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Franz von Suppé (1819-1895): Uraufführung am 21. März 1866 im Wiener Carltheater. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Eine österreichisch-ungarische Kleinstadt. Erster Akt. Die Vollwaise Vilma, deren Herkunft kaum jemand kennt, wurde durch die Gemeinde „erzogen“, will sagen, es gab immer Menschen, die sich des Mädchens annahmen. Inzwischen ist sie zu einer auch äußerlich ansehnlichen Frau geworden, die, was von vielen Geschlechtsgenossinnen der Gemeinde mit Argusaugen beobachtet wird, manchem jungen Burschen, aber auch manchem älteren und verheirateten Herrn „den Kopf verdreht“. Dass jene Ehefrauen „sauer“ sind, kann nicht wirklich überraschen. Dass jene gestandenen Frauen sich an den Bürgermeister Bums wenden, mag da schon eher verwundern, denn, die Frage sei erlaubt, was soll der Gemeindevorsteher denn tun? Als in der Beschwerderunde dabei von „liederlichem Verhalten“ die Rede ist, durchzuckt es Bums sichtbar. Wobei das Publikum natürlich richtig spekuliert, wenn es annimmt, dass auch Bums zu den Verehrern Vilmas gehört. Tatsächlich muss man auch das Ratsmitglied Pankraz zu Vilmas Bewunderern rechnen. Die beiden Amtspersonen versuchen natürlich, das Verlangen der Beschwerdeführerinnen, eine öffentliche Ratssitzung anzuberaumen, die beschließen soll, Vilma zu verbannen, zu verhindern. Da helfen keine juristischen Tricks, die Ratsversammlung kommt zustande, bringt aber kein Ergebnis, das die Beschwerdeführerinnen befriedigen könnte. Was sich da so abspielt, ist nur für jene Vilma kein Gedanken wert. Sie kennt nur einen in der Stadt, den sie liebt, und das ist Hermann. Mit dem turtelt sie gerade, als es am Marktplatz plötzlich laut wird: Ungarische Husaren ziehen ein und sind dabei nicht zimperlich, soll heißen, sie nehmen unter der Führung ihres Hauptmanns Janos Quartier in den Bürgerhäusern. Die Soldaten in den schmucken Uniformen finden sofort in der jungen weiblichen Bevölkerung Anhänger (und die älteren Semester tun es ihnen heimlich gleich). Es wundert als nicht, dass der erste Akte mit Jubel endet… Zweiter Akt. Im Haus des Bürgermeisters Bums gibt es Ärger: Hermann will seine Vilma heiraten, braucht dafür aber die Zustimmung seines Vormundes, nämlich Bums. Doch der denkt nicht daran, der Hochzeit seinen Segen zu geben, denn er ist immer noch selbst an der Schönen interessiert. Hermann ist natürlich enttäuscht. Da Bums jedoch keine Erklärung über sein „Nein“ zur Hochzeit abgibt (wir auch nicht wirklich abschätzen können, ob er von Bums Verliebtheit zu Vilma weiß), beschließt er, sich den Husaren anzuschließen. Dazu muss er erst einmal mit Hauptmann Janos reden. Und der Hauptmann? Irgendwie fühlt er mit Hermann, hat er doch gemerkt, dass es mit der Sittsamkeit im Ort nicht zum Besten bestellt ist. Und er glaubt außerdem, dass nur ein bitterböser Streich eine Wende herbeiführen kann. Hauptmann Janos geht auf’s Ganze und verspricht (heimlich) Bums und Pankraz, ihnen ein Tête-à-tête mit Vilma zu arrangieren. Er hat aber keinesfalls die Absicht, Vilma zu „engagieren“, sondern er bringt Pankraz’ Ehefrau Eulalia in Stellung zu diesem Stelldichein. Von jener Eulalia muss man wissen, dass sie einer Affäre mit Janos, dem hübschen und schneidigen Militär, nicht abgeneigt ist, doch der hat offensichtlich an Eulalia nicht das geringste Interesse. Doch für Hermann ist Eulalia im „Spiel“ und auch Apollonia, Ehefrau von Bums, ist dabei, wenn auch in gewisser Entfernung – aber so, dass sie alles mithören kann. Wie es nun der Zufall will, treffen sich dann am gleichen Treffpunkt Carol und Stefan mit Dorothe und Regina, zwei Bürgerstöchtern. Janos’ Mitleid mit den unglücklich Verliebten, Hermann und Vilma, hat seinen Grund in eigenem Erleben, denn in seiner Jugend liebte er Zinka, die er aber seiner Armut wegen nicht heiraten durfte. Es kam zu einer betrüblichen Trennung und er hat Zinka nie wieder gesehen. Jetzt, als der Streich für Hermann losgehen soll, muss er genau an die eigene Trennung denken, wobei ihm ein Lied einfällt, dass er seinerzeit immer wieder mit seiner Zinka gesungen hat. Und genau dieses Lied, das heute kaum noch einer kennt, erklingt plötzlich. Janos’ nahe liegender Gedanke, dass seine Zinka in der Nähe ist, ist aber ein Trugschluss, denn nicht Zinka singt da, sondern Vilma, die es von ihrer Mutter gelernt hat. Natürlich beginnt er sofort in der Dunkelheit nach der Sängerin zu suchen und findet Vilma. Die Antworten auf seine Fragen, versucht Vilma zu beantworten – im Vorgriff sind sie weiter oben schon erwähnt worden – und Janos erfährt so, dass Vilma seine Tochter ist. Neben der Freude über eine gefundene eigene Tochter ist allerdings auch der Zorn über ihre Behandlung in der Stadt. Der ausgedachte Streich wird ausgeführt, mit der Folge, dass sich einige aus der „Noblesse“ ganz schön lächerlich gemacht haben. Schließlich zwingt Janos den Bürgermeister Bums, der Hochzeit von Vilma mit Hermann zuzustimmen. Wie es sich für eine Operette gehört, kann Bums nicht mehr zurück, er stimmt gezwungenermaßen der Ehe zu. Und schon erklingt das Trompetensignal zum Sammeln und folgenden Abmarsch der Husaren. Janos hat ein gutes Werk getan, aber seine Tochter muss zurückbleiben. © Manfred Franz von Suppé (1819-1895): Uraufführung am 21. März 1866 im Wiener Carltheater. Personen der Handlung: Ort und Zeit: Eine österreichisch-ungarische Kleinstadt. Erster Akt. Die Vollwaise Vilma, deren Herkunft kaum jemand kennt, wurde durch die Gemeinde „erzogen“, will sagen, es gab immer Menschen, die sich des Mädchens annahmen. Inzwischen ist sie zu einer auch äußerlich ansehnlichen Frau geworden, die, was von vielen Geschlechtsgenossinnen der Gemeinde mit Argusaugen beobachtet wird, manchem jungen Burschen, aber auch manchem älteren und verheirateten Herrn „den Kopf verdreht“. Dass jene Ehefrauen „sauer“ sind, kann nicht wirklich überraschen. Dass jene gestandenen Frauen sich an den Bürgermeister Bums wenden, mag da schon eher verwundern, denn, die Frage sei erlaubt, was soll der Gemeindevorsteher denn tun? Als in der Beschwerderunde dabei von „liederlichem Verhalten“ die Rede ist, durchzuckt es Bums sichtbar. Wobei das Publikum natürlich richtig spekuliert, wenn es annimmt, dass auch Bums zu den Verehrern Vilmas gehört. Tatsächlich muss man auch das Ratsmitglied Pankraz zu Vilmas Bewunderern rechnen. Die beiden Amtspersonen versuchen natürlich, das Verlangen der Beschwerdeführerinnen, eine öffentliche Ratssitzung anzuberaumen, die beschließen soll, Vilma zu verbannen, zu verhindern. Da helfen keine juristischen Tricks, die Ratsversammlung kommt zustande, bringt aber kein Ergebnis, das die Beschwerdeführerinnen befriedigen könnte. Was sich da so abspielt, ist nur für jene Vilma kein Gedanken wert. Sie kennt nur einen in der Stadt, den sie liebt, und das ist Hermann. Mit dem turtelt sie gerade, als es am Marktplatz plötzlich laut wird: Ungarische Husaren ziehen ein und sind dabei nicht zimperlich, soll heißen, sie nehmen unter der Führung ihres Hauptmanns Janos Quartier in den Bürgerhäusern. Die Soldaten in den schmucken Uniformen finden sofort in der jungen weiblichen Bevölkerung Anhänger (und die älteren Semester tun es ihnen heimlich gleich). Es wundert als nicht, dass der erste Akte mit Jubel endet… Zweiter Akt. Im Haus des Bürgermeisters Bums gibt es Ärger: Hermann will seine Vilma heiraten, braucht dafür aber die Zustimmung seines Vormundes, nämlich Bums. Doch der denkt nicht daran, der Hochzeit seinen Segen zu geben, denn er ist immer noch selbst an der Schönen interessiert. Hermann ist natürlich enttäuscht. Da Bums jedoch keine Erklärung über sein „Nein“ zur Hochzeit abgibt (wir auch nicht wirklich abschätzen können, ob er von Bums Verliebtheit zu Vilma weiß), beschließt er, sich den Husaren anzuschließen. Dazu muss er erst einmal mit Hauptmann Janos reden. Und der Hauptmann? Irgendwie fühlt er mit Hermann, hat er doch gemerkt, dass es mit der Sittsamkeit im Ort nicht zum Besten bestellt ist. Und er glaubt außerdem, dass nur ein bitterböser Streich eine Wende herbeiführen kann. Hauptmann Janos geht auf’s Ganze und verspricht (heimlich) Bums und Pankraz, ihnen ein Tête-à-tête mit Vilma zu arrangieren. Er hat aber keinesfalls die Absicht, Vilma zu „engagieren“, sondern er bringt Pankraz’ Ehefrau Eulalia in Stellung zu diesem Stelldichein. Von jener Eulalia muss man wissen, dass sie einer Affäre mit Janos, dem hübschen und schneidigen Militär, nicht abgeneigt ist, doch der hat offensichtlich an Eulalia nicht das geringste Interesse. Doch für Hermann ist Eulalia im „Spiel“ und auch Apollonia, Ehefrau von Bums, ist dabei, wenn auch in gewisser Entfernung – aber so, dass sie alles mithören kann. Wie es nun der Zufall will, treffen sich dann am gleichen Treffpunkt Carol und Stefan mit Dorothe und Regina, zwei Bürgerstöchtern. Janos’ Mitleid mit den unglücklich Verliebten, Hermann und Vilma, hat seinen Grund in eigenem Erleben, denn in seiner Jugend liebte er Zinka, die er aber seiner Armut wegen nicht heiraten durfte. Es kam zu einer betrüblichen Trennung und er hat Zinka nie wieder gesehen. Jetzt, als der Streich für Hermann losgehen soll, muss er genau an die eigene Trennung denken, wobei ihm ein Lied einfällt, dass er seinerzeit immer wieder mit seiner Zinka gesungen hat. Und genau dieses Lied, das heute kaum noch einer kennt, erklingt plötzlich. Janos’ nahe liegender Gedanke, dass seine Zinka in der Nähe ist, ist aber ein Trugschluss, denn nicht Zinka singt da, sondern Vilma, die es von ihrer Mutter gelernt hat. Natürlich beginnt er sofort in der Dunkelheit nach der Sängerin zu suchen und findet Vilma. Die Antworten auf seine Fragen, versucht Vilma zu beantworten – im Vorgriff sind sie weiter oben schon erwähnt worden – und Janos erfährt so, dass Vilma seine Tochter ist. Neben der Freude über eine gefundene eigene Tochter ist allerdings auch der Zorn über ihre Behandlung in der Stadt. Der ausgedachte Streich wird ausgeführt, mit der Folge, dass sich einige aus der „Noblesse“ ganz schön lächerlich gemacht haben. Schließlich zwingt Janos den Bürgermeister Bums, der Hochzeit von Vilma mit Hermann zuzustimmen. Wie es sich für eine Operette gehört, kann Bums nicht mehr zurück, er stimmt gezwungenermaßen der Ehe zu. Und schon erklingt das Trompetensignal zum Sammeln und folgenden Abmarsch der Husaren. Janos hat ein gutes Werk getan, aber seine Tochter muss zurückbleiben. © ManfredSUPPÉ, Franz von: LEICHTE KAVALLERIE
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LEICHTE KAVALLERIE
Operette in zwei Akten
Libretto von Karl Costa
Bums, Bürgermeister
Apollonia, seine Ehefrau
Pankraz, Gemeinderat
Eulalia, seine Ehefrau
Weißling
Dorothea, seine Tochter
Kitt
Regina, seine Tochter
Vilma, eine Waise
Hermann, ihr Geliebter
Janos, Wachtmeister bei den Husaren
Stefan, Husar
Carol, Husar
Chor / Statisten: Husaren, Ratsherren, Volk.
Einheitliches Bühnenbild in beiden Akten: Marktplatz der Kleinstadt.
LEICHTE KAVALLERIE
Operette in zwei Akten
Libretto von Karl Costa
Bums, Bürgermeister
Apollonia, seine Ehefrau
Pankraz, Gemeinderat
Eulalia, seine Ehefrau
Weißling
Dorothea, seine Tochter
Kitt
Regina, seine Tochter
Vilma, eine Waise
Hermann, ihr Geliebter
Janos, Wachtmeister bei den Husaren
Stefan, Husar
Carol, Husar
Chor / Statisten: Husaren, Ratsherren, Volk.
Einheitliches Bühnenbild in beiden Akten: Marktplatz der Kleinstadt.
Kontakt
Telefon: 0178-1069333
Gestaltung Agentur kuh vadis