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Agostino Steffani (1653-1728): Uraufführung am 5. Januar 1688 im Münchner Salvatortheater Personen der Handlung: Ort und Zeit: Griechische Mythologie. ERSTER AKT Der thebanische König Anfione hat beschlossen, sich aus der Politik zurückzuziehen und die Macht seiner Gemahlin Niobe zu übertragen. Dass das keine Kurzschlusshandlung des Herrschers ist, sieht man daran, dass er die Rückkehr des thebanischen Fürsten Clearte aus dessen selbstgewähltem Exil veranlasst hat. Clearte soll als Mitregent seine Erfahrung und sein Wissen einbringen, damit Theben auch weiterhin stabil bleibt. Niobe spottet zwar: Ja, ja, die königliche Brust überschwemme ein See ruhiger Vergnügungslust. ist aber mit der Entscheidung ihres Gatten durchaus einverstanden. Doch Clearte enttäuscht das Herrscherpaar: Für ihn ist der Wunsch des Königs zwar eine Ehre und ein Vertrauensbeweis, doch aus der zweiten Reihe zu agieren, ist für ihn keine Option; Clearte lehnt folgerichtig ab. Anfione und Niobe sind enttäuscht, nur Niobes alt gewordene Amme Nerea glaubt den wahren Grund für Cleartes Haltung zu kennen: Er war vor Jahren Anfione bei der Werbung um die Gunst Niobes unterlegen, liebt sie aber wohl noch immer, was ihn jetzt hindert, der Bitte des Königs nachzukommen. Diese Einstellung ist Nerea unverständlich und sie lässt Clearte wissen, dass er erneut um die Gunst Niobes werben soll. Szenenwechsel: Ein Waldstück nahe Theben. Ein fremdländischer Prinz ist mit seinem Gefolge um „Ruhm und Ehre“ in der Welt unterwegs, als aus dem Wald Hörnerklang ertönt, die eine fröhliche Jagd signalisiert. Plötzlich sieht er eine junge Frau vor einem riesigen Bären fliehen, greift mutig ein und tötet das Untier. Dankbar himmelt die Gerettete gerade den Prinzen an, als ein blinder Mann, geführt von einem Diener, auf die Szene kommt und laut nach seiner Tochter ruft. Es stellt sich heraus, dass die dem Tode entkommene junge Frau jene Gesuchte ist, denn sie stellt dem blinden Mann den Prinzen als ihren Retter vor. Dessen Antwort verblüfft den Prinzen: Das weiß er schon, ja sogar noch mehr: Der Held ist albanischer Thronerbe und heißt Tiberino. Höflich stellt sich jetzt auch der Blinde vor: Er heißt Tiresia und hat einst Hera verärgert, die ihm deshalb sein Augenlicht nahm. Aber Jupiter verlieh ihm die Gabe des Sehens – das erklärt sein Wissen über das Geschehene. Nun stellt sich auch Tiresias Tochter vor: Sie heißt Manto und dient der Göttin Leto als Priesterin, deren Hohepriester wiederum ihr Vater ist. Und noch einmal verblüfft Tiresia den Prinzen: Er sagt ihm auf den Kopf zu, dass er vom kleinen „Flügelknab“ ins Herz getroffen wurde, was der Prinz erstaunt bestätigt. Dann wendet er sich mit Fragen an Manto und stellt (für sich gesprochen) fest, dass er wohl einer Einfältigen gegenübersteht, denn sie kann sich weder unter dem „Flügelknab“, noch unter einem „blindgeflügelten Kind“ etwas vorstellen und seine Frage nach ihrem „Götteropfer“ ist ihr ebenfalls unverständlich. Nur die Frage nach ihrem Stand kann sie eindeutig beantworten: Sie ist unverheiratet. Tiberino weiß offenbar genug, denn er geht mit seinem Gefolge und Tiresia und dessen Diener ab. Bevor auch Manto die Szene verlässt, zeigt sie mit einem Solo eine ganz andere Seite ihres Wesens: Du in der Liebe Unerfahrener: Es ist offensichtlich, dass Manto längst nicht so einfältig ist, wie sie sich darstellt. Szenenwechsel in ein Zimmer des königlichen Palastes, die „Wohnung der Tonkunst darstellend“; darüber eine Wolke mit dem schlafenden Creonte und dem Magier Poliferno. Der thessalische Prinz Creonte träumt durch Polifernos Zauberkunst von Niobe und verliebt sich in sie. Aus dem Traum in die Realität zurückgeholt verspricht ihm der Magier die Königin als Gattin und dazu natürlich den Thron Thebens. Und Poliferno erklärt dem Prinzen auch seine Motivation: Anfione hat dem früheren König Lico, immerhin Creontes Onkel, nicht nur den Thron, sondern auch das Leben genommen und verdient dafür den Tod. Dass der Magier auch einen persönlichen Grund an Anfiones Tod hat, wird erst kurze Zeit später klar. Die Wolke mit Poliferno und Creonte verschwindet. Anfione betritt sein Zimmer zum Studium der Sphärenharmonie und Niobe folgt ihm, weil sie nicht ohne ihn sein will – und sie himmelt ihn an. Aus dieser trauten Zweisamkeit reißen sie kurz darauf Clearte und Nerea und Clearte mit der bitteren Nachricht, dass der thessalische Prinz Creonte mit seinem Heer Theben angreift. Das heißt ja wohl nichts anderes, als dass sich der König statt mit dem Studium der Sphärenharmonie mit der Verteidigung Thebens beschäftigen muss. Niobe richtet, kaum dass ihr Gatte gegangen ist, neckisch-anzügliche Bemerkungen an Clearte und wird dabei von Nerea sogar aufmunternd unterstützt. Offensichtlich erinnern sich beide Frauen mit einem gewissen Vergnügen an die Rivaltät zwischen Anfione und Clearte vor vielen Jahren. Der Fürst dagegen fühlt sich in seiner Rolle, ebenso offensichtlich, nicht wohl. Szenenwechsel in ein weites Feld mit dem Stadtbild von Theben in der Ferne. Poliferno verspricht Creonte jetzt eine erste Begegnung mit Niobe. Der Magier lässt ein Ungeheuer aus der Erde hervorkommen, das sein riesiges Maul öffnet und darin einen Gang zeigt, der sie, wie es Poliferno erklärt, in die Stadt führt und durch den nun beide verschwinden. Der Zauberer gedenkt dabei seiner verstorbenen Schwester Dirce, Gemahlin des von Anfione gestürzten Königs Lico, und ruft die Geister des Hades zur Rache auf (damit ist nun auch der Grund für Polifernos persönlichen Rachefeldzug klar). Der riesige Rachen schließt sich und das Ungeheuer versinkt wieder im Boden. Das Bühnenbild verwandelt sich in den Thronsaal des Palastes. Anfione ruft das Volk zur Verteidigung Thebens auf und wendet sich schließlich an Jupiter, den er um Beistand anfleht. Der Obergott schläft noch schlummert nicht, er ist auch nicht auf dem Feld oder bei den Herden, sondern er greift ein: Während des Bittgebets erhebt sich langsam um