien habe. Fischer arbeitet auch die dynamischen und temporalen Gegensätze dieser Symphonie wunderbar heraus:

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Liebe Grüße

Willi😀

Auch Carlos Kleiber mit den Wiener Phlharmonikern hat eine Interpretation ersten Ranges zu Wege gebracht. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1975:

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Liebe Grüße

Willi😀

Eine sehr ergreifende Version der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven präsentiert das Ukrainian Freedom Orchestra und die Dirigentin Keri-Lynn Wilson.

Das Orchester setzt sich zusammen aus ukrainischen Flüchtlingen, die vor der russischen Invasion in der Ukraine geflohen sind, und ukrainischen Mitgliedern anderer europäischer Orchester. Die kanadische Dirigentin Keri-Lynn Wilson, die ukrainische Wurzeln hat, gab den Anstoß zur Gründung des Ukrainian Freedom Orchestra.

Die Deutsche Grammophon veröffentlichte diese Aufnahme aus dem Jahr 2025 am 20.02.2026. Das Album enthält außerdem die Suite aus The Mothers of Kherson von Maxim Kolomiiets, der 1981 in Kiew geboren wurde:

 

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"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis