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STRAWINSKY, Igor: LES NOCES

Igor Strawinsky (1882-1971):
LES NOCES (DIE HOCHZEIT)
Russisch-choreographische Szenen in vier Bildern

Konzeption und Libretto vom Komponisten
Choreographie: Bronislawa Nijinska

Uraufführung am 13. Juni 1923 im Théâtre de la Gaîté-Lyrique, Paris, Ballets Russes.

Rollen: Braut, Bräutigam, Eltern der Braut, Eltern des Bräutigams, Freunde der Braut,

Freunde des Bräutigams, Ehestifterinnen, Gäste (je 18 Tänzer m/w)

Dekorationslose Bühne; im Hintergrund eine erhöht stehende Bank (bis zum letzten Bild verdeckt); alle Tänzer dunkelbraun und weiß gekleidet.

Erstes Bild. Braut-Segnung.
Freundinnen der Heiratskandidatin sind gekommen, um der Braut die Zöpfe herzurichten. Danach geben die Eltern der Braut ihrer Tochter den Braut-Segen.

Zweites Bild: Segnung des Bräutigams.
Hier geschieht das Gleiche wie bei der Braut: die Freunde sind dabei, den Bräutigam für die Hochzeit herzurichten, Danach geht er vor dem Vater auf die Knie und verneigt sich dann vor der Mutter. Sodann erteilen auch sie ihrem Herrn Sohn den Segen.

Drittes Bild: die Braut verlässt das elterliche Haus.
Die Freunde des Bräutigams haben ihre nächste Aufgabe wahrgemacht: sie sind zur Braut gekommen, um sie abzuholen. Die Freundinnen der Braut helfen ihr, das elterliche Haus zu verlassen; die Mutter der Braut klagt den Auszug und den Verlust ihrer Tochter.

Viertes Bild: Hochzeitsessen.
Braut und Bräutigam sitzen mit ihren Eltern auf der erhöht platzierten Bank. Sie sehen mehr oder weniger vergnügt den Gästen beim Tanzen zu. Als der etwas nachlässt, weil nicht mehr alle Tänzer auf dem Parkett sind, treten die Brautleute an, um die Schritte der Gäste zu imitieren. Die Mütter von Braut und Bräutigam öffnen die Tür, die Brautleute treten vor und verabschieden sich von den Müttern, gehen dann durch die Tür, die sich hinter ihnen schließt.

Anmerkungen.
Das hier erklärte Ballett ist eine frühe Arbeit der Choreografin Bronislawa Nijinska, einer Schwester des Choreographen Waslaw Nijinski. Strawinsky hatte seine Partitur schon 1917 abgeschlossen und schildert darin typisch russische Hochzeitsgegebenheiten. Der reduzierte Inhalt wird lediglich angedeutet, während im vierten Bild die „Aktion“ der tanzenden Gäste etwas aus dem Rahmen fällt.

Das Stück ist bei den Gastspielen des Ballets Russes immer mit unterschiedlichen Reaktionen der Presse aufgeführt worden. Bis zum Ende der Compagnie im Jahre 1929 kam es nur zu wenigen Aufführungen, weil es eine aufwändige Begleitung der Musik erforderte: vier Klaviere und umfangreiches Schlagwerk, außerdem vier Gesangssolisten und ein Chor. Danach haben es unterschiedliche Ensembles zwar versucht, das Werk ins Repertoire zu bringen, doch gab es erst ab 1966 durch das Royal Ballet London einen Aufschwung. Einige der berühmtesten Choreografen haben Neudeutungen vorgenommen, so Tatjana Gsovsky (Berlin), Maurice Bejart (Salzburg), Jerome Robbins (New York)…

Quelle:

Messe/les Noces

© Manfred

Gestaltung Agentur kuh vadis