die Stadt eine Mauer. Anfione kann nicht glauben, was er da sieht; Niobe bezeichnet den Schutzwall als „Wunder“ und nennt ihren Gatten jetzt den neuen Gott Thebens: Sie fordert die Höflinge und das Volk auf, Anfione anzubeten. Das ist für Tiresia ein Sakrileg und er klagt Niobe dieses Verbrechens an. Die Königin fasst die Rede als Beleidigung auf, stürzt sich auf ihn, wirft ihn dabei zu Boden und beschimpft ihn verächtlich als „Mensch ohne Verstand und Augen“ und rauscht dann, ohne sich um den am Boden liegenden Alten zu kümmern, mit dem Hofstaat davon. Nerea empfiehlt Tiresia im Abgang, er solle zukünftig erst nachdenken und dann reden. Während der Hohepriester vergeblich versucht aufzustehen, kommen Manto und Tiberino auf die Szene; sie nehmen in ihrer Verliebtheit zunächst den am Boden liegenden Mann nicht wahr. Erst ein Hilferuf schreckt sie auf; sie helfen Tiresia auf die Beine und beklagen sich dann über die Rohheit des Hofstaates. Tiresia ist auch nicht zimperlich, nennt den König „ein gekröntes Tollgespenst“ und Niobe „eine Verächterin der Götter“ und ruft die Himmlischen zur Rache auf. Dann lässt er sich von seinem herbeigeeilten Diener in sein Gemach führen, während Tiberino die geliebte Manto tröstet. Die empfindet die Worte und seine Nähe als ausgesprochen angenehm und ist kurz davor, ihm ihre Liebe zu gestehen, bekommt dann aber Angst vor der eigenen Courage und eilt ohne ihn davon. Der Prinz reagiert ebenso enttäuscht wie verwundert, rechnet es dann jedoch ihrer Einfältigkeit zu und nimmt sich vor, ihr sobald als möglich seine Liebe zu gestehen. ZWEITER AKT Nach einer einleitenden Sinfonia kommen Poliferno und Creonte, jeder auf einem Drachen sitzend, aus dem Untergrund auf die Szene. Die Drachen schickt der Zauberer in ihre „Schwefelhöhlen“ zurück und verspricht dem aufgeregten Creonte, dass er jetzt Niobe sehen werde. Um aber selbst ungesehen zu bleiben, zaubert Poliferno eine Wolke herbei, die sie verdeckt. Zunächst erscheint Clearte mit Höflingen auf der Szene und äußert Erstaunen und Freude über das von Anfione vollbrachte Wunder. Dieser Wall und die eigenen bewährten Waffen werden, so erklärt er, die übermütig gewordenen Thessalier in Schach halten. Währenddessen erscheint plötzlich – zur Freude von Creonte – auch Niobe, die Clearte auffordert, auf dem Thron neben ihr Platz zu nehmen. Der lehnt erschrocken, aber bestimmt ab, weil es einem Untertanen wie ihm nicht geziemt – es wäre eine, so seine Argumentation, Amtsanmaßung. Doch Niobe behauptet (durchaus berechtigt), dass ihr Gemahl doch auf die Ausübung der königlichen Pflichten verzichtet habe, ergreift kurz entschlossen Cleartes Hand und zieht ihn neben sich auf den Thron. In diesem Moment kommt Anfione mit Gefolge in den Saal und reagiert verschnupft, als er seinen Thron „okkupiert“ vorfindet. Und seine Stimmung wird durch Niobes Bemerkung, er sei doch auf eigenen Wunsch kein König mehr, auch nicht besser. Als sie aber, quasi als Beruhigung, den Satz Dir, dem der höchste Hausgott Thebens weicht, geziemt ein Sitz bei den Sternen nachschiebt, ist er wieder mit sich und der Welt im Reinen: So muss es sein! Außerdem öffnet sich plötzlich die Kugel, zeigt dabei einen prachtvollen Sternenhimmel und einen prächtigen Thronsessel aus purem Gold. Das, so meint Niobe, ist der einem Gott wie ihm angemessene Sitzplatz. Unsicher zwar, aber erhobenen Hauptes geht Anfione auf den Thron zu und Niobe befiehlt dem Hofstaat, den Gott Anfione anzubeten. Nerea stellt (für sich) nüchtern fest, dass die Königin ein „gutes Mittel“ gefunden habe, ihren Herrn Gemahl ruhig zu stellen. Kommentare geben während der gesamten Szene auch die auf ihrer Wolke hockenden Creonte und Poliferno ab, manchmal höhnisch, oft aber auch mit wütenden Worten. Während eines Tanzes (Entrée und Rondeau) zu Ehren Anfiones beschließt Poliferno plötzlich, dem Treiben ein Ende zu setzen: Unter Donner und Blitz und mit viel Nebel versinkt das Bühnenbild mit allen Personen. Nachdem sich der Nebel verzogen hat, zeigt sich wieder der leere Thronsaal, jedoch nur spärlich erleuchtet. Plötzlich tritt vollkommen verstört Anfione auf die Szene und klagt in einem ergreifenden Solo, dass ihm seine geliebte Niobe genommen wurde. Das Szenenbild verwandelt sich in ein Feld mit Hügeln und Brunnen. Tiresia und sein unvermeidlicher Diener kommen mit Tiberino auf die Szene; der Seher erklärt dem Prinzen, dass er aus ihm unerklärlichen Gründen die seherischen Zeichen nicht deuten kann. Er will und muss aber für Ordnung in Theben sorgen, lehnt jedoch Tiberinos Vorschlag nach einem Krieg rundheraus ab. Es muss eine andere Lösung geben – die er aber selber noch nicht kennt. Tiresia will überlegen und lässt sich von dem Diener zu seiner Behausung zurückbringen.Kaum, dass die beiden gegangen sind, erscheint Manto und gesteht Tiberino ihre Liebe, doch der Prinz geht nicht auf das Geständnis ein, sondern verstört sie mit seiner Aussage: Dass dein Blick mich mit Behagen erfüllt hat, bekenne ich frei, Dann lässt er sie einfach stehen und geht davon – Manto ist am Boden zerstört und klagt sich selber der Unwissenheit über die Liebe an, ehe sie enttäuscht die Szene verlässt. Nun erscheinen Poliferno – in der Gestalt von Merkur – und Niobe, der er erklärt, sie im Auftrag des Gottes Mars hierher geführt zu haben. Ihre göttliche Gestalt habe Mars so beeindruckt, dass er sie von der Erde in seinen Himmelsbezirk ziehen will. Aus einer währenddessen herabfahrenden Wolke tritt der Fürst Creonte als Gott Mars und kommt mit Liebesschwüren sofort zur Sache. Polifernos Zaubermacht sorgt für eine amouröse Verzückung bei dem Paar, während der Magier unter einem instrumentalen Ritornello mit der Wolke entschwindet. Verwandlung in eine königliche Kammer des Palastes von Theben. Tiresia ist vor Anfione gerufen worden; der König wünscht, wie es der Seher selbst formuliert, die Wahrheit zu erfahren und er hört sie von dem Hohenpriester, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Polifernos Zauberkunst hat alle getäuscht, auch ihm sind für kurze Zeit die seherischen Fähigkeiten genommen worden. Nun aber ist sein inneres Auge wieder intakt: Niobe wurde durch Fürst Creonte entführt, aber die Schuld liege beim arroganten Herrscherpaar, das auf diese Weise von den Göttern bestraft wird. In einer breit angelegten Soloszene schwört Anfione Rache gegen die thessalischen Eindringlinge und übernimmt die Befehlsgewalt über seine Truppen. Unter einem Ritornello verwandelt sich die Szene in eine Ebene mit Hirtenhütten. Nerea und Clearte kommen, sich verwundernd umsehend, auf die Szene; sie können sich nicht erklären, wie sie in diese ärmliche Umgebung Thebens gekommen sind. Waren sie nicht eben noch im Palast? Welche unbekannte Macht hat sie hierher versetzt? Nerea hat eine Ahnung und gibt sie laut von sich: Die Höllengeister haben sich gegen Thebens Thron verschworen, der Kriegsgott hat Niobe geraubt und einer unbekannten Macht waren sie beide aus irgendwelchen Gründen im Weg. Niobe geraubt? Clearte steht durch Nereas Äußerung an einem seelischen Abgrund und er eilt zum Palast, den „mitleidlosen Liebesgott“ bittend, ihn von seinen Plagen zu erlösen. Nerea hat nach Cleartes Weggang Manto nahen sehen; sie versteckt sich und bekommt dann deren Klage über ihren Liebeskummer mit. Der personifizierte Grund für Mantos Pein, Tiberino, folgt ihr auf dem Fuße und versucht sie zu trösten, wird aber von ihr zurückgewiesen. Darüber darf sich der Prinz natürlich nicht wundern oder gar beschweren, hat er doch Mantos Versuch, ihm ihre Liebe zu gestehen, ebenfalls abgeblockt. Die Szene beweist die Richtigkeit der Spruchweisheit, dass man nur Sprechenden helfen kann. Nerea begleitet aus ihrem Versteck heraus die gesamte Szene mit ihren sarkastischen Kommentaren und lässt dabei an der Männerwelt kein gutes Haar. Nachdem Tiberino gegangen ist, ruft ihm Nerea Boshaftigkeiten hinterher und ein Ballo de‘ pastori beendet diesen Akt. DRITTER AKT Creonte als Mars schwirrt verliebt um Niobe herum und macht ihr Komplimente, die sie nur zu gerne hört und die, nach ihren eigenen Worten, Hitzewallungen in ihr hervorrufen. Dann aber sorgt Poliferno mit der Nachricht, dass das thebanische Heer auf dem Vormarsch sei und „Mars“ nun gefordert ist, für ein abruptes Ende der sinnlichen Vergnügungen: Der Himmelskreise des Kriegsgottes versinkt und das Bühnenbild wechselt zu einem einsam gelegenen Ort mit Grotten an dem sich Niobe plötzlich wiederfindet und – aus Angst? vor lauter Schrecken? oder auch nur aus Enttäuschung? – in Ohnmacht fällt. Kurz darauf erscheint Anfione und lässt seiner Trauer über seine verschwundene Gattin freien Lauf und sieht plötzlich eine „schlafende Nymphe“, die im gleichen Moment wieder zu sich kommt. Als Niobe, nach der ersten Freude des Wiedersehens, Anfione über ihre Erlebnisse der vergangenen Zeit berichtet, holt der Gatte sie schnell in die Realität zurück: Von dem Seher Tiresia weiß er, dass sie, durch große Zaubermacht veranlasst, nicht den göttlichen Mars, sondern den größten Feind Thebens, Creonte, umarmt hat. Das bringt Niobe völlig aus der Fassung: Sie empört sich gegenüber den Göttern, macht sie für dieses Desaster verantwortlich und schwört den Himmlischen Rache und eilt davon, diesem Schwur Taten folgen zu lassen. Anfione aber sieht für sich nur Hoffnungslosigkeit: Ich habe die Hoffnung verloren, mich jemals wieder zu freuen. Verwandlung in den Tempel der Leto. Tiresia ist als Hoherpriester der Leto und als Vater in seinem Element: Er führt Manto mit Tiberino zusammen und verkündet dabei, dass mit dieser Heirat nicht nur der Wunsch der Göttin erfüllt sei, sondern dass alle Götter des Olymp sie niemals mehr getrennt sehen wollen, sie sollen alle Wonnen der Liebe, von den Himmlischen den Menschen geschenkt, genießen. Dann überlässt Tiresia seine Tochter und die übrigen Priesterinnen der Opferandacht und zieht seinen Schwiegersohn mit sich fort. Manto und ihre Kolleginnen können nicht lange der Göttin opfern, denn mit großem Gefolge und dem entsprechenden Rumor kommt Niobe in den Tempel. Sie rühmt sich vor den Priesterinnen ihrer Überlegenheit über die Schar der Götter, weist mit stolzem Nachdruck auf ihre Großväter Zeus und Atlas hin und befiehlt ihrem Gefolge, alle Götzenbilder und die Altäre dieses Tempels, die der Leto, der Artemis und dem Apollo gewidmet sind, zu zerstören. Diesem Befehl leistet Niobes Anhang mit großem Spaß sofort Folge, während Manto und die anderen Priesterinnen entsetzt aus dem Tempel fliehen. So bekommen sie Niobes weiteren Befehl nicht mit: Clearte hat umgehend eine Zeremonie vorzubereiten, in der Niobes Söhne – die Niobiden – zu Göttern erhoben werden sollen, die das Volk auch anzubeten hat. Clearte nimmt diesen Befehl unterwürfig als „rechtmäßig“ und „angemessen“ entgegen und geht sofort ab, Niobe sieht sich in ihrer Hochstimmung schon als Siegerin über die gesamte Götterwelt und geht stolz davon. Nerea dagegen hat den Bezug zur Realität nicht verloren: Sie erinnert das Publikum und sich selber an den Beginn des Dramas und spricht allen Menschen, die ein Leben in Täuschung führen jede Fähigkeit zur wahren Liebe ab. Sie glaubt ohnehin nicht an die Treue der Männer, denn die schwören jedem weiblichen Wesen, treu zu sein. Verwandlung in einen großen Platz mit viel Volk; Anfione und Niobe sitzen auf ihren Thronsesseln. Clearte führt die Niobiden wie ein Zeremonienmeister unter feierlichen Klängen auf die Szene und ruft diesen Tag für Theben und das Volk zu einem Freudentag aus. Den aber mögen die Götter nicht gewähren, denn ein Erdbeben lässt plötzlich alle Gebäude unter Donner und Blitz in sich zusammen fallen. Nachdem sich der Staub verzogen hat, wird auf einer Wolke das Götter-Dreigespann Apollo, Artemis und Leto sichtbar, das sich zwar stumm verhält, dafür aber Blitze auf die Niobiden sendet und sie alle tötet. Während der Geschehnisse sind Anfione und Niobe aufgeregt von ihren Sesseln aufgesprungen und der König rennt mit gezogenem Schwert auf seine sterbenden Kinder zu. Als ihm die hoffnungslose Lage klar wird, stürzt er sich verzweifelt in die Waffe. Niobe, die zuerst den Tod ihrer sieben Söhne, dann den Selbstmord ihres Gemahls starr vor Schreck verfolgt hat, will laut schreien, bringt aber zunächst keinen Ton heraus, wird stattdessen langsam zu einem Stein – natürlich nicht, wir befinden uns schließlich in der Oper, ohne eine große Solo-Sterbeszene. Mit großem Pomp – in der Oper bedeutet das immer Pauken- und Trompeteneinsatz – zieht nun der Prinz Creonte als Sieger mit seinem Heer in Theben ein. In seinem Gefolge sind merkwürdigerweise auch Tiberino, Manto und Tiresia. Alle sehen mit Entsetzen auf die toten Niobiden mit ihrem Vater Anfione und entdecken schließlich die versteinerte Niobe, deren Anblick Creonte die Tränen in die Augen treibt. Anders reagiert Tiresia, der triumphierend feststellt, dass der Himmel auf diese Weise Hochmütige bestraft. Und er kommt, staatstragend, gegenüber Creonte zur Sache: Nun, da dich die Götter Ohne zu zögern gibt Creonte zu, Fehler begangen zu haben; die Strafe dafür will er jedoch nicht auf sich nehmen, sondern dem aufbürden, den er als „Urheber“ allen Übels bezeichnet: Poliferno, der in die Verbannung geschickt wird. Natürlich versucht der Magier, das Schicksal zu wenden, doch der künftige König lässt sich auf keine Diskussion ein und Poliferno stürzt, den betrügerischen Himmel verfluchend, davon (warum der Mann mit seinem zauberischen Können, das ihm im Verlauf der Handlung so leicht von der Hand ging, jetzt aufgibt, wird nicht erklärt; aber seine Rückkehr nach Theben als Racheengel wäre vorstellbar und Stoff für eine andere, bisher ungeschriebene Oper). Im Schlusstableau führt Creonte, wie nicht anders zu erwarten, Manto und Tiberino als Eheleute zusammen und wünscht ihnen lebenslange Freude. Tiresia huscht ein Lächeln über sein Gesicht (sieht er vielleicht vor seinem inneren Auge jenes lebenslange Glück für Manto und Tiberino – eine unbeantwortet bleibende Frage). Nerea fällt vor Creonte nieder und bittet für sich – die alte Amme und Erzieherin der Niobe – um Erbarmen, das ihr der zukünftige König mit Ruhe und Sicherheit gewährt. Der „Ballo di soldati festeggianti“ in Form einer Chaconne beendet die Oper. © Manfred Agostino Steffani (1653-1728): Uraufführung am 5. Januar 1688 im Münchner Salvatortheater Personen der Handlung: Ort und Zeit: Griechische Mythologie. ERSTER AKT Der thebanische König Anfione hat beschlossen, sich aus der Politik zurückzuziehen und die Macht seiner Gemahlin Niobe zu übertragen. Dass das keine Kurzschlusshandlung des Herrschers ist, sieht man daran, dass er die Rückkehr des thebanischen Fürsten Clearte aus dessen selbstgewähltem Exil veranlasst hat. Clearte soll als Mitregent seine Erfahrung und sein Wissen einbringen, damit Theben auch weiterhin stabil bleibt. Niobe spottet zwar: Ja, ja, die königliche Brust überschwemme ein See ruhiger Vergnügungslust. ist aber mit der Entscheidung ihres Gatten durchaus einverstanden. Doch Clearte enttäuscht das Herrscherpaar: Für ihn ist der Wunsch des Königs zwar eine Ehre und ein Vertrauensbeweis, doch aus der zweiten Reihe zu agieren, ist für ihn keine Option; Clearte lehnt folgerichtig ab. Anfione und Niobe sind enttäuscht, nur Niobes alt gewordene Amme Nerea glaubt den wahren Grund für Cleartes Haltung zu kennen: Er war vor Jahren Anfione bei der Werbung um die Gunst Niobes unterlegen, liebt sie aber wohl noch immer, was ihn jetzt hindert, der Bitte des Königs nachzukommen. Diese Einstellung ist Nerea unverständlich und sie lässt Clearte wissen, dass er erneut um die Gunst Niobes werben soll. Szenenwechsel: Ein Waldstück nahe Theben. Ein fremdländischer Prinz ist mit seinem Gefolge um „Ruhm und Ehre“ in der Welt unterwegs, als aus dem Wald Hörnerklang ertönt, die eine fröhliche Jagd signalisiert. Plötzlich sieht er eine junge Frau vor einem riesigen Bären fliehen, greift mutig ein und tötet das Untier. Dankbar himmelt die Gerettete gerade den Prinzen an, als ein blinder Mann, geführt von einem Diener, auf die Szene kommt und laut nach seiner Tochter ruft. Es stellt sich heraus, dass die dem Tode entkommene junge Frau jene Gesuchte ist, denn sie stellt dem blinden Mann den Prinzen als ihren Retter vor. Dessen Antwort verblüfft den Prinzen: Das weiß er schon, ja sogar noch mehr: Der Held ist albanischer Thronerbe und heißt Tiberino. Höflich stellt sich jetzt auch der Blinde vor: Er heißt Tiresia und hat einst Hera verärgert, die ihm deshalb sein Augenlicht nahm. Aber Jupiter verlieh ihm die Gabe des Sehens – das erklärt sein Wissen über das Geschehene. Nun stellt sich auch Tiresias Tochter vor: Sie heißt Manto und dient der Göttin Leto als Priesterin, deren Hohepriester wiederum ihr Vater ist. Und noch einmal verblüfft Tiresia den Prinzen: Er sagt ihm auf den Kopf zu, dass er vom kleinen „Flügelknab“ ins Herz getroffen wurde, was der Prinz erstaunt bestätigt. Dann wendet er sich mit Fragen an Manto und stellt (für sich gesprochen) fest, dass er wohl einer Einfältigen gegenübersteht, denn sie kann sich weder unter dem „Flügelknab“, noch unter einem „blindgeflügelten Kind“ etwas vorstellen und seine Frage nach ihrem „Götteropfer“ ist ihr ebenfalls unverständlich. Nur die Frage nach ihrem Stand kann sie eindeutig beantworten: Sie ist unverheiratet. Tiberino weiß offenbar genug, denn er geht mit seinem Gefolge und Tiresia und dessen Diener ab. Bevor auch Manto die Szene verlässt, zeigt sie mit einem Solo eine ganz andere Seite ihres Wesens: Du in der Liebe Unerfahrener: Es ist offensichtlich, dass Manto längst nicht so einfältig ist, wie sie sich darstellt. Szenenwechsel in ein Zimmer des königlichen Palastes, die „Wohnung der Tonkunst darstellend“; darüber eine Wolke mit dem schlafenden Creonte und dem Magier Poliferno. Der thessalische Prinz Creonte träumt durch Polifernos Zauberkunst von Niobe und verliebt sich in sie. Aus dem Traum in die Realität zurückgeholt verspricht ihm der Magier die Königin als Gattin und dazu natürlich den Thron Thebens. Und Poliferno erklärt dem Prinzen auch seine Motivation: Anfione hat dem früheren König Lico, immerhin Creontes Onkel, nicht nur den Thron, sondern auch das Leben genommen und verdient dafür den Tod. Dass der Magier auch einen persönlichen Grund an Anfiones Tod hat, wird erst kurze Zeit später klar. Die Wolke mit Poliferno und Creonte verschwindet. Anfione betritt sein Zimmer zum Studium der Sphärenharmonie und Niobe folgt ihm, weil sie nicht ohne ihn sein will – und sie himmelt ihn an. Aus dieser trauten Zweisamkeit reißen sie kurz darauf Clearte und Nerea und Clearte mit der bitteren Nachricht, dass der thessalische Prinz Creonte mit seinem Heer Theben angreift. Das heißt ja wohl nichts anderes, als dass sich der König statt mit dem Studium der Sphärenharmonie mit der Verteidigung Thebens beschäftigen muss. Niobe richtet, kaum dass ihr Gatte gegangen ist, neckisch-anzügliche Bemerkungen an Clearte und wird dabei von Nerea sogar aufmunternd unterstützt. Offensichtlich erinnern sich beide Frauen mit einem gewissen Vergnügen an die Rivaltät zwischen Anfione und Clearte vor vielen Jahren. Der Fürst dagegen fühlt sich in seiner Rolle, ebenso offensichtlich, nicht wohl. Szenenwechsel in ein weites Feld mit dem Stadtbild von Theben in der Ferne. Poliferno verspricht Creonte jetzt eine erste Begegnung mit Niobe. Der Magier lässt ein Ungeheuer aus der Erde hervorkommen, das sein riesiges Maul öffnet und darin einen Gang zeigt, der sie, wie es Poliferno erklärt, in die Stadt führt und durch den nun beide verschwinden. Der Zauberer gedenkt dabei seiner verstorbenen Schwester Dirce, Gemahlin des von Anfione gestürzten Königs Lico, und ruft die Geister des Hades zur Rache auf (damit ist nun auch der Grund für Polifernos persönlichen Rachefeldzug klar). Der riesige Rachen schließt sich und das Ungeheuer versinkt wieder im Boden. Das Bühnenbild verwandelt sich in den Thronsaal des Palastes. Anfione ruft das Volk zur Verteidigung Thebens auf und wendet sich schließlich an Jupiter, den er um Beistand anfleht. Der Obergott schläft noch schlummert nicht, er ist auch nicht auf dem Feld oder bei den Herden, sondern er greift ein: Während des Bittgebets erhebt sich langsam um die Stadt eine Mauer. Anfione kann nicht glauben, was er da sieht; Niobe bezeichnet den Schutzwall als „Wunder“ und nennt ihren Gatten jetzt den neuen Gott Thebens: Sie fordert die Höflinge und das Volk auf, Anfione anzubeten. Das ist für Tiresia ein Sakrileg und er klagt Niobe dieses Verbrechens an. Die Königin fasst die Rede als Beleidigung auf, stürzt sich auf ihn, wirft ihn dabei zu Boden und beschimpft ihn verächtlich als „Mensch ohne Verstand und Augen“ und rauscht dann, ohne sich um den am Boden liegenden Alten zu kümmern, mit dem Hofstaat davon. Nerea empfiehlt Tiresia im Abgang, er solle zukünftig erst nachdenken und dann reden. Während der Hohepriester vergeblich versucht aufzustehen, kommen Manto und Tiberino auf die Szene; sie nehmen in ihrer Verliebtheit zunächst den am Boden liegenden Mann nicht wahr. Erst ein Hilferuf schreckt sie auf; sie helfen Tiresia auf die Beine und beklagen sich dann über die Rohheit des Hofstaates. Tiresia ist auch nicht zimperlich, nennt den König „ein gekröntes Tollgespenst“ und Niobe „eine Verächterin der Götter“ und ruft die Himmlischen zur Rache auf. Dann lässt er sich von seinem herbeigeeilten Diener in sein Gemach führen, während Tiberino die geliebte Manto tröstet. Die empfindet die Worte und seine Nähe als ausgesprochen angenehm und ist kurz davor, ihm ihre Liebe zu gestehen, bekommt dann aber Angst vor der eigenen Courage und eilt ohne ihn davon. Der Prinz reagiert ebenso enttäuscht wie verwundert, rechnet es dann jedoch ihrer Einfältigkeit zu und nimmt sich vor, ihr sobald als möglich seine Liebe zu gestehen. ZWEITER AKT Nach einer einleitenden Sinfonia kommen Poliferno und Creonte, jeder auf einem Drachen sitzend, aus dem Untergrund auf die Szene. Die Drachen schickt der Zauberer in ihre „Schwefelhöhlen“ zurück und verspricht dem aufgeregten Creonte, dass er jetzt Niobe sehen werde. Um aber selbst ungesehen zu bleiben, zaubert Poliferno eine Wolke herbei, die sie verdeckt. Zunächst erscheint Clearte mit Höflingen auf der Szene und äußert Erstaunen und Freude über das von Anfione vollbrachte Wunder. Dieser Wall und die eigenen bewährten Waffen werden, so erklärt er, die übermütig gewordenen Thessalier in Schach halten. Währenddessen erscheint plötzlich – zur Freude von Creonte – auch Niobe, die Clearte auffordert, auf dem Thron neben ihr Platz zu nehmen. Der lehnt erschrocken, aber bestimmt ab, weil es einem Untertanen wie ihm nicht geziemt – es wäre eine, so seine Argumentation, Amtsanmaßung. Doch Niobe behauptet (durchaus berechtigt), dass ihr Gemahl doch auf die Ausübung der königlichen Pflichten verzichtet habe, ergreift kurz entschlossen Cleartes Hand und zieht ihn neben sich auf den Thron. In diesem Moment kommt Anfione mit Gefolge in den Saal und reagiert verschnupft, als er seinen Thron „okkupiert“ vorfindet. Und seine Stimmung wird durch Niobes Bemerkung, er sei doch auf eigenen Wunsch kein König mehr, auch nicht besser. Als sie aber, quasi als Beruhigung, den Satz Dir, dem der höchste Hausgott Thebens weicht, geziemt ein Sitz bei den Sternen nachschiebt, ist er wieder mit sich und der Welt im Reinen: So muss es sein! Außerdem öffnet sich plötzlich die Kugel, zeigt dabei einen prachtvollen Sternenhimmel und einen prächtigen Thronsessel aus purem Gold. Das, so meint Niobe, ist der einem Gott wie ihm angemessene Sitzplatz. Unsicher zwar, aber erhobenen Hauptes geht Anfione auf den Thron zu und Niobe befiehlt dem Hofstaat, den Gott Anfione anzubeten. Nerea stellt (für sich) nüchtern fest, dass die Königin ein „gutes Mittel“ gefunden habe, ihren Herrn Gemahl ruhig zu stellen. Kommentare geben während der gesamten Szene auch die auf ihrer Wolke hockenden Creonte und Poliferno ab, manchmal höhnisch, oft aber auch mit wütenden Worten. Während eines Tanzes (Entrée und Rondeau) zu Ehren Anfiones beschließt Poliferno plötzlich, dem Treiben ein Ende zu setzen: Unter Donner und Blitz und mit viel Nebel versinkt das Bühnenbild mit allen Personen. Nachdem sich der Nebel verzogen hat, zeigt sich wieder der leere Thronsaal, jedoch nur spärlich erleuchtet. Plötzlich tritt vollkommen verstört Anfione auf die Szene und klagt in einem ergreifenden Solo, dass ihm seine geliebte Niobe genommen wurde. Das Szenenbild verwandelt sich in ein Feld mit Hügeln und Brunnen. Tiresia und sein unvermeidlicher Diener kommen mit Tiberino auf die Szene; der Seher erklärt dem Prinzen, dass er aus ihm unerklärlichen Gründen die seherischen Zeichen nicht deuten kann. Er will und muss aber für Ordnung in Theben sorgen, lehnt jedoch Tiberinos Vorschlag nach einem Krieg rundheraus ab. Es muss eine andere Lösung geben – die er aber selber noch nicht kennt. Tiresia will überlegen und lässt sich von dem Diener zu seiner Behausung zurückbringen.Kaum, dass die beiden gegangen sind, erscheint Manto und gesteht Tiberino ihre Liebe, doch der Prinz geht nicht auf das Geständnis ein, sondern verstört sie mit seiner Aussage: Dass dein Blick mich mit Behagen erfüllt hat, bekenne ich frei, Dann lässt er sie einfach stehen und geht davon – Manto ist am Boden zerstört und klagt sich selber der Unwissenheit über die Liebe an, ehe sie enttäuscht die Szene verlässt. Nun erscheinen Poliferno – in der Gestalt von Merkur – und Niobe, der er erklärt, sie im Auftrag des Gottes Mars hierher geführt zu haben. Ihre göttliche Gestalt habe Mars so beeindruckt, dass er sie von der Erde in seinen Himmelsbezirk ziehen will. Aus einer währenddessen herabfahrenden Wolke tritt der Fürst Creonte als Gott Mars und kommt mit Liebesschwüren sofort zur Sache. Polifernos Zaubermacht sorgt für eine amouröse Verzückung bei dem Paar, während der Magier unter einem instrumentalen Ritornello mit der Wolke entschwindet. Verwandlung in eine königliche Kammer des Palastes von Theben. Tiresia ist vor Anfione gerufen worden; der König wünscht, wie es der Seher selbst formuliert, die Wahrheit zu erfahren und er hört sie von dem Hohenpriester, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Polifernos Zauberkunst hat alle getäuscht, auch ihm sind für kurze Zeit die seherischen Fähigkeiten genommen worden. Nun aber ist sein inneres Auge wieder intakt: Niobe wurde durch Fürst Creonte entführt, aber die Schuld liege beim arroganten Herrscherpaar, das auf diese Weise von den Göttern bestraft wird. In einer breit angelegten Soloszene schwört Anfione Rache gegen die thessalischen Eindringlinge und übernimmt die Befehlsgewalt über seine Truppen. Unter einem Ritornello verwandelt sich die Szene in eine Ebene mit Hirtenhütten. Nerea und Clearte kommen, sich verwundernd umsehend, auf die Szene; sie können sich nicht erklären, wie sie in diese ärmliche Umgebung Thebens gekommen sind. Waren sie nicht eben noch im Palast? Welche unbekannte Macht hat sie hierher versetzt? Nerea hat eine Ahnung und gibt sie laut von sich: Die Höllengeister haben sich gegen Thebens Thron verschworen, der Kriegsgott hat Niobe geraubt und einer unbekannten Macht waren sie beide aus irgendwelchen Gründen im Weg. Niobe geraubt? Clearte steht durch Nereas Äußerung an einem seelischen Abgrund und er eilt zum Palast, den „mitleidlosen Liebesgott“ bittend, ihn von seinen Plagen zu erlösen. Nerea hat nach Cleartes Weggang Manto nahen sehen; sie versteckt sich und bekommt dann deren Klage über ihren Liebeskummer mit. Der personifizierte Grund für Mantos Pein, Tiberino, folgt ihr auf dem Fuße und versucht sie zu trösten, wird aber von ihr zurückgewiesen. Darüber darf sich der Prinz natürlich nicht wundern oder gar beschweren, hat er doch Mantos Versuch, ihm ihre Liebe zu gestehen, ebenfalls abgeblockt. Die Szene beweist die Richtigkeit der Spruchweisheit, dass man nur Sprechenden helfen kann. Nerea begleitet aus ihrem Versteck heraus die gesamte Szene mit ihren sarkastischen Kommentaren und lässt dabei an der Männerwelt kein gutes Haar. Nachdem Tiberino gegangen ist, ruft ihm Nerea Boshaftigkeiten hinterher und ein Ballo de‘ pastori beendet diesen Akt. DRITTER AKT Creonte als Mars schwirrt verliebt um Niobe herum und macht ihr Komplimente, die sie nur zu gerne hört und die, nach ihren eigenen Worten, Hitzewallungen in ihr hervorrufen. Dann aber sorgt Poliferno mit der Nachricht, dass das thebanische Heer auf dem Vormarsch sei und „Mars“ nun gefordert ist, für ein abruptes Ende der sinnlichen Vergnügungen: Der Himmelskreise des Kriegsgottes versinkt und das Bühnenbild wechselt zu einem einsam gelegenen Ort mit Grotten an dem sich Niobe plötzlich wiederfindet und – aus Angst? vor lauter Schrecken? oder auch nur aus Enttäuschung? – in Ohnmacht fällt. Kurz darauf erscheint Anfione und lässt seiner Trauer über seine verschwundene Gattin freien Lauf und sieht plötzlich eine „schlafende Nymphe“, die im gleichen Moment wieder zu sich kommt. Als Niobe, nach der ersten Freude des Wiedersehens, Anfione über ihre Erlebnisse der vergangenen Zeit berichtet, holt der Gatte sie schnell in die Realität zurück: Von dem Seher Tiresia weiß er, dass sie, durch große Zaubermacht veranlasst, nicht den göttlichen Mars, sondern den größten Feind Thebens, Creonte, umarmt hat. Das bringt Niobe völlig aus der Fassung: Sie empört sich gegenüber den Göttern, macht sie für dieses Desaster verantwortlich und schwört den Himmlischen Rache und eilt davon, diesem Schwur Taten folgen zu lassen. Anfione aber sieht für sich nur Hoffnungslosigkeit: Ich habe die Hoffnung verloren, mich jemals wieder zu freuen. Verwandlung in den Tempel der Leto. Tiresia ist als Hoherpriester der Leto und als Vater in seinem Element: Er führt Manto mit Tiberino zusammen und verkündet dabei, dass mit dieser Heirat nicht nur der Wunsch der Göttin erfüllt sei, sondern dass alle Götter des Olymp sie niemals mehr getrennt sehen wollen, sie sollen alle Wonnen der Liebe, von den Himmlischen den Menschen geschenkt, genießen. Dann überlässt Tiresia seine Tochter und die übrigen Priesterinnen der Opferandacht und zieht seinen Schwiegersohn mit sich fort. Manto und ihre Kolleginnen können nicht lange der Göttin opfern, denn mit großem Gefolge und dem entsprechenden Rumor kommt Niobe in den Tempel. Sie rühmt sich vor den Priesterinnen ihrer Überlegenheit über die Schar der Götter, weist mit stolzem Nachdruck auf ihre Großväter Zeus und Atlas hin und befiehlt ihrem Gefolge, alle Götzenbilder und die Altäre dieses Tempels, die der Leto, der Artemis und dem Apollo gewidmet sind, zu zerstören. Diesem Befehl leistet Niobes Anhang mit großem Spaß sofort Folge, während Manto und die anderen Priesterinnen entsetzt aus dem Tempel fliehen. So bekommen sie Niobes weiteren Befehl nicht mit: Clearte hat umgehend eine Zeremonie vorzubereiten, in der Niobes Söhne – die Niobiden – zu Göttern erhoben werden sollen, die das Volk auch anzubeten hat. Clearte nimmt diesen Befehl unterwürfig als „rechtmäßig“ und „angemessen“ entgegen und geht sofort ab, Niobe sieht sich in ihrer Hochstimmung schon als Siegerin über die gesamte Götterwelt und geht stolz davon. Nerea dagegen hat den Bezug zur Realität nicht verloren: Sie erinnert das Publikum und sich selber an den Beginn des Dramas und spricht allen Menschen, die ein Leben in Täuschung führen jede Fähigkeit zur wahren Liebe ab. Sie glaubt ohnehin nicht an die Treue der Männer, denn die schwören jedem weiblichen Wesen, treu zu sein. Verwandlung in einen großen Platz mit viel Volk; Anfione und Niobe sitzen auf ihren Thronsesseln. Clearte führt die Niobiden wie ein Zeremonienmeister unter feierlichen Klängen auf die Szene und ruft diesen Tag für Theben und das Volk zu einem Freudentag aus. Den aber mögen die Götter nicht gewähren, denn ein Erdbeben lässt plötzlich alle Gebäude unter Donner und Blitz in sich zusammen fallen. Nachdem sich der Staub verzogen hat, wird auf einer Wolke das Götter-Dreigespann Apollo, Artemis und Leto sichtbar, das sich zwar stumm verhält, dafür aber Blitze auf die Niobiden sendet und sie alle tötet. Während der Geschehnisse sind Anfione und Niobe aufgeregt von ihren Sesseln aufgesprungen und der König rennt mit gezogenem Schwert auf seine sterbenden Kinder zu. Als ihm die hoffnungslose Lage klar wird, stürzt er sich verzweifelt in die Waffe. Niobe, die zuerst den Tod ihrer sieben Söhne, dann den Selbstmord ihres Gemahls starr vor Schreck verfolgt hat, will laut schreien, bringt aber zunächst keinen Ton heraus, wird stattdessen langsam zu einem Stein – natürlich nicht, wir befinden uns schließlich in der Oper, ohne eine große Solo-Sterbeszene. Mit großem Pomp – in der Oper bedeutet das immer Pauken- und Trompeteneinsatz – zieht nun der Prinz Creonte als Sieger mit seinem Heer in Theben ein. In seinem Gefolge sind merkwürdigerweise auch Tiberino, Manto und Tiresia. Alle sehen mit Entsetzen auf die toten Niobiden mit ihrem Vater Anfione und entdecken schließlich die versteinerte Niobe, deren Anblick Creonte die Tränen in die Augen treibt. Anders reagiert Tiresia, der triumphierend feststellt, dass der Himmel auf diese Weise Hochmütige bestraft. Und er kommt, staatstragend, gegenüber Creonte zur Sache: Nun, da dich die Götter Ohne zu zögern gibt Creonte zu, Fehler begangen zu haben; die Strafe dafür will er jedoch nicht auf sich nehmen, sondern dem aufbürden, den er als „Urheber“ allen Übels bezeichnet: Poliferno, der in die Verbannung geschickt wird. Natürlich versucht der Magier, das Schicksal zu wenden, doch der künftige König lässt sich auf keine Diskussion ein und Poliferno stürzt, den betrügerischen Himmel verfluchend, davon (warum der Mann mit seinem zauberischen Können, das ihm im Verlauf der Handlung so leicht von der Hand ging, jetzt aufgibt, wird nicht erklärt; aber seine Rückkehr nach Theben als Racheengel wäre vorstellbar und Stoff für eine andere, bisher ungeschriebene Oper). Im Schlusstableau führt Creonte, wie nicht anders zu erwarten, Manto und Tiberino als Eheleute zusammen und wünscht ihnen lebenslange Freude. Tiresia huscht ein Lächeln über sein Gesicht (sieht er vielleicht vor seinem inneren Auge jenes lebenslange Glück für Manto und Tiberino – eine unbeantwortet bleibende Frage). Nerea fällt vor Creonte nieder und bittet für sich – die alte Amme und Erzieherin der Niobe – um Erbarmen, das ihr der zukünftige König mit Ruhe und Sicherheit gewährt. Der „Ballo di soldati festeggianti“ in Form einer Chaconne beendet die Oper. © Manfred Informationen zu diesem Werk: Steffanis Opernschaffen ist hauptsächlich nur im Manuskript überliefert und hat zumeist die antike Geschichte – griechische wie römische – und mythologische Stoffe zum Inhalt; nur sieben Werke weichen davon ab: Vier thematisieren deutsche mittelalterliche Geschichte, drei haben literarische Vorbilder. Für „Niobe“ hat der damalige Leiter des Münchner Orchesters, Melchior d’Ardespin, die an den Aktschlüssen stehenden Balletti und die Tanzeinlage im zweiten Akt, wenn Anfione zum Gott erhoben wird, die Musik komponiert; sie ist allerdings verloren gegangen. Für die Aufführung und Einspielung dieser Oper durch das Boston Early Music Festival haben die beiden Musikdirektoren des Festivals, Paul O’Dette und Stephen Stubbs, geeignete Tänze aus einer anderen im Jahre 1690 uraufgeführten Oper von d’Ardespin ausgewählt. Die den letzten Akt beschließende Chaconne ist originaler Steffani, und zwar aus der 1689 erstmals aufgeführten Oper „Enrico“. Nach Fertigstellung der Oper wurde den Verantwortlichen klar, dass sie zu lang geraten war und es kam zu erheblichen Kürzungen noch vor der Erstaufführung, die sowohl in der autographen Partitur und in den italienischen und deutschen Libretti vermerkt wurden. Für die Plattenaufnahme hat man diese Kürzungen als Basis für eigene Striche genommen; diese sind allerdings im Beiheft noch im Libretto erwähnt. Quelle (Erato/Warner) BEMF/Radio Bremen (aufgenommen im Sendesaal von RB 2015): Karina Gauvin (Niobe) Informationen zu diesem Werk: Steffanis Opernschaffen ist hauptsächlich nur im Manuskript überliefert und hat zumeist die antike Geschichte – griechische wie römische – und mythologische Stoffe zum Inhalt; nur sieben Werke weichen davon ab: Vier thematisieren deutsche mittelalterliche Geschichte, drei haben literarische Vorbilder. Für „Niobe“ hat der damalige Leiter des Münchner Orchesters, Melchior d’Ardespin, die an den Aktschlüssen stehenden Balletti und die Tanzeinlage im zweiten Akt, wenn Anfione zum Gott erhoben wird, die Musik komponiert; sie ist allerdings verloren gegangen. Für die Aufführung und Einspielung dieser Oper durch das Boston Early Music Festival haben die beiden Musikdirektoren des Festivals, Paul O’Dette und Stephen Stubbs, geeignete Tänze aus einer anderen im Jahre 1690 uraufgeführten Oper von d’Ardespin ausgewählt. Die den letzten Akt beschließende Chaconne ist originaler Steffani, und zwar aus der 1689 erstmals aufgeführten Oper „Enrico“. Nach Fertigstellung der Oper wurde den Verantwortlichen klar, dass sie zu lang geraten war und es kam zu erheblichen Kürzungen noch vor der Erstaufführung, die sowohl in der autographen Partitur und in den italienischen und deutschen Libretti vermerkt wurden. Für die Plattenaufnahme hat man diese Kürzungen als Basis für eigene Striche genommen; diese sind allerdings im Beiheft noch im Libretto erwähnt. Quelle (Erato/Warner) BEMF/Radio Bremen (aufgenommen im Sendesaal von RB 2015): Karina Gauvin (Niobe)STEFFANI, Agostino: NIOBE, REGINA DI TEBE
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NIOBE, REGINA DI TEBE
(Niobe, Königin von Theben)
Oper in drei Akten
Libretto von Luigi Orlandi nach Ovids „Metamorphosen“
Originalsprache: Italienisch
Komponist der Ballettmusik: Melchior d’Ardespin (1643-1717)
Anfione, thebanischer König (Mezzosopran / Altus)
Niobe, seine Gemahlin (Sopran)
Tiresia, blinder Seher und Hoherpriester der Leto (Bariton)
Manto, seine Tochter und Priesterin der Leto (Sopran)
Clearte, thebanischer Fürst (Tenor)
Creonte, thessalischer Prinz (Countertenor)
Poliferno, Magier (Bariton)
Tiberino, albanischer Prinz (Tenor)
Nerea, alte Amme der Niobe (Countertenor)
Der königliche Palast in Theben.
Die hohe Seele bleibe entlastet der Sorge um Gemahlin, Söhne und Untertanen,
und nun, da sie sich zur Gottheit erhebt, lebe sie für sich, weil sie für andere gelebt
Die Zunge eines brennenden Herzens ist niemals beredter,
als wenn sie völlig schweigt.
Saal im königlichen Palast von Theben. In der Bühnenmitte eine große Kugel, die Thronsessel für das königliche Paar auf einer Bühnenseite.
doch ich kann nicht sagen, dass es Liebe sei.
Himmelskreis des Gottes Mars; Niobe als Göttin, Creonte und einige andere Gottheiten.
Das Geschick hat sich verkehrt, mir allein zu steter Pein.
Ich erhoffe mir keine Freude, bin eine Trophäe der Pein, eine Zielscheibe der Qual,
so will es das Geschick, soll ich sein.
mit der Eroberung des thebanischen Throns beglückt haben,
musst du deinen verliebten Wahn ablegen.
NIOBE, REGINA DI TEBE
(Niobe, Königin von Theben)
Oper in drei Akten
Libretto von Luigi Orlandi nach Ovids „Metamorphosen“
Originalsprache: Italienisch
Komponist der Ballettmusik: Melchior d’Ardespin (1643-1717)
Anfione, thebanischer König (Mezzosopran / Altus)
Niobe, seine Gemahlin (Sopran)
Tiresia, blinder Seher und Hoherpriester der Leto (Bariton)
Manto, seine Tochter und Priesterin der Leto (Sopran)
Clearte, thebanischer Fürst (Tenor)
Creonte, thessalischer Prinz (Countertenor)
Poliferno, Magier (Bariton)
Tiberino, albanischer Prinz (Tenor)
Nerea, alte Amme der Niobe (Countertenor)
Der königliche Palast in Theben.
Die hohe Seele bleibe entlastet der Sorge um Gemahlin, Söhne und Untertanen,
und nun, da sie sich zur Gottheit erhebt, lebe sie für sich, weil sie für andere gelebt
Die Zunge eines brennenden Herzens ist niemals beredter,
als wenn sie völlig schweigt.
Saal im königlichen Palast von Theben. In der Bühnenmitte eine große Kugel, die Thronsessel für das königliche Paar auf einer Bühnenseite.
doch ich kann nicht sagen, dass es Liebe sei.
Himmelskreis des Gottes Mars; Niobe als Göttin, Creonte und einige andere Gottheiten.
Das Geschick hat sich verkehrt, mir allein zu steter Pein.
Ich erhoffe mir keine Freude, bin eine Trophäe der Pein, eine Zielscheibe der Qual,
so will es das Geschick, soll ich sein.
mit der Eroberung des thebanischen Throns beglückt haben,
musst du deinen verliebten Wahn ablegen.![]()
Agostino Steffani kann man als ein musikhistorisches Bindeglied zwischen Monteverdi und Cavalli sowie Vivaldi und Händel ansehen. Die hier vorgestellte Oper hat Steffanis Librettist Luigi Orlandi aus der in Ovids „Metamorphosen“ geschilderten Geschichte über die thebanische Königin Niobe extrahiert und mit einer typisch barocken Intrigen- und Liebesgeschichte verwoben. Die Moral der Oper lässt sich trefflich mit dem Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“ (zu finden im Buch der „Sprüche Salomo“ 16, 18) beschreiben.![Niobe, Regina Di Tebe [3Cd]](https://m.media-amazon.com/images/I/51bchvQ3YeL.jpg)
Philippe Jarouski (Anfione)
Amanda Forsythe (Manto)
Christian Immler (Tiresia)
Aaron Sheehan (Clearte)
Terry Wey (Creonte)
Jesse Blumberg (Poliferno)
Colin Balzer (Tiberino)
José Lemos (Nerea)
Boston Early Music Festival Orchestra
Paul O’Dette, Stephen Stubbs (Musical Directors)
Agostino Steffani kann man als ein musikhistorisches Bindeglied zwischen Monteverdi und Cavalli sowie Vivaldi und Händel ansehen. Die hier vorgestellte Oper hat Steffanis Librettist Luigi Orlandi aus der in Ovids „Metamorphosen“ geschilderten Geschichte über die thebanische Königin Niobe extrahiert und mit einer typisch barocken Intrigen- und Liebesgeschichte verwoben. Die Moral der Oper lässt sich trefflich mit dem Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“ (zu finden im Buch der „Sprüche Salomo“ 16, 18) beschreiben.![Niobe, Regina Di Tebe [3Cd]](https://m.media-amazon.com/images/I/51bchvQ3YeL.jpg)
Philippe Jarouski (Anfione)
Amanda Forsythe (Manto)
Christian Immler (Tiresia)
Aaron Sheehan (Clearte)
Terry Wey (Creonte)
Jesse Blumberg (Poliferno)
Colin Balzer (Tiberino)
José Lemos (Nerea)
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